eJournals Internationales Verkehrswesen 64/1

Internationales Verkehrswesen
iv
0020-9511
expert verlag Tübingen
10.24053/IV-2012-0012
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2012
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Elektroautos im Carsharing

11
2012
Steffen Barthel
Elektroautos verheißen eine saubere Art der Fortbewegung. Doch auf der Straße sind sie bislang kaum zu sehen. Das liegt zum einen daran, dass erst seit kurzem die ersten Fahrzeuge in größeren Stückzahlen verfügbar sind. Zum anderen weisen rein batteriebetriebene Elektroautos (Battery Electric Vehicles) gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch zahlreiche Nachteile auf, die Zweifel an ihrer Alltagstauglichkeit wecken.
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MoBIlItÄt E-Carsharing Internationales Verkehrswesen (64) 1 | 2012 38 Elektroautos im Carsharing Elektroautos verheißen eine saubere Art der Fortbewegung. Doch auf der Straße sind sie bislang kaum zu sehen. Das liegt zum einen daran, dass erst seit kurzem die ersten Fahrzeuge in größeren Stückzahlen verfügbar sind. Zum anderen weisen rein batteriebetriebene Elektroautos (Battery Electric Vehicles) gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch zahlreiche Nachteile auf, die Zweifel an ihrer Alltagstauglichkeit wecken. Foto: Daimler E in wesentliches Hindernis für die massenhafte Verbreitung von Elektrofahrzeugen ist ihr Preis. Da schon allein die Batterie zwei Drittel der gesamten Fahrzeugkosten ausmacht, kosten Elektroautos oft ein Mehrfaches vergleichbarer Fahrzeuge mit Verbren- Der Autor: Stefen Barthel nungsmotor. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Batterie steht die eingeschränkte Reichweite von meist zwischen 100 und 200 km, die bei winterlichen Temperaturen wegen erheblicher Kapazitätsverluste der Batterie weiter eingeschränkt wird. Auch eine eingeschaltete Heizung oder Klimaanlage gehen zu Lasten der Reichweite. Als weitere Hindernisse bei der Alltagstauglichkeit gelten die mehrstündige Ladezeit und der Mangel an Ladeinfrastruktur im öfentlichen Raum. Dennoch hat die Bundesregierung die Marke von 1-Mio. Elektrofahrzeugen als Ziel bis 2020 ausgegeben. Eine andere Entwicklung auf dem Gebiet der Mobilität verläuft deutlich dynamischer, gerät aber erst langsam ins öfentliche Blickfeld. Gemeint ist Carsharing, das ein lexibles Mobilitätsverhalten ohne Autobesitz ermöglicht und so die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel begünstigt. Jedes Jahr gewinnt das professionell betriebene Carsharing neue Nutzer im zweistelligen Prozentbereich dazu. Anfang 2011 verzeichneten die 128 Carsharinganbieter, die insbesondere in den Großstädten präsent sind, in Deutschland bereits 190 000 Kunden. Zusätzlich zu den schon lange aktiven Carsharingunternehmen planen fast alle deutschen Autohersteller, ein entsprechendes Angebot aufbzw. auszubauen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt car2go von Daimler. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die abnehmende Bedeutung des Autobesitzes, vor allem bei jungen Menschen. Gefragt sind vielmehr pragmatische Mobilitätslösungen, die eine lexible Nutzung der gerade passenden Verkehrsmittel erlauben. Die Verknüpfung von Carsharing und Elektromobilität eröfnet hierbei die Chance auf ein im doppelten Sinne eizientes urbanes Mobilitätsangebot, das eine ganze Reihe möglicher Vorteile bietet, auch wenn die Umsetzung derzeit noch mit Risiken verbunden ist. Warum e-autos im Carsharing? Wegen der genannten Nachteile von Elektrofahrzeugen eignen sich diese besonders Internationales Verkehrswesen (64) 1 | 2012 39 für professionell betriebene Flotten, wie beispielsweise beim Carsharing, bei denen die Nutzungsintensität in der Regel deutlich höher ist als bei Pkw in Privatbesitz. Da der Strom für die Batteriefahrzeuge wesentlich preiswerter ist als die Kraftstofe für Verbrennungsmotoren, trägt eine hohe Fahrleistung zu einer günstigeren Gesamtrechnung über den Lebenszyklus eines Elektroautos bei. So steigt der Anteil der bei BEVs niedrigeren variablen Kosten. Außerdem stellt beim Einsatz in „gemischten“ Flotten die beschränkte Reichweite kein Problem dar, weil die Fahrzeuge gezielt für solche Strecken genutzt werden, für die die begrenzte Batteriekapazität ausreichend ist. Auch die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten gestaltet sich in Carsharinglotten einfacher als beim urbanen Privatnutzer, da Carsharingstationen mit ihren festen Standorten gute Voraussetzungen für die Errichtung der Ladeinfrastruktur bieten. Trotz dieser lottenspeziischen Vorteile ist der Einstieg in die Elektromobilität auch für Carsharingunternehmen mit verschiedenen Risiken behaftet. So führen lange Ladezeiten und mögliche Ausfälle im Winter zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit, was sich sowohl auf die Wirtschaftlichkeit als auch die Kundenakzeptanz negativ auswirkt. Zudem kann eine aggressive Fahrweise zu schweren Schäden und Ausfällen bei den Fahrzeugen führen. Nicht zuletzt bergen die neue Technik und ungewohnte Handgrife - z. B. für das Auladen - das Risiko, Altkunden abzuschrecken. Doch auch, wenn die Risiken groß sind und die hohen Anschafungskosten nicht einmal durch eine intensive Nutzung kompensiert werden können, so kann zumindest eine Ergänzung der Fahrzeuglotten von Carsharingorganisationen um Elektroautos unter Berücksichtigung der positiven Gesamtefekte für das Unternehmen lohnenswert sein. So erzeugen die Medienpräsenz, aber auch die Präsenz auf den Straßen durch Fahrzeuge und Ladevorrichtungen viel Aufmerksamkeit und erhöhen die Wahrnehmung für Carsharing im Allgemeinen und das jeweilige Unternehmen im Besonderen. Elektroautos vermitteln ein umweltfreundliches Image, das durch deren Geräuscharmut noch unterstrichen wird. Im Zusammenspiel dieses positiven Erscheinungsbildes mit einem neuen - und aufgrund des vom Start weg vollen Drehmoments durchaus positiven - Fahrgefühl bieten BEVs einen echten Marketingvorsprung. Auch wenn bisherige Carsharingkunden der neuen Technik gegenüber oftmals zurückhaltend sind, weist vieles darauf hin, dass mit ihr neue, technikaine Kundenschichten erschlossen werden können. So bietet Carsharing die Möglichkeit, ein Elektroauto ausprobieren zu können, ohne dieses kaufen zu müssen. Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass Elektroautos von Kunden mit entsprechender Erfahrung durchaus positiv eingeschätzt werden, woraus sich ein Potenzial zur Kundenbindung ergibt. Darüber hinaus machen der erhöhte Aufmerksamkeitswert und das positive Image das Angebot attraktiver für eine Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren, wie beispielsweise anderen Mobilitätsdienstleistern oder mit Energieversorgern, welche die Ladeinfrastruktur und den Strom zur Verfügung stellen. Damit kann der Einstieg von Carsharingunternehmen in die Elektromobilität nicht nur zur Gewinnung potenzieller Kooperationspartner beitragen sondern auch die Kundenreichweite ihres Angebotes erhöhen. Gerade wegen der begrenzten Reichweite sind Elektroautos prädestiniert für eine Integration in bestehende Netze des öfentlichen Verkehrs. Auf diese Weise ergänzen sich ÖPNV, Carsharing oder auch Mietfahrräder als Teil integrierter, intermodaler Verkehrslösungen. Die positiven Umweltauswirkungen und die gute Eignung für vernetzte Mobilitätskonzepte bieten Carsharingunternehmen mit Elektroautos auch gute Argumente, um gegenüber politischen Akteuren für mehr Unterstützung - z. B. bei der Bereitstellung von Parkraum - zu werben. Unterstützung durch Informations- und Kommunikationstechnologien Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) kommen bei der Verbindung von Carsharing und Elektromobilität eine zentrale Bedeutung zu. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Ladevorgang leisten IKT wichtige Dienste. Hier können sie durch den Abgleich der Ladezeiten mit den Buchungsanforderungen Ausfallzeiten verringern und damit die Verfügbarkeit der Fahrzeuge erhöhen. Auch zur Koordination zwischen Fahrzeug und Stromnetz, z. B. bei zeitlich variablen Strompreisen oder gar bei der Rückspeisung von Energie ins Netz (Vehicle-to-grid), können sie Unterstützung leisten. Zudem sind IKT zur Integration der elektrischen Carsharingautos in vernetzte Mobilitätskonzepte hilfreich. So könnte eine elektronische Mobilitätskarte den Zugang zum ÖPNV, Carsharing und beispielsweise Mietfahrrädern ermöglichen. Auf online-Mobilitätsportalen, die auch unterwegs mit dem Smartphone abrubar sind, erfährt der Nutzer, welches der Verkehrsmittel für ihn am günstigsten ist und wo er dieses indet. Den Carsharingunternehmen ermöglichen IKT unter anderem die Kontrolle der Fahrweise ihrer Kunden, um Schäden an den Batterien zu vermeiden. Auch im Carsharing ohne Elektroautos werden IKT schon intensiv genutzt, wo sie den Kunden zur Buchung oder zur Ortung der Fahrzeuge dienen. Doch die Efekte der Informations- und Kommunikationstechnologien reichen über deren technische Funktionen hinaus. So begünstigt ihr Einsatz auch das Erreichen jüngerer Zielgruppen, die besonders IKT-ain sind. Internationale Beispiele Auch wenn bei car2go in Stuttgart demnächst 500 elektrisch angetriebene Smart eingesetzt werden sollen, so ist man in anderen europäischen Städten mit diesem Abb. 1: Entwicklung der Carsharing-Nutzung in Deutschland Quelle: Bundesverband CarSharing MoBIlItÄt E-Carsharing Internationales Verkehrswesen (64) 1 | 2012 40 Seit über 60 Jahren die Kompetenz für die maritime Wirtschaft Jetzt 10 Ausgaben gratis : 040/ 23714-260  DVV Media Group GmbH www.thb.info/ abo/ 10gratis DVV Media Group Aus erster Hand: Exklusive Berichte aus der maritimen Wirtschaft. Topaktuell: 5x wöchentlich bereits morgens über alles Wichtige informiert. Spezialseiten informieren zu Themen wie z.B. Frachtabschlüsse oder Schiffsverkäufe. THB-Ticker: Ihr zuverlässiger Fahrplan für die norddeutschen Häfen. 15 Sonderbeilagen zu hochrelevanten Themen. Montag, 30. März 2009 C 6612 | 62. Jahrgang Nr. 62 www.thb.info Wichtige Impulse für die maritime Zukunft 6. Nationale Konferenz gestern in Rostock eröffnet - Heute sieben Workshops zur weiteren Entwicklung der Branche „Es ist unser Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit in den Bereichen Schiffbau, Seeschifffahrt und Hafenwirtschaft zu verbessern.“ Das erklärte gestern Abend Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg bei der Eröffnung der 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock. Ziel sei die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland, betonte der Politiker vor namhaften Persönlichkeiten der maritimen Wirtschaft. Unter den Gästen: Dagmar Wöhrl, Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling sowie Vertreter des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), vom Verband Deutscher Reeder (VDR), vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), der deutschen Marine und der IG Metall Küste. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums ist die 6. Nationale Maritime Konferenz das herausragende maritime Ereignis in Deutschland in diesem Jahr. Im Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Gewerkschaften, Politik und Administration aus Bund und Ländern werden die Herausforderungen und Wege zur Zukunftssicherung der maritimen Wirtschaft Deutschlands beraten. Die Konferenz wird heute in sieben Workshops konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten und wichtige Impulse zur weiteren Entwicklung der Branche geben. Überkapazitäten drohen: In den nächsten Jahren werden noch zahlreiche Schiffe abgeliefert Foto: Hasenpusch Seite 2 Bei der Werft TKMS Blohm + Voss Nordseewerke in Emden ist am Freitag das Containerschiff „Frisia Brüssel“ für die Reederei Hartmann, Leer, vom Stapel gelaufen. Der 218 Meter lange und 32 Meter breite Neubau Nr. 558 hat eine Stellplatzkapazität von 3426 TEU. Es ist das dritte Schiff dieses Typs; die ersten beiden, „Primavera“ („CSAV Rungue“, Baunummer 556) und „Quadriga“ („CSAV Romeral“, Baunummer 557), waren für die Reederei Martime, Elsfleth, gebaut worden. Hartmann erhält vom gleichen Typ noch die Baunummer 559. Die Emder Werft mit 1400 Mitarbeitern hat im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise zwei Aufträge zum Bau von Containerschiffen verloren. Derzeit wird mit dem Betriebsrat über die Einführung von Kurzarbeit verhandelt. jm Stapellauf bei TKMS Emden Containerschiff für Hartmann ging zu Wasser In Emden ist am Freitag dieser Neubau vom Stapel gelaufen Foto: Mordhorst Der Schiffbau steht nach Einschätzung der IG Metall Küste weltweit vor einer langen Durststrecke. Auf nahezu allen Schifffahrtsmärkten seien enorme Überkapazitäten zu erwarten, erklärte die Gewerkschaft in Hamburg. Auch wenn das Wachstum des Welthandels wieder anziehe, werde es Jahre dauern, bis Angebot und Nachfrage auf den Weltmeeren wieder ins Gleichgewicht geraten, ergab eine Studie der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS). In den nächsten Jahren kommen noch zahlreiche neue Schiffe auf den Markt. So entspreche der Auftragsbestand für Massengutschiffe fast 70 Prozent der fahrenden Flotte, bei Containerschiffen sind es 53 Prozent. „In den vergangenen Monaten wurden weltweit fast keine Schiffe bestellt, in Europa gar keine“, so der AgS- Forscher Thorsten Ludwig. Selbst wenn die Containerschifffahrt ab dem kommenden Jahr wieder um fünf Prozent jährlich wachse, seien erst Ende des nächsten Jahrzehnts wieder neue Containerschiffe nötig. Derzeit liegen bereits 484 Containerschiffe (11,3 Prozent der Flotte) mit einer Transportfähigkeit von 1,41 Millionen Standardcontainern (TEU) still. „Wir halten das für eine strukturelle Krise“, sagte IG-Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau. Die Reeder sprechen dageben bislang nur von einer vorübergehenden Delle. Die IG Metall fordert zur 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock von Werften und Zulieferern die Entwicklung umweltgerechter Schiffe. „Unsere Werften müssen besser statt billiger werden“, so Blankau. Die Gewerkschafterin verlangt eine Ausweitung entsprechender Förderprogramme. „Wir brauchen Anreize, damit sich Werften, Reeder und Zulieferer Gedanken machen.“ Auch unabhängig von der Auftragslage müsse es Zuschüsse für „grüne“ Innovationen geben. FBi/ gi/ jap IG Metall Küste: Schiffbau steht vor langer Durststrecke Umwelttechnik kann Marktnische für Werften erschließen NEUER TUI-KREUZER S. 3 Die „Celebrity Galaxy“ traf bei der Lloyd Werft zum Umbau ein FRACHTABSCHLÜSSE S. 13 Capesize-Bulker-Neubau für 33 000 Dollar pro Tag an Parakou verchartert SHIPINX S. 16 Der Indikator für die Seeverkehrswirtschaft fiel auf 232,45 Punkte SCHIFFSVERKÄUFE Die Teekay-Gruppe trennt sich von zwei erst im Jahr 2005 in Korea gebauten Rohöltankern der Aframax- Klasse. Die „Matterhorn Spirit“ und die „Rainier Spirit“ ( je 114 800 tdw) wurden für zusammen 114 Millionen Dollar an die Reederei Fairsky Shipping & Trading (Athen) veräußert. Seite 14 Ich lese den THB... Markus Nölke Managing Director, ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center, Bonn ...weil er immer kompetent und umfassend über die aktuellen Ereignisse der maritimen Wirtschaft informiert. In der Flut an täglichen Nachrichten gibt mir der THB einen schnellen und präzisen Überblick. Konzept schon weiter. In Paris startete mit Autolib’ im Dezember 2011 eine Carsharinglotte, in der an zunächst 250 Standorten ebenso viele Elektroautos verfügbar sein sollen. Es ist geplant, bis zum Jahr 2016 einschließlich der Standorte in Pariser Vororten bis zu 3000 Elektrofahrzeuge im Einsatz zu haben. Die Realisierung erfolgt in Public Private Partnerships, für die sich die Kommunen, die Stadt Paris sowie der Betreiber von Autolib’, Bolloré, zusammengetan haben. Die Bolloré-Gruppe, die mit 60-Mio.-EUR den Hauptteil der Kosten übernimmt, ist ein französischer Mischkonzern, der in Zusammenarbeit mit dem italienischen Karosseriebauer Pininfarina die im Projekt eingesetzten Fahrzeuge des Typs Bluecar produziert. Der wirtschaftliche Break-even soll bei etwa 200 000 Nutzern liegen, ein positives Ergebnis wird frühestens nach sieben Jahren erwartet. Schon bei der Registrierung wird bei Autolib’ auf IKT gesetzt. So soll die Identiizierung per Videokonferenz erfolgen. Bereits etwas länger betreibt Move About in Oslo eine elektrische Carsharinglotte. Dort Stefen Barthel, Dipl.-Ing. Freier Wissenschaftler Studiengang Stadt- und Regionalplanung, Brüssel stefenbarthel@gmx.net Literatur BARTHEL, S. (2011): Elektromobilität im Carsharing - Chancen und Herausforderungen für ein nachhaltiges Mobilitätsmodell aus Sicht der Carsharingorganisationen. Diplomarbeit am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin, Berlin Bundesverband CarSharing (2010): Aktueller Stand des Car- Sharing in Europa. Endbericht D 2.4 Arbeitspaket 2, momo Car-Sharing CANZLER, W.; KNIE, A. (2009): E-Mobility - Chance für intermodale Verkehrsangebote und für eine automobile Abrüstung. In: UfU Themen und Informationen, Heft 66, 2/ 2009, S.3-11 POINGT, M.-H. (2010): Le Paris Autolib’. In: Ville Rail & Transports, 12/ 2010, S.24-29 http: / / www.autolib.eu http: / / www.moveabout.ne hat das Unternehmen inzwischen mehr als 50 Elektromobile im Einsatz. Die Carsharingorganisation setzt fast ausschließlich Elektroautos des Typs „Think City“ ein - ein Kleinstwagen mit zwei Sitzen des norwegischen Herstellers Think Global. Ein wichtiger Projektpartner ist der Ökostromerzeuger Statkraft, der den Strom aus erneuerbaren Quellen für das Projekt bereitstellt und durch Werbung auf den Fahrzeugen maßgeblich zum Umsatz von Move About beiträgt. Das besondere sowohl bei Autolib’ als auch bei Move About ist, dass die Flotten vollständig aus Elektroautos bestehen, was das Geschäftsrisiko generell deutlich erhöht. Beide Modelle basieren auf Kooperationen mit inanzstarken Partnern, die jeweils ein Interesse an Elektromobilität haben. Da für die Fahrzeughersteller Elektromobile im Carsharing für das Marketing und als Testfahrten bestens geeignet sind und Energieversorger auf neue Absatzmärkte und später auch Speichermöglichkeiten durch Vehicleto-grid hofen können, ist mit einem weiter zunehmenden Engagement beider Akteure in entsprechenden Geschäftsmodellen zu rechnen. Fazit Der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Carsharing bietet sowohl unter dem Aspekt einer nachhaltigen Mobilität als auch aus Sicht der Carsharingunternehmen interessante Möglichkeiten. Der Erfolg dieses Modells ist jedoch abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Ausrichtung und dem Geschäftsmodell des Unternehmens oder der verfügbaren Ressourcen und möglicher Kooperationen. Diese Faktoren be- Abb. 2: Mit einer Karte alle Verkehrsmittel nutzen Foto: InnoZ / Deutsche Bahn stimmen auch darüber, ob es sinnvoll ist, Elektroautos nur als Ergänzung der Flotte einzusetzen oder ob diese vollständig aus elektrischen Fahrzeugen bestehen soll. Nicht zuletzt die politischen Rahmenbedingungen haben Einluss darauf, ob BEVs für Carsharingunternehmen attraktiv sind und inwieweit sich mögliche Risiken kompensieren lassen. So wäre die Förderung der Elektromobilität über Privilegien, z. B. beim Parken, aber auch über Subventionierung aus Eizienz- und Nachhaltigkeitsgründen für integrierte Konzepte zu bevorzugen, da sonst eine Zementierung veralteter Verkehrskonzepte mit lediglich neuen Antrieben erfolgt. ɷ