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Übungsbuch IFRS-Rechnungslegung

Aufgaben und Lösungen

0616
2025
978-3-8385-6490-6
978-3-8252-6490-1
UTB 
Jörg Wöltje
10.36198/9783838564906

Dieses Übungsbuch orientiert sich am utb-Lehrbuch IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt und bietet eine Vielzahl an Aufgaben mit Lösungen. Das Themenspektrum umfasst die Grundprinzipien und den Aufbau der IFRS-Rechnungslegung, die Bestandteile von IFRS-Abschlüssen sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Danach spannt sich der Bogen von den verschiedenen Bewertungsmaßstäben über Einzelthemen wie z.B. latente Steuern und der Erlösrealisation aus Verträgen mit Kunden:innen bis zur Bewertung von Finanzinstrumenten und zu Leasingverhältnissen. Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre an Hochschulen und Universitäten.

9783838564906/9783838564906.pdf
<?page no="0"?> Jörg Wöltje Übungsbuch IFRS-Rechnungslegung Aufgaben und Lösungen <?page no="1"?> utb 6490 Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage Brill | Schöningh - Fink · Paderborn Brill | Vandenhoeck & Ruprecht · Göttingen - Böhlau · Wien · Köln Verlag Barbara Budrich · Opladen · Toronto facultas · Wien Haupt Verlag · Bern Verlag Julius Klinkhardt · Bad Heilbrunn Mohr Siebeck · Tübingen Narr Francke Attempto Verlag - expert verlag · Tübingen Psychiatrie Verlag · Köln Psychosozial-Verlag · Gießen Ernst Reinhardt Verlag · München transcript Verlag · Bielefeld Verlag Eugen Ulmer · Stuttgart UVK Verlag · München Waxmann · Münster · New York wbv Publikation · Bielefeld Wochenschau Verlag · Frankfurt am Main UTB (XL) Impressum_01_25.indd 1 UTB (XL) Impressum_01_25.indd 1 13.01.2025 11: 29: 00 13.01.2025 11: 29: 00 <?page no="2"?> Prof. Dr. Jörg Wöltje lehrt an der Hochschule Karlsruhe und ist Verfasser einer Vielzahl von Wirtschaftsbüchern. <?page no="3"?> Jörg Wöltje Übungsbuch IFRS-Rechnungslegung Aufgaben und Lösungen <?page no="4"?> Umschlagabbildung: © funtap iStockphoto Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http: / / dnb.dnb.de abrufbar. DOI: https: / / doi.org/ 10.36198/ 9783838564906 © UVK Verlag 2025 - Ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 · D-72070 Tübingen Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle Informationen in diesem Buch wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Fehler können dennoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Weder Verlag noch Autor: innen oder Herausgeber: innen übernehmen deshalb eine Gewährleistung für die Korrektheit des Inhaltes und haften nicht für fehlerhafte Angaben und deren Folgen. Diese Publikation enthält gegebenenfalls Links zu externen Inhalten Dritter, auf die weder Verlag noch Autor: innen oder Herausgeber: innen Einfluss haben. Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind stets die jeweiligen Anbieter oder Betreibenden der Seiten verantwortlich. Internet: www.narr.de eMail: info@narr.de Einbandgestaltung: siegel konzeption ⅼ gestaltung Druck: Elanders Waiblingen GmbH utb-Nr. 6490 ISBN 978-3-8252-6490-1 (Print) ISBN 978-3-8385-6490-6 (ePDF) ISBN 978-3-8463-6490-1 (ePub) <?page no="5"?> Vorwort zum Übungsbuch Liebe Leserinnen und Leser, dieses Übungsbuch ergänzt das Lehr- und Arbeitsbuch „IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt“. Sie haben die Möglichkeit, Ihr Wissen anhand von ausführlichen Beispielsachverhalten sowie einer Vielzahl von Übungsaufgaben mit ausführlichen Lösungen zu überprüfen und zu vertiefen. Bei den Übungsaufgaben handelt es sich um Übungsaufgaben aus meinen Vorlesungen sowie eigene Klausuraufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu den Themengebieten des Buches „IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt“. Beispielsweise werden folgende Themengebiete behandelt: Grundlagen der IFRS-Rechnungslegung, Bestandteile eines IFRS-Abschlusses, Bewertungsmaßstäbe für die Erst- und Folgebewertung (Anschaffungskostenmodell, Neubewertungsmodell und Modell des beizulegenden Zeitwerts), Impairment-Test, latente Steuern, Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Vorräte, Rückstellungen, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, Finanzinstrumente und Leasingverhältnisse. Das Übungsbuch ist als Trainingshilfe für die Anwendung der IFRS in der Unternehmenspraxis und zur erfolgreichen Vorbereitung auf Klausuren/ Prüfungen im Fach Internationale Rechnungslegung konzipiert. Darüber hinaus können Sie Ihr Wissen anhand von Multiple-Choice-Aufgaben themenübergreifend testen. Ich möchte mich bei meinen Studierenden der Studiengänge „International Management“ und „Betriebswirtschaftslehre“ an der Hochschule Karlsruhe für ihre wertvollen Hinweise und Anregungen bedanken. Mein herzlicher Dank gilt auch dem Verlagsleiter Herrn Dr. Jürgen Schechler vom UVK-Verlag. Die Zusammenarbeit mit ihm war wieder hervorragend. Alle Aufgaben mit Lösungen wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Sollte sich dennoch der Fehlerteufel eingeschlichen haben oder Sie Anregungen für Ergänzungen haben, freue ich mich über Ihre Mail an: joerg.woeltje@t-online.de. Karlsruhe, im April 2025 Jörg Wöltje <?page no="7"?> Inhaltsverzeichnis Die Zahlen verweisen auf die Nummerierung der Schritte im Buch „IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt“. Vorwort .....................................................................................................................................................................................5 Aufgaben ................................................................................................................................................................................. 7 1. Einführung in die IFRS-Rechnungslegung ........................................................................................................ 9 2. Konzeptionelle Grundlagen der IFRS-Rechnungslegung ........................................................................ 10 3. Bestandteile des IFRS-Jahresabschlusses ...................................................................................................... 11 4. Elemente der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ............................................................... 13 5. Bewertungsmaßstäbe für die Erstbewertung nach IFRS........................................................................ 14 6. Bewertungsmaßstäbe für die Folgebewertung nach IFRS ..................................................................... 19 7. Latente Steuern.......................................................................................................................................................... 23 8. Sachanlagen................................................................................................................................................................. 24 9. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)............................................... 32 10. Immaterielles Vermögen und Geschäfts- oder Firmenwert .................................................................. 35 11. Vorräte........................................................................................................................................................................... 39 12. Rückstellungen........................................................................................................................................................... 41 13. Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 ......................................................................................... 43 14. Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten....................................................................................... 48 15. Leasingvereinbarungen nach IFRS 16 ............................................................................................................. 53 Lösungen .............................................................................................................................................................................. 55 1. Einführung in die IFRS-Rechnungslegung ..................................................................................................... 57 2. Konzeptionelle Grundlagen der IFRS-Rechnungslegung ........................................................................ 58 3. Bestandteile des IFRS-Jahresabschlusses ...................................................................................................... 60 4. Elemente der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ............................................................... 63 5. Bewertungsmaßstäbe für die Erstbewertung nach IFRS........................................................................ 64 6. Bewertungsmaßstäbe für die Folgebewertung nach IFRS ..................................................................... 69 7. Latente Steuern.......................................................................................................................................................... 76 8. Sachanlagen................................................................................................................................................................. 77 9. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)................................................ 99 10. Immaterielles Vermögen und Geschäfts- oder Firmenwert ................................................................111 11. Vorräte.........................................................................................................................................................................117 12. Rückstellungen.........................................................................................................................................................119 13. Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 .......................................................................................120 14. Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten.....................................................................................129 15. Leasingvereinbarungen nach IFRS 16 ...........................................................................................................141 Erfolgskontrolle mit Multiple Choice ................................................................................................................145 <?page no="9"?> Aufgaben <?page no="11"?> Aufgaben 9 1. Einführung in die IFRS-Rechnungslegung Aufgabe zum Thema Grundprinzipien und Aufbau der IFRS a) Was sind die IFRS? b) Was sind die Zielsetzungen der IFRS und warum wurden sie entwickelt? c) Warum sollte nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der IFRS bilanziert werden? Nennen Sie verschiedene Argumente für die Einführung der IFRS. <?page no="12"?> 10 Aufgaben 2. Konzeptionelle Grundlagen der IFRS-Rechnungslegung Aufgabe zum Thema Organisatorische Grundlagen a) Wer entwickelt die IFRS? b) Wer überprüft die Einhaltung der IFRS-Rechnungslegung? c) Haben die IFRS eine steuerrechtliche Bedeutung? d) Was ist das IASB? Beschreiben Sie das IASB kurz. e) Wie sind die IFRS aufgebaut und welche Grundprinzipien liegen ihnen zugrunde? <?page no="13"?> Aufgaben 11 3. Bestandteile des IFRS-Jahresabschlusses Aufgabe 3.1 Thema Gesamtergebnisrechnung Ein nach IFRS bilanzierendes Unternehmen weist folgende Erträge und Aufwendungen aus: Umsatzerlöse 170 Mio. € Sonstige betriebliche Erträge 20 Mio. € Finanzerträge 10 Mio. € Materialaufwand 30 Mio. € Personalaufwand 60 Mio. € Abschreibungen 15 Mio. € Sonstige betriebliche Aufwendungen 25 Mio. € Finanzaufwendungen 20 Mio. € Sonstige Informationen Erhöhung der Neubewertungsrücklage (brutto) 12 Mio. € Erhöhung der Fair Value-Rücklage (brutto) 8 Mio. € Ertragssteuersatz: 30 % Erstellen Sie die Gesamtergebnisrechnung nach dem One Approach Statemen t. Aufgabe 3.2 Thema Bestandteile eines IFRS-Abschlusses Welche Rechnungslegungsinstrumente enthält ein vollständiger IFRS-Abschluss? Aufgabe 3.3 Thema Segmentberichterstattung a) Was versteht man unter einer Segmentberichterstattung? b) Nennen Sie zwei mögliche Ansätze zur Segmentierung bei der Segmentberichterstattung. Aufgabe 3.4 Thema Umsatzkostenverfahren Ein Unternehmen produziert im Geschäftsjahr 01 von einem Produkt 25.000 Stück, von denen in der Periode 18.000 Stück verkauft werden. In der Produktion sind folgende Aufwendungen für die gesamte hergestellte Menge angefallen: Personalaufwand: 65.000 € Materialaufwand: 50.000 € Abschreibungen: 60.000 € Vertriebskosten pro Stück: 2 €/ St. Verkaufspreis pro Stück: 11 €/ St. Das Ergebnis ist nach dem Umsatzkostenverfahren in Kontenform zu ermitteln, wobei der Umsatzaufwand in einem Betrag auszuweisen ist. <?page no="14"?> 12 Aufgaben Aufgabe 3.5 Thema Kapitalflussrechnung Nach welchen drei Tätigkeitsbereichen sind die Cashflows in der Kapitalflussrechnung zu gliedern? Aufgabe 3.6 Thema Zwischenberichterstattung Welche Elemente der Rechnungslegung enthält ein Zwischenbericht? <?page no="15"?> Aufgaben 13 4. Elemente der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Aufgabe 4.1 Thema Erstellen einer Bilanz Sie haben von einem Handelsunternehmen folgende Informationen über das Inventar zum 31.12.01 erhalten: Fernsehgeräte (zum Verkauf bestimmt): 50.000 € Kopiergeräte (Büro): 15.000 € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: 142.800 € vorausbezahlte Miete für eine Lagerhalle: 3.000 € Gebäude: 450.000 € Büroausstattung: 50.000 € kurzfristige Wertpapiere: 40.000 € Kühlschränke (zum Verkauf bestimmt): 60.000 € Aktien (zum langfristigen Halten): 70.000 € Fahrzeuge: 130.000 € Bankkredite: 200.000 € ungewisse Verpflichtung aus einer anhängigen Klage: ca. 70.000 € längerfristig angelegte festverzinsliche Wertpapiere: 100.000 € Bankguthaben: 15.000 € Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: 260.000 € Erstellen Sie eine Bilanz zum 31.12.01 für eine kleine Kapitalgesellschaft nach § 267 HGB, in der nur die Posten mit Buchstaben und römischen Zahlen anzugeben sind. Aufgabe 4.2 Thema Schulden Wie wird eine Schuld nach IFRS definiert? Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Schuld passiviert werden muss? <?page no="16"?> 14 Aufgaben 5. Bewertungsmaßstäbe für die Erstbewertung nach IFRS Aufgabe 5.1 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die IMTB AG kauft am 01.03.01 eine Produktionsmaschine auf einer Messe zum Listenpreis von für 400.000 € zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Die Lieferung erfolgt am 01.04.01. Der Lieferant gewährt der IMTB AG einen Rabatt in Höhe von 10 % auf den Listenpreis. Die IMTB AG bezahlt die Rechnung innerhalb einer Woche mit Abzug von 2 % Skonto. Die Transportkosten für die Produktionsmaschine betragen 2.618 € inkl. 19 % Umsatzsteuer. Die Versicherungsprämie für den Transport der Maschine beträgt 400 €. Für die Maschine ist ein Fundament erforderlich, die Kosten belaufen sich auf 17.374 € inkl. 19 % Umsatzsteuer. Das Fundament wird Ende Mai 01 fertiggestellt, die Maschine wird am 01.06.01 in Betrieb genommen. Zur Finanzierung der Produktionsmaschine hat die IMTB AG am 01.03.01 bei einer Hausbank einen Kredit in Höhe von 300.000 € zu einem Zinssatz von 6 % p. a. aufgenommen. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten der Produktionsmaschine nach IFRS. Aufgabe 5.2 Thema Ermittlung der in den Herstellungskosten zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Die Errichtung einer Fabrikhalle, mit der am 02.01.01 begonnen wird, kostet 5 Mio. €. Dafür nimmt die IMTB AG ein Darlehen in Höhe von 3 Mio. € zu einem Zinssatz von 4 % p. a. auf, das am 01.02.01 ausgezahlt wird. Die Zahlung der Herstellungskosten erfolgt in zwei Raten zu je 1,5 Mio. € am 01.02.01 und am 01.07.01 sowie in zwei weiteren Raten zu je 1 Mio. € am 01.09.01 und am 31.12.01. Die nicht benötigen Geldmittel des Darlehens können zu 1,5 % auf einem Geldmarktkonto angelegt werden. Die Finanzierung der dritten Rate erfolgt je zur Hälfte durch Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits mit einem Zinssatz von 8 % p. a. und eines allgemeinen Betriebsmittelkredits mit einem Zinssatz von 7 % p. a. Ermitteln Sie die zu aktivierenden Fremdkapitalkosten. Aufgabe 5.3 Thema Berechnung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Unternehmen A beauftragt am 02.01.01 Bauunternehmer B mit dem Bau einer Produktionshalle. (Es handelt sich um einen qualifizierten Vermögenswert). Die Gesamtkosten betragen 900.000 €. Bis zur Auftragserteilung sind keine Kosten angefallen und Unternehmen B beginnt unverzüglich mit dem Bau der Produktionshalle. Die Bauzeit beträgt ein Jahr. Im Jahr 01 werden folgende Zahlungen an Auftragnehmer B fällig: Zahlungstermin Betrag 02.01.01 300.000 € 30.06.01 400.000 € 31.12.01 200.000 € Summe 900.000 € <?page no="17"?> Aufgaben 15 Das Unternehmen A nimmt am 2. Januar 01 bei seiner Hausbank ein Darlehen zur Finanzierung der Produktionshalle in Höhe von 900 T€ zu 6,0 % p. a. auf. Das Darlehen wird sofort ausgezahlt. Nicht benötigte Mittel kann das Unternehmen A zu 1,0 % p. a. anlegen. Aufgabe 5.4 Thema Berechnung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Ein Maschinenbauunternehmen lässt von einem Bauunternehmen eine neue Produktionshalle errichten. Der Bau beginnt am 01.04.01 und wird am 30.11.01 fertiggestellt. Die Gesamtzahlungen an das Bauunternehmen betragen 1.600.000 €. Die einzelnen Zahlungen an das Bauunternehmen sind wie folgt: 30.06.01: 600.000 € 30.09.01: 600.000 € 31.10.01: 400.000 € Zur Finanzierung des Baus der neuen Produktionshalle hat das Maschinenbauunternehmen ein Baudarlehen in Höhe von 1.200.000 € zu einem Zinssatz von 4 % p. a. aufgenommen, das sukzessive abgerufen wird. Außerdem verfügt das Unternehmen über nicht zweckgebundene Darlehen. Die Gesamtzahlungen an das Bauunternehmen betragen 1.600.000 €. Die einzelnen Zahlungen an das Bauunternehmen sind wie folgt: Darlehensbetrag Laufzeit Zinssatz allgemeines Darlehen 1 400.000 € 01.01.00 bis 31.12.02 7 % p. a. allgemeines Darlehen 2 200.000 € 01.05.00 bis 30.04.04 5 % p. a. allgemeines Darlehen 3 1.200.000 € 01.04.00 bis 31.03.10 4 % p. a. Für die Finanzierung der Baukosten wird zunächst das speziell aufgenommene Baudarlehen genutzt. Damit werden die Zahlungen zum 30. Juni 01 und 30. September 01 in Höhe von jeweils 600.000 € finanziert. Aufgabe 5.5 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Ein Unternehmen stellt LED-Schreibtischleuchten her. Im Zeitraum vom 02.01.01 bis zum 31.12.01 werden 15.000 Stück hergestellt, dabei sind folgende Kosten angefallen: Materialeinzelkosten: 300.000 € Fertigungseinzelkosten: 200.000 € Sondereinzelkosten der Fertigung: 25.000 € Leerkosten 40.000 € Fremdkapitalkosten während des Herstellungszeitraums 29.000 € Materialgemeinkostenzuschlagssatz 12 % Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz 230 % Werteverzehr der Produktionsanlagen (Abschreibungen) 60.000 € Vertriebsgemeinkosten 40.000 € <?page no="18"?> 16 Aufgaben Sondereinzelkosten des Vertriebs 15.000 € Forschungskosten 70.000 € allgemeine Verwaltungskosten 50.000 € produktionsbezogene Verwaltungskosten 40.000 € kalkulatorische Kosten 10.000 € Ermitteln Sie die Herstellungskosten pro Stück. Aufgabe 5.6 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die Miller AG hat am 06.01.01 eine Galvanisierungsanlage für 2.380.000 € (inkl. 19 % USt) gekauft. Die Galvanisierungsanlage wurde innerhalb von 10 Tagen unter Abzug von 3 % Skonto bezahlt. Zusätzlich erhielt die Miller AG einen staatlichen Investitionszuschuss in Höhe von 200.000 €, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für den Transport der Galvanisierungsanlage mussten an einen Spediteur 17.850 € (inkl. 19 % USt) bezahlt werden. Eine Transportversicherung in Höhe von 1,5 % des Netto-Anschaffungspreises wurde abgeschlossen. Die Aufstellung der Galvanisierungsanlage wurde mit eigenen Mitarbeitern durchgeführt. Hierbei sind Lohn- und Materialkosten in Höhe von 70.000 € sowie nicht direkt zurechenbare Verwaltungsgemeinkosten in Höhe von 22.000 € angefallen. Desweiteren ist die Miller AG verpflichtet, die Galvanisierungsanlage nach einer geschätzten Nutzungsdauer von 20 Jahren zu entsorgen. Voraussichtlich werden dafür Kosten in Höhe von 450.000 € anfallen. Die Miller AG verwendet einen Kalkulationszinssatz von 8 %. a) Berechnen Sie die Anschaffungskosten für die Galvanisierungsanlage (Werte ohne Nachkommastellen). b) Buchen Sie den Kauf und die erste Folgebewertung zum 31.12.01 ohne Umsatzsteuer. Aufgabe 5.7 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die IM AG kauft Ende 01eine ökologische Biogasanlage für 13,5 Mio. € ohne Umsatzsteuer. Im Rahmen der Kaufabwicklung fallen Beraterhonorare in Höhe von 178.500 € inkl. 19 % USt an. Nach einer Nutzungsdauer von 20 Jahren muss die Biogasanlage zurückgebaut werden. Die Kosten für den Rückbau werden auf 1,2 Mio. € geschätzt. Der Diskontierungszinssatz beträgt 6 %. Mit welchen Anschaffungskosten ist die Biogasanlage zu aktivieren (Zahlen ohne Nachkommastellen)? Aufgabe 5.8 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die XYZ GmbH kauft ein altes Gebäude für 3.570.000 € inkl. 19 % USt. Nach zähen Verhandlungen gewährt der Verkäufer der XYZ GmbH einen Rabatt in Höhe von 10 %. Der Makler berechnet für seine Dienstleistung 3 % zzgl. 19 % USt vom Kaufpreis. Für die Eintragung als Eigentümer ins Grundbuch verlangt der Notar 17.850 € inkl. 19 % USt. Das Unternehmen finanziert das Gebäude mit einem Bankkredit. Die Bank zahlt den Kredit nur aus, wenn die XYZ GmbH eine Grundschuld eintragen lässt. Der Notar berechnet für die Eintragung der Grundschuld 5.950 € inkl. 19 % USt. <?page no="19"?> Aufgaben 17 Für die Eintragung als Eigentümer im Grundbuch muss das Unternehmen 3.600 € zahlen. Ferner sind für die Grundschuldeintragung 1.800 € zu zahlen. Die Grunderwerbsteuer beträgt 5 % des Kaufpreises. Jährlich muss das Unternehmen 5.000 € für die Feuerversicherung bezahlen. Da sich auf dem Grundstück ein altes Betriebsgebäude findet, muss dieses abgerissen und entsorgt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 95.200 € inkl. 19 % USt. Im nächsten Jahr zahlt das Unternehmen Fremdkapitalzinsen in Höhe von 75.000 €. Ferner muss in fünf Jahren ein Teil des Gebäudes entsorgt werden. Die Entsorgungskosten in fünf Jahren werden auf 250.000 € zzgl. 19 % USt geschätzt. Hierfür ist eine Rekultivierungsrückstellung zu bilden. Der Diskontierungszinssatz beträgt 8 %. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten des Gebäudes. Aufgabe 5.9 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Über die Anschaffung eines großen Blockheizkraftwerks liegen Ihnen folgende Informationen vor: − Der Anschaffungspreis inkl. 19 % USt beträgt 2.380.000 €. − Das Blockheizkraftwerk wird nach 8 Tagen unter Abzug von 2 % Skonto per Banküberweisung bezahlt. − Die Kosten für die Baugenehmigung betragen 50.000 € (ohne USt). − Es fallen noch direkt zurechenbare Montagekosten in Höhe von 119.000 € inkl. 19 % USt an. − Die Nutzungsdauer des Blockheizkraftwerks beträgt 20 Jahre. − Die Rückbaukosten werden auf 300.000 € (ohne USt) in 20 Jahren geschätzt. Der Diskontierungszinssatz beträgt 6 %. − Das Unternehmen erhält einen Investitionszuschuss in Höhe von 200.000 €, der direkt von den Anschaffungspreis abgezogen wird. − Vor einem Jahr wurde eine Anzahlung in Höhe von 500.000 € über einen Investitionskredit geleistet. Der Fremdkapitalzinssatz beträgt 5 %. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten des Blockheizkraftwerks. Aufgabe 5.10 Thema: Ermittlung der Anschaffungskosten Berechnen Sie die Anschaffungskosten einer Spezialmaschine. Es liegen ihnen folgende Informationen vor: Anschaffungspreis inkl. 19 % USt: 595.000,00 € Die Spezialmaschine wird unter Abzug von 3 % Skonto bezahlt. Versicherungskosten für Transport und Montage: 1.500,00 € Transportkosten inkl. 19 % USt: 2.380,00 € Montagekosten inkl. 19 % USt: 1.785,00 € Rückbaukosten in 10 Jahren: 50.000,00 € Diskontierungszinssatz (i) = 10 % Fremdkapitalzinsen für die Vorfinanzierung der Maschine: 722,84 € Allgemeine Verwaltungskosten des Einkaufs: 4.000,00 € Ermitteln Sie die Anschaffungskosten für die Spezialmaschine nach IFRS. <?page no="20"?> 18 Aufgaben Aufgabe 5.11 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die Müller GmbH kauft am 15.07.01 eine Produktionsanlage für 714.000 € inkl. 19 % USt. Die Produktionsanlage wird eine Woche später unter Abzug von 3 % Skonto bezahlt. Für die Produktionsanlage erhält die Müller GmbH einen Investitionszuschuss in Höhe von 60.000 €. Die Transport- und Montageversicherung beträgt 2 % des Nettowarenwertes der Produktionsanlage. Betriebseigene Mitarbeiter bauen die Produktionsanlage auf. Hierfür sind Lohn- und Materialkosten in Höhe von 15.000 € sowie nicht direkt zurechenbare Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten in Höhe von 24.000 € angefallen. Nach 15 Jahren ist die Produktionsanlage zu entsorgen. Die Entsorgungskosten belaufen sich auf 100.000 €. Der Diskontierungszinssatz beträgt 10 %. Berechnen Sie die Anschaffungskosten und den Buchwert der Produktionsanlage zum Bilanzstichtag (31.12.01). Die geschätzte Nutzungsdauer der Produktionsanlage beträgt 10 Jahre. <?page no="21"?> Aufgaben 19 6. Bewertungsmaßstäbe für die Folgebewertung nach IFRS Aufgabe 6.1 Thema Anschaffungskostenmodell - (Impairment-Test) Zu Beginn des Jahres 01 wurde eine Maschine mit Anschaffungskosten von 2.250 T€ angeschafft. Ihre geschätzte Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre. Ihr Restverkaufserlös (Resterlös) am Ende des Jahres 10 wird auf 250 T€ geschätzt. Als Abschreibungsmethode wird die lineare Abschreibung gewählt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten beträgt 1.600 T€ im Jahr 04 und 470 T€ im Jahr 08. Der Nutzungswert (value in use) beträgt im Jahr 04 1.750 T€ und im Jahr 08 420 T€. Im Jahr 09 beträgt der erzielbare Betrag 520 T€. Überprüfen Sie auch, ob eine Zuschreibung erforderlich ist. Erstellen Sie eine Tabelle der Folgebewertung (Jahr, Abschreibung, Ansatz) nach dem Anschaffungskostenmodell (cost model) und markieren Sie den Zeitpunkt, wann der Impairment-Test zum Tragen kommt. Abschreibungen sind mit einem negativen Vorzeichen zu versehen. Aufgabe 6.2 Thema Anschaffungskostenmodell (cost model) a) Liegt immer eine Wertminderung vor, wenn der erzielbare Betrag (recoverable amount) kleiner als der Buchwert ist? b) Liegt immer eine Wertminderung vor, wenn der Nutzungswert kleiner als der Buchwert ist? Aufgabe 6.3 Thema Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Ein Produktionsunternehmen kaufte am 05.07.01 eine Laserbearbeitungsmaschine für 1.200.000 €. Die Nutzungsdauer der Maschine beträgt 10 Jahre. Die Maschine wird linear abgeschrieben. Aufgrund eines auslösenden Ereignisses beträgt der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten der Maschine am 31.12.05 380.000 €. Die Cashflows der Jahre 06, 07, 08, 09, 10 betragen jährlich jeweils 120.000 €. Der Cashflow mit Liquidationserlös am Ende der Nutzungsdauer, dem 30.06.11, beträgt 160.000 €. Der Diskontierungszinssatz beträgt 8 %. a) Besteht eine Wertminderung zum 31.12.05? Falls ja, in welcher Höhe? b) Ist eine Anpassung des Buchwerts vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag zum 31.12.07 500.000 € beträgt? Falls ja, in welcher Höhe? Aufgabe 6.4 Thema Verlustfreie Bewertung Die Gartengeräte GmbH bewertet die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen grundsätzlich zu Herstellungskosten. Ist der Markt- oder Börsenpreis dieser Erzeugnisse niedriger, so wird dieser angesetzt. Da der Absatzpreis für die klassische Astschere gesunken ist, müssen die zu Herstellungskosten bewerteten Vorräte mit den Marktpreisen verglichen werden. Hierzu bietet sich die sogenannte verlustfreie Bewertung an. <?page no="22"?> 20 Aufgaben Für die unfertigen Astscheren liegen der Gartengeräte GmbH folgende Daten vor: Lagerbestand am 31.12. 12.000 St. bisherige Herstellungskosten 14,50 €/ St. voraussichtlicher Verkaufspreis 20,00 €/ St. Erlösschmälerungen 8 % vom Verkaufspreis Kosten für Verpackung und Transport 1,30 €/ St. noch anfallende Vertriebskosten 2 % vom Verkaufspreis noch anfallende Herstellungskosten 4,70 €/ St. Mit welchem Wert sind die unfertigen Astscheren bei der Gartengeräte GmbH zu bilanzieren? Aufgabe 6.5 Thema Impairment-Test Am 31.12.02 beträgt der Buchwert eines immateriellen Vermögenswertes 480.000 €. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Verkauf für 470.000 € möglich, wobei zusätzlich noch Veräußerungskosten in Höhe von 6.000 € anfallen. Bei weiterer Nutzung können über fünf Jahre Einzahlungsüberschüsse in Höhe von 115.000 € erzielt werden. Der Diskontierungszinssatz beträgt 6 %. Berechnen Sie den erzielbaren Betrag. Was ist noch zu tun? Aufgabe 6.6 Thema Impairment-Test Die Anschaffungskosten einer Bestückungsmaschine, die zu Beginn des Jahres 01 gekauft wurde, betrugen 500.000 €. Die Bestückungsmaschine wird planmäßig über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren mit jährlich 50.000 € abgeschrieben. Der aktuelle Buchwert zum Ende des Jahres 04 beträgt 300.000 €. Derzeit ist nur ein Liquidationserlös von 280.000 € realisierbar. Zusätzlich würden Liquidationskosten in Höhe von 3 % des Liquidationserlöses anfallen. Verbleibt die Maschine im Unternehmen, so ist in den nächsten sechs Jahren mit einem Mittelzufluss von 56.000 € p. a. zu rechnen. Der Barwert der Mittelzuflüsse ist mit einem Zinssatz von 4 % zu berechnen. Führen Sie den Impairment-Test durch und ermitteln Sie den erzielbaren Betrag der Bestückungsmaschine für das Jahr 04, zu dem die Bestückungsmaschine in die Bilanz aufgenommen werden soll. Aufgabe 6.7 Thema Impairment-Test Der Buchwert einer Sondermaschine beträgt 85.000 € zum 31.12.02. Die Restnutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Die geschätzten Einzahlungsüberschüsse (Cashflows) der nächsten fünf Jahre betragen 20.500 € pro Jahr. Der Diskontierungszinssatz (i) beträgt 9,5 % p. a. Der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten beträgt 76.000 € am 31.12.02. Ermitteln Sie den erzielbaren Betrag. Ist eine Wertminderung in Form einer außerplanmäßigen Abschreibung vorzunehmen? <?page no="23"?> Aufgaben 21 Aufgabe 6.8 Thema Erzielbarer Betrag (recoverable amount) ‒ Wertaufholung Nach einer außerplanmäßigen Abschreibung (Wertminderung) beträgt der Buchwert einer Maschine 120.000 €. Im folgenden Geschäftsjahr hat sich der erzielbare Betrag (recoverable amount) auf 150.000 € erhöht. Die fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten betragen im Fall a) 160.000 € und im Fall b) 140.000 €. Wie ist die Maschine nach dem Anschaffungskostenmodell zu bewerten? Aufgabe 6.9 Thema Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Die Schneider AG hat am 07.01.01 eine ERP-Software zu Anschaffungskosten von 2.000.000 € erworben. Die Software wurde sofort per Banküberweisung bezahlt und hat eine geschätzte Nutzungsdauer von 25 Jahren. Folgende Informationen stehen zur Verfügung: Zeitpunkt erzielbarer Betrag fiktiver Buchwert 31.12.01 1.800.000 € 1.920.000 € 31.12.02 1.900.000 € 1.840.000 € 31.12.03 2.000.000 € 1.760.000 € 31.12.04 1.470.000 € 1.680.000 € 31.12.05 800.000 € 1.600.000 € Geben Sie die Buchungssätze für die ersten fünf Jahre an. Aufgabe 6.10 Thema Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Die Gesund AG hat im Januar 01 eine Abfüllmaschine für 240.000 € gekauft. Die Abfüllmaschine hat eine Nutzungsdauer von sechs Jahren und wird planmäßig linear abgeschrieben. Zum 31.12.02 zeichnet sich ab, dass die Auslastung der Abfüllmaschine für Bügelflaschen deutlich zurückgehen wird. Die Gesund AG schätzt den Veräußerungspreis der Abfüllmaschine zum 31.12.02 auf 135.000 €. Die Demontage und Überführung der Abfüllmaschine in einen transportfähigen Zustand werden mit 5.000 € veranschlagt. Für die verbleibende Restnutzungsdauer von vier Jahren werden folgende Einzahlungsüberschüsse geschätzt: - Jahr 03: 55.000 € - Jahr 04: 50.000 € - Jahr 05: 45.000 € - Jahr 06: 40.000 € Die Gesund AG rechnet mit einem Diskontierungszinssatz von 10 % p. a. a) Führen Sie einen Impairment-Test zum 31.12.02 durch und geben die entsprechen Buchungen an. <?page no="24"?> 22 Aufgaben b) Zum Ende des Geschäftsjahres 03 hat sich die Absatzsituation der Bügelflaschen deutlich erholt. Der erzielbare Betrag der Abfüllmaschine wird zum 31.12.03 auf 150.000 € geschätzt. Nehmen Sie die notwendigen Buchungen vor (ohne Nachkommazahlen). Aufgabe 6.11 Thema Folgebewertungsmodelle Stellen Sie die drei unterschiedlichen Folgewertungsmodelle für Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilen tabellarisch oder grafisch übersichtlich dar. <?page no="25"?> Aufgaben 23 7. Latente Steuern Aufgabe 7.1 Thema Latente Steuern Die IMTB AG weist zum 31.12.01 einen latenten Steueranspruch in Höhe von 200.000 € aus. In den nächsten drei Jahren ist aufgrund der Geschäftslage mit jährlichen steuerlichen Gewinnen von 100.000 € sicher zu rechnen, eventuell sogar mit 200.000 €. Darüber hinaus ist eine verlässliche Schätzung nicht mehr möglich. Es ist mit einem Ertragssteuersatz von 30 % zu rechnen. Berechnen Sie die Begrenzung der aktiven latenten Steuern nach IFRS und erläutern Sie diese kurz. Aufgabe 7.2 Thema Latente Steuern Bei der Müller GmbH, München, ergeben sich zum 31.12.01 die folgenden Bilanzunterschiede zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz: IFRS-Bilanz Steuerbilanz Wertdifferenz a) Sonstige Rückstellungen 5.000.000 € 4.800.000 € 200.000 € b) Sachanlagen beizulegender Zeitwert 1.300.000 € Anschaffungskosten 1.150.000 € 150.000 € c) Wertpapiere, die mit der Kategorie „Fair Value through Profit or Loss“ bewertet werden beizulegender Zeitwert 225.000 € Anschaffungskosten 205.000 € 20.000 € d) Drohverlustrückstellung 310.000 € 0 € 310.000 € Berechnen Sie die aktiven und die passiven latenten Steuern nach dem Temporary-Konzept bei einem Ertragssteuersatz von 30 %. Welche latenten Steuern werden erfolgswirksam und welche erfolgsneutral erfasst? <?page no="26"?> 24 Aufgaben 8. Sachanlagen Aufgabe 8.1 Thema Komponentenansatz bei Gebäuden Ein Betriebsgebäude wurde Anfang Januar 01 fertiggestellt. Die Herstellungskosten des Gebäudes beliefen sich auf 1 Mio. €. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Gebäudes beträgt 40 Jahre. Der Leiter des Rechnungswesens erwägt die Anwendung des Komponentenansatzes. Bei einer extensiven Auslegung des Komponentenansatzes könnten für das Betriebsgebäude folgende Komponenten identifiziert werden: Komponente Anteil an den Gesamtkosten Nutzungsdauer Dach 10 % 20 Jahre Gebäudehülle 40 % 40 Jahre Fenster 10 % 25 Jahre Heizung/ Lüftung/ Klimatisierung 10 % 10 Jahre Aufzugsanlage 10 % 10 Jahre Elektrotechnik 10 % 20 Jahre Innenausbau 10 % 10 Jahre a) Wie hoch wäre die Abschreibung im ersten Jahr ohne den Komponentenansatz und mit dem Komponentenansatz? b) Im April 05 fällt überraschend die Heizungs- und Klimaanlage komplett aus und muss durch eine neue Anlage ersetzt werden. Das neue Heizungs- und Klimaanlage kostet 135.000 € zzgl. 19 % MwSt. und wird sofort per Banküberweisung bezahlt. Zeigen Sie die Auswirkungen auf die Bilanzierung mit und ohne Komponentenansatz. Aufgabe 8.2 Thema Komponentenansatz Fahrzeuge Die Farm GmbH hat einen Traktor der Größe XL erworben. Da einige Komponenten eine unterschiedliche Nutzungsdauer aufweisen, möchte das Management der Farm GmbH die Komponentenmethode anwenden, um den Werteverzehr des Traktors genauer darzustellen. Die folgenden Komponenten wurden vom Management bestimmt: Komponente Kosten und Kostenanteil Nutzungsdauer in Jahren Kabinenausstattung 15.000,00 € (11,54 %) 4 Reifen 50.000,00 € (38,46 %) 6 Achsen 25.000,00 € (19,23 %) 8 Motor 30.000,00 € (23,08 %) 6 Karosserie 5.000,00 € (3,85 %) 12 Rest 5.000,00 € (3,85 %) 12 Alle Komponenten werden nach der linearen Abschreibungsmethode abgeschrieben. Der Buchwert des Traktors zum Zeitpunkt des Erwerbs beträgt 130.000 €. <?page no="27"?> Aufgaben 25 Aufgabe 8.3 Thema Rückbauverpflichtungen Ein Recycling-Unternehmen nimmt im Januar 01 eine neue Anlage im Gesamtwert von 20 Mio. € in Betrieb. Die voraussichtliche Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre. Die Rückbaukosten am Ende der Nutzungsdauer werden auf 6 Mio. € geschätzt. Der Diskontierungszinssatz beträgt 6 %. Am Ende des Geschäftsjahres 02 wird festgestellt, dass die Rückstellungen um 1 Mio. € zu hoch angesetzt wurden. Aufgrund eines neuen Umweltschutzgesetzes, das am Ende des Geschäftsjahres 04 verabschiedet wurde, erhöhen sich die Rückbaukosten auf insgesamt 8 Mio. €. Geben Sie die Buchungssätze für die Geschäftsjahre 01, 02, 03, 04 und 05 ohne latente Steuern an. Geben Sie für die Geschäftsjahre 01 und 02 auch die Buchungssätze mit latenten Steuern an. Aufgabe 8.4 Thema Rückbauverpflichtungen (Rekultivierungskosten) Für eine im Januar 01 erworbene Windkraftanlage liegen Ihnen folgende Daten vor: Anschaffungspreis 20 Mio. € Anschaffungsnebenkosten 2 Mio. € Nutzungsdauer 20 Jahre Rückbau-/ Rekultivierungskosten in 20 Jahren 2 Mio. € Diskontierungszinssatz 5 % Ertragssteuersatz des Unternehmens 30 % Der Anschaffungspreis und die Anschaffungsnebenkosten wurden im Januar 01 per Banküberweisung bezahlt. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten und geben Sie die Buchungssätze für den Januar 01 und zum 31.12.01 einschließlich der latenten Steuern an (alle Werte ohne Nachkommastellen). Aufgabe 8.5 Thema Rückbauverpflichtun g Der Anschaffungspreis für eine Produktionsanlage, die am 02.01.01 in Betrieb genommen wird, beträgt 2 Mio. € und wird sofort per Banküberweisung bezahlt. Am Ende der Nutzungsdauer von fünf Jahren werden die Rückbaukosten auf 100.000 € geschätzt. Der Diskontierungszinssatz beträgt 6 % pro Jahr. Nach zwei Jahren werden die Rückbaukosten auf 120.000 € geschätzt. Ab dem vierten Jahr beträgt der Diskontierungszinssatz 5 % pro Jahr. Die Rückstellung wird am Ende des fünften Jahres benötigt und aufgelöst, d. h. es erfolgt eine Zahlung der angefallenen Rückbaukosten per Banküberweisung. Bitte geben Sie alle Buchungssätze für die Geschäftsjahre 01 bis 05 an. Aufgabe 8.6 Thema Tauschgeschäfte Variante a) Die Holzgroßhandel AG in Thüringen tauscht mit der Brennholz GmbH in Baden ein Buchengrundstück gegen ein Eichengrundstück. Da das Buchengrundstück teurer ist als das Eichengrundstück, zahlt die Brennholz GmbH der Holzgroßhandel AG eine Zuzahlung von 68.000 €. Der Buchwert des Eichengrundstücks beträgt 900.000 €. Der beizulegende Zeitwert des erhaltenen Buchengrundstücks beträgt 1.095.000 € und der beizulegende Zeitwert des Eichengrundstücks 1.020.000 €. Wie wirkt sich das Tauschgeschäft auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der Brennholz GmbH nach IFRS aus? <?page no="28"?> 26 Aufgaben Variante b) Das Buchengrundstück der Holzhandels AG hat einen Buchwert von 980.000 €. Sie tauscht das Buchengrundstück mit dem Eichengrundstück der Brennholz GmbH. Das Eichengrundstück hat einen Buchwert und einen beizulegenden Zeitwert von 900.000 €. Geben Sie die Buchungssätze aus der Sicht der Holzhandels AG an. Aufgabe 8.7 Thema Tauschgeschäfte Die Maschinenbau AG in Karlsruhe tauscht mit der Metall GmbH in Pforzheim eine Drehmaschine gegen eine Fräsmaschine. Die Metall GmbH überweist an die Maschinenbau AG eine Zuzahlung in Höhe von 56.000 €. Der Buchwert der Drehmaschine beträgt 200.000 €. Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Fräsmaschine beträgt 320.000 €. Wie wirkt sich das Tauschgeschäft auf die IFRS-GuV der Maschinenbau AG aus? Geben Sie die entsprechenden Buchungssätze an. Aufgabe 8.8 Thema Neubewertungsmodell ohne latente Steuern Ein Unternehmen erhält am 03.01.01 eine neue Produktionsmaschine geliefert. Die Anschaffungskosten betragen 200.000 € zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Die Nutzungsdauer im Dreischichtbetrieb beträgt fünf Jahre. Die Produktionsmaschine wird linear abgeschrieben. Am 31.12.03 beträgt der beizulegende Zeitwert der Maschine 190.000 €. Am Ende der geplanten Nutzungsdauer wird die Maschine für 8.000 € netto an einen Gebrauchtmaschinenhändler verkauft und vom Gebrauchtmaschinenhändler abgeholt. Die Neubewertungsrücklage wird entsprechend dem Abschreibungsverlauf umgebucht. Ergänzen Sie die folgende Tabelle und geben Sie die Buchungssätze für die Jahre 01, 02, 03, 04 und 05 an. Jahre 01 02 03 04 05 Vorgang Kauf und Inbetriebnahme Neubewertung Verkauf und Lieferung für 8.000 € Buchwert am 01.01 planmäßige Abschreibung Zuschreibung Neubewertung Buchwert am 31.12 Auswirkung auf die GuV <?page no="29"?> Aufgaben 27 Veränderung der Neubewertungsrücklage Neubewertungsrücklage am 31.12. Aufgabe 8.9 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Ein Automobilzulieferer erwirbt im Januar 01 eine Laserbearbeitungsmaschine und bezahlt diese per Banküberweisung. Die Anschaffungskosten in Höhe von 400.000 € wurden aktiviert. Die Maschine hat eine geschätzte Nutzungsdauer von 10 Jahren und wird linear abgeschrieben. Nach vier Jahren beträgt der Buchwert der Laserbearbeitungsmaschine 240.000 €. Aufgrund eines bevorstehenden Unternehmensverkaufs beschließt der Geschäftsführer, das Sachanlagevermögen künftig nach dem Neubewertungsmodell zu bewerten. Die Wiederbeschaffungskosten der Maschine belaufen sich auf 488.000 €. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %. Wie ist der Sachverhalt zum 31.12.04 zu bewerten? Geben Sie die Buchungssätze an und erläutern Sie den Sachverhalt. Aufgabe 8.10 Thema Neubewertungsmodell Die IMTB AG hat am 02.01.01 ein Grundstück für 600.000 € inkl. Anschaffungsnebenkosten erworben. Das Grundstück wurde per Banküberweisung bezahlt. Die Folgebewertung des Grundstücks erfolgt nach dem Neubewertungsmodell. Dazu liegen die folgenden Daten vor: am 31.12.01 beträgt der beizulegende Zeitwert (fair value) 660.000 € am 31.12.02 beträgt der beizulegende Zeitwert (fair value) 525.000 € am 31.12.03 beträgt der beizulegende Zeitwert (fair value ) 690.000 € am 31.12.04 wird das Grundstück für 810.000 € verkauft und vom Käufer sofort per Banküberweisung bezahlt. Geben Sie die Buchungssätze zum 02.01.01 und am Ende des Geschäftsjahres für die vier Perioden an. Latente Steuern sind nicht zu berücksichtigen. Aufgabe 8.11 Thema Anschaffungskosten- und Neubewertungsmodell Die IMTB AG hat im Januar 01 eine Maschine für 600 T€ (Anschaffungskosten) erworben. Die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre. Die Maschine wird linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Wertentwicklung stellt sich wie folgt dar: beizulegender Zeitwert am 31.12.01: 810.000€ beizulegender Zeitwert am 31.12.02: 400.000€ beizulegender Zeitwert am 31.12.03: 500.000€ <?page no="30"?> 28 Aufgaben Mit welchem Wert wird die Maschine zu den Bilanzstichtagen 01, 02 und 03 in der Bilanz ausgewiesen, wenn das Anschaffungskostenmodell bzw. das Neubewertungsmodell angewendet wird? Nennen Sie die Buchungssätze für die Jahre 01, 02 und 03. Latente Steuern sind nicht zu berücksichtigen. Aufgabe 8.12 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Ein Unternehmen hat am 02.01.01 ein Bürogebäude vom Nachbarunternehmen für 2 Mio. € erworben und sofort per Banküberweisung bezahlt. Alle Gebäude des Unternehmens werden nach dem Neubewertungsmodell bewertet. Die geschätzte Nutzungsdauer beträgt 25 Jahre. Das Bürogebäude wird linear abgeschrieben. Der Ertragssteuersatz des Unternehmens beträgt 30 %. Von einem Immobiliengutachter liegen folgende Marktpreise (fair value) vor: - 31.12.01: 2.760.000 € - 31.12.02: keine Neubewertung - 31.12.03: 1.540.000 € - 31.12.04: 2.320.000 € Steuerlich schreibt das Unternehmen das Bürogebäude ebenfalls linear über 25 Jahre ab. Ein niedrigerer Marktwert wird steuerlich nicht angesetzt. Teil a) Geben Sie für die Geschäftsjahre 01, 02, 03 und 04 die Buchungssätze für die IFRS-Bilanzierung an. Gehen Sie von einer ratierlichen Auflösung der Neubewertungsrücklage aus. Teil b) Welche Vor- und Nachteile können sich aus der Anwendung des Neubewertungsmodells für den Abschlussersteller ergeben? Aufgabe 8.13 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Ein Unternehmen hat am 02.01.01 ein unbebautes Grundstück für 1 Mio. € erworben und sofort per Banküberweisung bezahlt. Das Grundstück wird nach dem Neubewertungsmodell bewertet und der Ertragssteuersatz des Unternehmens beträgt 30 %. Der beizulegende Zeitwert des Grundstücks hat sich wie folgt entwickelt: - 31.12.01: 1.150.000 € - 31.12.02: 910.000 € - 31.12.03: keine Neubewertung - 31.12.04: 1.230.000 € Nehmen Sie alle aus den Jahren 01, 02, 03 und 04 erforderlichen Buchungen vor und berücksichtigen Sie gegebenenfalls latente Steuern. Die Wertschwankungen sind nur vorübergehend. <?page no="31"?> Aufgaben 29 Aufgabe 8.14 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Die IMTB AG bewertet ihre Gebäude nach dem Neubewertungsmodell . Eine Lagerhalle wurde am 02.01.01 zu Anschaffungskosten in Höhe von 4 Mio. € erworben und per Banküberweisung bezahlt. Die geschätzte Nutzungsdauer beträgt 20 Jahre und das Gebäude wird linear abgeschrieben. Es liegen Ihnen folgende Informationen vor: - Zum 31.12.01 beträgt der ermittelte Marktwert (beizulegender Zeitwert) 4,18 Mio. €. - Zum 31.12.02 beträgt der erzielbare Betrag nur noch 2,52 Mio. €, da die Wände der Lagerhalle Risse aufweisen. - Im folgenden Jahr wurden Reparaturmaßnahmen durchgeführt und die Schäden beseitigt. Der erzielbare Betrag zum 31.12.03 beträgt 3,4 Mio. €. - Zum 31.12.04 steigt die Nachfrage nach Lagerhallen und der Marktwert (beizulegender Zeitwert) der Lagerhalle beträgt 5,12 Mio. €. Die Neubewertungsrücklage ist anteilig über die Nutzungsdauer in die Gewinnrücklagen umzubuchen. Berücksichtigen Sie die latenten Steuern mit einem Ertragssteuersatz von 30 %. In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Geben Sie alle Buchungssätze der Jahre 01 bis 04 an. Aufgabe 8.15 Thema Neubewertung des Sachanlagevermögens mit latenten Steuern Die Getriebe GmbH hat zu Beginn des Geschäftsjahres 01 einen Sportwagen als Firmenfahrzeug zu Anschaffungskosten von 90.000 € zzgl. 19 % USt erworben. Die Zahlung erfolgte sofort per Banküberweisung. Die Nutzungsdauer für den Sportwagen beträgt sechs Jahre. Der Sportwagen wird linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Folgebewertung erfolgt nach dem Neubewertungsmodell. Zum 31.12.02 beträgt der beizulegende Zeitwert des Sportwagens aufgrund der günstigen Marktentwicklung 70.000 € . Zum 31.12.04 wird festgestellt, dass der beizulegende Zeitwert des Sportwagens auf 26.000 € gesunken ist. Steuerlich wird zum 31.12.04 auch der niedrigere Marktwert angesetzt. Weitere Informationen: - Für die anderen Geschäftsjahre liegen keine Anhaltspunkte für Wertminderungen vor. - Der Ertragssteuersatz der Getriebe GmbH beträgt 30 %. - Eine entstehende Neubewertungsrücklage soll ratierlich vereinnahmt werden. - Geben Sie die Buchungssätze (unter Berücksichtigung latenter Steuern) für die Geschäftsjahre 01 bis einschließlich 06 an. Aufgabe 8.16 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Ein Unternehmen kauft am Anfang des Geschäftsjahres 01 eine Tiefziehpresse für 500.000 € zuzüglich 19 % USt und bezahlt diese sofort per Banküberweisung. Die Maschine wird linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von 20 Jahren, die auch der steuerlichen AfA-Tabelle entspricht, abgeschrieben. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %. <?page no="32"?> 30 Aufgaben Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten, der fiktiven planmäßigen Abschreibungen und der beizulegenden Zeitwerte. Bei den beizulegenden Zeitwerten handelt es sich um temporäre Wertänderungen . 31.12. 01 02 03 fiktive fortgeführte Anschaffungskosten 475.000 € 450.000 € 425.000 € fiktive planmäßige Abschreibungen 25.000 € 25.000 € 25.000 € beizulegender Zeitwert (fair value) 665.000 € 432.000 € 480.000 € Geben Sie die Buchungssätze für die Geschäftsjahre 01, 02 und 03 unter Berücksichtigung der latenten Steuern an. Aufgabe 8.17 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Zu Beginn des Geschäftsjahres 01 erwirbt ein Unternehmen eine Sachanlage zu Anschaffungskosten in Höhe von 5 Mio. €. Die voraussichtliche Nutzungsdauer beträgt 20 Jahre. Die Sachanlage wird linear abgeschrieben. Das Neubewertungsmodell wird angewendet. Die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte stellt sich wie folgt dar: - 31.12.04: 4.800.000 € - 31.12.06: 3.360.000 € - 31.12.08: 3.500.000 € Die Neubewertungsrücklage wird ratierlich in Gewinnrücklagen umgebucht. Der Ertragssteuersatz für die Berücksichtigung der latenten Steuern beträgt 30 % . 31.12. (in T€) 01 02 03 04 05 06 07 08 (fortgeführte) historische Anschaffungskosten 4.750 4.500 4.250 4.000 3.750 3.500 3.250 3.000 beizulegender Zeitwert 4.800 3.360 3.500 Wie ist die Sachanlage an den Bilanzstichtagen 04 - 08 zu bewerten? Geben Sie die Buchungssätze an oder tragen Sie die Ergebnisse in die folgende Tabelle ein. 31.12. (in T€) 01 02 03 04 05 06 07 08 Ansatz in der Steuerbilanz (fortgeführte) historische Anschaffungskosten 4.750 4.500 4.250 4.000 3.750 3.500 3.250 3.000 beizulegender Zeitwert 4.800 3.360 3.500 planmäßige Abschreibung <?page no="33"?> Aufgaben 31 Neubewertungsrücklage Umbuchung in Gewinnrücklagen Wertminderungsaufwand Wertminderungsertrag passive latente Steuern aktive latente Steuern Steueraufwand Steuerertrag Anfang 09 wurde die Sachanlage mit dem beizulegenden Zeitwert von: - 3.500.000 € - 3.200.000 € - 2.100.000 € verkauft. Geben Sie die Buchungssätze für die verschiedenen Varianten in 09 an. <?page no="34"?> 32 Aufgaben 9. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) Aufgabe 9.1 Thema Folgebewertung nach dem Anschaffungskostenmodell, nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und nach dem Neubewertungsmodell Die Bau AG hat eine Immobilie für 1 Mio. € Anschaffungskosten am 02.01.01 erworben und sofort per Banküberweisung bezahlt. Das Gebäude/ Investment Property hat eine geschätzte Nutzungsdauer von 20 Jahren. Der Ertragssteuersatz des Unternehmens beträgt 30 %. Die Wertentwicklung kann der folgenden Tabelle entnommen werden: Zeitpunkt beizulegender Zeitwert Buchwert Steuerbilanz 31.12.01 1.140.000 € 950.000 € 31.12.02 1.260.000 € 900.000 € 31.12.03 680.000 € 850.000 € 31.12.04 960.000 € 800.000 € 31.12.05 950.000 € 750.000 € Führen Sie alle Buchungen mit den dazugehörigen latenten Steuern durch. a) Bewerten Sie das Gebäude nach dem Anschaffungskostenmodell gemäß IAS 16 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. b) Bewerten Sie das Gebäude als Investment Property nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. c) Bewerten Sie das Gebäude nach dem Neubewertungsmodell gemäß IAS 16 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. Aufgabe 9.2 Thema Folgebewertung nach dem Anschaffungskostenmodell, nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und nach dem Neubewertungsmodell Die XYZ AG hat am 02.01.01 eine Immobilie zu Anschaffungskosten von 1 Mio. € erworben und sofort per Banküberweisung bezahlt. Das Gebäude/ Investment Property hat eine geschätzte Nutzungsdauer von zehn Jahren. Die vorläufige Wertentwicklung kann der folgenden Tabelle entnommen werden: Zeitpunkt beizulegender Zeitwert Buchwert Steuerbilanz 31.12.01 1.200.000 € 900.000 € 31.12.02 800.000 € 31.12.03 700.000 € 31.12.04 480.000 € 600.000 € 31.12.05 700.000 € 500.000 € Der Ertragssteuersatz der XYZ AG beträgt 30 %. Latente Steuern müssen berücksichtigt werden. <?page no="35"?> Aufgaben 33 a) Bewerten Sie das Gebäude nach dem Anschaffungskostenmodell gemäß IAS 16 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. Erstellen Sie jeweils zum Geschäftsjahresende eine IFRS-Bilanz. b) Bewerten Sie das Gebäude nach dem Neubewertungsmodell gemäß IAS 16 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. Erstellen Sie jeweils zum Geschäftsjahresende eine IFRS-Bilanz. c) Bewerten Sie das Gebäude als Investment Property nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und führen Sie alle Buchungen vom 02.01.01 bis zum 31.12.05 durch. Erstellen Sie jeweils zum Geschäftsjahresende die entsprechende IFRS-Bilanz. Aufgabe 9.3 Thema Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) Die Immobilien AG erwirbt am 02.01.01 ein Mietshaus zum Kaufpreis von 2.900.000 €. Die Notarkosten betragen 35.000 € (ohne USt) und die Grunderwerbsteuer 145.000 €. Alle Rechnungen werden per Banküberweisung bezahlt. Am 31.12.01 hat das Mietshaus einen beizulegenden Zeitwert von 3.300.000 €. Am 31.12.02 ist der beizulegende Zeitwert des Gebäudes auf 2.800.000 € gesunken. In der Steuerbilanz und in der IFRS-Bilanz (nach dem Anschaffungskostenmodell) wird das Gebäude linear mit 2 % der Anschaffungskosten abgeschrieben. Latente Steuern sind zu berücksichtigen. Die angegebenen Zeitwerte sind vorübergehend und nicht dauerhaft. a) Geben Sie die entsprechenden Buchungssätze für die Jahre 01 und 02 bei Anwendung des Anschaffungskostenmodells an. b) Geben Sie die entsprechenden Buchungssätze für die Jahre 01 und 02 bei Anwendung des Zeitwertmodells (Fair Value Modell) an. Aufgabe 9.4 Thema Bewertung einer Immobilie als Investment Property Die Immobilien AG hat sich entschieden, eine vermietete Gewerbeimmobilie gemäß IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert nach dem Fair Value Modell zu bewerten. Für die Bewertung hat die Immobilien AG einen unabhängigen Gutachter beauftragt. Die Anschaffungskosten der Immobilie beliefen sich zu Beginn des Geschäftsjahres 01 auf 30 Mio. €. Die steuerliche Nutzungsdauer der Immobilie beträgt 20 Jahren. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %. Jeweils zum Geschäftsjahresende liegen folgende Bewertungsergebnis vor: 31.12.01 Marktwert der Immobilie 30 Mio. € 31.12.02 Marktwert der Immobilie 30 Mio. € 31.12.03 Marktwert der Immobilie sinkt auf 20 Mio. €, steuerlich wird ebenfalls auf den niedrigen Teilwert abgeschrieben. 31.12.04 Marktwert der Immobilie steigt auf 25 Mio. €. a) Ermitteln Sie zunächst die steuerlichen Abschreibungen für die Wirtschaftsjahre 01, 02 und 03. b) Ermitteln Sie die steuerlichen Restbuchwerte zum Jahresende der Jahre 01 bis einschließlich 04. Auch in der Steuerbilanz erfolgt aufgrund der Wertminderung im Jahr 03 eine außerplanmäßige Abschreibung und im Jahr 04 eine Zuschreibung. c) Geben Sie die Buchungssätze der Geschäftsjahre 01, 02, 03 und 04 für die Rechnungslegung nach IFRS an. Berücksichtigen Sie dabei gegebenenfalls latente Steuern. <?page no="36"?> 34 Aufgaben Aufgabe 9.5 Thema Bewertung einer Immobilie als Investment Property Ein ehemaliges Produktionsgebäude der ZZ AG wird nicht mehr selbst genutzt, sondern an Dritte vermietet. Der Buchwert des Gebäudes zum Umwidmungszeitpunkt, dem 31.12.01 betrug 1,3 Mio. €, der beizulegende Zeitwert 2,0 Mio. €. Die Restnutzungsdauer des Gebäudes betrug 20 Jahre. Der beizulegende Zeitwert zum 31.12.03 betrug 2,3 Mio. €. Die ZZ AG hat das Gebäude am 10.01.04 für 2,3 Mio. € verkauft. Bei der ZZ AG werden die Sachanlagen nach dem Anschaffungskostenmodell und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (Investment Property) nach dem Fair Value Modell (zum beizulegenden Zeitwert) bewertet. Mit welchem Wert wird das Gebäude in den Jahren 01 bis 04 bei der ZZ AG bewertet? Geben Sie die Buchungssätze an. Latente Steuern sind nicht zu berücksichtigen. <?page no="37"?> Aufgaben 35 10. Immaterielles Vermögen und Geschäfts- oder Firmenwert Aufgabe 10.1 Thema Immaterielle Vermögenswerte Folgende Geschäftsvorfälle sind zu beurteilen: 1. Um die Produktion von Saisonartikeln besser bewältigen zu können, wurde eine neue, leistungsfähigere Maschine gekauft. Für diese Maschine mussten zwei Mitarbeiter speziell geschult werden. Für die Weiterbildung investierte das Unternehmen 3.000 €. 2. Um sich größere Marktanteile zu sichern, wurde eine revolutionäre Schokolade entwickelt: „die kalorienfreie Schokolade“. Hierfür wurden Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 800.000 € aufgewendet. 3. Um den Kunden die Möglichkeit zu geben, die Produkte der SMG-AG rund um die Uhr online bestellen zu können, wurde eine eigene Homepage entwickelt. Die Kosten für die Homepage beliefen sich auf 15.000 €. 4. Im März dieses Jahres wurde eine Müsliriegelfabrik gekauft. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem aktuellen Wert des Unternehmens betrug 450.000 €. 5. Ein neu erworbenes Schweizer Patent führt zu einer Verringerung des Ausschusses. Hierfür wurden 175.000 € bezahlt. 6. Da es sich bei den Abnehmern der Schokoladenprodukte hauptsächlich um Großkunden handelt, überlegt sich die Mitarbeiterin, ob die Kundenliste mit einem Wert von 20.000 € aktiviert werden kann. 7. Um den Absatz der kalorienfreien Schokolade zu garantieren, wurde für die Vermarktung eine neue Marke geschaffen. Den Designern wurden hierfür 30.000 € bezahlt. 8. Für die Werbung der Produkte entstanden Ausgaben in Höhe von 45.000 €. 9. Um den Produktionsprozess zu beschleunigen, wurde eine spezielle Software entwickelt. Die abgrenzbaren Kosten für die Entwicklung betrugen 15.000 €. Aufgabe 10.2 Thema Forschungs- und Entwicklungskosten Die Marktforschungsabteilung der Süßwarenherstellungs-AG „Jupiter“ hat im Jahr 01 herausgefunden, dass der Absatz von Schokolade enorm steigen würde, wenn diese nicht so viele Kalorien hätte. Aus diesem Grund wird die Forschungs- und Entwicklungsabteilung damit beauftragt, eine Möglichkeit zur Herstellung von kalorienarmer Schokolade zu finden. Für dieses Projekt werden der Abteilung ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt. Da zunächst die grundlegenden Kenntnisse über diese spezielle Schokolade erarbeitet werden müssen, wird sofort mit der Grundlagenforschung begonnen. Die Kosten hierfür beliefen sich im Jahr 01 auf insgesamt 270 T€. Am 30.06.02 waren ausreichende Kenntnisse vorhanden. Deshalb wurde ab dem 01.07.02 mit der Umsetzungsphase der Ergebnisse begonnen. Es wurde an der Entwicklung einer neuen Maschine gearbeitet, die diese kalorienarme Schokolade produziert. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit konnte die Maschine fertiggestellt und die ersten Schokoladentafeln produziert werden. Bis zum 30.06.02 sind Kosten in Höhe von 300 T€ angefallen, für den Rest des Jahres fallen weitere 500 T€ an. Wie sind die im Jahr 02 angefallenen Kosten nach IFRS zu behandeln und zu verbuchen? <?page no="38"?> 36 Aufgaben Aufgabe 10.3 Thema Forschungs- und Entwicklungskosten Als Assistent(in) des kaufmännischen Geschäftsführers sollen Sie die folgenden Sachverhalte beurteilen: 1) Für die Gründung einer neuen Betriebsstätte sind Ausgaben in Höhe von 150.000 € angefallen. Das Unternehmen erhofft sich dadurch in den nächsten zwei Jahren eine Umsatzsteigerung von 800.000 €. 2) Es werden Kundenlisten von einer Agentur für 30.000 € erworben. Die Nutzungsdauer der Kundenlisten wird auf fünf Jahre geschätzt. 3) Für eine Werbekampagne werden im Dezember 100.000 € ausgegeben. Man erhofft sich davon eine Umsatzsteigerung von 75.000 € pro Monat im nächsten Geschäftsjahr. 4) Es fielen für ein F&E-Projekt Ausgaben in Höhe von 200.000 € an. Die Ausgaben können dem Projekt direkt zugeordnet werden. Eine Aufteilung in Forschungs- und Entwicklungsphase ist jedoch nicht möglich. Aufgabe 10.4 Thema Ermittlung des Geschäfts oder Firmenwerts (Goodwill) Die A-GmbH erwirbt im Januar 02 die B-GmbH für einen Kaufpreis von 34 Mio. €. Die letzte Bilanz des Jahresabschlusses der B-GmbH sah wie folgt aus: Aktiva Bilanz zum 31.12.01 Passiva Sachanlagen 18 Mio. € Eigenkapital 24 Mio. € Finanzanlagen 3 Mio. € Vorräte 5 Mio. € Rückstellungen 2 Mio. € liquide Mittel 4 Mio. € Verbindlichkeiten 4 Mio. € Bilanzsumme 30 Mio. € Bilanzsumme 30 Mio. € Laut eidesstattlicher Versicherung der B-GmbH betragen die stillen Reserven zum Erwerbszeitpunkt im Vorratsvermögen 2 Mio. €. Alle anderen Angaben bleiben gegenüber der Bilanz zum 31.12.01 unverändert. Wie hoch ist der derivative (erworbene) Geschäfts- oder Firmenwert für die A-GmbH? Aufgabe 10.5 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Die Albert-Anton AG hat zwei Niederlassungen, die beide eine ZGE darstellen Die folgende Tabelle zeigt die Werte der Vermögenswerte (Assets) von ZGE A und ZGE B zum 31.12.01. ZGE A ZGE B Asset A1 Asset A2 Asset B1 Asset B2 Buchwert ohne Firmenwert 200.000 € 400.000 € 300.000 € 500.000 € Firmenwert 240.000 € 160.000 € erzielbarer Betrag 260.000 € 420.000 € 280.000 € 440.000 € <?page no="39"?> Aufgaben 37 Auf die ZGE A und ZGE B lässt sich ein (vorläufiger) Goodwill von insgesamt 400.000 € zuordnen. Bleibt der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) in Höhe von 400.000 € immer in der Bilanz stehen, oder wird dieser am Geschäftsjahresende überprüft? Müssen eventuell außerplanmäßige Abschreibungen (Wertminderungen) vorgenommen werden? Aufgabe 10.6 Thema Impairment Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Die IMTB AG betrachtet die ZGE D. Die ZGE D enthält folgende Vermögenswerte und Schulden: Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) 50 T€ Sachanlagen 200 T€ immaterielle Vermögenswerte 50 T€ Aktien (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 100 T€ Darlehen 70 T€ Verbindlichkeiten aLuL 120 T€ beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten 70 T€ Nutzungswert 100 T€ Prüfen Sie, ob bei der ZGE D ein Wertminderungsbedarf besteht. Beschreiben Sie die Vorgehensweise. Aufgabe 10.7 Thema Neubewertungsmodell Ein Unternehmen bewertet seine Produktionslizenz nach dem Neubewertungsmodell. Zu Beginn des Geschäftsjahrs 01 beträgt der Buchwert der Lizenz (IVW) 5.000.000 €. Die Restnutzungsdauer beträgt fünf Jahre und es wird kein Restwert am Ende der Nutzungsdauer erwartet. Sowohl die AK/ HK, als auch der Neuwert wird linear über die gesamte Nutzungsdauer abgeschrieben. Es wird zudem von einem aktiven Markt für diese Produktionslizenz ausgegangen. GJ zum 31.12. 01 02 03 04 05 fiktiv fortgeführte AHK 4.000.000 € 3.000.000 € 2.000.000 € 1.000.000 € 0 € fiktive planmäßige Abschreibungen 1.000.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € beizulegende Zeitwerte 4.000.000 € 3.750.000 € 2.800.000 € 600.000 € 0 € Geben Sie die Buchungssätze für die fünf Geschäftsjahre jeweils zum 31.12. an. <?page no="40"?> 38 Aufgaben Aufgabe 10.8 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Die Küchen AG hat zu Beginn des Geschäftsjahres 01 die Bad GmbH erworben. Dabei ist ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) entstanden. Die Bad GmbH stellt die Produktgruppen „Spiegelschränke“ und „Waschtische“ her, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) darstellen. Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wird gemäß der folgenden Tabelle auf die beiden ZGEs verteilt. Zum 31.12.01 stehen Ihnen folgende Informationen zur Verfügung: Spiegelschränke (ZGE 1) Waschtische (ZGE 2) Vermögenswerte Asset A1 Asset A2 Asset B1 Asset B2 Buchwerte zum 31.12.01 300.000 € 500.000 € 400.000 € 700.000 € Goodwill zum 31.12.01 280.000 € 160.000 € Gesamtwerte zum 31.12.01 1.080.000 € 1.260.000 € erzielbarer Betrag 920.000 € 1.560.000 € Prüfen Sie, ob ein Wertminderungsaufwand in der ZGE 1 und/ oder in der ZGE 2 vorliegt und nehmen Sie gegebenenfalls Wertminderungen (außerplanmäßige Abschreibungen) vor. Begründen Sie Ihre Entscheidung ausführlich. Aufgabe 10.9 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Die Landmaschinen AG hat zu Beginn des Geschäftsjahres 01 die Gartengeräte GmbH erworben. Dabei ist ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) in Höhe von 2 Mio. € entstanden. Die Gartengeräte GmbH stellt die Produktgruppen „Rasenmäher“ und „Motorsensen“ her, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) darstellen. Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wird jeweils zu gleichen Teilen auf die beiden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) verteilt. Zum 31.12.01 liegen folgende Informationen vor: Rasenmäher (R) Motorsensen (M) Vermögenswerte Mäher A Mäher B Sense A Sense B Buchwerte zum 31.12.01 4.000 T€ 4.000 T€ 3.000 T€ 5.000 T€ Goodwill 1.000 T€ 1.000 T€ beizulegende Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten 1.600 T€ 4.200 T€ 1.800 T€ 4.200 T€ Nutzungswerte 2.600 T€ 3.800 T€ 2.400 T€ 4.400 T€ Prüfen Sie, ob ein Wertminderungsbedarf in den ZGEs (R) und (M) vorliegt und nehmen Sie gegebenenfalls Wertminderungen (außerplanmäßige Abschreibungen) vor. Wie hoch ist der Wertansatz des Goodwills und der einzelnen Vermögenswerte nach Durchführung des Impairment-Tests? Welche Mindestbedingung muss bei der buchwertproportionalen Abschreibung der Vermögenswerte einer ZGE erfüllt sein? Welche Auswirkungen hat dies auf die ZGE (R) und die ZGE (M)? Aufgabe 10.10 - Thema ZGE Was ist eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE)? <?page no="41"?> Aufgaben 39 11. Vorräte Aufgabe 11.1 Thema Anschaffungskosten Der Schuhhersteller Paul Plattfuß AG erwirbt am 05.02.01 eine Schuhsohlenstanzmaschine zum Preis von 47.600 € inkl. 19 % USt Die Transportkosten betragen 5.950 € inkl. 19 % USt, die Transportversicherung hierfür beläuft sich auf 500 €. Zusätzlich fallen Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 2.380 € inkl. 19 % USt an. Die Plattfuß AG ist zum Vorsteuerabzug in Höhe von 70 % berechtigt. Berechnen Sie die Anschaffungskosten der Maschine nach IFRS. Aufgabe 11.2 Thema Vorratsbewertung zum Bilanzstichtag nach IFRS Ermitteln Sie für die folgenden Wertkonstellationen den zutreffenden Bilanzansatz nach IFRS: Produkt bisher angefallene Herstellungskosten kalkulierter Verkaufspreis Kosten der Fertigstellung noch anfallende Vertriebskosten A 395,00 €/ St. 425,00 €/ St. 25,00 €/ St. 10,00 €/ St. B 430,00 €/ St. 480,00 €/ St. 30,00 €/ St. 15,00 €/ St. C 175,00 €/ St. 250,00 €/ St. 35,00 €/ St. 35,00 €/ St. D 575,00 €/ St. 620,00 €/ St. 30,00 €/ St. 40,00 €/ St. Aufgabe 11.3 Thema Vorratsbewertung - Nettoveräußerungswert Die IMTB AG hat im Geschäftsjahr 01 insgesamt 5.000 Akkuschrauber des Typs XX1 auf Lager produziert und unter dem Posten „Fertige Erzeugnisse“ ausgewiesen. Die Herstellungskosten pro Stück betrugen 75,00 €/ St. Aufgrund der Wirtschaftskrise wird am Bilanzstichtag 31.12.01 nur noch mit einem Verkaufserlös von 70,00 €/ St. gerechnet. Ferner ist bekannt, dass noch Transport- und Verpackungskosten zu den Einzelhändlern in Höhe von 3,00 €/ St. anfallen. Mit welchem Wert ist der Lagerbestand der Akkuschrauber zu bewerten? Geben Sie auch den Buchungssatz an. Aufgabe 11.4 Thema Bewertung der Vorräte Die Kaugummi AG hat ein Vorratslager für den Geschmacksstoff „Hugo“. Aus der Lagerbuchhaltung ergeben sich für das Jahr 02 folgende Anfangsbestände, Zugänge und Abgänge: <?page no="42"?> 40 Aufgaben Datum Zu-/ Abgang Menge Preis pro kg 01.01.02 Anfangsbestand 600 kg 20 € 07.02.02 Abgang 300 kg 22.02.02 Zugang 300 kg 30 € 29.04.02 Abgang 400 kg 30.07.02 Zugang 400 kg 22 € 05.12.02 Abgang 400 kg. Ermitteln Sie den Wert des Endbestands des Geschmackstoffes „Hugo“ zum Abschlussstichtag nach a) der Fifo-Methode, b) der gleitenden (permanenten) Durchschnittsmethode. Aufgabe 11.5 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Ein Automobilzulieferer erstellt seinen Abschluss nach IFRS. Im Geschäftsjahr 01 wurden 400.000 Querlenker in Serienfertigung produziert und davon 390.000 Stück verkauft. Die Materialeinzelkosten betragen 6,00 €/ St. Zusätzlich sind 10 % Materialgemeinkosten zu verrechnen. Die Fertigungseinzelkosten betragen 5,50 €/ St. Zusätzlich sind 200 % Fertigungsgemeinkosten und 1,00 €/ St. planmäßige Abschreibungen zu verrechnen. Die Sondereinzelkosten der Fertigung betragen 0,50 €/ St. Die produktionsbezogenen Verwaltungskosten betragen 1,70 €/ St. und die allgemeinen Verwaltungskosten 1,90 €/ St. Es sind Vertriebsgemeinkosten = 1,00 €/ St., Fremdkapitalzinsen = 0,45 €/ St. und Forschungskosten = 1,20 €/ St. angefallen. Mit welchem Wert sind die 10.000 Querlenker nach IFRS als Fertigerzeugnisse in der IFRS-Bilanz zu aktivieren? <?page no="43"?> Aufgaben 41 12. Rückstellungen Aufgabe 12.1 Thema Rückstellung für Prozesskosten Sie haben zusammen mit Ihrem Partner ein Start-up-Unternehmen gegründet. Sie bereiten gebrauchte Tablet-Notebooks auf und verkaufen diese über einen Online-Shop weiter. Die dafür notwendigen Produktfotos haben Sie von der Happy-Homepage auf Ihre Homepage kopiert. Wegen Urheberrechtsverletzung werden Sie nun von Happy verklagt. Ihr Anwalt hat den Anspruch von Happy auch bestätigt. Hinsichtlich der Höhe der Verpflichtung hält er jeden Betrag zwischen 8.000 € und 12.000 € für gleich wahrscheinlich. Mit welchen Werten ist diese Rückstellung anzusetzen a) nach HGB und b) nach IFRS? Aufgabe 12.2 Thema Rückstellung für unterlassene Instandhaltung Die Metallwaren GmbH stellt im November 01 fest, dass an ihrer Montagehalle dringend Reparaturarbeiten durchgeführt werden müssen. Aufgrund der schlechten Witterung sollen diese jedoch erst im Februar 02 durchgeführt werden. Es werden zwei Kostenvoranschläge eingeholt: Firma A (150.000 €) und Firma B (200.000 €). Die Metallwaren GmbH wird sich voraussichtlich für Firma A entscheiden. Ist in diesem Fall eine Rückstellung nach HGB und nach IFRS zu passivieren? Aufgabe 12.3 Thema Berechnung der Eintrittswahrscheinlichkeit Die IMTB AG wird in einem Datenschutzprozess verklagt, dessen Ausgang noch ungewiss ist. Folgende Kosten werden vom Management mithilfe von Experten mit Eintrittswahrscheinlichkeiten geschätzt: Kosten (in Mio. €) 0,5 1 1,5 2 3 6 Wahrscheinlichkeit 70 % 20 % 5 % 3 % 2 % 0 % Mit welchem Wert ist die Rückstellung anzusetzen? Aufgabe 12.4 Thema Berechnung der Eintrittswahrscheinlichkeit Die IMTB AG hat ein fehlerhaftes Serienprodukt ausgeliefert. Die folgenden Kosten werden vom Management mithilfe von Experten mit Eintrittswahrscheinlichkeiten geschätzt: Kosten (in Mio. €) 0,5 1 1,5 2 3 6 Wahrscheinlichkeit 30 % 20 % 20 % 15 % 10 % 5 % Mit welchem Wert ist die Rückstellung zu passivieren? <?page no="44"?> 42 Aufgaben Aufgabe 12.5 Thema Bewertung einer Sammelrückstellung Ein Hersteller verkauft elektronische Bauteile mit einer Garantie, nach der gewerbliche Kunden eine Erstattung der Reparaturkosten für Produktionsfehler erhalten, die innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf auftreten. Bei kleinen Fehlern an den verkauften Elektronikteilen rechnet der Elektronikbauteilehersteller mit Reparaturkosten in Höhe von 500.000 €. Bei größeren Fehlern an allen verkauften Produkten würden Reparaturkosten in Höhe von 6 Mio. € entstehen. Aufgrund von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft geht der Elektronikhersteller davon aus, dass 85 % aller ausgelieferten Produkte keine Fehler, 10 % kleinere Fehler und 5 % größere Fehler aufweisen werden. Ermitteln Sie die Höhe der Garantierückstellung. <?page no="45"?> Aufgaben 43 13. Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 Aufgabe 13.1 Thema Fertigungsauftrag Wann liegt ein Fertigungsauftrag vor? Aufgabe 13.2 Thema Fertigstellungsgrad Wie wird der Fertigstellungsgrad (FSG) nach IFRS ermittelt? Aufgabe 13.3 Thema Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) Was ist die Percentage-of-Completion-Methode und welche Voraussetzungen müssen für die Anwendung dieser Methode erfüllt sein? Aufgabe 13.4 Thema Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) Die Hallo Brötchen GmbH beauftragt den Großbäckereiausrüster Fixbau im August 01 mit dem Bau der neuartigen Teigausrollmaschine „Fixroll“ für alle Filialen in Deutschland (150 Stück). Der Auftragswert beträgt 27 Mio. €. Die Kostenschätzung der Firma Fixbau beläuft sich auf 24 Mio. €. Zum Bilanzstichtag 01 sind bereits 6 Mio. € Herstellungskosten angefallen. Im Februar 02 kommt eine neue Fertigungsvorrichtung für 1,5 Mio. € auf den Markt. Die Firma Fixbau erwirbt die Anlage speziell für den Auftrag der Hallo Brötchen GmbH und kann damit die Produktion wesentlich effizienter gestalten. Noch in der Periode 02 werden 4,5 Mio. € eingespart. Bis zum Ende der Periode 02 können insgesamt 125 Teigausrollmaschinen fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten bis zum Ende der Periode 02 belaufen sich auf insgesamt 17 Mio. €. Im Mai 03 werden die letzten Maschinen fertiggestellt und ausgeliefert. Da die Hallo Brötchen GmbH ein wichtiger Kunde ist und ein neuer Auftrag erwartet wird, gewährt der Hersteller bei der Lieferung einen nachträglichen Rabatt von 2 Mio. €. a) Ermitteln Sie den Fertigstellungsgrad jeweils für die Perioden 01, 02 und 03 anhand der angefallenen Kosten. b) Ermitteln Sie den kumulierten Gewinn am Ende jeder Periode. c) Ermitteln Sie die jährlichen Periodenerträge. d) Ermitteln Sie die jährlichen Periodenkosten. e) Ermitteln Sie die jährlichen Periodenergebnisse. <?page no="46"?> 44 Aufgaben Aufgabe 13.5 Thema Auftragskosten Welche der folgenden Kostenarten gehören zu den Auftragskosten? a) Fertigungslöhne (einschließlich Überwachungskosten) b) Kosten für das für den Auftrag verbrauchte Material c) Planmäßige Abschreibungen auf die zur Auftragsabwicklung eingesetzten Anlagen und Maschinen d) Allgemeine Verwaltungskosten e) Kosten für den Transport von Maschinen, Anlagen und Material zum und vom Erfüllungsort f) Kosten aus der Anmietung von Maschinen und Anlagen für die Auftragsbearbeitung g) Kosten der Auftragserlangung h) Allgemeine Vertriebskosten i) Geschätzte Kosten für Nacharbeiten j) Forschungs- und Entwicklungskosten Aufgabe 13.6 Thema Fertigungsauftrag nach der POC-Methode mit latenten Steuern Die Maschinenbau GmbH erhält in der Periode 01 einen Auftrag zur Herstellung einer Sondermaschine. Die Dauer der Fertigstellung beträgt drei Jahre. Die Auftragserlöse belaufen sich auf 1 Mio. €. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 900.000 €. Es liegen Ihnen folgende Ausgangsdaten vor: Periode (Jahr) 01 02 03 Kosten 225 T€ 383 T€ 342 T€ Kosten kumuliert 225 T€ 608 T€ 950 T€ Gesamtkosten 900 T€ 950 T€ 950 T€ a) Ermitteln Sie den Fertigstellungsgrad nach der Cost-to-Cost-Methode und die Teilgewinne für die Perioden 01, 02 und 03. b) Erstellen Sie die Buchungssätze für die Perioden 01 bis 03. In der Periode 01 erhält die Maschinenbau GmbH eine Anzahlung in Höhe von 150.000 €. Die erhaltene Anzahlung soll nicht mit den Fertigungsaufträgen verrechnet werden. Am Ende der Periode 02 erfolgt eine Teilabrechnung in Höhe von 490.000 €, die 30 Tage später bezahlt und mit der Anzahlung aus der Periode 01 verrechnet wird. Ab der zweiten Periode erwirtschaftet der Fertigungsauftrag aufgrund von Kostensteigerungen bei einem Umsatzerlös von 1.000.000 € insgesamt nur noch einen Gewinn von 50.000 €. Aufgabe 13.7 Thema Fertigungsauftrag Ein Anlagenbauer erhält am 02.02.01 einen Auftrag über die Herstellung einer Großanlage. Der geplante Fertigstellungstermin ist der 30.04.04. Der Festpreis beträgt 8,0 Mio. €, die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 4,5 Mio. €. Hersteller und Kunde einigen sich auf die Zahlung einer <?page no="47"?> Aufgaben 45 Prämie in Höhe von 800.000 €, wenn die Großanlage vor dem geplanten Fertigstellungstermin übergeben werden kann. Weitere Annahmen: Der Anlagenbauer verfügt über langjährige Erfahrung im Großanlagenbau und hat bereits Aufträge für den Kunden abgewickelt. Szenarien zum Bilanzstichtag: - 31.12.01: Keine erkennbare Unsicherheit bzgl. der vorzeitigen Fertigstellung. - 31.12.02: Aufgrund der schlechten Auftragslage musste der Anlagenbauer Personal entlassen. Dadurch ist der Leistungsfortschritt des Fertigungsauftrages nur geringfügig gestiegen. Der Anlagenbauer muss entscheiden, ob er die Auftragsprämie erfassen darf. - 31.12.03: Die Unsicherheit aus dem Jahr 02 hat sich aufgelöst, d. h. es wird mit einer vorzeitigen Fertigstellung gerechnet. - 31.03.04 : Abnahme der Großanlage durch den Kunden, aber noch keine Zahlung durch den Kunden. Folgende Ausgangsdaten liegen vor: Periode (Jahr) 01 02 03 Kosten 1.500 T€ 700 T€ 2.100 T€ kumulierte Kosten 1.500 T€ 2.200 T€ 4.300 T€ Gesamtkosten 4.500 T€ 4.500 T€ 4.500 T€ Geben Sie die Buchungssätze jeweils zum Jahresende der Jahre 01, 02, 03 und zum 31.03.04 an. Aufgabe 13.8 Thema Allokation des Transaktionspreises Ein Automobilzulieferer schließt im Dezember 01 mit einem Automobilhersteller (Kunde) einen Vertrag über die Neuentwicklung eines Werkzeugs und die Lieferung von 1.000 Teilen, die mit dem Werkzeug weiterbearbeitet werden können. Das fertige Werkzeug geht Ende 01 in das Eigentum des Kunden über. Der Zulieferer erhält vom Kunden für das Werkzeug 12.000 € (ohne Gewinnspanne), die per Banküberweisung bezahlt werden. Der übliche Einzelveräußerungspreis für das Werkzeug beträgt 15.000 €. Der Kunde zahlt im Jahr 02 für ein Teil 90 €. Ohne den im Jahr 01 abgeschlossenen Entwicklungsvertrag würde der Zulieferer 88 € pro Teil berechnen. Der Vertrag enthält zwei unterschiedliche Leistungsverpflichtungen. a) Bestimmen Sie den Transaktionspreis für die beiden Leistungsverpflichtungen. b) Geben Sie die Buchungssätze für das Jahr 01 und das Jahr 02 an. Aufgabe 13.9 Thema Bestimmung des Transaktionspreises Mit dem Kunden AA wurde vereinbart, dass er bei einem Stückpreis von 200 € einen Bonus von 20 € pro Stück erhält, wenn er pro Jahr mehr als 2.000 Stück pro Jahr abnimmt. Im ersten Quartal hat Kunde AA 150 Stück gekauft. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Kunden AA kann <?page no="48"?> 46 Aufgaben davon ausgegangen werden, dass die Bezugsschwelle für den Bonus in diesem Geschäftsjahr nicht erreicht wird. Im zweiten Quartal nahm der Kunde AA weitere 1.000 Stück ab. Es ist nun davon auszugehen, dass die Bezugsschwelle in diesem Geschäftsjahr überschritten wird. In welcher Höhe sind die Umsatzerlöse im zweiten Quartal auszuweisen? Aufgabe 13.10 Thema Finanzierungskomponente Die IMTB AG schließt mit dem Kunden BB einen Vertrag über die Lieferung einer Produktionsanlage ab. Der Kunde BB leistet eine Anzahlung in Höhe von 2.000.000 €, die einen Teil der Kosten abdeckt. Eine Alternative wäre eine Zahlung in zwei Jahren in Höhe von 2.300.000 € gewesen. Die Umsatzrealisierung erfolgt erst bei Lieferung der Produktionsanlage. Der Refinanzierungszinssatz beträgt 5 %. Wie ist die Finanzierungskomponente nach IFRS 15 zu behandeln und wie lauten die Buchungen bei der IMTB AG im ersten und im zweiten Jahr? Aufgabe 13.11 Thema Separierung von Leistungsverpflichtungen Die IMTB AG stellt Großdieselmotoren für den Antrieb von z. B. Schiffen, Fähren, Baumaschinen etc. her. Der Kunde BB bestellt einen dieser Motoren, wobei ein Erwerb immer mit einer Einweisung in die Materie in Form einer zweitägigen Schulung verbunden ist. Welche Leistungsverpflichtungen sind zu bilanzieren? Aufgabe 13.12 Thema Bestimmung des Transaktionspreises Der Bauunternehmer B wird vom Kunden K beauftragt, den Bau eines Supermarktes zu beaufsichtigen und sicherzustellen, dass der Zeitplan eingehalten wird. Mögliche Vertragsstrafen und ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten sind in untenstehender Tabelle dargestellt Jeder Verzugstag wird mit einer Vertragsstrafe von 6.000 €/ Tag berechnet. Verzug 1 Tag 2 Tage 3 Tage 4 Tage 5 Tage Wahrscheinlichkeit 12 % 8 % 6 % 3 % 2 % Strafzahlung 6.000€ 12.000 € 18.000 € 24.000 € 30.000 € In welcher Höhe ist die Strafzahlung im Transaktionspreis zu berücksichtigen? Aufgabe 13.13 Thema Transaktionspreis mit wesentlicher Finanzierungskomponente Die ASEM GmbH bietet ihren Kunden das neue Elektroauto „E-Sportiv GTS“ zum Kauf an. Der Barzahlungspreis beträgt 85.001,78 €. Alternativ kann das Elektroauto in drei jährlichen Raten zu jeweils 30.000 € bezahlt werden. Der Kunde entscheidet sich für die Ratenzahlung per Banküberweisung. Der Kauf des „E-Sportiv GTS“ erfolgt am 31.12.01, zu diesem Zeitpunkt ist die erste Rate <?page no="49"?> Aufgaben 47 fällig. Die zweite Rate erfolgt am 31.12.02 und die dritte Rate am 31.12.03. Der Zinssatz beträgt 6% p. a. Geben Sie die Buchungssätze jeweils zum Jahresende der Jahre 01, 02 und 03 an. Aufgabe 13.14 Thema Fertigungsaufträge Die Windkraft AG nimmt am 01.01.01 einen Festpreisauftrag an. Der Ertragssteuersatz der Windkraft AG beträgt 30 %. Die gesamten Auftragserlöse betragen 210 Mio. €. Die gesamten Auftragskosten in Höhe von 150 Mio. € verteilen sich je zu einem Drittel auf die Jahre 01, 02 und 03. Am Ende des Jahres 01 erfolgt eine Teilabrechnung in Höhe von 40 Mio. €. Der Auftraggeber zahlt die Teilabrechnung in Höhe von 40 Mio. € am 10.01.02. Im Jahr 02 erfolgt die zweite Teilabrechnung in Höhe von 100 Mio. €. Der Auftraggeber zahlt die 100 Mio. € sofort. Ferner leistet der Auftraggeber am 31.12.02 eine Anzahlung in Höhe von 25 Mio. € für Leistungen, die erst im Jahr 03 erbracht werden. Die Teilabrechnung des Ende 03 noch offenen Betrages von 45 Mio. € erfolgt erst am 15.01.04. Geben Sie alle Buchungssätze für die Jahre 01 bis einschließlich 04 an. Berücksichtigen Sie auch eventuell anfallende latente Steuern. Aufgabe 13.15 Thema Fertigungsaufträge nach IFRS 15 Ein Bauunternehmen erhält den Auftrag für die ökologische Umgestaltung einer Stadt und die damit verbundene Renaturierung eines Flusses. Die Bauzeit wird auf fünf Jahre geschätzt. Vereinbart wurde ein Festpreis von 250 Mio. €, der am Ende des fünften Jahres zu zahlen ist. Die geplanten jährlichen Kosten betragen 40 Mio. €. In der Steuerbilanz wird der Fertigungsauftrag nach der Completed-Contract-Methode bewertet. Der durchschnittliche Ertragssteuersatz beträgt 30 %. Der jährliche Baufortschritt verteilt sich proportional zu den Kosten. Die Umsatzsteuer wird nicht berücksichtigt. Die Kostenentwicklung stellt sich wie folgt dar: Periode (Jahr) 01 02 03 04 05 Kosten (Mio. €) 40 40 40 40 40 kumulierte Kosten (Mio. €) 40 80 120 160 200 Der Fertigstellungsgrad erhöht sich in jedem Geschäftsjahr um 20 Prozent bezogen auf die Gesamtkosten. Daher ist der Fertigungsauftrag in jedem Geschäftsjahr mit dem anteiligen kumulierten Projektwert zu bilanzieren. a) Geben Sie die Buchungen für die Jahre 01 bis 04 inklusive latenter Steuern an. b) Geben Sie die Buchungen für das Jahr 05 an. <?page no="50"?> 48 Aufgaben 14. Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten Aufgabe 14.1 Thema Finanzinstrumente der Kategorie „Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI) Ein Unternehmen erwirbt am 30.09.01 Aktien der XY AG zum Kurswert von 101.500 € (inkl. 1.500 € Bankprovision). Die Aktien werden der Kategorie FVOCI zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der Aktien der XY AG hat sich wie folgt entwickelt: Variante a) 31.12.01: 135.000 € 31.12.02: 85.000 € (vorübergehende Wertminderung) 31.12.03: 127.000 € 01.02.04: - Verkauf für 115.000 € - Verkauf für 75.000 € Variante b) 31.12.01: 135.000 € 31.12.02: 85.000 € (dauerhafte Wertminderung - Impairment-Test) 31.12.03: 127.000 € 31.12.04: - Verkauf für 115.000 € - Verkauf für 75.000 € Für beide Varianten sind die Buchungssätze für jedes Geschäftsjahr zu erstellen. Latente Steuern sind zu vernachlässigen. Aufgabe 14.2 Thema Finanzinstrumente der Kategorien „Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI)” und “Fair Value through Profit or Loss (FVPL)” Ein Unternehmen hat im Geschäftsjahr 01 zwei verschiedene Wertpapiere gekauft. Bilden Sie die Buchungssätze für die Geschäftsjahre 01 bis einschließlich 06 nach IFRS und berücksichtigen Sie latente Steuern (Ertragssteuersatz = 30 %). Folgende Informationen stehen Ihnen zur Verfügung: Wertpapiere Wertpapier A: FVPL Wertpapier B: FVOCI Anschaffungsdatum 31.12.01 31.12.01 Anschaffungskosten 30.000 € 80.000 € Börsenkurs 31.12.02 45.000 € 90.000 € Börsenkurs 31.12.03 40.000 € (dauerhaft) 70.000 € Börsenkurs 31.12.04 (dauerhaft) 25.000 € 86.000 € Börsenkurs 31.12.05 32.000 € (vorübergehend) 60.000 € Börsenkurs 31.12.06 38.000 € 94.000 € Bilden Sie die Buchungssätze für die beiden Wertpapiere für die Geschäftsjahre 01 bis 06. <?page no="51"?> Aufgaben 49 Aufgabe 14.3 Thema Kategorisierung von Wertpapieren Die Genetic-AG, Hersteller innovativer Snowboards, kauft am 01.08.01 Wertpapiere für 50.000 €. Die Anschaffungsnebenkosten betragen 0,7 %. Die Wertpapiere werden mit der Absicht gekauft, sie über einen längeren Zeitraum zu halten. Ein Verkauf bei günstiger Gelegenheit ist jedoch nicht ausgeschlossen. Die Kurse haben sich wie folgt entwickelt: - 31.12.01: 42.000 € (nicht dauerhaft); - 31.12.02: 65.000 €. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %. a) Um welche Wertpapiere handelt es sich? b) Wie werden diese bilanziert? c) Welche Wertansätze sind in der IFRS-Bilanz und welche in der Steuerbilanz vorzunehmen? IFRS-Bilanz Steuerbilanz 01.08.01 31.12.01 31.12.02 d) Gibt es Differenzen? Wenn ja, welcher Art? e) In welcher Höhe ergeben sich an den Bilanzstichtagen 31.12.01 und 31.12.02 latente Steuern? Aufgabe 14.4 Thema Bewertung verschiedener Wertpapierkategorien Die Maschinenbau GmbH kauft am 31.12.01 folgende Wertpapiere: - Aktien der Pralinen AG zum Kurs von 34 € pro Aktie - 500 Aktien der Prosecco AG zum Kurs von 22 € pro Aktie eine Bundesanleihe (Nennwert 100.000 €) für 94.000 €, Nominalzins = 5 %, Effektivzins = 7,29880216758427 % Die Wertpapiere der folgenden Kategorien haben sich wie folgt entwickelt: Wertpapier Kategorie Marktwert 31.12.02 Marktwert 31.12.03 Marktwert 31.12.04 Pralinen AG Finanzinstrument FVPL 44 €/ Aktie 38 €/ Aktie 30 €/ Aktie Prosecco AG Finanzinstrument FVOCI 32 €/ Aktie 20 €/ Aktie 28 €/ Aktie Bundesanleihe Finanzinstrument AC 97.000 € 99.000 € 100.000 € Geben Sie für alle Wertpapiere sämtliche Buchungssätze jeweils zum Geschäftsjahresende an und erstellen Sie jeweils eine Bilanz zum 31.12.02, 31.12.03 und 31.12.04. Berücksichtigen Sie bei den Buchungen gegebenenfalls latente Steuern und gehen Sie von einem Ertragssteuersatz von 30 % aus. Bei allen Wertänderungen handelt es sich um vorübergehende Wertschwankungen, in der Steuerbilanz werden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. <?page no="52"?> 50 Aufgaben Aufgabe 14.5 Thema Bewertung und Kategorisierung von Finanzinstrumenten Finanzielle Vermögenswerte lassen sich nach IFRS in drei Gruppen einteilen (sog. Arten von finanziellen Vermögenswerten nach IFRS). Nennen Sie die für die Bewertung von Wertpapieren relevanten Kategorien und beschreiben Sie kurz und stichwortartig, wie die Bewertung erfolgt. Aufgabe 14.6 Thema Finanzinstrument der Kategorie Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI) Ein bilanzierendes Unternehmen hält eine geringfügige Beteiligung, die nach IFRS 9 zu bewerten ist. Die Wertentwicklung der Beteiligung ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Es handelt sich um temporäre Wertschwankungen. Das Eigenkapitalinstrument wird der Kategorie FVOCI (ohne Recycling) zugeordnet (OCI-Option). Jahr 01 02 03 Anschaffungskosten am 01.01.01 500 T€ Beizulegender Zeitwert 31.12. 600 T€ 400 T€ Verkaufserlös am 01.09.03 470 T€ Geben Sie die Buchungssätze für alle Geschäftsjahre an und berücksichtigen Sie latente Steuern (Ertragssteuersatz = 30 %). Aufgabe 14.7 Thema Bewertung von Wertpapieren zum beizulegenden Zeitwert (fair value) Die ABC AG hält eine Beteiligung an der XY AG, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten designiert wurde. Die Anschaffungskosten der Wertpapiere betrugen am 01.01.01 auf 300.000 €. Am 31.12.01 wurde ein beizulegender Zeitwert in Höhe von 350.000 € ermittelt; der Wertansatz in der Steuerbilanz beträgt jedoch weiterhin 300.000 €. Am 31.12.02 beträgt der Wertansatz sowohl in der IFRS-Bilanz als auch in der Steuerbilanz 270.000 €. Der Verkaufserlös am 02.06.03 beträgt 298.000 €. Der Ertragssteuersatz beträgt 30 %, ggf. sind latente Steuern zu berücksichtigen. Geben Sie die Buchungssätze zum 31.12.01, zum 31.12.02 und zum Verkaufszeitpunkt am 02.06.03 an. Aufgabe 14.8 Thema Fortgeführte Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode Am 01.01.01 emittiert die ABC AG eine Anleihe im Gesamtwert von 10 Mio. € mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Anleihe wird in einer Stückelung von 5.000 € über ein Bankenkonsortium vertrieben. Die Nominalverzinsung beträgt 4 % p. a. Die Mode GmbH erwirbt am 02.01.01 ins- <?page no="53"?> Aufgaben 51 gesamt fünf Anleihen zu einem Kurswert von 92 % (= 23.000 €). Die Effektivverzinsung der Anleihen beträgt 7,05 % p. a. Füllen Sie zunächst die folgende Tabelle aus und geben Sie anschließend die Buchungssätze (ohne latente Steuern) für die Mode GmbH zum: - 02.01.01 - 31.12.01 - 31.12.02 und - 31.12.03 an. Jahr (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 01.01 effektiver Zinsertrag (7,05 %) Cashflow (nominaler Zinsertrag (4 %) (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 31.12. 01 02 03 Aufgabe 14.9 Thema Finanzinstrumente der Kategorie FVPL Ein Unternehmen hält die Aktie der ABC AG im Handelsbestand. Folgende Informationen stehen zur Verfügung: Wertpapiere Aktien: Kategorie FVPL Anschaffungsdatum 09.10.01 Anschaffungskosten 50.000 € Börsenkurs am 31.12.01 56.000 € Börsenkurs am 31.12.02 60.000 € Börsenkurs am 31.12.03 44.000 € Verkaufserlös am 01.08.04 66.000 € Der Ertragssteuersatz des Unternehmens beträgt 30 %. In der Handels- und in der Steuerbilanz wird das Wertpapier im Umlaufvermögen (strenges Niederstwertprinzip) ausgewiesen. Geben Sie alle Buchungssätze, die das Wertpapier betreffen, für alle Jahre an. Aufgabe 14.10 Thema Effektivverzinsung - Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten Die ABC AG hat im Jahr 01 zur Deckung ihres mittelfristigen Finanzierungsbedarfs eine Anleihe mit folgenden Bedingungen emittiert: - Nominalbetrag: 10.000 Mio. € - Laufzeit: 5 Jahre - Tilgung: endfällig - Kupon (Nominalzinssatz): 5,00 % p. a. <?page no="54"?> 52 Aufgaben - Zinszahlung jährlich zum Jahresende - Emissionskurs: 95,8 % - Emissionserlös: 9.580 Mio. € - Emissionstag: 02.01.01 - Effektivzinssatz: 6,00 % p. a. Hinweis: Da Sie mit 6 % (Rundungsdifferenzen) rechnen, werden Sie nicht den ganz exakten Wert erhalten. Bei Ihren Berechnungen rechnen Sie immer mit zwei Stellen nach dem Komma und runden entsprechend. Füllen Sie die nachfolgende Tabelle (alle Angaben in Mio. €) aus: Jahr (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 01.01. Zinsaufwand effektiv Zinsaufwand nonimal (Cashflow) Aufzinsung Zuführung (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 31.12. 00 9.580,00 01 9.580,00 02 03 04 05 <?page no="55"?> Aufgaben 53 15. Leasingvereinbarungen nach IFRS 16 Aufgabe 15.1 Thema Leasing beim Leasinggeber Eine Leasinggesellschaft, die eine Produktionsmaschine verleast, erhält für einen Leasingvertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren 18.000 € pro Jahr. Der Restwert der Maschine wird am Ende der Leasinglaufzeit auf 4.000 € geschätzt. Der Zinssatz beträgt 7 % p. a. Der Leasingnehmer hat jedoch nur eine Restwertgarantie in Höhe von 2.800 € übernommen. Weitere Optionen wurden nicht vereinbart. a) Wie hoch ist die Bruttoinvestition für die Produktionsmaschine aus Sicht des Leasinggebers? b) Wie hoch ist die Nettoinvestition aus Sicht des Leasinggebers? c) Wie hoch ist der nicht realisierte Finanzertrag des Leasinggebers? d) Berechnen Sie den Barwert der Leasingzahlungen aus Sicht des Leasingnehmers. e) In welcher Höhe ist der Restwert dem Leasinggeber zuzurechnen? Aufgabe 15.2 Thema Leasing beim Leasingnehmer Die Spezialgetriebe GmbH schließt zu Beginn des Jahres 01 mit der Leasing KGaA einen Leasingvertrag mit einer Grundmietzeit von vier Jahren über eine Sonderzahnradschleifmaschine ab. Die Anschaffungskosten des Leasinggegenstandes, die der Berechnung der Leasingraten zugrunde liegen, betragen 450.000 €. Zusätzlich sind Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 30.000 € bei der Spezialgetriebe GmbH angefallen. Die jährlichen nachschüssigen Leasingraten während der vierjährigen Grundmietzeit betragen 140.000 €. Die Sonderzahnradschleifmaschine hat eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren. Da der interne Kalkulationszinssatz des Leasinggebers nicht bekannt ist, wird ein Refinanzierungszinssatz von 9 % angenommen. Wie ist dieser Leasingvertrag nach IFRS beim Leasingnehmer über die Laufzeit von vier Jahren zu bilanzieren? Für die Berechnung des Zins- und Tilgungsanteils ist die Zinsstaffelmethode anzuwenden. Aufgabe 15.3 Thema Leasing beim Leasingnehmer Ein Unternehmen least einen Großkopierer. Die folgenden Daten sind bekannt: Anschaffungskosten für den Großkopierer: 80.000 € Beginn des Leasingverhältnisses: 01.01.01 Laufzeit des Vertrages: 5 Jahre Wirtschaftliche Nutzungsdauer: 8 Jahre jährliche Leasingrate (nachschüssig): 20.500 € <?page no="56"?> 54 Aufgaben davon jährlich zusätzlich zu zahlende Vertragsverwaltungskosten (inklusiv): 500 € nicht garantierter Restwert von: 3.640 € Interner Zinssatz des Leasinggebers (bekannt): 10,00 % kein Eigentumsübergang auf den Leasingnehmer am Vertragsende. a) Wie ist der Leasingvertrag beim Leasinggeber nach IFRS zu bilanzieren? Handelt es sich um Finanzierungsleasing oder Operating-Leasing? Geben Sie die einzelnen Prüfschritte an. b) Geben Sie den vollständigen Zins- und Tilgungsplan sowie die Höhe der zu bilanzierenden Vermögenswerte und Schulden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses an. Verwenden Sie dazu die nachstehende Tabelle. Aufwandsverrechnung und Amortisation des Leasings beim Leasingnehmer Jahr Leasingobjekt Verbindlichkeit (€) Leasingraten Buchwert (€) Abschreibungen (€) Zinsaufwand (€) Tilgung (€) Nebenkosten (€) Gesamt (€) 01.01.01 31.12.01 31.12.02 31.12.03 31.12.04 31.12.05 Summe <?page no="57"?> Lösungen <?page no="59"?> Lösungen 57 1. Einführung in die IFRS-Rechnungslegung Lösung der Aufgabe zum Thema Grundprinzipien und Aufbau der IFRS Teil a) Die IFRS (International Financial Reporting Standards) sind ein Regelwerk zur international harmonisierten, kapitalmarktorientierten Rechnungslegung, entwickelt vom IASB (International Accounting Standards Board). Sie umfassen die 41 IAS-Standards (International Accounting Standards) und die 19 IFRS-Standards. Teil b) Handelsrechtliche Jahresabschlüsse fokussieren sich auf die Ermittlung eines ausschüttungsfähigen und steuerpflichtigen Gewinns, wobei die Informationsfunktion des Jahresabschlusses zweitrangig ist. Vorrangiges Ziel ist der Gläubigerschutz. Die IFRS hingegen richten sich an Investoren (Eigenkapitalgeber) und zielen darauf ab, die aktuelle Lage des Unternehmens realistisch abzubilden, um Investoren vor Fehlinvestitionen zu schützen. Der Jahresabschluss nach IFRS soll nützliche Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie deren Veränderungen bieten, die für wirtschaftliche Entscheidungen relevant sind. Aufgrund der Internationalisierung und der steigenden Bedeutung der Eigenkapitalfinanzierung sind Transparenz, Publizität und Vergleichbarkeit der Finanzinformationen unerlässlich geworden, was zur Entwicklung der IFRS geführt hat. Teil c) Sechs Argumente sprechen für die Einführung der IFRS: - Öffnung zu den internationalen Kapitalmärkten: Internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse. - Informationsbedürfnisse der Shareholder: Anpassung an die Bedürfnisse der Aktionäre. - Imagevorteile: Darstellung der Unternehmensentwicklung für internationale Märkte. - Einheitliches Konzernreporting: Einheitliches und schnelles Reporting für international tätige Unternehmen. - Vereinheitlichung der internen und externen Rechnungslegung: Effizienzsteigerung, bessere Vergleichbarkeit von Finanzdaten, Erleichterung der internationalen Geschäftsaktivitäten, Konsistenz und Transparenz. - Bessere Information für Kreditgeber: Kontinuierlicher Ergebnisausweis und objektiveres Unternehmensbild. <?page no="60"?> 58 Lösungen 2. Konzeptionelle Grundlagen der IFRS-Rechnungslegung Lösung der Aufgabe zum Thema Organisatorische Grundlagen Teil a) Das IASB (International Accounting Standards Board) entwickelt die IFRS. Ziel ist es, qualitativ hochwertige, verständliche und durchsetzbare globale Rechnungslegungsstandards zu schaffen, die vergleichbare Informationen in den Abschlüssen ermöglichen. Die Organisation umfasst die Treuhänder (Trustees), das Board (IASB), das IFRS Advisory Council und das IFRS Interpretations Committee. Teil b) Die Einhaltung der IAS/ IFRS-Standards wird durch ein zweistufiges System sichergestellt. Eine private Prüfstelle prüft im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen anlassbezogen oder stichprobenartig. Erhält die private Prüfstelle keinen Einblick oder erkennt das Unternehmen festgestellte Fehler nicht an, übernimmt die BaFin die Prüfung. Die Kosten des Enforcements werden den in Deutschland börsennotierten Unternehmen auferlegt. Teil c) Die IFRS haben keine steuerliche Bedeutung. Sie werden ausschließlich für den handelsrechtlichen Jahresabschluss kapitalmarktorientierter Unternehmen angewendet. Teil d) Das International Accounting Standards Board (IASB) ist ein privates und unabhängiges Standardsetzungsgremium mit Sitz in London. Die Mitglieder des IASB stammen aus verschiedenen Ländern. Das IASB entwickelt Rechnungslegungsstandards und arbeitet dabei eng mit nationalen Standardsetzern zusammen, um die Konvergenz der nationalen Vorschriften mit den internationalen Standards zu fördern. Teil e) Die IFRS bestehen aus drei Teilbereichen: dem Rahmenkonzept (Conceptual Framework) , den einzelnen Standards (IAS 1 bis IAS 41 sowie IFRS 1 bis IFRS 19) und den Interpretationen (SIC 7 bis SIC 32 sowie IFRIC 1 bis IFRIC 21) Das Rahmenkonzept (Conceptual Framework) legt die Prinzipien für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen fest. Es definiert keine spezifischen Grundsätze, sondern dient dem IASB als Grundlage zur Entwicklung von Standards und Interpretationen. Die Standards und Interpretationen folgen keiner festen Systematik. Jeder Standard regelt einen bestimmten Sachverhalt und grenzt diesen ab. Die Interpretationen konkretisieren und ergänzen die Standards. Wenn ein Sachverhalt nicht eindeutig geregelt ist, wird geprüft, ob ein anderer Standard oder eine Interpretation einen ähnlichen Sachverhalt abdeckt. Ist dies nicht der Fall, wird auf die allgemeinen Grundsätze im Rahmenkonzept zurückgegriffen. Dem Rechnungslegungskonzept liegen die Basisannahmen der Periodenabgrenzung (Accrual Basis) und der Unternehmensfortführung (Going Concern Principle) zugrunde. Diese Grundsätze werden im Conceptual Framework durch qualitative Zusatzanforderungen ergänzt: - Verständlichkeit (Understandability): Informationen müssen für sachkundige Leser nachvollziehbar sein. <?page no="61"?> Lösungen 59 - Relevanz (Relevance): Informationen müssen entscheidungsrelevant für den Anleger sein. - Zuverlässigkeit (Reliability): Informationen müssen glaubwürdig, neutral und vollständig dargestellt werden, basierend auf fünf Einzelgrundsätzen: Glaubwürdige Darstellung (Faithful Presentation) wirtschaftliche Betrachtungsweise (Substance over Form) Neutralität (Neutrality) Vollständigkeit (Completeness) Vorsicht (Prudence) - Vergleichbarkeit und Stetigkeit (Comparability & Consistency): Informationen sind so darzustellen, dass sie zwischen verschiedenen Perioden und Unternehmen vergleichbar sind. <?page no="62"?> 60 Lösungen 3. Bestandteile des IFRS-Jahresabschlusses Lösung Aufgabe 3.1 Thema Gesamtergebnisrechnung Umsatzerlöse 170 Mio. € + Sonstige betriebliche Erträge + 20 Mio. € - Materialaufwand - 30 Mio. € - Personalaufwand - 60 Mio. € - Abschreibungen - 15 Mio. € - Sonstige betriebliche Aufwendungen - 25 Mio. € = Betriebsergebnis = 60 Mio. € + Finanzerträge + 10 Mio. € - Finanzaufwendungen - 20 Mio. € = Periodenergebnis vor Steuern = 50 Mio. € - Ertragsteuern (30 %) - 15 Mio. € = Ergebnis der Periode nach Steuern = 35 Mio. € Erhöhung der Neubewertungsrücklage (brutto) 12 Mio. € + Erhöhung der Fair Value-Rücklage (brutto) + 8 Mio. € = Sonstiges Ergebnis vor Steuern = 20 Mio. € - Ertragsteuern (30 %) - 6 Mio. € = Sonstiges Ergebnis nach Steuern = 14 Mio. € Gesamtes Periodenergebnis = 49 Mio. € Lösung Aufgabe 3.2 Thema Bestandteile eines IFRS-Abschlusses Ein vollständiger IFRS-Abschluss umfasst folgende Rechnungslegungsinstrumente: - Bilanz - Gesamtergebnisrechnung - Eigenkapitalveränderungsrechnung - Kapitalflussrechnung - Anhang - Ergebnis je Aktie (börsennotierte Unternehmen) - Geschäftssegmente (kapitalmarktorientierte Unternehmen) - Zwischenberichterstattung (kapitalmarktorientierte Unternehmen) Lösung Aufgabe 3.3 Thema Segmentberichterstattung Teil a) Unter der Segmentberichterstattung versteht man die Offenlegung von Vermögens- und Ertragsinformationen eines Unternehmens, die nach Art der Tätigkeit und geografischen Merkmalen segmentiert sind. <?page no="63"?> Lösungen 61 Die Segmentberichterstattung bezieht sich auf die Praxis eines Unternehmens, seine Finanzergebnisse und Geschäftstätigkeiten in verschiedene Segmente zu unterteilen und diese getrennt darzustellen. Diese Segmente können nach geografischen Regionen, Produktlinien, Geschäftsbereichen oder anderen für das Unternehmen relevanten Kriterien abgegrenzt werden. Die Hauptziele der Segmentberichterstattung sind: 1. Transparenz : Sie ermöglicht es Investoren, Analysten und anderen Interessengruppen, sich ein besseres Bild von der Leistung der verschiedenen Unternehmensbereiche zu verschaffen. 2. Leistungsbeurteilung : Durch die Aufteilung in Segmente können die Stärken und Schwächen der einzelnen Geschäftsbereiche besser identifiziert werden. 3. Entscheidungsunterstützung : Management und Entscheidungsträger können fundiertere Entscheidungen treffen, da sie detailliertere Informationen über die Leistung der einzelnen Segmente haben. Teil b) Geografische Segmentierung - Unternehmen teilen ihre Geschäftsaktivitäten nach geografischen Regionen, wie z. B. Nordamerika, Europa, Asien etc. auf. - Dieser Ansatz ist besonders für multinationale Unternehmen nützlich, um die Leistung in verschiedenen Märkten zu bewerten und Markttrends zu analysieren. Segmentierung nach Produkten oder Dienstleistungen - Unternehmen unterteilen ihre Geschäftsaktivitäten nach Produkt- oder Dienstleistungskategorien, wie z.B. Elektronik, Bekleidung, Lebensmittel, Schmuck, Uhren, Finanzdienstleistungen etc. Lösung Aufgabe 3.4 Thema Umsatzkostenverfahren Die Herstellungskosten der Produktion betragen 175.000 € (= 65.000 € + 50.000 € + 60.000 €). Die Umsatzerlöse betragen 198.000 € (= 18.000 St. x 11 €/ St.) Die Vertriebskosten betragen 36.000 € (= 18.000 St. x 2 €/ St.) Der Umsatzaufwand beträgt: 175.000 €/ 25.000 St. x 18.000 St. = 126.000 € Aufwand Gewinn- und Verlustrechnung Ertrag Umsatzaufwand 126.000 € Umsatzerlöse 198.000 € Vertriebskosten 36.000 € Gewinn 36.000 € 198.000 € 198.000 € Lösung Aufgabe 3.5 Thema Kapitalflussrechnung In der Kapitalflussrechnung sind die Cashflows aus der operativen (laufenden) Geschäftstätigkeit, - Investitionstätigkeit und - Finanzierungstätigkeit darzustellen. Der Cashflow ist die Differenz aller Einzahlungen und Auszahlungen. <?page no="64"?> 62 Lösungen Lösung Aufgabe 3.6 Thema Zwischenberichterstattung Ein Zwischenbericht umfasst gemäß IAS 34.8 mindestens: eine verkürzte Bilanz, eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung, eine verkürzte Eigenkapitalveränderungsrechnung, eine verkürzte Kapitalflussrechnung und einen erläuternden Anhang. <?page no="65"?> Lösungen 63 4. Elemente der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Lösung Aufgabe 4.1 Thema Erstellen einer Bilanz Berechnung Sachanlagen Gebä ude 450.000 € + Kopierer (Bü ro) + 15.000 € + Bü roausstattung + 50.000 € + Fahrzeuge + 130.000 € = Summe Sachanlagen = 645.000 € Berechnung Finanzanlagen Aktien (langfristig zum Halten) 70.000 € + langfristig angelegte Wertpapiere + 100.000 € = Summe Finanzanlagen = 170.000 € Aktiva Bilanz zum 31.12.01 Passiva A. Anlagevermögen A. Eigenkapital 595.800 € I. Sachanlagen 645.000 € II. Finanzanlagen 170.000 € B. Rückstellungen 70.000 € B. Umlaufvermögen I. Vorrä te 110.000 € C. Verbindlichkeiten 460.000 € II. Forderungen 142.800 € III. Wertpapiere 40.000 € IV. Kasse, Bank 15.000 € C. RAP 3.000 € Bilanzsumme 1.125.800 € Bilanzsumme 1.125.800 € Lösung Aufgabe 4.2 Thema Schulden Eine Schuld ist eine gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens, die auf vergangenen Ereignissen beruht und die erwartungsgemäß zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird. <?page no="66"?> 64 Lösungen 5. Bewertungsmaßstäbe für die Erstbewertung nach IFRS Lösung Aufgabe 5.1 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Ermittlung der Anschaffungskosten der Produktionsmaschine Listenpreis ohne Umsatzsteuer 400.000 € - 10 % Sonderrabatt - 40.000 € = Zwischensumme = 360.000 € - 2 % Skonto - 7.200 € = Zwischensumme = 352.800 € + Transportkosten (2.618 € : 1,19 = 2.200 €) + 2.200 € + Transportversicherung + 400 € + Fundament + 14.600 € + Fremdkapitalkosten (300.000 € x 0,06 x 3/ 12) + 4.500 € = Nach IFRS zu aktivierende Anschaffungskosten = 374.500 € Lösung Aufgabe 5.2 Thema Ermittlung der in den Herstellungskosten zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Ermittlung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Zinsen für aufgenommenes Darlehen 3 Mio. € x 4 % x 11/ 12 110.000 € - Ertrag für Zwischenanlage bis zum 30.06.01 1,5 Mio. € x 1,5 % x 5/ 12 - 9.375 € = Zwischensumme = 100.625 € + Restfinanzierung ab 01.09.01 1 Mio. € x 7,5 % x 4/ 12 + 25.000 € = zu aktivierende Fremdkapitalkosten = 125.625 € Lösung Aufgabe 5.3 Thema Berechnung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Ermittlung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Zinsen für aufgenommenes Darlehen 900.000 € x 6 % x 12/ 12 54.000 € - Ertrag aus Zwischenanlage bis 30.06.01 (600 T€ (= 900 T€ - 300 T€) für 6 Monate = 600.000 € x 1 % x 6/ 12 - 3.000 € - Ertrag für Zwischenanlage vom 01.07.01 bis 31.12.01 (200 T€ (= 600 T€ - 400 T€) für 6 Monate) 200.000 € x 1 % x 6/ 12 - 1.000 € = zu aktivierende Fremdkapitalkosten = 50.000 € Das Unternehmen A aktiviert 50.000 € als Fremdkapitalkosten, die sich aus der Differenz von Zinsaufwendungen und -erträgen ergeben. <?page no="67"?> Lösungen 65 Lösung Aufgabe 5.4 Thema Berechnung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten Aktivierbare Fremdkapitalzinsen aus dem Objektdarlehen: aktivierbare Fremdkapitalkosten = 600.000 € × 4 % × 5 12 + 600.000 € × 4 % × 2 12 = 14.000 € Nach Inanspruchnahme des Objektdarlehens muss die letzte Rate in Höhe von 400.000 € am 31.10.01 mit Hilfe der allgemeinen Darlehen finanziert werden. Dazu wird zunächst der Finanzierungskostensatz als gewichteter Durchschnittszinssatz der beiden Darlehen berechnet. Zinsen pro Jahr für Darlehen 1 = 400.000 € x 7 % = 28.000 € Zinsen pro Jahr für Darlehen 2 = 200.000 € x 5 % = 10.000 € Zinsen pro Jahr für Darlehen 3 = 1.200.000 € x 4 % = 48.000 € gewogener Durchschnittszinssatz = 28.000 € + 10.000 € 48.000 € 400.000 € + 200.000 € + 1.200.000 € × 100 = 4,77 % Aktivierbare Fremdkapitalzinsen aus den allgemeinen Darlehen: aktivierbare Fremdkapitalkosten = 400.000 € × 4,77 % × 1 12 = 1.592,59 € Das Unternehmen aktiviert die Produktionshalle am 30.11.01 mit Anschaffungskosten von: Anschaffungskosten = 1.600.000 € + 14.000 € + 1.592,59 € = 1.615.592,59 € Lösung Aufgabe 5.5 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Berechnung der Herstellungskosten (HK): Bezeichnung HK nach IFRS Materialeinzelkosten 300.000 € + Materialgemeinkosten (0,12 x 300.000 €) + 36.000 € + Fertigungseinzelkosten + 200.000 € + Fertigungsgemeinkosten (2,3 x 200.000 €) + 460.000 € + Sondereinzelkosten der Fertigung + 25.000 € + Werteverzehr der Produktionsanlagen + 60.000 € + produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten + 40.000 € + Fremdkapitalkosten + 29.000 € = Herstellungskosten = 1.150.000 € Die Herstellungskosten pro Stück betragen (1.150.000 € : 15.000 Stück =) 76,67 €/ Stück . Verboten sind: - Leerkosten, - Vertriebsgemeinkosten, - Sondereinzelkosten des Vertriebs, <?page no="68"?> 66 Lösungen - Forschungskosten, allgemeine Verwaltungskosten, kalkulatorische Kosten. Lösung Aufgabe 5.6 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten a) Brutto-Anschaffungspreis inkl. 19 % USt 2.380.000 € - Umsatzsteuer - 380.000 € = Netto-Anschaffungspreis = 2.000.000 € - 3 % Skonto - 60.000 € + Transportkosten (ohne Umsatzsteuer) + 15.000 € + Versicherungskosten (1,5 % vom Nettowarenwert) + 30.000 € + Aufstellungskosten (nur Einzelkosten) + 70.000 € + Rückbauverpflichtung (200.000 € x 1,08 -20 ) + 96.547 € staatlicher Investitionszuschuss - 200.000 € = Anschaffungskosten = 1.951.547 € b) Buchungssatz beim Kauf: Anlage 1.951.547 € an an Bank Rückstellung 1.855.000 € 98.547 € Buchungssatz bei der Folgebewertung: Abschreibung Anlage 97.577,35 € an Anlage 97.577,35 € Zinsaufwand 7.723,76 € an Rückstellung 7.723,76 € Lösung Aufgabe 5.7 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Zunächst wird die Rückstellung für den Rückbau der Biogasanlage berechnet. 20 1 Barwert der Rückstellung = 1.200.000 €× = 374.166 € 1, 06 Ermittlung der Anschaffungskosten: Anschaffungspreis der Biogasanlage 13.500.000 € + Beraterhonorare + 150.000 € + Rückbaukosten + 374.166 € = Anschaffungskosten = 14.024.166 € <?page no="69"?> Lösungen 67 Lösung Aufgabe 5.8 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Anschaffungspreis (3.570.000 € : 1,19) 3.000.000 € - Rabatt 10 % - 300.000 € = Anschaffungspreis des Gebäudes = 2.700.000 € + Maklerprovision 3 % vom Anschaffungspreis + 81.000 € + Grunderwerbsteuer 5 % vom Anschaffungspreis + 135.000 € + Notargebühr für die Eintragung als Eigentümer (17.850 € : 1,19) + 15.000 € + Eintragungsgebühr im Grundbuch als Eigentümer + 3.600 € + Abruchkosten Betriebsgebäude (95.200 € : 1,19) + 80.000 € + Rekultivierungsrückstellung = 250.000 1,08 5 = 170.145,80 € + 170.146 € = Anschaffungskosten = 3.184.746 € Nicht aktivierungsfähig sind Finanzierungskosten (Eintragung der Grundschuld, Notargebühr für die Eintragung der Grundschuld), Grundsteuer (laufende Steuer), Fremdkapitalzinsen des Folgejahres. Lösung Aufgabe 5.9 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Anschaffungspreis Blockheizkraftwerk 2.000.000,00 € - Anschaffungspreisminderung (2 % Skonto) - 40.000,00 € + Anschaffungsnebenkosten (Baugenehmigung) + 50.000,00 € + Montagekosten + 100.000,00 € + Rückbaukosten (300.000 € × 1 1,06 20 = 93.541,42 €) + 93.541,42 € + Fremdkapitalzinsen (500.000 € x 0,05 = 25.000 €) + 25.000,00 € - Investitionszuschuss - 200.000,00 € = Anschaffungskosten = 2.028.541,42 € Lösung Aufgabe 5.10 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die Anschaffungskosten einer Spezialmaschine werden wie folgt berechnet: Anschaffungspreis (595.000 € : 1,19) 500.000,00 € - 3 % Skonto - 15.000,00 € + Versicherungskosten + 1.500,00 € + Transportkosten (2.380 € : 1,19) + 2.000,00 € + Montagekosten (1.785 € : 1,19) + 1.500,00 € <?page no="70"?> 68 Lösungen + 10 1 Rückbaukosten = 50.000 €× = 19.277, 16 € 1, 1 + 19.277,16 € + Fremdkapitalkosten + 722,84 € = Anschaffungskosten = 510.000,00 € Die Anschaffungskosten der Maschine betragen 510.000 € . Lösung Aufgabe 5.11 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Zunächst werden die Anschaffungskosten ermittelt: Anschaffungspreis (netto) 600.000 € - 3 % Skonto - 18.000 € - Investitionszuschuss - 60.000 € + Versicherung + 12.000 € + Aufstellungskosten + 15.000 € + Entsorgungsverpflichtung: (100.000 € x (1/ 1,1 15 ) + 23.939 € = Anschaffungskosten = 572.939 € lineare Abschreibung ([572.939 € : 10 Jahre] x 6/ 12) - 28.647 € = Buchwert zum Bilanzstichtag (31.12.01) = 544.292 € <?page no="71"?> Lösungen 69 6. Bewertungsmaßstäbe für die Folgebewertung nach IFRS Lösung Aufgabe 6.1 Thema Anschaffungskostenmodell - (Impairment-Test) Jahr Abschreibung (T€) Ansatz (T€) fiktive fortgeführte AK (T€) erzielbarer Betrag (T€) 01 - 200 2.050 2.050 02 - 200 1.850 1.850 03 - 200 1.650 1.650 04 - 200 1.450 1.450 1.750 05 - 200 1.250 1.250 06 - 200 1.050 1.050 07 - 200 850 850 08 - (200 + 180) Impairment 470 650 470 09 - - 110 + 90 450 450 520 10 - 200 250 250 Im Jahr 04 werden der Nettoveräußerungserlös von 1.600 T€ und der Nutzungswert von 1.750 T€ mit dem Buchwert von 1.450 T€ verglichen. Der Buchwert ist niedriger als der erzielbare Betrag, daher erfolgt die Bewertung zum Buchwert. Im Jahr 08 beträgt der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten 470 T€ und der Nutzungswert 420 T€, der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist höher und entspricht dem erzielbaren Betrag. Der Buchwert würde 650 T€ betragen, somit ist der erzielbare Betrag niedriger und es ist eine zusätzliche außerplanmäßige Abschreibung (Wertminderung) von 180 T€ vorzunehmen. Im Jahr 08 erfolgt zunächst eine planmäßige Abschreibung in Höhe von 110 T€ (= (470 T€ - 250 T€) : 2), was einem vorläufigen Restbuchwert von 360 T€ entspricht. Der erzielbare Betrag beträgt 520 T€. Da die fiktiven fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten nur 450 T€ betragen, kann nach dem Anschaffungskostenmodell nur bis zur Höhe der fiktiven fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zugeschrieben werden. Lösung Aufgabe 6.2 Thema Anschaffungskostenmodell (cost model) a) Ja. b) Nein, es liegt nicht zwingend eine Wertminderung vor, da der erzielbare Betrag maßgeblich ist, der sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert ergibt. Ist der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher als der Nutzungswert, so stellt dieser den erzielbaren Betrag dar, der über dem Buchwert liegen kann. In diesem Fall liegt keine Wertminderung vor. <?page no="72"?> 70 Lösungen Lösung Aufgabe 6.3 Thema Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Teil a) 1) Berechnung des Restbuchwertes zum 31.12.05 Jahre Buchwert zu Beginn des Jahres planmäßige Abschreibungen Restbuchwert 01 1.200.000 € - 60.000 € 1.140.000 € 02 1.140.000 € - 120.000 € 1.020.000 € 03 1.020.000 € - 120.000 € 900.000 € 04 900.000 € - 120.000 € 780.000 € 05 780.000 € - 120.000 € 660.000 € Berechnung des Nutzungswerts Variante I: Nutzungswert = 120 T€ 1,08 1 + 120 T€ 1,08 2 + 120 T€ 1,08 3 + 120 T€ 1,08 4 + 120 T€ 1,08 5 + 160 T€ �1 + �0,08 × 6 12�� × 1 1,08 5 = 583.830,31 € Nutzungswert = 111.111,11 € + 102.880,66 € + 95.259,87 € + 88.203,58 € + 81.669,98 + 104.705.11 € = 583.830,31 € Berechnung des Nutzungswerts Variante II: Nutzungswert = 479.125,20 € + 104.705,11 € = 583.830,31 € 2) Ermittlung des erzielbaren Betrags (recoverable amount) Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert, d. h. der erzielbare Betrag beträgt 583.830,31 €. Somit besteht ein Wertminderungsbedarf, d. h. es erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 76.092,16 €. Teil b) Jahre Buchwert zu Beginn des Jahres planmäßige Abschreibungen Restbuchwert Restbuchwert ohne außerplanmäßige Abschreibung 01 1.200.000 € - 60.000 € 1.140.000 € 1.140.000 € 02 1.140.000 € - 120.000 € 1.020.000 € 1.020.000 € 03 1.020.000 € - 120.000 € 900.000 € 900.000 € 04 900.000 € - 120.000 € 780.000 € 780.000 € 05 780.000 € - 120.000 € 660.000 € 660.000 € <?page no="73"?> Lösungen 71 05 außerplanmäßige Abschreibung - 76.169,69 € 583.830,31 € 06 583.830,31 € - 106.150,97 € 477.679,34 € 540.000 € 07 477.742,78 € - 106.150,97 € 371.528,37 € 420.000 € Eine Wertaufholung darf maximal bis zur Höhe der fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten, d. h. bis zu maximal 420.000 € erfolgen. Es erfolgt daher eine erfolgswirksame Zuschreibung in Höhe von 48.471,63 € . Lösung Aufgabe 6.4 Thema Verlustfreie Bewertung - Nettoveräußerungswert voraussichtlicher Verkaufserlös 240.000 € - Erlösschmälerungen - 19.200 € - Verpackungs- und Transportkosten - 15.600 € noch anfallende Vertriebskosten - 4.800 € noch anfallende Herstellungskosten - 56.400 € = Wertansatz bei verlustfreier Bewertung (Nettoveräußerungswert) = 144.000 € Würde man die die unfertigen Erzeugnisse zu Herstellungskosten bewerten, ergäbe sich ein Wertansatz von 14,50 €/ St. x 12.000 St. = 174.000 €. Da der durch die verlustfreie Bewertung ermittelte Nettoveräußerungswert unter den Herstellungskosten liegt, so sind die unfertigen Erzeugnisse mit 144.000 € zu bewerten. Lösung Aufgabe 6.5 Thema Impairment-Test Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten beträgt (470.000 € - 6.000 €) = 464.000 € Der Nutzungswert wird wie folgt berechnet: n 5 n 5 q - 1 1, 06 - 1 Nutzungswert = R × = 115.000 €× = 484.422 € q × i 1, 06 ×0, 06 Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Da der erzielbare Betrag den Buchwert übersteigt, liegt keine Wertminderung vor. Lösung Aufgabe 6.6 Thema Impairment-Test Anschaffungskosten Anfang 01 500.000 € Abschreibung 10 % - 50.000 € Buchwert Ende 01 = 450.000 € Abschreibung - 50.000 € <?page no="74"?> 72 Lösungen Buchwert Ende 02 = 400.000 € Abschreibung - 50.000 € Buchwert Ende 03 = 350.000 € Abschreibung - 50.000 € Buchwert Ende 04 = 300.000 € Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erzielbarer Liquidationserlös 280.000 € Veräußerungskosten (3 % von 280.000 €) - 8.400 € Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräuße- = 271.600 € rungskosten Ermittlung des Nutzungswerts (value in use) Der entsprechende Rentenbarwertfaktor (RBF): 5,2421368567 ergibt sich aus n = 6 Jahre und i = 4 %. n 6 n 6 q - 1 1, 04 - 1 7 RBF = = = q × i 1, 04 0 5, 24 4 213 , 0 6856 × Nutzungswert (value in use) = Mittelzufluss x Rentenbarwertfaktor = 56.000 € x 5,2421368567 = 293.559,66 € Maßgeblich für den Impairment-Test ist der erzielbare Betrag, in diesem Fall der Nutzungswert (der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert). Daraus ergibt sich eine außerplanmäßige Abschreibung (Wertminderung) in Höhe von 6.440,34 € (300.000 € - 293.559,66 €) auf den erzielbaren Betrag in Höhe von 293.559,66 €. Die Bestückungsmaschine ist nach dem Impairment-Test für die Bilanz des Jahres 04 mit 293.559,66 € anzusetzen. Lösung Aufgabe 6.7 Thema Impairment-Test 5 5 1, 095 - 1 Nutzungswert = 20.500 € × = 78.714, 03 € 1, 095 ×0, 095 Der Nutzungswert stellt den erzielbaren Betrag dar, da der Nutzungswert höher ist als der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Zum 31.12.02 ist eine außerplanmäßige Abschreibung (Wertminderung) in Höhe von 6.285,97 € (= 85.000 € - 78.714,03 €) vorzunehmen. Buchungssatz zum 31.12.02 außerplanmäßige Abschreibung 6.285,97 € an Maschine 6.285,97 € <?page no="75"?> Lösungen 73 Lösung Aufgabe 6.8 Thema Erzielbarer Betrag (recoverable amount) - Wertaufholung Fall a): Es besteht eine Zuschreibungspflicht in Höhe von 150.000 €. Der Zuschreibungsbetrag ist durch den erzielbaren Betrag begrenzt. Fall b): Es besteht eine Zuschreibungspflicht in Höhe von 140.000 €. Der Zuschreibungsbetrag ist durch die fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten begrenzt. Lösung Aufgabe 6.9 Thema Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Buchungssatz zum 07.01.01 IVW (immaterieller Vermögenswert) 2.000.000 € an Bank 2.000.000 € Buchungssatz zum 31.12.01 planmäßige Abschreibung 80.000 € an IVW 80.000 € Der erzielbare Betrag liegt um 120.000 € unter dem Buchwert. Diese Differenz ist außerplanmäßig abzuschreiben. außerplanmäßige Abschreibung 120.000 € an IVW 120.000 € Der Buchwert beträgt nun 1.800.000 € (= 2.000.000 € - 80.000 € - 120.000 €). Buchungssatz zum 31.12.02 Die planmäßige Abschreibung ist an den neuen Buchwert und die Restnutzungsdauer anzupassen (1.800.000 € : 24 Jahre = 75.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 75.000 € an IVW 75.000 € Der neue Buchwert beträgt nun 1.725.000 € (= 1.800.000 € - 75.000 €). Der erzielbare Betrag liegt jetzt oberhalb des Buchwertes, jedoch darf die Zuschreibung nur bis zu den fiktiv fortgeführten AK/ HK angesetzt werden (1.840.000 € - 1.725.000 € = 115.000 €). IVW 115.000 € an sonstiger betrieblicher Ertrag 115.000 € Der Buchwert beträgt nun 1.840.000 € (1.725.000 € + 115.000 €). Buchungssatz zum 31.12.03 Die planmäßige Abschreibung ist erneut anzupassen (1.840.000 € : 23 Jahre = 80.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 80.000 € an IVW 80.000 € <?page no="76"?> 74 Lösungen Der neue Buchwert beträgt 1.760.000 € (1.840.000 € - 80.000 €). Der erzielbare Betrag liegt höher als die fortgeführten AK/ HK. Eine Zuschreibung über diesen Wert hinaus ist beim Anschaffungskostenmodell verboten. Buchungssatz zum 31.12.04 planmäßige Abschreibung 80.000 € an IVW 80.000 € Der Buchwert beträgt nun 1.680.000 € (= 1.760.000 € - 80.000 €). Der erzielbare Betrag liegt wieder unterhalb des Buchwertes, infolgedessen muss eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen (1.680.000 € - 1.470.000 € = 210.000 €). außerplanmäßige Abschreibung 210.000 € an IVW 210.000 € Der neue Buchwert beträgt 1.470.000 € (= 1.760.000 € - 80.000 € - 210.000 €). Buchungssatz zum 31.12.05 Die planmäßige Abschreibung ist auf 70.000 €/ Jahr anzupassen (1.470.000 € : 21 Jahre). planmäßige Abschreibung 70.000 € an IVW 70.000 € Der neue Buchwert beträgt nun 1.400.000 € (1.470.000 € - 70.000 €). Der erzielbare Betrag liegt wieder unter dem Buchwert. Es wird eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 600.000 € (= 1.400.000 € - 800.000 €) vorgenommen. außerplanmäßige Abschreibung 600.000 € an IVW 600.000 € Lösung Aufgabe 6.10: Impairment-Test beim Anschaffungskostenmodell Teil a) 31.12.02: Zunächst werden die planmäßigen Abschreibungen berechnet. 240.000 € : 6 Jahre = 40.000 €/ Jahr Anschließend wird der vorläufige Restbuchwert ermittelt: 240.000 € - (40.000 € + 40.000 €) = 160.000 € Ermittlung des Nettoveräußerungswertes: 135.000 € - 5.000 € = 130.000 € Ermittlung des Nutzungswerts: Nutzungswert = � CF t (1 + i) t 4 t=1 + �(CF 5 x (1 + w)) (1 ⥄ + i) t n t=5 + AbF n (1 + i) n Nutzungswert = 55.000 € (1 + 0,1) 1 + 50.000 € (1 + 0,1) 2 + 45.000 € (1 + 0,1) 3 + 40.000 € (1 + 0,1) 4 = 50.000,00 € + 41.322,31 € + 33.809,17 € + 27.320,54 € = 152.452,02 € Der erzielbare Betrag beträgt 152.452 €. außerplanmäßige Abschreibung 7.548 € an Maschine 7.548 € <?page no="77"?> Lösungen 75 Teil b) Buchungssatz zum 31.12.03 planmäßige Abschreibung 38.113 € an Maschine 38.113 € Der Restbuchwert beträgt 114.339 € (= 152.452 € - 38.113 €). Die fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten betragen 120.000 € (= 240.000 € - [3 x 40.000 €]). Da der erzielbare Betrag (150.000 €) höher ist als die fortgeführten Anschaffungskosten (120.000 €), erfolgt eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten. Buchungssatz zum 31.12.03 Maschine 5.661 € an sonst. betriebliche Erträge 5.661 € Lösung Aufgabe 6.11 Thema Folgebewertungsmodelle Sachanlagen (IAS 16.29) und immaterielle Vermögenswerte (IAS 38.72) als Finanzinvestition gehaltene Investition (IAS 40.30) Anschaffungskostenmodell Neubewertungsmodell Modell des beizulegenden Zeitwerts Anschaffungskostenmodell = = = = Folgebewertung zu fortgeführten AK/ HK erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Folgebewertung zu fortgeführten AK/ HK <?page no="78"?> 76 Lösungen 7. Latente Steuern Lösung Aufgabe 7.1 Thema Latente Steuern Aktive latente Steuern sind nur in jener Höhe zu bilden, in der ihre Realisierung in absehbarer Zeit wahrscheinlich ist. Nach IFRS liegt die Wahrscheinlichkeit der Realisierung bei ca. 80 %. Da mit einem steuerlichen Jahresgewinn von 100.000 € sicher zu rechnen ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar über 80 %. Die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn von 200.000 € ist zu gering, um diesen Betrag in die Berechnung einzubeziehen. 100.000 € x 3 Jahre x 30 % = 90.000 €. Die aktiven latenten Steuern sind auf 90.000 € begrenzt. Lösung Aufgabe 7.2 Thema Latente Steuern erfolgswirksam erfolgsneutral aktive latente Steuern passive latente Steuern aktive latente Steuern passive latente Steuern Rückstellungen 60.000 € Wertpapiere 6.000 € Sachanlagevermögen 45.000 € Drohverlustrückstellung 93.000 € Buchungssätze a) aktive latente Steuern 60.000 € an Steuerertrag 60.000 € b) Sachanlagen 150.000 € an sonstiges Ergebnis (Neubewertungsrücklage) 105.000 € an passive latente Steuern 45.000 € c) Wertpapiere 20.000 € an Finanzerträge 20.000 € Steueraufwand 6.000 € an passive latente Steuern 6.000 € d) aktive latente Steuern 93.000 € an Steuerertrag 93.000 € <?page no="79"?> Lösungen 77 8. Sachanlagen Lösung Aufgabe 8.1 Thema Komponentenansatz bei Gebäuden Teil a) Abschreibung ohne Komponentenansatz: 1 Mio. € x 0,025 = 25.000 € Abschreibung mit Komponentenansatz: Komponente Berechnung der Abschreibung Betrag Dach 100.000 € x 0,05 = 5.000 €/ Jahr Gebäudehülle 400.000 € x 0,025 = 10.000 €/ Jahr Fenster 100.000 € x 0,04 = 4.000 €/ Jahr Heizung/ Lüftung/ Klimatisierung 100.000 € x 0,1 = 10.000 €/ Jahr Aufzugsanlage 100.000 € x 0,1 = 10.000 €/ Jahr Elektrotechnik 100.000 € x 0,05 = 5.000 €/ Jahr Innenausbau 100.000 € x 0,1 = 10.000 €/ Jahr Summe der jährlichen Abschreibung = 54.000 €/ Jahr Die jährliche Abschreibung nach dem Komponentenansatz ist um 29.000 € höher als ohne Komponentenansatz. Teil b) Mit Komponentenansatz Ermittlung des Restbuchwertes der Heizungs- und Klimaanlage: Anschaffungskosten - jährliche Abschreibungen bis zum 31.03.07 (100.000 € - 10.000 € - 10.000 € - 10.000 € - 10.000 € - 2.500 € = 57.500 € ) Der Restbuchwert der Heizungs- und Klimaanlage beträgt 57.500 €. außerplanmäßige Abschreibung 57.500 € an Heizungs- und Klimaanlage 57.500 € Das neue Heizungsklimasystem ist zu erfassen und planmäßig über 10 Jahre abzuschreiben Heizungs- und Klimaanlage Vorsteuer 135.000 € 26.650 € an Bank 160.650 € Ohne Komponentenansatz Bei der Nichtanwendung des Komponentenansatzes werden die 135.000 € sofort als Erhaltungsaufwand erfasst, sofern das neue System keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem alten System darstellt. Erhaltungsaufwand Vorsteuer 135.000 € 26.650 € an Bank 160.650 € <?page no="80"?> 78 Lösungen Lösung Aufgabe 8.2 Thema Komponentenansatz Fahrzeuge Komponente Abschreibungsbetrag pro Periode Kabinenausstattung 3.750,00 €/ Jahr (= 15.000 € : 4 Jahre) Reifen und Motor 13.333,33 €/ Jahr (= 80.000 € : 4 Jahre) Achsen 3.125,00 €/ Jahr (= 25.000 € : 4 Jahre) Karosserie und Rest 833,33 €/ Jahr (= 10.000 € : 12 Jahre) Die Reifen und der Motor haben jeweils eine Nutzungsdauer von sechs Jahren. Da auch die Abschreibungsmethode übereinstimmt, können beide Komponenten zusammen abgeschrieben werden. Auch die Karosserie und der Rest können zusammen abgeschrieben werden, da zum einen die Nutzungsdauer identisch ist und zum anderen die Kostenanteile unter 10 % liegen. Lösung Aufgabe 8.3 Thema Rückbauverpflichtungen Zunächst ist der Barwert der zu aktivierenden Rückbaukosten mit dem Diskontierungszinssatz von 6 % zu ermitteln. Barwert der Rückbaukosten für die Rückstellung = 6 Mio. € x 1 1,06 15 = 2.503.590 € Buchungssatz zu Beginn des Geschäftsjahres 01 Anlage 22.503.590 € an an Bank Rückstellung 20.000.000 € 2.503.590 € Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 01 Die Anlage wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben, somit beträgt die jährliche Abschreibung 1.500.239 €/ Jahr (= 22.503.590 € : 15 Jahre). Außerdem wird die Rückstellung aufgezinst (2.503.590 € x 0,06) = 150.215 €. planmäßige Abschreibung Zinsaufwand 1.500.239 € 150.215 € an an Anlage Rückstellung 1.500.239 € 150.215 € Die Rückstellungen für die Rückbaukosten betragen zum 31.12.01 insgesamt 2.653.805 €. Exkurs: Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 01 mit latenten Steuern Schritt 1: Ermittlung der Restbuchwerte der Anlage in der IFRS- und der Steuerbilanz IFRS-Bilanz 01: 22.503.590 € - 1.500.239 = 21.003.351 € Steuerbilanz 01: 20.000.000 € - (20.000.000 € : 15 Jahre = 1.333.333,33 €/ Jahr) = 18.666.666,67 € Differenz zwischen IFRS- und Steuerbilanz: 21.003.351 € - 18.666.666,67 € = 2.336.684,33 € Berechnung der latenten Steuern (Steuersatz = 30 %): 2.336.684,33 € x 0,3 = 701.005,30 € Buchungssatz für latente Steuern: Steueraufwand 701.005,30 € an passive latente Steuern 701.005,30 € <?page no="81"?> Lösungen 79 Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 02 Die Anlage wird erneut mit 1.500.239 €/ Jahr abgeschrieben. Die Rückstellung für die Rückbaukosten wird um den Zinsaufwand von 6 % erhöht (2.653.805 x 0,06) = 159.228 €. Da die Rückbauverpflichtung um 1 Mio. € zu hoch angesetzt wurde, ist der Barwert der Rückstellung um (1 Mio. € x 1 1,06 13 ) = 468.839 € zu korrigieren, was zu einer Minderung der Anlage führt. planmäßige Abschreibung Zinsaufwand Rückstellung 1.500.239 € 159.228 € 468.839 € an an an Anlage Rückstellung Anlage 1.500.239 € 159.228 € 468.839 € Exkurs: Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 02 mit latenten Steuern Schritt 1: Ermittlung der Restbuchwerte der Sachanlage in der IFRS- und der Steuerbilanz IFRS-Bilanz 02: (22.503.590 € - 1.500.239 € - 1.500.239 € - 468.839 €) = 19.034.273 € Steuerbilanz 02: 20.000.000 € - 1.333.333,33 € - 1.333.333,33 € = 17.333.333,34 € Differenz zwischen IFRS- und Steuerbilanz: 19.034.273 € - 17.333.333,34 € = 1.700.939,66 € Berechnung der latenten Steuern (Steuersatz = 30 %): 1.700.939,66 € x 0,3 = 510.281,90 € Anpassung der passiven latenten Steuern: passive latente Steuern aus dem Jahr 01 701.005,30 € berechnete passive latente Steuern des Jahres 02 - 510.281,90 € = Auflösung passive latente Steuern = 190.723,40 € Buchungssatz: passive latente Steuern 190.723,40 € an Steuerertrag 190.723,40 € Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 03 Die Anlage hat zum Ende des Geschäftsjahres 02 einen Buchwert von 19.034.273 € (= 22.503.590 € - 1.500.239 € - 1.500.239 € - 468.839 €). Somit ändert sich die Abschreibung im Geschäftsjahr 03 (19.034.273 € : 13 €) = 1.464.175 €/ Jahr. Die Rückstellung hat zum Ende des Geschäftsjahres 02 einen Buchwert von 2.344.194 € (= 2.503.590 € + 150.215 € + 159.228 € - 468.839 €). Die Rückstellung für die Rückbaukosten erhöht sich um den Zinsaufwand von 6 % (2.344.194 € x 0,06) = 140.652 €. planmäßige Abschreibung Zinsaufwand 1.464.175 € 140.652 € an an Anlage Rückstellung 1.464.175 € 140.652 € Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 04 Die Rückstellung für die Rückbaukosten erhöht sich um den Zinsaufwand von 6 % (2.484.846 x 0,06) = 149.091 €. planmäßige Abschreibung Zinsaufwand 1.464.175 € 149.091 € an an Anlage Rückstellung 1.464.175 € 149.091 € Zunächst ist die Rückstellung anzupassen, d. h. Zuführung zur Rückstellung in Höhe von (3 Mio. € x 1 1,06 11 ) = 1.580.363 € Anlage 1.580.363 € an Rückstellung 1.580.363 € <?page no="82"?> 80 Lösungen Buchungssätze am Ende des Geschäftsjahres 05 Die Anlage hat zum Ende des Geschäftsjahres 04 einen Buchwert von 17.686.286 € (= 19.034.273 € - 1.464.175 € - 1.464.175 € + 1.580.363 €). Somit ändert sich die Abschreibung im Geschäftsjahr 05 (17.686.286 € : 11 Jahre) = 1.607.844 €/ Jahr. Die Rückstellung hat zum Ende des Geschäftsjahres 04 einen Buchwert von 4.214.300 € (= 2.344.194 € + 140.652 € + 149.091 € + 1.580.363 €). Die Rückstellung für die Rückbaukosten erhöht sich um den Zinsaufwand von 6 % (4.214.300 € x 0,06) = 252.858 €. planmäßige Abschreibung Zinsaufwand 1.607.844 € 252.858 € an an Anlage Rückstellung 1.607.844 € 252.858 € Lösung Aufgabe 8.4 Thema Rückbauverpflichtungen (Rekultivierungskosten) Zunächst ist die Höhe der Rückbaurückstellung zu berechnen. Rückbaurückstellung = 2.000.000 € × 1 1,05 20 = 753.779 € Die Anschaffungskosten betragen 22.753.779 € (= 20.000.000 € + 2.000.000 € + 753.779 €) Buchungssätze im Januar 01 Windkraftanlage 22.753.779 € an Bank 22.000.000 € an Rü ckstellung 753.779 € oder Windkraftanlage 20.000.000 € Vorsteuer 3.800.000 € an Bank 23.800.000 € Windkraftanlage 2.000.000 € Vorsteuer 380.000 € an Bank 2.380.000 € Windkraftanlage 753.779 € an Rückstellung 753.779 € Buchungssätze zum 31.12.01: Zuführung zu der Rückbaurückstellung = 753.779 € x 0,05 = 37.689 € Ermittlung der Abschreibung nach IFRS = 22.753.779 € : 20 Jahre = 1.137.689 €/ Jahr Ermittlung der Abschreibung in der Steuerbilanz = 22.000.000 € : 20 Jahre = 1.100.000 €/ Jahr Buchwert zum 31.12.01 der Windkraftanlage in der IFRS-Bilanz = 22.753.779 € - 1.137.689 € = 21.616.090 € Buchwert zum 31.12.01 der Windkraftanlage in der Steuerbilanz = 22.000.000 € - 1.100.000 € = 20.900.000 € Ermittlung der passiven latenten Steuern in der IFRS-Bilanz: 21.616.090 € - 20.900.000 € = 716.090 € x 0,3 = 214.827 € <?page no="83"?> Lösungen 81 planmä ßige Abschreibung 1.137.689 € an Windkraftanlage 1.137.689 € Zinsaufwand 37.689 € an Rü ckstellung 37.689 € Steueraufwand 214.827 € an passive latente Steuern 214.827 € Aktiva Ausschnitt aus der IFRS-Bilanz zum 31.12.01 Passiva Windkraftanlage 21.616.090 € Rückbaurückstellung 791.468 € passive latente Steuern 214.827 € Lösung Aufgabe 8.5 Thema Rückbaukosten 02.01.01: Berechnung der Rückstellung für die Rückbaukosten : 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅ü𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵ü𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 02.01.01 = 100.000 € × 1 1,06 5 = 74.725,82 € Buchungssatz am 02.01.01 Produktionsanlage 2.074.725,82 € an Bank 2.000.000,00 € an Rü ckstellung 74.725,82 € 31.12.01: Berechnung der jährlichen Abschreibung der Produktionsanlage: 𝑗𝑗äℎ𝐵𝐵𝑐𝑐𝑟𝑟𝑐𝑐ℎ𝐵𝐵𝐵𝐵 𝐴𝐴𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐ℎ𝐵𝐵𝐵𝐵𝑟𝑟𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐 = 2.074.725,82 € 5 𝐽𝐽𝐵𝐵ℎ𝐵𝐵𝐵𝐵 = 414.945,16 €/ 𝐽𝐽𝐵𝐵ℎ𝐵𝐵 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅ü𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵ü𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.01 = 100.000 € × 1 1,06 4 = 79.209,37 € Zuführung zur Rückbaurückstellung: 74.725,82 € x 0,06 = 4.483,55 € Buchungssätze am 31.12.01 planmä ßige Abschreibung 414.945,16 € an Produktionsanlage 414.945,16 € Zinsaufwand 4.483,55 € an Rü ckstellung 4.483,55 € <?page no="84"?> 82 Lösungen Buchwerte am 31.12.01 - Produktionsanlage 1.659.780,66 € - Rückstellung 79.209,37 € 31.12.02: Barwert der Rü ckbaurü ckstellung am 31.12.02 = 100.000 € × 1 1,06 3 = 83.961,93 € Zuführung zur Rückbaurückstellung: 79.209,37 € x 0,06 = 4.752,56 € 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑁𝑁𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.02 = 120.000 € × 1 1,06 3 = 100.754,31 € Erfolgsneutrale Erhöhung der Rückbaurückstellung = 100.754,31€ - 83.961,93 € = 16.792,38 € oder Zufü hrung zur Rü ckbaurü ckstellung am 31.12.02 = 20.000 € × 1 1,06 3 = 16.792,39 € Buchungssätze am 31.12.02 planmä ßige Abschreibung 414.945,16 € an Produktionsanlage 414.945,16 € Zinsaufwand 4.752,56 € an Rü ckstellung 4.752,56 € Produktionsanlage 16.792,39 € an Rü ckstellung 16.792,39 € Buchwerte am 31.12.02 - Produktionsanlage 1.261.627,89 € - Rückstellung 100.754,31 € 31.12.03 Neuberechnung der Abschreibung der Produktionsanlage: / € neuer jährlicher Abschreibungsbetrag = = = 420.542, 63 € Jahr Restnutzungsdauer Restbuchwert 1.2 h 6 8 3 Ja 1.62re 7, 9 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.03 = 120.000 € × 1 1,06 2 = 106.799,57 € Zuführung zur Rückbaurückstellung: 100.754,31 € x 0,06 = 6.045,26 € Buchungssätze am 31.12.03 planmä ßige Abschreibung 420.542,63 € an Produktionsanlage 420.542,63 € Zinsaufwand 6.045,26 € an Rü ckstellung 6.045,26 € <?page no="85"?> Lösungen 83 Buchwerte am 31.12.03 - Produktionsanlage 841.085,26 € - Rückstellung 106.799,57 € 31.12.04 / € jährlicher Abschreibungsbetrag = = = € Jahr Restnutzungsdauer 2 Jahre Restbuchwert 841.085, 26 420.542, 63 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.04 = 120.000 € × 1 1,06 1 = 113.207,55 € Zuführung zur Rückbaurückstellung: 106.799,57 € x 0,06 = 6.407,97 € 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑁𝑁𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.04 = 120.000 € × 1 1,05 1 = 114.285,71 € Auswirkung des geänderten Diskontierungszinssatzes = 114.285,71 € - 113.207,55 € = 1.078,16 € Buchungssätze am 31.12.04 planm. Abschreibung 420.542,63 € an Produktionsanlage 420.542,63 € Zinsaufwand 6.407,97 € an Rü ckstellung 6.407,97 € Produktionsanlage 1.078,16 € an Rü ckstellung 1.078,16 € Buchwerte am 31.12.04 - Produktionsanlage 421.620,79 € - Rückbaurückstellung 114.285,71 € 31.12.05 𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑗𝑗äℎ𝐵𝐵𝑐𝑐𝑟𝑟𝑐𝑐ℎ𝐵𝐵𝐵𝐵 𝐴𝐴𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐ℎ𝐵𝐵𝐵𝐵𝑟𝑟𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐 = Restbuchwert Restnutzungsdauer = 421.620,79 € 1 Jahr = 421.620,79 €/ Jahr 𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑑𝑑𝐵𝐵𝐵𝐵 𝑅𝑅 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝑐𝑐𝐵𝐵 ü 𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝐵𝐵𝐵𝐵𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐𝑐 𝐵𝐵𝑎𝑎 31.12.05 = 120.000 € Zuführung zur Rückstellung: 114.285,71 € x 0,05 = 5.714,29 € Buchungssätze am 31.12.05 planm. Abschreibung 421.620,79 € an Produktionsanlage 421.620,79 € Zinsaufwand 5.714,29 € an Rü ckstellung 5.713,29 € Rü ckstellung 120.000,00 € an Bank 120.000,00 € <?page no="86"?> 84 Lösungen Buchwerte am 31.12.05 - Produktionsanlage 0,00 € - Rückstellung 0,00 € Lösung Aufgabe 8.6 Thema Tauschgeschäfte Variante a) Ermittlung der Anschaffungskosten für das Buchengrundstück bei der Brennholz GmbH: Der beizulegende Zeitwert des erhaltenen Buchengrundstücks ist eindeutig bestimmbar und beträgt 1.095.000 €, die Zuzahlung in Höhe von 68.000 € für das Buchengrundstück ist auch bekannt. Ermittlung des Ertrags aus dem Tauschgeschäft: aktivierter Wert des Buchenholzgrundstücks 1.095.000 € - Buchwert des hingegebenen Eichenholzgrundstücks - 900.000 € - Zuzahlung - 68.000 € = Ertrag aus dem Tauschgeschäft = 127.000 € Buchungssatz Variante a) Buchengrundstü ck 1.095.000 € an Eichengrundstü ck 900.000 € an Bank 68.000 € an sonstiger betrieblicher Ertrag 127.000 € Die Brennholz GmbH realisiert aus diesem Tauschgeschäft einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 127.000 €. Buchungssatz Variante b) außerplanmä ßige Abschreibung 80.000 € an Buchengrundstü ck 80.000 € Eichengrundstü ck 900.000 € an Buchengrundstü ck 900.000 € Lösung Aufgabe 8.7 Thema Tauschgeschäfte Ermittlung der Anschaffungskosten der Fräsmaschine bei der Maschinenbau GmbH: Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Fräsmaschine ist eindeutig bestimmbar und beträgt 320.000 €. Die Zuzahlung für die Fräsmaschine in Höhe von 56.000 € ist auch bekannt. <?page no="87"?> Lösungen 85 Ermittlung des Ertrags zu aktivierender Wert der Fräsmaschine 320.000 € - Buchwert der hingegebenen Drehmaschine - 200.000 € - Zuzahlung - 56.000 € = Ertrag aus dem Tauschgeschäft = 64.000 € Buchungssatz Fräsmaschine 320.000 € an Drehmaschine 200.000 € an Bank 56.000 € an sonstiger betrieblicher Ertrag 64.000 € Lösung Aufgabe 8.8 Thema Neubewertungsmodell ohne latente Steuern Jahre 01 02 03 04 05 Vorgang Kauf und Inbetriebnahme Neubewertung Verkauf und Lieferung für 8.000 € Buchwert am 01.01 200.000 € 160.000 € 120.000 € 190.000 € 95.000 € planmäßige Abschreibung - 40.000 € - 40.000 € - 40.000 € - 95.000 € - 95.000 € Zuschreibung Neubewertung + 110.000 € Buchwert am 31.12 160.000 € 120.000 € 190.000 € 95.000 € 0 € Auswirkung auf die GuV - 40.000 € - 40.000 € - 40.000 € - 95.000 € - 95.000 € + 8.000 € Veränderung der Neubewertungsrücklage + 110.000 € - 55.000 € - 5 5.000 € Neubewertungsrücklage am 31.12. 110.000 € 55.000 € 0 € <?page no="88"?> 86 Lösungen Buchungssätze im Jahr 01 Maschine 200.000 € Vorsteuer 38.000 € an Bank 238.000 € planm. Abschreibung 40.000 € an Maschine 40.000 € Buchungssatz im Jahr 02 planmäßige Abschreibung 40.000 € an Maschine 40.000 € Buchungssätze im Jahr 03 Abschreibung 40.000 € an Maschine 40.000 € Maschine 110.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 110.000 € Buchungssätze im Jahr 04 Abschreibung 95.000 € an Maschine 95.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 55.000 € an Gewinnrücklagen 55.000 € Buchungssätze im Jahr 05 Abschreibung 95.000 € an Maschine 95.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 55.000 € an Gewinnrücklagen 55.000 € Bank 8.000 € an sonstige betriebl. Erträge 8.000 € Lösung Aufgabe 8.9 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Die prozentuale Änderung des Bruttobuchwertes der neuen Laserbearbeitungsmaschine beträgt 22 %. Die bisherigen kumulierten Abschreibungen (4 x 40.000 € = 160.000 €) sind proportional zu den Wiederbeschaffungskosten anzupassen. Sie betragen 195.200 € (160.000 € x 1,22). Die fortgeführten Wiederbeschaffungskosten, die dem beizulegenden Zeitwert entsprechen, betragen 292.800 € (= 488.000 € - 195.200 €). Daraus ergibt sich ein Zuschreibungsbedarf in Höhe von 52.800 € (= 292.800 € - 240.000 €). planmäßige Abschreibungen 35.200 € an Maschine 35.200 € Maschine 88.000 € an sonstige betriebliche Erträge Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 35.200 € 36.960 € 15.840 € <?page no="89"?> Lösungen 87 Lösung Aufgabe 8.10 Thema Neubewertungsmodell Buchungssatz am 02.01.01 Grundstück 600.000 € an Bank 600.000 € Buchungssatz am 31.12.01 Grundstück 60.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 60.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Neubewertungsrücklage 60.000 € an außerplanmäßige Abschreibung 75.000 € an Grundstück 135.000 € Buchungssatz am 31.12.03 Grundstück 165.000 € an sonstige betriebl. Erträge 75.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 90.000 € Buchungssatz am 31.12.04: Verkauf des Grundstücks Bank 810.000 an Grundstück 690.000 € an sonstige betriebl. Erträge 120.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 90.000 an Gewinnrücklagen 90.000 € Merke Die Auflösung der Neubewertungsrücklage erfolgt durch Umgliederung in die Gewinnrücklagen innerhalb des Eigenkapitals und nicht erfolgswirksam an „sonstigen betrieblichen Ertrag“. Lösung Aufgabe 8.11 Thema Anschaffungskosten- und Neubewertungsmodell Beim Anschaffungskostenmodell entspricht die Wertobergrenze den fiktiven fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Daher darf im Jahr 01 keine Zuschreibung vorgenommen werden, da der beizulegende Zeitwert über den fortgeführten Anschaffungskosten liegt. Im Jahr 02 erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung, da der fortgeführte Buchwert den beizulegenden Zeitwert übersteigt. Im Jahr 03 steigt der beizulegende Zeitwert wieder an, so dass eine Zuschreibung erfasst wird. Beim Neubewertungsmodell können auch Zuschreibungen über den Buchwert vorgenommen werden, wenn zuvor keine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt ist. Solche Zuschreibungen <?page no="90"?> 88 Lösungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und als Neubewertungsrücklage bezeichnet. Die Lösung können Sie der folgenden Tabelle entnehmen. fiktive fortgeführte AHK beizulegender Zeitwert Anschaffungskostenmodell Neubewertungsmodell Jahr 01 540.000 € 810.000 € Anschaffungskosten am 02.01.01 600.000 € 600.000 € planmäßige Abschreibung - 60.000 € - 60.000 € + Einstellung in Neubewertungsrücklage + 270.000 € = Buchwert am 31.12.01 = 540.000 € = 810.000 € Jahr 02 480.000 € 400.000 € Buchwert am 31.12.01 540.000 € 810.000 € planmäßige Abschreibung - 60.000 € - 90.000 € (810 T€ : 9 J.) teilweise Auflösung der Neubewertungsrücklage 240.000 € (30 T€ in Gewinnrücklagen) außerordentliche Abschreibung (Wertminderung) - 80.000 € - 80.000 € = Buchwert am 31.12.02 = 400.000 € = 400.000 € Jahr 03 420.000 € 500.000 € Buchwert am 31.12.02 400.000 € 400.000 € planmäßige Abschreibung - 50.000 € - 50.000 € + Zuschreibung + 70.000 € + 70.000 € + Einstellung in Neubewertungsrücklage + 80.000 € = Buchwert am 31.12.03 = 420.000 € = 500.000 € Buchungsätze Anschaffungskostenmodell Jahr 01 Maschine 600.000 € an Bank 600.000 € planmäßige Abschreibung 60.000 € an Maschine 60.000 € <?page no="91"?> Lösungen 89 Jahr 02 planmäßige Abschreibung 60.000 € an Maschine 60.000 € außerplanmäßige Abschreibung 80.000 € an Maschine 80.000 € Jahr 03 planmäßige Abschreibung 50.000 € an Maschine 50.000 € Maschine 70.000 € an sonstige betriebl. Erträge 70.000 € Buchungssätze Neubewertungsmodell Jahr 01 Maschine 600.000 € an Bank 600.000 € planmäßige Abschreibung 60.000 € an Maschine 60.000 € Maschine 270.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 270.000 € Jahr 02 planmäßige Abschreibung 90.000 € an Maschine 90.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 30.000 € an Gewinnrücklage 30.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 240.000 € außerplanmäßige Abschreibung 80.000 € an Maschine 320.000 € Jahr 03 planmäßige Abschreibung 50.000 € an Maschine 50.000 € Maschine 150.000 € an sonstige betriebl. Erträge 70.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 80.000 € Lösung Aufgabe 8.12 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Teil a) Buchungssätze im Geschäftsjahr 01 Gebäude 2.000.000 € an Bank 2.000.000 € Abschreibung Gebäude 80.000 € an Gebäude 80.000 € Gebäude 840.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 588.000 € 252.000 € <?page no="92"?> 90 Lösungen Buchungssätze im Geschäftsjahr 02 Abschreibung Gebäude 115.000 € an Gebäude 115.000 € passive latente Steuern 10.500 € an Steuerertrag 10.500 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 24.500 € an Gewinnrücklagen 24.500 € Buchungssätze im Geschäftsjahr 03 Abschreibung Gebäude 115.000 € an Gebäude 115.000 € passive latente Steuern 10.500 € an Steuerertrag 10.500 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 24.500 € an Gewinnrücklagen 24.500 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern außerplanm. Abschreibung 539.000 € 231.000 € 220.000 € an Gebäude 990.000 € In der Steuerbilanz wird keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen, da die Wertminderung nur vorübergehend ist. Das Gebäude hat in der Steuerbilanz einen Restbuchwert in Höhe von 1.760.000 € (= 2.000.000 - [3 x 80.000 €]). Der Restbuchwert in der IFRS-Bilanz beträgt nach der außerplanmäßigen Abschreibung 1.540.000 €, d. h. es besteht eine Differenz in Höhe von 220.000 €. Daher sind aktive latente Steuern zu bilden. aktive latente Steuern 66.000 € an Steuerertrag 66.000 € Buchungssätze im Geschäftsjahr 04 Abschreibung Gebäude 70.000 € an Gebäude 70.000 € Gebäude 850.000 € an sonstige betriebl. Erträge Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 210.000 € 448.000 € 192.000 € Steueraufwand 66.000 € an aktive latente Steuern 66.000 € Teil b) Mögliche Vorteile für den Abschlussersteller: - Aufdeckung stiller Reserven - Verbesserung der Informationsfunktion - Verbesserung der bilanzpolitischen Möglichkeiten - Erhöhung des Eigenkapitals Mögliche Nachteile für den Abschlussersteller: erhöhter Aufwand durch Schätzung des beizulegenden Werts (fair value) ggf. erhöhte Abschreibungsbeträge ggf. erhöhte Volatilität des ausgewiesenen Periodenergebnisses <?page no="93"?> Lösungen 91 Lösung Aufgabe 8.13 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Buchung am 02.01.01 Grundstück 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchung am 31.12.01 Grundstück 150.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 105.000 € 45.000 € Buchung am 31.12.02 Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 105.000 € passive latente Steuern 45.000 € außerplanmäßige Abschreibungen 90.000 € an Grundstück 240.000 € aktive latente Steuern 27.000 € an Steuerertrag 27.000 € Buchung am 31.12.03 keine Buchung Buchung am 31.12.04 Grundstück 320.000 € an sonstige betriebl. Erträge Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 90.000 € 161.000 € 69.000 € Steueraufwand 27.000 € an aktive latente Steuern 27.000 € Lösung Aufgabe 8.14 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Buchungssatz am 02.01.01 Gebäude 4.000.000 € an Bank 4.000.000 € Buchungssätze am 31.12.01 planmäßige Abschreibung 200.000 € an Gebäude 200.000 € Gebäude Neubewertungsrücklage 380.000 € 114.000 € an an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 380.000 € 114.000 € <?page no="94"?> 92 Lösungen Es ist eine Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Da der Buchwert in der IFRS-Bilanz um 380.000 € höher ist als in der Steuerbilanz, wird erfolgsneutral in die Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) und in die passiven latenten Steuern gebucht. Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.01 Passiva Gebäude 4.180.000 € Neubewertungsrücklage 266.000 € passive latente Steuern 114.000 € Buchungssätze am 31.12.02 Die planmäßige lineare Abschreibung muss neu berechnet werden: (vorläufiger Restbuchwert : Restnutzungsdauer = 4.180.000 € : 19 Jahre = 220.000 €/ Jahr) planmäßige Abschreibung 220.000 € an Gebäude 220.000 € Die Neubewertungsrücklage und die passiven latenten Steuern sind zu korrigieren. Neubewertungsrücklage 14.000 € an Gewinnrücklagen 14.000 € passive latente Steuern 6.000 € an Steuerertrag 6.000 € Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 252.000 € 108.000 € 1.080.000 € an Gebäude 1.440.000 € aktive latente Steuern 324.000 € an Steuerertrag 324.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.02 Passiva Gebäude 2.520.000 € Neubewertungsrücklage 0 € Gewinnrücklagen 14.000 € aktive latente Steuern 324.000 € passive latente Steuern 0 € Buchungssätze am 31.12.03 planmäßige Abschreibung 140.000 € an Gebäude 140.000 € Gebäude 1.020.000 € an sonstige betriebliche Erträge 1.020.000 € Steueraufwand 324.000 € aktive latente Steuern 324.000 € <?page no="95"?> Lösungen 93 Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.03 Passiva Gebäude 3.400.000 € Neubewertungsrücklage 0 € Gewinnrücklagen 14.000 € aktive latente Steuern 0 € passive latente Steuern 0 € Buchungssätze am 31.12.04 planmäßige Abschreibung 200.000 € an Gebäude 200.000 € Gebäude 1.920.000 € an Neubewertungsrücklage 1.920.000 € Neubewertungsrücklage 576.000 € an passive latente Steuern 576.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.04 Passiva Gebäude 5.120.000 € Neubewertungsrücklage 1.344.000 € Gewinnrücklagen 14.000 € aktive latente Steuern 0 € passive latente Steuern 576.000 € Lösung Aufgabe 8.15 Thema Neubewertung des Sachanlagevermögens mit latenten Steuern Buchungssätze Geschäftsjahr 01 Pkw Vorsteuer 90.000 € 17.100 € an Bank 107.100 € Abschreibung 15.000 € an Pkw 15.000 € Buchungssätze Geschäftsjahr 02 Abschreibung 15.000 € an Pkw 15.000 € Der bisherige Buchwert zum 31.12.01 beträgt 60.000 €. Der beizulegende Zeitwert beträgt jedoch 70.000 €, d. h., es ist eine erfolgsneutrale Zuschreibung unter Berücksichtigung passiver latenter Steuern mit einem Ertragssteuersatz von 30 % vorzunehmen. Pkw 10.000 € an an Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 7.000 € 3.000 € Buchungssätze Geschäftsjahr 03 In den Folgeperioden ist der Pkw nun auf der Basis des Neubewertungsbetrages über die noch <?page no="96"?> 94 Lösungen ausstehende Restnutzungsdauer abzuschreiben. Der jährliche Abschreibungsbetrag beträgt 17.500 € (70.000 € : 4 Jahre). Abschreibung 17.500 € an Pkw 17.500 € Die gebildeten passiven latenten Steuern sind zeitanteilig in Höhe der Differenz zwischen der nunmehr höheren planmäßigen Abschreibung und der ursprünglichen Abschreibung erfolgswirksam aufzulösen. Darüber hinaus wird die gebildete Neubewertungsrücklage anteilig in die Gewinnrücklagen umgebucht. passive latente Steuern 750 € an Steuerertrag 750 € Neubewertungsrücklage 1.750 € an Gewinnrücklagen 1.750 € Buchungssätze Geschäftsjahr 04 Zunächst werden die jährlichen planmäßigen Abschreibungen, die erfolgswirksame Auflösung der passiven latenten Steuern und die anteilige Auflösung der Neubewertungsrücklage verrechnet. Abschreibung 17.500 € an Pkw 17.500 € passive latente Steuern 750 € an Steuerertrag 750 € Neubewertungsrücklage 1.750 € an Gewinnrücklagen 1.750 € Da der beizulegende Zeitwert des Pkw (26.000 €) gesunken ist, ist der bisherige Buchwert (35.000 €) um 9.000 € außerplanmäßig abzuschreiben. Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 3.500 € 1.500 € 4.000 € an Pkw 9.000 € Buchungssätze Geschäftsjahr 05 Der neue Buchwert ist über die Restnutzungsdauer von zwei Jahren abzuschreiben. Latente Steuern sind nicht zu bilden, da auch steuerlich auf den niedrigeren Marktbzw. Teilwert abgeschrieben wurde. Abschreibung 13.000 € an Pkw 13.000 € Buchungssätze Geschäftsjahr 06 Abschreibung 13.000 € an Pkw 13.000 € Lösung Aufgabe 8.16 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Buchungssätze Geschäftsjahr 01 Maschine Vorsteuer 500.000 € 95.000 € an Bank 595.000 € planmäßige Abschreibung 25.000 € an Maschine 25.000 € <?page no="97"?> Lösungen 95 die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert (665.000 €) und den fortgeführten historischen Anschaffungskosten (475.000 €) ist erfolgsneutral in eine Neubewertungsrücklage innerhalb des Eigenkapitals einzustellen. In Bezug auf die Ansatzdifferenz zwischen IFRS-Bilanz (665.000 €) und der Steuerbilanz (475.000 €) sind passive latente Steuern in Höhe von 57.000 € (190.000 € x 0,3 = 57.000 €) erfolgsneutral zu bilden. Maschine 190.000 € an an sonstiges Ergebnis (Neubewertungsrücklage) passive latente Steuern 133.000 € 57.000 € Buchungssätze Geschäftsjahr 02 Die Maschine ist in den Folgeperioden auf der Basis des Neubewertungsbetrages über die Restnutzungsdauer abzuschreiben (665.000 € : 19 = 35.000 €). Der jährliche Abschreibungsbetrag beträgt somit 35.000 €. Die gebildete Neubewertungsrücklage kann anteilig erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen umgebucht werden (133.000 € : 19 = 7.000 €). planmäßige Abschreibung Neubewertungsrücklage 35.000 € 7.000 € an an Maschine Gewinnrücklagen 35.000 € 7.000 € Die gebildeten passiven latenten Steuern sind gemäß allgemeiner Auffassung mit der Abschreibung zeitanteilig erfolgswirksam aufzulösen. Die planmäßigen Abschreibungen in der IFRS-Bilanz (35.000 €) übersteigen die planmäßigen Abschreibungen in der Steuerbilanz (25.000 €). Dadurch wird teilweise die Steuerlatenz erfolgswirksam abgebaut, d. h., die korrespondierenden latenten Steuern sind erfolgswirksam (10.000 € x 0,3) bzw. (57.000 € : 19 = 3.000 €) aufzulösen. passive latente Steuern 3.000 € an Steuerertrag 3.000 € Nach der planmäßigen Abschreibung (35.000 €) ergibt sich ein Ansatz von 630.000 € (665.000 € - 35.000 €). In der Bilanz muss allerdings der beizulegende Zeitwert von 432.000 € angesetzt werden, d. h., der Wertansatz der Maschine muss um 198.000 € außerplanmäßig abgeschrieben werden. Dazu ist zunächst die Neubewertungsrücklage in Höhe von 126.000 € (133.000 € - 7.000 € = 126.000 €) erfolgsneutral aufzulösen. Des Weiteren sind die verbleibenden passiven latenten Steuern in Höhe von (57.000 € - 3.000 € = 54.000 €) erfolgsneutral aufzulösen. Der noch ausstehende Abwertungsbedarf in Höhe von 18.000 € (198.000 € - 126.000 € - 54.000 € = 18.000 €) ist erfolgswirksam außerplanmäßig abzuschreiben. Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 126.000 € 54.000 € 18.000 € an Maschine 198.000 € Neben dem Wertminderungsaufwand (außerplanmäßige Abschreibung) sind die dazugehörigen (auf die Ansatzdifferenz bezogenen) latenten Steuern (18.000 € x 0,3 = 5.400 €) erfolgswirksam zu buchen. aktive latente Steuern 5.400 € an Steuerertrag 5.400 € Buchungssätze Geschäftsjahr 03 Zunächst ist die planmäßige Abschreibung über die Restnutzungsdauer von zwei Jahren zu ermitteln (432.000 € : 18 = 24.000 €). <?page no="98"?> 96 Lösungen planmäßige Abschreibung 24.000 € an Maschine 24.000 € Die Maschine ist zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen, d. h. die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert (480.000 €) und dem vorläufigen Restbuchwert (408.000 €) ist zuzuschreiben. Dabei wird die Differenz (17.000 €) zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten der Steuerbilanz (425.000 €) und dem vorläufigen Buchwert (408.000 €) erfolgswirksam zugeschrieben und die aktiven latenten Steuern aufgelöst. Der Differenzbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert (480.000 €) und den fortgeführten historischen Anschaffungskosten (425.000 €) muss erfolgsneutral in eine Neubewertungsrücklage innerhalb des Eigenkapitals eingestellt werden. In Bezug auf die Ansatzdifferenz zwischen IFRS-Bilanz (480.000 €) und der Steuerbilanz (425.000 €) sind passive latente Steuern in Höhe von 19.500 € (65.000 € x 0,3 = 19.500 €) erfolgsneutral zu bilden. Maschine 72.000 € an an an sonstiger betriebl. Ertrag Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 17.000 € 38.500 € 16.500 € In der Vorperiode lag der Wertansatz für die Maschine in der Steuerbilanz um 18.000 € über dem Ansatz in der IFRS-Bilanz. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall, d. h. die zuvor erfolgserhöhend gebildeten aktiven latenten Steuern (5.400 €) sind erfolgsmindernd aufzulösen. Steueraufwand 5.400 € an aktive latente Steuern 5.400 € Lösung Aufgabe 8.17 Thema Neubewertungsmodell mit latenten Steuern Berechnung des vorläufigen Buchwerts 31.12.04: [5.000.000 € - (4 x 250.000 €)] = 4.000.000 € Da der beizulegende Zeitwert 4.800.000 € beträgt, erfolgt eine erfolgsneutrale Zuschreibung in Höhe von 4.800.000 €. Es entsteht eine Neubewertungsrücklage in Höhe von 800.000 € (Erfassung im sonstigen Ergebnis), die ab 05 jährlich in die Gewinnrücklagen umgebucht wird. Zum 31.12.04 sind auf den Bewertungsunterschied zwischen IFRS-Bilanz (4.800.000 €) und Steuerbilanz (4.000.000 €) erfolgsneutral passive latente Steuern in Höhe von 240.000 € (= 800.000 € x 0,3) zu bilden und der Unterschiedsbetrag in Höhe von 560.000 € ebenfalls erfolgsneutral in die Neubewertungsrücklage einzustellen. planmäßige Abschreibung 250.000 € an Sachanlage 250.000 € Sachanlage 800.000 € an an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 560.000 € 240.000 € Zum 31.12.05 erfolgt eine neue planmäßige Abschreibung auf den neuen Restbuchwert (4.800.000 € : 16 Jahre) = 300.000 €/ Jahr. Außerdem wird die Neubewertungsrücklage ratierlich in die Gewinnrücklagen umgebucht (560.000 € : 16 Jahre = 35.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 300.000 € an Sachanlage 300.000 € Neubewertungsrücklage 35.000 € an Gewinnrücklagen 35.000 € <?page no="99"?> Lösungen 97 Da die Steuerlatenz teileweise erfolgswirksam abgebaut wird, erfolgt die Auflösung der korrespondierenden latenten Steuern ebenfalls erfolgswirksam. Der Betrag der planmäßigen Abschreibung in der IFRS-Bilanz (300.000 €) übersteigt den Betrag in der Steuerbilanz (250.000 €), d.h. die passiven latenten Steuern werden teilweise aufgelöst [(300.000 € - 250.000 €) x 0,3 = 15.000 €]. passive latente Steuern 15.000 € an Steuerertrag 15.000 € Zum 31.12.06 erfolgt wieder eine planmäßige Abschreibung und die ratierliche Umbuchung aus der Neubewertungsrücklage in die Gewinnrücklagen. planmäßige Abschreibung 300.000 € an Sachanlage 300.000 € Neubewertungsrücklage 35.000 € an Gewinnrücklagen 35.000 € passive latente Steuern 15.000 € an Steuerertrag 15.000 € Da der zweite beizulegende Zeitwert zum 31.12.06 auf 3.360.000 € gesunken ist, ist eine Abschreibung in Höhe von 840.000 € vom vorläufigen Buchwert von 4.200.000 € auf 3.360.000 € vorzunehmen. Dabei sind zunächst die Neubewertungsrücklage (560.000 € - 35.000 € - 35.000 €) und die passiven latenten Steuern (240.000 € - 15.000 € - 15.000 €) erfolgsneutral aufzulösen. Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 490.000 € 210.000 € an Sachanlage 700.000 € Darüber hinaus sind der Wertminderungsaufwand und die zugehörigen latenten Steuern (bezogen auf die Bewertungsdifferenz) (140.000 € x 0,3 = 42.000 €) erfolgswirksam zu erfassen. Wertminderungsaufwand aktive latente Steuern 140.000 € 42.000 € an an Sachanlage Steuerertrag 140.000 € 42.000 € Zum 31.12.07 erfolgt eine neue planmäßige Abschreibung auf den neuen Restbuchwert (3.360.000 € : 14 Jahre) = 240.000 €/ Jahr. Da der Wertansatz in der Steuerbilanz gegenüber der IFRS-Bilanz nur um 130.000 € statt 140.000 € höher ist, sind die aktiven latenten Steuern anteilig aufzulösen. planmäßige Abschreibung 240.000 € an Sachanlage 240.000 € Steueraufwand 3.000 € an aktive latente Steuern 3.000 € Zum 31.12.08 erfolgt zunächst einmal eine planmäßige Abschreibung in Höhe von 240.000 €. planmäßige Abschreibung 240.000 € an Sachanlage 240.000 € Steueraufwand 3.000 € an aktive latente Steuern 3.000 € Da der dritte beizulegende Zeitwert auf 3.500.000 € gestiegen ist, sind insgesamt 620.000 € (3.500.000 € - 2.880.000 €) zuzuschreiben. Die Zuschreibung auf die fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten (3.000.000 €) in Höhe von 120.000 € erfolgt erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung. Da der Wertansatz in der IFRS-Bilanz höher ist als in der Steuerbilanz, sind zunächst die aktiven latenten Steuern erfolgswirksam aufzulösen. Steueraufwand 36.000 € an aktive latente Steuern 36.000 € <?page no="100"?> 98 Lösungen Der Restbetrag (500.000 €) wird erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage und den passiven latenten Steuern erfasst. Sachanlage 620.000 € an an an sonstige betriebl. Erträge Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 120.000 € 350.000 € 150.000 € 31.12. (in T€) 01 02 03 04 05 06 07 08 Ansatz in Steuerbilanz 4.750 4.500 4.250 4.000 3.750 3.500 3.250 3.000 (fortgeführten) histor. Anschaffungskosten 4.750 4.500 4.250 4.000 3.750 3.500 3.250 3.000 beizulegender Zeitwert 4.800 4.500 3.360 3.120 3.500 planmäßige Abschreibung 250 250 250 250 300 300 240 240 Neubewertungsrücklage 560 525 350 Umbuchung in Gewinnrücklagen 35 35 Wertminderungsaufwand 140 Wertminderungsertrag 120 passive latente Steuern 240 225 0 150 aktive latente Steuern 42 39 0 Steueraufwand 3 39 Steuerertrag 15 57 Verkauf der Sachanlage Anfang 09 Verkauf der Sachanlage Anfang 09 zum beizulegenden Zeitwert von 3.500.000 € Bank Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 3.500.000 € 350.000 € 150.000 € an an an Sachanlage Gewinnrücklage Steuerertrag 3.500.000 € 350.000 € 150.000 € Verkauf der Sachanlage Anfang 09 zum beizulegenden Zeitwert von 3.200.000 € Bank Neubewertungsrücklage passive latente Steuern Neubewertungsrücklage passive latente Steuern 3.200.000 € 210.000 € 90.000 € 140.000 € 60.000 € an an an Sachanlage Gewinnrücklagen Steuerertrag 3.500.000 € 140.000 € 60.000 € Verkauf der Sachanlage Anfang 09 zum beizulegenden Zeitwert von 2.100.000 € Bank Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 2.100.000 € 350.000 € 150.000 € 900.000 € an Sachanlage 3.500.000 € <?page no="101"?> Lösungen 99 9. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) Lösung Aufgabe 9.1 Thema Folgebewertung nach dem Anschaffungskostenmodell, nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und nach dem Neubewertungsmodell Teil a) Anschaffungskostenmodell Buchungssatz am 02.01.01 Gebäude 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchungssatz am 31.12.01 Abschreibung Gebäude 50.000 € an Gebäude 50.000 € Die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten stellen beim Anschaffungskostenmodell die Wertobergrenze dar, so dass eine Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert nicht zulässig ist. Buchungssatz am 31.12.02 Abschreibung Gebäude 50.000 € an Gebäude 50.000 € Buchungssätze am 31.12.03 Abschreibung Gebäude 50.000 € an Gebäude 50.000 € außerplanmäßige Abschreibung 170.000 € an Gebäude 170.000 € In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 170.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es sind aktive latente Steuern zu bilden (170.000 € x 0,3 = 51.000 €). aktive latente Steuern 51.000 € an Steuerertrag 51.000 € Buchungssätze am 31.12.04 Abschreibung Gebäude 40.000 € an Gebäude 40.000 € Steueraufwand 51.000 € an aktive latente Steuern 51.000 € Gebäude 160.000 € an sonstiger betrieblicher Ertrag 160.000 € Buchungssatz am 31.12.05 Abschreibung Gebäude 50.000 € an Gebäude 50.000 € Teil b) Fair Value Modell Buchungssatz am 02.01.01 Investment Property 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € <?page no="102"?> 100 Lösungen Buchungssätze am 31.12.01 Investment Property 140.000 € an Finanzerträge 140.000 € Steueraufwand 57.000 € an passive latente Steuern 57.000 € Der Buchwert in der IFRS-Bilanz ist um 190.000 € höher als in der Steuerbilanz, daher sind passive latente Steuern zu bilden (190.000 € x 0,3 = 57.000 €). Buchungssätze am 31.12.02 Investment Property 120.000 € an Finanzerträge 120.000 € Steueraufwand 51.000 € an passive latente Steuern 51.000 € Der Buchwert in der IFRS-Bilanz beträgt nun 1.260.000 €, der Buchwert in der Steuerbilanz beträgt 900.000 €, dies ergibt einen Differenzbetrag in Höhe von 360.000 €. Die zu bildenden passiven latenten Steuern berechnen sich wie folgt: (360.000 € x 0,3) = 108.000 € abzüglich der bereits bestehenden passiven latenten Steuern aus dem Jahr 01 (57.000 €), ergibt eine Zuführung zu den passiven latenten Steuern in Höhe von 51.000 €. Buchungssätze am 31.12.03 Finanzaufwendungen 580.000 € an Investment Property 580.000 € passive latente Steuern 108.000 € an Steuerertrag 108.000 € In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 170.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es sind aktive latente Steuern zu bilden (170.000 € x 0,3 = 51.000 €). aktive latente Steuern 51.000 € an Steuerertrag 51.000 € Buchungssätze am 31.12.04 Investment Property 280.000 € an Finanzerträge 280.000 € Die aktiven latenten Steuern sind aufzulösen. Steueraufwand 51.000 € an aktive latente Steuern 51.000 € Da der IFRS-Buchwert den Steuerbuchwert um 160.000 € übersteigt, sind passive latente Steuern (160.000 € x 0,3 = 48.000 €) zu bilden. Steueraufwand 48.000 € an passive latente Steuern 48.000 € Buchungssätze am 31.12.05 Finanzaufwendungen 10.000 € an Investment Property 10.000 € Steueraufwand 12.000 € an passive latente Steuern 12.000 € Der Buchwert in der IFRS-Bilanz beträgt nun 950.000 €, der Buchwert in der Steuerbilanz beträgt 750.000 €, dies ergibt einen Differenzbetrag in Höhe von 200.000 €. Die zu bildenden passiven latenten Steuern berechnen sich wie folgt: (200.000 € x 0,3) = 60.000 € abzüglich der bereits be- <?page no="103"?> Lösungen 101 stehenden passiven latenten Steuer aus dem Jahr 04 (48.000 €), ergibt eine Zuführung zu den passiven latenten Steuern in Höhe von 12.000 €. Teil c) Neubewertungsmodell Buchungssatz am 02.01.01 Gebäude 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchungssätze am 31.12.01 planmäßige Abschreibung 50.000 € an Gebäude 50.000 € Gebäude 190.000 € an an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 133.000 € 57.000 € Es ist eine Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Da der Buchwert in der IFRS-Bilanz um 190.000 € höher ist als der Buchwert in der Steuerbilanz, wird erfolgsneutral in die Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) und in die passiven latenten Steuern gebucht. Buchungssätze am 31.12.02 Die planmäßige Abschreibung ist neu zu berechnen (1.140.000 € : 19 Jahre = 60.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 60.000 € an Gebäude 60.000 € In Höhe der höheren Abschreibung sind die im Eigenkapital gebildete Neubewertungsrücklage und die passiven latenten Steuern anteilig aufzulösen. Neubewertungsrücklage 7.000 € an Gewinnrücklagen 7.000 € passive latente Steuern 3.000 € an Steuerertrag 3.000 € Da der beizulegende Zeitwert (1.260.000 €) höher ist als der vorläufige Restbuchwert (1.140.000 € - 60.000 € = 1.080.000 €), ist eine Zuschreibung in Hö he von 180.000 € vorzunehmen. Gebäude 180.000 € an an sonstiges Ergebnis (Neubewertungsrücklage) passive latente Steuern 126.000 € 54.000 € Buchungssätze am 31.12.03 Die planmäßige Abschreibung muss neu berechnet werden (1.260.000 € : 18 Jahre = 70.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 70.000 € an Gebäude 70.000 € In Höhe der höheren Abschreibung sind die im Eigenkapital gebildete Neubewertungsrücklage und die passiven latenten Steuern anteilig aufzulösen. Neubewertungsrücklage 14.000 € an Gewinnrücklagen 14.000 € passive latente Steuern 6.000 € an Steuerertrag 6.000 € <?page no="104"?> 102 Lösungen Der vorläufige Restbuchwert beträgt (1.260.000 € - 70.000 € = 1.190.000 €). Der beizulegende Zeitwert beträgt jedoch nur 680.000 €, so dass eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von (1.190.000 € - 680.000 € = 510.000 €) vorzunehmen und die Neubewertungsrücklage sowie die passiven latenten Steuern aufzulösen sind. Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 238.000 € 102.000 € 170.000 € an Gebäude 510.000 € In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 170.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es müssen aktive latente Steuern (170.000 € x 0,3 = 51.000 €) gebildet werden. aktive latente Steuern 51.000 € an Steuerertrag 51.000 € Buchungssätze am 31.12.04 planmäßige Abschreibung 40.000 € an Gebäude 40.000 € Gebäude 320.000 € an an an Sonst. betrieblicher Ertrag Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 160.000 € 112.000 € 48.000 € Steueraufwand 51.000 € an aktive latente Steuern 51.000 € Buchungssätze am 31.12.05 Die planmäßige Abschreibung muss neu berechnet werden (960.000 € : 16 Jahre = 60.000 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 60.000 € an Gebäude 60.000 € In Höhe der höheren Abschreibung sind die im Eigenkapital gebildete Neubewertungsrücklage und die passiven latenten Steuern anteilig aufzulösen. Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 7.000 € an Gewinnrücklagen 7.000 € passive latente Steuern 3.000 € an Steuerertrag 3.000 € Da der beizulegende Zeitwert (950.000 €) höher ist als der vorläufige Restbuchwert (960.000 € - 60.000 € = 900.000 €), ist eine Zuschreibung in Höhe von 50.000 € vorzunehmen. Gebäude 50.000 € an an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 35.000 € 15.000 € <?page no="105"?> Lösungen 103 Lösung Aufgabe 9.2 Thema Folgebewertung nach dem Anschaffungskostenmodell, nach dem Fair Value Modell gemäß IAS 40 und nach dem Neubewertungsmodell Teil a) Anschaffungskostenmodell Buchungssatz am 02.01.01 Gebäude 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchungssatz am 31.12.01 planmäßige Abschreibung 100.000 € an Gebäude 100.000 € Die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten stellen die Wertobergrenze beim Anschaffungskostenmodell dar, so dass eine Zuschreibung nicht zulässig ist. Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.01 Passiva Gebäude 900.000 € Buchungssatz am 31.12.02 planmäßige Abschreibung 100.000 € an Gebäude 100.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.02 Passiva Gebäude 800.000 € Buchungssätze am 31.12.03 planmäßige Abschreibung 100.000 € an Gebäude 100.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.03 Passiva Gebäude 700.000 € Buchungssätze am 31.12.04 planmäßige Abschreibung 100.000 € an Gebäude 100.000 € außerplanmäßige Abschreibung 120.000 € an Gebäude 120.000 € <?page no="106"?> 104 Lösungen In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 120.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es müssen aktive latente Steuern (120.000 € x 0,3 = 36.000 €) gebildet werden. aktive latente Steuern 36.000 € an Steuerertrag 36.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.04 Passiva Gebäude 480.000 € aktive latente Steuern 36.000 € Buchungssätze am 31.12.05 planmäßige Abschreibung 80.000 € an Gebäude 80.000 € Die planmäßige lineare Abschreibung muss neu berechnet werden (Restbuchwert : Restnutzungsdauer = 480.000 € : 6 Jahre = 80.000 €/ Jahr). Steueraufwand 36.000 € an aktive latente Steuern 36.000 € Gebäude 100.000 € an sonst. betriebl. Ertrag 100.000 € Beim Anschaffungskostenmodell sind Zuschreibungen maximal bis zur Höhe der fiktiven fortgeführten Anschaffungskosten zulässig. Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.05 Passiva Gebäude 500.000 € Teil b) Neubewertungsmodell Buchungssatz am 02.01.01 Gebäude 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchungssätze am 31.12.01 planmäßige Abschreibung 100.000 € an Gebäude 100.000 € Gebäude 300.000 € an an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 210.000 € 90.000 € Es ist eine Zuschreibung zum beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Da der Buchwert in der IFRS- Bilanz um 300.000 € höher ist als in der Steuerbilanz wird erfolgsneutral in die Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) und in die passiven latenten Steuern gebucht. Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.01 Passiva Gebäude 1.200.000 € Neubewertungsrücklage 210.000 € passive latente Steuern 90.000 € <?page no="107"?> Lösungen 105 Buchungssätze am 31.12.02 Die planmäßige lineare Abschreibung muss neu berechnet werden (Restbuchwert : Restnutzungsdauer = 1.200.000 € : 9 Jahre = 133.333,33 €/ Jahr). planmäßige Abschreibung 133.333,33 € an Gebäude 133.333,33 € Die Neubewertungsrücklage und die passiven latenten Steuern sind zu korrigieren. Neubewertungsrücklage 23.333,33 € an Gewinnrücklagen 23.333,33 € passive latente Steuern 10.000,00 € an Steuerertrag 10.000,00 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.02 Passiva Gebäude 1.066.666,67 € Neubewertungsrücklage 186.666,67 € passive latente Steuern 80.000,00 € Buchungssätze am 31.12.03 planmäßige Abschreibung 133.333,33 € an Gebäude 133.333,33 € Neubewertungsrücklage 23.333,33 € an Gewinnrücklagen 23.333,33 € passive latente Steuern 10.000,00 € an latenten Steuerertrag 10.000,00 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.03 Passiva Gebäude 933.333,34 € Neubewertungsrücklage 163.333,34 € passive latente Steuern 70.000,00 € Buchungssätze am 31.12.04 planmäßige Abschreibung 133.333,34 € an Gebäude 133.333,34 € Neubewertungsrücklage 23.333,34 € an Gewinnrücklagen 23.333,34 € passive latente Steuern 10.000,00 € an Steuerertrag 10.000,00 € Der vorläufige Restbuchwert beträgt (933.333,34 € - 133.333,34 € = 800.000 €). Der beizulegende Zeitwert beträgt jedoch nur 480.000 €, so dass eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von (800.000 € - 480.000 € = 320.000 €) vorzunehmen und die Neubewertungsrücklage sowie die passiven latenten Steuern aufzulösen sind. Neubewertungsrücklage passive latente Steuern außerplanmäßige Abschreibung 140.000 € 60.000 € 120.000 € an Gebäude 320.000 € In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 120.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es sind aktive latente Steuern zu bilden (120.000 € x 0,3 = 36.000 €). <?page no="108"?> 106 Lösungen aktive latente Steuern 36.000 € an latenten Steuerertrag 36.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.04 Passiva Gebäude 480.000 € aktive latente Steuern 36.000 € Buchungssätze am 31.12.05 planmäßige Abschreibung 80.000 € an Gebäude 80.000 € Die planmäßige lineare Abschreibung muss neu berechnet werden (Restbuchwert : Restnutzungsdauer = 480.000 € : 6 Jahre = 80.000 €/ Jahr). Steueraufwand 36.000 € an aktive latente Steuern 36.000 € Gebäude 300.000 € an an an sonstige betriebl. Erträge Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) passive latente Steuern 100.000 € 140.000 € 60.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.05 Passiva Gebäude 700.000 € Neubewertungsrücklage 140.000 € passive latente Steuern 60.000 € Teil c) Fair Value Modell Buchungssatz am 02.01.01 Investment Property 1.000.000 € an Bank 1.000.000 € Buchungssätze am 31.12.01 Investment Property Steueraufwand 200.000 € 90.000 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 200.000 € 90.000 € Es muss auf den beizulegenden Zeitwert zugeschrieben werden. Da der Buchwert in der IFRS- Bilanz um 300.000 € höher ist als in der Steuerbilanz. Die bedeutet für die Berechnung der passiven latenten Steuern (300.000 € x 0,3) = 90.000 €. Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.01 Passiva Investment Property 1.200.000 € passive latente Steuern 90.000 € Buchungssätze am 31.12.02 Keine Buchung. Aber: die passiven latenten Steuern müssen angepasst werden. Steueraufwand 30.000 € an passive latente Steuern 30.000 € <?page no="109"?> Lösungen 107 Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.02 Passiva Investment Property 1.200.000 € passive latente Steuern 120.000 € Buchungssätze am 31.12.03 Keine Buchung. Aber: die passiven latenten Steuern müssen angepasst werden. Steueraufwand 30.000 € an passive latente Steuern 30.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.03 Passiva Investment Property 1.200.000 € passive latente Steuern 150.000€ Buchungssätze am 31.12.04 Finanzaufwendungen 720.000 € an Investment Property 720.000 € passive latente Steuern 150.000 € an Steuerertrag 150.000 € In der Steuerbilanz wird bei einer vorübergehenden Wertminderung nicht außerplanmäßig abgeschrieben, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz ist um 120.000 € höher als der Buchwert in der IFRS-Bilanz. Es sind aktive latente Steuern zu bilden (120.000 € x 0,3 = 36.000 €). aktive latente Steuern 36.000 € an Steuerertrag 36.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.04 Passiva Investment Property 480.000 € aktive latente Steuern 36.000 € Buchungssätze am 31.12.05 Investment Property 220.000 € an Finanzerträge 220.000 € Steueraufwand 36.000 € an aktive latente Steuern 36.000 € Steueraufwand 60.000 € an passive latente Steuern 60.000 € Aktiva IFRS-Bilanz zum 31.12.05 Passiva Investment Property 700.000 € passive latente Steuern 60.000 € <?page no="110"?> 108 Lösungen Lösung Aufgabe 9.3 Thema Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) Teil a) Anschaffungskostenmodell Buchungssätze im Jahr 01 Investment Property Abschreibung 3.080.000 € 61.600 € an an Bank Investment Property 3.080.000 € 61.600 € Buchungssätze im Jahr 02 Abschreibung 61.600 € an Investment Property 61.600 € außerplanmäßige Abschreibung 156.800 € an Investment Property 156.800 € aktive latente Steuern 47.040 € an Steuerertrag 47.040 € Teil b) Fair Value Modell (Zeitwertmodell) Buchungssätze im Jahr 01 Investment Property Investment Property Steueraufwand 3.080.000 € 220.000 € 84.480 € an an an Bank Zuschreibung passive latente Steuern 3.080.000 € 220.000 € 84.480 € Buchungssätze im Jahr 02 außerplanm. Abschreibung passive latente Steuern aktive latente Steuern 500.000 € 84.480 € 47.040 € an an an Investment Property Steuerertrag Steuerertrag 500.000 € 84.480 € 47.040 € Lösung Aufgabe 9.4 Thema Bewertung einer Immobilie als Investment Property Teil a) Berechnung der jährlichen steuerlichen Abschreibungen = 30.000.000 € 20 Jahre = 1.500.000 €/ Jahr Abschreibung 01 = 1.500.000 € Abschreibung 02 = 1.500.000 € Abschreibung 03 = 1.500.000 € zzgl. außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 5.500.000 € <?page no="111"?> Lösungen 109 Teil b) Datum Buchwert Abschreibung/ Zuschreibung Datum Buchwert 01.01.01 30.000.000 € - 1.500.000 € 31.12.01 28.500.000 € 01.01.02 28.500.000 € - 1.500.000 € 31.12.02 27.000.000 € 01.01.03 27.000.000 € - 7.000.000 € 31.12.03 20.000.000 € 01.01.04 20.000.000 € + 4.000.000 € 31.12.04 24.000.000 € Teil c) Buchungssätze im Jahr 01 Investment Property 30.000.000 € an Bank 30.000.000 € Steueraufwand 450.000 € an passive latente Steuern 450.000 € Buchungssätze im Jahr 02 Steueraufwand 450.000 € an passive latente Steuern 450.000 € Buchungssätze im Jahr 03 Finanzaufwendungen 10.000.000 € an Investment Property 10.000.000 € passive latente Steuern 900.000 € an Steuerertrag 900.000 € Buchungssätze im Jahr 04 Investment Property 5.000.000 € an Finanzerträge 5.000.000 € Steueraufwand 300.000 € an passive latente Steuern 300.000 € Lösung Aufgabe 9.5 Thema Bewertung einer Immobilie als Investment Property 31.12.01: Umwidmung Investment Property 700.000 € an Finanzerträge 700.000 € Bei der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfolgt eine Zuschreibung in Höhe von 700.000 €, so dass die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie zum 31.12.01 mit einem Wert von 2 Mio. € bilanziert wird. 31.12.02 Keine Buchung, keine Abschreibung, da der beizulegende Zeitwert sich nicht verändert hat. Die Abschreibung entfällt bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. <?page no="112"?> 110 Lösungen 31.12.03 Die Wertänderung von 2,0 Mio. € auf 2,3 Mio. € ist erfolgswirksam zu erfassen. Investment Property 300.000 € an Finanzerträge 300.000 € Die Investment Property steht mit 2,3 Mio. € in der Bilanz. 10.01.04 Dem Veräußerungserlös in Höhe von 2,3 Mio. € steht ein Buchwert in gleicher Höhe gegenüber. Bank 2.300.000 € an Investment Property 2.300.000 € <?page no="113"?> Lösungen 111 10. Immaterielles Vermögen und Geschäfts- oder Firmenwert Lösung Aufgabe 10.1 Thema Immaterielle Vermögenswerte 1. Nach HGB besteht grundsätzlich ein Aktivierungsverbot für Forschungskosten. Für die Entwicklung und die Weiterentwicklung bestehender Produkte besteht ein Aktivierungswahlrecht. 2. Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert besteht auch nach HGB eine Aktivierungspflicht. 3. Da das Patent entgeltlich erworben wurde, ergibt sich auch nach HGB eine Aktivierungspflicht. Lösung Aufgabe 10.2 Thema Forschungs- und Entwicklungskosten In unserem Fall ist die Abgrenzung der Forschungsvon der Entwicklungsphase möglich. Somit ist die erste Voraussetzung für die Aktivierung von Entwicklungskosten erfüllt. Die Forschungsphase beginnt im Jahr 01 und endet am 30. Juni 02. Der auf die Forschungsphase im Jahr 01 entfallende Kostenblock ist genau bestimmbar; er beträgt 270 T€. Nach IAS 38.42 dürfen die Forschungskosten jedoch nicht aktiviert werden. Es besteht ein Aktivierungsverbot: Sie sind als Aufwand zu erfassen. Die Forschungskosten im Jahr 02 betragen 300 T€. Forschungsaufwendungen 300 T€ an diverse Aktiva/ Passiva 300 T€ Ab 1. Juli 02 beginnt die Entwicklungsphase. Die für die Entwicklung angefallenen Kosten müssen angesetzt werden, da die Voraussetzungen dafür erfüllt sind: - Das Projekt ist genau gekennzeichnet und die Entwicklungskosten können genau ermittelt werden (measure). - Die technische Machbarkeit ist gegeben (technical feasibility). - Es besteht die Absicht der Fertigstellung und Nutzung des Projekts ( intention to complete). - Es besteht die Fähigkeit (ability) , den immateriellen Vermögenswert selbst zu nutzen oder zu verkaufen. - Es sind ausreichende Ressourcen, sowohl technischer als auch finanzieller Art, verfügbar (availability) - Es kann von einem zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen ( benefit ) ausgegangen werden, da eine Nachfrage nach dem Produkt besteht. Immaterielle Vermögenswerte 500 T€ an diverse Aktiva/ Passiva 500 T€ Lösung Aufgabe 10.3 Thema Forschungs- und Entwicklungskosten 1) Es besteht gemäß IAS 38.69a ein Aktivierungsverbot für Gründungs- und Anlaufkosten. 2) Die Kundenlisten wurden entgeltlich erworben und sind zu aktivieren. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer von fünf Jahren. 3) Für Aufwendungen für Werbekampagnen besteht gemäß IAS 38.69c ein Aktivierungsverbot. <?page no="114"?> 112 Lösungen 4) Können bei einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt die Forschungs- und Entwicklungskosten nicht eindeutig zugeordnet werden, sind sämtliche Kosten der Forschungsphase zuzuordnen und somit sämtliche Forschungs- und Entwicklungskosten als Aufwand zu behandeln. Lösung Aufgabe 10.4 Thema Ermittlung des Geschäfts oder Firmenwerts (Goodwill) Gemäß IFRS 3.32 berechnet sich der derivative Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt: derivativer Geschäfts- oder Firmenwert = Kaufpreis - Nettozeitwert der Vermögenswerte (Substanzwert) Substanzwert = Zeitwert der Vermögenswerte - Zeitwert der Schulden Substanzwert = (Aktiva + stille Reserven) - (Rückstellungen + Verbindlichkeiten.) Substanzwert = (30 Mio. € + 2 Mio. €) - (2 Mio. € + 4 Mio. €) = 26 Mio. € derivativer Geschäfts- oder Firmenwert = Kaufpreis - Substanzwert derivativer Geschäfts- oder Firmenwert = 34 Mio. € - 26 Mio. € = 8 Mio. € Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert beträgt 8 Mio. €. Gründe für die Zahlung des überhöhten Kaufpreises sind z. B. positive Gewinnerwartungen in der Zukunft, der Kundenstamm sowie das Image der B-GmbH. Lösung Aufgabe 10.5 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Am Ende des Geschäftsjahres ist ein Impairment-Test durchzuführen. Liegt der erzielbare Betrag (recoverable amount) einer ZGE unter ihrem Buchwert mit dazugehörigem Goodwill, ist eine Wertminderung (= außerplanmäßige Abschreibung) vorzunehmen. Ein Wertminderungsaufwand wird zunächst dem vorhandenen Goodwill zugeordnet. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird gemäß IAS 36.104 anteilig den einzelnen Vermögenswerten der ZGE im Verhältnis ihrer Buchwerte zugeordnet. Hierbei ist jedoch zwingend zu beachten, dass die einzelnen Vermögenswerte gemäß der Abwertungsbeschränkung des IAS 36.105 mindestens mit dem höheren Wert aus beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert des jeweiligen Vermögenswertes - sofern bestimmbar - anzusetzen sind. Die ZGE A hat einen Buchwert (einschließlich Goodwill) von: 840.000 €. Der erzielbare Betrag (recoverable amount) beträgt nur 680.000 € und ist damit niedriger. Daraus resultiert eine außerplanmäßige Abschreibung (Wertminderung) auf den Unterschiedsbetrag in Höhe von 160.000 €. Dieser Abschreibungsbetrag ist in voller Höhe vom Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE A abzuziehen. 240.000 € - 160.000 € = 80.000 € Die ZGE B hat einen Buchwert (einschließlich Goodwill) von: 960.000 €. Der erzielbare Betrag (recoverable amount) ist auch hier niedriger und beträgt 720.000 €. In Höhe des Unterschiedsbetrags ist wiederum eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Diese beläuft sich auf 240.000 € und wird wiederum vom Goodwill der ZGE B abgezogen. Es entsteht hierbei ein negativer Restbetrag von 80.000 €. 160.000 € - 240.000 € = - 80.000 € Es verbleibt ein Restbetrag von 80.000 €, der buchwertproportional von den Vermögenswerten (Assets) der ZGE B abgezogen werden. Berechnung des zusätzlichen Wertminderungsaufwands: <?page no="115"?> Lösungen 113 Wertminderung Asset B1: (300.000 € : 800.000 €) x 80.000 € = 30.000 € Dies würde bedeuten, dass der Buchwert (300.000 € - 30.000 €) = 270.000 € wäre. Da der erzielbare Betrag jedoch 280.000 € beträgt, muss dieser angesetzt werden. Der Betrag von 10.000 €, der nicht dem Asset B1 zugeordnet werden kann, muss den anderen Assets der ZGE 2 zugeordnet werden, d. h. die anderen Vermögenswerte müssen um den Betrag von 10.000 € wertgemindert werden. Wertminderung Asset B2: ( 500.000 € : 800.000 €) x 80.000 € = 50.000 € Dies würde bedeuten, dass der Buchwert (500.000 € - 50.000 € =) 450.000 € beträgt. Da aber ein Wertminderungsbedarf von 10.000 € besteht und der erzielbare Betrag 440.000 € beträgt, wird dieser angesetzt. ZGE A ZGE B Asset A1 Asset A2 Asset B1 Asset B2 Buchwert ohne Goodwill 200.000 € 400.000 € 280.000 € 440.000 € Goodwill 80.000 € 0 € Da der erzielbare Betrag unter den Buchwerten der einzelnen Assets liegt, sind die einzelnen Assets der ZGE B anteilig abzuschreiben. Lösung Aufgabe 10.6 Thema Impairment Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Zunächst wird das Nettovermögen (= Eigenkapital) der ZGE D ermittelt. Nettovermögen = Vermögenswerte abzüglich Schulden Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) 50 T€ + Sachanlagen + 200 T€ + immaterielle Vermögenswerte + 50 T€ + Aktien (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) + 100 T€ - Darlehen - 70 T€ - Verbindlichkeiten aLuL - 120 T€ = Nettovermögen (= Eigenkapital) = 210 T€ Der erzielbare Betrag = 100 T€ ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Es besteht ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 110 T€ (= 210 T€ - 100 T€). Es wird zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) in Höhe von 50 T€ abgeschrieben, so dass ein verbleibender Wertminderungsbedarf in Höhe von 60 T€ besteht. Es erfolgt eine Verteilung auf die beiden Bilanzposten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte im Verhältnis der Buchwerte, hier 4: 1. Da die Aktien nach IFRS 9 mit dem beizulegenden Zeitwert (fair value) bewertet werden, nehmen sie an der Aufteilung des Wertminderungsverlusts nicht teil. - Abschreibung Sachanlagen = 4/ 5 x 60 T€ = 48 T€ - Abschreibung immaterielle Vermögenswerte = 1/ 5 x 60 T€ = 12 T€ <?page no="116"?> 114 Lösungen Nach Durchführung des Impairment-Tests ergeben sich folgende Buchwerte: Sachanlagen 152 T€ + immaterielle Vermögenswerte + 38 T€ + Aktien + 100 T€ - Darlehen - 70 T€ - Verbindlichkeiten aLuL - 120 T€ = Nettovermögen (= Eigenkapital) = 100 T€ Lösung Aufgabe 10.7 Thema Neubewertungsmodell Buchungssatz zum 31.12.01 planmäßige Abschreibung 1.000.000 € an IVW 1.000.000 € Die fiktiv fortgeführten AK/ HK entsprechen dem beizulegenden Zeitwert überein, wodurch im GJ 01 normal planmäßig abgeschrieben wird. Buchungssätze zum 31.12.02 planmäßige Abschreibung 1.000.000 € an IVW 1.000.000 € IVW 750.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 750.000 € Der beizulegende Zeitwert ist um 750.000 € höher als die fiktiv fortgeführten AK/ HK und somit ist diese Differenz anzusetzen. Sie wird erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage erfasst. Buchungssätze zum 31.12.03 Der Abschreibungsbetrag des IVW ist aufgrund der Neubewertung über die Restnutzungsdauer anzupassen. Die Abschreibung beträgt jetzt 1.250.000 €/ Jahr (= 3.750.000 € : 3 Jahre). Die gebildete Neubewertungsrücklage kann anteilig in die Gewinnrücklagen umgebucht werden auf Basis der verbleibenden Restnutzungsdauer (750.000 € : 3 Jahre = 250.000 €/ Jahr) planmäßige Abschreibung 1.250.000 € an IVW 1.250.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 250.000 € an Gewinnrücklagen 250.000 € Nach der planmäßigen Abschreibung ergibt sich ein Buchwert von 2.500.000 €. Der beizulegende Zeitwert ist jedoch höher als der Buchwert, so dass in Höhe des beizulegenden Zeitwerts abzüglich fortgeführter AK/ HK wiederum eine Zuführung zur Neubewertungsrücklage zu buchen ist. IVW 300.000 € an Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 300.000 € Buchungssätze zum 31.12.04 Der Abschreibungsbetrag ist wieder anzupassen und beträgt nun 1.400.000 €/ Jahr (= 2.800.000 <?page no="117"?> Lösungen 115 € : 2 Jahre). Die gesamten gebildeten Neubewertungsrücklagen können anteilig in die Gewinnrücklagen umgebucht werden (800.000 € : 2 Jahre = 400.000 €). planmäßige Abschreibung 1.400.000 € an IVW 1.400.000 € Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 400.000 € an Gewinnrücklagen 400.000 € Infolge des gesunkenen beizulegenden Zeitwerts auf 600.000 € ist der Buchwert von 1.400.000 € um 800.000 € außerplanmäßig abzuschreiben. Zunächst ist die Differenz zwischen dem Buchwert und den fiktiv fortgeführten AK/ HK erfolgsneutral durch Verminderung der Neubewertungsrücklage aufzulösen (750.000 € + 300.000 € - 250.000 € - 400.000 € = 400.000 €). Der dann noch verbleibende Abwertungsbetrag bis zum beizulegenden Zeitwert ist erfolgswirksam außerplanmäßig abzuschreiben (1.400.000 € - 400.000 € - 600.000 € = 400.000 €). Neubewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) 400.000 € an IVW 400.000 € außerplanmäßige Abschreibung 400.000 € an IVW 400.000 € Buchungssatz zum 31.12.05 Schließlich ist die Produktionslizenz vollständig planmäßig auf 0 € abzuschreiben. planmäßige Abschreibung 600.000 € an IVW 600.000 € Lösung Aufgabe 10.8 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Bei der ZGE 2 „Waschtische“ liegt der erzielbare Betrag über dem Buchwert, so dass kein Impairment vorliegt, d. h. es muss kein Wertminderungsaufwand erfasst werden. Anders verhält es sich bei der ZGE 1 „Spiegelschränke“. Da der erzielbare Betrag niedriger ist als der Buchwert der ZGE, besteht eine Pflicht zur außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 160.000 € (=1.080.000 € - 920.000 €) des Geschäfts- oder Firmenwerts (Goodwills). außerplanmäßige Abschreibung 160.000 € an Goodwill 160.000 € Lösung Aufgabe 10.9 Thema Impairment-Test - ZGE mit Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) Rasenmäher (R) Motorsensen (M) Vermögenswerte Mäher A Mäher B Sense A Sense B Buchwerte zum 31.12.01 4.000 T€ 4.000 T€ 3.000 T€ 5.000 T€ Goodwill 1.000 T€ 1.000 T€ Buchwerte inkl. Goodwill 9.000 T€ 9.000 T€ <?page no="118"?> 116 Lösungen beizulegende Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten 1.600 T€ 4.200 T€ 1.800 T€ 4.200 T€ Nutzungswerte 2.600 T€ 3.800 T€ 2.400 T€ 4.400 T€ erzielbarer Betrag 2.600 T€ 4.200 T€ 2.400 T€ 4.400 T€ Summe erzielbare Beträge 6.800 T€ 6.800 T€ Wertminderungsaufwand Es besteht ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 2.200 T€ Es besteht ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 2.200 T€ Sowohl bei der ZGE R als auch bei der ZGE M ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Zunächst ist bei beiden ZGEs der Goodwill komplett abzuschreiben. Der fehlende Betrag ist anteilig auf die verbleibenden Buchwerte zu verteilen. In der ZGE R ist der verbleibende Abschreibungsbedarf (9.000 T€ - 6.800 T€ - 1.000 T€ =) 1.200 T€ nur vom Vermögenswert Mäher A abzuziehen, da beim Vermögenswert Mäher B der erzielbare Betrag (4.200 T€) den Buchwert von 4.000 T€ übersteigt, ist bei Mäher B keine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. In der ZGE M ist der verbleibende Abschreibungsbedarf (9.000 T€ - 6.800 T€ - 1.000 T€ =) 1.200 T€ anteilig von beiden Vermögenswerten abzuziehen. Die Vermögenswerte Sense A und Sense B sind um die folgenden Beträge außerplanmäßig abzuschreiben. - Sense A: (3.000 T€ : 8.000 T€) x 1.200 T€ = 450 T€ - Sense B: (5.000 T€ : 8.000 T€) x 1.200 T€ = 750 T€ Die Abschreibung der Sense B in Höhe von 750 T€ kann nicht vollständig verrechnet werden. Der Restbuchwert der Sense B würde dann 4.250 T€ betragen. Dieser Wert liegt unter dem erzielbaren Betrag von 4.400 T€, so dass eine Abschreibung in Höhe von 600 T€ vorzunehmen ist. Bei der Sense A müssen 600 T€ abgeschrieben werden, da die fehlenden 150 T€ von der Sense B von der Sense A getragen werden müssen. Der Restbuchwert von Sense A erreicht dann ebenfalls die Untergrenze von 2.400 T€. Rasenmäher (R) Motorsensen (M) Vermögenswerte zum 31.12.01 Mäher A Mäher B Sense A Sense B Restbuchwerte nach Impairment-Test 2.800 T€ 4.000 T€ 2.400 T€ 4.400 T€ Goodwill nach Impairment-Test 0 T€ 0 T€ Die buchwertproportionale Abschreibung darf nicht dazu führen, dass der erzielbare Betrag (Maximum aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert) und Null unterschritten werden. Lösung Aufgabe 10.10 Thema ZGE Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse (Cashflows) erzeugen, die weitestgehend unabhängig sind von den Mittelzuflüssen (Cashflows) anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind (IAS 36.6). <?page no="119"?> Lösungen 117 11. Vorräte Lösung Aufgabe 11.1 Thema Anschaffungskosten Beachten Sie, dass Versicherungen umsatzsteuerfrei sind! Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der nicht abzugsfähige Teil der Vorsteuer zu den Anschaffungskosten addiert werden muss! Nettoanschaffungspreis 40.000,00 € + 30 % der USt + 2.280,00 € + Nettotransportkosten + 5.000,00 € + 30 % der USt + 285,00 € + Transportversicherung + 500,00 € + sonstige Netto-Anschaffungsnebenkosten + 2.000,00 € + 30 % der USt + 114,00 € = Anschaffungskosten = 50.179,00 € Lösung Aufgabe 11.2 Thema Vorratsbewertung zum Bilanzstichtag nach IFRS Produkt aktivierte Herstellungskosten Nettoveräußerungswert Abschreibungen Bilanzansatz A 395,00 €/ St. 390,00 €/ St. 5,00 €/ St. 390,00 €/ St. B 430,00 €/ St. 435,00 €/ St. 0 €/ St. 430,00 €/ St. C 175,00 €/ St. 180,00 €/ St. 0 €/ St. 175,00 €/ St. D 575,00 €/ St. 550,00 €/ St. 25,00 €/ St. 550,00 €/ St. Lösung Aufgabe 11.3 Thema Vorratsbewertung Es ist der Nettoveräußerungswert zu ermitteln. geschätzter Verkaufserlös 70,00 €/ St. - Transport- und Verpackungskosten - 3,00 €/ St. = Nettoveräußerungswert = 67,00 €/ St. Die Akkuschrauber sind mit dem Nettoveräußerungswert zu bewerten, da dieser niedriger ist als die Herstellungskosten. Somit sind die Akkuschrauber um 8,00 €/ St. abzuwerten. Der Abschreibungsbedarf beträgt 40.000 € (5.000 St. x 8,00 €/ St.) Buchungssatz zum 31.12.01 außerplanmäßige Abschreibung 40.000 € an Fertigerzeugnisse 40.000 € <?page no="120"?> 118 Lösungen Lösung Aufgabe 11.4 Thema Bewertung der Vorräte a) Fifo-Methode = 200 kg x 22 €/ kg = 4.400 € b) gleitende (permanente) Durchschnittsmethode Datum Zu-/ Abgang Menge Preis pro kg Gesamtwert 01.01.02 Anfangsbestand 600 kg 20 € 12.000 € 07.02.02 Abgang - 300 kg 20 € - 6.000 € Zwischenbestand = 300 kg 20 € = 6.000 € 22.02.02 Zugang + 300 kg 30 € + 9.000 € Zwischenbestand = 600 kg 25 € = 15.000 € 29.04.02 Abgang - 400 kg 25 € - 10.000 € Zwischenbestand = 200 kg 25 € = 5.000 € 30.07.02 Zugang + 400 kg 22 € + 8.800 € Zwischenbestand = 600 kg 23 € = 13.800 € 05.12.02 Abgang - 400 kg 23 € - 9.200 € Endbestand = 200 kg 23 € = 4.600 € Lösung Aufgabe 11.5 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Ermittlung der Herstellungskosten nach IFRS Materialeinzelkosten 6,00 €/ St. Materialgemeinkosten + 0,60 €/ St. Fertigungseinzelkosten + 5,50 €/ St. Fertigungsgemeinkosten + 11,00 €/ St. Abschreibungen + 1,00 €/ St. Sondereinzelkosten der Fertigung + 0,50 €/ St. produktionsbezogene Verwaltungskosten + 1,70 €/ St. allgemeine Verwaltungskosten Verbot Vertriebskosten Verbot Fremdkapitalzinsen Verbot (da kein qualifying asset) Forschungskosten Verbot Herstellungskosten pro Stück = 26,30 €/ St. Lagerwert (Herstellungskosten/ St. x 10.000 St.) 263.000,00 € <?page no="121"?> Lösungen 119 12. Rückstellungen Lösung Aufgabe 12.1 - Thema Rückstellung für Prozesskosten Erläuterungen gemäß IAS 37.39 „[…] Bei einer Bandbreite möglicher Ergebnisse, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Punkte gleich groß ist, wird der Mittelwert der Bandbreite verwendet.“ Lösung a) Da nach den handelsrechtlichen Vorschriften das Vorsichtsprinzip gilt, sind Verbindlichkeiten und Rückstellungen stets mit dem höheren Wert anzusetzen. Ansatz HGB: 12.000 €. b) Nach IFRS gibt es hier eine Bandbreite möglicher Werte, die alle mit gleicher Wahrscheinlichkeit eintreten können. Nach IAS 37.39 beträgt der Ansatz dieser Rückstellung daher 10.000 € (Mittelwert aus 8.000 € und 12.000 €). Lösung Aufgabe 12.2 - Thema Rückstellung für unterlassene Instandhaltung Nach den Vorschriften der IFRS dürfen für Innenverpflichtungen keine Rückstellungen gebildet werden, d. h. es dürfen keine Aufwandsrückstellungen gebildet werden. In der Handels- und Steuerbilanz sind Aufwandsrückstellungen zu bilden, falls gemäß § 249 HGB die Aufwendungen für die Instandhaltung innerhalb der ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres nachgeholt werden. Dies ist hier der Fall und somit lautet der Buchungssatz: Aufwendungen für Instandhaltung 150.000 € an Rückstellungen 150.000 € Lösung Aufgabe 12.3 - Thema Berechnung der Eintrittswahrscheinlichkeit Die Kosten mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit betragen 0,5 Mio. €, so dass eine Rückstellung in Höhe von 0,5 Mio. € zu bilden ist. Lösung Aufgabe 12.4 - Thema Berechnung der Eintrittswahrscheinlichkeit IAS 37.40 schreibt vor, dass die Möglichkeit anderer Ergebnisse in die Bewertung einzubeziehen ist, sofern diese wesentlich über oder unter dem wahrscheinlichsten Ergebnis liegen. Dies ist bei der IMTB AG der Fall. Der Anteil der anderen Ergebnisse beträgt 70 %, was ein signifikantes Risiko darstellt. Aus diesem Grund ist ein Aufschlag auf die 0,5 Mio. € vorzunehmen. In IAS 37 wird der Begriff „wesentlich“ nicht näher erläutert, jedoch kann aus IAS 37.23 („wenn mehr dafür als dagegen spricht“) und IAS 37.40 („überwiegend über oder unter“) ein Wahrscheinlichkeitsniveau von 50 Prozent abgeleitet werden. Demnach könnte die IMTB AG den Median als Rückstellungsbetrag über 1 Mio. € ausweisen. Hier zeigt sich erneut das hohe bilanzpolitische Potenzial. Lösung Aufgabe 12.5 - Thema Bewertung einer Sammelrückstellung Rückstellungsbetrag = (0,85 x 0 €) + (0,1 x 500.000 €) + (0,05 x 6.000.000 €) = 350.000 € <?page no="122"?> 120 Lösungen 13. Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 Lösung Aufgabe 13.1 Thema Fertigungsaufträge Fertigungsaufträge liegen dann vor, wenn sich ein kundenspezifisches Projekt, wie z. B. der Bau einer technischen Anlage oder eines Gebäudes, über mehrere Bilanzperioden erstreckt. Die kundenspezifische Langfristfertigung ist vor allem im Flugzeug-, Schiffs-, Anlagen-, Hoch-, Tunnel- und Tiefbau, aber auch im Dienstleistungssektor und bei der Softwareentwicklung relevant. Lösung Aufgabe 13.2 Thema Fertigstellungsgrad Der Fertigstellungsgrad kann wie folgt ermittelt werden: inputorientiert auf Basis der bisher angefallenen Kosten (Cost-to-Cost-Methode) oder des Faktoreinsatzes (Efforts-Expended-Methode) outputorientiert auf Basis der Messung des Leistungsfortschritts hierzu gehören die Milestones-Methode, die Value-Added-Methode und die Units-of-Delivery-Methode Die wichtigste Methode ist die Cost-to-Cost-Methode. Der Fertigstellungsgrad wird wie folgt ermittelt: kumulierte Kosten Fertigstellungsgrad(FSG)= geschätzte Gesamtkosten Lösung Aufgabe 13.3 Thema Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) Die Percentage-of-Completion-Methode wird wird bei langfristiger Auftragsfertigung angewendet. Hierbei wird der erwartete Erlös entsprechend dem Fertigstellungsgrad realisiert. Auftragserlöse und Auftragskosten werden zum Bilanzstichtag als Erträge bzw. Aufwendungen erfasst. Voraussetzung für die Anwendung der PoC-Methode ist die verlässliche Schätzung des Ergebnisses, d. h. unter anderem die Möglichkeit den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Außerdem sind die Gesamtkosten des Projekts und die Periodenkosten von Bedeutung. Lösung Aufgabe 13.4 Thema Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) a) Der Fertigstellungsgrad (FSG) der Perioden 01, 02 und 03 wird anhand der angefallenen Kosten ermittelt: FSG 01 6 Mio. € : 24 Mio. € = 0,25 x 100 = 25 % FSG 02 17 Mio. € : 21 Mio. € = 0,8095 x 100 = 80,9 % FSG 03 = 100 % b) Kumulierter Gewinn der jeweiligen Periode: Der kumulierte Gewinn der jeweiligen Periode ergibt sich aus der Summe der Erträge abzüglich der Summe der Kosten. <?page no="123"?> Lösungen 121 Kumulierter Gewinn 01: 27 Mio. € - 24 Mio. € = 3 Mio. € x 0,25 = 0,75 Mio. € Gesamtertrag 01: 6,750 Mio. € Kumulierter Gewinn 02: 27 Mio. € - 21 Mio. € = 6 Mio. € x 0,8095 = 4,857 Mio. € Gesamtertrag 02: 21,857 Mio. € Kumulierter Gewinn 03: 25 Mio. € - 21 Mio. € = 4 Mio. € c) Ermittlung der jährlichen Periodenerträge: Der Periodenertrag errechnet sich aus den kumulierten Erträgen abzüglich des kumulierten Vorjahresertrags: Periodenertrag 01: 6,75 Mio. € Periodenertrag 02: 21,857 Mio. € - 6,75 Mio. € = 15,107 Mio. € Periodenertrag 03: 25,0 Mio. € - 21,857 Mio. € = 3,143 Mio. € d) Ermittlung der jährlichen Periodenkosten: Die Periodenkosten errechnen sich aus den kumulierten Kosten abzüglich der kumulierten Kosten des Vorjahres. Periodenkosten 01: 6 Mio. € Periodenkosten 02: 17 Mio. € - 6 Mio. € = 11 Mio. € Periodenkosten 03: 21 Mio. € - 17 Mio. € = 4 Mio. € e) Ermittlung der jährlichen Periodenergebnisse: Der Periodengewinn errechnet sich aus der Differenz von Periodenerlös und Periodenkosten. Periodengewinn 01: 6,75 Mio. € - 6 Mio. € = 0,75 Mio. € Periodengewinn 02: 15,107 Mio. € - 11 Mio. € = 4,107 Mio. € Periodengewinn 03: 3,143Mio. € - 4 Mio. € = - 0,857 Mio. € Lösung Aufgabe 13.5 Thema Auftragskosten Zu den Auftragskosten zählen: a), b), c), e), f), g), i) Nicht zu den Auftragskosten zählen: d), h), j) Lösung Aufgabe 13.6 Thema Fertigungsauftrag nach der POC-Methode mit latenten Steuern Teil a) Der Fertigstellungsgrad wird mittels Cost-to-Cost-Methode folgendermaßen ermittelt: Periode (Jahr) 01 02 03 Auftragserlöse 1.000 T€ 1.000 T€ 1.000 T€ geschätzte Gesamtkosten 900 T€ 950 T€ 950 T€ bisher angefallene Kosten kumuliert 225 T€ 608 T€ 950 T€ prognostizierter Gesamtgewinn 100 T€ 50 T€ 50 T€ Fertigstellungsgrad 25 % 64 % 100 % <?page no="124"?> 122 Lösungen Nach der Percentage-of-Completion-Methode können folgende Teilgewinne der Periode erfasst werden: angefallene Kosten bis zum Bilanzstichtag geschä tzte Gesamtauftragskosten x � erwarteter Gesamtgewinn� − �in den Vorperioden ausgewiesene Gewinne � = � im lfd. Jahr auszuweisender Gewinn � Dabei können nach der PoC-Method folgende Periodenteilgewinne bilanziell ausgewiesen werden: Ermittlung des Teilgewinns der Periode 01: 25 % aus prognostiziertem Gewinn von 100.000 € = 25.000 € Ermittlung des Teilgewinns der Periode 02: 64 % aus prognostiziertem Gewinn von 50.000 € 32.000 € realisierter Teilgewinn der Periode 01 - 25.000 € = Teilgewinn der Periode 02 = 7.000 € Ermittlung des Teilgewinns der Periode 03: 100 % des prognostizierten Gewinns von 50.000 € 50.000 € realisierter Teilgewinn der Periode 01/ 02 32.000 € = Teilgewinn der Periode 03 = 18.000 € Die Umsatzerlöse der Perioden sind nach der folgenden Formel zu ermitteln: Auftragserlöse x Fertigstellungsgrad - Erlöse aus den Vorjahren Periode 01: (1.000.000 € x 0,25) = 250.000 € Periode 02: (1.000.000 € x 0,64 - 250.000 €) = 390.000 € Periode 03: (1.000.000 € x 1,00 - 640.000 €) = 360.000 € Teil b) In der Periode 01 erhält die Maschinenbau GmbH eine Anzahlung in Höhe von 150.000 €. Die erhaltenen Anzahlungen werden nicht mit den Fertigungsaufträgen verrechnet. Buchungssätze in der Periode 01 sonst. betriebl. Aufwendungen 225.000 € an diverse Aktiva 225.000 € vertragliche Vermögenswerte 250.000 € an Umsatzerlöse 250.000 € Steueraufwand 7.500 € an passive latente Steuern 7.500 € Bank 150.000 € an erhaltene Anzahlungen 150.000 € Im Jahr 02 erfolgt eine Teilabrechnung in Höhe von 490.000 €, die 30 Tage später bezahlt und mit der Anzahlung aus dem Jahr 01 verrechnet wird. Ab dem zweiten Jahr erwirtschaftet der Fertigungsauftrag aufgrund von Kostensteigerungen bei einem Umsatz von 1.000.000 € nur noch einen Gewinn von insgesamt 50.000 €. Buchungssätze in der Periode 02 sonst. betriebl. Aufwendungen 383.000 € an diverse Aktiva 383.000 € vertragliche Vermögenswerte 390.000 € an Umsatzerlöse 390.000 € Steueraufwand 2.100 € an passive latente Steuern 2.100 € <?page no="125"?> Lösungen 123 Forderungen aLuL 490.000 € an Umsatzerlöse 490.000 € Umsatzerlöse 490.000 € an vertragliche Vermögenswerte 490.000 € Bank erhaltene Anzahlungen 340.000 € 150.000 € an Forderungen aLuL 490.000 € Wir ermitteln den anteiligen Gewinn aus der Teilabrechnung: 49 % x 50.000 € = 24.500 €, hierauf entfallen 30 % Steuern, d. h. 7.350 €. passive latente Steuern 7.350 € an Steuerrückstellung 7.350 € Buchungssätze in der Periode 03 sonstige betriebl. Aufwendungen 342.000 € an diverse Aktiva 342.000 € Forderungen aLuL 510.000 € an Umsatzerlöse 510.000 € Umsatzerlöse 150.000 € an vertragl. Vermögenswerte 150.000 € Bank 510.000 € an Forderungen aLuL 510.000 € passive latente Steuern Steueraufwand 2.250 € 5.400 € an Steuerrückstellung 7.650 € Der verbleibende Gewinn beträgt (51 % x 50.000 € = 25.550 € oder 50.000 € - 24.500 € = 25.500 €) Steuerbelastung = 30 % x 25.500 € = 7.650 € = Steuerrückstellung Bilanz (in €) Periode 01 Periode 02 Periode 03 Aktiva diverse Aktiva - 225.000 - 608.000 - 950.000 vertragliche Vermögenswerte 250.000 150.000 0 Forderungen aLuL Bank 150.000 490.000 1.000.000 Passiva erhaltene Anzahlungen 150.000 0 0 Ergebnisvortrag 17.500 4.900 Ergebnisbeitrag 17.500 4.900 12.600 passive latente Steuern 7.500 2.250 0 Steuerrückstellungen 7.350 7.650 Gesamtergebnisrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren GuV (in €) Periode 01 Periode 02 Periode 03 Umsatzerlöse 250.000 390.000 360.000 Umsatzkosten 225.000 383.000 342.000 Ergebnis vor Steuern 25.000 7.000 18.000 Steueraufwand - 7.500 - 2.100 + 7.350 + 2.250 tatsächlicher Steueraufwand 0 - 7.350 - 7.650 Ergebnisbeitrag nach Steuern 17.500 4.900 12.600 <?page no="126"?> 124 Lösungen Lösung Aufgabe 13.7 Thema Fertigungsauftrag Der Sachverhalt ist gemäß IFRS 15.56 zu beurteilen: Das Unternehmen entscheidet sich für die Methode des wahrscheinlichsten Wertes, da die variable Vergütung nur zu zwei Ergebnissen führen kann (800.000 € oder 0 €). Im Jahr 01 besteht keine Unsicherheit, so dass das Unternehmen aufgrund seiner Erfahrung die Vertragsprämie am Bilanzstichtag im Transaktionspreis berücksichtigt. Im Jahr 02 hingegen kommt das Unternehmen aufgrund der schlechten Auftragslage zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass es zu einer wesentlichen Umkehrung der bereits erfassten Umsatzerlöse kommen wird. Daher wird der Auftragspreis nicht erfasst. Im Jahr 03 hat sich die Auftragslage deutlich verbessert und der Fertigstellungsgrad ist auf knapp 96 % gestiegen, so dass das Unternehmen zum Bilanzstichtag die Vertragsprämie im Transaktionspreis berücksichtigt. 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gesamtauftragserlöse 8,8 Mio. € 8,0 Mio. € 8,8 Mio. € Gesamtauftragskosten 4,5 Mio. € 4,5 Mio. € 4,5 Mio. € kumulierte Kosten 1,5 Mio. € 2,2 Mio. € 4,3 Mio. € Fertigstellungsgrad 33,33 % 48,89 % 95,56 % Erlöse kumuliert 2,93 Mio. € 3,91 Mio. € 8,41 Mio. € Anteilige Umsatzerlöse 2,93 Mio. € 0,98 Mio. € 4,50 Mio. € Buchungssätze der Jahre 01 bis 03 und zum 31.03.04 Buchungssatz zum 31.12.01 vertraglicher Vermögenswert 2,93 Mio. € an Umsatzerlöse 2,93 Mio. € Buchungssatz zum 31.12.02 vertraglicher Vermögenswert 0,98 Mio. € an Umsatzerlöse 0,98 Mio. € Buchungssatz zum 31.12.03 vertraglicher Vermögenswert 4,50 Mio. € an Umsatzerlöse 4,50 Mio. € Buchungssätze am 31.03.04 (Jahr der Abnahme, Projektzahlung noch nicht erfolgt) Forderungen aLuL 8,80 Mio. € an Umsatzerlöse 8,80 Mio. € Umsatzerlöse 8,41 Mio. € an vertraglicher Vermögenswert 8,41 Mio. € <?page no="127"?> Lösungen 125 Lösung Aufgabe 13.8 Thema Allokation des Transaktionspreises Teil a) Ermittlung der Transaktionspreise TP EVP EVP in % verteilter Transaktionspreis Zeitpunkt der Umsatzrealisierung Werkzeug 12.000 € 15.000 € 14,5631 % 14.854,37 € 01 Bauteil 90.000 € 88.000 € 85,4369 % 87.145,63 € 02 Summe 102.000 € 103.000 € 100,00 % 102.000,00 € Teil b) Buchungssätze Jahr 01 (31.12.01) Bank 12.000,00 € an vertraglicher Vermögenswert 2.854,37 € an Umsatzerlöse 14.854,37 € Jahr 02 Bank 90.000,00 € an Umsatzerlöse 87.145,63 € an vertr. Vermögenswert 2.854,37 € Lösung Aufgabe 13.9 Thema Bestimmung des Transaktionspreises Berechnung des Umsatzes im zweiten Quartal Stück Preis Umsatz Verkaufsmenge 2. Quartal 1.000 St. 180 €/ St. 180.000 € - Korrektur Preis des 1. Quartals 150 St. - 20 €/ St. - 3.000 € = Umsatz im 2. Quartal = 177.000 € Lösung Aufgabe 13.10 Thema Finanzierungskomponente Die Umsatzerlöse sind wie folgt zu berechnen: Umsatzerlöse = 2.000.000 € x (1 + 0,05) 2 = 2.205.000 € Buchungssätze im ersten Jahr Bank 2.000.000 € an Leistungsverpflichtung 2.000.000 € Zinsaufwand 100.000 € an Leistungsverpflichtung 100.000 € <?page no="128"?> 126 Lösungen Buchungssätze im zweiten Jahr Zinsaufwand 105.000 € an Leistungsverpflichtung 105.000 € Leistungsverpflichtung 2.205.000 € an Umsatzerlöse 2.205.000 € Lösung Aufgabe 13.11 Thema Separierung von Leistungsverpflichtungen Die Servicekomponente (Einweisung) eines Vertrages ist aufgrund der Abgrenzungsfähigkeit und der Abgrenzbarkeit im Vertragskontext eine eigene Leistungsverpflichtung und somit gesondert zu behandeln. Da die Einzelteile des Großdieselmotors als Input für das Endprodukt dienen, ist auch der Motor als eine einzige Leistungsverpflichtung anzusehen. Der Vertrag besteht somit aus zwei Leistungsverpflichtungen. Lösung Aufgabe 13.12 Thema Bestimmung des Transaktionspreises Es ist die Erwartungswertmethode anzuwenden. Der Erwartungswert der Strafzahlung wird wie folgt ermittelt: Höhe der Strafzahlung = 6.000 € x 0,12 + 12.000 € x 0,08 + 18.000 € x 0,06 + 24.000 € x 0,03 + 30.000 € x 0,02 = 4.080 € Die Strafzahlung in Höhe von 4.080 € ist im Transaktionspreis zu berücksichtigen. Lösung Aufgabe 13.13 Thema Transaktionspreis mit wesentlicher Finanzierungskomponente Der Verkauf des Elektroautos enthält eine Finanzierungskomponente, da die Summe der Ratenzahlungen (3 x 30.000 € = 90.000 €) den Barzahlungspreis in Höhe von 85.001,78 € übersteigt. Die Höhe der Umsatzerlöse entsprechen dem beizulegenden Zeitwert, d. h. den diskontierten Zahlungsströmen (Ratenzahlungen). Es ist der Barwert der zu leistenden Zahlungen zu ermitteln. Der Zinssatz beträgt 6,0 % p. a. Der Barzahlungspreis wird wie folgt berechnet: 30.000 € + 30.000 € 1,06 + 30.000 € 1,06 2 = 85.001,78 € 30.000 € + 28.301,89 € + 26.699,89 € = 85.001,78 € Buchungssatz zum 31.12.01 Bank 30.000,00 € an vertraglicher Vermögenswert 55.001,78 € an Umsatzerlöse 85.001,78 € Die zweite Ratenzahlung erfolgt am 31.12.02. Der Zinsertrag ist zu vereinnahmen. Die am 31.12.02 ausstehende Ratenzahlung (55.001,78 €) wurde für ein Jahr mit einem Zinssatz von 6,0 % p. a. finanziert (55.001,78 € x 0,06 = 3.300,11 €). <?page no="129"?> Lösungen 127 Buchungssatz zum 31.12.02 Bank 30.000,00 € an Zinsertrag 3.300,11 € an vertragl. Vermögenswert 26.699,89 € Die letzte Ratenzahlung geht am 31.12.03 ein. Der Zinsertrag für die Finanzierung in Höhe von 28.301,95 € (= 55.001,78 € - 26.699,89 €) ist mit dem vorgegebenen Zinssatz von 6,0 % p. a. (28.301,89 € x 0,06 = 1.698,11 €) zu vereinnahmen. Buchungssatz zum 31.12.03 Bank 30.000,00 € an Zinsertrag 1.698,11 € an vertragl. Vermögenswert 28.301,89 € Lösung Aufgabe 13.14 Thema Fertigungsaufträge Buchungssätze im Jahr 01 sonst. betriebl. Aufwendungen 50 Mio. € an diverse Aktiva 50 Mio. € am 31.12.01 Forderungen aLuL vertragliche Vermögenswerte 40 Mio. € 30 Mio. € an Umsatzerlöse 70 Mio. € Steueraufwand 6 Mio. € an passive latente Steuern 6 Mio. € Die vertraglichen Vermögenswerte ergeben sich aus den angefallenen Kosten von 50 Mio. € zzgl. des erfassten Gewinns von 20 Mio. € abzüglich der Teilabrechnung in Höhe von 40 Mio. €. Buchungssätze im Jahr 02 Bank 40 Mio. € an Forderungen aLuL 40 Mio. € sonst. betriebl. Aufwendungen 50 Mio. € an diverse Aktiva 50 Mio. € Bank 100 Mio. € an an vertr. Vermögenswerte Umsatzerlöse 30 Mio. € 70 Mio. € passive latente Steuern Steueraufwand 6 Mio. € 6 Mio. € an Steuerrückstellung 12 Mio. € Bank 25 Mio. € an erhaltene Anzahlungen 25 Mio. € Im Jahr 02 werden die Umsatzerlöse in Höhe des Projektfortschritts (Veränderung des Fertigstellungsgrades erfasst (1/ 3 x 210 Mio. € = 70 Mio. €). angefallene Kosten in 01 und 02 100 Mio. € + erfasste Gewinne in 01 und 02 + 40 Mio. € - Teilabrechnungen in 01 und 02 - 140 Mio. € = vertraglicher Vermögenswert am 31.12.02 = 0 € <?page no="130"?> 128 Lösungen Buchungssätze im Jahr 03 sonst. betriebliche Aufwendungen 50 Mio. € an diverse Aktiva 50 Mio. € vertragliche Vermögenswerte erhaltene Anzahlungen 45 Mio. € 25 Mio. € an Umsatzerlöse 70 Mio. € Steueraufwand 6 Mio. € an passive latente Steuern 6 Mio. € Buchungssätze im Jahr 04 Forderungen aLuL 45 Mio. € an vertr. Vermögenswerte 45 Mio. € Bank 45 Mio. € an Forderungen aLuL 45 Mio. € passive latente Steuer 6 Mio. € an Steuerrückstellung 6 Mio. € Lösung Aufgabe 13.15 Thema Fertigungsaufträge nach IFRS 15 Ermittlung der Umsatzerlöse pro Jahr = 250 Mio. € : 5 Jahre = 50 Mio. €/ Jahr Teil a) Buchungen in den Jahren 01 bis 04 sonstige betriebl. Aufwendungen 40 Mio. € an diverse Aktiva 40 Mio. € vertragliche Vermögenswerte 50 Mio. € an Umsatzerlöse 50 Mio. € In der jährlichen Gewinn- und Verlustrechnung werden die im jeweiligen Geschäftsjahr gebuchten Umsatzerlöse (50 Mio. €) den jährlichen Auftragskosten in Höhe von 40 Mio. € gegenübergestellt. Daraus ergibt sich ein jährlicher Ergebnisbeitrag von 10 Mio. € und damit verbunden eine jährliche latente Steuerabgrenzung (gemäß IAS 12.5) in den Jahren 01 bis 04 in Höhe von 3,0 Mio. €. Die Buchungssätze für die Jahre 01 bis 04 lauten wie folgt: Steueraufwand 3 Mio. € an passive latente Steuern 3 Mio. € Teil b) sonst. betriebl. Aufwendungen 40 Mio. € an diverse Aktiva 40 Mio. € Die tatsächlich angefallenen Ertragsteuern [30 % von (250 Mio. € - 200 Mio. €)] werden zum Bilanzstichtag, den 31.12.05 erfasst. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die in der IFRS-Bilanz gebildeten passiven latenten Steuern erfolgswirksam aufzulösen. passive latente Steuern effektiver Steueraufwand 12 Mio. € 3 Mio. € an Steuerrückstellungen 15 Mio. € Am Ende des fünften Jahres nach der Abnahme des Fertigungsauftrags erfolgen folgende Buchungen: Forderungen aLuL 250 Mio. € an Umsatzerlöse 250 Mio. € Umsatzerlöse 200 Mio. € an vertragliche Vermögenswerte 200 Mio. € Bank 250 Mio. € an Forderungen aLuL 250 Mio. € <?page no="131"?> Lösungen 129 14. Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten Lösung Aufgabe 14.1 Thema Finanzinstrumente der Kategorie “Fair Value through Other Comprehensive Income” (FVOCI) Variante a) Buchungssatz am 30.09.01 Finanzinstrument FVOCI 101.500 € an Bank 101.500 € Buchungssätze am 31.12.01 sonstiges Ergebnis (OCI) 1.500 € an Finanzinstrument FVOCI 1.500 € Finanzinstrument FVOCI 35.000 € an sonstiges Ergebnis (OCI) 35.000 € (Stand OCI = 33.500 €) Buchungssatz am 31.12.02 sonstiges Ergebnis (OCI) 33.500 € an sonstiges Ergebnis (OCI) 16.500 € an Finanzinstrument FVOCI 50.000 € (Stand OCI (negativ) = - 16.500 €) Buchungssatz am 31.12.03 Finanzinstrument FVOCI 42.000 € an sonstiges Ergebnis (OCI) sonstiges Ergebnis (OCI) 16.500 € 25.500 € (Stand OCI = + 25.500 €) Buchungssatz am 31.12.04 (Verkauf für 115.000 €) Bank sonstiges Ergebnis (OCI) 115.000 € 25.500 € an an Finanzinstrument FVOCI Finanzerträge 127.000 € 13.500 € Buchungssatz am 31.12.04 (Verkauf für 75.000 €): Bank sonstiges Ergebnis (OCI) Finanzaufwendungen 75.000 € 25.500 € 26.500 € an Finanzinstrument FVOCI 127.000 € Variante b) Buchungssatz am 30.09.01 Finanzinstrument FVOCI 101.500 € an Bank 101.500 € <?page no="132"?> 130 Lösungen Buchungssatz am 31.12.01 sonstiges Ergebnis (OCI) 1.500 € an Finanzinstrument FVOCI 1.500 € Finanzinstrument FVOCI 35.000 € an sonstiges Ergebnis (OCI) 35.000 € (Stand der Fair Value Rücklage = 33.500 €) Buchungssatz am 31.12.02 sonstiges Ergebnis (OCI) Wertminderungsaufwand 33.500 € 16.500 € an Finanzinstrument FVOCI 50.000 € (Stand der Fair Value Rücklage = 0 €) Buchungssatz am 31.12.03 Finanzinstrument FVOCI 42.000 € an sonstiges Ergebnis (OCI) 42.000 € (Stand der Fair Value Rücklage = 42.000 €) Buchung am 31.12.04 (Verkauf für 115.000 €) Bank sonstiges Ergebnis (OCI) 115.000 € 42.000 € an an Finanzinstrument FVOCI Finanzerträge 127.000 € 30.000 € Buchungssatz am 31.12.04 (Verkauf für 75.000 €) Bank sonstiges Ergebnis (OCI) Finanzaufwendungen 75.000 € 42.000 € 10.000 € an Finanzinstrument FVOCI 127.000 € Lösung Aufgabe 14.2 Thema Finanzinstrumente der Kategorien “Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI)” und “Fair Value through Profit or Loss (FVPL)” Wertpapier A: Kategorie FVPL Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument FVPL 30.000 € an Bank 30.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Finanzinstrument FVPL Steueraufwand 15.000 € 4.500 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 15.000 € 4.500 € Buchungssatz am 31.12.03 Finanzaufwendungen passive latente Steuern 5.000 € 1.500 € an an Finanzinstrument FVPL Steuerertrag 5.000 € 1.500 € <?page no="133"?> Lösungen 131 Buchungssatz am 31.12.04 Finanzaufwendungen passive latente Steuern 15.000 € 3.000 € an an Finanzinstrument FVPL Steuerertrag 15.000 € 3.000 € (In der Steuerbilanz erfolgt auch eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von [30.000 € - 25.000 € =] 5.000 €). Buchungssatz am 31.12.05 Finanzinstrument FVPL Steueraufwand 7.000 € 600 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 7.000 € 600 € (In der Steuerbilanz erfolgt eine Zuschreibung von 5.000 € auf die ursprünglichen Anschaffungskosten (30.000 €). Es besteht somit eine Differenz von 2.000 € zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz, so dass passive latente Steuern in Höhe von 600 € (= 2.000 € x 0,3) zu bilden sind.) Buchungssatz am 31.12.06 Finanzinstrument FVPL Steueraufwand 6.000 € 1.800 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 6.000 € 1.800 € Wertpapier B: Kategorie FVOCI Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument FVOCI 80.000 € an Bank 80.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Finanzinstrument FVOCI 10.000 € an an sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 7.000 € 3.000 € Buchungssatz am 31.12.03 (dauerhafte Wertminderung) sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 7.000 € 3.000 € an Finanzinstrument FVOCI 10.000 € sonstiges Ergebnis (OCI) 10.000 € an Finanzinstrument FVOCI 10.000 € (Auch in der Steuerbilanz erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 10.000 €, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz beträgt 70.000 €). Buchungssatz am 31.12.04 Finanzinstrument FVOCI 16.000 € an an sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 14.200 € 1.800 € (In der Steuerbilanz erfolgt eine Zuschreibung in Höhe von 10.000 €, d. h. der Buchwert beträgt 80.000 €; in der IFRS-Bilanz beträgt der Buchwert jedoch 86.000 €, so dass eine Vermögensdifferenz von 6.000 € besteht. Daraus ergeben sich passive latente Steuern in Höhe von 1.800 €). <?page no="134"?> 132 Lösungen Buchungssatz am 31.12.05 (vorübergehende Wertminderung) sonstiges Ergebnis (OCI) passive lat. Steuern 14.200 € 1.800 € an Finanzinstrument FVOCI 16.000 € sonstiges Ergebnis (OCI) aktive latente Steuern 4.000 € 6.000 € an Finanzinstrument FVOCI 10.000 € (In der Steuerbilanz erfolgt keine außerplanmäßige Abschreibung, da es sich nur um eine vorübergehende Wertminderung handelt, d. h. der Buchwert in der Steuerbilanz beträgt 80.000 €. Die Differenz zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz beträgt 20.000 €, d. h. es sind aktive latente Steuern in Höhe von 6.000 € (20.000 € x 0,3) zu bilden). Buchungssatz am 31.12.06 Finanzinstrument FVOCI 34.000 € an an an an sonstiges Ergebnis (OCI) aktive latente Steuern sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 4.000 € 6.000 € 19.800 € 4.200 € Lösung Aufgabe 14.3 Thema Kategorisierung von Wertpapieren a) Es handelt sich um Finanzinstrumente der Kategorie „Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI), da sie zur Veräußerung verfügbar sind. Sie sollen langfristig gehalten werden (ein Verkauf bei günstiger Gelegenheit wird nicht ausgeschlossen). b) Der bilanzielle Ausweis erfolgt unter den langfristigen Vermögenswerten. Erst bei konkreter Veräußerungsabsicht erfolgt eine Umgliederung in das kurzfristige Vermögen. c) Die Bewertung der Finanzinstrumente der Kategorie „Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI) in der IFRS-Bilanz erfolgt zum 01.08.01 zu Anschaffungskosten, d. h. inklusive Transaktionskosten. In der Steuerbilanz stellen die Anschaffungskosten die Wertobergrenze dar. Wertminderungen sind nur zu berücksichtigen, wenn sie dauerhaft sind. Dies ist hier nicht der Fall, so dass ein Abschreibungsverbot besteht. IFRS-Bilanz Steuerbilanz 01.08.01 50.350 € 50.350 € 31.12.01 42.000 € 50.350 € 31.12.02 65.000 € 50.350 € d) Ja. Es liegen quasi-zeitlich begrenzte Differenzen vor, die sich erst ausgleichen, wenn ein weiterer Verkaufsbeschluss gefasst wird. Nach IFRS sind darauf latente Steuern zu bilden. e) 31.12.01: Die Aktiva in der IFRS-Bilanz sind um 8.350 € niedriger als in der Steuerbilanz, da die Wertpapiere bei einer vorübergehenden Wertminderung nach IFRS außerplanmäßig abzuschreiben sind, in der Steuerbilanz jedoch nicht. Daher ist eine aktive latente Steuer in Höhe von 2.505 € (0,3 x 8.350 €) zu bilden. <?page no="135"?> Lösungen 133 Buchungssatz sonstiges Ergebnis (OCI) aktive latente Steuern 5.845 € 2.505 € an Finanzinstrument FVOCI 8.350 € 31.12.02: Die Vermögenswerte in der IFRS-Bilanz liegen um 14.650 € über denen der Steuerbilanz. Die aktiven latenten Steuern werden vollständig aufgelöst. Es werden passive latente Steuern in Höhe von 4.395 € (0,3 x 14.650 €) gebildet. Buchungssatz Finanzinstrument FVOCI 23.000 € an an an an sonstiges Ergebnis (OCI) aktive latente Steuern sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 5.845 € 2.505 € 10.255 € 4.395 € Auf- und Abwertungen werden grundsätzlich erfolgsneutral erfasst, sofern es sich um vorübergehende Wertminderungen handelt. Sie werden direkt im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst. Lösung Aufgabe 14.4 Thema Bewertung verschiedener Wertpapierkategorien Wertpapier der Kategorie “Fair Value through Profit or Loss” (FVPL) der Pralinen AG Die Aktien der Pralinen AG werden von der Maschinenbau GmbH in der Kategorie FVPL gehalten. Somit sind die Aktien erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument FVPL 34.000 € an Bank 34.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Finanzinstrument FVPL Steueraufwand 10.000 € 3.000 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 10.000 € 3.000 € Buchungssatz am 31.12.03 Finanzaufwendungen passive latente Steuern 6.000 € 1.800 € an an Finanzinstrument FVPL Steuerertrag 6.000 € 1.800 € Buchungssatz am 31.12.04 Finanzaufwendungen passive latente Steuern aktive latente Steuern 8.000 € 1.200 € 1.200 € an an Finanzinstrument FVPL Steuerertrag 8.000 € 2.400 € Da die Aktie in der Kategorie FVPL gehalten wird, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst. <?page no="136"?> 134 Lösungen Wertpapier der Kategorie „Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI) der Prosseco AG Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument FVPL 11.000 € an Bank 11.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Finanzinstrument FVOCI 5.000 € an an sonstiges Ergebnis (OCI) passive latente Steuern 3.500 € 1.500 € Buchungssatz am 31.12.03 sonstiges Ergebnis passive latente Steuern sonstiges Ergebnis aktive latente Steuern 3.500 € 1.500 € 700 € 300 € an Finanzinstrument FVOCI 6.000 € Buchungssatz am 31.12.04 Finanzinstrument FVOCI 4.000 € an an an an sonstiges Ergebnis (OCI) aktive latente Steuern sonstiges Ergebnis (OCI) (Fair Value Rücklage) passive latente Steuern 700 € 300 € 2.100 € 900 € Da es sich bei den Aktien um Finanzinstrumente der Kategorie „Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI) handelt, werden diese zum Bilanzstichtag mit ihrem aktuellen Marktwert bilanziert. Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral unter Berücksichtigung von latenten Steuern im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst. Wertpapier Bundesanleih der Kategorie „Amortised Cost“ (AC) Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument AC 94.000 € an Bank 94.000 € Buchungssatz am 31.12.02 Bank Finanzinstrument AC 5.000 € 1.681 € an Zinsertrag (94.000 € x 0,07298802 - 5.000 €) 6.861 € Buchungssatz am 31.12.03 Bank Finanzinstrument AC 5.000 € 1.997 € an Zinsertrag (95.861 € x 0,07298802 - 5.000 €) 6.997 € <?page no="137"?> Lösungen 135 Buchungssatz am 31.12.04 Bank Finanzinstrument AC 5.000 € 2.142 € an Zinsertrag (95.861 € x 0,07298802 - 5.000 €) 7.142 € Bank 100.000 € an Finanzinstrument AC 100.000 € Da die Absicht besteht, die Anleihe bis zur Endfälligkeit zu halten, wird zur Vermeidung von Rundungsdifferenzen die Effektivzinsmethode mit dem exakten Effektivzinssatz von 7,29880216758427 % angewendet. Die Bundesanleihe wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, so dass Marktwertsteigerungen nicht berücksichtigt werden. Bilanzen der Geschäftsjahre 01, 02, 03 und 04 Aktiva Bilanz 31.12.01 Passiva Wertpapiere Eigenkapital Finanzinstrument FVPL 34.000 € gezeichnetes Kapital 139.000 € Finanzinstrument FVOCI 11.000 € Ergebnisvortrag Finanzinstrument AC 94.000 € Fair Value Rücklage (OCI) passive latente Steuern Bilanzsumme 139.000 € Bilanzsumme 139.000 € Aktiva Bilanz 31.12.02 Passiva Wertpapiere Eigenkapital Finanzinstrument FVPL 44.000 € gezeichnetes Kapital 139.000 € Finanzinstrument FVOCI 16.000 € Ergebnisvortrag 13.861 € Finanzinstrument AC 95.861 € Fair Value Rücklage (OCI) 3.500 € Bank 5.000 € passive latente Steuern 4.500 € Bilanzsumme 160.861 € Bilanzsumme 160.861 € Aktiva Bilanz 31.12.03 Passiva Wertpapiere Eigenkapital Finanzinstrument FVPL 38.000 € gezeichnetes Kapital 139.000 € Finanzinstrument FVOCI 10.000 € Ergebnisvortrag 16.658 € Finanzinstrument AC 97.858 € Fair Value Rücklage (OCI) 0 € Bank 10.000 € negative Fair Value Rücklage (OCI) - 700 € aktive latente Steuern 300 € passive latente Steuern 1.200 € Bilanzsumme 156.158 € Bilanzsumme 156.158 € <?page no="138"?> 136 Lösungen Aktiva Bilanz 31.12.04 Passiva Wertpapiere Eigenkapital Finanzinstrument FVPL 30.000 € gezeichnetes Kapital 139.000 € Finanzinstrument FVOCI 14.000 € Ergebnisvortrag 18.200 € Finanzinstrument AC 0 € Fair Value Rücklage 2.100 € Bank 115.000 € negative Fair Value Rücklage (OCI) 0 € aktive latente Steuern 1.200 € passive latente Steuern 900 € Bilanzsumme 160.200 € Bilanzsumme 160.200 € Lösung Aufgabe 14.5 Thema Bewertung und Kategorisierung von Finanzinstrumenten Finanzinstrumente der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortised Cost (AC) - Geschäftsmodellkriterium (subjektiver Charakter): Das Unternehmen beabsichtigt, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um vertraglich vereinbarte Zahlungsströme (insbesondere Zinsen) zu erzielen. - Zahlungsstromkriterium (objektiver Charakter): Das Finanzinstrument ist vertraglich so ausgestaltet, dass zu festgelegten Zeitpunkten fixe Zins- und Tilgungszahlungen zu leisten sind, d. h. die vertraglichen Zahlungsströme stellen ausschließlich die Tilgungs- und die Zinszahlungen dar. Finanzinstrumente der Kategorie Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Wertpapiere): - Werden hauptsächlich mit der Absicht erworben, kurzfristig verkauft oder zurückgekauft zu werden. - Alle Wertpapiere, die das Unternehmen beim erstmaligen Ansatz, als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert hat. Bewertung: Marktwerte; Wertschwankungen werden erfolgswirksam erfasst. Finanzinstrumente der Kategorie Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI): - Das Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, die Finanzinstrumente zu halten, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen oder zu veräußern. - Bei den vertraglichen Zahlungsströmen handelt es sich ausschließlich um Tilgungs- und Zinszahlungen. Bewertung Variante A: Die Bewertung erfolgt erfolgsneutral (OCI) zum beizulegenden Zeitwert (fair value) mit der Möglichkeit der späteren Umgliederung von OCI-Salden in die Gewinn- und Verlustrechnung (mit Recycling). Variante B: Die Bewertung erfolgt erfolgsneutral (OCI) zum beizulegenden Zeitwert (fair value) ohne die Möglichkeit einer späteren Umgliederung von OCI-Salden in die GuV (ohne Recycling). <?page no="139"?> Lösungen 137 Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 Finanzinstrument Geschäftsmodell Bewertung Alternative erfüllt Zahlungsstromkriterium Held to collect (Geschäftsmodell 1) Amortised Cost (zu fortgeführten AK) (teilw. erfolgswirksam) Fair Value Option (erfolgswirksam) Both held to collect and for sale (Geschäftsmodell 2) Fair Value through OCI (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert) Fair Value Option (erfolgswirksam) Other business models (Geschäftsmodell 3) Fair Value through Profit or Loss (FVPL) (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert) erfüllt Zahlungsstromkriterium nicht: Fremdkapitalinstrument Fair Value through Profit or Loss (FVPL) (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert) erfüllt Zahlungsstromkriterium nicht: Eigenkapitalinstrument Handelsabsicht besteht nicht Fair value through OCI (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert) Fair Value Option (erfolgswirksam) Handelsabsicht besteht Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert) Lösung Aufgabe 14.6 Thema Finanzinstrument der Kategorie Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI) 01.01.01 Finanzinstrument FVOCI 500.000 € an Bank 500.000 € 31.12.01 Finanzinstrument FVOCI 100.000 € an sonstiges Ergebnis passive latente Steuern 70.000 € 30.000 € 31.12.02 sonstiges Ergebnis passive latente Steuern aktive latente Steuern 140.000 € 30.000 € 30.000 € an Finanzinstrument FVOCI 200.000 € <?page no="140"?> 138 Lösungen 01.09.03 Bank Finanzaufwendungen 470.000 € 30.000 € an an an Finanzinstrument FVOCI sonstiges Ergebnis aktive latente Steuern 400.000 € 70.000 € 30.000 € Lösung Aufgabe 14.7 Thema Bewertung von Wertpapieren zum beizulegenden Zeitwert (fair value) Buchungssatz zum 31.12.01 Finanzinstrument FVPL Steueraufwand 50.000 € 15.000 € an an Finanzerträge passive latente Steuern 50.000 € 15.000 € Buchungssatz zum 31.12.02 außerplanm. Abschreibung passive latente Steuern 80.000 € 15.000 € an an Finanzinstrument FVPL Steuerertrag 80.000 € 15.000 € Buchungssatz zum 31.12.03 Bank 298.000 € an Finanzinstrument FVPL Finanzerträge 270.000 € 28.000 € Lösung Aufgabe 14.8 Thema Fortgeführte Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode Jahr (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 01.01 effektiver Zinsertrag (7,05 %) Cashflow (nominaler Zinsertrag (4 %) (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 31.12. 01 23.000 € 1.622 € 1.000 € 23.622 € 02 23.622 € 1.665 € 1.000 € 24.287 € 03 24.287 € 1.713 € 1.000 € 25.000 € Buchungssatz zum 01.01.01 Anleihe 23.000 € an Bank 23.000 € Buchungssatz zum 31.12.01 Bank Anleihe 1.000 € 622 € an an Zinsertrag Zinsertrag 1.000 € 622 € <?page no="141"?> Lösungen 139 Buchungssatz zum 31.12.02 Bank Anleihe 1.000 € 665 € an an Zinsertrag Zinsertrag 1.000 € 665 € Buchungssatz zum 31.12.03 Bank Anleihe Bank 1.000 € 713 € 25.000 € an an an Zinsertrag Zinsertrag Anleihe 1.000 € 713 € 25.000 € Lösung Aufgabe 14.9 Thema Finanzinstrumente der Kategorie FVPL Buchungssatz am 09.10.01 Finanzinstrument FVPL 50.000 € an Bank 50.000 € Buchungssatz am 31.12.01 Finanzinstrument FVPL 6.000 € an Finanzerträge 6.000 € Steueraufwand 1.800 € an passive latente Steuern 1.800 € Buchungssatz am 31.12.02 Finanzinstrument FVPL 4.000 € an Finanzerträge 4.000 € Steueraufwand 1.200 € an passive latente Steuern 1.200 € Buchungssatz am 31.12.03 Finanzaufwendungen 16.000 € an Finanzinstrument FVPL 16.000 € passive latente Steuern 3.000 € an Steuerertrag 3.000 € Buchungssatz am 01.08.04 Bank 66.000 € an Finanzinstrument FVPL 44.000 € an Finanzerträge 22.000 € Steueraufwand 6.600 € an Steuerrückstellung 6.600 € Lösung Aufgabe 14.10 Thema Effektivverzinsung - Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten Füllen Sie die nachfolgende Tabelle aus (alle Angaben in Mio. €): <?page no="142"?> 140 Lösungen Jahr (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 01.01. Zinsaufwand effektiv Zinsaufwand nonimal (Cashflow) Aufzinsung Zuführung (fortgeführte) Anschaffungskosten zum 31.12. 00 9.580,00 01 9.580,00 574,80 500,00 74,80 9.654,80 02 9.654,80 579,29 500,00 79,29 9.734,09 03 9.734,09 584,04 500,00 84,04 9.818,13 04 9.818,13 589,09 500,00 89,09 9.907,22 05 9.907,22 594,43 500,00 94,43 10.001,65 <?page no="143"?> Lösungen 141 15. Leasingvereinbarungen nach IFRS 16 Lösung Aufgabe 15.1 Thema Leasing beim Leasinggeber a) Bruttoinvestition aus Sicht des Leasinggebers: 3 Jahre x 18.000 € + 4.000 € = 58.000 € b) Nettoinvestition: (18.000 € : 1,07) + (18.000 € : 1,07²) + (18.000 € : 1,07³) + (4.000 € : 1,07³) = 50.502 € c) Differenz: 58.000 € - 50.502 € = 7.498 € (noch nicht realisierter Finanzertrag des Leasinggebers) d) Barwert der Leasingzahlungen: (18.000 € : 1,07) + (18.000 € : 1,07²) + (18.000 € : 1,07³) + (2.800 € : 1,07³) = 49.523 € e) Der Restwert in Höhe von 4.000 € ist dem Leasinggeber zuzurechnen, obwohl er einen nicht garantierten Restwert in Höhe von 1.200 € enthält. Lösung Aufgabe 15.2 Thema Leasing beim Leasingnehmer Der Leasinggegenstand ist bilanziell dem Leasingnehmer zuzurechnen, da es sich um ein Spezialleasing handelt und somit der Kategorie „Finanzierungsleasing“ zugeordnet wird. Nach IFRS 16 sind der Leasinggegenstand und eine Verbindlichkeit beim Leasingnehmer zu bilanzieren. Dabei ist entweder der beizulegende Zeitwert des Leasinggegenstandes (450.000 €) oder der niedrigere Barwert der Mindestleasingzahlungen anzusetzen. Barwert = jährliche Leasingrate x RBF = 140.000 € x 1,09 4 − 1 1,09 4 × 0,09 = 453.560,77 € Der Barwert der Mindestleasingzahlungen beträgt € 453.560,78. Der Leasinggegenstand wird daher in der Bilanz des Leasingnehmers zum beizulegenden Zeitwert, d.h. zu Anschaffungskosten (450.000 €) und Anschaffungsnebenkosten (30.000 €) von 480.000 € aktiviert und jährlich mit 120.000 € abgeschrieben. Die Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird ebenfalls mit dem beizulegenden Zeitwert (d. h. mit 450.000 €) passiviert und entsprechend dem Tilgungsanteil der Leasingraten aufgelöst. Der Zinsanteil ist über die Vertragslaufzeit zu verteilen. Der Zins- und Tilgungsanteil kann vereinfacht nach der Zinsstaffelmethode ermittelt werden. Zinsanteil t = ∑ Zinsen und Kosten nt=1 n × (n+1) 2 x [(n − t) + 1] Berechnung der Zinsen und Kosten = (4 x 140.000 €) - 450.000 € = 110.000 € Zinsanteil der ersten Periode = 110.000 € 4 × (4+1) 2 x [(4 - 1) +1] = 44.000 € Die folgende Tabelle zeigt den Tilgungsplan nach der Zinsstaffelmethode. Leasingverbindlichkeit Vermögenswert aus Nutzungsrecht Jahr Anfangsbestand Leasingzahlungen Zinsaufwand Tilgung Endbestand Anfangsbestand Abschreibung Endbestand 01 450.000 € 140.000 € 44.000 € 96.000 € 354.000 € 480.000 € 120.000 € 360.000 € 02 354.000 € 140.000 € 33.000 € 107.000 € 247.000 € 360.000 € 120.000 € 240.000 € <?page no="144"?> 142 Lösungen 03 247.000 € 140.000 € 22.000 € 118.000 € 129.000 € 240.000 € 120.000 € 120.000 € 04 129.000 € 140.000 € 11.000 € 129.000 € 0 € 120.000 € 120.000 € 0 € Berechnung der Abschreibung = 480.000 € : 4 Jahre = 120.000 €/ Jahr Lösung Aufgabe 15.3 Thema Leasing beim Leasingnehmer a) Bei wem ist die Maschine zu bilanzieren? Indikatoren Bewertung automatischer Eigentumsübergang Am Ende der Vertragslaufzeit wird kein rechtliches Eigentum übertragen. nein günstige Kaufoption Es liegt eine günstige Option für den Leasingnehmer vor. nein Verhältnis von Vertragslaufzeit zu wirtschaftlicher Nutzungsdauer Nutzungsdauer = 8 Jahre Vertragslaufzeit = 5 Jahre Leasingdauer = 62,5 % nein Barwerttest Barwert (LG-Zinssatz 10 %) = 77.711 € beizulegender Zeitwert = 80.000 € Verhältnis = 97,14 % ja Barwertermittlung mit Leasinggeberzinssatz von 10,0 % Barwert der Leasingraten = jährliche Leasingrate ohne Nebenkosten x RBF Barwert der Leasingraten = (20.500) € x 1,10 5 − 1 1,10 5 × 0,1 = 77.711,13 € Das Leasingobjekt ist beim Leasingnehmer zu bilanzieren. Es handelt sich um ein Finanzierungsleasing, d. h. der Leasinggeber bilanziert nur eine Forderung. b) Zins- und Tilgungsplan Aufwandsverrechnung und Amortisation des Leasings beim Leasingnehmer Jahr Leasingobjekt Verbindlichkeit (€) Leasingraten Buchwert (€) Abschreibungen (€) Zinsaufwand (€) Tilgung (€) Nebenkosten (€) Gesamt (€) 01.01.01 77.711,13 77.711,13 31.12.01 62.168,90 15.542,23 64.982,24 7.771,11 12.728,89 500,00 21.000 31.12.02 46.626,68 15.542,22 50.980,46 6.498,22 14.001,78 500,00 21.000 31.12.03 31.084,45 15.542,23 35.578,51 5.098,05 15.401,95 500,00 21.000 31.12.04 15.542,23 15.542,22 18.636,36 3.557,85 16.942,15 500,00 21.000 31.12.05 0,00 15.542,23 0,00 1.863,64 18.636,36 500,00 21.000 Summe 77.711,13 24.788,87 77.711,13 2.500,00 105.000 <?page no="145"?> Lösungen 143 Anmerkung Der Leasinggegenstand wird mit dem Barwert der Leasingzahlungen aktiviert und die Verbindlichkeit in Höhe des Vermögenszugangs passiviert. Die Abschreibung erfolgt über die Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Die Leasingzahlungen werden in einen Zinsanteil (Zinsaufwand), einen Tilgungsanteil (Verringerung der Verbindlichkeit in der Bilanz) und in einen Nebenkostenanteil aufgeteilt. <?page no="147"?> Erfolgskontrolle mit Multiple Choice <?page no="149"?> Erfolgskontrolle mit Multiple Choice 147 Aufgaben Treffen die folgenden Aussagen zu oder nicht? Kreuzen Sie an, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Aussagen richtig falsch 1 Die Entwicklung der Standards folgt einem formalisierten Prozess, der in der Regel mehrere Monate in Anspruch nimmt. 2 Die IFRS-Interpretationen regeln die Grundlagen der Rechnungslegung. 3 Grundlegende Definitionen von Aktiv- und Passivposten sind in den Standards enthalten. 4 Beschlüsse des IASB zu Standards und Interpretationen werden mit qualifizierter Mehrheit bei 9 von 14 Stimmen angenommen, bei 7 von 14 Stimmen jedoch abgelehnt. 5 Das Realisationsprinzip gilt für Aufwendungen. Aussagen richtig falsch 6 Für Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) i.e.S. besteht handelsrechtlich ein Ansatzwahlrecht. 7 Für aktive latente Steuern besteht nach IFRS regelmäßig ein Aktivierungswahlrecht. 8 Nach IFRS können aktive latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge angesetzt werden, wenn in den Folgejahren mit ausreichenden steuerlichen Gewinnen zu rechnen ist. 9 Die internationale Rechnungslegung nach IFRS orientiert sich stärker an Zeitwerten als das HGB. 10 Ziel der IFRS ist unter anderem die Vereinheitlichung der konzerninternen Berichterstattung. Aussagen richtig falsch 11 Nach IFRS wird das Jahresergebnis bei einer Neubewertung von abnutzbaren Sachanlagen auf den höheren beizulegenden Zeitwert künftig niedriger ausfallen als bei einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. 12 Für die Fernsehwerbung besteht nach IFRS ein besonderes Aktivierungswahlrecht. 13 Latente Steuern sind für den Einzelabschluss nach § 274 HGB geregelt. Demnach besteht für passive latente Steuern ein Ansatzgebot und für aktive latente Steuern ein Ansatzwahlrecht. 14 Ein Aktivierungswahlrecht führt bei einer Aktivierung sowohl nach HGB als auch nach IFRS zu einem höheren Ergebnis. 15 Das Realisationsprinzip wird nach HGB eher „streng“ und nach IFRS eher „weich“ gehandhabt. <?page no="150"?> 148 Erfolgskontrolle mit Multiple Choice Aussagen richtig falsch 16 Nach IFRS ist neben der Fifo- und Lifo-Methode auch die Hifo-Methode zulässig. 17 Bei gesunkenen Wiederbeschaffungskosten für Vorräte ist nach IFRS immer eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. 18 Der Nettoveräußerungserlös ist nach IFRS grundsätzlich der niedrigere Bewertungsmaßstab für Vorräte. 19 Bei den langfristigen kundenspezifischen Fertigungsaufträgen erfolgt die Bewertung gemäß HGB nach der Percentage-of Completion-Methode. 20 Lagerkosten sind nach IFRS zwingend in die Herstellungskosten einzubeziehen. Aussagen richtig falsch 21 Der Grundsatz der Verlässlichkeit der Informationen wird durch die Grundsätze der glaubwürdigen Darstellung, der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, der Neutralität, der Vorsicht und der Vollständigkeit präzisiert. 22 Der Grundsatz der Vergleichbarkeit beinhaltet auch das Stetigkeitsgebot für die einmal angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. 23 Die Abschlussposten im Sinne der IFRS-Rechnungslegung sind Vermögenswerte, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Bilanzierungshilfen, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen. 24 Ein Anstieg des Marktzinssatzes kann ein Indikator für die Durchführung eines Werthaltigkeitstests (Impairment-Test) sein. 25 In der IFRS-Rechnungslegung darf für die planmäßige Abschreibung von Sachanlagen nur die lineare Abschreibungsmethode angewendet werden. Aussagen richtig falsch 26 Die Vorsteuer ist nach IFRS immer Bestandteil der Anschaffungskosten. 27 Bei IFRS sind die Finanzierungskosten immer Bestandteil der Anschaffungskosten. 28 Die Anwendung des Neubewertungsmodells auf Sachanlagen erfordert nicht zwingend eine jährliche Neubewertung der der Neubewertung unterliegenden Vermögenswerte. 29 Vertriebsgemeinkosten sind nach IFRS zu aktivieren. 30 Im Gegensatz zum HGB sind Materialgemeinkosten nach IFRS nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Aussagen richtig falsch 31 Die ratierliche Auflösung der Neubewertungsrücklage erfolgt nach IFRS stets erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung. 32 Eine Wertaufholung darf beim Neubewertungsmodell maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgen. <?page no="151"?> Multiple-Choice-Aufgaben 149 33 Als Bewertungsvereinfachungsverfahren lässt der Standard IAS 2 die Durchschnittsmethode und die Lifo-Methode zu. 34 Die Bewertung kundenspezifischer Fertigungsaufträge nach der Percentage-of-Completion-Methode setzt bei Festpreisverträgen eine verlässliche Bewertung zu jedem Bilanzstichtag voraus. 35 Nach HGB kann ein Disagio als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen werden. Nach IFRS darf ein Disagio nicht aktiviert werden. Das Disagio mindert den Wert der zu passivierenden Verbindlichkeit. Aussagen richtig falsch 36 Fremdkapitalzinsen sind nach IFRS für qualifizierte Vermögenswerte zu aktivieren. 37 Nach IFRS können auch selbst geschaffene Markenrechte als immaterielle Vermögenswerte aktiviert werden. 38 Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen neben dem Anschaffungspreis und den Anschaffungsnebenkosten auch zukünftige Ausgaben für zukünftige Rekultivierungs- und Abbrucharbeiten. 39 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte sind bei Vorliegen der in IAS 38.57 genannten Ansatzkriterien grundsätzlich zu aktivieren. 40 Bei Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit einer unbestimmter Nutzungsdauer dürfen keine Wertaufholungen vorgenommen werden. Aussagen richtig falsch 41 Nach IFRS ist das Neubewertungsmodell zulässig, d. h. Sachanlagen können mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden, der die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten übersteigt. In diesem Fall erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung. 42 Werden abnutzbare Vermögenswerte nach dem Neubewertungsmodell neu bewertet, so bezieht sich der Abschreibungsbetrag auf den beizulegenden Zeitwert. 43 Das IFRIC ist für die Weiterentwicklung der IFRS-Interpretationen zuständig. 44 Die IFRS folgen dem Prinzip des Code Law. 45 Sonderposten mit Rücklageanteil sind sowohl nach IFRS als auch nach HGB grundsätzlich zu passivieren. Aussagen richtig falsch 46 Wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf ein unbebautes Grundstück steuerlich nicht anerkannt, sind nach IFRS aktive latente Steuern anzusetzen. 47 Aktive latente Steuern sind als zukünftige Steuerbelastungen anzusehen. 48 Zukünftige Steuersatzänderungen sind bei latenten Steuern nach IFRS grundsätzlich zu berücksichtigen. <?page no="152"?> 150 Erfolgskontrolle mit Multiple Choice 49 Passive latente Steuern sind als zukünftige Steuerbelastungen zu betrachten. 50 Nach IFRS sind außerplanmäßige Abschreibungen nach der Anschaffungskostenmethode vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert nach planmäßigen Abschreibungen unterschreitet. Aussagen richtig falsch 51 Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert besteht nach IFRS ein Ansatzverbot. 52 Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert besteht ein Wertaufholungsverbot. 53 Der originäre Geschäfts- oder Firmenwert darf weder nach IFRS noch nach HGB angesetzt werden. 54 Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert berechnet sich als (tatsächlicher) Unternehmenspreis abzgl. Vermögenswert und zzgl. den Schulden, jeweils bewertet zum Zeitwert. 55 Eine Wertaufholung darf im Rahmen des Neubewertungsmodells maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgen. Aussagen richtig falsch 56 Rückstellungen gehören nach HGB und nach IFRS zum Fremdkapital. 57 Bei den latenten Steuern folgt IFRS dem Temporay-Konzept. 58 Für Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtung besteht nach HGB eine Rückstellungspflicht, wenn sich die Unternehmen dieser Verpflichtung nicht entziehen können. 59 Ist der Wiederbeschaffungswert von Rohstoffen gesunken, erfolgt nach IFRS dennoch keine Abschreibung, wenn zumindest eine verlustfreie Veräußerung der Produkte, in die die Rohstoffe eingeflossen sind, möglich ist. 60 Das Ergebnis kann direkt aus der IFRS-Bilanz entnommen werden. Aussagen richtig falsch 61 Wenn ein Unternehmen seine unfertigen Erzeugnisse mit der Wertuntergrenze der Herstellungskosten bewertet, dann hat es die Absicht einen hohen Gewinn auszuweisen. 62 Nach IFRS besteht eine Aktivierungspflicht für aktive latente Steuern. Demgegenüber besteht nach HGB im Einzelabschluss lediglich ein Aktivierungswahlrecht. 63 Ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) kann nach IFRS in den Folgejahren über maximal 20 Jahre planmäßig abgeschrieben werden. 64 Für Gründungskosten besteht nach IFRS eine Aktivierungspflicht. 65 Die Neubewertungsrücklage kann bereits während der Nutzung des Vermögenswertes in Höhe der gesamten Abschreibungen der Periode in die Gewinnrücklagen umgebucht werden. <?page no="153"?> Multiple-Choice-Lösungen 151 Lösungen Hier finden Sie die Auflösung. Aussagen richtig falsch 1 Die Entwicklung der Standards folgt einem formalisierten Prozess, der in der Regel mehrere Monate in Anspruch nimmt. × 2 Die IFRS-Interpretationen regeln die Grundlagen der Rechnungslegung. × 3 Grundlegende Definitionen von Aktiv- und Passivposten sind in den Standards enthalten. × 4 Beschlüsse des IASB zu Standards und Interpretationen werden mit qualifizierter Mehrheit bei 9 von 14 Stimmen angenommen, bei 7 von 14 Stimmen jedoch abgelehnt. × 5 Das Realisationsprinzip gilt für Aufwendungen. × Aussagen richtig falsch 6 Für Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) i.e.S. besteht handelsrechtlich ein Ansatzwahlrecht. × 7 Für aktive latente Steuern besteht nach IFRS regelmäßig ein Aktivierungswahlrecht. × 8 Nach IFRS können aktive latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge angesetzt werden, wenn in den Folgejahren mit ausreichenden steuerlichen Gewinnen zu rechnen ist. × 9 Die internationale Rechnungslegung nach IFRS orientiert sich stärker an Zeitwerten als das HGB. × 10 Ziel der IFRS ist unter anderem die Vereinheitlichung der konzerninternen Berichterstattung. × Aussagen richtig falsch 11 Nach IFRS wird das Jahresergebnis bei einer Neubewertung von abnutzbaren Sachanlagen auf den höheren beizulegenden Zeitwert künftig niedriger ausfallen als bei einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. × 12 Für die Fernsehwerbung besteht nach IFRS ein besonderes Aktivierungswahlrecht. × 13 Latente Steuern sind für den Einzelabschluss nach § 274 HGB geregelt. Demnach besteht für passive latente Steuern ein Ansatzgebot und für aktive latente Steuern ein Ansatzwahlrecht. × 14 Ein Aktivierungswahlrecht führt bei einer Aktivierung sowohl nach HGB als auch nach IFRS zu einem höheren Ergebnis. × 15 Das Realisationsprinzip wird nach HGB eher „streng“ und nach IFRS eher „weich“ gehandhabt. × <?page no="154"?> 152 Erfolgskontrolle mit Multiple Choice Aussagen richtig falsch 16 Nach IFRS ist neben der Fifo- und Lifo-Methode auch die Hifo-Methode zulässig. × 17 Bei gesunkenen Wiederbeschaffungskosten für Vorräte ist nach IFRS immer eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. × 18 Der Nettoveräußerungserlös ist nach IFRS grundsätzlich der niedrigere Bewertungsmaßstab für Vorräte. × 19 Bei den langfristigen kundenspezifischen Fertigungsaufträgen erfolgt die Bewertung gemäß HGB nach der Percentage-of Completion-Methode. × 20 Lagerkosten sind nach IFRS zwingend in die Herstellungskosten einzubeziehen. × Aussagen richtig falsch 21 Der Grundsatz der Verlässlichkeit der Informationen wird durch die Grundsätze der glaubwürdigen Darstellung, der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, der Neutralität, der Vorsicht und der Vollständigkeit präzisiert. × 22 Der Grundsatz der Vergleichbarkeit beinhaltet auch das Stetigkeitsgebot für die einmal angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. × 23 Die Abschlussposten im Sinne der IFRS-Rechnungslegung sind Vermögenswerte, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Bilanzierungshilfen, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen. × 24 Ein Anstieg des Marktzinssatzes kann ein Indikator für die Durchführung eines Werthaltigkeitstests (Impairment-Test) sein. × 25 In der IFRS-Rechnungslegung darf für die planmäßige Abschreibung von Sachanlagen nur die lineare Abschreibungsmethode angewendet werden. × Aussagen richtig falsch 26 Die Vorsteuer ist nach IFRS immer Bestandteil der Anschaffungskosten. × 27 Bei IFRS sind die Finanzierungskosten immer Bestandteil der Anschaffungskosten. × 28 Die Anwendung des Neubewertungsmodells auf Sachanlagen erfordert nicht zwingend eine jährliche Neubewertung der der Neubewertung unterliegenden Vermögenswerte. × 29 Vertriebsgemeinkosten sind nach IFRS zu aktivieren. × 30 Im Gegensatz zum HGB sind Materialgemeinkosten nach IFRS nicht Bestandteil der Herstellungskosten. × Aussagen richtig falsch 31 Die ratierliche Auflösung der Neubewertungsrücklage erfolgt nach IFRS stets erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung. × 32 Eine Wertaufholung darf beim Neubewertungsmodell maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgen. × <?page no="155"?> Multiple-Choice-Lösungen 153 33 Als Bewertungsvereinfachungsverfahren lässt der Standard IAS 2 die Durchschnittsmethode und die Lifo-Methode zu. × 34 Die Bewertung kundenspezifischer Fertigungsaufträge nach der Percentage-of-Completion-Methode setzt bei Festpreisverträgen eine verlässliche Bewertung zu jedem Bilanzstichtag voraus. × 35 Nach HGB kann ein Disagio als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen werden. Nach IFRS darf ein Disagio nicht aktiviert werden. Das Disagio mindert den Wert der zu passivierenden Verbindlichkeit. × Aussagen richtig falsch 36 Fremdkapitalzinsen sind nach IFRS für qualifizierte Vermögenswerte zu aktivieren. × 37 Nach IFRS können auch selbst geschaffene Markenrechte als immaterielle Vermögenswerte aktiviert werden. × 38 Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen neben dem Anschaffungspreis und den Anschaffungsnebenkosten auch zukünftige Ausgaben für zukünftige Rekultivierungs- und Abbrucharbeiten. × 39 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte sind bei Vorliegen der in IAS 38.57 genannten Ansatzkriterien grundsätzlich zu aktivieren. × 40 Bei Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit einer unbestimmter Nutzungsdauer dürfen keine Wertaufholungen vorgenommen werden. × Aussagen richtig falsch 41 Nach IFRS ist das Neubewertungsmodell zulässig, d. h. Sachanlagen können mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden, der die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten übersteigt. In diesem Fall erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung. × 42 Werden abnutzbare Vermögenswerte nach dem Neubewertungsmodell neu bewertet, so bezieht sich der Abschreibungsbetrag auf den beizulegenden Zeitwert. × 43 Das IFRIC ist für die Weiterentwicklung der IFRS-Interpretationen zuständig. × 44 Die IFRS folgen dem Prinzip des Code Law. × 45 Sonderposten mit Rücklageanteil sind sowohl nach IFRS als auch nach HGB grundsätzlich zu passivieren. × Aussagen richtig falsch 46 Wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf ein unbebautes Grundstück steuerlich nicht anerkannt, sind nach IFRS aktive latente Steuern anzusetzen. × 47 Aktive latente Steuern sind als zukünftige Steuerbelastungen anzusehen. × 48 Zukünftige Steuersatzänderungen sind bei latenten Steuern nach IFRS grundsätzlich zu berücksichtigen. × <?page no="156"?> 154 Erfolgskontrolle mit Multiple Choice 49 Passive latente Steuern sind als zukünftige Steuerbelastungen zu betrachten. × 50 Nach IFRS sind außerplanmäßige Abschreibungen nach der Anschaffungskostenmethode vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert nach planmäßigen Abschreibungen unterschreitet. × Aussagen richtig falsch 51 Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert besteht nach IFRS ein Ansatzverbot. × 52 Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert besteht ein Wertaufholungsverbot. × 53 Der originäre Geschäfts- oder Firmenwert darf weder nach IFRS noch nach HGB angesetzt werden. × 54 Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert berechnet sich als (tatsächlicher) Unternehmenspreis abzgl. Vermögenswert und zzgl. den Schulden, jeweils bewertet zum Zeitwert. × 55 Eine Wertaufholung darf im Rahmen des Neubewertungsmodells maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgen. × Aussagen richtig falsch 56 Rückstellungen gehören nach HGB und nach IFRS zum Fremdkapital. × 57 Bei den latenten Steuern folgt IFRS dem Temporay-Konzept. × 58 Für Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtung besteht nach HGB eine Rückstellungspflicht, wenn sich die Unternehmen dieser Verpflichtung nicht entziehen können. × 59 Ist der Wiederbeschaffungswert von Rohstoffen gesunken, erfolgt nach IFRS dennoch keine Abschreibung, wenn zumindest eine verlustfreie Veräußerung der Produkte, in die die Rohstoffe eingeflossen sind, möglich ist. × 60 Das Ergebnis kann direkt aus der IFRS-Bilanz entnommen werden. × Aussagen richtig falsch 61 Wenn ein Unternehmen seine unfertigen Erzeugnisse mit der Wertuntergrenze der Herstellungskosten bewertet, dann hat es die Absicht einen hohen Gewinn auszuweisen. × 62 Nach IFRS besteht eine Aktivierungspflicht für aktive latente Steuern. Demgegenüber besteht nach HGB im Einzelabschluss lediglich ein Aktivierungswahlrecht. × 63 Ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) kann nach IFRS in den Folgejahren über maximal 20 Jahre planmäßig abgeschrieben werden. × 64 Für Gründungskosten besteht nach IFRS eine Aktivierungspflicht. × 65 Die Neubewertungsrücklage kann bereits während der Nutzung des Vermögenswertes in Höhe der gesamten Abschreibungen der Periode in die Gewinnrücklagen umgebucht werden. × <?page no="157"?> BUCHTIPP Dieses Lehrbuch führt Schritt für Schritt und leicht verständlich in die IFRS-Rechnungslegung ein. Das Themenspektrum umfasst die Grundprinzipien und den Aufbau der IFRS-Rechnungslegung, die Bestandteile von IFRS-Abschlüssen sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Danach spannt sich der Bogen von den verschiedenen Bewertungsmaßstäben über Einzelthemen wie z.B. latente Steuern und der Erlösrealisation aus Verträgen mit Kunden bis zur Bewertung von Finanzinstrumenten und zu Leasingverhältnissen. Zahlreiche Übersichten, Merksätze, Zusammenfassungen und Aufgaben erleichtern das Verständnis. Kurzum: der ideale Einstieg in die Welt des Jahresabschlusses. Jörg Wöltje IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt Lehrbuch 1. Auflage 2025, 246 Seiten €[D] 29,90 ISBN 978-3-8252-6364-5 eISBN 978-3-8385-6364-0 Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany \ Tel. +49 (0)7071 97 97 0 \ info@narr.de \ www.narr.de <?page no="158"?> Dieses Übungsbuch orientiert sich am utb-Lehrbuch IFRS-Rechnungslegung Schritt für Schritt und bietet eine Vielzahl an Aufgaben mit Lösungen. Das Themenspektrum umfasst die Grundprinzipien und den Aufbau der IFRS-Rechnungslegung, die Bestandteile von IFRS-Abschlüssen sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Danach spannt sich der Bogen von den verschiedenen Bewertungsmaßstäben über Einzelthemen wie z. B. latente Steuern und der Erlösrealisation aus Verträgen mit Kund: innen bis zur Bewertung von Finanzinstrumenten und zu Leasingverhältnissen. Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre an Hochschulen und Universitäten. Betriebswirtschaftslehre ISBN 978-3-8252-6490-1 Dies ist ein utb-Band aus dem UVK Verlag. utb ist eine Kooperation von Verlagen mit einem gemeinsamen Ziel: Lehr- und Lernmedien für das erfolgreiche Studium zu veröffentlichen. utb.de QR-Code für mehr Infos und Bewertungen zu diesem Titel