Forum Exegese und Hochschuldidaktik: Verstehen von Anfang an (VvAa)
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2366-0597
2941-0789
Francke Verlag Tübingen
10.24053/VvAa-2023-0021
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2026
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Fischer Heilmann Wagner KöhlmoosMonnica Klöckener: Schreiben im Theologiestudium
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2026
Philipp Dieter Seinschehttps://orcid.org/0000-0002-7104-2625
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Monnica Klöckener: Schreiben im Theologiestudium Rezensiert von Philipp Dieter Seinsche (orcid.org/ 0000-0002-7104-2625) Bibliographische Details: Klöckener, Monnica: Schreiben im Theologiestu‐ dium (UTB 5850), Opladen 2020, 119 S., ISBN 978-3-8252-5850-4, DOI: 10.36198/ 9783838558509. 1 Zum Buch In Gestalt eines schmalen Taschenbuchs legt Monnica Klöckener das „erste Be‐ gleitbuch zum Schreiben im Theologiestudium“ (18) vor, das im Zusammenhang der Konzeptionierung einer Übung „Schreiben in der Theologie“ für sämtliche katholisch-theologische Studiengänge der Universität Münster entstanden ist. Angesichts der Bedeutung, die das Schreiben für alle geisteswissenschaftlichen Studiengänge und insbesondere für das Theologiestudium besitzt, ist es erstaun‐ lich, dass erst jetzt ein Schreibratgeber erschienen ist, der das Schreiben im Theologiestudium in den Mittelpunkt stellt. Grundsätzlich ähnliche Hilfsmittel wie die Arbeitstechniken Theologie von Katharina Lammers/ Klaus von Stosch heben insgesamt stärker auf Formalia und Bedingungen des Schreibprozesses und weniger auf das Schreiben selbst ab. Nach einer grundlegenden Verortung, die die Bedeutung des Schreibens für Studium und Theologietreiben herausstellt und Schreiben als eine Handwerks‐ technik einführt (Kp. 1), folgt die Darstellung den Phasen eines idealen Schreib‐ prozesses, wobei von Beginn an eingeschränkt wird, dass diese hochflexibel seien, denn jeder schreibe anders (19). Diese Phasen sind im Einzelnen: Rahmen‐ bedingungen klären (Kp. 2); Orientierung und Recherche (Kp. 3); Fragestellung, Methode und Struktur (Kp. 4); Rohfassung schreiben (Kp. 5); Überarbeitung und Korrektur lesen (Kp. 6); Fertiges Manuskript (Kp. 7). Die Phasen bauen sinnvoll aufeinander auf, wobei die notwendige Wiederholung einzelner Schritte wie z. B. die wiederholte Literaturrecherche nicht unerwähnt bleibt. Anzufragen DOI 10.24053/ VvAa-2023-0021 sind m. E. lediglich zwei inhaltliche Entscheidungen: (1.) Einen größeren Raum (37-47; 63-66) nehmen propädeutische Kurzeinblicke in den Kanon der (katho‐ lisch-)theologischen Disziplinen und ihre jeweiligen Methodiken ein. Als Hilfe zur Abfassung theologischer Arbeiten reichen diese jedoch nicht aus, zumal ins‐ besondere der Abschnitt zur Praktischen Theologie (41f.) deutlich zu kurz greift. (2.) Es werden keine Formalia wie Zitationsstil oder Formatierung behandelt, sondern stattdessen an die jeweiligen Dozierenden verwiesen (18). Zumindest ein Musterzitationsstil sowie allgemeine Vorgaben z. B. zum Zeilenabstand wären jedoch hilfreich, wenn von Seiten der Dozierenden genauere Vorgaben fehlen. Somit bietet die Autorin einen hilfreichen Ratgeber, der den gesamten Schreibprozess von der Entscheidung für das Abfassen einer schriftlichen Arbeit über die Themenfindung, Information und Abfassung bis hin zur Abgabe und Bewertung begleitet, dabei jedoch der Ergänzung um weitere formale und propädeutische Hinweise und Ausführungen bedarf. 2 Zur Didaktik Das Buch soll „sowohl als Begleiter und Ratgeber für den gesamten Schreibpro‐ zess als auch als Nachschlagewerk und Übungssammlung für einzelne Schritte“ (18) dienen. Dem trägt der insgesamt sehr geordnete Aufbau Rechnung: Jedes Kapitel wird mittels einer Grafik eröffnet, die das Verhältnis der behandelten Schreibphase zu den weiteren visualisiert. Besonders hilfreich sind die folgen‐ den sog. Problemskizzen, kurze Aussagesätze (z. B. „Ich habe keine Lust zu schreiben.“ [21]), die ein konkretes Problem, das im Schreibprozess auftreten kann, adressieren und eine einfache Orientierung über die Inhalte und Ziele des jeweiligen Kapitels ermöglichen. Ein Index aller Problemskizzen findet sich am Ende des Buches (118f.). Ergänzt werden die Ausführungen eines jeden Kapitels mit Übungen und Methoden, die die Schreibenden bei der Planung und Durchführung ihres Schreibvorhabens unterstützen sollen. Sie reichen von praktischen Hinweisen zur Gestaltung eines schönen Arbeitsplatzes (27) bis hin zu einer Checkliste zur Überarbeitung der Struktur (78f.). Zahlreiche Stationen des Schreibprozesses werden mit Beispielen illustriert, die häufig aus dem Bereich des Fachs der Autorin, der Alten Kirchengeschichte, stammen. Vor allem das Schreiben selbst ist fest im Blick. In Fragen der Formalia werden Schreibende auf die Vorgaben von Dozierenden, Instituten und Fakultäten verwiesen. Zwar werden Hinweise zur Literaturrecherche (auch zu Internet‐ bibliografien) gegeben, aber nur für Internetquellen werden Kriterien zur Auswahl wissenschaftlicher Literatur explizit benannt (48-51). Für die Erpro‐ bung der Literaturrecherche und des Forschungsdatenmanagements werden die DOI 10.24053/ VvAa-2023-0021 110 Rezensiert von Philipp Dieter Seinsche Schreibenden an entsprechende Kurse der Universitätsbibliotheken verwiesen. Ebenso werden EDV-Schulungen für alle empfohlen, die Hilfe im Umgang mit Textprogrammen benötigen (98f.). Grundsätzlich ist das Aufklären über solche Angebote sehr sinnvoll, ohne größere Eigeninitiative seitens der Schreibenden werden sie allerdings nur selten wahrgenommen werden. Auch in universitären Übungen zum wissenschaftlichen Schreiben oder Ar‐ beiten kann das Buch sicherlich mit Gewinn eingesetzt werden. Die Lernenden könnten beispielsweise mit seiner Hilfe anhand eines Kurzessays das wissen‐ schaftliche Schreiben einüben. Dabei wird seitens der Lehrenden allerdings zusätzliche Unterstützung notwendig sein. Die im Buch präsentierten Übungen sind mehrheitlich Vorschläge für das Schreiben unterstützende Techniken und keine Aufgaben, die im universitären Rahmen überprüfbare Ergebnisse hervorbringen würden und gemeinsam bearbeitet werden könnten. Es handelt sich also um kein Lehrbuch, das das wissenschaftliche Schreiben einübt, sondern eben um einen Ratgeber, der Lernenden helfen soll, ein Thema zu finden, zu diesem Gedanken zu formulieren und zu Papier zu bringen. DOI 10.24053/ VvAa-2023-0021 Monnica Klöckener: Schreiben im Theologiestudium 111
