Transforming cities
tc
2366-7281
2366-3723
expert verlag Tübingen
10.24053/TC-2016-0037
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2016
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Integriertes Regenwassermanagement für den wassersensiblen Umbau von Städten
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2016
Klaus W. König
tc120065
65 2 · 2016 TR ANSFORMING CITIES FOKUS Fachliteratur „Innerstädtische Quartiere sind aufgrund ihrer hohen Bebauungsdichte sowie ihres hohen Versiegelungsgrades von Starkregenereignissen und daraus resultierenden Überflutungen besonders betroffen. Sie sollten deshalb zukünftig wassersensibel umgebaut werden. Dies bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen der Wasserwirtschaft und der Stadt-, Freiraum- und Verkehrsplanung“, so die Quintessenz von Dr.-Ing. Elke Kruse. Ihre Kurzfassung auf zwei Seiten stellt für die Leser gleich zu Beginn der Lektüre den Zusammenhang her zwischen Klimawandel, Starkregen und Überflutungen einerseits sowie Folgekosten andererseits. Leider nutzen nur wenige Kommunalverwaltungen die anstehende Transformation ihres Entwässerungssystems gleichzeitig als Chance zur Aufwertung bestehender Quartiere. Im Gegensatz dazu, so meint die Autorin, erstellen New York, Rotterdam und Singapur auf gesamtstädtischer Ebene integrierte Konzepte für ihr Regenwassermanagement unter Berücksichtigung des öffentlichen Raumes. Schlüsselbegriffe (Keywords) und ein englisches Abstract zeigen den hohen wissenschaftlichen Anspruch des Buches. Im Vorwort erfährt man einiges zu den Beweggründen und dem Werdegang der Autorin. Elke Kruse ist selbstständige Landschaftsarchitektin und seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut, Hafen City Universität Hamburg (HCU). Sie erhielt als erste das von Hamburg Wasser verliehene Wilhelm-Lindley-Stipendium und nutzte dies als Vorbereitung für ihre Promotion. Zwischenergebnis war 2011 die Publikation „Integriertes Regenwassermanagement großräumig planen, Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten für Hamburg“. Das nun vorliegende Fachbuch gilt weit über Hamburg hinaus. Es gibt den Inhalt der im Oktober 2014 an der HCU vorgelegten Promotion wieder. Die Methodik dieser Analyse und Empfehlung wird im 1. Kapitel auf 25 Seiten der Einführung vermittelt. Ausgangssituation, Thesen sowie Fragen Elke Kruse: Integriertes Regenwassermanagement für den wassersensiblen Umbau von Städten Rezension von Klaus W. König und Ziele der Untersuchung sind dort formuliert, zentrale Begriffe wie „Integriertes Regenwassermanagement“ und „Großräumige Gestaltungsstrategie“ definiert - bevor in Kapitel 2 die Referenzbeispiele New York City, Rotterdam und Singapur vorgestellt werden. Die Autorin fragte jeweils Beteiligte vor Ort: Wer war die treibende Kraft? Wieviel Wagemut steckte in den Pilotprojekten? Wurden Öffentlichkeit und Sicherheitsaspekte einbezogen? Welche ökonomischen Aspekte standen im Vordergrund? Fazit: Die Akteure waren nicht allein auf rein technisch orientierte Lösungen fokussiert, sondern sahen gleichzeitig die gestalterischen Möglichkeiten, die der Umbau bot und haben diese strategisch für ihre Stadt- und Freiraumentwicklung genutzt. Schließlich wird in Kapitel 3 von Elke Kruse geprüft, ob und wie derartige Lösungen auf Hamburg übertragbar sind. In Kapitel 4 folgt eine pragmatische Anleitung für die Wasserwirtschaft sowie die Stadt- und Freiraumplanung anderer Städte. Die erforderlichen Planungsinstrumente werden aufgelistet, das notwendige Vorgehen in einem Katalog mit 13 Arbeitsschritten praxistauglich strukturiert. Bemerkenswert hier sind die 12 Illustrationen - markante Varianten eines isometrisch dargestellten Innenstadtquartiers. Man bekommt beim Betrachten Lust, die Straßenzüge weiterzuziehen und die angedeuteten Ideen fortzuführen. Diese Illustrationen wirken wie Puzzleteile, wie Elemente eines Stadtmodells, mit denen man Zug um Zug den Charakter bestehender Quartiere auswechselt. Sie tragen blaue und grüne Signaturen, passend zu den drei großräumigen Gestaltungsstrategien, die Elke Kruse je nach Standort empfiehlt: Das grüne Netzwerk für Städte, deren Bodenbedingungen eine Versickerung ermöglichen. Das temporäre blaue Netzwerk als Alternative dazu für Städte, deren innere Quartiere keinen Platz für Versickerungsflächen aufweisen oder die über größere, ehemals industriell genutzte Bereiche verfügen. Und das blau-grüne Netzwerk für die Öffnung bisher verrohrter Gewässerabschnitte. www.klauswkoenig.com
