eJournals Italienisch46/92

Italienisch
ita
0171-4996
2941-0800
Narr Verlag Tübingen
10.24053/Ital-2024-0034
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2026
4692 Fesenmeier Föcking Krefeld Ott

Ein begeisterter Lehrer der italienischen Sprache und Literatur: In Erinnerung an Dr. Norbert Becker (16. August 1930-16. Januar 2026)

0615
2026
Sabine E. Paffenholz
Caroline Lüderssen
ita46920199
Ein begeisterter Lehrer der italienischen Sprache und Literatur: In Erinnerung an Dr. Norbert Becker (16. August 1930-16. Januar 2026) Norbert Becker hat nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern in ganz Deutsch‐ land eine sehr wichtige Rolle für das Italienische gespielt. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Bundesländer, so z. B. Theo Stoltenberg in Nordrhein-Westfalen oder Hannelore Martin in Hessen, hat er dafür gesorgt, dass das Italienische vom „Mauerblümchen“ zu einem festen Bestandteil des Fächerkanons fast aller Bundesländer geworden ist. Generationen von Italienischreferendarinnen und -referendaren wurden von ihm ausgebildet. Wie kaum ein anderer hat er es darüber hinaus verstanden, die zahlreichen Schnitt‐ stellen zwischen Schule, Studienseminar und Universität zu nutzen, zu beleben und ihre Vertreterinnen und Vertreter in einen kontinuierlichen Dialog mitei‐ nander zu bringen. Als unermüdlichem Impulsgeber gelang ihm dies nicht zuletzt durch das Initiieren von Fortbildungsmaßnahmen, wie etwa der zwei Jahre umfassenden Fortbildungsreihe zu Ansätzen eines vernetzten Fremdsprachenunterrichts (klassische und neue Fremdsprachen, dritte Fremdsprachen in Kombination mit den früh einsetzenden Sprachen Englisch, Französisch und Latein sowie dem Fach Deutsch, und Möglichkeiten der fächerverbindenden Zusammenarbeit und der Synergien), die in eine Handreichung des rheinland-pfälzischen Bil‐ dungsministeriums und die Publikation „Vernetzter Sprachunterricht“ (ibidem 2017) mündete. Bis ins hohe Alter engagierte er sich darüber hinaus in Arbeits‐ gruppen, etwa zur Organisation einer Fachtagung für Italienischlehrkräfte aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. 2013 wurde er für seine Verdienste um das Fach Italienisch vom italienischen Staatspräsidenten zum Ufficiale dell’Ordine della Stella d’Italia ernannt. Europäer durch und durch, engagierte er sich während der vielen Jahrzehnte seiner Tätigkeit vor allem dafür, das Bewusstsein für Europa bereits in der Schule zu entwickeln, den Lernenden Europakompetenz und interkulturelle Kompetenz zu vermitteln und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und damit zur Demokratiebildung zu leisten. Immer wieder rückte er ins Bewusstsein, wie wichtig es ist, sich ein objektives Bild zu verschaffen, und wie groß die Bedeutung eines zutreffenden Geschichtsbewusstseins ist, um Populisten keinen Raum zu lassen. Im Interview mit Uwe-Michael Fanio formuliert er eine Zukunftsvision, nämlich „ein europäisches Modell, in dem alle in Frieden mental und wirtschaftlich ohne Grenzen zusammenarbeiten.“ In politisch unsicheren Zeiten ein Erfolgsmodell, das der ganzen Welt eine Lehre sein könnte. DOI 10.24053/ Ital-2024-0034 Mitteilungen 199 Für die Zeitschrift Italienisch war Norbert Becker fast von Anfang an ein überaus geschätzter Autor von zahlreichen Beiträgen und Rezensionen aus dem Bereich der Didaktik des Italienischen, die von profunden Lehrwerkanalysen über bildungspolitische Essays bis zu konkreten Vorschlägen für den Unterricht im Bereich von Grammatik, Landeskunde und Literatur reichten. Darüber hinaus wirkte er als Vermittler und Impulsgeber für neue Themen sowie als Herausgeber von Tagungsakten, Sammelbänden und Editionen für den Unter‐ richt. Die Rubrik „Zur Praxis des Italienischunterrichts“ wurde in diesen Jahren maßgeblich auch dadurch belebt, dass Norbert Becker unermüdlich für das Italienische warb und junge Kolleginnen und Kollegen animierte, mitzumachen und Beiträge einzureichen. Norbert Becker hinterlässt eine große Lücke, als Mensch, kritischer Geist und Lehrender. Sabine E. Paffenholz/ Caroline Lüderssen Beiträge von Norbert Becker in der Zeitschrift Italienisch „Tre canzoni di Angelo Branduardi“ (mit Günter Holtus). 7/ 1982, 52-59. „I cantautori nell’insegnamento: Fabrizio de André“ (mit Günter Holtus). 8/ 1982, 62-72. „Aspetti di una grande città italiana: Milano“ (mit Günter Holtus). 10/ 1983, 58-65. „Aspetti dei massmedia. Dall’immagine al racconto“ (mit Viviana Cessi). I. L’immagine. 17/ 1987, 106-113. II. Il racconto. 20/ 1988, 99-106. „Hörverstehensübungen im Italienischen“, 23/ 1990, 58-62. „Kritische Bemerkungen zu Lehrwerken für den Italienischunterricht“. 26/ 1991, 72-82, 27/ 1992, 78-85, 28/ 1992, 88-98. „Superstizione, credenze popolari e pratiche scaramantiche. Unterrichtsbeispiel aus einem Grundkurs Kl. 12“ (mit Norbert Stöckle). 29/ 1993, 84-90. „Probleme und Lösungsmöglichkeiten beim Übergang vom Lehrwerk zur Behandlung von literarischen Texten im Italienischunterricht“. 32/ 1994, 78-88. „Französisch-italienische Interferenzen und ihrer Behebung“ (mit Norbert Stöckle). 35/ 1996, 76-89. „Leopardi im Italienischunterricht“. 40/ 1998, 112-120. „Werbung im Italienischunterricht“. 47/ 2002, 128-135. „Schulalltag im Italienischunterricht. Bestandsaufnahme und Empfehlungen“. 51/ 2004, 136-140. „Racconti polizieschi - eine im Italienischunterricht vielseitig zu verwendende Text‐ sorte“. 65/ 2011, 112-120. und 28 Rezensionen DOI 10.24053/ Ital-2024-0034 200 Mitteilungen