Vox Romanica
vox
0042-899X
2941-0916
Francke Verlag Tübingen
10.2357/VOX-2018-033
Es handelt sich um einen Open-Access-Artikel, der unter den Bedingungen der Lizenz CC by 4.0 veröffentlicht wurde.http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/121
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Kristol De StefaniMarie-Madeleine Bertucci (ed.), Les français régionaux dans l’espace francophone, Frankfurt (Lang) 2016, 251 p. (Sprache, Mehrsprachigkeit und sozialer Wandel 25)
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Joachim Lengert https://orcid.org/0000-0003-2234-4210
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358 Besprechungen - Comptes rendus Vox Romanica 77 (2018): 358-362 DOI 10.8357/ VOX-2018-033 wickelt haben wie chiac oder michif). Louisiana und die Neu-England-Staaten werden vor allem wegen ihrer historischen Bedeutung erwähnt, auch wenn sich die Position des Französischen dort immer stärker abschwächt. Auch hier sind vor allem die vielfältigen Sprachkontaktphänome für den Beobachter sehr interessant. Das 7. Kapitel schliesslich befasst sich mit dem Französischen in Afrika und behandelt Schwarzafrika und den Maghreb als zwei zentrale Teilbereiche davon. Andere Gebiete wie das insuläre Afrika mit Madagaskar oder den Seychellen und Mauritius sowie La Réunion, das ja politisch zu Frankreich gehört (wie auf p. 3 erwähnt), aber sicherlich geografisch auch Bezüge zu seiner direkten Umgebung aufweist, sind auf dem begrenzten Raum des Buches verständlicherweise nicht aufgenommen worden, ebenso wenig wie ehemals frankophone Gebiete auf dem asiatischen Kontinent oder in Ozeanien. In der kurzen Erwähnung des 5. Kontinents (3) könnte man polynesisch durch austronesisch oder polynesisch und melanesisch ersetzen, denn die polynesischen und die melanesischen Zweige der austronesischen Sprachfamilie sind im Pazifikraum in gleicher Stärke dem Sprachkontakt mit dem Französischen ausgesetzt. In bewundernswerter alleiniger Autorschaft und unter Berufung auf zahlreiche lokale, regionale und internationale Quellen hat B. Pöll wieder ein sehr lesenswertes Werk geschaffen, welches sicher zahlreichen zukünftigen Generationen von Studenten und Forschern als Ausgangsbasis dienen wird. Sabine Ehrhart https: / / orcid.org/ 0000-0001-9296-8016 ★ Marie-Madeleine Bertucci (ed.), Les français régionaux dans l’espace francophone, Frankfurt (Lang) 2016, 251 p. (Sprache, Mehrsprachigkeit und sozialer Wandel 25) Der Sammelband umfasst Studien zum Thema «français régional», die auf ein 2012 in Paris abgehaltenes Kolloquium zurückgehen. Eingeleitet wird er durch ein Vorwort von H. Walter (9-10) und die Präsentation durch die Herausgeberin (11-13). Die eigentlichen Beiträge sind drei Themenbereichen zugeordnet worden: «Les français régionaux: un statut problématique» (15-114), «Quelle place pour les formes régionales dans un contexte mondialisé? » (115-69) und «Vers une didactique contextualisée en situations plurilingues» (171-220). Ein Nachwort von R. Chaudenson (223-32), die Kurzbiographien der Beiträger (233-37) sowie ein Autoren- (239-44) und terminologischer Index (245-51) beschließen den Band. Ein Großteil der 14 Aufsätze befasst sich mit Varietäten außerhalb von Frankreich, im Vordergrund steht eher die theoretische Reflexion über Regiolekte als deren konkrete Beschreibung. P. Blanchet (17-30) steuert einen wissenschaftshistorisch orientierten Aufriss der Betrachtung der Regiolekte bei, der den Bogen von der normativen Sicht des 19. Jahrhunderts über die dialektologisch und strukturell inspirierte Herangehensweise schlägt und vor allem die Relevanz der neueren soziolinguistischen Theoriebildung hervorhebt. Die im Titel angesprochenen Auswirkungen auf eine «didactique de la pluralité des pratiques du français» bleibt mit zwei Seiten allerdings recht wenig konkret und begrenzt sich neben einigen bibliographischen Verweisen auf die von polemisierenden Elementen nicht freie Kritik an der normorientierten, monozentrischen Praxis des Sprachunterrichts. 358 362 033 359 Besprechungen - Comptes rendus Vox Romanica 77 (2018): 358-362 DOI 10.2357/ VOX-2018-033 T. Bulot (31-44) beschäftigt sich mit dem Cauchois als Ausprägung der «langue [! ] normande» [30] - dessen Status als Regiolekt («français régional») oder französisierter Subdialekt («normand francisé») offen gelassen wird -, und dies aus sprachpolitischer Warte. Der Aufsatz, der eine Zusammenschau früherer Beiträge ist 1 , entwirft nicht ohne einiges an terminologischem Aufwand eine sprachpolitische Systematisierung, die durch die Protagonisten (Sprecher und Institutionen), die Perspektive (Sprache als Objekt oder Identitätsfaktor) sowie eine triadische Schematisierung der sprachpolitischen Prozesse (sprachpolitischer Dirigismus oder Liberalismus oder Kooperation von Sprechern und Institutionen) charakterisiert ist. Deren praktische Umsetzung bleibt spärlich und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Reproduktion einiger aus einer Umfrage herrührender Sprecher-Zitate zur Einschätzung des Cauchois. Muss man, wie der Verfasser es tut, Heidegger oder Heraklit bemühen, um die Frage zu beantworten, die D. de Robillard im Titel seines Beitrages (45-57) aufwirft: «Quelles ‹langues› sont les ‹français régionaux›»? Vielleicht nicht unbedingt, jedenfalls wenn dies vorrangig der Polemisierung gegen die fachimmanente Lexikographie oder die Korpuslinguistik dient und stattdessen recht allgemein eine sprecherzentriertere Vorgehensweise propagiert wird. In dieselbe Kerbe schlägt R. Tirvassen (59-74). Ausgehend von der Kritik an der lexikographischen Strategie der Elaboration differentieller Inventare von «Regionalismen», die als «unilatérale et monolithique» (70) verdammt wird - die Gegner sind hier nicht nur aus der traditionellen Dialektologie erwachsene Forschungsbeiträge, sondern auch eine zu restriktive sozio- und pragmalinguistische Herangehensweise - , favorisiert der Autor letztlich eine rein paroleorientierte Beschreibung, deren Gegenstand Interferenzen, okkasionelle Wortbildungen und Lehnübersetzungen oder Formen sprachlicher Unsicherheit sein sollen. Eine informative Übersicht über Strategien der Aufwertung des Französischen in Louisiana steuert A. Valdman bei (75-87), der kurz die Sprachsituation und Phänomene der Sprachvariation sowie des Sprachkontakts Französisch-Englisch anreißt, bevor er am Beispiel der Orthographie die Frage nach der Norm im Spannungsfeld von Adaption an die Frankophonie oder eigenständiger Entwicklung aufwirft. Zuletzt werden (vorrangig aus dem universitären Bereich stammende) Maßnahmen zur Förderung des Louisiana-Französischen sowie Probleme des schulischen Unterrichts behandelt. Mit A. Boudreau (89-100) tritt das Kanadafranzösische in den Vordergrund. Zwar wird im Titel speziell die «Acadie» thematisiert, de facto indessen vermittelt die Verfasserin ein generelles Referat, dass vornehmlich die Sprachideologien zwischen einerseits normativer Betrachtung oder (negativer) Wertung des englisch-französischen Bilinguismus sowie andererseits Sprachausbau und positiver Einschätzung summarisch darstellt. Die Schlussfolgerungen sind wenig originell: trotz der Persistenz des normativen Diskurses lässt sich eine zunehmende Aufwertung des Kanadafranzösischen ausmachen und im Zeitalter der Globalisierung sollte gerade diese Variation gefördert werden. Zu guter Letzt nimmt M. Francard in seinem Forschungsreferat Probleme von Norm und Französischunterricht in Belgien unter die Lupe (101-14). Er weist zunächst Beurteilungen zurück, die im «Belgienfranzösischen» eine nationale Varietät sehen wollen und kritisiert die 1 Was mit sich bringt, dass man manche Textpassage und manches Schema textgetreu andernorts nachlesen kann, cf. z.B. id: «Dominance, glottopolitique et pratiques d’enquête: Modéliser les pratiques de langues en zone d’Oïl», Moderne Sprachen, 48/ 2 (2004): 59-74. 360 Besprechungen - Comptes rendus Vox Romanica 77 (2018): 358-362 DOI 10.8357/ VOX-2018-033 mancherorts vorgenommene Zweiteilung in Brüsseler und wallonisches Französisch, an deren Stelle er eine differenzierte Sicht setzen möchte. Auch wenn die traditionelle, durch die Ausrichtung am Pariser «bon usage» gekennzeichnete Normkonzeption in jüngerer Zeit durch die Öffnung auf endogene Normen erweitert worden ist, so hat dies in der Praxis nur begrenzte Auswirkungen. Schließlich wirft Francard die Frage auf, welches Französisch in Belgien unterrichtet werden soll und wie dies zu geschehen hat. Er plädiert für eine moderate Pädagogik, die die Belgizismen nicht offensiv unterrichten soll, sie jedoch benennt und in ihrer kommunikativen Funktion in Auseinandersetzung mit sonstigen Varietäten diskutiert, um so zu einer realistischen, nicht von herkömmlichen (Vor-)Urteilen geprägten Betrachtungsweise zu gelangen. Der zweite Themenblock befasst sich laut Titel mit dem Stellenwert der Regiolekte in einer globalisierten Welt. Tatsächlich aber spielt die «mondialisation» an sich kaum eine Rolle, sondern es wird auf diverse zumeist theoretische Probleme primär überseeischer Regiolekte eingegangen. Basierend auf Sprachmaterial aus Kamerun, gleichwohl generalisiert ausgerichtet ist der Beitrag von V. Feussi (117-28), der die traditionelle Dialektik von Zentrum und Peripherie ebenso wie die plurizentrische Perspektive in der Erforschung der Regiolekte ablehnt und an ihre Stelle einen sowohl dynamischen wie individualistischen Ansatz («expériences particulières» [123]) setzt, der die Bedeutung des sozialen (politischen, ökonomischen etc.) Umfelds und der interindividuellen Relationen unterstreicht. Ob man nun den eingebürgerten Terminus Regiolekt durch den vom Autor selbst geprägten, letztlich nirgends konzise definierten Terminus alterlecte (122 et passim) ersetzen muss, sei dahingestellt, genauso wie die Frage, ob dieser stark individualistische Zugang, der regionale Varianten einzig als das Konstrukt von Individuen in der Interaktion sieht, wirklich zielführend ist. Auf alle Fälle ist es die konkrete Ausgestaltung, die man hinter manchmal sehr blumigen Formulierungen vermisst (z.B. in Bezug auf ein Wörterbuch des Kamerunfranzösischen: «le choix des entrées du dictionnaire relèverait d’expériences, de regards singuliers, de sensibilités à expliciter» [121]). Einen allgemein gehaltenen Einblick in die Stellung des «français régional» auf Haiti vermittelt D. Fattier (129-40). Eingangs skizziert er summarisch die Sprachverhältnisse der Insel, um in der Folge hauptsächlich die Wichtigkeit der Literatursprache sowie des Kreolischen als «Archiv» namentlich der älteren Regionalismen zu betonen. Den Abschluss bilden einige Anmerkungen zur Rolle des Regiolekts im Sprachunterricht, die in der Kürze notgedrungen recht unspezifisch bleiben. C. Pauleau, seit langem als Expertin in diesem Spezialgebiet ausgewiesen, referiert über den Wortschatz des regionalen Französisch in Neukaledonien (141-54). Nach einer Einführung in Sprachsituation und Status des Französischen gibt sie eine übersichtlich gegliederte Liste von Beispielen, verweist auf die diaphasisische Variation (der hier die soziolinguistische Begrifflichkeit der Trias Akrolekt - Mesolekt - Basilekt aufgestülpt wird) und auf diastratischdiachronische Variationsphänomene, die als Elemente eines Kontinuums gedeutet werden. Ein paar isolierte Bemerkungen zum Schluss schließen den Rahmen zum Thema Globaliserung, beispielsweise die Beobachtung, dass selbige das Vordringen des Standardfranzösischen fördert. Anders als ihre Vorgänger befasst sich der letzte Aufsatz dieses Themenbereichs mit einer regiolektalen Fachsprache in der europäischen Frankophonie: B. Turpin (155-69) systematisiert die Spezifika der Bergbausprache Nordfrankreichs - und man kann hinzufügen, dass dies 361 Besprechungen - Comptes rendus Vox Romanica 77 (2018): 358-362 DOI 10.2357/ VOX-2018-033 der einzige Beitrag des Buches ist, der nicht theoriebetont ist, sondern eine größere lexikalische Datenmenge präsentiert. Selbige wird historisch aufgeschlüsselt, wobei allerdings die Autorin durchgängig den Fehler begeht, auf die «etimologia remota» zu rekurrieren anstatt die unmittelbare Etymologisierung zu wählen, so wenn crochette ‘petit marteau en pointe’ direkt auf fränkisch *krok zurückgeführt wird. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Untersuchung der reichhaltigen semantischen Kreativität, die Bildbereiche des metaphorisch motivierten Bedeutungswandels herausarbeitet. Der abschließende Themenbereich ist didaktischen Fragestellungen gewidmet. Eingeleitet wird er durch einen Beitrag von M.-M. Bertucci (173-85), der zahlreiche Fragen kurz anschneidet: die Definition von «français régional», das Normkonzept, die Rolle von Sprechergemeinschaften, Erscheinungsformen der sprachlichen Unsicherheit etc. - nur die Reflexion über die im Titel erwähnten «politiques linguistiques-éducatives» (178s.) ist wenig substanziell und bleibt auf ein Plädoyer begrenzt, auf der Basis eines plurizentrischen Sprachmodells regionale Varietäten in den Französischunterricht zu integrieren. V. Fillol beschäftigt sich mit den Konsequenzen der sprachlichen Diversität im Schulsystem Neukaledoniens (187-99). Nach Ausführungen zur Sprachensituation, der Dominanz des Französischen im Unterrichtssystem und der daraus resultierenden Benachteiligung der autochthonen Sprachen entwirft die Autorin weniger greifbare didaktische Vorschläge als vielmehr einen Forderungskatalog für eine Neuorientierung der Schul- und Sprachpolitik. J. David (201-20) fragt im Titel seines Aufsatzes nach dem Stellenwert der sprachlichen Variation im Französischunterricht, vergleicht aber danach nur die Behandlung selektiver variationeller Phänomene in vier ausgewählten Grammatiken, darunter die Standardwerke von Wilmet und Riegel/ Pellat/ Rioul. Dass er zu guter Letzt für eine stärkere Berücksichtigung variationeller Sprachmerkmale plädiert, vermag nicht zu verwundern. An das Ende ist als «Postface» eine Abhandlung eines Altmeisters gesetzt worden. R. Chaudenson (223-37) skizziert, durchaus persönlich gefärbt, Tendenzen der Erforschung der Regiolekte und wendet sich hierbei vor allem gegen die seiner Meinung nach vorherrschende Überbetonung lexikalischer Fakten. Wie soll man den Band beurteilen 2 ? Wer konkrete Beiträge zu regionalen Varianten sucht, wird sicher enttäuscht sein, denn einzig die Untersuchung von Turpin geht in diese Richtung. Manche Beiträge, so Pauleau, sind resümierender Natur und können somit nicht unbedingt grundsätzlich Neues erbringen beziehungsweise sie vermitteln, so Valdmann oder Fattier, Einblicke in nicht jedem Leser hinsichtlich der dortigen regiolektalen Situation vertraute außereuropäische Gebiete. Der erste Themenblock ist durch die Diskussion theoretischer Gesichtspunkte gekennzeichnet. Seit dem Kolloquium von Dijon (veröffentlicht in TraLiLi 15/ 1, 1977), das für Frankreich eine Wiederbelebung der theoretischen und praktischen Beschäftigung mit den «français régionaux» markiert, ist in gut vier Jahrzehnten nicht weniges an Tinte geflossen, um diverseste Aspekte der europäischen und außereuropäischen Regiolekte präziser und diffe- 2 Formal ist er gut gemacht, nur wenige Flüchtigkeitsfehler sind aufgefallen: des parlers picard [12], français régional du Provence [27], triviaux, Mais [52], choseque [53], beziehungen [87], étonnement reconduits [118], arrrivant [141]. Auch die Vergänglichkeit des Internets spiegelt sich zumindest einmal wider: die Seite http: / / etounou.free.fr [120] kann nicht mehr aufgerufen werden. 362 Besprechungen - Comptes rendus Vox Romanica 77 (2018): 362-364 DOI 10.8357/ VOX-2018-034 renzierter zu analysieren, so dass man unterstellen könnte, dass der Raum für methodische Innovation erschöpft sein sollte. In der Tat haben sich zwischenzeitlich manche Konzepte grundlegend gewandelt. Während 1977 noch Forscher wie Straka oder Tuaillon ein monozentrisches Modell (mit Paris als normgebendem Zentrum) verfochten, setzt sich in neuerer Zeit, vertreten durch Pöll und andere, eine polyzentrische Sicht durch. Hier wird nun noch einen Schritt weitergegangen. Autoren wie Robillard, Tirvassen oder Feussi propagieren letzten Endes einen idiolektalen Zugang, der die unbegrenzte Vielfalt sprachlicher Produktionen des einzelnen Sprechers in der ebenso diversifizierten Interaktion mit den Angehörigen seiner Sprechergemeinschaft in den Vordergrund rückt. Dass dabei gegen strukturelle, dialektale oder monozentrische Ansätze polemisiert wird, so wenn Feussi manchen seiner Vorgänger zum Vorwurf macht, die «Abweichungen» vom «français de référence» als «productions ‹anormales›» (118) zu konzipieren, gehört wohl zum angestrebten innovativen wissenschaftlichen Diskurs. Als theoretisches Postulat mag dies vertretbar sein, praktisch hingegen wirkt es wie ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Linguisten und vielleicht ist es schon die auf wenig konkretem Sprachmaterial basierte Argumentation, die gewisse Zweifel an der Effizienz dieses Konstrukts aufkommen lässt. Recht vage bleiben alle didaktisch ausgerichteten Beiträge, die eher globale Forderungen nach einer ausgewogenen Integration sprachlicher Variation im Schulunterricht erheben anstatt konkrete didaktische Strategien zu entwickeln. Alles in allem hinterlässt der Sammelband so zumindest in der - teilweise auch recht terminologieverliebten - Theorielastigkeit und geringen konkreten Fundierung einen gemischten Eindruck. Joachim Lengert https: / / orcid.org/ 0000-0003-2234-4210 Iberoromania Verónica Böhm, La imperfectividad en la prensa española y su relación con las categorías semánticas de modalidad y evidencialidad, Berne (Peter Lang) 2016, 621 p. (Potsdamer Linguistische Untersuchungen / Recherches Linguistiques à Potsdam 19) Conforme a su título, esta obra examina el pretérito imperfecto, la forma cantaba, en la prensa española. Así, el lector avezado reconoce de inmediato el caso de que se va a ocupar la autora: el uso de cantaba en el género periodístico para expresar acciones con inicio y final, en casos en que normalmente se esperaría la forma canté. Un ejemplo de ese uso figura en la p. 27: «Horas más tarde se apropiaban de la autoría la Yihad y la Yamaa de la Justicia Internacional». La autora se propone analizar esos usos secundarios de la imperfectividad, que difieren radicalmente del uso canónico de la forma cantaba, desde la perspectiva de la modalidad epistémica y la evidencialidad. No obstante, la autora no se limita a dichos usos, sino que realiza también un análisis de los usos canónicos de este tiempo verbal. El tema central del libro es la aspectualidad. Esta se examina desde una perspectiva amplia, que abarca el aspecto gramatical y léxico (Aktionsarten), las distintas perífrasis verbales, adverbios, etc. La obra es una tesis doctoral. Este punto de partida hace que la autora pretenda presentar y discutir los conceptos en torno al tema con mucho esmero, para mostrar su adecuada familiarización con la base teórica. Por ello, en algunos lugares, el lector no integrante del comité evaluador de la tesis puede preguntarse, por ejemplo, si es necesario dedicarle tantas páginas 362 364 034
