eJournals Internationales Verkehrswesen 73/1

Internationales Verkehrswesen
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0020-9511
expert verlag Tübingen
10.24053/IV-2021-0020
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Im Internet der Dinge immer richtig verbunden

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Iris Quirin
Warenverfolgung, Überwachung der Lieferkette oder Flottenmanagement: Das Internet of Things (IoT) bietet Logistikern zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Damit ein IoT-Projekt bestmöglich funktioniert, braucht es die richtige Übertragungstechnologie. All-in-One-Tarife bieten Lösungen für alle Anforderungen und einen schnellen Einstieg ins IoT.
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Internationales Verkehrswesen (73) 1 | 2021 82 TECHNOLOGIE Internet of Things Im Internet der Dinge immer richtig verbunden Mit Komplettpaketen erhalten Logistiker die passende Funktechnologie für jede IoT-Anwendung Logistik, LTE-M, NB-IoT, 5G, Tracking, Sensor Warenverfolgung, Überwachung der Lieferkette oder Flottenmanagement: Das Internet of Things (IoT) bietet Logistikern zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Damit ein IoT-Projekt bestmöglich funktioniert, braucht es die richtige Übertragungstechnologie. All-in-One-Tarife bieten Lösungen für alle Anforderungen und einen schnellen Einstieg ins IoT. Iris Quirin B ei minus 70 °C muss einer der heiß ersehnten Covid-19-Impfstoffe gelagert und transportiert werden. Wie lässt sich die Kühlkette über lange Transportwege verlässlich kontrollieren? Ein typischer Fall für das Internet of Things (IoT). Dabei werden Sensoren an der hochsensiblen Fracht befestigt, die ständig die Temperatur erfassen und sie in Echtzeit via Mobilfunk an den Logistiker übermitteln. Laut Marktforschungsunternehmen Gartner sind in diesem Jahr weltweit über 20,4 Milliarden Geräte, Maschinen und Anlagen an das IoT angebunden. In nahezu allen Bereichen und Branchen finden sich entsprechende Anwendungen, einer Studie des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens PAC zufolge die meisten davon in der Logistik. Mit Hilfe von IoT-Lösungen verfolgen Logistiker den Weg der Waren von der Produktionshalle bis in den Supermarkt, überwachen die Temperatur von sensiblen Gütern oder managen ihre Flotten, lasten sie besser aus, steuern sie aus der Ferne und vermeiden Leerfahrten. Konnektivität entscheidet über IoT-Erfolg Entscheidend für den Erfolg der jeweiligen Anwendung ist die passende Konnektivität. Fotos: Telekom Internationales Verkehrswesen (73) 1 | 2021 83 Internet of Things TECHNOLOGIE Denn nur, wenn die Daten im IoT zuverlässig übertragen werden, wissen die Flottenmanager zu jeder Zeit, wo und in welchem Zustand sich Fahrzeuge und Waren befinden. Mit der zunehmenden Anzahl an Applikationen, die mit dem Internet kommunizieren, wächst daher die Bedeutung der Funktechnologien. Welche Technologie eignet sich am besten für welche IoT-Lösung? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: dem Einsatzbereich, den Sicherheitsanforderungen, der Übertragungsgeschwindigkeit und dem Standort der vernetzen Maschinen, Produkte und Sensoren. Bislang basierten viele IoT-Anwendungen auf dem herkömmlichen Mobilfunknetz (2G/ 3G/ LTE). Sie benötigen jedoch viel Energie. In zahlreichen Gebäuden - vor allem in Kellern mit dicken Wänden - gibt es Funklöcher, so dass die Anwendungen nicht reibungslos laufen. Außerdem sind die benötigten Funkmodule auf Smartphone- Anforderungen ausgelegt und für viele IoT- Massenanwendungen schlichtweg zu teuer. NB-IoT für kleine Datenmengen Aber die Mobilfunkanbieter haben auch spezifische Lösungen parat. Mit der Funktechnologie Narrowband-IoT (NB-IoT) etwa lässt sich der Verkehr in Städten besser steuern, indem Ampeln und Staumelder Signale aussenden und Navigationsgeräte im Auto bei viel Verkehr automatisch neue Routen berechnen können. Ein weiterer Anwendungsbereich ist „intelligente“ Abfallwirtschaft, wie sie bereits in einigen Städten erprobt wird: Mit Sensoren ausgestattete Mülltonnen und Glascontainer melden automatisch ihren Füllstand und werden erst geleert, wenn sie wirklich voll sind. Das spart Zeit und Wege. Aber nicht nur das. Will ein Logistiker zum Beispiel nur seine Waren in einem riesigen Hochregallager genau nachverfolgen, ist diese NB-IoT-Lösung mit hoher Reichweite, hoher Gebäudedurchdringung und besonders geringem Stromverbrauch ebenfalls die richtige Lösung. Da sich die Funkmodule bei diesem Szenario auf wenige Funktionen beschränken, ist die NB-IoT-Technologie besonders stromsparend und preisgünstig. Sie eignet sich auch dann, wenn kleine Datenpakete in großen Zeitabständen übertragen werden, etwa beim Tracking von Waren. Höhere Datenraten mit LTE-M Wenn Waren und Fahrzeuge in Echtzeit verfolgt werden sollen, muss NB-IoT jedoch passen. Für diese Anwendung ist LTE-M (Long Term Evolution for Machine Type Communication) die richtige Übertragungstechnologie. Wie NB-IoT wurde LTE- M speziell für die IoT-Konnektivität entwickelt, liefert allerdings höhere Datenraten bei geringerer Latenz, also kürzerer Reaktionszeit. Befindet sich ein LTE-M-Gerät etwa beim Smart Tracking sensibler Fracht in einem Fahrzeug und durchquert mehrere Mobilfunkzellen, erhält das Gerät die Verbindung aufrecht - ähnlich wie ein Mobiltelefon. Bei NB-IoT ist ein solcher Wechsel zwischen Mobilfunkzellen nicht möglich, das Gerät muss bei Erreichen eines neuen Funksignals immer eine neue Verbindung aufbauen. Mitarbeiter beispielsweise in der Logistikdisposition haben mit LTE-M die Routen immer im Blick und können die Einsätze der Fahrzeuge effektiver planen. Das ist relevant, wenn Routen laufend optimiert werden sollen. Denn nur wenn die Disponenten einen Überblick über die aktuellen Routen haben, können sie Fahrer und Wegstrecken effizient steuern. Das funktioniert dank Roaming auch grenzüberschreitend. Noch schneller und verlässlicher kommunizieren Geräte und Maschinen künftig mit 5G untereinander. Der neueste Funkstandard ist dank seiner geringen Latenz besonders gut für kritische Anwendungen geeignet, beispielsweise für Roboterfahrzeuge in der Logistik, intelligente Container, die Lieferkettenüberwachung oder Platooning. Darunter versteht man das spritsparende, gesteuerte Kolonnen-Fahren von LKWs. Produktionsunternehmen nutzen die schnelle Funktechnik bereits für autonome Fahrzeuge in Campus-Netzen, einem Mix aus privater und öffentlicher Funknetz- Infrastruktur auf ihrem Betriebsgelände. All-in-One-Lösung als schneller Einstieg Bei diesen vielen Möglichkeiten fällt die Entscheidung, welche Technologie für welche Anwendung die beste ist, nicht immer leicht. Wer sichergehen möchte, dass Netztechnologie und IoT-Einsatzgebiet zusammenpassen, kann eine All-in-One-Lösung für sein IoT-Projekt wählen. Ob sensordatenbasierte Überwachung von Gebäuden, zentrale Steuerung interner Prozesse, Fernüberwachung und -wartung von Geräten, Maschinen und Anlagen oder die Ortung und Rückverfolgung von Waren und Gütern: Für jede Anwendung gibt es mittlerweile den passenden Datentarif, der auch vorkonfigurierte SIM-Karten beinhaltet. Sie lassen sich einfach in die zu vernetzenden Geräte einbauen. Zum Beispiel bietet die Telekom mit Business Smart Connect All-inclusive-Tarife für den schnellen Start von IoT-Projekten. IoT-Lösungsanbieter wählen dazu online das passende Netz und buchen direkt die Konnektivität für ihre Lösung. Über ein Webportal haben sie immer alle Verbindungen, Vertragsdaten und Volumina im Blick. Einige Hersteller integrieren inzwischen die Funktionen der SIM-Karte direkt in den Kommunikationschip des Modems. Diese Variante ist kostengünstiger und verbraucht weniger Strom. Integrierte SIM-Karten sind vor allem für Systeme interessant, die mit nur einer Batterie mehrere Jahre auskommen sollen, etwa Parksensoren, smarte Abfallbehälter oder Tracker für die Überwachung sensibler Fracht - wie den Corona- Impfstoff. ■ Iris Quirin, Freie Fachjournalistin, Hamburg info@iris-quirin.de