Internationales Verkehrswesen
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0020-9511
expert verlag Tübingen
10.24053/IV-2012-0122
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Automatisches Parken an Flughäfen
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Frido Stutz
Parkplätze sind Mangelware. Besonders an Plätzen mit großem Verkehrsaufkommen, beispielsweise Flughäfen, kommt es zu Engpässen. Häuig wird der Raum in den vorhandenen Parkhäusern nicht optimal genutzt. Eine neue Technologie kann Abhilfe schaffen.
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INFRASTRUKTUR Parksysteme Internationales Verkehrswesen (64) 5 | 2012 44 Bis zu 200 zusätzliche Autos lassen sich im Hohlraum einer Spiralrampe unterbringen. Graik: Skyline Parking AG Automatisches Parken an Flughäfen Parkplätze sind Mangelware. Besonders an Plätzen mit großem Verkehrsaufkommen, beispielsweise Flughäfen, kommt es zu Engpässen. Häuig wird der Raum in den vorhandenen Parkhäusern nicht optimal genutzt. Eine neue Technologie kann Abhilfe schafen. B ei vielen - vor allem an Flughäfen bereits existierenden konventionellen Parkhäusern - verschwenden Auf- und Abfahrtrampen, Manövrierlächen, Treppen, Notausgänge etc. wertvollen Raum. Der umbaute Raum pro Auto beträgt bei herkömmlichen Anlagen rund 100 m 3 , obwohl ein Auto nur etwa 20 m 3 - also ein Fünftel dieses Volumens - benötigt. Somit wird insgesamt 80 % des Raumes verschwendet, der für das eigentliche Parken benötigt werden könnte. Nicht so bei automatischen Anlagen: Hier werden für das Befördern der Fahrzeuge mechanische Geräte verwendet; auf Rampen, Treppen, Notausgänge, Personenlifte, Beleuchtung und Lüftung etc. kann weitgehend verzichtet werden. Spiralrampen verschwenden Parkraum Auf- und Abfahrrampen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Aus Sicht des Autofahrers sind Spiralrampen die wohl beliebtesten - einmal das Steuer einschlagen und in einigen Runden ist man auf der entsprechenden Etage angelangt. Aus Sicht des Parkhausbesitzers und -betreibers sieht das allerdings anders aus: Die Spiralrampen rauben wertvollen Raum, auf dem Autos abgestellt werden könnten (vgl. Abbildung). Die Zylinder im Kern von Parkhäusern mit spiralförmigen Aufahrtsrampen weisen meist einen Durchmesser von etwa 20 m und mehr auf; ihr Innenraum mit rund 14 m Durchmesser bleibt meist ungenutzt. In einem Parkhaus mit zehn Etagen sind somit rund 6000 m 3 des Raumes leerstehend und dies in einer Zeit, wo jedes zusätzlich geparkte Auto zur Proitabilität eines Parkhauses beiträgt. Die Schweizer Firma Skyline Parking AG, spezialisiert auf fortschrittliche automatische Parking-Systeme mit hoher Stelldichte und schnellen Fördermitteln, hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Räume zu nutzen. Dazu wurde eine Technologie entwickelt, mit der die Hohlräume im Zentrum von Spiralrampen mit zusätzlichen Parkplätzen ausgerüstet werden können (vgl. Abbildung). Mit dieser Technologie lassen sich pro Deck bis zu neun zusätzliche Autos lagern, in einem Parkhaus mit zehn bis zwölf Etagen inden somit 15 bis 20 solcher Decks, also bis zu 180 Autos Platz. Der Benutzer fährt auf der untersten oder obersten Ebene in eine Einfahrtbox, zieht die Handbremse an, steigt aus und bestätigt der Fördermaschine, dass diese sein Fahrzeug einparken kann. Von dort wird das Auto auf einem Förderband auf die Liftplattform verschoben und macht die Einfahrtbox für den nächsten Kunden frei. Während dieser mit seinem Auto einfährt, wird das andere Fahrzeug in wenigen Sekunden auf eine der freien Stellplatten befördert. Beim Ausparken erfolgt dies in umgekehrter Reihenfolge. Der Fahrer steckt das Ticket oder die Kreditkarte in den Zahlungsautomaten (oder gibt den Code ein) und sein Fahrzeug wird in Abfahrtrichtung in die Übernahmebox gestellt. erhöhung der Parkplätze bis zu 15 % Da Computer und Maschine dem Benutzer das Suchen eines freien Parkplatzes und das Manövrieren abnehmen, sind diese automatischen „Rampen-Parkplätze“ die bevorzugten Plätze im Parkhaus. Weil in einem bestehenden Parkhaus nebst diesen Parkplätzen noch viele andere zur Verfügung stehen, ist es kein Problem, wenn ein großer Ansturm die Förderleistung des Systems auf die Probe stellt. Die Installation der Technik erfolgt ohne wesentliche Einschränkung des täglichen Parkhausbetriebes und benötigt nur wenig Zeit. Da in bereits existierenden Parkhäusern die Bezahlungs- und Zutrittssysteme schon vorhanden sind und die bestehende Baustatik genutzt werden kann, ergibt sich mit dieser Technik ein wirtschaftliches Add-on; mit geringen Investitionen, ohne zusätzliche Gebäude bzw. Grundstücke lässt sich die Anzahl der Parkplätze um bis zu 15 % erhöhen, was sich auf die Proitabilität eines Parkhauses deutlich positiv auswirkt. ■ Frido Stutz Vorstandsvorsitzender Skyline Parking AG, Winterthur (Schweiz) f.stutz@skyline-parking.com Der Autor: Frido Stutz
