Internationales Verkehrswesen
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expert verlag Tübingen
10.24053/IV-78-0011
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„easyConnect“ in der Euregio Maas-Rhein: Mit Account-Based Ticketing zu nahtloser Mobilität über Landesgrenzen
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Dominik Elsmann
Zwei Länder, eine Fahrt, eine App, ein Preis: Zwischen Köln Hauptbahnhof und Maastricht können Fahrgäste im Nahverkehr mit der naveo App modernes E-Ticketing nutzen und damit ohne Tarif- und Technikbrüche grenzüberschreitend reisen. easyConnect heißt das System, das der Aachener Verkehrsverbund (AVV) im Rahmen der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW und mit Partnern auf niederländischer Seite 2022 an den Start gebracht hat und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Es verknüpft die länderspezifischen Ticketsysteme ohne Anpassung bestehender Tarifstrukturen und erprobt die Umsetzung grenzüberschreitender Prinzipien des Account Based Ticketings (ABT). Damit eröffnen sich echte Chancen für einen interoperablen Nahverkehr in Europa.
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tet, die den Fahrgästen jegliches Tarifwissen abnimmt und somit nahtlose und möglichst einfache Mobilität über Landesgrenzen hinweg ermöglicht. Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) setzt im Rahmen der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW und mit Partnern auf niederländischer Seite ein Pilotsystem um, das länderspezifischeTicketsysteme ohne Medienbrüche verknüpft. Das Projekt zeigt den Weg zu skalierbaren, europaweit anschlussfähigen Ticketing-Lösungen und einem Account Based Ticketing (ABT) mit interoperabler Routing- und Clearing- Logik. I n der Euregio Maas-Rhein leben die Menschen aus drei Ländern zusammen. Pendel- und Freizeitverkehre zwischen Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien sind grenzüberschreitender Alltag, zunehmend auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die grenzenlose Mobilität verlangt im Zeitalter der Digitalisierung allerdings nach immer besseren Serviceleistungen für den Fahrgast, nicht zuletzt beim Ticketing. Seit bald nun dreieinhalb Jahren wird im Rahmen von easyConnect an einer durchgängigen app-basierten Ticketlösung für den Nahverkehr in einer europäischen Grenzregion gearbei- „easyConnect“ in der Euregio Maas-Rhein: Mit Account-Based Ticketing zu nahtloser Mobilität über Landesgrenzen E-Ticketing, AVV, NRW, Tarife, ÖPNV, Europa Zwei Länder, eine Fahrt, eine App, ein Preis: Zwischen Köln Hauptbahnhof und Maastricht können Fahrgäste im Nahverkehr mit der naveo App modernes E-Ticketing nutzen und damit ohne Tarif- und Technikbrüche grenzüberschreitend reisen. easyConnect heißt das System, das der Aachener Verkehrsverbund (AVV) im Rahmen der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW und mit Partnern auf niederländischer Seite 2022 an den Start gebracht hat und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Es verknüpft die länderspezifischen Ticketsysteme ohne Anpassung bestehender Tarifstrukturen und erprobt die Umsetzung grenzüberschreitender Prinzipien des Account Based Ticketings (ABT). Damit eröffnen sich echte Chancen für einen interoperablen Nahverkehr in Europa. Dominik Elsmann 52 Internationales Verkehrswesen (78) 1 | 2026 DOI: 10.24053/ IV-78-0011 Ländern berechnet und die Fahrtpreise für die abschließende Rechnungsstellung einfach addiert werden. Allerdings fokussierte sich die erste Projektphase von easyConnect noch auf das durchgängige Ticketing für zwei Länder in einer App, das zunächst auf der Regionalexpresslinie RE 18 zwischen Aachen und Maastricht erprobt wurde. Auf dieser Verbindung konnten die Fahrgäste auf deutscher Seite über die naveo App des AVV ein durchgängiges, preiswertes Flatrate-Ticket lösen, sie erhielten einen personalisierten, geschützten Barcode und damit eine sichere Fahrkarte direkt auf ihre Smartphones. Für niederländische Kunden war dies umgekehrt mit der Funktion Swipe in der Glimble App möglich. Somit wurden grenzüberschreitende Fahrten für Fahrgäste in der von Ihnen genutzten App möglich - ohne die Notwendigkeit sich mit der Frage auseinandersetzen zu müssen, welche App oder welches Ticket für die Fahrt jenseits der Grenze erforderlich ist. Ziel dieser Startphase war es, die Funktionsfähigkeit des aufgebauten und nun grenzüberschreitend nutzbaren technischen Set-ups zu erproben und reibungslose Abläufe zu erwirken: Webshop ͢ Ticket kaufen ͢ Barcode erhalten ͢ losfahren. Das hatte zwar noch keinen großen, außenwirksamen Innovationscharakter, war aber für die technische Weiterentwicklung hinsichtlich Datenübertragung zwischen der niederländischen und deutschen Seite sowie die Ausarbeitung des Interoperabilitätsnetzwerks enorm wichtig. Auf diese Weise konnte verifiziert werden, dass Daten aus deutschen Vertriebssystemen im niederländischen Backend empfangen werden können und umgekehrt. Projektphase 2: Grenzüberschreitendes Check-in / Check-out Die zweite Projektphase von easyConnect, gestartet im Sommer 2024, stellt einen enormen Entwicklungssprung dar. Zum einen wurde der Testkorridor auf den Raum Köln - Maastricht erweitert. easyConnect kann nun in allen Nahverkehrszügen zwischen Köln Hauptbahnhof, Aachen und Die Herausforderung: zwei Tarifsysteme Schon im Jahr 2017 startete der AVV mit dem EU-geförderten Forschungsprojekt European Travellers Club (ETC) ein erstes Projekt zum ID-Ticketing zwischen Aachen und Maastricht. Damals noch mit Chipkarte, testeten 500 Fahrgäste bei regelmäßigen Fahrten zwischen Aachen und der niederländischen Provinz Limburg eine variable Nutzung ihres jeweils gewohnten Tickets über die Grenze hinweg. Im Raum stand die grundlegende Frage, wie man Ticketing grenzüberschreitend denken und umsetzen kann. Denn weder lassen sich nationale Nahverkehrstarife harmonisieren noch technische Ticketlösungen vereinheitlichen. Das ETC-Projekt ermöglichte wichtige Testläufe für ein Interoperabilitätsnetzwerk, das der Komplexität und den enormen Unterschieden der länderspezifischen Tarif- und Ticketsysteme gerecht wird und eine Anschlussfähigkeit erlaubt. Darauf setzte easyConnect mit dem Ziel einer smartphonebasierten Lösung auf. Projektphase 1: Aufbau der Interoperabilitätsinfrastruktur Die Zusammenführung der Tarif- und Ticketsysteme - ein abstandsabhängiger Tarif in den Niederlanden und ein nach Tarifzonen definierter Festpreis-Tarif auf deutscher Seite - blieb eine enorme Herausforderung vor der ersten Pilotphase von easyConnect im September 2022. Der Durchbruch gelang ein Jahr zuvor, nachdem im Dezember 2021 eezy.nrw, der elektronische Nahverkehrstarif für Nordrhein-Westfalen, an den Start ging. Damit stand auf deutscher Seite erstmals ein fahrtbasierter, abstandsabhängiger Tarif zur Verfügung, wie ihn die Niederlande schon jahrelang im Einsatz hatten. Es war nicht mehr notwendig, neue grenzüberschreitende Zonen zu erfinden oder Gültigkeitsbereiche für die Preisberechnung zu definieren. Beide Tarife - eezy.nrw als Luftlinientarif und der OV-Chipkaart-Tarif als Fahrpreisberechnung nach Streckenkilometern in den Niederlanden - lassen sich systemisch verknüpfen; die Fahrten können nach Kilometern in beiden Bild 1: easyConnect realisiert eine durchgängige app-basierte Ticketlösung für die Euregio Maas-Rhein, zwischen Nordrhein- Westfalen und den Niederlanden, perspektivisch auch Belgien: ein Pilotprojekt für den ÖPNV in europäischen Grenzregionen. Foto: AVV / Smilla Dankert Bild 2: Zwei Länder, eine Fahrt, eine App, ein Preis: easyConnect macht grenzüberschreitendes Reisen ohne Tarif- und Technikbrüche möglich. Das System wurde zunächst in den Nahverkehrsbahnen zwischen Köln, Aachen und Maastricht pilotiert. Grafik: ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW / Quelle: AVV 53 Internationales Verkehrswesen (78) 1 |2026 Account-Based Ticketing MOBILITÄT DOI: 10.24053/ IV-78-0011 Nahverkehrstarif und eben keinen internationalen Tarif, der mit Zuschlägen versehen ist. Auf deutscher oder besser auf nordrhein-westfälischer Seite erfolgt die Preisberechnung über CiBo NRW, das landesweite digitale Hintergrundsystem für den elektronischen Nahverkehrstarif eezy.nrw. CiBo NRW stellt die notwendige technische Grundlage für das flächendeckende automatisierte Ticketing dar und erlaubt eine simple Darstellung der komplexen Technik im Hintergrund; dabei soll in Zukunft ein automatisiertes „Be-out“ den aktuell noch aktiv durch den Fahrgast vorzunehmenden Check-out ersetzen. Synchron zum landesweiten Roll-out und zum Ausbau von CiBo NRW erprobt easyConnect die Umsetzung grenzüberschreitender Prinzipien des Account Based Ticketings (ABT). Durch die enge Verknüpfung mit den tariflichen und technischen Entwicklungen auf Landesebene und die Zusammenarbeit in der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW bleibt easyConnect keine Insellösung für die Euregio Maas-Rhein. Vielmehr zahlt das Projekt auf die Entwicklung kompatibler, nutzerorientierter Ticketing-Lösungen sowie einer einheitlichen, digitalen Vertriebsinfrastruktur im ÖPNV ein - und zwar mit europäischer Perspektive. Die Funktionalität von easyConnect ist integraler Bestandteil der durch den AVV betriebenen verbundweiten Mobilitätsplattform naveo Core. Das Projekt untermauert den Kerngedanken von naveo, Systeme konsequent aus der Sicht der Fahrgäste zu gestalten und die Mobilitätsbedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei verfolgt easyConnect ebenso wie naveo Core den Anspruch, eine flexible Lösung „aus einer Hand“ bereitzustellen, während die erforderlichen technischen Funktionen durch eine intelligente Vernetzung im Hintergrund realisiert werden. Projektkern von easyConnect ist der Aufbau einer Interoperabilitätsinfrastruktur für grenzüberschreitendes Ticketing. Hierzu zählt auch der Aufbau einer Ticket-Cloud, in der die grenzüberschreitende Fahrtberechtigung zentral abgelegt und zentral geprüft werden kann. Während eezy.nrw und das CiBo-Backend an der Landesgrenze enden und Fahrgäste dort üblicherweise ausgecheckt werden, geht es bei Fahrten mit der naveo App und easyConnect weiter in die Niederlande. In dem aufgebauten ABT-System sind die Tarif- und Kontrollsysteme im Hintergrund zentral verknüpft. Zudem werden in der Pilotphase Barcodes mit Fahrtberechtigungen ausgegeben, die beiderseits der Grenze zu lesen sind. Konsequent weitergedacht, wird das im Pilotbetrieb erprobte System Set-Up von easyConnect zu einem ABT- System, in dem alle relevanten Ticketdaten zentral abgelegt sind. Das bietet für die Zukunft viele Vorteile: Barcodes müssen in ihrer komplexen Struktur nicht mehr ausgelesen und ausgewertet werden. Ticket- und Kundendaten werden accountbasiert im Backend gehalten. Über definierte Schnittstellen können Fahrtberechtigungen in Echtzeit abgefragt und bei Bedarf auch gesperrt werden - und zwar in Deutschland ebenso wie in den Niederlanden. Dieser Systemansatz Maastricht genutzt werden. Innerhalb des AVV funktioniert easyConnect zusätzlich im Vor- und Nachlauf auf den Regionalbahnlinien RB 20, RB 33 und RE 4 sowie in allen Buslinien des Aachener Verkehrsunternehmens ASEAG. Gleichzeitig wurde die Nutzung optimiert, denn die Fahrgäste erhalten kein vorab zu kaufendes Online-Ticket mehr, sondern können über ihre gewohnten Apps - die naveo-App auf deutscher und die Glimble-App auf niederländischer Seite - per Check-in ihre Fahrten starten und per Check-out beenden. Bezahlt wird im Anschluss. Die Preisbildung erfolgt automatisch durch die Kombination der Tarife auf deutscher und niederländischer Seite. Das funktioniert über einen interoperablen Router, der die jeweiligen Fahrtdaten aus Deutschland in die Niederlande sendet und umgekehrt. Datenschutzkonform erfolgt dieser Prozess ausschließlich mit anonymisierten IDs. So werden beide Tarif- und Ticketsysteme in Gänze und für die Fahrgäste ohne jeden Medienbruch verknüpft. Sie checken in Köln oder Aachen ein und in Maastricht wieder aus. Am Ende steht ein Transaktionsdatensatz vom Start zum Ziel. Dieser wird in eine deutsche und eine niederländische Teilfahrt geteilt. Beide Teildatensätze gehen in die reguläre nationale Systemlandschaft, entsprechend werden die Fahrpreise berechnet und anschließend wieder zusammengeführt. Der Grundpreis richtet sich immer nach dem Tarifnetz, in dem der Check-in durchgeführt wird. Dazu addieren sich die Fahrtkosten aus den deutschen und den niederländischen Streckenabschnitten zu einem Gesamtpreis. Durch die Trennung der Preisberechnung auf die jeweiligen Systeme entfällt eine aufwändige Harmonisierung der Tarifstrukturen beider Länder. Somit kommen bereits bestehende Tarife zur Anwendung, deren Anpassung national autonom beschieden werden kann. Dies spart nicht nur Aufwand, sondern schafft auch eine flexible Grundlage, um das System in Zukunft auf weitere Regionen und Länder auszuweiten. Auch für die Fahrgäste ist das bequem und fair. Information, Buchung und Abrechnung erfolgen über ihre App, wodurch Tarif-, aber auch Sprachbarrieren der Vergangenheit angehören. Darüber hinaus zahlen sie immer nur den nationalen Bild 3: Mit easyConnect erfolgt die Preisbildung durch die Kombination der Tarife auf deutscher und niederländischer Seite. Das funktioniert über einen interoperablen Router, der die jeweiligen Fahrtdaten aus Deutschland in die Niederlande sendet und umgekehrt. Grafik: ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW / Quelle: AVV 54 Internationales Verkehrswesen (78) 1 |2026 MOBILITÄT Account-Based Ticketing DOI: 10.24053/ IV-78-0011 sen - und umgekehrt. Für deutsche Fahrgäste sind ab dann grenzüberschreitende Fahrten oder Fahrten im Nachbarland einfach mit dem ihnen bekannten und landesweit in Nutzung befindlichen „eezy“-System möglich. Dafür wird das im Pilotbetrieb erprobte Interoperabilitätsnetzwerk landesweit funktionabel. Dabei stellt sich sodann eine weitere Herausforderung: eine automatisierte Logik für das Clearing der Fahrgeldeinnahmen zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen. Im Pilotbetrieb ist ein recht trivialer bilateraler Abrechnungsprozess noch möglich, sobald das Projektziel erreicht ist jedoch nicht mehr - und schon gar nicht, wenn easyConnect doch einmal über Nordrhein-Westfalen, die Niederlande und Belgien hinauswachsen sollte. Schließlich sind die in easyConnect erprobten Prozesse und erzielten Ergebnisse konzeptionell skalier- und exportierbar - ganz nach dem Motto „grenzenlos reisen“ auch jenseits der Euregio. Grenzenüberschreitende Zusammenarbeit easyConnect ist Teil der Grenzland-Agenda, die 2019 zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden beschlossen wurde. Sie umfasst Projekte und Konzepte, die zu einem besseren täglichen Zusammenleben beitragen und Einschränkungen durch Grenzen auflösen sollen. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung wird easyConnect als weiter zu entwickelnder Ticketingansatz benannt. Für das Projekt arbeitet der AVV in der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW mit Partnern zusammen: Auf deutscher Seite sind dies die Verkehrsunternehmen ASEAG und DB Regio, das Kompetenzcenter Digitalisierung NRW (KCD), der Zweckverband go.Rheinland, der VDV eTicket Service und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Mobilitätspartner aus den Niederlanden sind u.a. die Provinz Limburg, Arriva Nederland sowie das niederländische Verkehrsminsterium. Das Projekt wird nach einem Zuwendungsbescheid des Verkehrsministeriums NRW über 2,23 Millionen Euro sowie von Seiten des niederländischen Verkehrsministeriums gefördert. WEITERFÜHRENDE BEITRÄGE IM INTERNET https: / / avv.de/ de/ ueber-uns/ projekte/ easy-connect https: / / www.mobil.nrw/ verbinden/ blog/ easyconnect-der-weg-hinzu-grenzenloser-mobilitaet.html https: / / digitalemobilitaet.nrw/ die-grenzen-sollen-unsichtbar-werden.html https: / / infoportal.mobil.nrw/ organisation-finanzierung/ grenzueberschreitender-oepnv.html#: ~: text=Derzeit%20gibt%20es%20 in%20NRW,)%20%2D%20Gronau%20%2D%20Burgsteinfurt%20 %2D%20M%C3%BCnster Eingangsabbildung: © Sergey Nivens - stock.adobe.com macht Kontrollen robuster, erhöht die Effizienz in puncto Vertriebsaufwand, erlaubt zudem mehr Flexibilität und ist aus technischer Beobachtung alternativlos, um nahtloses Ticketing anbieten zu können. Phase 3: Skalierung im Rheinland und der Provinz Limburg Derzeit unternehmen die Fahrgäste in der Euregio Maas- Rhein im Durchschnitt rund 200 Fahrten pro Monat mit easy- Connect - Tendenz steigend mit dem Ausbau des Pilotkorridors, der sich noch auf Fahrten im Aachener Grenzland sowie vom Kölner Hauptbahnhof nach Maastricht beschränkt. Eine Fahrt aus der Kölner Südstadt bis Maastricht ist demnach mit easyConnect aktuell noch nicht möglich. Die nächste Projektphase sieht daher eine Skalierung auf die gesamten Verbundgebiete von AVV und VRS (bzw. go.Rheinland) und die niederländische Provinz Limburg vor. In diesem grenzüberschreitenden Verkehrsraum wird easyConnect voraussichtlich ab Herbst 2026 flächendeckend in Bus und Bahn nutzbar sein. Mit der Ausweitung steigt die Zahl an fahrbaren Relationen sprunghaft an, wodurch die Fahrgastzahlen und Anwendungsfälle wachsen werden. Nachdem die Regionalexpresslinie RE 18 als Drei-Länder-Zug bis ins belgische Lüttich verlängert wurde, wird zudem eine weitere Pilotierung über die nächste Landesgrenze geplant. Entsprechende Gespräche mit dem belgischen Verkehrsministerium wurden bereits aufgenommen, wobei zunächst die Einigung auf einen gemeinsamen Barcode-Standard im Raum steht. Hier gilt es für die Zukunft, mit Account Based Ticketing noch einfachere und europaweit ausbaufähige Lösung zu realisieren. Ausblick: Grenzenlos reisen jenseits der Euregio easyConnect arbeitet sich mit dem Ausbau der räumlichen Gültigkeit Schritt für Schritt an diese Lösung heran. Perspektivisch soll es für Fahrgäste in ganz Nordrhein-Westfalen möglich werden, mit ihrer heimischen App in die niederländischen und später auch belgischen Grenzprovinzen zu rei- AUTOR: INNEN Dominik Elsmann, Dr., Aachener Verkehrsverbund (AVV), Leiter der Euregionalen Koordinierungsstelle für alle Belange des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrs Bild 4: In der nächsten Projektphase von easyConnect steht zunächst die Skalierung auf das gesamte Verkehrsgebiet von go.Rheinland und die niederländische Provinz Limburg an. Langfristiges Ziel ist der Roll-out über ganz NRW und die Niederlande. Grafik: ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW / Quelle: AVV 55 Internationales Verkehrswesen (78) 1 |2026 Account-Based Ticketing MOBILITÄT DOI: 10.24053/ IV-78-0011
