eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL37/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
pm
2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
10.24053/PM-37-0016
pm371/pm371.pdf0413
2026
371 GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.

Auf ein Wort mit … Julia Schlenker

0413
2026
Martina Preuser
pm3710064
64 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 37. Jahrgang · 01/ 2026 DOI 10.24053/ PM-37-0016 Martina Peuser Wie sind Sie zum Projektmanagement gekommen? In meinem ersten Job durfte ich die Erneuerung einer kompletten IT-Infrastruktur koordinieren- - mein Einstieg ins Projektmanagement. Ich war sofort begeistert und wurde mit Anfang 20 Projektleiterin. Falls Sie keine Projektmanagerin geworden wären-- was stattdessen? Wahrscheinlich etwas zwischen Technik und Mensch, vielleicht Service Managerin? Ich bin dankbar, dass ich früh meine Leidenschaft für Projekte entdeckt habe. Themen wie Leadership, Change und Diversity begleiten mich. Welches Projekt hat Sie besonders geprägt oder war für Sie besonders wichtig? Ein prägendes Projekt war die WLAN-Einführung im Deutschen Bundestag. Jeder Architekt hatte eigene Vorstellungen, z. B. Speziallackierungen für Access Points. Diese Mischung aus Technik, Organisation und individuellen Anforderungen war lehrreich. An welchem Projekt arbeiten Sie gerade? Ich leite die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems. Ziel ist es, Prozesse zu digitalisieren, E-Akten einzuführen und Entscheidungen zu beschleunigen. Gelten in Ihrem Bereich bestimmte Standards und Methoden? In der öffentlichen Verwaltung läuft vieles klassisch über Leistungsverzeichnisse. Neben PSP und PAP nutze ich Kanban, um Aufgaben und Fortschritte transparent zu machen. Das ist für viele neu, funktioniert aber gut. Welche historischen Projekte bewundern Sie am meisten? Mich faszinieren antike Bauwerke wie das älteste Krankenhaus der Welt auf Kos. Sie zeigen, wie nachhaltig frühere Generationen gebaut haben. Was wäre Ihr Traumprojekt? Ich arbeite bereits in Traumprojekten, d. h. an der Digitalisierung. Darüber hinaus reizen mich Vorhaben im Bereich People & Culture. Was zeichnet Sie als Projektmanagerin besonders aus? Optimismus und Offenheit. Wenn etwas nicht läuft, spreche ich das an. Der Mensch steht im Fokus, ob User oder Team. Zuhören und Dialog sind für mich der Schlüssel zum Erfolg. Was motiviert Sie, in Projekten zu arbeiten und Projekte zu leiten? Ich liebe es, wenn Menschen durch digitale Tools Zeit sparen und Freude an neuen Arbeitsweisen entwickeln. Zu sehen, wie aus Skepsis Begeisterung wird, motiviert mich. Welche Tipps haben Sie für den Projektmanagement-Nachwuchs? Traut euch! Lieber einmal zu viel entscheiden als gar nicht. Mut ist entscheidend, um Projekte voranzubringen, auch wenn man mal Gegenwind bekommt. Welche Eigenschaften schätzen Sie an Projektmanager*innen am meisten? Erfahrung und Gelassenheit. Wichtig ist aber offen und flexibel zu bleiben und nicht am Plan zu kleben. Was ist für Sie als Projektmanagerin das größte Glück? Wenn jemand Jahre später sagt: „Es hat Spaß gemacht, mit dir zu arbeiten.“ Das bedeutet mir mehr als jedes erfolgreich eingeführte Tool. Was ist für Sie als Projektmanagerin das größte Unglück? Ein Teammitglied fiel durch schwere Krankheit aus und ich konnte ihm nicht helfen. Das war schwierig für mich. Alles andere lässt sich regeln. Welche Trends sehen Sie im Projektmanagement? KI wird eine große Unterstützung, von der Planung bis zur Dokumentation. Aber der Mensch bleibt entscheidend: Wandel gestalten und Teams mitnehmen sind unsere wichtigsten Aufgaben. Was geben Sie den Lesern mit auf den Weg? Projekte sind zum Machen da. Einfach mal machen, es könnte ja großartig werden-- mit der richtigen Projektleitung sowieso! Auf ein Wort mit-… Julia Schlenker Zur Person | Julia Schlenker hat als IT-Leaderin vielfältige Führungs- und Projekterfahrung gesammelt. Nach ihrer Ausbildung zur Fachinformatikerin und einer Karriere bis zur IT-Leiterin ist sie heute Projektleiterin in Fredersdorf- Vogelsdorf. Prof. Dr. Martina Peuser ist Professorin für Projektmanagement und Organisation. In ihrer Kolumne interviewt sie Praktiker aus dem Projektumfeld zu ihren Erfahrungen und Perspektiven.