Transforming Cities
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2366-7281
2366-3723
expert verlag Tübingen
10.24053/TC-2025-0062
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Naturbasierte Lösungen klein gedacht
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Nicole Wozny
Niklas Müller
Mittels naturbasierter Lösungen kann der Klima- und Biodiversitätskrise und weiteren gesellschaftlichen Herausforderungen begegnet werden. Finanzielle und personelle Engpässe, begrenzte innerstädtische Flächen und divergierende Flächennutzungsansprüche erschweren die kommunale Umsetzung großflächiger naturbasierter Lösungen. Vor diesem Hintergrund besitzt die eigenständige Umsetzung niedrigschwelliger naturbasierter Lösungen auf kleinem Raum durch Stadtbewohner*innen ein entlastendes Potenzial. Um solch ein Engagement langfristig zu stärken, können Kommunen unterstützende Rahmenbedingungen schaffen.
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Naturbasierte Lösungen klein gedacht Förderung bürgerschaftlicher naturbasierter Lösungen für Klimaanpassung und Biodiversität Naturbasierte Lösungen, Klimaanpassung, Partizipation, Biodiversität, Schwammstadt, Do it Yourself Nicole Wozny, Niklas Müller Mittels naturbasierter Lösungen kann der Klima- und Biodiversitätskrise und weiteren gesellschaftlichen Herausforderungen begegnet werden. Finanzielle und personelle Engpässe, begrenzte innerstädtische Flächen und divergierende Flächennutzungsansprüche erschweren die kommunale Umsetzung großflächiger naturbasierter Lösungen. Vor diesem Hintergrund besitzt die eigenständige Umsetzung niedrigschwelliger naturbasierter Lösungen auf kleinem Raum durch Stadtbewohner*innen ein entlastendes Potenzial. Um solch ein Engagement langfristig zu stärken, können Kommunen unterstützende Rahmenbedingungen schaffen. Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich bereits weltweit bemerkbar, beispielsweise durch häufigere und intensivere Hitzewellen, Dürren und Starkregenereignisse. Der Klimawandel, die Biodiversitätskrise und ihre komplexen Wechselwirkungen bedrohen nicht nur natürliche Ökosysteme, sondern auch Menschen und Infrastruktursysteme. Städte sind besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Ein hoher Versiegelungsgrad, dichte Bebauung und Emissionen in Verbindung mit einem geringen Maß an Frischluftschneisen, Versickerungsflächen und kühlender Infrastruktur tragen 58 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0062 sätzliche Herausforderungen in der Umsetzung naturbasierter Lösungen. Dies soll in der Folge jedoch nicht bedeuten, dass im Falle knapper Ressourcen oder Flächennutzungskonflikten kein Potenzial zur Umsetzung naturbasierter Lösungen gegeben ist. Denn naturbasierte Lösungen können auch im kleinen Rahmen mittels einzelner Maßnahmen realisiert werden, sei es durch einfache selbstklimmende Fassadenbegrünungssysteme, die Entsiegelung und Begrünung vereinzelter Parkplätze oder der Fokus auf einzelne Bäume. Dies soll nicht suggerieren, naturbasierte Lösungen auf kleinem Raum als Ersatz zu sehen, sondern vielmehr als Ergänzung zu großflächigen Vorhaben, besonders in innerstädtischen Bereichen mit begrenztem Flächenumwandlungspotenzial oder bei angespannten Haushaltslagen. Solche kleinen naturbasierten Lösungen können, wenn in einer Vielzahl über das Stadtgebiet verteilt, im Verbund eine Wirkung erzielen und somit auch zu den oben genannten Ökosystemdienstleistungen beitragen. Unter dem Begriff der urbanen Umweltakupunktur wird die Umsetzung derart kleiner naturbasierter Lösungen als gezielte grün-blaue Mikro-Eingriffe auf kleinen vernachlässigten Flächen verstanden, beispielsweise auf Plätzen, Höfen, Straßenabschnitten und Spielplätzen. Diese können als kostengünstigere und leichter zu akzeptierende Alternativen zu großflächigen Vorhaben gesehen werden. Dem Gedanken der Akupunktur folgend, soll eine Vielzahl kleiner Interventionspunkte über das Stadtgebiet verteilt der Regeneration der Stadt als ganzem „Organismus“ zugutekommen. Dadurch können beispielsweise die Grünversorgung, die Biodiversität, das Mikroklima oder das Wohlbefinden der Stadtbewohner*innen gefördert werden [3]. Derartige Mikrointerventionen können von Kommunen geplant und umgesetzt werden, wie die Beispiele der grünen Gullys in Berlin, d.h. begrünter Versickerungsflächen um Straßenabläufe, die Bepflanzung innerstädtischer Plätze mit Pflanzkübeln in zahlreichen Städten oder das Anlegen von Pocketparks in Düsseldorf zeigen. Dies erfolgt oftmals unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung, indem Bürger*innen über geplante Maßnahmen informiert werden, Stellung nehmen können oder sich an der Umsetzung im Rahmen von Mitmachaktionen beteiligen können. Naturbasierte Lösungen auf kleinen Raum, die zudem auch niedrigschwellig sind, bieten sich darüber hinaus dafür an, eigenständig von Bürger*innen oder lokaler Zivilgesellschaft initiiert, geplant und umgesetzt zu werden. Das bereits in zahlreichen Städten beobachtete Engagement um das urbane zum städtischen Wärmeinseleffekt bei, d. h. zu höheren städtischen Lufttemperaturen als im Umland. Im Gegensatz zu klassischer grauer Infrastruktur, werden naturbasierte Lösungen als ein nachhaltiger Pfad gesehen, um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Widerstandsfähigkeit von Städten zu erhöhen. Naturbasierte Lösungen beschreiben Maßnahmen, die von der Natur inspiriert sind, gesellschaftliche Herausforderungen mit mehrfachem Nutzen adressieren, einschließlich der Förderung der Biodiversität, und die durch eine hohe Wirksamkeit und Effizienz gekennzeichnet sind [1]. Beispiele naturbasierter Lösungen umfassen Gründächer, Fassadenbegrünungen, Parks, Stadtwälder, Straßenbegrünung, Wasserflächen inklusive renaturierter Fließgewässer und Auen, bepflanzte Versickerungsmulden, Rigolen etc. Diese Beispiele zeigen, dass naturbasierte Lösungen in der Ausgestaltung nicht in jedem Fall etwas Neuartiges darstellen. Vielmehr gilt es den multifunktionalen Charakter naturbasierter Lösungen hervorzuheben, der es erlaubt neben innovativen Lösungen auch teils altbewährte Lösungen mit einer neuen Brille hinsichtlich Nutzen und Kontext umzusetzen. Zur Klimaresilienz tragen naturbasierte Lösungen mittels Kühlungseffekten, der Regulierung des Mikroklimas und des Wasserhaushalts, eines verbesserten Wasserrückhalts, Uferschutzes durch die Schaffung natürlicher Barrieren und Überflutungsflächen, der Steigerung der Biodiversität, der Verbesserung der Wasserqualität, oder der Verringerung von Erosion bei. Daneben können naturbasierte Lösungen weitere positive Nutzen bieten, wie die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, die Steigerung des Wohlbefindens von Menschen durch physische und psychische gesundheitsfördernde Effekte, aber auch die Kohlenstoffbindung [2]. Durch letzteres tragen sie somit auch zum natürlichen Klimaschutz bei. Niedrigschwellige naturbasierte Lösungen auf kleinem Raum Der Diskurs um naturbasierte Lösungen konzentriert sich oftmals auf großangelegte, systematische Vorhaben auf kommunaler Ebene, denn Biomasse und Wasser benötigen Raum, um eine signifikante Wirkung zu entfalten. Solche großflächigen Vorhaben sind allerdings oftmals mit langen Planungshorizonten, hohen Investitionssummen und Fachexpertise verbunden. In vielen Kommunen mangelt es jedoch häufig an personellen und finanziellen Kapazitäten, um solche Prozesse anzustoßen und zu begleiten. Gleichzeitig stellen die begrenzte Flächenverfügbarkeit und die Abwägung verschiedener Flächennutzungsansprüche Städte vor zu- THEMA Umwelt 59 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0062 öffentlichen Raum bringt dabei neben ökologischen auch soziale und gesundheitliche Vorteile mit sich. Städte mit ausgeprägter grün-blauer Infrastruktur steigern sowohl die Lebensqualität als auch die Aufenthaltsqualität, indem sie Räume für Entspannung, Erholung, Freizeitaktivitäten und Naturerfahrung bieten, einen ästhetischen Wert haben, Lärm reduzieren und die Luftqualität verbessern. Damit beeinflussen sie unmittelbar das Wohlbefinden und die Gesundheit von Stadtbewohner*innen. Darüber hinaus bietet das gemeinschaftliche Engagement in der Nachbarschaft Raum für Begegnungen, Erfahrungsaustausch, Selbstwirksamkeit, die Bewahrung einer Kultur im öffentlichen Raum und somit für das nachbarschaftliche Zusammenwachsen sowie die Teilhabe an der Gestaltung der eigenen Nachbarschaft. Diese Multifunktionalität naturbasierter Lösungen und ihrer eigenverantwortlichen Umsetzung kann somit auch zu einer umweltgerechteren Stadt beitragen, in der Umweltbelastungen und -ressourcen fairer verteilt sind. In diesem Sinne eröffnet das Engagement mittels niedrigschwelliger naturbasierter Lösungen einen Möglichkeitsraum, in dem gemeinschaftlich verhandelt werden kann, wie geteilte Orte genutzt und lebenswerter gestaltet werden [4]. Bürger*innen und Zivilgesellschaft für Gehwegregentonnen Ein relativ neues Engagement, das sich im Bereich der niedrigschwelligen naturbasierten Lösungen zur Klimaanpassung beobachten lässt, ist das Aufstellen von Regentonnen auf Gehwegen im Sinne der Schwammstadt. Das Prinzip ist einfach: 500 - 1.000 Liter fassende Regentonnen werden straßenseitig mittels Regensammlern an die Fallrohre an Gebäudefassaden angeschlossen und können sodann durch Bürger*innen mittels Gießkannen oder Wasserschläuchen zur Bewässerung des Stadtgrüns vor der eigenen Haustür genutzt werden. In Berlin konnten bereits mehrere solcher Gehwegregentonnen erfolgreich angebracht werden. Dabei werden sie häufig mit weiteren niedrigschwelligen naturbasierten Lösungen kombiniert, wie Baumscheibenbegrünungen oder begrünten Parklets. Das Engagement geht auf die zivilgesellschaftliche Initiative Die Wassertanke zurück, die sich seit mehreren Jahren für das Aufstellen von Regentonnen auf Gehwegen einsetzt und interessierte Bürger*innen bei der Planung und Umsetzung unterstützt. Auf ihrer Webseite (www.wassertanke.org) werden außerdem hilfreiche Informationen zum Aufstellen von Regentonnen zur Verfügung gestellt. Die vermehrten Anfragen zum Aufstellen der Regentonnen seitens der Bürgerschaft haben 2024 Stadtgärtnern ist das wohl prominenteste Beispiel einer von Bürger*innen vorangetriebenen und niedrigschwelligen Eigeninitiative für mehr Stadtgrün und essbare Städte im öffentlichen Raum. Im Sinne einer Klimaanpassung gibt es zahlreiche weitere niedrigschwellige naturbasierte Lösungen, die Stadtbewohner*innen eigenständig im öffentlichen oder privaten Raum umsetzen können. Eine erste Übersicht bieten die DIY-Anleitungen, die im Rahmen des Projekts „Klimaanpassung selbstgemacht - Deine grüne Nachbarschaft “ des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen entstanden sind (www. klimaanpassung-selbstgemacht.de/ diy-anleitungen). Beispiele umfassen Verdunstungsbeete, Wildblumenwiesen, Regenbänke, einfache Gründächer und Fassadenbegrünungen, Baumscheibenbegrünungen oder Tiny Forests. Aufgrund begrenzter Freiräume in innerstädtischen Bereichen bieten öffentliche Flächen als Gemeingut Möglichkeitsräume für das Engagement von Bürger*innen für mehr Stadtgrün. Gerade kleine, zerstreute Flächen ohne infrastrukturtechnisch relevante Bedeutung liegen oftmals nicht im Augenmerk der öffentlichen Verwaltung. Sie bieten somit das Potenzial größer angelegte Maßnahmen der öffentlichen Hand durch bürger- und zivilgesellschaftliche Aufwertungen zu ergänzen, die es mit Blick auf die Klima- und Biodiversitätskrisen dringend braucht. Das Aktivwerden seitens der Bürgerschaft mittels niedrigschwelliger naturbasierter Lösungen im Bild 1: An ein Fallrohr eines Mehrfamilienhauses angeschlossene Regentonne auf einem Gehweg in Berlin (Foto: Nicole Wozny, 2025) THEMA Umwelt 60 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0062 zu machen oder entsprechende Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Eine Entbürokratisierung und Erleichterung bürgerschaftlichen Engagements lässt sich beispielsweise in Ulm beobachten. Im innerstädtischen Bereich, welcher durch wenig Straßengrün gekennzeichnet ist, haben Bürger*innen vermehrt bei der Stadt nach Erlaubnis zum Aufstellen von Pflanzkübeln auf den Gehwegen vor ihren Häusern gefragt. Während dafür früher drei städtischen Fachbereiche um Erlaubnis gebeten werden mussten, hat die Stadt die Überbürokratisierung dieses Vorgehens erkannt und eine neue Regelung eingeführt. So dürfen die Ulmer Stadtbewohner*innen mittlerweile Pflanzkübel in einem Bereich von 0,5 m vor dem Gebäude im öffentlichen Raum genehmigungsfrei aufstellen, wenn eine restliche Gehwegbreite von 1,50 m erhalten bleibt und das Parken und der Verkehr nicht beeinträchtigt werden [5]. Ein anderes positives Beispiel ermöglichender Rahmenbedingungen ist das Begrünen von Baumscheiben in Berlin. In den Berliner Bezirken verhalten sich die Regelungen hierzu unterschiedlich. Während manche Straßen- und Grünflächenämter die Begrünung genehmigungsfrei erlauben, müssen Bürger*innen in anderen Bezirken nach Erlaubnis fragen. Trotz dieser Unterschiede sind alle relevanten Informationen zum Begrünen von Baumscheiben auf den Webseiten aller Bezirke übersichtlich aufbereitet. Dort finden Bürger*innen Informationen dazu, was bei der Begrünung von Baumscheiben erlaubt ist und was nicht, welche Pflanzenwahl ratsam ist, wie und bei wem ggf. ein Genehmigungsantrag zu stellen ist bzw. ob die Begrünung genehmigungsfrei ist, wie Straßenbäume richtig zu gießen sind, etc. [6]. Weitere Rahmenbedingungen zur Förderung und Unterstützung des bürger- und zivilgesellschaftlichen Engagements zur Umsetzung naturbasierter Lösungen umfassen Sammel-Haftpflicht- und Unfallversicherungen für ehrenamtliche Tätigkeiten, sodass im Falle von Unfällen oder ähnlichem Versicherungsschutz für Bürger*innen besteht. Eine weitere Möglichkeit ist (kommunale) Fördermittel zur Verfügung zu stellen oder zumindest auf sie hinzuweisen, auf die sich Bürger*innen oder zivilgesellschaftliche Akteur*innen zur Finanzierung ihrer vorgesehenen naturbasierten Lösungen bewerben können, beispielsweise auch in Kooperation mit etwaig bestehenden Freiwilligenagenturen. Beispiele umfassen Aktions- und Verfügungsfonds, Quartiers- oder Nachbarschaftsfonds, Fördermittel für Sachausgaben ehrenamtlichen Engagements oder Mittel von Bürgerstiftungen. Zuletzt können Kommunaldazu geführt, dass die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ermöglichende Rahmenbedingungen für Gehwegregentonnen etabliert hat. Dadurch wird die Umsetzung für die Bürgerschaft sowie die Berliner Straßen- und Grünflächenämter vereinheitlicht und vereinfacht. So werden Regentonnen auf Gehwegen als erlaubnispflichtige Sondernutzung nach Berliner Straßengesetz eingeordnet, allerdings entfällt mit Ausnahme einer einmaligen Verwaltungsgebühr die Sondernutzungsgebühr. Des Weiteren wurden konkrete Anforderungen an die Regentonnen und deren Erlaubnis geknüpft und zunächst ein zeitlich befristeter Genehmigungszeitraum vorgeschrieben, um in den ersten Jahren Erfahrungen im Umgang mit den Tonnen sammeln zu können. Daraufhin hat das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg Bürger*innen als erstes die Antragstellung mittels eines einheitlichen Antragsformulars ermöglicht. Engagement für naturbasierte Lösungen fördern Das Beispiel der Gehwegregentonnen zeigt, wie Kommunalverwaltungen die bürger- und zivilgesellschaftliche Eigeninitiative für naturbasierte Lösungen im öffentlichen (und privaten) Raum stärken können. In Zeiten personeller und finanzieller Engpässe und vor dem Hintergrund eines steigenden Handlungsdrucks hinsichtlich des Klimawandels und Artensterbens haben zahlreiche Kommunen bereits das entlastende Potenzial eines solchen Engagements erkannt. Wenn derlei Engagement auch in Einzelfällen zu Problemen führen kann, sollte es dennoch als Ressource für Klimaanpassung, Biodiversität und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesehen und entsprechend gefördert werden, besonders dort, wo bestehende Hürden ein Engagement einschränken. In diesem Sinne gilt es seitens der Kommunalverwaltungen ermöglichende Rahmenbedingungen für eigeninitiierte naturbasierte Lösungen im öffentlichen Raum zu schaffen und Stadtbewohner*innen durch das Aufzeigen von Best Practice Beispielen Umsetzungstipps an die Hand zu geben, um auf diese Weise auch langfristig Konflikte zu vermeiden. Unterstüt zende Rahmenbedingungen können umfassen klare Ansprechpersonen für Bürger*innenanfragen zur Umsetzung naturbasierter Lösungen im öffentlichen Raum festzulegen, eindeutige Regeln und Vorgaben zur Umsetzung konkreter naturbasierter Lösungen festzulegen und beispielsweise über die Kommunalwebseite zu veröffentlichen, bestimmte naturbasierte Lösungen im öffentlichen Raum erlaubnis-/ genehmigungsfrei THEMA Umwelt 61 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0062 LITERATUR [1] Sowińska Świerkosz, B. und García, J. (2022): What are Nature based solutions (NBS)? Setting core ideas for concept clarification. In: Nature Based Solutions, Volume 2, 2022. [2] European Environment Agency, Castellari, S., Zandersen, M., Davis, M., Veerkamp, C., Förster, J., Marttunen, M., Mysiak, M., Vandewalle, M., Medri, S. und Picatoste, J. (2021): Naturebased solutions in Europe policy, knowledge and practice for climate change adaptation and disaster risk reduction. Publications Office. [3] Starzewská-Sikorská, A., Vojvodíková, B., Mathey, J., Tabasso, M., Trzaski, L., Gorgori, J., Hemingway, J., Wirth, P., Galej- Ciwis, K., Masala, E., Tichá, I., Tylcer, J., Krzyžak, J., Curato, V., Abate, J.M., Bachmann, C., Beryt, A., Kormaniková, J., Kupka, J., Brázdová, A., Fraire, S., Melis, G., Vojvodík, E. und Fava, U., 2022. Handbook SALUTE4CE - Handbook on Urban Environmental Acupuncture. Ostrava: Technical University of Ostrava, Faculty of Civil Engineering. [4] Wozny, N., Müller, N. und Weinhold, T. (2025): Handbuch für mehr Stadtgrün im öffentlichen Raum - Naturbasierte Lösungen selbst in der eigenen Nachbarschaft umsetzen. Unabhängiges Institut für Umweltfragen, Berlin. [5] Steck, S. (2024): Eigenverantwortliche Bepflanzung in Zeiten des Klimawandels. Präsentation, Ulm. [6] BerlinOnline GmbH (2025): Baumscheibe bepflanzen. Verfügbar unter: https: / / www.berlin.de/ special/ sharing/ urban-gardening/ 7868478-7854814-baumscheibe-bepflanzen.html [Zugriff am 30. Juli 2025]. Eingangsabbildung: © ElisaRiva/ Pixabay verwaltungen auch die Vernetzung von interessierten Bürger*innen und das Aufzeigen konkreter Engagementmöglichkeiten vorantreiben, sei es durch Öffentlichkeitsarbeit oder wie im Beispiel von Halle (Saale) durch die Schaffung einer Plattform für ehrenamtliches Engagement zu Klimathemen, auf der Bürger*innen sich sowohl über langfristige Engagementmöglichkeiten als auch über Einzelaktionen, wie das Pflanzen eines Tiny Forests, informieren können. Für die Schaffung oder das Aufzeigen solcher Rahmenbedingungen lassen sich bei Bedarf verschiedene Möglichkeitsfenster nutzen, sei es die Aufstellung eines kommunalen Klimaanpassungskonzepts, thematisch verwandte Informationsveranstaltungen, jährlich stattfindende Freiwilligentage, der Zuzug neuer Menschen, etc. Auch wenn sich solche Rahmenbedingungen nicht immer schnell oder einfach realisieren lassen, ist zuletzt auch das Wohlwollen und die Offenheit für ein solches Engagement hilfreich, um Bürger*innen und Zivilgesellschaft nicht zu demotivieren. Da Engagement im öffentlichen Raum oder das Umsetzen neuer Lösungen für Unsicherheiten oder erste Ablehnungshaltungen sorgen kann, empfiehlt es sich offen miteinander zu sprechen und von allen Seiten Geduld für Akzeptanz- und Änderungsprozesse mitzubringen. Diese Erfahrung hat sich in dem oben genannten Projekt „Klimaanpassung selbstgemacht“ gezeigt, in dem niedrigschwellige naturbasierte Lösungen im öffentlichen Raum in Halle (Saale) und Cottbus partizipativ umgesetzt wurden. Im Rahmen des Projekts ist auch das „Handbuch für mehr Stadtgrün im öffentlichen Raum - Naturbasierte Lösungen selbst in der eigenen Nachbarschaft umsetzen“ entstanden, welches Stadtbewohner*innen Empfehlungen für die Planung, Umsetzung und Pflege niedrigschwelliger naturbasierter Lösungen gibt. AUTOR: INNEN Nicole Wozny, Projektleiterin, Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V., Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin info@ufu.de Niklas Müller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V., Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin info@ufu.de THEMA Umwelt 62 3 · 2025 TR ANSFORMING CITIES DOI: 10.24053/ TC-2025-0062
