Transforming Cities
tc
2366-7281
2366-3723
expert verlag Tübingen
10.24053/TC-2025-0053
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Gewerbegebiete im Hitzestress
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Kerstin Conradhttps://orcid.org/0009-0006-7935-147X
Lisa Haaghttps://orcid.org/0009-0003-8978-949X
Jost Buscherhttps://orcid.org/0009-0008-0742-7441
Gewerbegebiete sind zentrale Standorte wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit in Kommunen, geraten jedoch durch die Klimakrise zunehmend unter Druck. Besonders Bestandsareale und dort Beschäftigte sind von Hitze betroffen, finden in der kommunalen Hitzevorsorge aber kaum Beachtung. Der Beitrag beleuchtet aktuelle Diskurse zur Klimaanpassung in Gewerbegebieten und stellt eine transformative Forschung vor, die temporäre Begrünung als Ausgangspunkt für eine partizipative Kommunikation mit Beschäftigten nutzt, um neue Wege der klimaresilienten Gestaltung und Sensibilisierung aufzuzeigen.
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Gewerbegebiete im Hitzestress Aktuelle Herausforderungen und Anpassungsstrategien auch aus der Perspektive von Beschäftigten Hitzeinseln, Arbeitsumfeld, Stadtgesundheit, Begrünung, Extremwetterereignisse, Klimaanpassung, Bestandsgebiete Kerstin Conrad, Lisa Haag, Jost Buscher Gewerbegebiete sind zentrale Standorte wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit in Kommunen, geraten jedoch durch die Klimakrise zunehmend unter Druck. Besonders Bestandsareale und dort Beschäftigte sind von Hitze betroffen, finden in der kommunalen Hitzevorsorge aber kaum Beachtung. Der Beitrag beleuchtet aktuelle Diskurse zur Klimaanpassung in Gewerbegebieten und stellt eine transformative Forschung vor, die temporäre Begrünung als Ausgangspunkt für eine partizipative Kommunikation mit Beschäftigten nutzt, um neue Wege der klimaresilienten Gestaltung und Sensibilisierung aufzuzeigen. 1. Klimawandel: Druck auf bestehende Gewerbegebiete Ein Großteil der Wirtschaftsaktivitäten in Deutschland entfällt auf Gewerbegebiete, die mit Arbeitsplatzschaffung und kommunalen (Gewerbe-)Steuereinnahmen verknüpft sind (Beständig, 2015, S. 3). Gleichzeitig gelten viele Gewerbegebiete als ‚vergessene Stadträume‘, die in Forschung und Praxis lange vernachlässigt wurden und vielfältige Problemlagen aufweisen: Dazu zählen Nutzungs- und Nachbarschaftskonflikte, brachliegende Flächen und Leerstände, mangelhafte Infrastrukturen und Verkehrsprobleme ebenso wie eine geringe städtebauliche Qualität (BBSR, 2019, S. 8; BBSR, 2020, S. 73; Schack et al., 2024, S. 133). Insbesondere ihre Sensitivität gegenüber den Folgen des Klimawandels rückt jedoch zunehmend in den Fokus (Abromeit et al., 2021, S. 6). Aufgrund ihrer Lage (Nähe zu Gewässern, Hanglagen etc.) und hoher Versiegelungsgrade sind Gewerbegebiete häufig von Starkregenereignissen und Überflutungen betroffen (Abromeit et al., 2021, S. 10; Beständig, 2015, S. 12). Eine oft dichte Bebauung und fehlende Grünstruk turen begünstigen zudem, dass Gewerbegebiete im Sommer zu regel- 12 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053 haltigen Gestaltung von Gewerbeflächen bislang begrenzt ist, sind in den vergangenen Jahren vermehrt praxisorientierte Leitfäden entstanden, bspw. durch Forschungseinrichtungen, Landesministerien oder unternehmerische Interessenvertretungen wie Industrie- und Handelskammern. Die Mehrzahl dieser Dokumente präsentieren auch Lösungen für die Anpassung von bestehenden Gewerbegebieten. Im Rahmen des Forschungsprojekts NAWISWF (Nachhaltige Wirtschaftsflächen für Südwestfalen, gefördert durch EFRE/ JTF-Programm NRW 2021- 2027) wurden diese ausgewertet und zentrale Ansätze zum Umgang mit Hitze destilliert sowie thematische Querbezüge aufgezeigt. 2.1 Flächenbezogene Maßnahmen Der naturnahen Gestaltung von F irmengeländen kommt eine zentrale Rolle bei der Minderung sommerlicher Hitzeinseln zu (Bodensee-Stiftung, 2022, S. 2). Dies kann durch das Anlegen von Wasserflächen und das Schaffen von Grünflächen erfolgen ( Wissenschaftsladen Bonn e.V., 2019, S. 17; Abromeit et al., 2021, S. 13, 65). Auf diesen Flächen wird durch die Verdunstung Wärmeenergie verbraucht, sodass trockene Stadtluft gekühlt und die Luftfeuchtigkeit erhöht wird (IHK Potsdam, 2023, S. 18). Ebenfalls fördern diese Flächen durch visuelle Eindrücke, Gerüche und Geräusche das Wohlbefinden von Beschäftigten bei Hitzestress (WFG Kreis Unna, 2020, S. 43; Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH, 2022, S. 30). Darüber hinaus können Bäume neben der Verdunstungskälte auch durch Verschattung eine kühlende Wirkung entfalten (Wissenschaftsladen Bonn e. V., 2019, S. 8). In bestehenden Strukturen sind allerdings häufig Entsiegelungsmaßnahmen eine notwendige Voraussetzung. In Gewerbegebieten werden dafür vor allem die weitläufigen und teils untergenutzten Park- und Lagerflächen ins Auge gefasst ( VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH, 2018, S. 50; Business Metropole Ruhr GmbH, 2019, S. 41). Diese zumeist dunklen Oberflächen können sich in den Sommermonaten auf über 50 Grad Celsius aufheizen (Abromeit et al., 2021, S. 11). Deren Umwandlung zu begrünten oder teilweise entsiegelten Flächen, zum Beispiel durch den Einsatz von Rasengittersteinen, stellt daher eine wichtige Anpassungsmaßnahme dar. 2.2 Gebäudebezogene Maßnahmen Eine weitere Möglichkeit, dem Hitzeinseleffekt entgegenzutreten, ist der vermehrte Einsatz von Gebäudebegrünung. Sowohl Dachals auch Fassadenbegrünungen können durch ihre natürlich bedingte, ausgleichende Wirkung das Mikroklima vor allem in Hitzeperioden verbessern (BfN, 2015, S. 19,25; Abromeit et al., 2021, S. 13,61-63; Roost et al., 2021, S. 74). Weiterhin von Vorteil ist, dass die Begrünung des Gebäudes gleichzeitig eine Dämmfunktion nach innen aufweist und somit die Erwärmung im Gebäude reduziert (HLNUG, 2021, S. 6-8; Sieber & Valentin, 2023, S. 6). Zur Reduzierung der Hitzeentwicklung in Gewerbeimmobilien werden weitere objektbezogene Maßnahmen empfohlen wie Sonnen- und Hitzeschutz und helle Fassaden, um die Einstrahlung und damit verbundene Aufwärmung im Gebäude zu reduzieren (Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH, 2022, S . 30; HMW V W, 2024, S. 45). Sonnenstandregulierte Photovoltaikanlagen werden hierfür als ein besonderes, multifunktionales Beispiel genannt (IHK Hanau, 2022, S. 4). Überdies kommen der Stellung und Ausrichtung der Gebäude eine zweifache Bedeutung rechten Hitze-Hotspots werden können (Abromeit et al., 2021, S. 11). Die Folgen solcher Extremwetterereignisse sind erheblich: Neben ökonomischen Schäden, wie Sachschäden an Gebäuden, treten insbesondere auch humanitäre Schäden wie gesundheitliche Beeinträchtigungen und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschäftigten in den Vordergrund (Abromeit et al., 2021, S. 12; HLNUG, 2021, S. 6,13). Studien belegen, dass die Hitzebelastung für Arbeitnehmer*innen in Europa seit 2020 besonders stark ansteigt (Flouris et al., 2024, S. 17). Auch in Deutschland berichten viele Beschäftigte von gesundheitlichen Beschwerden. Produktivitätsverluste und Arbeitsunfälle bringen erhebliche wirtschaftliche Folgen mit sich (Storm u. Nürnberg, 2024, S. 41ff.; Eiserbeck, 2024, S. 13). Bes tandsgebiete rücken im Zuge des wachsenden Bewusstseins über Klimaveränderungen, der Notwendigkeit zum Flächensparen und veränderter städtebaulicher Leitbilder wieder stärker in den Fokus kommunaler Planung (BBSR, 2019, S. 8; BBSR, 2021, S. 6). Dabei steigen auch die Anforderungen an Gewerbegebiete, nicht nur funktional gestaltet zu sein, sondern eine attraktive und gesundheitsfördernde Arbeitsumgebung zu bieten (Wagner-Endres et al., 2018, S. 23ff.). Dieser Beitrag fokussiert daher die Herausforderung zunehmender Hitze in Gewerbegebieten und zeigt ausgehend von planerisch gemeinhin diskutierten Klimaanpassungsstrategien auch Ergebnisse einer lokalen Intervention mit temporärer Begrünung und einer begleitenden Beschäftigtenbefragung auf. 2. Strategien gegen Hitze in Gewerbegebieten Obwohl die wissenschaf tliche Auseinandersetzung mit der nach- PRAXIS + PROJEKTE Gewerbegebiete 13 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053 tige Anknüpfungspunkte zu anderen Nachhaltigkeitsaspekten auf. Insbesondere der Ausbau von grün-blauer Infrastruktur in Kombination mit Entsiegelungsmaßnahmen er weis t sich als überaus wichtig für die Starkregenvorsorge. Als vorteilhaft stellt sich hierbei auch die reduzierte Abwassergebühr für Unternehmen dar (IHK Potsdam, 2023, S. 12). Ähnliches gilt für die geringeren energetischen und damit finanziellen Auf wendungen für die Kühlung von Gebäuden und Maschinen, sofern entsprechende Begrünungsmaßnahmen realisiert wurden (Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH, 2022, S. 31). Weitere Vorteile sind die optische Aufwertung bestehender Strukturen im Gewerbegebiet, die verbesserte Adressbildung für ansässige Unternehmen sowie zusätzliche Beiträge zum Klima- und Umweltschutz. Darüber hinaus tragen ent sprechende Maßnahmen zur Steigerung der Arbeits- und Aufenthaltsqualität sowie zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit der Beschäftigten bei. Letzteres wird im Folgenden anhand eines Fallbeispiels näher ausgeführt. 2.3 Synergien zu anderen Nachhaltigkeitsaspekten Die dargeleg ten Maßnahmen zur Hitzevorsorge in Gewerbegebieten er füllen dabei nicht nur den Zweck, das Mikro- oder Innenraumklima erträglicher zu machen, sondern weisen vielfälim Kontext Hitze zu. Zum einen können intelligente Gebäude stellungen von vornherein für den S chat tenwur f eingeplant werden (IHK Potsdam, 2023, S. 18-19), sodass zum Beispiel Aufenthalts- oder Arbeitsbereiche für Beschäftige zu bestimmten Tages zeiten im S ommer verschattet sind. Zum anderen sollten vor allem Frischluftschneisen zur Kaltluftversorgung des Gewerbegebiets möglichst von Bebauung freigehalten werden (Wissenschaftsladen Bonn e. V., 2017, S. 9; WFG Kreis Unna, 2020, S. 14). Auch wenn diese Vorschläge vorrangig auf die Neuplanung abzielen, sollte die Bedeutung von Frischluf t ver sorgung bei etwaigen Sanierungs-, Umbau- oder Verdichtungsmaßnahmen in bestehenden Strukturen berücksichtigt werden. Zur konkreten Ausgestaltung bie te t si c h demzu folge e ine Vielfalt an Maßnahmen an (Tabelle 1). Bild 1: Hitzeinseln in der Stadt Dortmund; Gewerbegebiet Dorstfeld-West, Grafik: ILS; Datengrundlage: Landsat 8 image courtesy of the U.S. Geological Survey Tabelle 1: Exemplarische Umsetzungsmöglichkeiten zur Reduzierung des Hitzestresses im Gewerbegebiet (Eigene Darstellung) PRAXIS + PROJEKTE Gewerbegebiete 14 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053 mer ’ geladen. Fachliche Impulse zu Hitzestress und Starkregen informierten über städtische Maßnahmen auf Gebietsebene sowie aktuelle wissenschaftliche und praxisrelevante Erkenntnisse. Der Austausch vor Ort förderte die Vernetzung und vertiefte die Auseinandersetzung mit klimabezogenen Herausforderungen im Gewerbegebiet. Im Rahmen ‚Grüner Mittagspausen’ wurde mithilfe verschiedener Informationsmaterialien für das Thema Hitzebelastung im Arbeitsumfeld sensibilisiert und die Beschäftigten vor Ort durch Kartierung aktiv in die Identifikation von kühlenden Orten und Wegen einbezogen. Darüber hinaus wurden in einer Beschäftigtenbefragung die wahrgenommene Hitzebelastung, die Nutzung des Außenraums sowie gewünschte Maßnahmen im Arbeitsumfeld abgefragt. 3.2 Beschäftigtenbefragung und -beteiligung Obgleich die quantitativen Ergebnisse auf einer vergleichsweise geringen Stichprobe (n = 41) basieren und primär Arbeitnehmende im Büro erfassen, lassen sich durch Kopplung der verschiedenen Erhebungsmethoden (Vor-Ort-Kartierung, Gespräche und Befragung) erste empirische Erkenntnisse ableiten: Im Einklang mit aktuellen Studien berichten die Befragten, bei Hitze tendenziell eine geringere Produktivität, Motivation und Konzentrationsfähigkeit wahrzunehmen. Trotz bereits vorhandener Maßnahmen und Angebote zur Hitzeanpassung seitens der Unternehmen fühlen sich nahezu 70 % der Befragten ungenügend über die Auswirkungen von Hitze am Arbeitsplatz informiert, knapp die Hälfte (44 %) wünscht sich eine verstärkte Aufklärung und weiterführende Informationsmaterialien (Bild 3). Aus einer stadtplanerischen Perspektive erscheinen insbesondere die Ergebnisse zur Nutzung und Wahrnehmung der Außenräume relevant. Die Mehrheit der Befragten gibt an, Pausen nur selten außerhalb des Unternehmensgeländes zu verbringen und weist eine geringe Ortskenntnis 3. Transformativer Forschungsansatz im Gewerbegebiet Im Rahmen des ILS-Forschungsprojek te s C ATC H 4 D (C limate Adaptation through Thermographic Campaign and Heatmapping, www.catch4d.de, gefördert von ICLEI Europe und google.org) wurde am Beispiel des Dortmunder Gewerbegebiets Dorstfeld-West ein Bestandsgebiet und dessen Außenbereiche als städtisches Arbeitsumfeld im Kontext von Hitzestress untersucht. Das 120 Hektar große, innenstadtnahe Areal ist ein klassisches Gewerbegebiet (1950er Jahre) mit großer Branchenvielfalt und heterogenen Flächen- und Eigentumsstrukturen (Stadtraumkonzept GmbH et al., 2015, S. 18f.; EPC, 2023, S. 13). Trotz bereits umgesetzter kommunaler Projekte zur Klimaanpassung (u. a. Klimaschutzteilkonzept, Gebietsmanagement) liegen aufgrund hoher Versiegelungsgrade und geringer Grünanteile in weiten Teilen des Gebiets nach wie vor starke Hitzebelastungen vor (Bild 1). 3.1 ‚Grünes Zimmer‘ als temporäre Intervention Als temporäre Intervention wurde ein ‚Mobiles grünes Zimmer ®’ für zwei Wochen im August 2024 auf einem privaten Parkplatz im Gewerbegebiet aufgestellt: Eine freistehende Grünwand mit Sitzgelegenheiten und Spalierdach als schattenspendender, kühlender Bereich (Bild 2). Dort bildete es als ‚Urban Living Lab’ im Sinne transformativer Forschung den Ausgangspunkt für diverse Aktivitäten für und mit lokalen Akteur*innen. Die Aktivitäten zielten darauf ab, Beschäftigte sowie auch die Umsetzungsebene für betriebliche Klimaanpassungsmaßnahmen im Gewerbegebiet zu erreichen. In Kooperation mit dem Gewerbegebietsmanagement wurde zu einem Unternehmer*innenfrühstück ins ‚Grüne Zim- Bild 2: Das ‚Grüne Zimmer ‘ im Gewerbegebiet Dorstfeld West, Foto: ILS Bild 3: Auswertung Beschäftigtenbefragung: Unternehmensseitige Maßnahmen zur Reduktion der Hitzebelastung, Grafik: ILS PRAXIS + PROJEKTE Gewerbegebiete 15 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053 LITERATUR Abromeit, H., Christian, T., Ernst, H., Fuchs, M., Greiving, S., Keulen, J., Schmitt, J. P. & Vielhauer, L. S. (2021). Handlungsleitfaden zur Entwicklung von klimawandelangepassten Industrie- und Gewerbegebieten. https: / / eldorado.tu-dortmund.de/ bitstreams/ 38cf9461-3507-47cc-a175- 77ade53b0c00/ download BBSR- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. (2019). Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten. 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Abschlussbericht 2019. https: / / www. umsicht.fraunhofer.de/ content/ dam/ umsicht/ de/ dokumente/ referenzen/ ressourceneffiziente-gewerbegebiete/ zwei Wochen zahlreiche Beschäftigte und Unternehmer*innen vor Ort erreicht und zudem vernetzt werden. Das ‚Grüne Zimmer’ diente dabei als anschauliches Beispiel, um die Wirkung einer naturnahen Flächengestaltung sowie schattiger, kühlender Aufenthaltsorte im Freien aufzuzeigen. Wie in Kapitel 2 des Beitrags aufgezeigt, existiert eine Vielzahl an praxisorientierten Leitfäden, die Lösungsansätze und Maßnahmen präsentieren. Um Klimaanpassungsmaßnahmen anzustoßen, ist jedoch die Mitwirkung privater Eigentümer*innen und Unternehmer*innen entscheidend. Ihre gezielte Ansprache, Aufklärung und Aktivierung gelten als zentrale Voraussetzungen jeder planerischen Intervention. Als besonders hilfreich erweisen sich Multiplikatoren wie das Gebietsmanagement, das Unternehmen untereinander vernetzt und den Zugang zum Gebiet erleichtert. Auch wenn die Ansprache der Beschäftigten eine Herausforderung darstellte, gibt die Studie interessante Einblicke auch für s tadtplanerische Maßnahmen durch die Erhebung der Nutzung von Außenräumen durch die Beschäf tig ten. So können bestehende Bewegungsräume von Beschäftigten als strategische Ansatzpunkte für gezielte hitzesensible Aufwertungsmaßnahmen dienen, um nicht nur zur Schaffung einer gesunden Arbeitsumgebung beizutragen, sondern auch, um bestehende Gebiete zu beleben und stärker in den städtischen Kontext zu integrieren. Insgesamt zeigt sich, dass Gewerbegebiete insbesondere im Bestand ein zentrales und bis dato unterbeleuchtetes Forschungs- und Handlungsfeld sind, um gesamtstädtisch klimaresiliente und integrierte Räume zu entwickeln. auf, bspw. sind vorhandene Grünflächen im direkten Umfeld nicht bekannt (Bild 4). Etwa ein Drittel hingegen nutzt die Pausen regelmäßig für Aufenthalte im Freien und sucht gezielt grüne Wege für Spaziergänge auf (Bild 5). Sowohl die Kartierungen als auch die qualitativen Erhebungen zeigen, dass im näheren Umfeld potenziell nutzbare Erholungsräume und ein Wegenetz an Spazierwegen vorhanden sind. Die geäußerten Wünsche zur Gestaltung des Außenraums betreffen neben einer stärkeren Begrünung der Unternehmensflächen vor allem die Attraktivierung der Wegeverbindungen in die umgebenden Grünflächen. 4. Reflexion, Diskussion und Fazit Die dargelegten Erkenntnisse verdeutlichen die Relevanz, bestehende Gewerbegebiete stärker in den Fokus kommunaler Klimaanpassung zu rücken - nicht nur wegen ihrer wirtschaftlichen und flächenhaften Bedeutung, sondern auch aufgrund ihrer Auswirkungen als städtische Hitzeinseln. Das vorges tellte Projek t in Dorstfeld-West zeigt einen innovativen Ansatz zur Ansprache von Akteur*innen vor Ort, um für das Themenfeld Hitzebelastung im Arbeitsumfeld zu sensibilisieren. Durch die temporäre Begrünungsmaßnahme konnten innerhalb von Bild 5: Zitat einer/ s Beschäftigten im Gewerbegebiet Dorstfeld-West, Grafik: ILS Bild 4: Zitat einer/ s Beschäftigten im Gewerbegebiet Dorstfeld-West, Grafik: ILS PRAXIS + PROJEKTE Gewerbegebiete 16 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053 www.ressource-deutschland.de/ fileadmin/ user_upload/ 1_Themen/ h_ Publikationen/ Kurzanalysen/ VDI_ZRE_Kurzanalyse_Nr._22_Ressourceneffizienzpotenziale_von_Gewerbegebieten_bf_01.pdf Wagner-Endres, S, Wolf, U, Zwicker- Schwarm, D. (2018). Neue Konzepte für Wirtschaftsflächen. Herausforderungen und Trends am Beispiel des Stadtentwicklungsplanes Wirtschaft in Berlin (Difu-Impulse, Band 4/ 2018). https: / / repository.difu.de/ bitstreams/ 8ea971a5-6840-4d56a04a-70d79100f8b2/ download WFG Kreis Unna - Wirtschaftsförderung für den Kreis Unna. (2020). 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I., AUTOR: INNEN Kerstin Conrad, Dr.-Ing., Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Mobilität und Raum, ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund, kerstin.conrad@ils-forschung.de https: / / orcid.org/ 0009-0006-7935-147X Lisa Haag, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Raumbezogene Planung und Städtebau, ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund, lisa.haag@ils-forschung.de, https: / / orcid.org/ 0009-0003-8978-949X Jost Buscher, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung, Technische Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung, jost.buscher@tu-dortmund.de, https: / / orcid.org/ 0009-0008-0742-7441 PRAXIS + PROJEKTE Gewerbegebiete 17 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0053
