eJournals Transforming Cities10/3

Transforming Cities
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2366-3723
expert verlag Tübingen
10.24053/TC-2025-0057
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Gemeinsam auf dem Weg zur Schwammstadt

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2025
Christine Linnartz
Mona Steinhauer
Das Schwammstadt-Prinzip hat sich in der Fachwelt als Lösung für die erforderliche klimaresiliente Transformation der Städte etabliert. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung vereinnahmen in letzter Zeit zunehmend globale Krisenthemen wie Pandemie, Kriege und wirtschaftliche Unsicherheiten die mediale Aufmerksamkeit. Die Themen Überflutungsvorsorge und Regenwassernutzung rücken immer weiter in den Hintergrund. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung weiterhin zu sensibilisieren und zum Handeln zu motivieren. Denn Vorsorge ist meist günstiger als Nachsorge. Dieser Artikel stellt die Strategie der StEB Köln vor, das Thema Regenwasser-Nutzung und Eigenvorsorge mit Hilfe der Stabsstelle RegenKompass innovativ in der Bevölkerung zu platzieren.
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Gemeinsam auf dem Weg zur Schwammstadt Wie kann die Bevölkerung motiviert werden, ihren Beitrag zur Schwammstadt zu leisten? Schwammstadt, Eigenvorsorge, Klimaanpassung Christine Linnartz, Mona Steinhauer Das Schwammstadt-Prinzip hat sich in der Fachwelt als Lösung für die erforderliche klimaresiliente Transformation der Städte etabliert. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung vereinnahmen in letzter Zeit zunehmend globale Krisenthemen wie Pandemie, Kriege und wirtschaftliche Unsicherheiten die mediale Aufmerksamkeit. Die Themen Überflutungsvorsorge und Regenwassernutzung rücken immer weiter in den Hintergrund. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung weiterhin zu sensibilisieren und zum Handeln zu motivieren. Denn Vorsorge ist meist günstiger als Nachsorge. Dieser Artikel stellt die Strategie der StEB Köln vor, das Thema Regenwasser-Nutzung und Eigenvorsorge mit Hilfe der Stabsstelle RegenKompass innovativ in der Bevölkerung zu platzieren. In den letzten Jahren sind die Folgen des Klimawandels deutlich erlebbar geworden. Zum einen durch die Zunahme der Häufigkeit und der Intensität von Starkregenereignissen, zum anderen durch langanhaltende Trocken- und Hitzeperioden in den vergangenen S ommern. Dement spre chend wächst der Druck auf die Städte Maßnahmen zur Klimaanpassung zu ergreifen. Zwar treten derzeit eher Dürreperioden als Starkregenereignisse auf, doch darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Häufigkeit von Starkregenereignissen in den letzten Jahren zugenommen hat (s. Bild 28 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0057 ten gesenkt und die Umwelt entlastet. Ausgangslage Das letzte große Starkregenereignis in der Region liegt mit dem Juli 2021 bereits vier Jahre zurück, was dazu führt, dass die Bevölkerung die Gefahr von Überflutungen durch Starkregen oft unterschätzt. Bei Hochwasser spricht man von der Hochwasser-Demenz - ist das letzte Hochwasser ein paar Jahre her, rückt der Schutz in den Hintergrund. Dieses Prinzip greift auch bei Starkregen. Genau deshalb ist es wichtig, die Gefahr im Bewusstsein der Bevölkerung präsent zu halten. Aber nicht nur die Verbesserung der Überflutungsvorsorge wird in Zeiten des Klimawandels unumgänglich. Auch ein veränderter Umgang mit Regenwasser im Allgemeinen wird immer wichtiger: 95 % der am Kanal angeschlossenen Flächen in Köln entwässern im Mischsystem, d.h. das Regenwasser wird zusammen mit dem Abwasser in der Kanalisation gesammelt und zur Kläranlage geleitet, was keinen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Regenwasser darstellt. Vielerorts sieht man, dass z. B. die Bäume Trockenstress haben, da ihnen Wasser fehlt. Besser wäre es, Regenwasser vor Ort zu nutzen, also z. B. gezielt zu versickern, um das Grundwasser anzureichern, oder zu sammeln, um es in Trockenzeiten für die Bewässerung des urbanen Grüns zu nutzen. Aber auch dieses Thema ist noch nicht so präsent in den Köpfen der Menschen, wie es sein sollte. Und auch die urbane Hitzeinsel stellt eine ernsthafte Gefahr für die Bevölkerung dar: Während Hitzeperioden heizt sich die Stadt viel mehr als das Umland auf und kühlt auch nachts nicht ab. Hitze ist besonders für Alte, Schwangere, Kranke und Kinder gefährlich und führt jedes Jahr zu Toten. Hier helfen die Entsiegelung und Begrünung von Flächen. Um die Anpassung von Köln an die Folgen des Klimawandels und insbesondere einen nachhaltigen Umgang mit Regenwasser zu fördern, haben die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) Köln 2024 den RegenKompass gegründet. Diese Stabsstelle agiert los gelöst von den StEB Köln und hat das Ziel, die erste Anlaufstelle zu werden, wenn es um das Thema Regenwasser geht. Dieses teilt sich dann in die Bereiche Überflutungsvorsorge und Nutzung von Regenwasser auf. Ziel ist eine wasserbewusste 1) und die Wahrscheinlichkeit von extremen Starkregen in Zukunft steigen wird. Der Klimawandel macht sich neben steigenden Temperaturen durch Veränderungen im Wasserhaushalt bemerkbar: Sinkende Pegelstände in Flüssen, steigende Meeresspiegel, Überschwemmungen durch Starkregen oder langanhaltende Trockenperioden sind einige Auswirkungen. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass ein Umdenken im Umgang mit Regenwasser dringend notwendig ist. In vielen Städten sind Flächen wie Plätze, Gärten und Wege versiegelt, sodass Regenwasser nicht in den Boden eindringen kann und den Pflanzen fehlt. Stattdessen wird es häufig direkt in die Kanalisation geleitet. Daraus ergeben sich gleich mehrere Probleme. In Trockenzeiten müssen Pflanzen mühsam bewässert werden, während bei Starkregen das Wasser auf den versiegelten Flächen keine Abflussmöglichkeit findet und ganze Straßenzüge überfluten kann. Angesichts dieser Entwicklung muss der Fokus verstärkt auf der Versickerung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser liegen. Es gilt, Strategien zu entwickeln, die nicht nur kurzfristig vor Überflutungen schützen, sondern auch eine nachhaltige Nutzung von Regenwasser ermöglichen. Ziel sollte es sein, Städte mit naturbasierten Lösungen an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dazu gehören etwa die Schaffung von Versickerungsflächen, die Installation von Regenrückhaltemöglichkeiten und die Förderung der Regenwassernutzung in privaten und öffentlichen Gebäuden. Solche Maßnahmen tragen nicht nur zur Vermeidung von Überschwemmungen bei, sondern ermöglichen auch eine ressourcenschonende Nutzung von Regenwasser. So werden Ressourcen gespart, Kos- Bild 1: Anzahl von Starkregenereignissen pro Jahr in NRW Dauerstufe 1 Stunde bei dem die Warnstufe 3 für Unwetter überschritten wurde. W3: 25 - 40 mm in 1 Stunde; Quelle: DWD CatRaRE Daten ( Juli 2025) PRAXIS + PROJEKTE RegenKompass 29 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0057 reichen, wurde ein Pilotprojekt in Rodenkirchen entwickelt, wo mit innovativen Maßnahmen auf den Themenkomplex aufmerksam gemacht wurde (mehr dazu in Heft Nr. 3/ 24). Die meisten Aktionen wurden nun durchgeführt und es kann ein Fazit gezogen werden. Um die Aufmerksamkeit der Bewohnerschaft zu erreichen, wurden durch Sprayaktionen im öffentlichen Raum aufgezeigt, wie hoch das Wasser im Starkregenfall auf den öffentlichen Flächen stehen kann. Das wurde genutzt, um auf Veranstaltungen hinzuweisen. Zunächst gab es eine allgemeine Informationsveranstaltung, die dazu diente, die kleinteiligen Aktionen anzukündigen. Eine weitere Spray-Aktion diente erneut dazu, Aufmerksamkeit zu wecken. Betrof fene Straßenzüge wurden dann durch Flyer über die Notwendigkeit des Selbstschutzes informiert und den Anliegenden wurden konkrete Beratungstermine angeboten. Es wurden insgesamt 500 Flyer in vier Stadtteilen verteilt. Daraus ergaben sich sechs Beratungstermine an einem zentralen Ort im Bezirk. Auch kleine Grünflächen können in Summe viel bewegen. So unterstützt der RegenKompass den Gedanken der artenreichen und klimaangepassten Gärten. Da es wichtig ist auch kleine Erfolge zu feiern, wurde im Frühjahr 2025 ein Gartenwettbewerb gestartet. Rodenkirchener*innen können sich mit ihrem naturnahen und wassersensiblen Garten bewerben. Hier wurden ebenfalls 500 Flyer an Haushalte verteilt, die einen besonders nachhaltigen und vielfältigen Garten haben. Es winkt eine Auszeichnung sowie ein Gartenpaket. Vorbildliche Gärten sollen so mehr Aufmerksamkeit erhalten und ein Umdenken bei Schottergartenbesitzer*innen auslösen. Der Wettbewerb soll im kommenden Jahr in Kooperation der RegenKompass in Zukunft als Vermittler auf. Überflutungsvorsorge Auch das Thema Überflutungsvorsorge hat bei den StEB Köln eine lange Tradition, die nun der Regen- Kompass weiterführt. Auch hier gibt es einen Leitfaden („Wassersensibel Planen und Bauen“), der seit Jahren Laien, aber auch Profis darüber informiert, wie man sich und das Eigenheim vor Überflutung schützen kann. In Kooperation mit den Bürgervereinen in Köln werden regelmäßig Informationsabende organisiert, wo ebenfalls zum Thema Überflutungsschutz und Regenwassernutzung informiert wird. Hier stellt der Bürger verein einen Raum, lädt ein und die Expert*innen der StEB Köln und des RegenKompass‘ halten einen Vortrag und gehen auf individuelle Fragen ein. Darüber hinaus hausiert eine Wanderausstellung mit informativen Roll-ups in zentralen Orten wie Stadtteil-Rathäusern, der VHS oder Shoppingcentren. Bei einem Gewinnspiel können die Bürger*innen, welche die Ausstellung aufmerksam gelesen haben, eine Kleinigkeit gewinnen. Auch auf Straßenfesten sind die StEB Köln seit jeher mit einem Stand vertreten. Meist richten sich die Stände mit ihrem Angebot an Kinder. Mit Hilfe eines einfachen Modells wird gezeigt, wie wichtig es ist, dass Flächen unversiegelt bleiben, auch laden verschiedene Quiz zum Nachdenken und Raten ein. Darüber hinaus gibt es Angebote für Erwachsene: Z. B. wurden verschiedene Ideen für die Schwammstadt abgefragt und grafisch festgehalten. Trotz der umfassenden Aktivitäten, wird meist nur ein bestimmtes Klientel erreicht - oft sind es die gutsituierten, alteingesessenen Eigenheim-Besitzer*innen. Um auch andere Menschen zu er- und klimaresiliente Stadtentwicklung voranzutreiben. Was macht der RegenKompass? Die neue Stabstelle „RegenKompass“ hat zwei Standbeine: Zum einen sollen die Bemühungen der StEB Köln zum Überflutungsschut z weitergeführ t werden. Zum anderen sollen aber auch durch innovative Methoden die Themen Entsiegelung und Regenwassernutzung forciert werden. Dabei sind verschiedene Zielgruppen im Blick: Die Kölner Bevölkerung, professionelle Immobilien-Eigentümer*innen, aber auch Handwerksbetriebe der Sanitär-Innung und der Dachdecker-Innung, sowie Garten- und L andschaf t sbau- Betriebe und Architekt*innen. Seit Jahren besteht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit z. B. mit den Innungen, sodass der RegenKompass auf ein gutes Fundament aufbauen und neue Aktionen, Formate und Ideen ergänzen kann. So soll eine zentrale Anlauf- und Informationsstelle rund ums Thema Regenwasser entstehen. Der RegenKompass soll durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Maßnahmen ein möglichst breites Publikum erreichen. Für die verschiedenen Themenbereiche bedeutet das im Detail: Schwammstadt allgemein Das Thema Schwammstadt wird schon seit vielen Jahren von den StEB Köln vorangetrieben. Zum einen informieren die StEB Köln durch ihren Leitfaden „Wasserbewusste Freiraumgestaltung“, was alles möglich ist. Zum anderen gehen sie auch mit gutem Beispiel voran und gestalten in Kooperation mit den Fachämtern der Stadt Köln Plätze in Köln wasserbewusst um. Die konkrete Planung verbleibt bei den StEB Köln. Der Umbau zur Schwammstadt ist allerdings sehr abstimmungsintensiv. Hier tritt PRAXIS + PROJEKTE RegenKompass 30 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0057 verboten, dieses Verbot wird allerdings oft missachtet. Gemeinsam mit der Stadt Köln wird untersucht, wie man das Verbot Ressourcenschonend durchsetzen kann: Hier soll erst einmal in einem Pilotraum untersucht werden, wie aufwändig es ist, Schottergärten zu identifizieren und mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Am Ende soll das Vorgehen auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Mit diesen Strategien will der RegenKompass für Klimaanpassung werben Da Köln nur begrenzt über Flächen im städtischen Raum verfügt, gilt es auch private Eigentümer*innen sowie lang fristig auch Investor*innen und Ge werbetreibende mit ins Boot zu holen. Private Flächen bieten ein enormes Potenzial, um lokal R e genwas s er zurück zuhalten und so Köln langfristig zu einer Schwammstadt umzubauen. Hier gilt: Alle müssen mit anpacken! Der RegenKompass verfolg t daher das Ziel Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen. Kölner*innen sollen mit unterschiedlichen und innovativen Aktionen erreicht werden. Die Bevölkerung soll gezielt sensibilisiert und motiviert werden, sich selbst vor Wassergefahren zu schützen und Regenwasser zu nutzen. Profis aus der Baubranche sollen gezielt informiert werden und als Multiplikator*innen für das Thema dienen. Zur richtigen Zeit das richtige Angebot Untersuchungen zeigen, dass Menschen insbesondere nach extremen Wetterereignissen ein erhöhtes Bewusstsein für Risiken entwickeln und eher bereit sind, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dieser Effekt ist jedoch meist nur von kurzer Dauer. Die StEB Köln verfolgt daher das Ziel, dieses Bewusstsein dauerhaft zu stärken und die Bevölkerung dafür zu gewinnen, Regenwasser als Risiko und Ressource kontinuierlich mitzudenken. Ein vielversprechender Ansatz ist es, Menschen in einem passenden Moment zu erreichen - etwa dann, wenn sie ohnehin Investitionen in ihre Immobilie planen. Ein Eigentümerwechsel eröffnet die Gelegenheit, Maßnahmen wie Starkregenschutz, Flächenentsiegelung oder Regenwassernutzung direkt in geplante Umbauten zu integrieren und sich so frühzeitig auf Wetterextreme vorzubereiten. Aber auch bestehende Grundstücke bieten Potenzial: Eigentümer*innen können ihre Außenbereiche nachträglich entsiegeln und damit einen wichtigen Beitrag zu einer wassersensibleren Gestaltung leisten. Zusammenarbeit mit etablierten Institutionen Der RegenKompass übernimmt Aufgaben, die bisher von den StEB Köln „nebenbei“ bearbeitet wurden, wie die Informationsabende zum Thema Starkregenvorsorge, welche in Kooperation mit Bürger vereinen monatlich durchgeführ t werden. Ein weiteres Kooperationsprojekt ist die Wanderausstellung, bei der Roll-ups in Bürgerämtern, der VHS oder Shoppingcentern stehen (s. o.). Digitale Inhalte Die Nut zung digitaler Medien nimmt kontinuierlich zu. Vor diesem Hintergrund wurde eine Website eingerichtet, die praxisnahe Handlungsempfehlungen, weiterführende Informationen sowie relevante Ansprechpartner*innen bereitstellt. Ergänzend dazu werden über Instagram zielgruppengerechte Inhalte auf humorvolle Art verbreitet. Diese Plattform ermöglicht eine zeitnahe Reaktion auf aktuelle Entwicklungen und mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln stattfinden und auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. Die zahlreichen Aktionen in Rodenkirchen sollen Anfang nächsten Jahres in einer Abschlussveranstaltung münden. Geplant sind unter schiedliche Stände mit Mitmach-Aktionen an denen die Bürger*innen einen ersten Beitrag zur Klimaanpassung im Veedel leisten können und sich noch einmal über die zahlreichen Möglichkeiten informieren können. Es ist wichtig Bewohner eines Veedels auch untereinander zu verknüpfen. So kann man vom Nachbarn lernen und Maßnahmen adaptieren. Ein anderer Umgang mit Regenwasser Ein anderer Umgang mit Wasser rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund. Hierunter fällt nicht nur die Regenwassernutzung, sondern auch die Entsiegelung von Flächen und das gezielte Versickern von Regenwasser. Ziel ist, das Regenwasser dort zu nutzen, wo es anfällt und nicht in den Kanal einzuleiten. Auch zu diesem Thema hat die StEB Köln bereits einen Leitfaden veröffentlicht („Mehr Grün für ein besseres Klima“), hier sind die Zielgruppen ebenfalls Bürger*innen, aber auch Profis aus der Baubranche. Hier startet der RegenKompass erstmal mit einer Analyse des aktuellen Zustands: Wie viel Fläche in Köln ist versiegelt? Wie viel Fläche kommt jedes Jahr dazu? Wie viel Fläche wird entsiegelt? Ziel ist, sich erstmal einen guten Überblick zu verschaffen und quantifizierbare Zahlen zu generieren. Ein weiteres Projekt sind die Schottergärten: Diese sind nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus klimatischer Sicht fatal für urbane Räume. Laut §8 BauONRW sind Schottergärten PRAXIS + PROJEKTE RegenKompass 31 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0057 Nur gemeinsam kann die Mammutaufgabe Klimaanpassung erreicht werden. Wie soll es langfristig mit dem RegenKompass weitergehen? L ang fristig sind weitere Maßnahmen geplant. So wird der RegenKompass über bestehende Fördermöglichkeiten informieren und aktiv zusätzliche Finanzierungsmittel akquirieren. Darüber hinaus sollen gezielt Gewerbetreibende und Investor*innen eingebunden werden, um deren Potenzial für wassersensible Stadtentwicklung zu nutzewn. Ergänzend ist die Entwicklung eines Schulungskonzepts für städtische Mitarbeitende vorgesehen, um fachliches Wissen zu stärken und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen zu fördern. Ziel ist es, die Transformation Kölns zur klimaangepassten Schwammstadt systematisch voranzutreiben. Eingangsabbildung: © iStock.com/ schulzie fördert den digitalen Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Wie werden Professionelle erreicht? Neben der Bevölkerung gibt es noch viele weitere Stakeholder, die relevant für die Klimaanpassung sind: Z. B. Investoren, Handwerksbetriebe oder Garten- und Landschaftsbaubetriebe. Insbesondere mit den Handwerksbetrieben besteht über die Innungen Sanitär - Heizung - Klima und Dachdecker eine langjährige Partnerschaft: Gemeinsam werden Beratungen durchgeführt oder sich gegenseitig bei Veranstaltungen unterstützt. Dies soll in den nächsten Jahren noch intensiviert werden, denn die Handwerksbetriebe sind ein wichtiger Multiplikator in Richtung Bevölkerung. Die Vernetzung innerhalb und außerhalb der StEB Köln steht im besonderen Fokus der neuen Stabstelle. Die Bekanntmachung der Marke „RegenKompass “ ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg. AUTOR: INNEN Christine Linnartz, M.A., Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum, Projektleitung RegenKompass, StEB Köln, Ostmerheimerstr. 555, 51109 Köln christine.linnartz@steb-koeln.de Mona Steinhauer, M.Sc., Raumplanung, Projektleitung RegenKompass, StEB Köln, Ostmerheimerstr. 555, 51109 Köln mona.steinhauer@steb-koeln.de Anzeige Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG \ Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany \ Tel. +49 (0)7071 97 97 0 \ info@narr.de \ www.narr.de Spionagerisiken frühzeitig erkennen und abwehren Insider-Spionage ist ein drängendes Phänomen unserer Zeit, für das bisher keine hinreichende Erklärung existiert. Frank C. Danesy präsentiert mit einem Fünf-Faktoren-Modell einen multidisziplinären Ansatz, der eine Analyse der Insider-Spionage ermöglicht und Wege zur Früherkennung und Prävention aufzeigt. Fallbeispiele veranschaulichen die praktische Anwendung. Frank C. Danesy Insider-Spionage 1. Au age 2025, 334 Seiten €[D] 34,90 ISBN 978-3-8252-6479-6 (print) ISBN 978-3-8385-6479-1 (eBook) DOI 10.36198/ 9783838564791 PRAXIS + PROJEKTE RegenKompass