Forum Exegese und Hochschuldidaktik: Verstehen von Anfang an (VvAa)
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Francke Verlag Tübingen
10.24053/VvAa-2023-0018
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Fischer Heilmann Wagner KöhlmoosKritiker und Exegeten
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Katharina Lingstädt
Florian Oepping
Das Lehrbeispiel will eine Möglichkeit aufzeigen, Studierende auf Haus- und Abschlussarbeiten vorzubereiten. Mit der Anfertigung eines Essays zu einer oder einem bekannten Alttestamentler:in sowie ihrer oder seiner Bibliografie machen sie sich nicht nur mit den Formalia vertraut, sondern lernen auch etwas über die Forschungsgeschichte.3 Das Feedback auf ihre Essays und Bibliografien ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung für weitere schriftliche Arbeiten.
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1 Katharina Lingstädt ist Studentin an der Universität Osnabrück, wo sie auch als Tutorin für Exegese fungiert. 2 Florian Oepping ist Lehrbeauftragter für Altes Testament an der Universität Osnabrück sowie Postdoc-Fellow der Minerva Stiftung an der Tel Aviv University (Israel). 3 Ein Dank sei an dieser Stelle an Anselm C. Hagedorn ausgesprochen, der zu den Essays angeregt und das Werk von Rudolf Smend empfohlen hat. 4 Die Übung „Schreiben in der Theologie“ an der Katholischen Fakultät der Universität Münster ist dementsprechend ein wirkliches Vorbild (siehe Klöckener, Schreiben, 7). Kritiker und Exegeten Essays als Einstieg in das wissenschaftliche Schreiben Katharina Lingstädt 1 / Florian Oepping 2 Das Lehrbeispiel will eine Möglichkeit aufzeigen, Studierende auf Haus- und Abschlussarbeiten vorzubereiten. Mit der Anfertigung eines Essays zu einer oder einem bekannten Alttestamentler: in sowie ihrer oder seiner Bibliografie machen sie sich nicht nur mit den Formalia vertraut, sondern lernen auch etwas über die Forschungsgeschichte. 3 Das Feedback auf ihre Essays und Bibliografien ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung für weitere schriftliche Arbeiten. 1 Didaktische Herausforderungen und Ziele Studierende stehen in ihrem Studium vor der Herausforderung, abschlussrele‐ vante Texte zu schreiben. Sie müssen ihr Können entweder in Essays, Klausuren oder Haus- und Abschlussarbeiten beweisen. Doch oftmals werden sie darauf in ihrem Studium nicht adäquat vorbereitet. 4 Die Arbeiten sind dementsprechend zumeist unter dem eigentlichen Potenzial oder Leistungsniveau der Studieren‐ den. Primäres Ziel dieses Lehr-Lern-Beispiels ist es, die Studierenden auf die im Studium anstehenden Hausarbeiten vorzubereiten. Dafür eignet sich insbeson‐ dere ein Essay, an dem die Studierenden ihr wissenschaftliches Schreiben üben können. „Die Freude an einem Text und seinen Inhalten kommt erst auf, wenn man nicht über Grammatik-, Rechtschreib- oder Kommafehler sowie unsaubere DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 5 Klöckener, Schreiben, 97. 6 Klöckener, Schreiben, 97. 7 O. N., Modulbeschreibungen, 4. 8 Vgl. Büker/ Lange, Textrückmeldung, 208, und Klöckener, Schreiben, 22f. 9 Tatsächlich porträtiert Smend in seinem Buch lediglich Alttestamentler. Dies liegt aber auch an dem Fakt, dass er forschungsgeschichtlich das 16. bis 20. Jahrhundert überblickt und einem großen Teil der Frauen in dieser Zeit der Zugang zu höherer Bildung erschwert oder sogar grundsätzlich verwehrt war. 10 Es ist ratsam, sofern eine feste Etablierung dieses Essays im Unterricht vorgenommen wird, die Alttestamentler: innen bzw. die Auswahl zu variieren, damit die Gefahr einer Wiedereinreichung eines bereits geschriebenen Essays minimiert wird. Als Alternative zu Smends Werk bietet sich zum Beispiel Grätz/ Schipper (Hg.), Wissenschaft, an; ggf. reicht auch bereits das Vorgängerwerk „Deutsche Alttestamentler aus drei Jahrhunder‐ ten“ von Rudolf Smend aus. Formatierungen stolpert.“ 5 Damit fällt Dozierenden das Korrigieren schriftlicher Prüfungsleistungen ebenfalls deutlich leichter. 6 Mit diesem Essay können sich jedoch noch weitere Ziele verbinden. An der Universität Osnabrück umfassen die Modulanforderungen für das Basismodul Altes Testament unter anderem auch den Punkt, den Studierenden die „Kennt‐ nis der Aufgabenstellung und des Selbstverständnisses der alttestamentlichen Disziplin“ 7 zu vermitteln. Hierfür ist ein Blick in die Vergangenheit hilfreich, denn sowohl Aufgabenstellung als auch Selbstverständnis gründen in den Arbeiten vergangener Alttestamentler: innen. 8 Dementsprechend sollten sich Studierende mit eben diesen vertraut machen. Die Themenwahl des Essays erfüllt somit einen weitergehenden Zweck: Die Studierenden können durch die Beschäftigung mit einem/ einer bedeutenden Alttestamentler: in Forschungs‐ geschichte schreibend erlernen. Sie erfahren, welches Selbstverständnis der alttestamentlichen Disziplin diese Persönlichkeit hatte und welchen Aufgaben sie sich gestellt hat. Einen hervorragenden Überblick über die bedeutendsten Alttestamentler 9 liefert Rudolf Smend in seinem Werk „Kritiker und Exegeten. Porträtskizzen zu vier Jahrhunderten alttestamentlicher Wissenschaft“. 10 Die 54 Porträts geben nicht nur einen Einblick in das Leben, sondern auch in das Wirken je eines Alttestamentlers. Sie verdeutlichen, wie sich die alttestamentliche Disziplin gewandelt hat und wer, was, wann und wo geleistet hat. So können die Studierenden auch Aussagen ihrer Dozierenden besser kontextualisieren und auf deren Selbstverständnis als Alttestamentler: innen schließen. Man kann die Aufgabe aber auch mit den online zu findenden CVs und Selbstbeschreibungen von zeitgenössischen Alttestamentler: innen bestreiten. Sofern dieses Werk ebenfalls für die Lehre gewählt wird, ist es die Aufgabe der DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 84 Katharina Lingstädt/ Florian Oepping 11 Dabei ist die erste Erkenntnis, wie patriarchal die alttestamentliche Forschung geprägt war bzw. noch immer ist. Ein Werk, das die Forschungsleistungen von Alttestament‐ lerinnen innerhalb einer ausführlichen Biographie würdigt, fehlt bisher. Dies ist nicht nur ein Desiderat der Forschungsgeschichte, sondern, wie hier deutlich wird, ebenfalls der Hochschullehre. 12 Büker/ Lange, Textrückmeldung, 208. 13 An dieser Stelle muss eine neue Entwicklung angesprochen werden, die die Bibliografie erschwert: Studierende gehen, wenn eben möglich, nicht mehr in die Bibliothek. Sie arbeiten mit digitalen Ausgaben der Werke oder Artikel und laden sich diese auf ihre Computer oder eBook-Reader herunter. Dies erschwert die korrekte Identifizierung eines Werkes, da die Studierenden dieses nie physisch vor Augen hatten. Die Corona- Pandemie hat zu dieser Veränderung sicherlich beigetragen, doch es scheint sich dabei vielmehr um einen grundsätzlichen Wandel zu handeln. Dozierenden, eine solche Entscheidung forschungsgeschichtliche einzuordnen und auf die fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen. 11 Durch die Beschäftigung mit einem/ einer Alttestamentler: in können die Studierenden auch noch eine weitere Herausforderung meistern lernen: das Anfertigen einer Bibliografie. Bibliografien stellen eine doppelte Herausforde‐ rung dar. Erstens variieren ihre Formalia von Fach zu Fach und von Dozent: in zu Dozent: in. 12 Studierende müssen sich dementsprechend jeweils auf unterschied‐ liche Vorgaben einstellen. Zweitens stellen diese Formalia an sich bereits eine große Schwierigkeit dar, da es hierbei auf jede Kleinigkeit ankommt. 13 Diese Bibliografie zu meistern, führt zum letzten Ziel: dem Einüben des wissenschaft‐ lichen Arbeitens. 2 Einbettung in die Lehrveranstaltung Theoretisch lässt sich die Aufgabe, ein Essay zu einem/ einer Alttestamentler: in samt Bibliografie anzufertigen, in jede Veranstaltung einbinden. Das Ziel, Studierende auf das wissenschaftliche Arbeiten vorzubereiten sowie die bereits erwähnten Modulanforderungen für das Bachelormodul „Altes Testament“ und die damit verbundenen Ziele, lassen es aber sinnvoll erscheinen, diese Aufgabe möglichst früh in den Studienverlauf zu integrieren. An der Universität Osnabrück bietet sich dafür das Proseminar „Einführung in die Exegese des Alten Testaments“ an, das immer im Wintersemester angeboten wird, da danach auch eine der ersten Hausarbeiten des Studiums möglich ist. Die Aufgabenstellung kann direkt am Anfang des Semesters in der ersten Sitzung gestellt werden. Den Studierenden sollte bis zu den Weihnachtsferien Zeit für die Erstellung des Essays sowie der Bibliografie gegeben werden. Die Korrektur kann dann ab den Weihnachtsferien vorgenommen werden. Sie sollte bis zu den Semesterferien erfolgt sein, damit die Studierenden aus ihren Fehlern DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 Kritiker und Exegeten 85 14 Sollten sich die Studierenden einen/ eine Alttestamentler: in auswählen, der/ die z. B. keinen Lexikonartikel geschrieben hat, müssen sie einen Lexikonartikel über den/ die Alttestamentler: in heraussuchen, z.-B. aus der TRE. 15 Siehe dafür zum Beispiel Esselborn-Krumbiegel, Schreiben, 155-159. 16 Siehe Klöckener, Schreiben, 9. Den Studierenden kann auch die Übung „Roter Faden“ empfohlen werden (vgl. Klöckener, Schreiben, 78), wobei diese sich eher für größere Arbeiten eignet. lernen können und das neu erlernte Wissen in den kommenden Hausarbeiten umgehend angewandt werden kann. 3 Darstellung des Beispiels 3.1 Die Aufgabenstellung Die Studierenden müssen ein Essay sowie eine Bibliografie erstellen. Sie sollten sich selbst einen/ eine der Alttestamentler: innen aussuchen dürfen. Dafür bietet es sich an, eine Doodle-Liste zu erstellen, aus der sie sich je eine Person aussuchen können. Durch die individuelle Auswahl können die Studierenden ihre eigenen Interessen, sofern sie bereits welche entwickelt haben, in den Vordergrund stellen. So kann es auch keine Doppelwahl geben, wodurch sich das Korrigieren ebenfalls abwechslungsreicher gestaltet. Des Weiteren sollte der Umfang limitiert werden: Maximal 1.200 Wörter sowie 10 Titel reichen für diese Aufgabe aus. Präzisiert werden sollte, dass mindestens drei Zeitschriftenartikel und ein Lexikonartikel dabei sein müssen, damit das Bibliografieren umfassen‐ der eingeübt werden kann. 14 Über die Fragestellung lässt sich das Leistungsniveau anpassen. Eine einfache Zusammenfassung liegt im unteren Anforderungsbereich. Anspruchsvoller ist es hingegen, das Essay unter die Frage nach den größten Errungenschaften des/ der Forscher: in zu stellen oder nach dem Selbstverständnis der Person zu fragen. 3.2 Hilfestellung Den Studierenden kann neben der Aufgabenstellung noch eine gewisse Hil‐ festellung gegeben werden. Im Blick auf das Essay sind einige Hinweise angebracht. Grundsätzlich kann auf allgemeine Tipps zum besseren Schreiben verwiesen werden. 15 Für das Essay ist aber der Hinweis, sich vorab einen Aufbau zu überlegen, entscheidender, insbesondere da nicht alle Aufsätze chronologisch verfasst sind. Die Studierenden müssen für ihr Essay einen roten Faden entwickeln. Ihre Gedankengänge und Überlegungen werden durch den Aufbau des Essays deutlich. 16 DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 86 Katharina Lingstädt/ Florian Oepping 17 Siehe auch Büker/ Lange, Textrückmeldung, 215f., und Klöckener, Schreiben, 98. 18 Es ist ratsam, den Studierenden davor einige Hinweise an die Hand zu geben. Einerseits sollten die Zielsetzungen, Aufgaben und Abläufe geklärt werden und andererseits sollten einige Verhaltensregeln festgelegt werden (siehe Louis, Peer-Feedback, 5f.). 19 Peer-Feedback hat noch weitere Vorteile: Die Kritik am Schreibstil des Anderen kann auch zu einer Reflexion des eigenen Schreibens führen. Zudem veranschaulicht das Peer-Feedback den Studierenden, dass ihre Sichtweise ebenfalls geschätzt wird. Vgl. Louis, Peer-Feedback, 2. 20 Wichtig ist dabei, dass das Feedback die Aufgabe hat, „die Weiterentwicklung der Schreibkompetenz zu ermöglichen und nicht ausschließlich den Text zu verbessern“ (Büker/ Lange, Textrückmeldung, 211). Darüber hinaus ist es empfehlenswert, dass die Studierenden das Essay vor Abgabe selbst nochmals lesen, um den Stil zu überprüfen. Finden sich Wortwiederholungen, Rechtschreibfehler oder weitere Unklarheiten? Diese können meist bereits durch lautes Vorlesen und etwas Abstand entdeckt und behoben werden. 17 Ein weiterer Tipp, der zudem einen zusätzlichen Effekt hat, ist Teamarbeit. Den Studierenden sollte empfohlen werden, sich auszutau‐ schen und ein anderes Essay Korrektur zu lesen. 18 Dadurch verbessern sich mit Sicherheit die Essays und die Studierenden realisieren, dass Texte immer verbesserungswürdig sind. 19 Zudem lernen die Studierenden neben der von ihnen vorgestellten Person noch mindestens eine weitere kennen. Des Weiteren sollte den Studierenden bei der Bibliografie geholfen werden. Einerseits sollten ihnen Vorgaben an die Hand gegeben werden, wie sie ein Lite‐ raturverzeichnis anzufertigen haben. Andererseits sind auch ein paar grundle‐ gende Hinweise zur Recherche hilfreich. Sofern ein Tutorium zur Veranstaltung angeboten wird, kann eine Sitzung zum Essay und zur Bibliografie nützlich sein. In dieser können die Studierenden nochmals alle Fragen stellen, die sie haben und sich ggf. nicht trauen, eine: n Dozent: in zu fragen. 3.3 Hinweise zur Korrektur Für die Studierenden ist nicht die Anfertigung des Essays selbst entscheidend, sondern vielmehr das Einüben des wissenschaftlichen Schreibens und Arbei‐ tens. Die Recherche für die Bibliografie sowie deren Anfertigung ist eine gute Vorbereitung auf eine schriftliche Arbeit. Am hilfreichsten ist allerdings das Lernen aus eigenen Fehlern. Häufige Fehler können in einer Sitzung des Proseminars angesprochen wer‐ den, wichtiger ist jedoch das individuelle Feedback. 20 Dies kann mündlich oder schriftlich erfolgen. An der Universität Osnabrück erhalten die Studierenden ein schriftliches Feedback über das Aufgabentool der Onlineplattform (StudIP), DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 Kritiker und Exegeten 87 21 Siehe Büker/ Lange, Textrückmeldung, 216f. 22 Siehe Büker/ Lange, Textrückmeldung, 217, und Klöckener, Schreiben, 16 und 106f. 23 Siehe auch Büker/ Lange, Textrückmeldung, 210f. In diesem Aufsatz finden sich noch zahlreiche weitere Hinweise dazu, wie Dozierende Textfeedback für Studierende geben können. 24 Siehe Stangl, Kopfstand-Technik. auf welche die Studierenden auch ihr Essay hochladen können. 21 Ein solches Feedback ist sehr aufwändig, es kann Studierende in ihrem weiteren Schrei‐ ben aber unterstützen und sie insbesondere auf prüfungsrelevante Arbeiten vorbereiten. 22 Während die inhaltlich-strukturelle und fachliche Ebene wahr‐ scheinlich weniger im Fokus stehen muss, sollte das Feedback insbesondere auf die sprachlich-stilistische sowie formale Ebene zielen. 23 Die Bibliografie kann problemlos nochmals im Unterricht anhand einiger allgemeiner Beispiele wiederholt werden. Dafür kann in abgewandelter Form die Kopfstandmethode nach Edward de Bono angewendet werden. 24 Den Stu‐ dierenden wird eine fehlerhafte Bibliografie zur Korrektur gegeben. Dies schult sie, einen genauen Blick für die Feinheiten einer Bibliografie und deren Formalia zu entwickeln. Es kommt allerdings auch immer wieder vor, dass Studierende einfach zu viele Fehler in der Bibliografie machen und sie diese wiederholen müssen. Hierbei empfiehlt es sich, ihnen eine neue Bibliografie als Aufgabe zu geben. Bei dieser textunabhängigen Aufgabe ist es sinnvoll, die Studierenden die Werke einer Alttestamentlerin bibliografieren zu lassen, sofern mit dem Werk von Rudolf Smend gearbeitet worden ist. 4 Reflexion anhand einer Evaluation Ehrlicherweise gehört die Anfertigung eines Essays samt Bibliografie nicht zu den beliebtesten Aufgaben. Aber diejenigen, die danach eine Proseminararbeit im Alten Testament geschrieben haben, meldeten zurück, dass das Essay eine ungemein große Hilfe und exzellente Vorbereitung gewesen ist. Das individuelle Feedback hat ihnen bereits einige Fehler offenbart und ihnen bewusst gemacht, wo ihre persönlichen Fehlerquellen liegen. Zudem waren ihnen der Stil sowie die Formalia einer Bibliografie bereits bekannt und sie wussten, worauf sie bei der Durchsicht ihres eigenen Literaturverzeichnisses achten mussten. Dies gab ihnen eine gewisse Sicherheit bei der Anfertigung ihrer ersten schriftlichen Arbeit. Des Weiteren kann positiv angeführt werden, dass sich manche Studierende über alle zur Auswahl stehenden Forschenden informieren, um herauszufinden, DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 88 Katharina Lingstädt/ Florian Oepping wen sie interessant finden. Dies gibt ihnen eine gute Übersicht über die For‐ schungsgeschichte und die wichtigsten Akteure. Daneben lässt sich aber ebenso das Beispiel anführen, dass manche Studierende lediglich den Seitenumfang der Porträts überprüfen, um wenig Text lesen zu müssen. Die Erwartungen an den Lernerfolg sollten hier somit realistisch betrachtet werden. Es ist bereits etwas gewonnen, wenn die Studierenden zumindest durch die Beschäftigung mit ‚ihrem/ ihrer‘ Alttestamentler: in einen kleinen Einblick in die Forschungsgeschichte erhalten haben. Dies kann sich bereits lohnen, insbesondere, wenn sie ihr Wissen im Proseminar selbst anwenden können. Das Lehrbeispiel hat sich als hilfreiche Vorbereitung für prüfungsrelevante Hausarbeiten in zahlreichen Proseminaren bewährt. Es führt Studierende in das wissenschaftliche Arbeiten ein und macht sie mit den Feinheiten einer Bibliografie vertraut. Literatur Büker, Stefanie/ Lange, Ulrike: Die Textrückmeldung in der Schreibberatung für interna‐ tionale Studierende, in: Brandl, Heike u. a. (Hg.): Ansätze zur Förderung akademischer Schreibkompetenz an der Hochschule. Fachtagung 2.-3. März 2009 an der Universität Bielefeld, Göttingen 2010, 207-226. Esselborn-Krumbiegel, Helga: Richtig wissenschaftlich schreiben (Uni Tipps), Paderborn 5 2010. Grätz, Sebastian/ Schipper, Bernd U. (Hg.): Alttestamentliche Wissenschaft in Selbstdar‐ stellungen (UTB 2920), Göttingen 2007. Klöckener, Monnica: Schreiben im Theologiestudium (Schreiben im Studium 12), Opla‐ den 2012. Louis, Barbara: Peer-Feedback auf schriftliche Arbeiten (Peer-Review); in: Center for Teaching and Learning der Universität Wien (Hg.): Infopool besser lehren, Wien 2017, https: / / bit.ly/ 4pQ1Fs2 Letzter Zugriff 15.09.2025. o. N.: Modulbeschreibungen für die Lehreinheit „Evangelische Theologie/ Evangelische Religion“, Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften, Universität Osna‐ brück, https: / / bit.ly/ 4mWLSoG Letzter Zugriff: 15.09.2025. Smend, Rudolf: Deutsche Alttestamentler in drei Jahrhunderten, Göttingen 1989. Smend, Rudolf: Kritiker und Exegeten. Porträtskizzen zu vier Jahrhunderten alttesta‐ mentlicher Wissenschaft, Göttingen 2017. Stangl, Werner: Kopfstand-Technik, in: Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik, 2009, https: / / lexikon.stangl.eu/ 14009/ kopfstand-technik Letzter Zugriff 15.09.2025. DOI 10.24053/ VvAa-2023-0018 Kritiker und Exegeten 89
