eJournals Italienisch46/91

Italienisch
ita
0171-4996
2941-0800
Narr Verlag Tübingen
10.24053/Ital-2024-0015
ita4691/ita4691.pdf1215
2025
4691 Fesenmeier Föcking Krefeld Ott

Martina Eleonora Kollroß: Kartograph der Dispositive. Zur Ethik und Ästhetik des Lebendigen im Werk Italo Calvinos. Berlin / Boston: de Gruyter/ düsseldorf university press 2023, 219 Seiten, € 39,95

1215
2025
Ludger Scherer
ita46910189
Martina Eleonora Kollroß: Kartograph der Dispositive. Zur Ethik und Ästhetik des Lebendigen im Werk Italo Calvinos. Berlin / Boston: de Gruyter/ düsseldorf university press 2023, 219 Seiten, €-39,95 Ludger Scherer Die Düsseldorfer Dissertation von Martina Kollroß, entstanden in binationaler Kooperation mit der Università Roma Tre, verfolgt den „Ansatz, Calvino in einem biopolitischen Paradigma zu lesen“, da die „Frage nach dem Leben im Œuvre Calvinos […] bislang unbearbeitet geblieben“ (1) sei. Der Originaltitel der Arbeit, „Literatur, Ästhetik, Leben: eine bio-poetische Lektüre des Werkes Italo Calvinos. La giornata d’uno scrutatore als Schwellentext“ lässt deutlicher zum Vorschein kommen, dass diese Erzählung aus dem Jahr 1963 im Zentrum der Analysen steht. Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel: Das erste, „Zwischen Bio-Macht und Biopolitik: Calvinos literarisches Modell des Lebens“ (1-9), fungiert als Einleitung in die Fragestellung und den Aufbau der Arbeit und präsentiert gleich zu Beginn die These, dass „Calvinos Figurationen des Lebendigen eine Spannung aufweisen, die zwischen der biopolitischen Einhegung einerseits besteht, in der eine Macht über das Leben herrscht, und der Potentialität und Dynamik ande‐ rerseits, die sich dem als widerständige Bio-Macht entgegensetzt“ (1). Damit sind wichtige Schlagwörter der folgenden Lektüre „als Interdiskursanalyse“ (7) erwähnt und ist auch die „Orientierung an Foucaults Paradigma der Biopolitik“ (4) expliziert; allerdings wird das Vokabular der Akteure (neben Foucault vor allem Agamben, Esposito und Borsò) in diesem „möglichen biopolitical turn“ (5) hier nur angerissen und die Erläuterung des zentralen Titelbegriffs Dispositiv auf das folgende Kapitel relegiert. Das umfangreiche zweite Kapitel, „La giornata d’uno scrutatore - eine biopo‐ litische Lektüre“ (11-100), nimmt den zentralen Primärtext in vier Unterkapiteln in den Blick. Zunächst definiert Kollroß „Bio-Politik“ (11) nach Foucault und DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 1 Der im Folgenden abgedruckte Zusammenhang des Zitats und der Publikationskontext in der Zeitschrift Il Menabò verdeutlichen einerseits den zeitgenössischen Hintergrund, der von Calvinos Auseinandersetzung mit neoavantgardistischen Positionen und litera‐ tursoziologischen Fragen gekennzeichnet ist, und andererseits Calvinos differenzierten und reflektierten Umgang mit Literatur und Kultur, der einseitige Festschreibungen bewusst vermeidet: „Questa letteratura del labirinto gnoseologico-culturale (e quella che ho passato in rassegna nel capitolo precedente, e che possiamo definire del coacervo biologico-esistenziale) ha in sé una doppia possibilità. Da una parte c’è l’attitudine oggi necessaria per affrontare la complessità del reale, rifiutandosi alle visioni semplicistiche che non fanno che confermare le nostre abitudini di rappresentazione del mondo; quello che oggi ci serve è la mappa del labirinto la più particolareggiata possibile. Dall’altra parte c’è il fascino del labirinto in quanto tale, del perdersi nel labirinto, del rappresentare questa assenza di vie d’uscita come vera condizione dell’uomo. Nello sceverare l’uno dall’altro i due atteggiamenti vogliamo porre la nostra attenzione critica, pur tenendo presente che non si possono sempre distinguere con un taglio netto (nella spinta a cercare la via d’uscita c’è sempre anche una parte d’amore per i labirinti in sé; e del gioco di perdersi nei labirinti fa parte anche un certo accanimento a trovare la via d’uscita).“ Italo Calvino: “La sfida al labritino”, Calvino 1999, Tomo primo: 122). referiert auch dessen bekannte Konzeption von Dispositiv als „entschieden heterogene Gesamtheit“ (12) sowie Agambens „entschiedene Erweiterung“ (12) des Begriffs. In seinem Essay La sfida al labirinto (1962) schreibe Calvino der Literatur die Aufgabe zu, „eine möglichst detaillierte Karte der labyrinthischen Wirklichkeit zu entwerfen“ (13), womit der Publikationstitel der Dissertation motiviert wird: „Der Schriftsteller wird dabei in gewisser Weise zu einem Kartographen der Dispositive“ (13). Das besondere Foto Calvinos, das den Einband ziert, erhält dadurch eine programmatische Bedeutung. Eine „mappa del labirinto“ stellt in Calvinos Essay in der Tat eine der beiden Möglichkeiten dar, wie Literatur sich zu einer zunehmend komplexeren Welt verhalten könne, um die titelgebende Herausforderung anzunehmen - der „fascino del labirinto“ kommt bei ihm allerdings ebenso zur Geltung. 1 Das Unterkapitel „2.1 Rezeption, Entstehungsgeschichte, Kontext“ behandelt die „problematische Einordnung“ (16) des Scrutatore, der als „Schwellentext“ (20) im Kontext einer persönlichpoetologischen Krise des Autors die (zeitgenössische) Kritik irritierte. Kollroß liest den Text an dieser Stelle als „Höhepunkt“ und „Radikalisierung“ von Calvinos „Poetik der Alterität“, ja als deren Kipppunkt: „Von den Cosmicomiche an bestimmt das Provisorische, Partikulare, Unproduktive, Unpersönliche Cal‐ vinos Poetik“ (24). Im folgenden Unterkapitel „2.2 Sprache: Mythos, Geschichte, Realismus“ geht es zunächst um den neorealismo, seine „vitalità“ (25) und „Wirk‐ lichkeitsdarstellung“ (29), dann werden unter der Rubrik „Erzählstrategien“ (29) die drei Einheiten, Leitmotive, Fiktionalität, essayistische Elemente und „fakti‐ sche Referenz“ (34) des Scrutatore angesprochen. Daneben zeuge die „ironische Erzählhaltung“ (36) von einer Problematisierung des Realismus als Mythos im DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 190 Ludger Scherer Sinne Roland Barthes’, Calvinos Erzählung sei „nur auf den ersten Blick in einer traditionell realistischen Schreibweise verfasst“ (45). Das Unterkapitel „2.3 Die Mensch-Maschine: Person, Recht, Tier“ behandelt die Person als Dispositiv, Fragen der Gleichheit und des „Wesens menschlichen Lebens“ (46), von Norma‐ lität, Willen und Zufall. Der Paradigmenwechsel um 1800 führe, nach Foucault, zum „Eintritt der Phänomene des Lebendigen in die Geschichte“ und markiere den „Beginn der Biopolitik“ (56). Das letzte Unterkapitel „2.4 Topologie: Stadt, Macht, Schwelle“, das die Turiner Anstalt Cottolengo, Schauplatz des Scrutatore, als „Heterotopie“ (73) im Sinne Foucaults liest, ist nochmals in zwei Abschnitte unterteilt: „2.4.1 Inkludierende Exklusion: eine Stadt in der Stadt“ untersucht, unter Rekurs auf Walter Benjamins Schwellenkunde, Schwellenphänomene im Scrutatore und „biopolitische Mechanismen von Einschluss und Ausschluss“ (78) im Anschluss an Foucaults Folie et déraison, näherhin die Dispositive „Disziplinarorganisation“ und „Sicherheit“ (85) sowie Foucaults „Machttypen“ (88), wobei nach dem Referat einschlägiger Sekundärliteratur die Anwendung auf Calvinos Erzählung erfolgt. Im letzten Abschnitt „2.4.2 Der neue Raum - das Wahllokal“ gehe es um die „produktive Seite der normalisierenden Bio-Macht“ (91), entsprechend um Norm und Anormales, Freiheit, Polizei und Politik (nach Foucault und Rancière). Der Hinweis auf Störungen, die „die Norm in Frage stellen und auf die heterogene Konstellation von Wissen und Leben hinweisen“ (100), leitet am Ende des Kapitels zum folgenden über. Das dritte Kapitel „Ästhetik/ Ethik - Störungen“ (101-155) beschäftigt sich entsprechend in drei Unterkapiteln mit Störungen, nach Waldenfels auch als „Widerfahrnis“ (101) bezeichnet, in den Bereichen Blick, Form und Körper. Das Unterkapitel „3.1 Blickstörung“ nimmt, in engem Anschluss an Waldenfels’ Diktion, den „Horizont“ zwischen „Sichtbarkeit“ und „Unsichtbarkeit“ (101), das Dispositiv Fotografie und den „Blick des Anderen“ (107) in den Blick, an‐ schließend die Form und das „Formlose“ (109) Batailles. „3.2 Monströse Körper“ zeichnet Aspekte des Monströsen nach, unterteilt in den Abschnitt „3.2.1 Der teratologische Diskurs“, der einen historischen Überblick bietet, und „3.2.2 Ge‐ setzesbruch und Differenz“, wo es um Foucaults juristischen Ansatz, die „diskur‐ sive Entwicklung vom Monster zur Anomalie in einem ‚rechtlich-biologischem‘ [sic] Feld“ (122) geht. Anfänglichen Bedenken bezüglich der Übertragbarkeit von Foucaults „diskursiver Formation“ (123) auf die 1950er Jahre in Italien zum Trotz erkennt Kollroß in Calvinos Erzählung Derrida ante litteram am Werke: „Bevor die Dekonstruktion überhaupt geboren wurde, zeigt Calvino im Scrutatore bereits, dass die (menschliche) Form problematisch geworden ist, dass die Formen, die ein dichotomes Weltbild hervorbringt, unhaltbar geworden sind und die Dialektik nicht zur erhofften Synthese führt“ (125). „Beispiele grotesker DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 Martina Eleonora Kollroß: Kartograph der Dispositive 191 Körper“ (131) im Cottolengo, die „Widerständigkeit des Körpers gegenüber dem diskursiven Zugriff “ (134) und die Liebe als „Lebensform“ (135) werden hier ebenso verhandelt wie die „Ethik der unhintergehbaren Relationalität“ (139). Das letzte Unterkapitel „3.3 Potentialität und Relationalität in den Cosmicomi‐ che“ erweitert dann die Primärtextbasis um diese 1965 publizierten Erzählungen, in ihnen entfalte sich der „Möglichkeitsraum“ (144), der im Scrutatore angedeutet wurde. Kollroß sieht eine „radikale Transformation der Poetik Calvinos“ (140) am Werk, den „Übergang von einer modernen Auffassung von Natur und Kultur, Subjekt und Objekt, Mensch und Welt als sich gegenüberstehende Bereiche, die begrifflich gefasst werden, hin zu einer postmodernen, partikularen Sicht auf Dispositive, die Zusammenleben und Wahrnehmungen steuern und in ständiger Veränderung begriffen sind“ (140). Allerdings attestiert sie Calvino lediglich eine „Sensibilität“ (141) für Foucaultsche „Zusammenhänge“, die Calvino noch nicht „vollständig durchschaut“ (141) habe. Die microstorie der Cosmicomiche verwiesen auf Posthumanismus und Hybridität und zeigten eine „Nähe Calvinos zum französischen Epistemologen Georges Canguilhem“ (151). Das vierte Kapitel, „Leben als bio-poetisches Wissen“ (157-185), rekurriert einleitend auf Calvinos Interesse an Kybernetik, das sich deutlich in seinem Vortragstext Cibernetica e fantasmi (1967) und der im gleichen Jahr publizier‐ ten Erzählung La memoria del mondo zeigt, wobei eine „Einordnung von lebendigen Formen in ein binäres Schema […] zwangsweise scheitern“ (161) müsse. Das Unterkapitel „4.1 Literatur und Leben: Bio-Poetik“ greift diesen von Borsò in Abgrenzung von US-amerikanischen „biopoetics“ (163) geprägten Terminus - mit und ohne Bindestrich - auf, der die Möglichkeit eröffne, „die Widerstandskraft und Selbstständigkeit der lebendigen Phänomene gegenüber ihren diskursiven Zugriffen zu stärken und zudem ein Lebenswissen im Sinne Canguilhems […] zum Vorschein zu bringen“ (161). In Calvinos Werken, in diesem Kapitel vor allem dem Essay Il midollo del leone (1955) und den postum publizierten Lezioni americane, zeige sich in dieser Hinsicht eine „zunehmende Auseinandersetzung mit der sinnlichen Wahrnehmung“ (166), der Autor beharre „auf der wechselseitigen Fremdheit zwischen Poesie und Leben“ (164) und der „Idee, dass allein die Literatur bestimmte Dinge lehren kann“ (167). Dieses „spezielle Wissen [sei] nicht mehr biopolitisch reduzierbar“ (169), es ginge darum, es „positiv gewendet und als ‚Lebenswissen‘ bzw. als Wissen des Lebens innerhalb des Horizonts einer Bio-Poetik sichtbar“ (169) zu machen. Um die Erweiterung der Sinneswahrnehmungen über das Sehvermögen hinaus geht es im Unterkapitel „4.2 Weisheit der Literatur: Sapore Sapere“. Die titelgebende Erzählung Calvinos wurde 1982 in einer Zeitschrift und dann postum unter dem bekannteren Titel Sotto il sole giaguaro publiziert, die Lektüre von Kollroß DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 192 Ludger Scherer 2 Calvino: „Colloquio con Ferdinando Camon“ [1973], Calvino 1999, Tomo secondo: 2789. berührt die Aspekte Geschmack, Begehren, Kannibalismus, Lebenswissen und das „Begehren der Literatur nach Wissen und Erkenntnis“ (183). Im fünften Kapitel „Fazit“ (187-193) werden erwartungsgemäß die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und auf diese Weise auch systematisiert. Paratexte wie das „Siglenverzeichnis“, das umfangreiche „Literaturverzeichnis“ (197-214), eine „Danksagung“ sowie ein „Register“ beschließen den Band. Die Dissertation von Martina Kollroß erfüllt alle Erwartungen, die an diese Textsorte heranzutragen sind; sie präsentiert den bekannten Autor Italo Calvino in einem neuen theoretischen Licht und unterzieht die wenigen ausgesuchten Primärwerke gleichzeitig einer genauen Lektüre. Die Masse der aufgefahrenen Sekundärliteratur von der Pariser rive gauche (und der Düsseldorfer rive droite) ist beachtlich und wird ausgiebig zitiert. Die Arbeit liest sich flüssig, sprachlich irritiert nur der verbreitete Gebrauch der Formulierungen „scrutatore Ormea“ (47 u.ö.) oder „Protagonist Ormea“ (65 u.ö.) ohne vorangestellten Artikel. Methodisch ist die enge Anbindung an das Theorie-Set nicht zu kritisieren; die Arbeit gewinnt jedoch an denjenigen Stellen deutlich an Wert und Präzision, an denen die Autorin eigenständiger formuliert. Kollroß liest Calvino stellenweise, wie oben zitiert, als précurseur der Dekonstruktion und ‚noch nicht‘ auf dem Niveau von Foucault, was auf ein teleologisches Geschichtsbild und den Primat aktueller Theorie hindeutet. Insofern inspiriert ihre gute Dissertation zu einer grundsätzlichen Überlegung, die nicht der Verfasserin als Kritik, sondern der Forschung als Anregung zugedacht ist: Wieviel modische Theorie erweist sich im Umgang mit spannenden literarischen Texten als sinnvoll und erkennt‐ nisfördernd? Diese Frage erscheint bei einem Autor wie Italo Calvino umso berechtigter, als dieser sich als eremita a Parigi von den Lautsprechern seiner Zeit fernhielt und als Mitglied von Oulipo (das Kollroß nur am Rande erwähnt) die spielerische Seite der Literatur im Spannungsfeld von liberté und contrainte bevorzugte. Schaut man sich beispielsweise Calvinos wenige Äußerungen zu Foucault an, wird schnell deutlich, dass der italienische Autor sich von Anfang an, bruchlos und bis zum Schluss seine geistige Unabhängigkeit bewahrte, die ihn vor Vereinnahmungen schützen sollte. Seine Sympathie für Oulipo begründete Calvino in einem Interview mit Ferdinando Camon aus dem Jahr 1973 beispielsweise mit dessen autoironischer Einstellung: „Quello che me li rende vicini è il loro rifiuto della gravità, questa gravità che la cultura francese impone dappertutto, anche dove sarebbe necessaria un po’ di autoironia“. 2 Und DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 Martina Eleonora Kollroß: Kartograph der Dispositive 193 3 Diese Formulierung gebraucht Calvino in seinem würdigenden Beitrag „In memoria di Roland Barthes“ [1980], Calvino 1999, Tomo primo: 482. 4 Calvino: Colloquio con Ferdinando Camon [1973], Calvino 1999, Tomo secondo: 2788. seine Distanz zum „cranio calvo di Foucault“ 3 , nicht zufällig stellvertretend für die Pariser Supertheoretiker erwähnt, wird im selben Interview deutlich: „Ancora nei grossi personaggi, in Foucault, il discorso è come un grande spettacolo, una grande acrobazia, e la lettura riserva delle soddisfazioni; ma nella più parte dei casi sembra sempre di leggere la stessa solfa. Certo sarà utile per stabilire un rigore, ma io non sono mai stato capace d’accettare un linguaggio codificato, sento subito il bisogno di romperlo, di dire le cose in un’altra maniera, cioè di dire altre cose.“ 4 Bibliographie Calvino, Italo: „La sfida al labirinto“ [1962]. In: Italo Calvino: Saggi 1945-1985. A cura di Mario Barenghi. Tomo primo. Milano: Mondadori 1999, 105-123. Calvino, Italo: „Colloquio con Ferdinando Camon“ [1973]. In: Italo Calvino: Saggi 1945- 1985. A cura di Mario Barenghi. Tomo secondo. Milano: Mondadori 1999, 2774-2796. Calvino, Italo: „In memoria di Roland Barthes“ [1980]. In: Italo Calvino: Saggi 1945-1985. A cura di Mario Barenghi. Tomo primo. Milano: Mondadori 1999, 481-486. DOI 10.24053/ Ital-2024-0015 194 Ludger Scherer