eJournals Internationales Verkehrswesen 70/4

Internationales Verkehrswesen
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0020-9511
expert verlag Tübingen
10.24053/IV-2018-0083
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2018
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Smart City Logistics - Ein Besuch in Schanghai

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2018
Christopher W.  Stoller
Wanggen Wan
Schanghai ist die größte Wirtschaftsmetropole in der Volksrepublik China. Ihr schneller Aufstieg als postindustrielle Megacity führt zu grundlegenden Veränderungen in ihrer urbanen Wirtschaft. Schanghai kommt dabei eine Hauptrolle beim Wachstum der gesamtchinesischen Ökonomie zu. Dieser Beitrag beleuchtet die Entwicklung Schanghais aus einem logistischen Blickwinkel. Er zeigt die Herausforderungen auf, die Schanghai meistern muss, um Menschen und Unternehmen intelligent zu versorgen.
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Internationales Verkehrswesen (70) 4 | 2018 30 LOGISTIK China Smart City Logistics - Ein-Besuch in Schanghai City-Logistik, Smart City, Megacity, E-Commerce Schanghai ist die größte Wirtschaftsmetropole in der Volksrepublik China. Ihr schneller Aufstieg als postindustrielle Megacity führt zu grundlegenden Veränderungen in ihrer urbanen Wirtschaft. Schanghai kommt dabei eine Hauptrolle beim Wachstum der gesamtchinesischen Ökonomie zu. Dieser Beitrag beleuchtet die Entwicklung Schanghais aus einem logistischen Blickwinkel. Er zeigt die Herausforderungen auf, die Schanghai meistern muss, um Menschen und Unternehmen intelligent zu versorgen. Christopher W. Stoller, Wanggen Wan D ie Dynamik des Wandels in China ist besonders deutlich in Schanghai nachzuvollziehen. Die Stadt am Yangtse Flussdelta ist nicht nur „heiß“ wegen ihrer wohligen und saunagleichen Wärme, sondern Beweis einer rapiden urbanen Entwicklung während der letzten Jahrzehnte. „3C-Community, Convenience, and Competitiveness“ wird diese von den Einwohnern beschrieben. Vielleicht ist sie deshalb auch die wohl am meisten untersuchte globale City. 1 Sie liegt im Osten Asiens im nördlichen Mündungsgebiet des Yangtse Flusses und an der Westküste des Pazifiks. Schanghai verfügt über ein ausuferndes Transportnetz, große Flächen im Hinterland und eine überlegende geografische Lage. Mehr als 80 % der Produktion verbleiben in anderen Teilen Chinas. 2 Der Grad der Urbanisierung im Yangtse Flussdelta ist der höchste in Gesamtchina. Benachbarte Provinzen wollen mit neuen städtischen Raumkonzepten Paroli bieten, indem sie städteverbindende und regionale Transportsysteme und andere Infrastrukturprojekte nach vorne treiben. Genau wie die große „Stadtprovinz“ Schanghai wollen sie Smart-City-Konzepte umsetzen, die Güte und Effizienz städtischer Planung verbessern und die Städte lebenswerter machen. 3 Schanghai: Maß aller chinesischen Dinge? ! Um Bevölkerung und Industrie intelligent zu versorgen, kommt der Logistik und Infrastruktur eine bedeutende Rolle zu. Generell wird mit einem Anstieg der Bevölkerung und Ausweitung von Produktionsstätten, Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen der Transport zu und von den Verbrauchsstätten immer wichtiger. Raumkonzepte hierfür müssen Transporte von Umschlagsplätzen und Distributionszentren zu lokalen Märkten, Supermärkten, Shopping Malls und Fabriken genauso behandeln wie die innerstädtische Verteilung an Privathaushalte. Mit immer kleineren Sendungsgrößen verschwindet die sonstige Unterscheidung zwischen Geschäfts- und Privatkunden. Zudem stellt sich in der innerstädtischen Belieferung das „Just-in-time“-Problem. Zustellungen werden zeitkritischer, sie müssen möglichst schnell angeliefert werden und erhöhen so die Anforderungen an die Auslieferung und das Transportnetz. Gerade in Metropolen wie Schanghai stellt sich noch die Verkehrsbelastung. Millionen PKWs und LKWs treffen auf Millionen Fahrrad- und Elektroroller, oftmals als Lieferfahrzeuge eingesetzt - ein wohl geordnetes Chaos im öffentlichen Raum. Letztlich gilt es, die Abgase und sonstigen Emission durch Verkehr und Industrie in den Griff zu bekommen. Dieser Beitrag wird sich der Herausforderungen und Lösungen annehmen und versuchen, die von den Verantwortlichen bereitgestellten Konzepte zu analysieren. Die Untersuchung soll vor dem Hintergrund der City-Logistik erfolgen - eigentlich ein schon in die Jahre gekommener Teilaspekt der Logistik, der im Zuge moderner Smart-City-Ansätze in den letzten Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit findet, besonders in China. China mit seiner Landflucht, gesellschaftlichen Struktur und seiner Technologiegläubigkeit hat vielleicht Antworten gefunden, die in Europa Beachtung finden können. Bild 1: Umweltverträgliche Entsorgungslogistik in Schanghai Foto: Stoller Internationales Verkehrswesen (70) 4 | 2018 31 China LOGISTIK Wie macht man City-Logistik smart? Das Thema City-Logistik kam in den 1990er Jahren in den wissenschaftlichen Fokus. 4 Unter City-Logistik wird die Ver- und Entsorgung von innerstädtischen Räumen durch vernetzte Transport- und Logistiksysteme verstanden. Hiervon erhofft man sich die Entlastung der Infrastruktur bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit. 5 Hinsichtlich der Organisation werden verschiedene Aspekte der Innenstadtbelieferung angeführt. So stellt man die Ver- und Entsorgung unter Berücksichtigung von Luft-, Lärm- und anderen Belastungen sowie den Zusammenhalt mit anderen Verkehrsakteuren 6 , die Kooperation in der Verteilung 7 oder intelligente Ökosystemen als Organisation der City-Logistik 8 in den Vordergrund (Bild 1). Neuerdings werden zudem noch Aspekte intelligenter Transportsysteme bzw. bestimmter Bündelungsstufen 9 oder der Einsatz von Elektromobilität 10 im Kontext der Innenstadtbelieferung beleuchtet 11 . Aufgrund der Bevölkerungsexplosion, Landflucht und der sich entwickelnden Wirtschaft sind Asien und China in den Fokus geraten. 12 Smart City ist ebenfalls in den 1990er Jahren thematisiert worden. 13 Grundsätzlich werden unter Smart City Ansätze verstanden, Kommunen mithilfe neuer Technologien, wie dem Internet der Dinge 14 , zu modernisieren und lebenswerter zu gestalten. Dies soll durch nachhaltigere Nutzung von Ressourcen geschehen, u. a. bei der Mobilität dadurch, dass Verkehrsflüsse durch intelligente Systeme aufeinander abgestimmt werden, Haushalte bedarfsgerecht gesteuert werden oder Dienste digitalisiert genutzt werden können. 15 Was ein Konzept smart macht, ist allerdings keiner objektiven Beurteilung zugänglich. So wird smart als einem Netzwerk zugehörend oder als weiche Infrastruktur gesehen, beispielsweise als Grad der Zugangsfähigkeit nach Verkehrsträger oder als die Länge des ÖPNV- Netzes, verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt per Einwohner einer Stadt. 16 Im Unterschied zu Europa, wo es um die Weiterentwicklung städtischer Strukturen geht 17 , steht in China der Neubau ganzer Städte im Vordergrund. Für die weitergehende Analyse wird das Smarte in City-Logistik verstanden als die intelligente, weil nachhaltige und technologiegesteuerte Verteilung und Entsorgung von Gütern an und von Konsumstellen im urbanen Raum. 18 Das Verständnis einer Smart City-Logistik ist interessant für eine Reihe von Akteuren. Speditionen und Paketdienste bzw. die Empfänger von Waren haben ein Interesse an Kosten- und Zeitersparnis und flexiblen Anlieferzeiten sowie an der Verringerung der An- und Abfahrten und dadurch weniger Lärm- und Luftbelastung. Die Kommune bzw. ihre Bewohner sind an letztgenannten interessiert. Der Versender will vor allem Kosten und Zeit sparen, ist vielleicht um eine saubere Ökobilanz aus Reputationsgründen bemüht. Bestandsaufnahme Rahmenbedingungen Dass der Logistik eine elementare Rolle in der Entwicklung einer Volkswirtschaft zukommt, hat die chinesische Regierung schon früh erkannt. In den 40 Jahren seit der Öffnung Chinas ist das Verkehrs- und Transportwesen mittlerweile auf einem hohen Stand. Aufbauend auf dem 12. Fünfjahresplan (2011 bis 2015) konnte mit dem „Logistikindustrie-Entwicklungsprogramm (2014 bis 2020)“ ein spezielles Instrument bereitgestellt werden. Zwischenergebnisse flossen in den aktuellen 13. Fünfjahresplan (2016 bis 2020) ein: Unabdingbar für eine landesweit effiziente Logistik sei letztendlich eine funktionierende Infrastruktur. Es existieren jeweils fünf (vertikale) Verkehrskorridore in Nord-Südbzw. West-Ost-Richtung (horizontal), die das Land über jeweilige Knotenpunkte verbindet. 19 Mit 136 500-km ist das Autobahnnetz das weltweit größte. Das Schienennetz umfasst 127 000 km und ist damit das zweitgrößte. In Bezug auf das Hochgeschwindigkeitsschienennetz ist man mit 25 000 km die Nummer 1. Wasserstraßen kommen auf 127 000 km Länge. China verfügt über 229 Flughäfen. Somit kommt China absolut betrachtet auf die vorderen Ränge. Es gibt dennoch logistische Unzulänglichkeiten, insbesondere in der Qualität logistischer Dienstleistungen. 20 Im aktuellen Logistics Performance Index der Weltbank liegt China auf Platz 27. 21 Die Stadtprovinz Schanghai hat eine Bevölkerung von 24,2 Mio. Einwohnern, was einem Anteil von 5,71 % der 1,38271 Mrd. Einwohner Gesamtchinas entspricht. 22 Insgesamt wohnen 87,90 % im innerstädtischen Gebiet der Stadtprovinz, verglichen mit 57,35 % der gesamtchinesischen Einwohnerdichte. Damit ist sie die dichtbewohnteste Provinz. Die 8,127 Mio. Haushalte haben mit durchschnittlich 2,47 Personen pro Haushalt den niedrigsten Wert landesweit. Dies muss natürlich Auswirkungen auf Versorgung der Bevölkerung haben. Betrachtet man den Individualverkehr, so fällt auf, dass im innerstädtischen Gebiet 30,3 % der Haushalte über einen PKW, 3,6 % über ein Motorrad sowie 56,5 % über einen Elektroroller verfügen. Im Umland sind dies 21,0 % (PKW), 9,6 % (Motorrad) und 138,9 % (Elektroroller). Die unterschiedlichen Zahlen lassen sich mit dem gut funktionierenden öffentlichen Personen- und Nahverkehr erklären. Untergrundbahn, Stadtbusse und Taxis zählen hierzu. Die Feinstaubbelastung ist mit 59- µ g/ m 3 (PM10) bzw. 45 µ g/ m 3 (PM2,5) für China relativ gering - obwohl im Vergleich beispielsweise mit deutschen Werten von 35- µ g/ m 3 (PM10) bzw. 18 µ g/ m 3 (PM2,5) 23 am Stuttgarter Neckartor sehr hoch. Vielleicht sind die Werte in Schanghai das Ergebnis einer radikalen Verbannung alter PKW, die seit August 2015 in Kraft ist. 56 800 PKW wurden aus dem Verkehr gezogen, darunter 41500 Fahrzeuge mit gelber Umweltplakette. Für Diesel-LKW, die unter der Abgasnorm China III laufen, sind die Betriebsstunden innerhalb der mittleren Ringstraße ab dem 1. November auf 1 : 00 bis 6 : 00 Uhr nachts beschränkt worden. 24 Insgesamt haben 3814 Großhandelsunternehmen sowie 107 Einzelhandelsunternehmen mit einem Umsatz mehr als 100-Mio. RMB mit insgesamt 18211 Filialen ihren Sitz in Schanghai. In einer von Mobiltelefonen und Internet geprägten Gesellschaft erzielte der Online-Einzelhandel einen Umsatz in Höhe von 510,73 Mrd. RMB in Schanghai. Es sind 3354 private und 680 staatliche Fertigungsbetriebe mit einem Umsatz mehr als 20 Mio. RMB in der Metropole registriert. In der Schanghaier Logistik- und Transportbranche arbeiten mehr als 500 000 Menschen (Spedition: 72 452; Lagerung: 28 385; Schiene: 40 590; Straße: 196 395; Wasser: 53 610; Luft: 83 947, Öl-/ Gas-Pipeline: 3148 Pipeline; Post 31 065). Davon fast die Hälfte in der Freihandelszone. Die Branche konnte, gemessen in 100- Mio.-Frachttonnen-Kilometern, bewegen: Schiene (10,21), Straße (281,98) und Wasser (19 025,58). Für den Straßentransport sind Schwer-LKW (102 900), Mittelschwer-LKW (46 800) und Klein-LKW (68 800) täglich im Einsatz. Aufgrund der Luftverschmutzung drängen mehr elektrifizierte Transportfahrzeuge auf den lokalen Markt: JAC Shuailing i5 und i3; Liuzhou Motor Chenglong L2, oder der SAIC Maxus EV80. Interessanterweise ist das Schanghaier Straßennetz mit 5129 km das viertkleinste China. Zum Vergleich: Tibet hat das kleinste Straßennetz mit 1149 km. Stadtplanung Schanghai hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die eine intelligente Ver- und Entsorgung der Metropole ermöglichen. Ein großes Augenmerk wird zwar dem ÖPNV gewidmet, aber auch die Straßenplanung Internationales Verkehrswesen (70) 4 | 2018 32 LOGISTIK China weist Besonderheiten auf. So gibt es Viadukte, doppel- und mehrstöckige Straßen, die teilweise noch überbrückt sind (Bild 2). Lieferverkehr ist nur auf der Grundstraße erlaubt. Lieferzeiten sind zeitlich begrenzt von 7: 00 Uhr bis 20: 00 Uhr für nicht-lokale LKW (Bild 3). Weiterhin wird Wert gelegt auf die Nutzung anderer Verkehrsträger. Für kurze Fahrzeiten empfiehlt sich der Gebrauch von Elektrorollern. Spezielle Straßenfahrbahnsegmente, physisch abgetrennt vom Rest der Fahrbahn, ermöglichen einen geschützten und reibungslosen Transport kleinerer Güter. Der Zustelldienst JD.COM des gleichnamigen E-Commerce-Anbieters verfügt über eine eigene Flotte von Paketzustellern mit Elektroroller. Eine auf die lokalen wirtschaftlichen Bedürfnisse abgestimmte Stadtplanung, die Wohnbebauung in der Nähe von Dienstleistungszentren zulässt, verringert Fahrzeiten der arbeitenden Bevölkerung. 25 Gleichzeitig werden Anfahrzeiten von Bringdiensten minimiert. Der Hongqiao Central Business District (Bild 4), ein Retortenstadtteil nahe dem (Fracht-) Flughafen Hongqiao und dem Bahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge, ist nur einer dieser Citycluster. 26 Hier werden dedizierte Be- und Entladezonen bereitgestellt. Zufahrten sind separat geregelt. Darüber hinaus verfügt Schanghai mit seiner Freihandelszone über ein Logistik- und Transportzentrum für Luft-, See-, Schienen- und Straßenfracht, das den Güterumschlag durch direkte Shuttle- oder Milk-run-Verkehre zwischen den Umschlagspunkten auf dem 120 km 2 -Gelände erlaubt. 27 So werden innerstädtische Transportwege, Fahrtenanzahl und Wartezeiten an außerhalb gelegenen Umschlagslägern vermieden. Technologie-Netzwerke Neue Ansätze geht der Internet-Konzern Alibaba Group Holding. 28 Über die Provinzgrenzen Schanghais plant man mit einem ihrer Tochterunternehmen Cainiao Network Technology. Gegründet 2013, dient Cainiao als eine technologiebasierte Franchise-Plattform, die 3 Mio. Paketzusteller mit einer Paketdepotfläche von insgesamt 30 Mio. m 2 verbindet. So wird die Zustellzeitdauer von vier auf zwei Tage, perspektivisch 24 Stunden, reduziert. Gleichzeitig wolle man in neue Antriebstechnologien bei den Zustellfahrzeugen investieren. Einen ähnlichen Weg geht das Unternehmen Juma Logistics. 29 Das 2011 gegründete Unternehmen stellt geschultes Fahrerpersonal und Klein-LKW als Teil- oder Gesamtlösung langfristig oder nur für spezielle innerstädtische Fahrten zur Verfügung. In 137 Niederlassungen in 67 Städten ist man bereits mit einer Flotte von mehr als 10 000 Fahrzeugen vertreten. Zu den Kunden gehören die Internetgiganten Alibaba und JD. COM, aber auch angestammte Versender, wie Walmart. Mittelfristig plane man den Ersatz der LKW-Fahrer durch autonom fahrende Klein-LKW, die über ein Transportmanagementsystem miteinander vernetzt sind. Ausblick Diese Bestandsaufnahme zeigt, dass die Metropole Schanghai besonders aus logistischen Gesichtspunkten interessant ist. Natürlich hat Schanghai mit seinen Flug- und Seehäfen eine gesamtchinesische Bedeutung, doch ist es gerade seine City-Logistik die das Leben mit erleichtert. Ob Elektroroller, Viadukte oder autonom fahrende LKW, sie alle sorgen dafür, dass die Ziele der City-Logistik in einer intelligenten Art und Weise erreicht werden. So können denn selbstbeschäftigte Zusteller, die einzelnen öffentlichen Einrichtungen, Händler und Produktionsunternehmen sowie Anwohner gemeinsam von den Errungenschaften einer modernen Verteilungslogistik profitieren. Einige europäische Megacities, die ei- Bild 1: Knotenpunkt der Hochautobahn im Stadtzentrum Foto: Mätes II/ Wikimedia Bild 2: Zufahrtsbeschränkungen in der Innenstadt Schanghais Foto: Stoller Internationales Verkehrswesen (70) 4 | 2018 33 China LOGISTIK nen ähnlichen rasanten Aufstieg hinter sich haben, wie Istanbul oder Moskau, können sicherlich einige Lehren aus dem Osten Asiens ziehen. Angesichts der Größe und Konzentration der logistischen Infrastruktur wird man sicherlich keine Parallelen für Deutschland ziehen können. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die chinesischen Internetkonzerne logistisch aufstellen. Ihre Versuche, Logistikkompetenz zu erwerben und für sich nützlich zu machen, sind vielseitig. Ob es ein „Copy & paste“ dieser Bestrebungen in Richtung Europa geben wird, kann man heute noch nicht beurteilen. ■ 1 So die Einschätzung von Chen (2009), S. vii 2 Vgl. Wang (2013), S. 183. 3 Weitere „Stadtprovinzen“ sind Beijing, Tianjin und Chongqing. Sie unterliegen der Direktverwaltung der chinesischen Zentralregierung. Zudem gibt es 27 Provinzen, die nach ihrer geografischen Ausrichtung unterschieden werden. Östliche Provinzen und „Stadtprovinzen“ genießen regulatorische Vorzüge. Vgl. Li/ Wei (2010), S. 305. 4 Vgl. etwa Ogden (1992). 5 Vgl. nur Gablers Wirtschaftslexikon (2018a). 6 Vgl. Wittenbrink (1993). 7 Vgl. Kaupp (1997); Pletscher u. a. (2016). 8 Vgl. Zygiaris (2013); Taniguchi (2014); Bektas u. a. (2015). 9 Vgl. Cranic u. a. (2009). 10 Vgl. Clausen / Schaumann (2012). 11 Ein Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung findet sich bei Erd (2015) und Ma (2014). 12 Vgl. Herzog u. a. (2013) und Ma (2014) am Beispiel des chinesischen Chengdu. 13 Eine Literaturübersicht findet sich bei Cocchia (2017). 14 Vgl. Jin u. a. (2014). 15 Vgl. Gablers Wirtschaftslexikon (2018b); Panuccio u. a. (2015). 16 Vgl. Caragliu u. a. (2011), die europäische Städte auf ihre Eigenschaft als Smart City untersucht haben. 17 Vgl. hierzu die Plattform Smart City der TU Berlin (2014). 18 Vgl. auch Dörr u. a. (2017), die den Begriff Smart City Supply verwenden. 19 Vgl. China Daily (2018a). 20 So das Ergebnis einer Umfrage von AT Kearney. Vgl. AT Kearney (2010), S. 4. 21 Vgl. Arvis u. a. (2018), S. x. 22 Zu den folgenden Angaben für 2016 vgl. National Bureau of Statistics of China (2018). 23 Vgl. Umweltbundesamt (2018a, b) für den Zeitraum 2017. 24 Vgl. o. V. (2018). 25 Vgl. Wang/ Ducruet (2012), S. 68. 26 Vgl. http: / / en.shhqcbd.gov.cn/ index.html 27 Vgl. http: / / en.shftz.gov.cn/ 28 Vgl. China Daily (2018b). 29 Vgl. China Daily (2018c). LITERATUR Arvis, Jean-François u. a. (2018): Connecting to Compete 2018 - Trade Logistics in the Global Economy Bektas, Tolga u. a. (2015): From Managing Urban Freight to Smart City Logistics Networks, in: in: CIRRELT-2015-17, Centre interuniversitaire de recherche sur les reseaux d‘entreprise, la logistique et le transport Caragliu, Andrea u. a. (2011): Smart Cities in Europe, in: Journal of Urban Technology (Vol. 18, Issue 2), S. 65-82 Chen, Xiangmeng (2009): Preface, in: Chen, Xiangmeng (Hrsg.), Shanghai Rising: State Power and Local Transformations in a Global Megacity, S. vii-ix China Daily (2018a): 40 years since reform and opening-up: Changes in transportation (http: / / www.chinadaily.com.cn/ a/ 201809/ 12/ WS5bac7a1aa310eff30327fd29.html, abgerufen am 27.09.2018) China Daily (2018b). 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Stoller, Prof. Prof. h.c. Dr. Steinbeis-Transferzentrum „Internationales Transportwesen“, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach stoller@dhbw-loerrach.de Wanggen Wan, Prof. Dr. Institute of Smart City, Shanghai University, Shanghai wanwg@staff.shu.edu.cn Bild 3: Hongqiao Central Business District in Schanghai Quelle: http: / / en.shhqcbd.gov.cn