Internationales Verkehrswesen
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10.24053/IV-2010-0159
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Industrie + Technik 44 INTERNATIONALES VERKEHRSWESEN (62) 11/ 2010 Mosolf Nachrüstung von E-Antrieben Als Nachrüstbausätze entwickelte Elektroantriebe für leichte Nutzfahrzeuge montiert künftig der Automobillogistiker Mosolf aus Kirchheim. Auf der IAA präsentierte sich das Unternehmen als Partner von Edag, Fulda, einem unabhängigen Automobilentwickler. Der EDpowerdrive soll den Einsatzradius von Elektrofahrzeugen deutlich erhöhen: Der Dieselmotor verbleibt im Fahrzeug, lediglich ein kleinerer Tank wird eingebaut. Der Elektroantrieb arbeitet entkoppelt vom konventionellen frontbetriebenen Antriebssystem. Die Batterie wird im Laderaum integriert und überträgt die erforderliche Energie über eine eigene Antriebseinheit auf die Hinterachse. Die Reichweite des Elektromotors wird mit 100 km im Stadtverteilerbetrieb angegeben. (zp) DLR Innovative Versuchsanlagen für Zugaerodynamik Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen hat zwei Aerodynamik-Forschungsanlagen fertig gestellt. Für mehr als 3 Mio. EUR wurden die weltweit erste Tunnelsimulations- und die erste Seitenwindversuchsanlage gebaut. Damit kann das Verhalten von Zugmodellen bei bis zu 400 km/ h oder beispielsweise der Einfahrt in einen Tunnel untersucht werden. Die Modelle in der Tunnelsimulationsanlage im Maßstab 1: 20 bis 1: 100 werden durch ein Katapult beschleunigt. Die Untersuchungen sind Teil des DLR-Forschungsvorhabens „Next Generation Train“, an dem acht DLR-Institute mitwirken. (cm/ zp) Vossloh Geschäfte mit China und Russland In China baut Vossloh ein neues Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Weichen auf. Das Joint Venture mit dem chinesischen Konzern Huaxing und der China Railway Material Group (CRMG) will auf einem Gelände von Huaxing in Wuhu (nahe Nanjing, Provinz Anhui) bis Ende 2011 eine Fertigungsstätte für jährlich 2600 Weichen errichten. Vossloh wird an dem Joint Venture die Hälfte der Anteile halten. Das geplante Investitionsvolumen für das Gemeinschaftsprojekt liegt bei umgerechnet 30 Mio. EUR im Jahr 2011. Vossloh Fastening Systems (China) Co. Ltd. hat über das chinesische Eisenbahnministerium vorbehaltlich möglicher Einsprüche den Zuschlag für einen Großauftrag für Schienenbefestigungssysteme auf der HGV- Strecke Lanzhou - Urumqi im Nordwesten Chinas erhalten. Die Lieferungen für rund 140 Mio. EUR sollen im Wesentlichen im Jahr 2011 erfolgen. In Russland hat Vossloh mit der staatlichen russischen Bahngesellschaft RZD einen Vertrag über die Lieferung von Schienenbefestigungssystemen des Typs W30 geschlossen. Diese neuartige und extra für den russischen Markt entwickelte Lösung ist seit September 2010 zugelassen. Der Gesamtauftragswert liegt bei knapp 10 Mio. EUR und umfasst eine erste Gleismodernisierung auf einer Länge von 200 km noch in diesem Jahr. (cm/ zp) Knorr-Bremse Australier übernommen Die zum Knorr-Bremse-Konzern gehörende Gesellschaft Knorr-Bremse Asia Pacific (Holding) Ltd. hat Ende September den australischen Spezialisten für Klimasysteme, Sigma Coachair Group (SCG), gekauft. Die Systeme von SCG kommen weltweit vornehmlich in Zügen, aber auch in der Industrie zum Einsatz. Während die Knorr- Bremse-Tochter Merak mit Klimasystemen bisher vor allem in China, Europa und Amerika Akzente setzte, ermöglicht die Übernahme der SCG insbesondere den Zugang zu den Märkten im südostasiatischen Raum, in Indien sowie Australien. Knorr- Bremse ist durch die Übernahme nun einer der weltweit führenden Hersteller von Klimasystemen für Züge. (cm/ zp) Fraunhofer IDMT Eye-Tracker warnt vor Sekundenschlaf Forscher vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau haben ein Assistenzsystem entwickelt, das die Augenbewegungen des Fahrers beobachtet und ihn rechtzeitig vor dem Einnicken warnt. Der „Eye-Tracker“ lässt sich mühelos in jedes Automodell einbauen, die Kameras müssen nicht umständlich kalibriert werden. Die Berechnung der Blickrichtung findet direkt in der Kamera statt. Der Eye-Tracker verfügt über mindestens zwei Kameras, die stereoskopisch, also dreidimensional, aufzeichnen. So erkennt das System die räumliche Lage der Pupille und die Blickrichtung. Die Informationen liegen an einer Standard-Schnittstelle vor (USB, CAN), das System lässt sich direkt an den Bordcomputer anschließen. Stellen die Kameramodule fest, dass das Auge etwa länger als eine Sekunde geschlossen ist - die Zeit lässt sich variabel einstellen - wird ein Alarm ausgelöst. (zp) Mobileye Fußgängerschutz Nachrüstbar ist das Assistenzsystem „Mobileye C2-270“ mit Fußgängerschutz von Mobileye Products, Schorndorf. Es warnt optisch und akustisch vor Zusammenstößen mit Fußgängern, Fahrrädern, Fahrzeugen oder Verkehrsschildern. Die Kamera überwacht die Straße vor dem Fahrzeug und ist mit einem Display im Sichtfeld des Fahrers verbunden. Das Unternehmen hat seine Neuentwicklung auf der IAA vorgestellt. (zp) Wabco AEBS für Lkw Voraussichtlich ab November 2013 ist die Ausstattung neuer schwerer Nutzfahrzeuge mit einem vorausschauenden Not- Gifas Electric Um Fahrgäste und Passanten auf einfahrende Züge aufmerksam zu machen, hat die österreichische Gifas-Electric GmbH LED-Markierungsleuchten mit Lauflicht für die Bahnsteigkante entwickelt. Die Bodenleuchten sind ebenerdig ins Pflaster eingelassen. (cm/ zp) Warnen vor Gefahren: Bodenleuchten Foto: Gifas Beleuchtete Bahnsteigkante Max Bögl Fast komplett eingebettet in den Beton ist die neue Feste Fahrbahn der Max Bögl Bauservice GmbH und Co. KG, Neumarkt. Die Besonderheit von „Future Line“ ist ein innovatives Schienenprofil, das Bögl auch bei Bahnübergängen verwendet. (cm/ zp) Das System wurde im September auf der Innotrans vorgestellt. Foto: C. Müller FF Future Line Industrie + Technik 45 INTERNATIONALES VERKEHRSWESEN (62) 11/ 2010 ländischen Hersteller Daf-Bus, Jonckheere, Bova, Berkhof und Kusters vereint. (zp) Euro Engineering Wechselhybridmodul Für Stadtbusse hat die Euro Engineering AG, Neu-Ulm, ein Wechselhybridmodul auf Basis eines seriellen Hybrids entwickelt und im September auf der IAA einen Prototypen vorgestellt. Innerhalb von einer Minute kann das Modul beispielsweise auf Betriebshöfen getauscht werden, da das System in einen Rahmen gesetzt ist (2,5 m 3 ) mit Schnellverschlüssen gesichert wird und eine Aufnahmemöglichkeit für Gabelstapler besitzt. Die Entwicklung zur Serienreife hängt von der Partnersuche ab, erste Prototypen gehen 2011 an den Start. (zp) biets sind zwei Dieselgeneratoren an Bord, die die Akkus auch wieder aufladen. (zp) VDL Preis für Citea „International Bus of the Year 2011“ ist der Citea Low Floor des niederländischen Herstellers VDL. Auf der IAA erhielt der Nahverkehrsbus die Auszeichnung für besonders guten Fahrgastkomfort und sichere Fahreigenschaften. Zudem zeichnet sich der Citea durch ein Leichtbaukonzept mit einem Dach in Sandwichbauweise und eine reparaturfreundliche Konstruktion aus. Im kommenden Jahr soll eine Gelenkbusvariante die Citea-Familie erweitern. Der Antrieb stammt von Daf. Unter dem Dach des VDL-Konzerns sind seit 2003 die Produktreihen der niederbremssystem (advanced emergency braking system - AEBS) in Europa Pflicht. Entsprechend hat die Wabco Fahrzeugsysteme GmbH, Hannover, „OnGuardPlus“ entwickelt. Das System verwendet einen einzelnen Radarsensor und leitet bei Gefahr eine autonome Notbremsung ein. Die Technik reagiert auch auf stehende Fahrzeuge beispielsweise an Stauenden und soll von 2012 an weltweit zur Verfügung stehen. (zp) Fraunhofer IPMS Funkchip mit Sensor Bisher liefern Funkchips im Wesentlichen Daten zur Identifikation von Produkten. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden haben jetzt einen Transponder entwickelt, der auch Temperatur, Druck und Feuchtigkeit misst. Der Chip mit Sensorfunktion registriert und meldet zum Beispiel Temperaturschwankungen bei Kühltransporten. Diese erweiterte RFID-Technologie basiert auf UHF-Transpondern, Sensoren und einem Mikro-Controller auf den Modulen, der dafür sorgt, dass die vom Sensor gemessenen Daten komprimiert und teilweise verarbeitet werden. Auf diese Weise wird die Datenmenge, die der Transponder an den Reader sendet, kleiner - der Energieverbrauch sinkt. Zudem kann der Reader den Befehl zur Steuerung der Sensoren senden. So sind diese nicht im Dauerbetrieb. Damit haben die Forscher das Energieversorgungsproblem für ein einwandfreies Arbeiten der einzelnen Komponenten gelöst. (zp) ISL Container-Scanning lückenlos möglich? Das Forschungsprojekt Ecsit (Erhöhung der Containersicherheit durch berührungslose Inspektion im Hafenterminal) soll klären, ob ein lückenloses Scanning aller Exportcontainer für die USA überhaupt möglich ist. Neben der Simulierung eines hundertprozentigen Scannens sollen Wege zur Optimierung der bisherigen Kontrollverfahren aufgezeigt werden. Koordinator des Projekts ist das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Partner sind unter anderem Umschlagunternehmen, Berater, Fraunhofern Institute, die Uni Bremen und die Hochschule Bremerhaven. Ecsit wird mit 6 Mio. EUR aus dem Sicherheitsforschungsprogramm des Bundes gefördert. (zp) Mokum Mariteam Elektroschiff für Citylogistik 85 m 3 Fracht kann die „City Supplier“ von Mokum Mariteam laden und in Amsterdam über die Grachten verteilen. Ab Kaikante geht es dann zum Beispiel mit elektrischen Handkarren weiter. Das Binnenschiff wird mit Batterien angetrieben, auch der Schiffskran funktioniert elektrisch. Für Fahrten außerhalb des Stadtge- MAN Ein echter Hingucker auf der diesjährigen IAA war die Designstudie MAN Concept S. Minus 25 % CO 2 -Ausstoß und einen entsprechend reduzierten Dieselverbrauch dank ausgefeilter Aerodynamik verspricht der Hersteller in Verbindung mit einem entsprechend modifizierten Trailer. Weg vom kubisch geformten Lkw heutiger Bauart hat MAN Nutzfahrzeuge die Sattelzugmaschine im Windkanal konsequent auf einen extrem niedrigen Luftwiderstand getrimmt, der dem einer modernen Pkw-Limousine entspricht. Um die Effizienzpotenziale tatsächlich heben zu können, müssen Zugmaschine und Auflieger gestreckt werden, um das gewohnte Innenraum- und Ladevolumen zu erreichen. Änderungen an der Straßeninfrastruktur sind dafür jedoch nicht erforderlich. (zp) In den seitlichen Auslegern befinden sich Kameras statt Rückspiegel. Foto: MAN Group Design für Auge und Umwelt Bode Es ist so weit: Die Gebr. Bode GmbH & Co. KG, Kassel, Mitglied der Schaltbau-Gruppe, hat ihr neues Produkt „Compact Allround Drive System (CADS)“ serienreif. Erste Busse mit dem komplett in die Drehsäule integrierten, rein elektrischen Türantriebssystem wurden im September auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentiert. Nun beginnt zunächst die Produktion für Stadtbusse mit Innenschwenktüren. Im kommenden Jahr steht das neue System laut Hersteller auch für alle anderen Bustypen zur Verfügung. Das System wiegt 8 kg weniger als herkömmliche Schwenktüren und ist - da keine Druckluft benötigt wird - energieeffizienter. Das CADS kommt bei der Türsicherung mit einer horizontalen Bewegung aus. Zur zusätzlichen Sicherheit trägt der Einbau von Drehfallen-Verriegelungen bei. Zudem passen sich die selbstlernenden Türen durch integrierte Positionsgeber automatisch an die sich ändernden Endlagenpositionen an. In der Praxis getestet haben die Prototypen bereits die Kasseler Verkehrs-AG und der Busbetrieb Länstrafiken im mittelschwedischen Örebro. (zp) Neues Türantriebssystem Außenschwingtür für einen Überlandbus Quelle: Bode
