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Übungsbuch Jahresabschluss

Aufgaben und Lösungen

1208
2025
978-3-8385-6562-0
978-3-8252-6562-5
UTB 
Jörg Wöltje
10.36198/9783838565620

Dieses Übungsbuch orientiert sich am utb-Lehrbuch JahresabschlussSchritt für Schritt und bietet eine Vielzahl an Aufgaben mit Lösungen. Das Themenspektrum umfasst Funktionen, Adressaten, Ziele und Bestandteile des Jahresabschlusses, Grundlagen der Bilanzierung und Bewertung, latente Steuern, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel sowie Prüfungs- und Offenlegungspflichten. Darüber hinaus werden Übungen zum Nachhaltigkeitsbericht, zur Bilanzpolitik und zur Jahresabschlussanalyse angeboten. Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre an Hochschulen und Universitäten.

9783838565620/9783838565620.pdf
<?page no="0"?> Jörg Wöltje Übungsbuch Jahresabschluss Aufgaben und Lösungen Übungsbuch Jahresabschluss Wöltje Dieses Übungsbuch orientiert sich am utb-Lehrbuch Jahresabschluss Schritt für Schritt und bietet eine Vielzahl an Aufgaben mit Lösungen. Das Themenspektrum umfasst Funktionen, Adressaten, Ziele und Bestandteile des Jahresabschlusses, Grundlagen der Bilanzierung und Bewertung, latente Steuern, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel sowie Prüfungs- und Offenlegungspflichten. Darüber hinaus werden Übungen zum Nachhaltigkeitsbericht, zur Bilanzpolitik und zur Jahresabschlussanalyse angeboten. Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre an Hochschulen und Universitäten. Betriebswirtschaftslehre ISBN 978-3-8252-6562-5 Dies ist ein utb-Band aus dem UVK Verlag. utb ist eine Kooperation von Verlagen mit einem gemeinsamen Ziel: Lehr- und Lernmedien für das erfolgreiche Studium zu veröffentlichen. utb.de QR-Code für mehr Infos und Bewertungen zu diesem Titel 6562-5_Woeltje_XL_6562_PRINT.indd Alle Seiten 6562-5_Woeltje_XL_6562_PRINT.indd Alle Seiten 23.10.25 17: 27 23.10.25 17: 27 <?page no="1"?> utb 6562 Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage Brill | Schöningh - Fink · Paderborn - Vandenhoeck & Ruprecht · Göttingen - Böhlau · Wien · Köln Verlag Barbara Budrich · Opladen · Toronto facultas · Wien Walter de Gruyter · Berlin · Boston Haupt Verlag · Bern Verlag Julius Klinkhardt · Bad Heilbrunn Mohr Siebeck · Tübingen Narr Francke Attempto Verlag - expert verlag · Tübingen Psychiatrie Verlag · Köln Psychosozial-Verlag · Gießen Ernst Reinhardt Verlag · München transcript Verlag · Bielefeld Verlag Eugen Ulmer · Stuttgart UVK Verlag · München Waxmann · Münster · New York wbv Publikation · Bielefeld Wochenschau Verlag · Frankfurt am Main UTB (XL) Impressum_09_25.indd 1 UTB (XL) Impressum_09_25.indd 1 16.09.2025 07: 57: 46 16.09.2025 07: 57: 46 <?page no="2"?> Prof. Dr. Jörg Wöltje lehrt an der Hochschule Karlsruhe und ist Verfasser einer Vielzahl von Wirtschaftsbüchern. <?page no="3"?> Jörg Wöltje Übungsbuch Jahresabschluss Aufgaben und Lösungen <?page no="4"?> Umschlagabbildung: © bluestocking iStockphoto Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http: / / dnb.dnb.de abrufbar. DOI: https: / / doi.org/ 10.36198/ 9783838565620 © UVK Verlag 2025 - Ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 · D-72070 Tübingen Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle Informationen in diesem Buch wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Fehler können dennoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Weder Verlag noch Autor: innen oder Herausgeber: innen übernehmen deshalb eine Gewährleistung für die Korrektheit des Inhaltes und haften nicht für fehlerhafte Angaben und deren Folgen. Diese Publikation enthält gegebenenfalls Links zu externen Inhalten Dritter, auf die weder Verlag noch Autor: innen oder Herausgeber: innen Einfluss haben. Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind stets die jeweiligen Anbieter oder Betreibenden der Seiten verantwortlich. Internet: www.narr.de eMail: info@narr.de Einbandgestaltung: siegel konzeption ⅼ gestaltung Druck: Elanders Waiblingen GmbH utb-Nr. 6562 ISBN 978-3-8252-6562-5 (Print) ISBN 978-3-8385-6562-0 (ePDF) ISBN 978-3-8463-6562-5 (ePub) <?page no="5"?> Vorwort zum Übungsbuch Liebe Leserinnen und Leser, das komplexe Fachgebiet des Rechnungswesens lässt sich nicht allein durch Vorlesungen oder das Lesen von Lehrbüchern vollständig erschließen. Nachhaltiges Verständnis entsteht vor allem durch eigenes Anwenden, Rechnen und Lösen von Aufgaben. Dieses Übungsbuch ist daher die ideale Ergänzung zum Lehrbuch „Jahresabschluss Schritt für Schritt“ . Übungsbücher bieten die Möglichkeit, das erworbene Wissen zu vertiefen, praktisch anzuwenden und so dauerhaft zu verankern. Das bekannte Sprichwort „Übung macht den Meister“ ist aktueller denn je: Ob im Studium, im Beruf oder im Sport - wirkliche Sicherheit und Souveränität entstehen nur durch konsequentes Üben und Wiederholen. Gerade in großen, häufig überfüllten Hörsälen, in denen für individuelle Fragen und direkte Rückmeldungen oft wenig Raum bleibt, stellt ein Übungsbuch eine wertvolle Unterstützung dar. Es ermöglicht selbstständiges Arbeiten, fördert das Verständnis und erleichtert die gezielte Prüfungsvorbereitung. Die Übungsaufgaben decken alle zentralen Themen des Jahresabschlusses ab:  Grundlagen der Bewertung , insbesondere die Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten, Vorratsbewertung, verschiedene Abschreibungsverfahren und das Vorsichtsprinzip,  Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ,  Nachhaltigkeitsberichterstattung ,  Bilanzpolitik ,  sowie die Jahresabschlussanalyse , die zu Recht als „Königsdisziplin“ gilt. Besonders umfangreich und praxisnah sind die Aufgaben im Bereich der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden ‒ eine unverzichtbare Grundlage für die Erstellung eines ordnungsgemäßen Jahresabschlusses. Zahlreiche Aufgaben stammen zudem aus ehemaligen Klausuren, sodass Sie eine realistische Vorbereitung auf Ihre Prüfungen erhalten. Ich hoffe, dass Ihnen dieses Übungsbuch ein hilfreicher Begleiter in Vorlesungen, im Selbststudium und bei der Prüfungsvorbereitung ist, und wünsche Ihnen viel Erfolg beim Lernen und Anwenden des Stoffs. Mein besonderer Dank gilt dem Verlagsleiter, Herrn Dr. Jürgen Schechler, für die stets hervorragende Zusammenarbeit bei der Erstellung dieser Neuauflage. Für Anregungen und Verbesserungsvorschläge bin ich Ihnen sehr dankbar. Bitte senden Sie Ihre Hinweise direkt an mich (E-Mail: joerg.woeltje@t-online.de). Vielen Dank für Ihre Unterstützung ‒ und viel Freude und Erfolg beim Lernen! Karlsruhe, im September 2025 Jörg Wöltje <?page no="7"?> Inhaltsverzeichnis Die Zahlen verweisen auf die Nummerierung der Schritte im Buch „Buchführung Schritt für Schritt“. Vorwort .....................................................................................................................................................................................5 Aufgaben ................................................................................................................................................................................. 9 1. Funktionen, Adressaten und Ziele des Jahresabschlusses ..................................................................... 11 2. Grundlagen und Bestandteile des Jahresabschlusses............................................................................... 12 3. Bilanz.............................................................................................................................................................................. 13 4. Grundlagen der Bilanzierung .............................................................................................................................. 17 5. Grundlagen der Bewertung .................................................................................................................................. 19 6. Latente Steuern.......................................................................................................................................................... 42 7. Gewinn- und Verlustrechnung............................................................................................................................ 43 8. Anhang........................................................................................................................................................................... 47 9. Lagebericht .................................................................................................................................................................. 48 10. Nachhaltigkeitsberichterstattung...................................................................................................................... 49 11. Kapitalflussrechnung............................................................................................................................................... 53 12. Eigenkapitalspiegel .................................................................................................................................................. 55 13. Prüfungs- und Offenlegungspflichten .............................................................................................................. 56 14. Bilanzpolitik ................................................................................................................................................................ 57 15. Jahresabschlussanalyse .......................................................................................................................................... 60 Lösungen .............................................................................................................................................................................. 73 1. Funktionen, Adressaten und Ziele des Jahresabschlusses ...................................................................... 75 2. Grundlagen und Bestandteile des Jahresabschlusses................................................................................ 78 3. Bilanz ............................................................................................................................................................................... 79 4. Grundlagen der Bilanzierung ............................................................................................................................... 86 5. Grundlagen der Bewertung ................................................................................................................................... 89 6. Latente Steuern.........................................................................................................................................................119 7. Gewinn- und Verlustrechnung ...........................................................................................................................121 8. Anhang..........................................................................................................................................................................128 9. Lagebericht .................................................................................................................................................................129 10. Nachhaltigkeitsberichterstattung.....................................................................................................................131 11. Kapitalflussrechnung .............................................................................................................................................137 <?page no="8"?> 12. Eigenkapitalspiegel ................................................................................................................................................ 139 13. Prüfungs- und Offenlegungspflichten............................................................................................................ 142 14. Bilanzpolitik............................................................................................................................................................... 144 15. Jahresabschlussanalyse ........................................................................................................................................ 149 8 Inhaltsverzeichnis <?page no="9"?> Aufgaben <?page no="11"?> 1. Funktionen, Adressaten und Ziele des Jahresabschlusses Aufgabe 1.1 Thema Aufgabe des Jahresabschlusses Erklären Sie bitte ausführlich, welche Aufgabe ein Jahresabschluss hat. Aufgabe 1.2 Thema Bestandteile des Jahresabschlusses a) Aus welchen Bestandteilen (Rechnungslegungselementen) setzt sich ein Jahresabschluss zusammen? b) Was umfasst der Konzernabschluss bei kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaften? c) Welches sind die Adressaten des Jahresabschlusses? Aufgaben 11 <?page no="12"?> 12 Aufgaben 2. 2. GGrruund ndlag lagen u en und nd Bes Besttan anddttei eile d le deess JJah ahrres esaabs bscchhlu lusssses es Au Aufg fgab abe 2 e 2..11 Th Them emaa VVors orsiicchhttspri sprinnzziipp WWoodu durrch ch uunntteerrssch cheeiiddeenn ssiich ch da dass IImmppaarriittäättss-uunnd da d dass Re Reaalliissaattiion onsspprriinnzziipp? ? Au Aufg fgab abe 2 e 2..22 Th Them emaa BBew ewert ertuunngg BBiitt ttee nnen ennnen en uunndd er erkl klär ären en SSiiee ddiiee BBew ewer erttuunngs gsgr gruunnddssäättzze, e, ddiiee nnac achh ddem em HHan anddel elssrreecchht g t gel eltten en.. <?page no="13"?> 3. Bilanz Aufgabe 3.1 Thema Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände Es liegen Ihnen die folgenden Informationen bzgl. einer Kapitalgesellschaft vor: a) Die aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände betragen 1.800 T€. Auf der Passivseite verzeichnet die Gesellschaft Gewinnrücklagen in Höhe von 220 T€, einen Gewinnvortrag über 180 T€ und passive latente Steuern in Höhe von 540 T€. Der Jahresüberschuss beträgt 500 T€. Der Steuersatz des Unternehmens beträgt 30 %. b) Alle Zahlen können aus a) übernommen werden bis auf den Gewinnvortrag, der nun 1.180 T€ beträgt. Ist in den Fällen a) und b) eine Gewinnausschüttung möglich? Wenn ja, welcher maximale Betrag darf ausgeschüttet werden? Aufgabe 3.2 Thema Gewinnverwendung Die Diamant GmbH weist unter dem Eigenkapital in ihrer Bilanz folgende Posten aus: - Stammkapital = 350.000 € - Gewinnrücklagen = 120.000 € - Gewinnvortrag = 14.000 € - Jahresüberschuss = 86.000 € Vom Jahresüberschuss sollen 50.000 € ausgeschüttet, 25.000 € den Gewinnrücklagen zugeführt und 11.000 € auf neue Rechnung vorgetragen werden. a) Stellen Sie den Eigenkapitalausweis in der Bilanz vor Gewinnverwendung dar. b) Stellen Sie den Eigenkapitalausweis in der Bilanz nach Gewinnverwendung dar, wenn die Gewinnausschüttung den Gesellschaftern noch nicht zugeflossen ist. Aufgabe 3.3 Thema Rücklagen Wodurch unterscheiden sich die Kapitalrücklage und die Gewinnrücklagen? Aufgabe 3.4 Thema Gewinnverwendung Die Walter AG weist in ihrem Jahresabschluss zum 31.12.02 auszugsweise folgende Zahlen aus: Grundkapital 19.500.000 € Kapitalrücklage 1.040.000 € gesetzliche Rücklage 195.000 € Aufgaben 13 <?page no="14"?> 14 Aufgaben andere Gewinnrücklagen 295.100 € Gewinnvortrag 169.000 € Jahresüberschuss 3.900.000 € Nennwert pro Aktie 6 € Der Vorstand und der Aufsichtsrat stellen den Jahresabschluss fest. Im Hinblick auf anstehende Investitionen nutzt der Vorstand seine gesetzlichen Möglichkeiten zur offenen Selbstfinanzierung in vollem Umfang aus. a) Die Hauptversammlung beschließt die vollständige Ausschüttung des Bilanzgewinns. Berechnen Sie die maximale Stückdividende und die gesamte Dividendenzahlung. b) Weisen Sie die Eigenkapitalposten nach vollständiger Gewinnverwendung und Dividendenausschüttung aus. Berechnen Sie die Höhe der offenen Selbstfinanzierung aus dem Jahresüberschuss 02. Aufgabe 3.5 Thema Gesetzliche Rücklagen und Gewinnvortrag Die XYZ AG hat im Geschäftsjahr 02 einen Jahresüberschuss in Höhe von 12,00 Mio. € erwirtschaftet. Aus dem Vorjahr besteht ein Verlustvortrag in Höhe von 2,00 Mio. €. Die gesetzliche Rücklage aus dem Vorjahr beträgt 2,50 Mio. €. Die Kapitalrücklage weist einen Wert in Höhe von 3,00 Mio. € aus dem Vorjahr aus. Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der XYZ AG beträgt 100,00 Mio. €. a) Welchen Betrag aus dem Jahresüberschuss muss die XYZ AG in die gesetzliche Rücklage einstellen? b) Wie hoch ist der Betrag, der in die Gewinnrücklagen eingestellt wird, wenn maximal die Hälfte des Jahresüberschusses eingestellt (thesauriert) wird? c) Die Hauptversammlung beschließt, 3,00 Mio. € auszuschütten. Wie hoch ist der Gewinnvortrag, der ins nächste Jahr mitgenommen wird? Aufgabe 3.6 Thema Kapitalerhöhung und Gewinnverwendung Die IMTB AG hat am 20.08.03 eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 10: 1 durchgeführt (die Erhöhung war zum 31.12.03 schon im Handelsregister eingetragen). Die jungen (neuen) Aktien mit einem Nennwert von 5 € wurden zu einem Kurs von 7,40 € ausgegeben. Die IMTB AG wies ihr Eigenkapital zum 31.12.02 (nach teilweiser Gewinnverwendung) wie folgt aus: I. Gezeichnetes Kapital (Nennwert 5 € je Aktie) 50.000.000 € II. Kapitalrücklage 1.600.000 € III. Gewinnrücklagen 1. gesetzliche Rücklage 1.200.000 € 2. andere Gewinnrücklagen 29.200.000 € IV. Bilanzgewinn 8.000.000 € davon Gewinnvortrag 600.000 € <?page no="15"?> Aufgaben 15 Die Hauptversammlung in Karlsruhe hatte am 31.03.02 beschlossen, den Bilanzgewinn 02 in Höhe von 0,70 € je Aktie als Bardividende (inklusive Kapitalertragsteuer) auszuschütten und den Restbetrag in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Dieser Beschluss entsprach dem Gewinnverwendungsvorschlag für die Hauptversammlung 03, den der Vorstand und der Aufsichtsrat vorgelegt hatten. Die Dividenden wurden zum 31.12.03 vollständig ausbezahlt. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 03 beträgt vor Körperschaftssteuer 16.000.000 €. Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15 %. Der Solidaritätszuschlag ist dabei nicht zu berücksichtigen. Hiervon sollen vorab 2.000.000 € in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt werden. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen, wie im Vorjahr die Ausschüttung einer Bardividende von 0,70 € je Aktie zu beschließen. Der verbleibende Betrag soll in die anderen Rücklagen eingestellt werden. Aufgabe 3.7 Thema Rückstellungen a) Was versteht man unter dem Begriff „Rückstellungen“? b) Worin unterscheiden sich Rückstellungen von Sonstigen Verbindlichkeiten? c) Wozu führt eine zu hohe Schätzung einer Rückstellung bei Zahlung? Aufgabe 3.8 Thema Rückstellung für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung Im Dezember des Geschäftsjahres 01 wird bei der Bio-AG durch einen Rohrbruch die Kühlkammer beschädigt. Der bei einem Elektro-Unternehmen eingeholte Kostenvoranschlag für die Beseitigung des Schadens beträgt 17.000 €. Was hat die Bio-AG bei der Bilanzaufstellung zu beachten, wenn der Schaden: a) im März 02 bzw. b) im Mai 02 des neuen Geschäftsjahres repariert werden kann? Aufgabe 3.9 Thema Garantierückstellung Die WINB GmbH lieferte im Dezember 01 Waren im Nettowert von 30.000 € an die Karl Maier OHG. Aufgrund von Beschädigungen an den Waren wurde der Karl Maier OHG am 20.01.02 ein Nachlass von 20 % auf den Nettoumsatz (30.000 €) gewährt. Die Mängelrüge erfolgte bereits im Dezember 01. Vom Restumsatz der WINB GmbH in Höhe von 45.430.000 € soll zum Bilanzstichtag am 31.12.01 eine Pauschalrückstellung für Gewährleistungen gebildet werden. In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich 0,5 % des Umsatzes für Reklamationen bzgl. Schäden aufgewendet. Dieser Wert entspricht auch dem Branchendurchschnitt. In welcher Höhe sind Rückstellungen zu bilden? Geben Sie den Buchungssatz für die Pauschalrückstellung für Gewährleistung an. <?page no="16"?> 16 Aufgaben Aufgabe 3.10 Thema Rückstellung für unterlassene Instandhaltung Die Logistik AG besitzt eine große Anzahl von Lkws. Aufgrund fehlender Ersatzteile konnten die Reparaturen der beschädigten Lkws erst im nächsten Geschäftsjahr ausgeführt werden. Es handelt sich um folgende Fälle: Schadenstag Reparatur Kosten Lkw A 15.12.01 März 02 12.500 € Lkw B 17.12.01 April 02 20.000 € Lkw C 19.12.01 Januar 02 6.900 € Lkw D 04.01.02 Februar 02 13.400 € Lkw E 05.01.02 März 02 6.700 € In welchen Fällen müssen Sie eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltung bilden? Nennen Sie die Voraussetzungen und geben Sie den Buchungssatz zum 31.12.01 an. Aufgabe 3.11 Thema Bilanzansatz Ordnen Sie die folgenden Buchstaben den untenstehenden Sachverhalten für die Großhandels GmbH zu: a) Aktive Rechnungsabgrenzung b) Passive Rechnungsabgrenzung c) Sonstige Forderung d) Sonstige Verbindlichkeit Buchstabe Schuhhändler Frosch zahlt der Großhandels GmbH die Ladenpacht für Januar 02 bereits im Dezember 01. Der Mieter Meier hat vergessen, die Miete für Dezember 01 an die Großhandels GmbH zu bezahlen. Die Großhandels GmbH erhält die Überlassungsvergütung von Paletten für das Geschäftsjahr 02 bereits im Dezember 01. Die Großhandels GmbH bezahlt die Krankenkassenbeiträge für Dezember 01 Anfang Januar 02. Die Großhandels GmbH zahlt am 1. September 01 die Haftpflichtversicherung für ihre LKWs für ein Jahr im Voraus. <?page no="17"?> 4. Grundlagen der Bilanzierung Aufgabe 4.1 Thema Bilanzierungsfähigkeit a) Nennen Sie fünf Beispiele für Aktivierungsgebote. b) Nennen Sie zwei Beispiele für Aktivierungswahlrechte. c) Nennen Sie fünf Beispiele für Aktivierungsverbote. d) Nennen Sie fünf Beispiele für Passivierungsgebote. e) Nennen Sie ein Beispiel für ein Passivierungswahlrecht. f) Nennen Sie zwei Beispiele für Passivierungsverbote. Aufgabe 4.2 Thema Bilanzierung a) Welche Gewinne unterliegen gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre? b) Was könnte der Grund für die Ausschüttungssperre sein? c) Nennen Sie die Aktivierungswahlrechte nach dem HGB. Aufgabe 4.3 Multiple Choice Bilanzierung richtig falsch In der Handelsbilanz werden auf der Aktivseite nur die zum Stichtag zu bilanzierenden Vermögensgegenstände ausgewiesen. Für die Handelsbilanz einer Personengesellschaft besteht ein Wahlrecht zur Passivierung von Garantierückstellungen. Nach dem Handelsrecht besteht für die Bilanzierung eines Disagios ein Aktivierungswahlrecht. In der Bilanz sind die Verbindlichkeiten zu ihrem Erfüllungsbetrag auszuweisen. Durch den Abschluss eines Bürgschaftsvertrags entsteht eine Verbindlichkeit, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen wird. Die Entwicklungskosten eines selbst erstellten Patents dürfen aktiviert werden. Die Kosten für einen Betriebskindergarten können als Bilanzierungshilfe aktiviert werden. Aufgrund des Maßgeblichkeitsgrundsatzes muss eine Drohverlustrückstellung in der Handelsbilanz auch in der Steuerbilanz passiviert werden. Aufgaben 17 <?page no="18"?> 18 Aufgaben Jahresabschluss richtig falsch Die Lach AG weist im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 01 einen „Bilanzgewinn“ von 2 Mio. € aus. Somit ergibt sich für die Lach AG ein positives Ausschüttungspotenzial. Die Lach AG weist im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 01 einen „Bilanzgewinn“ von 2 Mio. € aus. Somit beläuft sich das handelsrechtliche Ergebnis der Lach AG immer auf insgesamt 2 Mio. €. Die Bildung von Gewinnrücklagen verkleinert das Eigenkapital. Durch die Bildung einer stillen Rücklage entsteht der Bilanzposten Gewinnvortrag. Zu einem geringeren Gewinn gelangt man durch die Wahrnehmung von Aktivierungswahlrechten. Im Jahr der Anschaffung gelangt man zu einem geringeren Gewinn, wenn man eine kurze planmäßige Nutzungsdauer bei abnutzbaren Vermögensgegenständen festlegt. <?page no="19"?> 5. Grundlagen der Bewertung Aufgabe 5.1 Thema Wertaufhellung Im Logistikzentrum hat sich am 30.12.01 ein Brand ereignet. Der Bilanzierende erfährt davon am 04.01.02. Hat der Bilanzierende den Sachverhalt im Jahresabschluss 01 zu berücksichtigen? Aufgabe 5.2 Thema Anschaffungskosten eines Grundstücks - Im Geschäftsjahr 01 kaufte die Alpha-GmbH ein Betriebsgrundstück für 400.000 €. - Hierfür mussten 5 % Grunderwerbsteuer an das Finanzamt bezahlt werden. - Für ein Bodenbeschaffenheitsgutachten wurden 4.000 € zuzüglich 19 % USt bezahlt. - Die Vermessung des Grundstücks kostete 15.000 € zuzüglich 19 % USt. - Der Makler stellte eine Rechnung über 23.800 € inkl. 19 % USt, der Notar verlangte für seine Leistungen 5.950 € inkl. 19 % USt. - Für die Eintragung ins Grundbuch wurden 1.200 € in Rechnung gestellt. - Ferner wurden für den Anschluss an den Abwasserkanal 18.000 € zuzüglich 19 % USt in Rechnung gestellt. - Des Weiteren mussten Abwassergebühren in Höhe von 550 € und die Grundsteuer über 1.600 € , jeweils ohne Umsatzsteuer, für das Geschäftsjahr 01 bezahlt werden. - Alle Rechnungen wurden per Bank bezahlt. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten für das Grundstück. Aufgabe 5.3 Thema Anschaffungskosten für Grundstück und Gebäude Ein Einzelunternehmer kaufte eine ältere, renovierungsbedürftige Fabrikhalle mit Grundstück für 150.000 €. Der Wert des Grundstücks beträgt 50.000 €. Die Grunderwerbsteuer beträgt 5 %, die Finanzierungskosten belaufen sich auf 3.000 €. An den Notar wurden 2.142 € inkl. 19 % MwSt. bezahlt. Das Grundbuchamt berechnete Grundbuchgebühren in Höhe von 900 €. Für die Heizung wurden 6.000 € zzgl. 19 % MwSt. bezahlt. Im Baumarkt kaufte der Einzelunternehmer Baumaterialien für 15.000 € zzgl. MwSt. Für die Renovierung benötigte der Einzelunternehmer 200 Stunden, für die er sich selbst 30 € pro Stunde anrechnet. Die Gemeinde berechnet nachträgliche Erschließungsbeiträge in Höhe von 8.000 €. Die Anschlusskosten an die neue Gas-, Wasser- und Stromversorgung betragen 4.000 €. An den Makler musste er 5.355 € inkl. 19 % MwSt. bezahlen. Ermitteln Sie die Anschaffungskosten für das Gebäude und das Grundstück. Aufgabe 5.4 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die Innovation AG kauft einen Versuchsstand für 595.000 € inkl. 19 % USt. Das Unternehmen erhält einen Messerabatt in Höhe von 10 % und bezahlt die Rechnung unter Abzug von 2 %. Skonto. Aufgaben 19 <?page no="20"?> 20 Aufgaben Das Fundament für den Versuchsstand kostet 25.000 € ohne USt. Die Transportkosten beliefen sich auf 3.570 € inkl. 19 % USt. Für die Montage fielen Einzelkosten in Höhe von 6.000 € an. Für die Transportversicherung wurden 400 € überwiesen. Das Unternehmen erhält einen Investitionszuschuss in Höhe von 50.000 €. Für den Versuchsstand wurde nach der Inbetriebnahme eine Maschinenbruchversicherung für 2.500 € Jahresbeitrag abgeschlossen. Die Energiekosten für den Versuchstand betrugen 1.460 € inkl. 19 % USt. Für die Finanzierung des Versuchstandes wurden Zinsen in Höhe von 30.000 € an die Hausbank bezahlt. Wie hoch sind die Anschaffungskosten für den Versuchsstand? Nennen Sie mindestens vier Aktivierungsverbote und vier Aktivierungsgebote in Bezug auf Anschaffungsnebenkosten und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Immobilie stehen. Aufgabe 5.5 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten und der Abschreibung Die TEEM GmbH schloss am 10.05.01 einen Kaufvertrag über den Erwerb einer neuen Sondermaschine zu folgenden Konditionen ab: - Kaufpreis 476.000 € inkl. 19 % USt. - Es wurde ein Messerabatt in Höhe von 5 % gewährt. - Lieferung am 04.06.01 - Die Aufstellung und Montage erfolgte durch die Mitarbeiter des Maschinenbauunternehmens. Die Montagekosten beliefen sich auf 12.600 € zzgl. 19 % USt. - Bezahlung nach 30 Tagen ohne Abzüge oder innerhalb von 10 Tagen unter Abzug von 2 % Skonto. Die Montage der Sondermaschine wurde am 15.06.01 abgeschlossen, woraufhin die Rechnung für die Sondermaschine gestellt wurde. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der Sondermaschine beträgt zehn Jahre. Die Bezahlung der Sondermaschine erfolgte unter Abzug von 2 % Skonto am 23.06.01. a) Ermitteln Sie die Anschaffungskosten der Sondermaschine. b) Berechnen Sie für das Jahr 01 zum einen die lineare zum anderen und die geometrisch-degressive Abschreibung mit einem Abschreibungssatz von 30 %. Geben Sie die Bilanzansätze nach der linearen und der geometrisch-degressiven Abschreibung an. Die entsprechenden Buchungssätze für das Jahr 01 geben Sie ebenfalls an. Aufgabe 5.6 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Die Power AG erstellt ihren Jahresabschluss zum 31.12. 02. Da im Rechnungswesen aufgrund einer Fehlentscheidung des Vorstands zahlreiche Stellen abgebaut wurden, wird Ihre Meinung als Vorstandsassistent(in) eingeholt. Im Dezember 02 wurde eine Laserschweißanlage zur Produktion des FUN-Flugzeugs „Topflop 03“ von der Firma Feierabend & Co. für 476.000 € (inkl. 19 % MwSt.) gekauft. Dabei sind folgende Aufwendungen angefallen: - Transport und Versicherung: 14.500 € (ohne MwSt.), <?page no="21"?> Aufgaben 21 - Für die Anschaffung der Laserschweißanlage wurde ein Kredit aufgenommen. Dabei ist ein Disagio in Höhe von 8.000 € angefallen. - Die Vorstandsmitglieder sind im September 02 in die USA geflogen, um sich über die Einsatzmöglichkeiten der Laserschweißanlage zu informieren. Auf dieser Dienstreise fassten sie den Entschluss zum Kauf der Laserschweißanlage. Für diese Reise fielen Aufwendungen für Shows, Übernachtungen und Spesen in Höhe von 20.000 € an. - Für die Montage der Laserschweißanlage arbeitete der betriebseigene Maurermeister Jack Kelle 15 Stunden an dem Betonsockel. Herr Kelle verdient 40 € pro Stunde. Für Sand, Zement, Stahlmatten etc. sind insgesamt 1.400 € (ohne MwSt.) an Materialeinzelkosten angefallen. - Die Chefsekretärin Anna Hübsch hat wichtige Telefonate vermittelt und musste aufgrund der Aufregung dringend mit Baldrian und Beruhigungstee versorgt werden. Dafür waren 23,80 € (inkl. MwSt.) zu begleichen. - Herr Putzfimmel ist für die Reinigung sämtlicher Gebäude zuständig und hat eine Woche damit verbracht, die Produktionshalle montagefertig zu säubern. Er verdient 20 € pro Stunde. Darüber hinaus ist Herr Putzfimmel der stellvertretende Fahrer des Vorstands und hat den Vertriebsmanager der Firma Feierabend & Co. zum Flughafen gefahren. Dafür benötigte er eine Stunde. - Die Firma Feierabend & Co. gewährt 3 % Skonto, wenn die Rechnung innerhalb von zehn Tagen beglichen wird. Während Ihres Studiums an der Hochschule Karlsruhe haben Sie gelernt, dass die Lieferantenkredite sehr teuer sind. Daher wird die Rechnung unter Abzug von 3 % Skonto bezahlt. Wie hoch sind die Anschaffungskosten für die Laserschweißanlage? Begründen Sie bitte die Ermittlung der Anschaffungskosten. Aufgabe 5.7 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten und Abschreibungen Ein Unternehmen kauft im September 01 ein Kundendienstfahrzeug. Auf den Listenpreis von 49.000 € ohne Umsatzsteuer wird ein Sonderrabatt von 18 Prozent gewährt. Die Zahlung erfolgt unter Abzug von 2 % Skonto. Die Überführungskosten betragen einschließlich 19 % Umsatzsteuer 1.071 €, die Zulassungskosten 127,20 €, die Kfz-Steuer und die Haftpflichtversicherung für das laufende Jahr insgesamt 2.365 €. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Kundendienstfahrzeugs beträgt sechs Jahre. Das Geschäftsjahr und das Kalenderjahr sind identisch. Das Unternehmen möchte einen möglichst geringen Gewinn ausweisen. Der Abschreibungsprozentsatz der geometrisch-degressiven Abschreibung beträgt 30 %. a) Ermitteln Sie die Anschaffungskosten des Kundendienstfahrzeuges. b) Ermitteln Sie den Abschreibungsbetrag für das Jahr 01, wenn der Gewinn möglichst niedrig ausfallen soll. Aufgabe 5.8 Thema Ansatz und Bewertung von Herstellungskosten Für die Herstellung einer Bohrmaschine sind bei der Hard Tools GmbH folgende Kosten angefallen: <?page no="22"?> 22 Aufgaben - Materialeinzelkosten in Höhe von 30.000 € mit einem Materialgemeinkostenzuschlagssatz von 10 %, die Fertigungseinzelkosten beliefen sich auf 40.000 €, wobei der Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz 200 % beträgt, - Sondereinzelkosten der Fertigung sind in Höhe von 3.000 € entstanden, ein Betrag in Höhe von 12.000 € ergab sich für die Verwaltungsgemeinkosten, für die Vertriebskosten wurde ein Betrag in Höhe von 7.000 € verrechnet, in den Fertigungsgemeinkosten sind Fremdkapitalzinsen in Höhe von 3.000 € enthalten, die im Rahmen eines Kredites mit der Hausbank der Herstellung der Bohrmaschine sachlich und zeitlich zurechenbar sind, die sozialen Aufwendungen des Herstellungszeitraumes betragen insgesamt 24.000 €, wobei 75 % für die Aufwendungen der betrieblichen Altersversorgung und 25 % für Aufwendungen von freiwilligen sozialen Leistungen entfallen. a) Ermitteln Sie die Unter- und Obergrenze der Herstellungskosten. b) Würden sich die Herstellungskosten verändern, wenn in den Fertigungsgemeinkosten kalkulatorische Eigenkapitalzinsen in Höhe von 1.500 € enthalten wären? Aufgabe 5.9 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Die Maschinenbau GmbH stellt mit eigenem Personal eine Prüfmaschine für die Qualitätssicherung der eigenen Produkte her. Laut Materialentnahmescheinen und Lohnzetteln sind dabei 90.000 € Materialeinzelkosten, 50.000 € Fertigungseinzelkosten und 15.000 € Sondereinzelkosten der Fertigung angefallen. Weiterhin sind folgende Gemeinkosten für die Herstellung der Prüfmaschine angefallen: - Materialgemeinkostenzuschlagssatz: 10 % - Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz: 150 % - Werteverzehr der Produktionsanlagen: 12.000 € - Vertriebskosten: 20.000 € - Kosten der allgemeinen Verwaltung: 15.000 € - Ausgaben für freiwillige soziale Leistungen: 4.000 € - Forschungskosten: 25.000 € - Kalk. Unternehmerlohn: 40.000 € Ermitteln Sie zunächst die Wertuntergrenze und anschließend die Wertobergrenze der Herstellungskosten der selbst genutzten Prüfmaschine nach HGB. Aufgabe 5.10 Thema Ansatz und Bewertung der Herstellungskosten Das Bauunternehmen Fixbau will auf einem bisher unbenutzten Baugrundstück Reihenhäuser bauen. Der Baubeginn der Reihenhäuser war am 01.05.01. Bis zum 31.12.01 sind folgende Aufwendungen angefallen: <?page no="23"?> Aufgaben 23 Am 15.12.01 hat der Architekt seine Rechnung in Höhe von 95.200 € (inkl. 19 % USt) für alle erbrachten Leistungen an Fixbau gestellt. Für die Baugenehmigung der Reihenhäuser musste Fixbau 22.000 € bezahlen. Fixbau hat eigenes Personal für die Bauarbeiten eingesetzt. Die direkt zurechenbaren Personalkosten sind in Höhe von 295.000 € angefallen. Der Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz beträgt 80 %. An Materialeinzelkosten fielen bisher 547.400 € (inkl. 19 % USt.) an. Der Materialgemeinkostenzuschlagssatz beträgt 10 %. a) Wie ist der Sachverhalt zum 31.12.01 zu bilanzieren? b) Die Baumaßnahme ist am 31.03.02 abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind noch weitere Kosten angefallen: Es sind Materialeinzelkosten in Höhe von 600.000 € (ohne USt), direkt zurechenbare Personalkosten in Höhe von 120.000 € und Kosten für den Kranfahrer (Sondereinzelkosten der Fertigung) in Höhe von 3.800 € angefallen. Ermitteln Sie die für die Reihenhäuser zu aktivierenden Herstellungskosten zum 31.03.02. Aufgabe 5.11 Thema Herstellungskosten Wie hoch sind die Mindest- und Höchstherstellungskosten in der Handelsbilanz nach HGB? Es liegen folgende Angaben über eine selbsterstellte Maschine vor: - Materialeinzelkosten 20.000 € - Mehrwertsteuer (Vorsteuer) auf die Materialeinzelkosten 2.380 € - Materialgemeinkosten 3.000 € - Fertigungslöhne 7.000 € - Fertigungsgemeinkosten 20.000 € - Lizenzgebühr 200 € freiwillige Sozialkosten der Fertigung 400 € - Fremdkapitalzinsen für die Vorfinanzierung 500 € - Kosten des Fundaments 2.000 € - Sondereinzelkosten der Fertigung 1.800 € - Leerkosten 300 € kalkulatorischer Unternehmerlohn 1.200 € - Marktforschung 450 € - Verwaltungsgemeinkosten 2.500 € - Vertriebsgemeinkosten 1.600 € Aufgabe 5.12 Thema Herstellungskosten Die IMTB AG verkauft Flachbildschirme. Im Geschäftsjahr 01 wurden insgesamt 30.000 Flachbildschirme hergestellt, jedoch nur 27.000 verkauft. Die Materialeinzelkosten belaufen sich auf 40 € pro Stück, die Materialgemeinkosten betragen 15 %. Ferner fallen Fertigungseinzelkosten in Höhe von 60 € pro Flachbildschirm an. Die Fertigungsgemeinkosten betragen 150 %. Die allgemeinen Verwaltungsgemeinkosten belaufen sich auf 25 % der Material- und Fertigungskosten. Die Son- <?page no="24"?> 24 Aufgaben dereinzelkosten der Fertigung betragen 4,00 € pro Stück. Die Vertriebskosten betragen pro Flachbildschirm 20 €. a) Ermitteln Sie die Wertuntergrenze der Herstellungskosten gemäß HGB pro Stück. Wie hoch ist der Lagerwert? b) Ermitteln Sie die Wertobergrenze der Herstellungskosten gemäß HGB pro Stück. Wie hoch ist der Lagerwert? c) Welchen Wertansatz würden Sie wählen, wenn Sie einen möglichst hohen Gewinn ausweisen möchten? Aufgabe 5.13 Thema Bewertung Die Alb GmbH ist ein erfolgreiches Maschinenbauunternehmen. Im Geschäftsjahr 02 konnte nach dem Verlustjahr 01 ein befriedigender vorläufiger Jahresüberschuss erzielt werden. Das Unternehmen möchte einen möglichst hohen Jahresüberschuss ausweisen. Es müssen noch folgende Geschäftsvorfälle berücksichtigt werden: - Am 01.11.02 kaufte die GmbH eine Produktionshalle zum Preis von 450.000 €, die sofort genutzt wird. Das Grundstück hat eine Größe von 600 m 2 . Der Verkehrswert des Grund und Bodens beläuft sich zum Zeitpunkt des Kaufs auf 75 € je m 2 . Gleichzeitig wurde an den Grundstücksmakler eine Provision in Höhe von 16.065 € einschließlich 19 % Umsatzsteuer überwiesen. Die Notar- und Grundbuchgebühren für den Kaufvertrag und die Eigentumsübertragung in Höhe von insgesamt 5.900 € netto wurden im Dezember 02 überwiesen. 22.500 € Grunderwerbsteuer wurden am 28.12.02 bezahlt. Für die Aufnahme eines Darlehens am 30.11.02 in Höhe von 132.000 €, mit einem Zinssatz von 5 %, wurde eine Grundschuld eingetragen. Die dafür berechneten Gebühren für die Grundschuld betrugen netto 1.500 €. Die Zinszahlung erfolgt jeweils zum 30.11. eines Jahres nachschüssig. Auf das Jahr 02 entfällt ein Grundsteueranteil von 350 €. Der Abschreibungssatz beträgt 2,00 %. - Die Produktion und Montage stellte im Geschäftsjahr 02 eine Sondermaschine her, die im eigenen Betrieb ab dem 01.10.02 eingesetzt wird. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wird auf 11 Jahre geschätzt. Der Materialaufwand betrug 27.000 €. Fertigungslöhne entstanden in Höhe von 18.000 €. Aus der Kosten- und Leistungsrechnung liegen für das abgelaufene Geschäftsjahr 02 folgende Informationen vor: Material Fertigung Verwaltung Vertrieb Summe der Gemeinkosten 750.000 € 4.000.000 € 700.000 € 630.000 € Fertigungsmaterial insgesamt: 6.000.000 € Fertigungslöhne insgesamt: 3.250.000 € a) Berechnen Sie die Anschaffungskosten des bebauten Grundstücks und die gesamten Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem angeschafften Grundstück das Jahresergebnis zum 31.12.02 das Jahresergebnis beeinflussen. b) Berechnen Sie die Herstellungskosten für die Maschine. Hierzu ermitteln Sie zunächst die Material-, die Fertigungs- und die Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssätze. Berücksichtigen Sie dabei die Zielsetzung, dass ein möglichst hohes Jahresergebnis erzielt werden soll. <?page no="25"?> Aufgaben 25 c) Wählen Sie eine, im Sinne des Bewertungsziels, zweckmäßige Abschreibung der Maschine für das Geschäftsjahr 02. Begründen Sie Ihre Wahl und berechnen Sie die Abschreibung für das Geschäftsjahr 02. d) Angenommen, es müssten im Geschäftsjahr 02 Bestandsminderungen von Fertigerzeugnissen in Höhe von 160.000 € berücksichtigt werden. Legen Sie dar, wie sich diese auf den Jahresüberschuss 02 auswirken würden. Aufgabe 5.14 Thema Nachträgliche Herstellungskosten Im Rahmen neuer gesetzlicher Auflagen muss eine Raffinerie ihre Anlagen mit neuen Steuerungen, die sie selber entwickelt und herstellt, ausstatten. Insgesamt betrifft die Regelung acht Anlagen in der Raffinerie. Von diesen acht Anlagen waren drei defekt und seit einem Jahr nicht mehr in Betrieb. Durch den Einbau dieser neuen Steuerungen kann die Raffinerie diese drei Anlagen wieder für ihren Produktionsprozess einsetzen. Die übrigen fünf Anlagen erfüllten bis heute die gesetzlichen Auflagen, aber im nächsten Jahr erfüllen sie die gesetzlichen Umweltvorschriften nicht mehr und müssten stillgelegt werden. Für die Steuerungen sind insgesamt 800.000 € an Kosten angefallen. Den Einbau der Steuerungen führt die Raffinerie in Eigenarbeit durch, da es sich um selbst hergestellte Anlagen handelt. Sie werden als Leiter(-in) des Rechnungswesens von Ihrem Sachbearbeiter hinsichtlich der Behandlung im Jahresabschluss angesprochen und er stellt Ihnen folgende Frage: Handelt es sich um Erhaltungsaufwand oder um nachträgliche Herstellungskosten? Beantworten Sie diese Fragestellung bitte ausführlich. Aufgabe 5.15 Thema Festwert Die Firma Plastik & Co. GmbH setzt zur Bewertung ihrer Heizölbestände das Festwertverfahren ein. In den Jahresabschlüssen 01 bis 03 wurde das Heizöl mit einem Wert von jeweils 37.500 € bilanziert. Am 31.12.04 wurde nach drei Jahren wieder eine Inventur durchgeführt. Hierbei ergaben sich folgende Inventurwerte: a) 34.500 € b) 40.000 € c) 54.000 € Mit welchem Wert ist das Heizöl im Jahresabschluss zum 31.12.04 anzusetzen? Aufgabe 5.16 Thema Festwert Die IMTB GmbH gibt Ihnen als Praktikant(in) die Aufgabe die Festwertansätze zu überprüfen. Es wurden die folgenden Bilanzansätze für die Festwerte ermittelt: a) Hilfsstoffe: Festwert vom Jahr 01 bis 03: 43.212 € Wert laut Inventur zum 31.12.04: 45.700 € <?page no="26"?> 26 Aufgaben Jahr 03 Jahr 04 Jahr 05 Zugänge 3.400 € 3.150 € geplant 6.000 € b) Vorrichtungen für Maschinen: Festwert vom Jahr 01 bis 03: 115.200 € Wert laut Inventur zum 31.12.04: 129.700 € Jahr 03 Jahr 04 Jahr 05 Zugänge 9.400 € 8.900 € geplant 9.200 € c) Werkzeuge: Festwert vom Jahr 01 bis 03: 150.888 € Wert laut Inventur zum 31.12.04: 142.650 € Jahr 03 Jahr 04 Jahr 05 Zugänge 20.300 € 21.600 € geplant 22.200 € Sämtliche der oben genannten Zugänge wurden bisher in der Finanzbuchhaltung als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Wie sind die bisherigen Festwerte zum 31.12.04 zu behandeln? Aufgabe 5.17 Thema Gruppenbewertung Führen Sie für den folgenden Warenbestand zum 31.12.01 eine Gruppenbewertung, sowohl nach der einfachen gewogenen als auch nach der gleitenden gewogenen Durchschnittsmethode, durch. Datum Anfangsbestand + Zugä nge Abgä nge Preis Anfangsbestand 01.01. 150 kg à 60 €/ kg Zugang 20.01. 250 kg à 64 €/ kg Abgang 13.02. 100 kg Zugang 15.05. 200 kg à 57 €/ kg Abgang 24.08. 400 kg Zugang 12.10. 150 kg à 66 €/ kg Abgang 02.12. 50 kg Bestand lt. Inventur = 200 kg 750 kg 550 kg <?page no="27"?> Aufgaben 27 Aufgabe 5.18 Thema Bewertung von Vorräten Ein Landmaschinenhersteller stellt Elektrorasenmäher her. Zum Bilanzstichtag befanden sich 3.000 Elektromotoren in seinem Lager. Während des Geschäftsjahres 01 wurden die Elektromotoren zu folgenden Konditionen eingekauft: Anfangsbestand zum 01.01.01 2.000 St. zu je 48 €/ St. Zugang 13.03.01 4.000 St. zu je 52 €/ St. Zugang 24.06.01 2.000 St. zu je 55 €/ St. Zugang 22.09.01 1.500 St. zu je 52 €/ St. Zugang 10.12.01 1.500 St. zu je 58 €/ St. a) Ermitteln Sie den gewogenen Durchschnittspreis. b) Ermitteln Sie den zulässigen Bilanzansatz für den Schlussbestand von 3.000 Stück, wenn der Tageswert am 31.12.01 den durchschnittlichen Anschaffungskosten entspricht. c) Ermitteln Sie den zulässigen Bilanzansatz für den Schlussbestand von 3.000 Stück, wenn der Tageswert am 31.12.01 62,50 € pro Stück beträgt. d) Ermitteln Sie den zulässigen Bilanzansatz für den Schlussbestand von 3.000 Stück, wenn der Tageswert am 31.12.01 52,00 € pro Stück beträgt. e) Ermitteln Sie den Wertansatz für den Schlussbestand unter Anwendung des Lifo-Verfahrens. f) Ermitteln Sie den Wertansatz für den Schlussbestand unter Anwendung des Fifo-Verfahrens. Aufgabe 5.19 Thema Bewertung von Vorräten Die Kaugummi AG verfügt über ein Vorratslager für den Geschmacksstoff „Hugo“. Aus der Lagerbuchführung ergeben sich für das Jahr 01 folgende Anfangsbestände, Zugänge und Abgänge: Datum Menge Preis 01.01.01 Anfangsbestand 600 kg 20 €/ kg 07.02.01 Abgang 300 kg 22.02.01 Zugang 300 kg 30 €/ kg 29.04.01 Abgang 400 kg 30.07.01 Zugang 400 kg 22 €/ kg 05.12.01 Abgang 400 kg. Ermitteln Sie den Wert des Endbestands des Geschmackstoffs „Hugo“ zum Abschlussstichtag nach a) der Fifo-Methode und b) der gleitenden (permanenten) Durchschnittsmethode. <?page no="28"?> 28 Aufgaben Aufgabe 5.20 Thema Verbrauchsfolgeverfahren bei Rohstoffen Von einer Rohstofflegierung sind zwischen dem 01.01. und 31.12. des Geschäftsjahres 01 folgende Daten bekannt: Vorgang Datum Menge Wert Preis je ME Anfangsbestand 01.01. 100 kg 1.800 € 18,00 €/ kg Zugang 18.01. 200 kg 4.600 € 23,00 €/ kg Abgang 23.03. 150 kg Zugang 25.06. 50 kg 1.200 € 24,00 €/ kg Zugang 04.11. 200 kg 3.800 € 19,00 €/ kg Endbestand 31.12. 400 kg Ermitteln Sie den handelsrechtlichen Wert des Endbestandes sowie den entsprechenden Rohstoffverbrauch (Rohstoffaufwand) nach der a) einfachen gewogenen Durchschnittsmethode, b) Lifo-Methode und c) Fifo-Methode. d) Welche der oben errechneten Werte des Endbestandes können in der Handelsbzw. Steuerbilanz angesetzt werden, wenn unterstellt wird, dass der Tageswert/ Wiederbeschaffungswert am 31.12. (Bilanzstichtag) 22,50 €/ kg beträgt? Aufgabe 5.21 Thema Verbrauchsfolgeverfahren Ein Handelsunternehmen hat im laufenden Geschäftsjahr Elektromotoren eingekauft. − am 18.01: 200 St. à 56 €/ St. − am 04.04: 400 St. à 52 €/ St. − am 25.08: 300 St. à 60 €/ St. − am 15.11: 150 St. à 58 €/ St. Die Wiederbeschaffungskosten am 31.12. betragen je Elektromotor 56,90 €. Zum Geschäftsjahresende befinden sich noch 300 Elektromotoren im Lager. Ermitteln Sie die infrage kommenden Wertansätze nach a) der gewogenen Durchschnittsmethode, b) der Lifo-Methode und c) der Fifo-Methode. Welches Verfahren sollte das Handelsunternehmen anwenden, wenn es einen möglichst niedrigen Gewinn ausweisen möchte? Aufgabe 5.22 Thema Festwert Nennen Sie die Bedingungen für die Anwendung der Bewertung mit dem Festwert. Aufgabe 5.23 Thema Verlustfreie Bewertung Die Motoren AG hat unfertige Motoren auf Lager; die Herstellungskosten bis zum Bilanzstichtag betragen 6.000 € pro Stück. Nach Fertigstellung können die Motoren zu einem voraussichtlichen Marktpreis von 8.000 € pro Stück verkauft werden. <?page no="29"?> Aufgaben 29 Bis zum Verkauf fallen für einen Motor noch folgende Kosten an: noch anfallende Herstellungskosten 1.500 €/ St. Transportverpackung 50 €/ St. Ausgangsfrachten 150 €/ St. Vertriebskosten 600 €/ St. Verwaltungskosten 100 €/ St. Mit welchem Wert ist ein unfertiger Motor in der Bilanz zum 31.12.01, unter den unfertigen Erzeugnissen, auszuweisen? Aufgabe 5.24 Thema Verlustfreie Bewertung Bei der IM AG befinden sich am Bilanzstichtag unfertige Erzeugnisse auf Lager, deren bisherige angefallenen Herstellungskosten sich auf 8.000 €/ St. belaufen. Für die fertigen Erzeugnisse, in die die unfertigen Erzeugnisse eingehen, rechnet die IM AG mit einem voraussichtlichen Verkaufspreis von 13.000 €/ St. Bis zur endgültigen Fertigstellung der fertigen Erzeugnisse werden noch zusätzlich Herstellungskosten in Höhe 3.500 €/ St. anfallen. Des Weiteren rechnet man noch mit Kosten für Transportverpackung in Höhe von 100 €/ St., Ausgangsfrachten in Höhe von 400 €/ St. sowie sonstigen Vertriebskosten in Höhe von 500 €/ St. Die noch anfallenden Verwaltungskosten belaufen sich auf 900 €/ St. Den voraussichtlichen zu gewährenden Rabatt schätzt die IM AG auf 400 €/ St. a) Mit welchem Wert sind die unfertigen Erzeugnisse zu bilanzieren? b) Mit welchem Wert wären die unfertigen Erzeugnisse in der Bilanz anzusetzen, wenn die IM AG anstatt des oben genannten Rabatts von 400 € pro Fertigerzeugnis ihren Kunden einen Sonderrabatt von 20 % gewähren würde? c) Mit welchem Wert wären die unfertigen Erzeugnisse zu bewerten, wenn sich der erwartete Verkaufspreis auf 14.800 €/ St. belaufen würde und die IM AG nicht mit Nachlässen rechnen muss? Aufgabe 5.25 Thema Verlustfreie Bewertung In einem Produktionsunternehmen befinden sich 10.000 Stück eines unfertigen Erzeugnisses im Lager. Es liegen Ihnen folgende Informationen vor: − Lagerbestand am 31.12.01: 10.000 St. − bisher angefallene Herstellungskosten: 18 €/ St. − voraussichtlicher Verkaufspreis: 22 €/ St. − Erlösschmälerung: 5 % vom Verkaufspreis − Kosten für Verpackung und Versand: 0,90 €/ St. − noch anfallende Verwaltungskosten: 0,50 €/ St. − noch anfallende Herstellungskosten: 3,50 €/ St. Mit welchem Wert sind die unfertigen Erzeugnisse in der Bilanz anzusetzen? <?page no="30"?> 30 Aufgaben Aufgabe 5.26 Thema Bewertung Anhand der Daten aus der Kostenrechnung stellen Sie fest, dass sich unfertige Maschinen im Lager befinden, bei denen bis zum 31. Dezember 01 folgende Kosten angefallen sind. Ferner entnehmen Sie den vorgelegten Unterlagen, dass im Jahr 02 noch weitere Kosten anfallen werden: Kostenkategorie bis zum 31.12.01 angefallene Kosten im Jahr 02 noch anfallende Kosten bis zur Fertigstellung Materialeinzelkosten 48.000 € 12.575 € Fertigungseinzelkosten 39.000 € 24.000 € Materialgemeinkosten 6.700 € 1.800 € Fertigungsgemeinkosten 44.000 € 27.000 € Wertverzehr des Anlagevermögens 4.500 € 4.500 € Verwaltungsgemeinkosten 13.500 € 9.000 € Verpackungs- und Frachtkosten 0 € 1.750 € Sonstige Vertriebsgemeinkosten 11.250 € 6.750 € Welcher Wertansatz zum Bilanzstichtag am 31.12.01 ist zu wählen, falls, für den Absatz der Fertigfabrikate, im Geschäftsjahr 02 ein vorsichtig geschätzter Verkaufserlös in Höhe von 184.500 € (netto) und Erlösschmälerungen von 5 % (Rabatt) zugrunde gelegt werden? Aufgabe 5.27 Thema Lineare Abschreibung Zu Beginn des Jahres 01 kauft die XY GmbH eine neue Maschine im Wert von 75.000 €. Sie soll voraussichtlich bis Ende des Jahres 06 genutzt werden. Anschließend soll sie mit einem Restverkaufserlös von 15.000 € veräußert werden. Berechnen Sie die lineare Abschreibung pro Jahr. Aufgabe 5.28 Thema Geometrisch-degressive Abschreibung mit Liquidationserlös Die Anschaffungskosten einer Maschine belaufen sich auf 150.000 €, die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre und der Restverkaufserlös am Ende der Nutzungsdauer beträgt 25.000 €. Berechnen Sie die jährlichen Abschreibungen nach der geometrisch-degressiven Methode. Aufgabe 5.29 Thema Leistungsabhängige Abschreibung Ein Unternehmen kauft eine Produktionsanlage für 90.000 € im Januar 01 mit einer Nutzungsdauer von fünf Jahren. Die jährliche Abschreibung soll leistungsabhängig erfolgen. <?page no="31"?> Aufgaben 31 Nutzung der Anlage in Stunden pro Jahr Jahr 01 1.200 h/ Jahr Jahr 02 2.400 h/ Jahr Jahr 03 7.200 h/ Jahr Jahr 04 5.600 h/ Jahr Jahr 05 3.600 h/ Jahr Summe 20.000 h/ Jahr Ermitteln Sie die jährliche Leistungsabschreibung für die Jahre 01 bis 05. Aufgabe 5.30 Thema Planmäßige Abschreibungen Die IMTB AG kauft ein Fertigungszentrum für 535.500 € inkl. 19 % MwSt. Es besteht ein voller Vorsteuerabzug. Die Anschaffungsnebenkosten belaufen sich auf 30.000 € ohne MwSt. Das Fertigungszentrum wird Anfang Juli 01 geliefert und im selben Monat betriebsbereit. Die Nutzungsdauer des Fertigungszentrums beträgt acht Jahre. Bei der geometrisch-degressiven Abschreibung wird von einem Abschreibungsprozentsatz von 25 % ausgegangen. Die maximale Betriebsstundenzahl beträgt 32.000 Stunden. Die Laufleistung des Fertigungszentrums beträgt im Geschäftsjahr 01: 1.600 Stunden, im Geschäftsjahr 02: 4.000 Stunden und im Geschäftsjahr 03: 4.400 Stunden. Wie hoch sind die handelsrechtlichen Abschreibungen für die Geschäftsjahre 01, 02 und 03 nach der a) linearen Abschreibungsmethode, b) geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode und c) Leistungsabschreibung? Aufgabe 5.31 Thema Außerplanmäßige Abschreibung mit späterem Wegfall der Gründe Die ABC GmbH erwirbt Anfang 01 eine neue Maschine. Die Anschaffungskosten betragen 200.000 € mit einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren. Die Abschreibung erfolgt linear. Im Geschäftsjahr 03 treten aufgrund neuer technischer Entwicklungen Gründe für eine dauernde Wertminderung auf. Der beizulegende Wert zum Bilanzstichtag 03 beträgt nur noch 98.000 €. Ende des Geschäftsjahres 05 entfällt der Grund für die damalige außerplanmäßige Abschreibung jedoch wieder. Ermitteln Sie die Abschreibungen und Buchwerte für die einzelnen Jahre. Aufgabe 5.32 Thema Bilanzierung und Bewertung a) Wie sind nicht abnutzbare Anlagegüter zu bewerten? b) Wie hoch ist der Buchwert einer Fräsmaschine nach dem vierten Nutzungsjahr, wenn sie für einen Anschaffungspreis von 85.000 € erworben wurde und die Kosten für die Montage <?page no="32"?> 32 Aufgaben 5.000 € betrugen? Die Maschine wurde vor einem Jahr für 1.500 € gewartet. Die Nutzungsdauer beträgt zehn Jahre und es ist die lineare Abschreibung anzuwenden. c) Die Anschaffungskosten eines großen Gabelstaplers betragen 60.000 € zzgl. 19 % MwSt. Die Nutzungsdauer wird auf acht Jahre geschätzt. Führen Sie die steuerrechtliche geometrisch-degressive Abschreibung bei einem Abschreibungsprozentsatz von 30 % durch. Wann wird die lineare Abschreibungsmethode günstiger? Abschreibungsverlauf degressive Abschreibung lineare Abschreibung Abschreibungswert AfA für das 1. Jahr Buchwert AfA für das 2. Jahr Buchwert AfA für das 3. Jahr Buchwert AfA für das 4. Jahr Buchwert AfA für das 5. Jahr Buchwert AfA für das 6. Jahr Buchwert AfA für das 7. Jahr Buchwert AfA für das 8. Jahr Aufgabe 5.33 Thema Bewertung des Anlagevermögens Die Anschaffungskosten einer im Januar 01 erworbenen Maschine betragen 200.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre. Die Maschine wird linear abgeschrieben. Es liegen folgende Bilanzwerte vor: Zugang Januar 01 200.000 € - Abschreibung 01 - 20.000 € = Buchwert am 31.12.01 = 180.000 € - Abschreibung 02 - 20.000 € = Buchwert am 31.12.02 = 160.000 € Die Maschine weist folgende beizulegende Zeitwerte (Teilwerte) aus: − 31.12.03: 150.000 € − 31.12.04: 100.000 € Bei dem beizulegenden Zeitwert (Teilwert) am 31.12.04 handelt es sich um eine vorübergehende Wertminderung. <?page no="33"?> Aufgaben 33 Können die beizulegenden Zeitwerte in der Bilanz angesetzt werden? Geben Sie die Bilanzwerte zum: − 31.12.03 und − 31.12.04 an. Aufgabe 5.34 Thema Niederstwertprinzip Die ABC GmbH hat zum Geschäftsjahresende 01 noch einige Bewertungsfragen an Sie. Wie hat die Bewertung zu erfolgen? Bitte begründen Sie Ihre Vorgehensweise. a) Die ABC GmbH hat am 20.01.01 ein Bürogebäude in Karlsruhe für 1.500.000 € erworben. Aufgrund der am 31.10.01 eingerichteten jahrelang dauernden Großbaustelle hat das Bürogebäude 20 % an Wert verloren. b) Die ABC AG hat am 31.11.01 zu Spekulationszwecken Wertpapiere im Wert von 50.000 € gekauft. Der Kurs der Wertpapiere schwankt sehr stark. Am 31.12.01 ist der Kurs um 30 % gesunken. Man rechnet damit, dass der Kurs wieder steigen wird. c) An der Mini AG hat die ABC GmbH aus strategischen Gründen am 30.06.01 Aktien im Gesamtwert von 1 Mio. € erworben. Der Kurs der Mini AG schwankt immer. Am 31.12.01 ist der Kurs um 8 % gesunken. Man rechnet damit, dass der Kurs wieder steigen wird. Aufgabe 5.35 Thema Bewertung Für die Bewertung einzelner Positionen des Umlaufvermögens der Nimmersatt GmbH sind am 31.12.2002 noch folgende Sachverhalte zu berücksichtigen. Sie werden um Hilfe gebeten. a) Ein unter der Position „Fertigerzeugnisse“ auszuweisender Bestand an Stahlträgern, die am 31.12.01 mit Herstellungskosten in Höhe von 240.000 € aktiviert wurden, ist auf einen Verkaufspreis von 250.000 € zu beziffern. Dabei fallen noch Fracht- und Vertriebskosten in Höhe von 15.000 € an. Außerdem sind 2 % Skonto zu berücksichtigen. Ein Käufer würde für die Stahlträger jedoch nur 180.000 € zahlen. b) 100 Aktien der Gesund-Mineralbrunnen AG, die je 70 € gekostet haben, befinden sich im Portefeuille (Umlaufvermögen) des Unternehmens. Alkoholfreies Bier hat in letzter Zeit immer mehr Anhänger gefunden, weshalb der Umsatz der Gesund-Mineralbrunnen AG stark rückläufig ist. Darüber hinaus hat das Gesundheitsministerium ein anderes Wasser wegen Verdacht auf Verseuchung vom Markt genommen. Der Börsenkurs ist am 31.12.02 auf 2,50 € je Aktie gesunken. c) Gegenüber der Staatsregierung des Gili-Eilands besteht eine Forderung aus der Lieferung einer Brauereianlage in Höhe von 500.000 €. Der Staatspräsident des Eilands wurde im Dezember 02 gestürzt. Die neu eingesetzte Militärregierung von Gili verkündete am nächsten Tag die Einstellung sämtlicher Zahlungen. Den ausländischen Vertragspartnern wurde jedoch eine Begleichung ihrer Forderungen in Höhe von 50 % in Aussicht gestellt. Berücksichtigen Sie bitte, dass die Nimmersatt GmbH an einer Minimierung der Steuerlast interessiert ist. <?page no="34"?> 34 Aufgaben Aufgabe 5.36 Thema Abwertungswahlrecht für Finanzanlagen Die XY GmbH erwirbt im März 01 eine langfristige Beteiligung an der IT AG in Höhe von 1.200.000 €. Am Jahresende 01 beträgt der beizulegende Wert der Beteiligung leider nur noch 740.000 €; es handelt sich dabei um eine voraussichtlich vorübergehende Wertminderung. Im darauffolgenden Jahr 02 ergibt sich eine Wertsteigerung auf insgesamt 2.250.000 €. Welche Möglichkeiten hat die XY GmbH, die Beteiligung an der IT AG in ihren Bilanzen 01 und 02 ausweisen? Aufgabe 5.37 Thema Ansatz von Fremdwährungsverbindlichkeiten Die XY KG hat am 01.06.01 ein langfristiges Darlehen in Höhe von 100.000 US-Dollar aufgenommen. Der Wechselkurs lag zu diesem Zeitpunkt bei 1,333 $/ €. Am 31.12.01 (Bilanzstichtag) gilt folgender Wechselkurs: 1,00 € = 1,176 US-Dollar. Wie ist die Fremdwährungsverbindlichkeit am 31.12.01 in der Handelsbilanz zu erfassen? Aufgabe 5.38 Thema Sonstige Rückstellungen Für einen schwebenden Prozess werden zum Abschlussstichtag am 31.12.02 mit Gerichtskosten in Höhe von 15.000 € angesetzt. Der Gebührenbescheid des Gerichts erhalten wir am 10.05.03 über a) 15.000 €, b) 17.500 €, c) 10.000 €. Die Zahlung erfolgt per Banküberweisung. Bitte geben Sie den Buchungssatz zum Abschlussstichtag, den 31.12.02 und am 10. Mai 03 an. Aufgabe 5.39 Thema Disagio Die XY AG nimmt am 01.01.01 einen Kredit auf. Das Kreditinstitut überweist 100.000 € auf das Bankkonto der XY AG. Die Laufzeit des Kredits beträgt zehn Jahre. Es fallen jährliche Zinsen in Höhe von 5 % an. Diese sind jeweils zum Jahresende zu zahlen. Der Kredit wird in Höhe des Nominalwertes ausgezahlt und ist in Höhe von 104 % des Nominalwertes zurückzuzahlen. Geben Sie die möglichen Buchungssätze an, je nachdem wie das Disagio behandelt wird. Aufgabe 5.40 Thema Ausgabe einer Anleihe Die IMTB AG gibt zu Beginn des Geschäftsjahres 01 eine Anleihe mit einem Nennwert von <?page no="35"?> Aufgaben 35 50 Mio. € aus. Der Ausgabekurs beträgt 98 %, der Rückzahlungskurs 101 %. Die Rückzahlung erfolgt nach zehn Jahren. a) Ermitteln Sie das Disagio und das Rückzahlungsagio. b) Zu welchem Wert muss die Anleiheschuld passiviert werden? c) Buchen Sie die Ausgabe der Anleihe. d) Buchen Sie die Anleihe zum Abschlussstichtag, dem 31.12.01. Aufgabe 5.41 Thema Bewertung der Bestände Ihnen liegen die folgenden Daten aus der Buchführung vor: Rohstoffe Hilfsstoffe Anfangsbestand 124.000,00 € 11.500,00 € Eingangsrechnungen inkl. 19 % Umsatzsteuer 595.000,00 € 49.980,00 € Verbrauch 34.750,00 € Endbestand 47.800,00 € a) Ermitteln Sie den Rohstoffverbrauch. b) Ermitteln Sie den Endbestand der Hilfsstoffe. c) Ermitteln Sie den Mehr- oder Minderbestand bei den Rohstoffen. d) Ermitteln Sie den Mehr- oder Minderbestand bei den Hilfsstoffen. Aufgabe 5.42 Multiple Choice Bitte markieren Sie durch Ankreuzen, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Nr. Aussagen richtig falsch 1 Für das Umlaufvermögen gilt nach Handelsrecht das gemilderte Niederstwertprinzip. 2 Ist der Wert eines Grundstückes vorübergehend gesunken, so kann nach HGB bei Personengesellschaften eine Abwertung vorgenommen werden. 3 Das Maßgeblichkeitsprinzip besagt, dass die steuerrechtliche Gewinnermittlung nach den handelsrechtlichen Ansatzvorschriften erfolgen muss. 4 Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen in der Regel zu einem steuerrechtlichen Passivierungsverbot. <?page no="36"?> 36 Aufgaben 5 Handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte führen in der Regel zu einem steuerrechtlichen Aktivierungsgebot. 6 Für immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens besteht nach HGB ein Ansatzverbot, wenn sie nicht entgeltlich erworben wurden. 7 Erstellt ein Unternehmer ein Betriebsgebäude selbst, das er auch selbst nutzt, besteht nach Handelsrecht ein Ansatzwahlrecht. 8 Die Herstellungskosten müssen nach Handelsrecht immer auf Vollkostenbasis ermittelt werden. 9 Die Weiterbildungskosten der Mitarbeiter, die für eine neue Software geschult werden, gehört zu den Anschaffungsnebenkosten der Software. 10 Beim Wegfall des Grundes einer außerplanmäßigen Abschreibung muss die Zuschreibung bis maximal auf die ursprünglich fortgeführten Anschaffungskosten erfolgen. 11 Das Disagio (auch Damnum genannt) kann in der Handelsbilanz sofort als Aufwand verrechnet werden. 12 Der selbst geschaffene (originäre) Firmenwert muss im handelsrechtlichen Jahresabschluss aktiviert werden. 13 Wer aktivierungsfähige Vermögensgegenstände nicht aktiviert, lässt stille Reserven entstehen. 14 Gemäß Steuerrecht ist die Herstellungskosten-Wertuntergrenze höher als die Wertuntergrenze im Handelsrecht. 15 Die Anschaffungskosten stellen den Höchstwert dar, zu dem ein Vermögensgegenstand in die Bilanz aufgenommen werden kann. 16 Das strenge Niederstwertprinzip besagt, dass die AK/ HK nicht unterschritten werden dürfen. Aufgabe 5.43 Multiple Choice Markieren Sie durch Ankreuzen, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind. Nr. Aussagen richtig falsch 1 Wertpapiere, die bei vorübergehender Wertminderung zum Zweck der dauernden Anlage angeschafft wurden, sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. 2 Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einer steuerrechtlichen Passivierungspflicht. 3 Antizipative Posten erscheinen auf der Aktivseite der Bilanz, wenn in der aktuellen Periode Ausgaben für Aufwendungen erfolgen, die ihre Ursache erst in der nächsten Periode haben. <?page no="37"?> Aufgaben 37 4 Der Jahresüberschuss ist bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens kleiner als beim Umsatzkostenverfahren. 5 Bestandsminderungen von unfertigen und fertigen Erzeugnissen sind erfolgsneutral. 6 Der kalkulatorische Unternehmerlohn stellt einen Aufwand dar und führt zu einer Minderung des Erfolgs. 7 Bei der permanenten (gleitenden) Durchschnittsmethode zur Bewertung von Vorräten wird nach jedem Zugang ein neuer Durchschnittswert gebildet. 8 Bei der Lifo-Methode werden die zuerst gekauften Güter zuletzt verbraucht. 9 Ungewisse Verbindlichkeiten dürfen in der Bilanz nicht ausgewiesen werden. 10 Bei dauernder Wertminderung im Umlaufvermögen kann eine Abwertung vorgenommen werden. Aufgabe 5.44 Multiple Choice Markieren Sie durch Ankreuzen, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind. Aussagen zum Jahresabschluss bzw. zum Lagebericht richtig falsch Der Jahresabschluss einer Kommanditgesellschaft besteht nur aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Der Jahresabschluss einer mittelgroßen GmbH besteht dagegen komplett aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang. Der Jahresabschluss einer großen Kapitalgesellschaft muss zusätzlich einen Lagebericht enthalten. Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich noch einen Eigenkapitalspiegel und eine Kapitalflussrechnung erstellen. Welche der folgenden Aussagen zum Niederstwertprinzip nach HGB (BilMoG) sind richtig und welche falsch? richtig falsch Bei einer dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen kann ausnahmsweise eine Abwertung vorgenommen werden. Bei einer dauernden Wertminderung im Anlagevermögen muss eine Abwertung vorgenommen werden. Für das Umlaufvermögen gilt das gemilderte Niederstwertprinzip. Handelswertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Aussagen zum Maßgeblichkeitsprinzip richtig falsch Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurde das umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip abgeschafft. <?page no="38"?> 38 Aufgaben Handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einer steuerlichen Aktivierungspflicht. Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einem steuerlichen Passivierungsverbot. Die Durchbrechung des Maßgeblichkeitsprinzips für die Bewertung ist steuerrechtlich in § 5 Abs. 6 EStG verankert. Aussagen zum Vollständigkeitsgebot richtig falsch Aktive Rechnungsabgrenzungsposten gehören nicht zu den Vermögensgegenständen, sondern stellen spezielle Aktivposten dar. Wird ein Gebäude gekauft, so handelt es sich regelmäßig um einen zu aktivierenden Vermögensgegenstand. Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind eine besondere Art von Vermögensgegenständen. Wird die Kfz-Steuer für ein Jahr im Voraus gezahlt, muss am Jahresende ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in der Bilanz angesetzt werden. Aussagen zu immateriellen Vermögensgegenständen richtig falsch Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht ein Ansatzverbot, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Für immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens besteht ein Ansatzverbot, wenn sie nicht entgeltlich erworben wurden. Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht ein Ansatzwahlrecht, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Nach dem HGB besteht für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens eine Ansatzpflicht nur dann, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Aussagen zu Rückstellungen und RAP richtig falsch Wird eine im Jahr 00 unterlassene Instandhaltung einer eigenen Maschine im April 01 nachgeholt, besteht im Handelsrecht eine Passivierungspflicht. Transitorische aktive RAP sind durch das Merkmal „erst Auszahlung, dann Aufwand“ gekennzeichnet. Antizipative passive RAP sind durch das Merkmal „erst Einzahlung, dann Ertrag“ gekennzeichnet. Antizipative aktive RAP sind durch das Merkmal „erst Aufwand, dann Auszahlung“ gekennzeichnet. Aussagen zu Herstellungskosten richtig falsch In die Herstellungskosten dürfen handelsrechtlich Fremdkapitalzinsen einbezogen werden (Wahlrecht). Die Herstellungskosten müssen nach HGB immer auf Vollkostenbasis ermittelt werden. <?page no="39"?> Aufgaben 39 Die Materialgemeinkosten müssen sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich aktiviert werden. Gemeinkosten dürfen in die Herstellungskosten immer in unbeschränkter Höhe eingerechnet werden. Aussagen zu Verbrauchsfolgeverfahren richtig falsch Bei konstanten Preisen führen alle Verbrauchsfolgeverfahren zum selben wertmäßigen Endbestand. Das Lifo-Verfahren führt bei kontinuierlich steigenden Preisen grundsätzlich zur höchsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. Das Fifo-Verfahren führt bei stetig steigenden Preisen grundsätzlich zur höchsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. Das Lifo-Verfahren führt bei kontinuierlich steigenden Preisen grundsätzlich zur niedrigsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. Aussagen zu Abschreibungen richtig falsch Im Steuerrecht ist seit 2008 keine degressive Abschreibung mehr möglich. Lineare Abschreibungen sind sowohl handelsals auch steuerrechtlich zulässig. Die geometrisch-degressive Abschreibung führt zu einem Restwert von null. Finanzanlagen können im Handelsrecht planmäßig linear abgeschrieben werden. Aussagen zu Abschreibungen richtig falsch Bei einer Jahresabschreibung von 80.000 € und dem Zugang am 04.04.00 werden im Jahr 00 Abschreibungen von 60.000 € verrechnet. Bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen kann eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Anlagevermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen. Es besteht ein Wertaufholungsgebot, falls der Grund der Wertminderung nicht mehr existiert, maximal jedoch bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Niederstwertprinzip richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Anlagevermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. Wertpapiere, die zum Zweck der dauernden Anlage erworben wurden, sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. Aktivierungsfähigkeit nach HGB richtig falsch Bei der Sicherungsübereignung eines Vermögensgegenstandes erfolgt die Aktivierung des Sicherungsguts beim Sicherungsgeber. <?page no="40"?> 40 Aufgaben Bei Lieferung der Ware unter Eigentumsvorbehalt bleibt diese so lange beim Verkäufer bilanziert, bis der Käufer sie bezahlt hat. Beim Grundstückserwerb erfolgt die Bilanzierung beim Käufer, sobald Nutzen und Lasten übergegangen sind. Bauten auf fremden Grundstücken gehören rechtlich dem Grundstückseigentümer, wirtschaftlich jedoch dem Bauherrn, da er sie gewöhnlich innerhalb der gesamten Nutzungsdauer nutzen wird. Sie sind daher beim Bauherrn zu aktivieren. Für selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (§ 248 Abs. 2 Satz 2 HGB) besteht ein Aktivierungswahlrecht. Sämtliche aktivische (transitorische) Rechnungsabgrenzungsposten müssen aktiviert werden. Aktive latente Steuern (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB) müssen immer aktiviert werden. Für Forschungskosten besteht ein Aktivierungsverbot und für Entwicklungskosten hingegen ein Aktivierungswahlrecht. Geschäfts- oder Firmenwert richtig falsch Für den derivativen Firmenwert besteht nach HGB ein Aktivierungswahlrecht. Für den originären Firmenwert besteht sowohl nach HGB als auch nach Steuerrecht eine Aktivierungspflicht. Der derivative Firmenwert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis des Unternehmens und dem Zeitwert seines Eigenkapitals. Der derivative Firmenwert ist zu aktivieren und handelsrechtlich planmäßig über fünf Jahre abzuschreiben. Rechnungsabgrenzungsposten, Rückstellungen richtig falsch Der transitorische aktive RAP ist durch das Merkmal „erst Auszahlung, dann Aufwand“ gekennzeichnet. Wird beispielsweise eine im Geschäftsjahr 01 unterlassene Instandhaltung einer eigenen Maschine im März 02 des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt, besteht im Handelsrecht eine Passivierungspflicht. Wird die unterlassene Instandhaltung hingegen erst im April des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt, besteht ein Passivierungswahlrecht. Für Abraumbeseitigungen, die im nächsten Geschäftsjahr nachgeholt werden, besteht nach Handelsrecht ein Passivierungswahlrecht. Herstellungskosten richtig falsch Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bilden alle Einzelkosten. Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten ergibt sich aus den Einzelkosten ohne Vertriebskosten. Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bildet sich aus allen Einzel- und Gemeinkosten. <?page no="41"?> Aufgaben 41 Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bildet sich aus allen Einzel- und Gemeinkosten ohne Verwaltungs- und Vertriebskosten. Abschreibungen richtig falsch Finanzanlagen können im Handelsrecht planmäßig degressiv abgeschrieben werden. Die arithmetisch degressive Abschreibung ist sowohl im Handelsals auch im Steuerrecht zulässig. Die geometrisch degressive Abschreibung führt immer zu einem Restwert von null. Bei einem Jahresabschreibungsbetrag von 12.000 € und einem Zugang am 10.03.01 werden in 01 Abschreibungen von 10.000 € verrechnet. Außerplanmäßige Abschreibungen richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Umlaufvermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt werden. Bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung von Finanzanlagen darf eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt werden. Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. Für das Umlaufvermögen gilt das gemilderte Niederstwertprinzip. Die Höhe der planmäßigen Abschreibungen auf das abnutzbare Anlagevermögen wird generell bestimmt durch ... richtig falsch die Nutzungsdauer die Abschreibungsmethode den internen Zinsfuß die Anschaffungs- oder Herstellungskosten Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen richtig falsch Forderungen aLuL werden maximal zu den Anschaffungskosten brutto, d. h. inklusive der Umsatzsteuer, angesetzt. Uneinbringliche Forderungen werden „außerplanmäßig abgeschrieben“. Dubiose (zweifelhafte Forderungen) werden teilweise „abgeschrieben“ und die Umsatzsteuer entsprechend angepasst. Basis der Pauschalwertberichtigung (PWB) ist der Netto-Bestand der Forderungen, d. h. der Bestand ohne Umsatzsteuer und ohne die einzelwertberichtigten Forderungen. Niederstwertprinzip richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Anlagevermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. Wertpapiere, die zum Zweck der dauernden Anlage erworben wurden, sind hingegen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. <?page no="42"?> a) Die Metallwaren GmbH ermittelt aktive latente Steuern in Höhe von 120.000 € und passive latente Steuern in Höhe von 200.000 €. b) Die Software GmbH ermittelt aktive latente Steuern in Höhe von 140.000 € und passive latente Steuern in Höhe von 100.000 €. Aufgabe 6.2 Thema Latente Steuern Die IMTB AG erwirbt am 02.01.01 die VI GmbH. Für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert zahlt die IM AG 600.000 €. Handelsrechtlich wird der derivative Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert (Aktivierungspflicht) und über zehn Jahre linear abgeschrieben. In der Steuerbilanz ist der derivative Geschäfts- oder Firmenwert gemäß § 5 Abs. 2 EStG ebenfalls zu aktivieren, jedoch ist er über 15 Jahre abzuschreiben (§ 7 Abs. 1 Satz 3 EStG). Die IMTB AG erzielt sowohl handelsals auch steuerrechtlich jedes Jahr einen Jahresüberschuss vor Ertragssteuern, ohne Berücksichtigung der Aufwendungen im Zusammenhang mit dem derivativen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe 1 Mio. €. Der Ertragssteuersatz wird pauschal mit 30 % angenommen. Berechnen Sie die latenten Steuern und geben Sie die Buchungssätze für die einzelnen Jahre an. 42 Aufgaben 6. Latente Steuern Aufgabe 6.1 Thema Latente Steuern Welche Möglichkeiten haben die folgenden Unternehmen, die latenten Steuern auszuweisen? <?page no="43"?> 7. Gewinn- und Verlustrechnung Aufgabe 7.1 Thema Umsatzkostenverfahren Bei einem Unternehmen, das seine Erzeugnisse in einem einstufigen Produktionsprozess fertigt, sind folgende Daten aus dem Geschäftsjahr 00 bekannt: Es wurden 10.000 Stück des Produkts A hergestellt, von denen jedoch nur 9.000 Stück verkauft wurden (Preis pro Stück: 25 €). Bei der Produktion entstanden ein Materialaufwand in Höhe von 36.000 €, ein Personalaufwand in Höhe von 80.000 € sowie Leasingaufwendungen für Maschinen in Höhe von 54.000 €. Außerdem erzielte das Unternehmen Dividenden in Höhe von 8.000 €. Monatlich wurden im Jahr 2000 für einen Kredit 5.000 € an die Bank gezahlt (Zinsen: 1.500 €, Tilgung: 3.500 €). Mit Ausnahme der Dividenden und Zinsen sind alle Aufwendungen betrieblich veranlasst und in den Umsatzaufwand einzubeziehen. Erstellen Sie eine GuV-Rechnung in Staffelform nach dem Umsatzkostenverfahren und weisen Sie das Gesamtergebnis aus. Aufgabe 7.2 Thema Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren Worin liegen die Unterschiede zwischen dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren für die Gliederung der GuV? Aufgabe 7.3 Thema Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren Als Assistent des Finanzvorstands erhalten Sie die Aufgabe, im Rahmen eines Konzernseminars die Unterschiede der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren sowie die unterschiedlichen Bewertungsmöglichkeiten der Herstellungskosten anhand einer einfachen Aufgabe zu erläutern. Ihr Modellunternehmen mit dem Produkt A ist durch folgende Daten charakterisiert: − Produktionsmenge: 2.000 St./ Jahr − Absatzmenge: 1.500 St./ Jahr − Verkaufspreis pro Stück: 700 €/ St. − Fertigungslöhne pro Stück (=Fertigungseinzelkosten) 100 €/ St. − Fertigungsmaterial pro Stück (= Materialeinzelkosten) 200 €/ St. Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) hat folgende Kostenstruktur: Aufgaben 43 <?page no="44"?> 44 Aufgaben Kostenarten Kostenstellen Einzelkosten (EK) Material Fertigung Verwaltung Vertrieb Fertigungslöhne 200.000 200.000 Fertigungsmaterial 400.000 400.000 Summe EK 600.000 Gemeinkosten (GK) Personalaufwand 220.000 40.000 70.000 70.000 40.000 Sonstige Aufwendungen 110.000 10.000 70.000 10.000 20.000 Abschreibungen 100.000 10.000 40.000 30.000 20.000 Summe GK 430.000 60.000 180.000 110.000 80.000 Gesamtkosten 1.030.000 Da die GuV beim Umsatzkostenverfahren nicht nach Kostenarten, sondern nach Funktionsbereichen (Herstellung, Vertrieb, Verwaltung und sonstige betriebliche Aufwendungen) gegliedert ist, wird ein Betriebsabrechnungsbogen oder ein vergleichbares Instrument benötigt. Damit können die Kostenarten (z. B. Gehälter, Miete, Abschreibungen etc.) den jeweiligen Kostenstellen und letztlich den Funktionsbereichen (z. B. Herstellung, Verwaltung und Vertrieb) zugeordnet werden. a) Stellen Sie die GuV nach dem Gesamtkostenverfahren auf und ermitteln Sie die Herstellungskosten mit der Wertuntergrenze und der Wertobergrenze. b) Stellen Sie die GuV nach dem Umsatzkostenverfahren auf. Aufgabe 7.4 Thema Berechnung des Jahresüberschusses Ein Unternehmen, das Wellness-Produkte herstellt, erzielte in der vergangenen Periode Umsatzerlöse in Höhe von 1 Mio. €. Der Anfangsbestand an unfertigen und fertigen Erzeugnissen betrug 200.000 €. Der Endbestand betrug 150.000 €. An Personalaufwendungen wurden insgesamt 300.000 € gezahlt, 330.000 € entfielen auf den Materialverbrauch. Jeweils 25 % des Personalaufwands entfielen auf Verwaltung und Vertrieb. Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 25.000 € und die Abschreibungen betrugen 45.000 €. Außerdem fiel ein sonstiger Aufwand in Höhe von 160.000 € an. Berechnen Sie den Jahresüberschuss vor Steuern mit dem Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren. Aufgabe 7.5 Thema Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz Wie unterscheiden sich eine Gewinn- und Verlustrechnung und eine Bilanz bei einer Kapitalgesellschaft? Aufgabe 7.6 Thema Gewinn- und Verlustrechnung Welche Informationen bietet die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren? <?page no="45"?> Aufgaben 45 Aufgabe 7.7 Thema Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren Die Fleur AG ist ein international tätiger Keramikgeschirrhersteller. Als neue(r) Mitarbeiter(in) im Rechnungswesen ist es Ihre Aufgabe, unter Berücksichtigung der nachfolgenden Informationen des Geschäftsjahres 02, die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (nach dem Gesamtkostenverfahren) der Fleur AG für das Geschäftsjahr 02 zu erstellen: − Es wurden Waren im Wert von 928.200 T€ (inkl. 19 % USt) verkauft. Die Kunden der Fleur AG zahlten ihre Rechnungen frühzeitig unter Abzug von insgesamt 30.000 T€ Skonto. − Der Anfangsbestand der Fertigerzeugnisse wurde mit 70.000 T€ bewertet und der Endbestand hat einen Gesamtwert in Höhe von 160.000 T€. Die unfertigen Erzeugnisse hatten einen Anfangsbestand in Höhe von 85.000 T€ und haben einen Endbestand in Höhe von 75.000 T€. − In der Produktion wurden Materialien im Wert von 108.000 T€ verarbeitet. Insgesamt wurden Fertigungslöhne in Höhe von 95.000 T€ verbucht. Darüber hinaus verursachte die Produktion Abschreibungen in Höhe von 30.000 T€ für den leistungsabhängigen Verschleiß der Produktionsanlagen. − Die Mieteinnahmen für eine auf dem Betriebsgrundstück nicht benötigte, vermietete Lagerhalle betrugen 47.000 T€. − Mit kurzfristig gehaltenen Wertpapieren konnte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 25.000 T€ erzielen. Für in Anspruch genommene Kredite musste das Unternehmen Zinsen in Höhe von 50.000 T€ bezahlen. − Für das aktuelle Geschäftsjahr 02 wurden Rückstellungen für die Gewerbe- und die Körperschaftsteuer in Höhe von. 55.000 T€ gebildet. Die Kfz-Steuern für die Fahrzeuge des Fuhrparks beliefen sich auf 8.000 T€. − Im Geschäftsjahr 01 hatte das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 56.000 T€ zu verzeichnen. Dieser wurde in voller Höhe vorgetragen. Das gezeichnete Kapital der Fleur AG beträgt 700.000 T€. Die Kapitalrücklage beläuft sich auf 62.000 T€. In die Gewinnrücklagen wurde bisher nichts eingestellt. Aus der Kapitalrücklage wurden keine Beträge entnommen. Vorstand und Aufsichtsrat wollen 50 % des Jahresüberschusses in die Gewinnrücklagen einstellen; der Rest soll ausgeschüttet werden. a) Ermitteln Sie zunächst das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und anschließend den Jahresüberschuss/ -fehlbetrag. b) Überführen Sie das ermittelte Jahresergebnis, unter Berücksichtigung der Ergebnisverwendung, in das Bilanzergebnis. c) Bilanzieren Sie das Eigenkapital. Aufgabe 7.8 Thema Vergleich Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren Die Alpha-GmbH in Heidelberg hat im Geschäftsjahr 01 insgesamt 1.010.000 Stück produziert. Davon wurden 1 Mio. Stück für 94,50 €/ St. ohne Umsatzsteuer verkauft. Die restliche produzierte Menge ging ins Lager und wurde mit 80,00 €/ St. bewertet. Die Stückkalkulation auf Vollkostenbasis zeigt folgende Bestandteile: <?page no="46"?> 46 Aufgaben Fertigungsmaterial 36,00 €/ St. Materialgemeinkosten + 3,60 €/ St. Fertigungslö hne + 15,00 €/ St. Fertigungsgemeinkosten + 25,40 €/ St . Herstellungskosten = 80,00 €/ St. Verwaltungsgemeinkosten 3,90 €/ St. Vertriebsgemeinkosten 6,00 €/ St. Die sonstigen Aufwendungen betrugen 1,6 Mio. € und die sonstigen Erträge betrugen 1,0 Mio. €. Die Konten der Körperschaft- und Gewerbesteuer weisen 1.098.000 € aus. Die Konten für die Grundsteuer und Kfz-Steuer weisen 90.000 € aus. Der im Geschäftsjahr 01 entstandene Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurde mit 37.500.000 € ermittelt, wobei die Fremdleistungen mit 3.000.000 € noch nicht enthalten sind. In der Personalabteilung wurden an Löhnen und Gehälter 40.000.000 € und zusätzlich 7.250.000 € an Sozialabgaben einschließlich der Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung, abgerechnet. Gemäß Anlagenbuchhaltung wurden im Geschäftsjahr 01 insgesamt 4.000.000 € als Abschreibungen verrechnet. Berechnungsgrundlage dabei waren die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen. Die Alpha-GmbH hat im Geschäftsjahr 01 für eine selbst erstellte und aktivierte Maschine Herstellungskosten in Höhe von 1.050.000 € ermittelt. Erstellen Sie die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren (GKV) und dem Umsatzkostenverfahren (UKV) zum 31.12.01. <?page no="47"?> 8. Anhang Aufgabe 8.1 Thema Anlagenspiegel Welche Angaben enthält der Anlagenspiegel? Aufgabe 8.2 Thema Anhang Welchem Zweck dient der Anhang? Aufgabe 8.3 Thema Anlagenspiegel Die Fliesen GmbH, deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt verfügt am 31.12.09 unter anderem über folgende Anlagegegenstände: − Unbebaute Grundstücke (Zugang 04): AK = 80.000 € − LKW (Zugang 09): AK = 100.000 € Die lineare Abschreibung beträgt ab 09 jährlich 20.000 €. Im Geschäftsjahr 010 hat die Fliesen GmbH unter anderem folgende Anlagegüter angeschafft: − PKW: AK = 50.000 € Die lineare Abschreibung beträgt im Jahr 10 insgesamt 10.000 €. − Maschine: AK = 90.000 € Die lineare Abschreibung beträgt im Jahr 10 insgesamt 9.000 €. Erstellen Sie einen Anlagenspiegel zum 31.12.10. Aufgaben 47 <?page no="48"?> a) An welchen Funktionsbereichen könnte ein Unternehmen seinen Wirtschaftsbericht ausrichten? b) Welche Faktoren können die Ertragslage eines Unternehmens beeinflussen? c) Nennen Sie Beispiele von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die den Geschäftsverlauf aussagekräftig beeinflussen und für die interne Steuerung genutzt werden können. Aufgabe 9.2 Thema Lagebericht a) Was bietet ein Lagebericht den Adressaten/ Interessenten? b) Welche Unternehmen sind verpflichtet, einen Lagebericht zu erstellen? Aufgabe 9.3 Thema Lagebericht a) Welchem Zweck dient der Lagebericht? Worin unterscheidet er sich von den Inhalten des Jahresabschlusses? b) Welche Gesellschaften müssen einen Lagebericht aufstellen? Aufgabe 9.4 Thema Lagebericht Beschreiben Sie die Charakteristika eines guten Lageberichts. 48 Aufgaben 9. Lagebericht Aufgabe 9.1 Thema Wirtschaftsbericht <?page no="49"?> 10. Nachhaltigkeitsberichterstattung Aufgabe 10.1 Thema CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung a) Erklären Sie, was die CSRD ist und welches Hauptziel sie verfolgt. b) Welche Unternehmen sind nach der am 5. Januar 2023 in Kraft getretenen CSRD berichtspflichtig? Nennen Sie mindestens drei Gruppen. c) Ordnen Sie bitte den folgenden Unternehmensarten das erste verpflichtende Berichtsjahr nach der am 5. Januar 2023 in Kraft getretenen CSRD zu: a) große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit >500 Mitarbeitenden b) große Unternehmen (die oben genannten Größenkriterien) c) börsennotierte KMU d) nicht-EU-Unternehmen mit großem EU-Umsatz Aufgabe 10.2 Thema Wesentlichkeitsanalyse Ein Maschinenbauunternehmen stellt Bauteile für Flugzeuge her. Es identifiziert folgende Themen: − Energieverbrauch in der Produktion − Gleichstellung und Diversität im Unternehmen − Lieferantenpraktiken in Asien − Abfallentsorgung im Betrieb Wenden Sie das Konzept der „doppelten Wesentlichkeit“ an und erklären Sie, welche Themen aus finanzieller Sicht und/ oder in Bezug auf die Auswirkungen wesentlich sind. Aufgabe 10.3 Thema Nachhaltigkeitsbericht nach dem Omnibus-Paket a) Beschreiben Sie, welche Unternehmen nach dem Omnibus-Paket verpflichtet sind, nach CSRD zu berichten, und welche nicht mehr. b) Ordnen Sie den folgenden Unternehmenstypen ihre ersten neuen verpflichtenden Berichtsjahre gemäß dem Omnibus-Paket zu: a) Welle 2: betrifft große nicht börsennotierte Unternehmen b) Welle 3: betrifft börsennotierte KMU. Aufgaben 49 <?page no="50"?> 50 Aufgaben Aufgabe 10.4 Thema Umwelt (Environmental Standards: ESRS E1-E5) Im Rahmen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) spielt der Umweltbereich eine zentrale Rolle und umfasst fünf spezifische Standards (E1-E5). Diese machen Unternehmen detaillierte Vorgaben zur Offenlegung ihrer ökologischen Auswirkungen und ihrer Strategien zur Bewältigung entsprechender Herausforderungen. Beschreiben und erklären Sie die fünf Environmental Standards. Aufgabe 10.5 Thema Soziales (Social Standards: ESRS S1-S4) Neben den umweltbezogenen Themen spielen im Rahmen der ESRS auch soziale Aspekte eine signifikante Rolle. Das übergeordnete Ziel der vier sozialen Standards (ESRS S1-S4) besteht darin, eine umfassende Analyse der sozialen Chancen und Risiken zu ermöglichen, die sich aus den Aktivitäten eines Unternehmens ergeben. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, dass Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Beschreiben und erklären Sie die vier Social Standards. Aufgabe 10.6 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? Welcher ESRS-Standard behandelt die Auswirkungen von Unternehmen auf den Klimawandel? richtig falsch ESRS E1 ESRS E3 ESRS E2 ESRS G1 Was ist ein zentrales Ziel der Kreislaufwirtschaft im Sinne von ESRS E5? richtig falsch Erhöhung des Energieverbrauchs Förderung von Einwegprodukten Transformation zu einem geschlossenen Wirtschaftssystem Verzicht auf Recyclingmaßnahmen Welche Ressource wird im ESRS E3 berücksichtigt? richtig falsch Wasser und Meeresressourcen Luft Mineralien <?page no="51"?> Aufgaben 51 Boden Was müssen Unternehmen laut ESRS E4 zur Biodiversität offenlegen? richtig falsch Nur finanzielle Investitionen Positive und negative Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen Nur negative Auswirkungen Nur die Anzahl der betroffenen Arten Welche Stoffe stehen im Fokus der Berichterstattung nach ESRS E2? richtig falsch Lebensmittelzusätze Kunststoffe zur Verpackung Besorgniserregende Substanzen Erneuerbare Energien Aufgabe 10.7 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? Welcher ESRS-Standard behandelt die Auswirkungen eines Unternehmens auf die eigene Belegschaft? richtig falsch ESRS S4 ESRS S1 ESRS S2 ESRS S3 Welches ist das zentrale Thema des ESRS 2? richtig falsch Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern und Partnern Datenschutz für Endnutzer Klimaanpassung im Unternehmen Finanzielle Risiken durch Biodiversitätsverlust Welche Gruppen sind Gegenstand der Betrachtung von ESRS S3? richtig falsch Kunden und Endnutzer Eigene Mitarbeiter Betroffene Gemeinschaften Investoren und Anteilseigner Welche Risiken müssen gemäß ESRS S4 offengelegt werden? richtig falsch Risiken für die eigne Belegschaft Risiken für Verbraucher und Endnutzer <?page no="52"?> 52 Aufgaben Risiken für die Biodiversität Risiken für Lieferanten Welcher ESRS-Standard verlangt die Offenlegung von Maßnahmen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz? richtig falsch ESRS S3 ESRS S1 ESRS S4 ESRS S2 <?page no="53"?> 11. Kapitalflussrechnung Aufgabe 11.1 Thema Kapitalflussrechnung In welche drei Bereiche gliedert sich die Kapitalflussrechnung? Aufgabe 11.2 Thema Kapitalflussrechnung Erklären Sie die Funktionsweise der Kapitalflussrechnung. Aufgabe 11.3 Thema Kapitalflussrechnung Welche Informationen vermittelt die Kapitalflussrechnung über die finanzielle Lage eines Unternehmens? Aufgabe 11.4 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? Zu welchem der folgenden Zahlungsströme passt die Aussage, dass es sich um Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit handelt? richtig falsch Einzahlung aus dem Verkauf von selbst hergestellten Erzeugnissen Auszahlung für den Kauf eines Firmen-Lkws Auszahlung für Dividendenzahlung an Aktionäre Einzahlung aus der Aufnahme eines Kredits Was zählt typischerweise zum Cashflow aus Investitionstätigkeit? richtig falsch Zahlung der Löhne und Gehälter Auszahlung für den Erwerb einer Werkzeugmaschine Einzahlungen aus dem Warenverkauf Auszahlung für die Tilgung eines Darlehens Welche der folgenden Aussagen zur Kapitalflussrechnung sind korrekt, welche sind falsch? richtig falsch Die Zahlungsströme eines Unternehmens werden durch sie dargestellt. Sie ersetzt sowohl die Bilanz als auch die Gewinn- und Verlustrechnung. Aufgaben 53 <?page no="54"?> 54 Aufgaben Sie zeigt ausschließlich die Ertragslage eines Unternehmens. Sie ist Bestandteil des Lageberichts. Was gehört zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit? richtig falsch Einzahlungen, die aus dem Verkauf von Waren stammen. Auszahlungen für den Kauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind hier relevant. Einzahlungen, die aus einer Kapitalerhöhung stammen. Auszahlungen für den Erwerb einer Beteiligung. Welche Methode wird häufig zur Ermittlung des operativen Cashflows eingesetzt? richtig falsch Kombinierte Methode Statische Methode Indirekte Methode Direkte Methode <?page no="55"?> 12. Eigenkapitalspiegel Aufgabe 12.1 Thema Eigenkapitalspiegel Informieren Sie sich über den Eigenkapitalspiegel in einem Geschäftsbericht einer kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaft, beispielsweise der FRoSTA AG, aus dem Jahr 2024. Aufgabe 12.2 Thema Eigenkapital a) Aus welchen Posten setzt sich das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft zusammen? b) Bitte erklären Sie den Unterschied zwischen der Kapitalrücklage und den Gewinnrücklagen. c) Was sind gesetzliche Rücklagen? Aufgaben 55 <?page no="56"?> 56 Aufgaben 13. Prüfungs- und Offenlegungspflichten Aufgabe 13.1 Thema Größenklassen Die Marmor-GmbH hat eine Bilanzsumme zum 31.12.01 von 10 Mio. € und zum 31.12.02 von 16 Mio. €. Die Umsatzerlöse betragen im Jahr 01 26 Mio. € und im Jahr 02 29 Mio. €. Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer - ohne Auszubildende - betrug im Jahr 01 230 und im Jahr 02 hat sich die Anzahl der Beschäftigten wie folgt entwickelt: − 31.03.02: 210 Arbeitnehmer − 30.06.02: 215 Arbeitnehmer − 30.09.02: 245 Arbeitnehmer − 31.12.02: 270 Arbeitnehmer a) Ist die Marmor-GmbH eine kleine, mittelgroße oder große Kapitalgesellschaft? Begründen Sie Ihre Antwort. b) Sind die Rechnungsunterlagen der Marmor-GmbH von einem Abschlussprüfer zu prüfen? Begründen Sie Ihre Antwort. Aufgabe 13.2 Thema Größenklassen Von zwei Kapitalgesellschaften liegen für die Geschäftsjahre 01 und 02 die folgenden Zahlen vor. Beurteilen Sie, ob es sich um eine kleine, mittelgroße oder große Kapitalgesellschaft handelt. 31.12.01 31.12.02 Bilanzsumme Umsatzerlöse Anzahl Arbeitnehmer Bilanzsumme Umsatzerlöse Anzahl Arbeitnehmer A-GmbH 30 Mio. € 60 Mio. € 280 32 Mio. € 54 Mio. € 245 B-GmbH 26 Mio. € 55 Mio. € 180 21 Mio. € 52 Mio. € 170 <?page no="57"?> Aufgaben 57 14. Bilanzpolitik Aufgabe 14.1 Thema Bilanzadressaten Nennen Sie die wichtigsten Bilanzadressaten und deren Interessen. Aufgabe 14.2 Thema Maßnahmen zur Bilanzkosmetik Nennen Sie mögliche Maßnahmen, damit Sie folgende Ziele erreichen können: a) Verringerung der Vorräte b) Verringerung des Forderungsbestandes c) Abbau der flüssigen Mittel d) Verbesserung der Liquidität e) Verbesserung des Ergebnisses Aufgabe 14.3 Thema Bilanzpolitik Welche Ziele verbindet die Unternehmensleitung mit der Bilanzpolitik? Aufgabe 14.5 Thema Bilanzpolitik Einer GmbH stehen zur Erstellung des Jahresabschlusses verschiedene bilanzpolitische Ausweis- und Darstellungswahlrechte zur Verfügung. a) Nennen Sie drei bilanzpolitische Maßnahmen, die vor einer Erstellung des Jahresabschlusses ergriffen werden können. b) Nennen Sie drei Aktivierungswahlrechte. c) Nennen Sie mindestens ein Passivierungswahlrecht. d) Nennen Sie mindestens sechs Bewertungswahlrechte. Aufgabe 14.6 Thema Bilanzpolitische Gestaltungsspielräume Die Maschinenbau GmbH stellt Sicherheitsvorrichtungen her. Neben den Familienmitgliedern ist auch eine Beteiligungsgesellschaft als Kapitalgeber an der Maschinenbau GmbH beteiligt. Die Geschäftsleitung bespricht mit dem Leiter des Rechnungswesens mögliche bilanzpolitische Maßnahmen vor dem Abschlussstichtag, dem 31.12. Der vorläufige Jahresüberschuss des Unternehmens beträgt 680.000 €. Der Leiter des Rechnungswesens sieht zur Steuerung des Ertrags- und Bilanzbildes des Unternehmens bei den folgenden Vorgängen Potenzial im Rahmen der bilanzpolitischen Maßnahmen: <?page no="58"?> 58 Aufgaben a) Die Maschinenbau GmbH kaufte im Januar des aktuellen Geschäftsjahres ein Bearbeitungszentrum für 300.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt zehn Jahre. Bei der geometrisch degressiven Abschreibung beträgt der Abschreibungsprozentsatz 25 Prozent. b) Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden per vorgelagerter Inventur aufgenommen und mit der gewogenen Durchschnittsmethode bewertet. Bei der Bewertung nach der gewogenen Durchschnittsmethode beträgt der Lagerbestandswert 780.000 €. Bei einer Bewertung nach der Lifo-Methode beträgt der Lagerbestandswert 728.000 €. c) Die unfertigen Erzeugnisse und fertigen Erzeugnisse werden zu ihren Herstellungskosten bewertet. Bei einer Bewertung mit der Wertuntergrenze der Herstellungskosten haben die Erzeugnisse einen Wert von 820.000 €. Bei einer Bewertung mit der Wertobergrenze der Herstellungskosten, d. h. inkl. der allgemeinen Verwaltungsgemeinkosten und Sozialkosten, haben die Erzeugnisse einen Wert von 960.000 €. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten die unfertigen und fertigen Erzeugnisse einen Wert von 995.000 €. d) Die Forderungen aLuL haben einen Wert von 1.230.000 € (inkl. 19 % USt). Davon sind zweifelhaft 100.000 € (ohne 19 % USt.). Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird im Fall A mit 10 % und im Fall B mit 70 % geschätzt. e) Die Maschinenbau GmbH hat einen Rechtsstreit mit einem Kunden über 200.000 € laufen. Der Prozessausgang ist ungewiss. Bei der Einschätzung der wahrscheinlichen Schadensersatzverpflichtungen gibt es zwei Bewertungsvarianten. Bei der Variante A beträgt die Schadensersatzverpflichtung 20 % und bei der Variante B beträgt die Schadensersatzverpflichtung 75 %. f) Eine Leasinggesellschaft unterbreitet der Maschinenbau GmbH ein Sale-and-lease-back-Angebot. Das Vertriebsgebäude im Stadtzentrum würde die Leasinggesellschaft für 2.200.000 € kaufen. Der Restbuchwert des Gebäudes beträgt 1.570.000 €. Ermitteln Sie mithilfe der bilanzpolitischen Spielräume einen möglichst geringen und einen möglichst hohen Gewinnausweis und geben Sie jeweils das Gesamtergebnis an. Aufgabe 14.7 Thema Bilanzpolitische Gestaltungsspielräume Bei der Nimmersatt GmbH sind im Jahresabschluss zum 31.12.02 noch folgende Sachverhalte zu berücksichtigen. Die Geschäftsführung bittet Sie, die bilanzpolitischen Spielräume aufzuzeigen. a) Eine Bohrkonzession, die vor drei Jahren für 130.000 € erworben wurde, liegt vor und wird linear auf fünf Jahre abgeschrieben. Die Wiederbeschaffungskosten der Konzession betragen am 31.12.02 40.000 €. b) Die Nimmersatt GmbH besitzt ein Grundstück, welches in den Bebauungsplan der Gemeinde einbezogen ist und vor acht Jahren für 250.000 € erworben wurde. Seit Oktober 02 wird der Fernverkehr auf der an das Grundstück vorbeiführenden Straße umgeleitet, da die sonst regelmäßig befahrene Bundesstraße wegen umfangreicher Brückenarbeiten gesperrt ist. Das Grundstück ließe sich zum 31.12.02 höchstens noch für 100.000 € verkaufen. c) Das Unternehmen hat im Jahr 00 in Billigbauweise eine Leichtbauhalle für 10.000 € auf einem gepachteten Grundstück errichtet. Ursprünglich ging man von einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von zehn Jahren aus und hat auf dieser Grundlage eine entsprechende lineare Abschreibung vorgenommen. Der Buchwert des Gebäudes betrug zum 01.01.02 noch 8.000 €. Anfang 02 hat sich jedoch herausgestellt, dass das Gebäude noch höchstens fünf Jahre genutzt werden kann. <?page no="59"?> Aufgaben 59 d) Die Nimmersatt GmbH besitzt schließlich noch 1.500 Aktien des Baden-Württembergischen Touristik-Unternehmens Schwarzwald AG, die für 60 € je Aktie erworben wurden und mit den diesbezüglichen AK am 31.12.01 bilanziert wurden. Der von der Schwarzwald AG hauptsächlich getragene Ski-Zirkus im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet wurde in diesem Jahr wegen ökologischer Bedenken abgesagt. Des Weiteren wurde dem Vorstandsvorsitzenden wegen Bilanzfälschung der Rücktritt nahegelegt. Aufgrund dieser Vorkommnisse sank der Börsenkurs der Schwarzwald AG auf 12,50 € je Aktie. Mit welchem Wert können bzw. müssen die verschiedenen Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz angesetzt werden? Begründen Sie Ihre Antworten. Aufgabe 14.8 Thema Ermittlung eines möglichst niedrigen Gewinns Ermitteln Sie die Buchwerte der nachfolgend aufgeführten Vermögensgegenstände für die Bilanz zum Geschäftsjahresende, unter dem Gesichtspunkt, einen möglichst niedrigen Gewinn nach HGB auszuweisen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine GmbH. a) Kauf von sechs identischen Schreibtischen für insgesamt 4.998,00 € inkl. 19 % MwSt. b) Die Finanzanlagen stehen mit 12.000 € in den Büchern. Die vorübergehende Wertminderung beträgt 3.000 €. c) Ein Gebäude mit einem Restbuchwert von 630.000 €, wird in diesem Jahr auf nur noch 560.000 € geschätzt. Die Wertminderung ist vorübergehend. d) Es wurde im Januar 01 eine neue Maschine mit einer Nutzungsdauer von 8 Jahren für 119.000 € inkl. MwSt. gekauft. Die Maschine wurde unter Ausnutzung von 3 % Skonto bezahlt. Für das Fundament wurden 4.760 € inkl. MwSt. bezahlt. Die Transportkosten betrugen 2.000 € zuzüglich 19 % MwSt. Für die Transportversicherung wurde 500 € inkl. Versicherungssteuer bezahlt. Der Abschreibungsprozentsatz der geometrische-degressiven Abschreibung beträgt 30 %. e) Für die Bewertung eines Langfristauftrags liegen folgende Daten vor: f) Materialeinzelkosten: 100.000 € Materialgemeinkosten: 8.000 € Fertigungsgemeinkosten: 120.000 € Fertigungseinzelkosten: 30.000 € Werteverzehr des Anlagevermögens: 10.000 € Sondergemeinkosten der Fertigung: 2.000 € Sondereinzelkosten der Fertigung: 11.000 € Verwaltungsgemeinkosten: 5.000 € Vertriebsgemeinkosten: 3.000 € Vertriebseinzelkosten: 6.000 € <?page no="60"?> − Abschreibungen in Höhe von 115.000 € gebucht, − 60.000 € zu den langfristigen Rückstellungen zugeführt, und − langfristige Rückstellungen aus den Vorjahren in Höhe von 93.000 € aufgelöst. Aufgabe 15.2 Thema Berechnung von Kennzahlen Es ist die folgende Strukturbilanz gegeben: Strukturbilanz Geschäftsjahr 02 Aktiva A. Anlagevermögen 26.000 T€ B. Umlaufvermögen I. Vorräte 40.000 T€ II. Forderungen 19.000 T€ III. Liquide Mittel 11.000 T€ Summe 96.000 T€ Passiva A. Eigenkapital 22.000 T€ B. Verbindlichkeiten 1. langfristiges Fremdkapital 24.000 T€ 2. mittelfristiges Fremdkapital 23.000 T€ 3. kurzfristiges Fremdkapital 27.000 T€ Summe 96.000 T€ Ermitteln Sie bitte die folgenden Kennzahlen: a) Eigenkapitalquote b) Verschuldungsgrad c) Vorratsintensität d) Deckungsgrad B e) Liquidität 2. Grades f) Liquidität 3. Grades g) Working Capital 60 Aufgaben 15. Jahresabschlussanalyse Aufgabe 15.1 Thema Ermittlung des Cashflows Ermitteln Sie den Cashflow auf indirektem Wege mit der sogenannten Praktikerformel. Ein metallverarbeitendes Unternehmen hat einen Jahresüberschuss von 570.000 € erwirtschaftet. Dabei wurden: <?page no="61"?> Aufgaben 61 Aufgabe 15.3 Thema Berechnung von Kennzahlen Es ist die folgende Strukturbilanz gegeben: Strukturbilanz Geschäftsjahr 02 Aktiva A. Anlagevermögen 48.000 T€ B. Umlaufvermögen I. Vorräte 27.000 T€ Vorräte (Vorjahr) (21.000 T€) II. Forderungen 31.000 T€ III. Liquide Mittel 5.000 T€ Summe 111.000 T€ Passiva A. Eigenkapital (inkl. Jahresüberschuss) 19.000 T€ Eigenkapital (Vorjahr) (17.800 T€) B. Verbindlichkeiten 92.000 T€ Verbindlichkeiten (Vorjahr) (69.200 T€) 1. langfristiges Fremdkapital 30.000 T€ 2. mittelfristiges Fremdkapital 37.000 T€ 3. kurzfristiges Fremdkapital 25.000 T€ Summe 111.000 T€ Gesamtkapital (Vorjahr) = 87.000 T€ Gewinn- und Verlustrechnung Geschäftsjahr 02 1. Umsatzerlöse 170.000 T€ 2. sonstige betriebliche Erträge 7.000 T€ 3. Materialaufwand - 68.000 T€ 4. Personalaufwand - 43.000 T€ 5. Abschreibungen - 19.000 T€ 6. sonstige betriebliche Aufwendungen - 21.000 T€ 7. Zinserträge 500 T€ 8. Zinsaufwendungen - 4.000 T€ 9. Ertragssteuern - 7.000 T€ 10. Jahresüberschuss (EAT) = 15.500 T€ Ermitteln Sie bitte die folgenden Kennzahlen: a) Rohergebnis b) Betriebsergebnis (EBIT) c) EBT <?page no="62"?> 62 Aufgaben d) Verschuldungsgrad e) Vorratsintensität f) Deckungsgrad B g) Liquidität 2. Grades h) Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern) i) Netto-Umsatzrentabilität j) Gesamtkapitalrentabilität (vor Steuern) k) Personalintensität Aufgabe 15.4 Thema Bilanzanalyse Der Jahresabschluss einer GmbH zum 31.12.01 ist bekannt. Aktiva Bilanz zum 31.12.01 Passiva Immaterielle Vermögensgegenstände 200.000 € Gezeichnetes Kapital 250.000 € Sachanlagen 600.000 € Gewinnrücklagen 40.000 € Finanzanlagen 150.000 € Jahresüberschuss 93.000 € Rohstoffe 50.000 € Langfristiges Darlehen 5 Jahre 200.000 € Hilfsstoffe 20.000 € Zwischenkredit 1 Jahr 100.000 € Fertigerzeugnisse 470.000 € Sonstige Rückstellungen 180.000 € Forderungen 1.200.000 € Verbindlichkeiten aLuL 950.000 € Kasse 3.000 € Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 80.000 € Sonstige Verbindlichkeiten 100.000 € Bank (Kontokorrent) 700.000 € 2.693.000 € 2.693.000 € Aufwendungen Gewinn- und Verlustrechnung Erträge Materialaufwand 1.900.000 € Umsatzerlöse 4.500.000 € Personalaufwand 1.750.000 € Bestandserhöhung 244.000 € Abschreibungen 170.000 € Zinsertrag 6.000 € Zinsaufwand 187.000 € sonstiger betrieblicher Ertrag 50.000 € Sonstige Aufwendungen 700.000 € Jahresüberschuss 93.000 € 4.800.000 € 4.800.000 € <?page no="63"?> Aufgaben 63 Bitte beachten : Der Jahresüberschuss entstand Ende Dezember 01 und wird vollständig Anfang Januar 02 ausgeschüttet. Berechnen Sie bitte die folgenden Kennzahlen: Eigenkapitalquote: ____________________ Verschuldungsgrad: ____________________ Eigenkapitalrentabilität: ____________________ Gesamtkapitalrentabilität: ____________________ Netto-Umsatzrentabilität: ____________________ Brutto-Umsatzrentabilität: ____________________ ROI: ____________________ Liquidität 2. Grades: ____________________ Working Capital: ____________________ Deckungsgrad B: _____________________ Aufgabe 15.5 Thema Bilanzanalyse Im nächsten Geschäftsjahr möchte die Omega AG ihre Produktionskapazität erweitern. Ein Teil des Investitionsvolumens soll aus dem Eigenkapital finanziert werden, der Rest durch einen Kredit. Zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit werden entsprechende Kennzahlen aus Bilanz und G+V-Rechnung benötigt. Teil 1) Ermitteln Sie für das Geschäftsjahr (siehe Anlage 1) bitte die nachfolgenden Kennzahlen. Berücksichtigen Sie dabei, dass 50 % des Jahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet werden sollen, die Auszahlung aber noch nicht erfolgt ist. Bitte berechnen Sie folgende Kennzahlen: − Eigenkapitalquote, − Liquidität 2. Grades und − Deckungsgrad B. Teil 2) Beurteilen Sie aufgrund der ermittelten Kennzahlen die Kreditwürdigkeit der AG. Berücksichtigen Sie dabei auch die folgenden Durchschnittswerte der Branche: − Eigenkapitalquote: 26 % − Liquidität 2. Grades: 78 % − Deckungsgrad B: 81 % Die Höhe des Cashflows ist eine weitere Entscheidungshilfe bezüglich der Kreditgewährung. <?page no="64"?> 64 Aufgaben Teil 3) Berechnen Sie anhand der Anlagen 1 und 2 den Cashflow (vor Dividendenausschüttung) nach dem üblichen vereinfachten Praktikerverfahren. Teil 4) Erläutern Sie, warum der Cashflow als Entscheidungshilfe für die Beurteilung der Investitionsfähigkeit und der Kreditwürdigkeit einer Unternehmung besser geeignet ist als der Jahresüberschuss allein. Anlage 1: Vereinfachte Bilanzen der Omega AG vor Gewinnverwendung für die beiden letzten Geschäftsjahre (in Mio. €) Aktiva Vorjahr Geschä ftsjahr Passiva Vorjahr Geschä ftsjahr A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermö genswerte 223 234 I. Gezeichnetes Kapital 270 270 II. Sachanlagen II. Kapitalrü cklage 220 220 1. Grundstü cke 421 441 III. Gewinnrü cklagen 2. Maschinen 339 355 1. gesetzliche Rü cklage 15 15 3. BGA 440 461 2. andere Gewinnrü cklagen 782 837 III. Finanzanlagen 133 139 IV. Gewinnvortrag 2 7 B. Umlaufvermögen V. Jahresü berschuss 208 312 I. Vorrä te B. Langfr. Fremdkapital 1. RHB-Stoffe 424 445 I. Pensionsrü ckstellungen 232 186 2. unfertige Erzeugnisse 351 368 II. sonstige Rü ckstellungen 369 393 3. fertige Erzeugnisse 364 382 III. Verbindlichkeiten geg. Kreditinstituten 468 444 II. Forderungen IV. sonst. Verbindlichkeiten 212 262 Forderungen aLuL 1075 1.127 C. Kurzfr. Fremdkapital III. Kassenbestand I. sonst. Rü ckstellungen 457 514 Guthaben bei Kreditinstituten 236 248 II. Finanzverbindlichkeiten 182 167 III. Verbindlichkeiten aLuL 274 295 IV. sonst. Verbindlichkeiten 315 278 4.006 4.200 4.006 4.200 <?page no="65"?> Aufgaben 65 Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnungen der Omega AG für die letzten beiden Geschäftsjahre (in Mio. €) Vorjahr Geschä ftsjahr Umsatzerlö se 4.661 4.940 Bestandsverä nderungen der unfertigen und fertigen Erzeugnisse + 57 + 75 andere aktivierte Eigenleistungen + 68 + 78 sonstige betriebliche Erträ ge + 313 + 317 Materialaufwand - 2.080 - 2.098 Personalaufwand - 1.425 - 1.512 Abschreibungen auf immaterielle Vermö gensgegenstä nde und Sachanlagen - 174 - 157 sonstige betriebliche Aufwendungen - 1.057 - 1.035 Betriebsergebnis = 363 = 608 Finanzerträ ge 53 16 Finanzaufwendungen - 114 - 108 Finanzergebnis - 61 - 92 Ergebnis vor Steuern = 302 = 516 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 94 - 204 Jahresüberschuss = 208 = 312 Aufgabe 15.6 Thema Bilanzanalyse Die Software-AG weist in ihren Jahresabschlüssen 01 und 02 folgende Bilanzwerte - jeweils zum 31.12. (alle Angaben in T€) - aus: Aktiva Jahr 02 Jahr 01 immaterielle Vermö gensgegenstä nde 375.000 412.500 Grundstü cke und Gebä ude 1.260.000 1.290.000 Technische Anlagen, Maschinen 330.000 150.000 Betriebs- und Geschä ftsausstattung 147.000 150.000 Beteiligungen 480.000 0 Vorrä te 420.000 360.000 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 600.000 460.000 �lü ssige Mittel 108.000 277.500 Bilanzsumme 3.720.000 3.100.000 Passiva Jahr 02 Jahr 01 Gezeichnetes Kapital 1.000.000 1.000.000 gesetzliche Gewinnrü cklagen 90.000 81.000 andere Gewinnrü cklagen 230.000 180.000 <?page no="66"?> 66 Aufgaben Jahresü berschuss 240.000 180.000 kurzfristige Rü ckstellungen 660.000 849.000 Hypothekendarlehen 600.000 450.000 kurzfristige Bankverbindlichkeiten 900.000 360.000 Bilanzsumme 3.720.000 3.100.000 Zusatzinformationen (für das Geschäftsjahr 02 und 01): Umsatzerlöse: Jahr 02 = 4.200.000 T€, Jahr 01 = 4.150.000 T€ Forderungen aLuL: Jahr 00 = 380.000 T€ Kontokorrentkreditlinien: 1.200.000 T€ a) Berechnen Sie das Kundenziel fü r das Geschä ftsjahr 02 und 01 (gerundet auf ganze Tage) und geben Sie drei mö gliche Ursachen fü r die von Ihnen festgestellte Entwicklung an. b) Berechnen und beurteilen Sie die Liquiditä t des Unternehmens anhand der Liquiditä t 3. Grades (gerundet auf zwei Dezimalstellen). c) Nennen Sie mindestens drei Alternativen zur Verbesserung der Liquiditä t, damit das Unternehmen seinen kurzfristigen Zahlungsverp�lichtungen problemlos nachkommen kann. Aufgabe 15.7 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Die Sol AG stellt Solaranlagen her. In den letzten Jahren gab es einen kontinuierlichen Rückgang der Nachfrage nach Solaranlagen aufgrund der Wettbewerber aus Südostasien. Die Sol AG beschäftigt im Geschäftsjahr 02 nur noch 738 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 01 wurde eine Dividende von 0,85 € pro Aktie ausgeschüttet. Die Dividende betrug für das Geschäftsjahr 02 nur 0,60 €/ Aktie (Nennwert: 12 €/ Aktie). Aufbereitete Bilanzen der Sol AG für die Geschäftsjahre 01 und 02 (alle Angaben in Mio. €) Aktiva GJ 01 GJ 02 Passiva GJ 01 GJ 02 A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Sachanlagen 119,5 114,9 I. Gezeichnetes Kapital 39,0 39,0 II. Finanzanlagen 27,4 27,8 II. Kapitalrü cklage 4,4 4,4 Summe 146,9 142,7 III. Gewinnrü cklagen 1. gesetzliche Rü cklage 3,3 3,3 2. andere Gewinnrü cklagen 7,4 9,0 IV. Bilanzgewinn 3,6 2,5 Summe 57,7 58,2 B. Umlaufvermögen I. Vorrä te 79,7 71,6 B. Langfr. Fremdkapital II. Forderungen aLuL 59,3 64,1 1. Pensionsrü ckstellungen 35,8 44,3 III. Wertpapiere 9,8 10,3 86,1 85,7 <?page no="67"?> Aufgaben 67 IV. Kasse, Bank 18,2 20,0 2. Verbindlichkeiten gegenü ber Kreditinstituten Summe 167,0 166,0 Summe 121,9 130,0 C. Kurzfr. Fremdkapital 1. sonst. Rü ckstellungen 59,0 53,4 2. Verbindlichkeiten aLuL 75,3 67,1 Summe 134,3 120,5 313,9 308,7 313,9 308,7 Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 02 weist folgende Zahlen aus: Vereinfachte GuV-Rechnung der Sol AG (in Mio. €) vom Geschäftsjahr 02 1. Umsatzerlö se 121,9 2. Bestandserhö hungen der unfertigen und fertigen Erzeugnisse 3,9 3. andere aktivierte Eigenleistungen 0,7 4. sonstige betriebliche Erträ ge 1,0 5. Aufwendungen Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe 85,9 6. Personalaufwand 35,6 7. Abschreibungen 5,6 8. sonstige betriebliche Aufwendungen 0,9 9. Erträ ge aus Beteiligungen 3,0 10. Zinserträ ge 0,5 11. Zinsaufwendungen 2,1 12. außergewö hnliche Erträ ge 7,4 13. außergewö hnliche Aufwendungen 0,9 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2,7 15. sonstige Steuern 0,7 16. Jahresü berschuss 4,0 1. Ist die Sol AG verpflichtet, ihren Jahresabschluss um einen Anhang zu erweitern und einen Lagebericht zu erstellen? 2. Erklären Sie jeweils die Funktion von Anhang und Lagebericht. 3. Zur Vorbereitung der Analystenkonferenz werden verschiedene Bilanzkennzahlen ermittelt, um die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu präsentieren. Der Finanzvorstand erwartet vor allem kritische Fragen zur Kapitalstruktur des Unternehmens. Berechnen Sie für das Geschäftsjahr 02 folgende Bilanzkennzahlen: − Eigenkapitalquote − Deckungsgrad A − Deckungsgrad B <?page no="68"?> 68 Aufgaben − Liquidität 2. Grades − Materialintensität − Umschlagsdauer der Vorräte − Personalintensität 4. Der Finanzvorstand ist mit dem Jahresüberschuss zufrieden, nicht aber mit dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Erklären Sie, weshalb die Bedenken des Finanzvorstands berechtigt sind. Das EBIT wird als Kennzahl zur Beurteilung der Ertragslage oft dem Jahresüberschuss vorgezogen. 5. Ermitteln Sie das EBIT der Sol AG für das Geschäftsjahr 02. 6. Erläutern Sie, weshalb das EBIT für den Vergleich der Ertragslage verschiedener Unternehmen als aussagekräftiger gilt. Im Geschäftsjahr 02 wurden 150 Solaranlagen speziell für einen Solarpark fertiggestellt. Anfang 03 sollen die Solaranlagen ausgeliefert werden. Zur Ermittlung des Bilanzansatzes für den 31.12.02 lagen aus der Kostenrechnung folgende Zahlen für eine Solaranlage vor: Materialeinzelkosten: 5.200 € Fertigungseinzelkosten: 13.000 € MGK-Zuschlagssatz: 30 % FGK-Zuschlagssatz: 120 % VwGK-Zuschlagssatz (Verwaltungsbereich): 12 % VtGK-Zuschlagssatz: 7 % Bisher wurden die hergestellten Maschinen im Jahresabschluss zum Mindestwertansatz ausgewiesen. 7. Berechnen Sie den Unterschiedsbetrag zum höchstmöglichen Bilanzansatz. 8. Zeigen Sie die Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung auf, die sich durch die Bewertung zum höchstmöglichen Bilanzansatz ergeben würden. Aufgabe 15.8 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Es liegt die teilweise aufbereitete Bilanz der IMTM GmbH vor. Gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung soll der Bilanzgewinn innerhalb eines Monats nach der Bilanzerstellung ausgeschüttet werden (alle Angaben in T€). Aktiva Jahr 02 Jahr 01 Passiva Jahr 02 Jahr 01 A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermö genswerte I. Gezeichnetes Kapital 600 570 II. Sachanlagen II. Kapitalrü cklage 0 0 1. Grundstü cke und Gebä ude 580 510 III. Gewinnrü cklagen 2. Maschinen 370 390 1. gesetzliche Rü cklage 3. BGA 300 280 2. andere Gewinnrü cklagen 40 20 <?page no="69"?> Aufgaben 69 III. Finanzanlagen IV. Bilanzgewinn 80 70 B. Umlaufvermögen I. Vorrä te 360 345 B Rückstellungen 1. RHB-Stoffe 1. Pensionsrü ckstellungen 30 0 2. unfertige Erzeugnisse 2. Steuerrü ckstellungen 50 50 3. fertige Erzeugnisse 3. sonst. kurzfr. Rü ckst. 110 100 II. Forderungen Forderungen aLuL 440 425 C. Verbindlichkeiten IV. Kassenbestand etc. 2. langfr. Verbindlichkeiten geg. Kreditinstituten 840 750 Guthaben bei Kreditinstituten 170 140 4. Verbindlichkeiten aLuL 470 530 Bilanzsumme 2.220 2.090 Bilanzsumme 2.220 2.090 Folgende Informationen stehen zusätzlich zur Verfügung: − Das Eigenkapital der Strukturbilanz im Jahr 00 betrug ohne Bilanzgewinn 590 T€. − Die Pensionsrückstellungen im Jahr 00 betrugen 0 T€. − Die Bilanzsumme im Jahr 00 betrug 1.980 T€. Gewinn- und Verlustrechnungen der IMTM GmbH für die letzten beiden Geschäftsjahre (alle Angaben in T€) Jahr 02 Jahr 01 Umsatzerlö se 2.620 2.530 Materialaufwand - 1.130 - 1.080 Personalaufwand - 650 - 630 Abschreibungen auf immaterielle Vermö gensgegenstä nde und Sachanlagen - 130 - 140 sonstige betriebliche Aufwendungen - 450 - 470 Zinsen und ä hnliche Aufwendungen - 105 - 90 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 35 - 30 Jahresüberschuss = 120 = 90 Einstellung in die Gewinnrü cklagen - 40 - 20 Bilanzgewinn = 80 = 70 Ermitteln Sie die folgenden Kennzahlen für die Geschäftsjahre 02 und 01: − Eigenkapitalquote − kurzfristige Fremdkapitalquote − statischer Verschuldungsgrad − Deckungsgrad A − Deckungsgrad B − Liquidität 1. Grades − Liquidität 2. Grades − Liquidität 3. Grades <?page no="70"?> 70 Aufgaben − Eigenkapitalrentabilität nach Steuern − Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern − Netto-Umsatzrentabilität − Cashflow-Umsatzrate Aufgabe 15.9 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Es liegt die teilweise aufbereitete Bilanz der WINM GmbH vor. Der Bilanzgewinn ist bereits in den kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten und soll zu Beginn des neuen Geschäftsjahres komplett ausgeschüttet werden (alle Angaben in T€). Aktiva Jahr 02 Jahr 01 Passiva Jahr 02 Jahr 01 A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermö genswerte 0 0 I. Gezeichnetes Kapital 4.500 3.500 II. Sachanlagen 8.400 7.650 II. Kapitalrü cklage 0 0 1. Grundstü cke und Gebä ude III. Gewinnrü cklagen 400 400 2. Maschinen 1. gesetzliche Rü cklage 3. BGA 2. andere Gewinnrü cklagen III. Finanzanlagen IV. Bilanzgewinn B. Umlaufvermögen I. Vorrä te 1.600 1.020 B Rückstellungen 1. RHB-Stoffe 1. Pensionsrü ckstellungen 400 220 2. unfertige Erzeugnisse 2. Steuerrü ckstellungen 3. fertige Erzeugnisse 3. sonst. kurzfr. Rü ckst. 566 366 II. Forderungen Forderungen aLuL 3.000 2.100 C. Verbindlichkeiten IV. Liquide Mittel 200 160 2. langfr. Verb. geg. Kreditinst. 5.000 4.800 4. sonstige kurzfr. Verbindl. 2.334 1.644 Bilanzsumme 13.200 10.930 Bilanzsumme 13.200 10.930 Folgende Informationen stehen zusätzlich zur Verfügung: − Die Vorräte im Jahr 00 betrugen 980 T€ − Das Eigenkapital der Strukturbilanz im Jahr 00 betrug 3.900 T€. − Die Pensionsrückstellungen im Jahr 00 betrugen 220 T€. − Die Bilanzsumme im Jahr 00 betrug 9.860 T€. − Der auszuschüttende Bilanzgewinn ist schon in den kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten. <?page no="71"?> Aufgaben 71 Gewinn- und Verlustrechnungen der WINM GmbH für die letzten beiden Geschäftsjahre (alle Angaben in T€) Jahr 02 Jahr 01 Umsatzerlö se 25.600 24.300 Gesamtleistung 27.000 24.800 Zinsen und ä hnliche Aufwendungen 360 380 Jahresüberschuss = 1.300 = 1.000 Einstellung in die Gewinnrü cklagen 0 0 Bilanzgewinn = 1.300 = 1.000 Ermitteln Sie die folgenden Kennzahlen für die Geschäftsjahre 02 und 01: − Eigenkapitalquote − kurzfristige Fremdkapitalquote − statischer Verschuldungsgrad − Anlagenintensität − Deckungsgrad A − Deckungsgrad B − Liquidität 1. Grades − Liquidität 2. Grades − Liquidität 3. Grades − Vorratsquote (Vorratsintensität) − Eigenkapitalrentabilität nach Steuern − Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern − Netto-Umsatzrentabilität Aufgabe 15.10 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Von der ABC AG liegen Ihnen die folgenden Informationen vor: Aktiva Bilanzen Passiva Geschäftsjahr 01 02 Geschäftsjahr 01 02 Immaterielle Vermögensgegenstände 300 330 Gezeichnetes Kapital 600 600 Sachanlagen 1.980 1.800 Kapitalrücklage 650 650 Finanzanlagen 650 850 Gewinnrücklagen 400 400 Summe Anlagevermögen 2.930 2.980 Jahresüberschuss 200 240 Roh-, Hilfsu. Betriebsstoffe 300 330 Summe Eigenkapital 1.850 1.890 Unfertige und fertige Erzeugnisse 100 60 Langfristige Rückstellungen 450 500 Summe Vorräte 400 390 kurzfr. Rückstellungen 450 500 Forderungen aLuL 365 610 Kredite über 5 Jahre 1.200 1.250 <?page no="72"?> 72 Aufgaben Sonstige Vermögensgegenstände 200 220 Verbindlichkeiten aLuL 150 310 Wertpapiere 600 650 Sonstige Verbindlichkeiten (davon verzinslich) 600 (400) 550 (450) Liquide Mittel 205 150 Summe Fremdkapital 2.850 3.110 Summe Umlaufvermögen 1.770 2.020 Bilanzsumme 4.700 5.000 Bilanzsumme 4.700 5.000 (Alle Angaben in T€) Ergänzende Informationen zur Gewinn- und Verlustrechnung: Geschäftsjahr 01 02 Umsatzerlöse 6.000 6.200 EBIT 390 440 (Alle Angaben in T€) Ermitteln Sie die folgenden Kennzahlen für das Geschäftsjahr 02: − Anlagenintensität − Kundenziel − Eigenkapitalquote − Liquidität 2. Grades − Deckungsgrad B − Gesamtkapitalrentabilität (vor Steuern) <?page no="73"?> Lösungen <?page no="75"?> 1. Funktionen, Adressaten und Ziele des Jahresabschlusses Lösung Aufgabe 1.1 Thema Aufgabe des Jahresabschlusses Die Hauptaufgaben des Jahresabschlusses sind:  Dokumentation des Geschäftsjahres: Der Jahresabschluss hält sämtliche finanziellen Aktivitäten eines Unternehmens fest. Er zeigt, wie erfolgreich oder weniger erfolgreich gewirtschaftet wurde, und dient damit als umfassender Rechenschaftsbericht.  Informationsquelle für Stakeholder Gläubiger, Investoren, Banken, Mitarbeitende und der Staat erhalten Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Das schafft Vertrauen und Transparenz und unterstützt die Beurteilung der Unternehmensstabilität.  Grundlage für die Besteuerung: Das Finanzamt nutzt den Jahresabschluss zur Ermittlung der Steuerlast, insbesondere für die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und gegebenenfalls die Einkommensteuer. Nach dem Handelsgesetzbuch (§ 242 HGB) sind viele Unternehmen dazu verpflichtet, einen Jahresabschluss zu erstellen. Dies betrifft auch Einzelunternehmer und Personengesellschaften.  Planungs- und Entscheidungsgrundlage: Unternehmen nutzen die Zahlen des Jahresabschlusses, um strategische Entscheidungen zu treffen, Budgets zu planen, Investitionen zu bewerten und Risiken besser einzuschätzen.  Rechtliche Verpflichtung : Der konkrete Umfang und die Anforderungen hängen von der jeweiligen Rechtsform, Unternehmensgröße und Branche ab.  Vergleichs- und Analyseinstrument: Jahresabschlüsse ermöglichen die Analyse der Entwicklung über mehrere Jahre hinweg sowie den Vergleich mit Wettbewerbern oder Branchenkennzahlen. Dadurch wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit messbar. Lösung Aufgabe 1.2 Thema Bestandteile des Jahresabschlusses Teil a) In Deutschland hängen die Bestandteile eines Jahresabschlusses vor allem von der Rechtsform und der Größe des Unternehmens ab. Grundsätzlich setzt er sich aus den folgenden Rechnungslegungselementen zusammen: Rechtsform Bestandteile Einzelunternehmen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) Personengesellschaften Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) Kapitalgesellschaften Bilanz, GuV, Anhang und ggf. Lagebericht (nur für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften) Teil b) Der Jahresabschluss kapitalmarktorientierter Kapitalgesellschaften ist besonders umfangreich und unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Diese Unternehmen gelten nach § 264d HGB stets als „groß“ und müssen daher zusätzliche Berichtspflichten erfüllen. Der Konzernabschluss umfasst:  Konzernbilanz Lösungen 75 <?page no="76"?> 76 Lösungen  Konzern-GuV  Konzernanhang  Konzernlagebericht (§ 315 Abs. 4 HGB)  Kapitalflussrechnung  Eigenkapitalspiegel  Segmentberichterstattung (nach IFRS) Darüber hinaus müssen kapitalmarktorientierte zusätzlich über Folgendes berichten:  Nachhaltigkeitsberichterstattung  Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats  Corporate Governance-Bericht (bei börsennotierten Kapitalgesellschaften)  Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses Teil c) Die Adressaten des Jahresabschlusses sind vielfältig und lassen sich grundsätzlich in zwei Hauptgruppen einteilen: interne und externe Adressaten. Beide Gruppen verfolgen unterschiedliche Interessen und haben spezifische Informationsbedürfnisse. Interne Adressaten Diese Personen oder Gremien sind innerhalb des Unternehmens tätig und nutzen den Jahresabschluss zur Steuerung, Kontrolle und strategischen Ausrichtung.  Geschäftsführung und Management : Nutzen den Jahresabschluss, um die Unternehmensleistung zu beurteilen, operative sowie strategische Entscheidungen abzuleiten und die künftige Unternehmensentwicklung zu planen.  Gesellschafter bzw. Eigentümer: Bewerten die Rentabilität ihres Kapitals und treffen auf dieser Grundlage Entscheidungen über Gewinnausschüttungen, Reinvestitionen oder Kapitalentnahmen.  Aufsichtsrat und Beirat : Verwenden den Jahresabschluss, um die Tätigkeit der Geschäftsführung zu überwachen, Risiken zu identifizieren und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherzustellen.  Mitarbeitende : Interessieren sich insbesondere bei Beteiligungsmodellen, Erfolgsprämien oder Mitarbeiteraktien für die Ergebnisse. Zudem liefert der Jahresabschluss Hinweise auf die Stabilität des Unternehmens und damit auf die Arbeitsplatzsicherheit. Externe Adressaten Diese Gruppen stehen außerhalb des Unternehmens , sind jedoch auf verlässliche und transparente Informationen angewiesen, um ihre Entscheidungen fundiert treffen zu können.  Investoren und Aktionäre : Bewerten die Rendite- und Risikopotenziale sowie die Zukunftsperspektiven des Unternehmens, um über Kauf, Halten oder Verkauf ihrer Anteile zu entscheiden.  Kreditinstitute und Banken : Nutzen den Jahresabschluss, um die Bonität und Kreditwürdigkeit einzuschätzen und die Kreditvergabe, Konditionen und Sicherheiten festzulegen.  Lieferanten : Sie prüfen die wirtschaftliche Stabilität und Zahlungsfähigkeit des Unternehmens, insbesondere vor Vertragsabschlüssen oder bei der Gewährung von Lieferantenkrediten.  Kunden: Sie informieren sich über die Verlässlichkeit des Unternehmens, vor allem bei Großaufträgen mit Anzahlungen oder langfristigen Liefer- und Leistungsbeziehungen. <?page no="77"?> Lösungen 77  Finanzbehörden (Fiskus) : Sie ziehen den Jahresabschluss zur Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen heran (z. B. Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer).  Wirtschaftsprüfer und Steuerberater : Sie verwenden die Unterlagen für Prüfungszwecke, zur Beurteilung der Ordnungsmäßigkeit und als Basis für steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung.  Öffentlichkeit und Medien : Sie interessieren sich insbesondere bei kapitalmarktorientierten Unternehmen oder Unternehmen mit hoher gesellschaftlicher Bedeutung für die wirtschaftliche Lage und Entwicklungen. <?page no="78"?> 78 Lösungen 2. Grundlagen und Bestandteile des Jahresabschlusses Lösung Aufgabe 2.1 Thema Vorsichtsprinzip Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne nur dann berücksichtigt werden dürfen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. Gemäß dem Imparitätsprinzip müssen bereits vorhersehbare Verluste, die noch nicht eingetreten sind, in der Bilanz berücksichtigt werden. Dagegen dürfen absehbare Gewinne, die noch nicht realisiert worden sind, nicht in der Bilanz ausgewiesen werden. Somit werden nicht realisierte Verluste und Gewinne ungleich behandelt. Ausdruck des Imparitätsprinzips ist das Niederstwertprinzip beim Vermögen und das Höchstwertprinzip bei den Schulden. Lösung Aufgabe 2.2 Thema Bewertung Nach dem Handelsrecht gelten bei der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden im Jahresabschluss bestimmte Bewertungsgrundsätze, die in § 252 HGB geregelt sind. Sie sind Teil der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) und dienen der Klarheit, Vergleichbarkeit und Vorsicht in der Rechnungslegung. Im Folgenden sind die wichtigsten Bewertungsgrundsätze im Überblick dargestellt: Grundsatz Erklärung Bilanzkonformitä t: Die Wertansä tze der Erö ffnungsbilanz mü ssen mit denen der Schlussbilanz des Vorjahres ü bereinstimmen. Going-Concern-Prinzip: Es wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen fortgefü hrt wird, es sei denn, es liegen gegenteilige Hinweise vor (z. B. Insolvenz). Einzelbewertung: Jeder Vermö gensgegenstand und jede Schuld muss einzeln bewertet werden, es dü rfen keine Pauschalansä tze verwendet werden. Vorsichtsprinzip: Risiken und Verluste mü ssen berü cksichtigt werden, auch wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag bekannt werden. Gewinne dü rfen nur ausgewiesen werden, wenn sie am Bilanzstichtag realisiert sind. Realisationsprinzip: Gewinne dü rfen erst dann ausgewiesen werden, wenn sie durch Umsä tze tatsä chlich realisiert wurden. Imparitä tsprinzip: Verluste mü ssen antizipiert werden, Gewinne hingegen nicht. Das schü tzt Glä ubiger und fö rdert die Kapitalerhaltung. Periodenabgrenzung: Aufwendungen und Erträ ge sind dem Geschä ftsjahr zuzuordnen, in dem sie wirtschaftlich verursacht wurden - unabhä ngig vom Zahlungszeitpunkt. Bewertungsstetigkeit: Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden, um die Vergleichbarkeit zu gewä hrleisten. AÄ nderungen mü ssen begrü ndet und offengelegt werden. <?page no="79"?> 3. Bilanz Lösung Aufgabe 3.1 Thema Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände a) Zunächst müssen die Summen der Rücklagen und des angesetzten Betrages der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände, abzüglich den passiven latenten Steuern, ermittelt und gegenübergestellt werden: Gewinnrücklagen 220 T€ Immaterielle Vermögensgegenstände 1.800 T€ + Gewinnvortrag + 180 T€ passive latente Steuern - 540 T€ + Jahresüberschuss + 500 T€ = maximal ausschüttbarer Betrag ohne Ausschüttungssperre = 900 T€ = ausschüttungsgesperrter Betrag 1.260 T€ Da die Summe der Rücklagen zuzüglich des Gewinnvortrags (= 900 T€) kleiner ist als die aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände abzüglich der passiven latenten Steuern (= 1.260 T€), darf keine Ausschüttung vorgenommen werden. Es sind passive latente Steuern zu bilden (1.800 T€ × 30 % = 540 T€), da in der Steuerbilanz für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Aktivierungsverbot besteht. b) Gewinnrücklagen 220 T€ Immaterielle Vermögensgegenstände 1.800 T€ + Gewinnvortrag + 1.180 T€ passive latente Steuern - 540 T€ + Jahresüberschuss + 500 T€ = maximal ausschüttbarer Betrag ohne Ausschüttungssperre 1.900 T€ = ausschüttungsgesperrter Betrag 1.260 T€ Durch den höheren Gewinnvortrag von 1.180 T€ erhöht sich die Summe des möglichen Ausschüttungsbetrags ohne Ausschüttungssperre auf 1.900 T€ und überschreitet somit die aktivierten Vermögensgegenstände abzüglich der passiven latenten Steuern. Eine Ausschüttung ist jetzt maximal in Höhe von 640 T€ (= 1.900 T€ - 1.260 T€) möglich. Lösung Aufgabe 3.2 Thema Gewinnverwendung Teil a) Wird der Jahresabschluss vor Gewinnverwendung erstellt, ergibt sich folgender Eigenkapitalausweis: A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 350.000 € III. Gewinnrücklagen 120.000 € IV. Gewinnvortrag 14.000 € V. Jahresüberschuss 86.000 € Lösungen 79 <?page no="80"?> 80 Lösungen Teil b) Wird der Jahresabschluss nach Gewinnverwendung erstellt, wird folgendes Eigenkapital ausgewiesen, wenn die Gewinnausschüttung den Gesellschaftern noch nicht zugeflossen ist. A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 350.000 € III. Gewinnrücklagen (120.000 € + 25.000 €) 145.000 € IV. Bilanzgewinn (86.000 € + 14.000 € - 25.000 €) 75.000 € Da Jahresüberschuss und Ergebnisverwendung bei dieser zweiten Ausweisform nicht ersichtlich sind, müssen zusätzliche Angaben gemacht werden, z. B. in der Gewinn- und Verlustrechnung: Ausschnitt aus der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren (17) Jahresüberschuss 86.000 € (18) Gewinnvortrag 14.000 € (19) Einstellungen in die Gewinnrücklagen 25.000 € (20) Bilanzgewinn 75.000 € Lösung Aufgabe 3.3 Thema Rücklagen Ein Agio, das bei der Ausgabe von Aktien oder Geschäftsanteilen entsteht, muss in die Kapitalrücklage eingestellt werden. Unter einem Agio versteht man die Differenz zwischen dem Emissionskurs und dem Nennwert der Aktie bzw. des Geschäftsanteils. Die Kapitalrücklage fließt dem Unternehmen von außen zu. Die Gewinnrücklagen hat das Unternehmen selbst erwirtschaftet, d. h. es handelt sich um eine Innenfinanzierung des Unternehmens, indem das Unternehmen den Gewinn nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert (einbehalten) hat. Lösung Aufgabe 3.4 Thema Gewinnverwendung a) Gewinnverwendung der AG Folgendes müssen Sie beachten: − Erforderliche Rücklagenbildung: 10 % von 19.500.000 € = 1.950.000 € − Grundkapital = 19.500.000 € − Bisher gebildete Kapitalrücklage und gesetzliche Rücklage = 1.040.000 € + 195.000 € = 1.235.000 € − Die Pflicht zur Rücklagenbildung ist noch nicht erfüllt, daher müssen 5 % des Jahresüberschusses des Jahres 02 in die gesetzlichen Rücklagen eingestellt werden. Vom Restbetrag kann der Vorstand bis zu 50 % in die anderen Gewinnrücklagen einstellen (offene Selbstfinanzierung). <?page no="81"?> Lösungen 81 Jahresüberschuss 3.900.000 € - Einstellung in die gesetzliche Rü cklage - 195.000 € = Zwischensumme = 3.705.000 € - Einstellung in andere Gewinnrü cklagen (50 % der Zwischensumme) - 1.852.500 € = Zwischensumme = 1.852.500 € + Gewinnvortrag + 169.000 € = Bilanzgewinn = 2.021.500 € Anzahl Aktien: 19.500.000 € : 6 €/ Aktie = 3.250.000 Aktien max. Stü ckdividende: 2.021.500 € Bilanzgewinn : 3.250.000 Aktien = 0,622 €/ Aktie Die Stü ckdividende je Aktie beträ gt 0,62 €/ Aktie gesamte Dividendenzahlung: 3.250.000 Aktien × 0,622 €/ Aktie = 2.015.000 € b) Eigenkapital nach Gewinnverwendung, offene Selbstfinanzierung Grundkapital 19.500.000 € Kapitalrü cklage 1.040.000 € gesetzliche Rü cklage 390.000 € andere Gewinnrü cklagen 2.147.600 € Gewinnvortrag 0 € + Bilanzgewinn + 2.021.500 € gesamte Dividende - 2.015.000 € = Gewinnvortrag ins Folgejahr = 6.500 € Hö he der offenen Selbstfinanzierung: Jahresü berschuss 02 3.900.000 € - Dividendenzahlung - 2.015.000 € = offene Selbstfinanzierung = 1.885.000 € Lösung Aufgabe 3.5 Thema Gesetzliche Rücklagen und Gewinnvortrag Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 12.000.000 € +/ - Gewinn-/ Verlustvortrag aus dem Vorjahr - 2.000.000 € = Bemessungsgrundlage 1 = 10.000.000 € - Einstellung in die gesetzliche Rücklage (so lange 5 % von der positiven Bemessungsgrundlage 1, bis gesetzliche Rücklage und Kapitalrücklage zusammen 10 % des Grundkapitals erreicht haben) - 500.000 € = Bemessungsgrundlage 2 = 9.500.000 € - Einstellungen in die Gewinnrücklagen max. 50 % der positiven Bemessungsgrundlage 2) - 4.750.000 € = Bemessungsgrundlage 3 = 4.750.000 € - Ausschüttung (= Dividendenzahlung) - 3.000.000 € = Gewinnvortrag (= der Betrag, über dessen Verwendung noch nicht entschieden wurde) = 1.750.000 € <?page no="82"?> 82 Lösungen Lösung Aufgabe 3.6 Thema Kapitalerhöhung und Gewinnverwendung Vor der Kapitalerhöhung hatte die IMTB AG 10.000.000 Aktien. Bei einer Erhöhung im Verhältnis 10: 1 kommen 1.000.000 junge Aktien hinzu. Entwicklung des gezeichneten Kapitals: Bilanzansatz am 31.12.02: 50.000.000 € + 1.000.000 Aktien zu einem Nennwert von 5 € + 5.000.000 € = Bilanzansatz am 31.12.03: = 55.000.000 € Entwicklung der Kapitalrücklage: Es ist der Betrag, der bei der Ausgabe von Aktien über dem Nennwert hinaus erzielt wird, in die Kapitalrücklage einzustellen. Somit muss die Kapitalrücklage bei dieser Kapitalerhöhung um 3,00 € je junge Aktie aufgestockt werden. Bilanzansatz am 31.12.02: 1.600.000 € + 1.000.000 Aktien mit einem Agio von 2,40 € je Aktie + 2.400.000 € = Bilanzansatz am 31.12.03: = 4.000.000 € Entwicklung der Gewinnrücklagen: 1. Gesetzliche Rücklage Die gesetzliche Rücklage muss erhöht werden, da sie zusammen mit der Kapitalrücklage (1.200.000 € + 4.000.000 € = 5.200.000 €) nicht mehr als 10 % des gezeichneten Kapitals (5.500.000 €) ausmacht (§ 150 Abs. 2 AktG). Eine Erhöhung erfolgt in der Regel nur bis zur Erreichung dieser Grenze. Bilanzansatz am 31.12.02: 1.200.000 € + Zufü hrung aus dem Jahresü berschuss + 300.000 € = Bilanzansatz am 31.12.03: = 1.500.000 € 2. Andere Gewinnrücklagen Bilanzansatz am 31.12.02: 29.200.000 € Bilanzgewinn 02 8.000.000 € Ausschü ttung (10.000.000 Aktien × 0,70 €/ Aktie =) - 7.000.000 € Restbetrag = 1.000.000 € + Zufü hrung aus dem Jahresü berschuss des Geschä ftsjahres 02 gemä ß HV + 1.000.000 € + Zufü hrung aus dem Jahresü berschuss des Geschä ftsjahre 03 + 2.000.000 € = Bilanzansatz am 31.12.03 = 32.200.000 € Entwicklung des Bilanzgewinns (§ 158 AktG): Bilanzansatz am 31.12.02: 8.000.000 € - Ausschü ttung (10.000.000 Aktien × 0,70 €/ Aktie - 7.000.000 € - Zufü hrung zu den anderen Gewinnrü cklagen - 1.000.000 € = Zwischensumme = 0 € <?page no="83"?> Lösungen 83 Jahresü berschuss vor Kö rperschaftssteuer 16.000.000 € - Kö rperschaftssteuer (15 %) - 2.400.000 € = Jahresü berschuss des Geschä ftsjahres 03 = 13.600.000 € - Zufü hrung zu der gesetzlichen Rü cklage - 300.000 € - Zufü hrung zu den andern Gewinnrü cklagen - 2.000.000 € = Bilanzansatz zum 31.12.03 = 11.300.000 € Bilanzpositionen des Eigenkapitals gemäß § 266 Abs. 3 HGB: I. Gezeichnetes Kapital 55.000.000 € II. Kapitalrücklage 4.000.000 € III. Gewinnrücklagen 1. gesetzliche Rücklage 1.500.000 € 2. andere Gewinnrücklagen 32.200.000 € IV. Bilanzgewinn 11.300.000 € Lösung Aufgabe 3.7 Thema Rückstellungen a) Rückstellungen stellen Fremdkapital dar, das das alte Geschäftsjahr betrifft. Sie stehen zwar ihrem Grunde nach fest, jedoch sind deren genaue Höhe und/ oder Fälligkeit am Bilanzstichtag noch nicht bekannt. b) Die Ungewissheit über die Höhe und/ oder die Fälligkeit der Verpflichtung ist das entscheidende Merkmal, das Rückstellungen von genau bestimmbaren Verbindlichkeiten unterscheidet. In der Regel müssen die Rückstellungsbeträge geschätzt werden (z. B. durch Kostenvoranschläge). c) Eine zu hohe Bildung von Rückstellungen führt zu einer zusätzlichen Ergebnisschmälerung und damit zu einer „stillen Reserve“. Bei der Auflösung einer zu hoch gebildeten Rückstellung entsteht ein sonstiger betrieblicher Ertrag. Lösung Aufgabe 3.8 Thema Rückstellung für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung a) Die Bio-AG hat gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 HGB eine „Rückstellung für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung“ in Höhe von 17.000 € zu bilden. Die Reparatur, die im Geschäftsjahr unterlassen wurde, wird im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt. b) Gemäß § 249 Abs. 2 HGB dürfen für andere, als in § 249 Abs. 1 HGB bezeichneten, Zwecke keine Rückstellungen gebildet werden, d. h. es besteht ein Passivierungsverbot. Lösung Aufgabe 3.9 Thema Garantierückstellung Gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB sind Rückstellungen mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag anzusetzen, der sich nach der kaufmännischen Beurteilung ergibt. <?page no="84"?> 84 Lösungen Im Fall der Karl Maier OHG ist eine Einzelrückstellung in Höhe des bekannten Risikos, d. h. ein Betrag von (30.000 € × 20 % =) 6.000 €, zu erfassen. Buchungssatz zur Bildung der Einzelrückstellung: sonstige betriebliche Aufwendungen 6.000 € an sonstige Rückstellungen 6.000 € Bei einer Pauschalrückstellung wird der Durchschnittswert der vergangenen Jahre, bezogen auf den Restumsatz, angesetzt. Es ist eine Rückstellung in Höhe von (45.430.000 € × 0,5 % =) 227.150 € zu bilden. Buchungssatz zur Bildung der Pauschalrückstellung: sonstige betriebliche Aufwendungen 227.150 € an sonstige Rückstellungen 227.150 € Lösung Aufgabe 3.10 Thema Rückstellung für unterlassene Instandhaltung Gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB sind Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen zu bilden, wenn diese innerhalb der ersten drei Monate des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die wirtschaftliche Verursachung im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt. Da es sich bei den Lkws D und E, die im Jahr 02 beschädigt wurden, um wertbegründende Tatsachen und nicht um wertaufhellende Tatsachen handelt, dürfen für diese keine Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung gebildet werden. Ebenso kann für den Lkw B keine Rückstellung gebildet werden, da die Instandhaltung nicht innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden kann. Buchungssatz zur Bildung der Rückstellung für unterlassene Instandhaltung: sonstige betriebliche Aufwendungen 19.400 € an sonstige Rückstellungen 19.400 € Lösung Aufgabe 3.11 Thema Bilanzansatz Ordnen Sie die folgenden Buchstaben den untenstehenden Sachverhalten für die Großhandels GmbH zu: a) Aktive Rechnungsabgrenzung b) Passive Rechnungsabgrenzung c) Sonstige Forderung d) Sonstige Verbindlichkeit <?page no="85"?> Lösungen 85 Buchstabe Schuhhä ndler Frosch zahlt der Großhandels GmbH die Ladenpacht fü r Januar 02 bereits im Dezember 01. b) Der Mieter Meier hat vergessen, die Miete fü r Dezember 01 an die Großhandels GmbH zu bezahlen. c) Die Großhandels GmbH erhä lt die UÄ berlassungsvergü tung von Paletten fü r das Geschä ftsjahr 02 bereits im Dezember 01. b) Die Großhandels GmbH bezahlt die Krankenkassenbeiträ ge fü r Dezember 01 Anfang Januar 02. d) Die Großhandels GmbH zahlt am 1. September 01 die Haftpflichtversicherung fü r ihre LKWs fü r ein Jahr im Voraus. a) <?page no="86"?> 4. Grundlagen der Bilanzierung Lösung Aufgabe 4.1 Thema Bilanzierungsfähigkeit Teil a) Typische Beispiele für Aktivierungsgebote sind: − Sachanlagen (z. B. Maschinen, Grundstücke, Gebäude, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung) − Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen, Wertpapiere) − Vorräte (z. B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse, Handelswaren) − Forderungen aLuL − Liquide Mittel (Kasse, Bankguthaben) − Aktive Rechnungsabgrenzungsposten − Entgeltlich erworbener Geschäfts- oder Firmenwert Teil b) − selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens − Disagio − aktiven latenten Steuern − Geringwertige Wirtschaftsgüter Teil c) Aktivierungsverbote − Vermögensgegenstände, die nicht zum Betriebsvermögen gehören − originärer (selbst geschaffener) Geschäfts- oder Firmenwert − Aufwendungen für die Beschaffung von Eigenkapital − Gründungsaufwendungen − fiktive Vermögensgegenstände − Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen (§ 248 Abs. 1 Nr. 3 HGB) − Selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (§ 248 Abs. 2 Satz 2 HGB) − Ansprüche und Verpflichtungen aus beiderseits noch nicht erfüllter Verträge, sogenannte schwebende Geschäfte Teil d) − Darlehen − Verbindlichkeiten − Rückstellungen - Pensionsrückstellungen - Steuerrückstellungen - Sonstige Rückstellungen  Urlaub und Urlaubsgeld  Weihnachtsgeld 86 Lösungen <?page no="87"?> Lösungen 87  Berufsgenossenschaft  Drohverlustrückstellung − bestimmte Aufwandsrückstellungen unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Monaten des nächsten Geschäftsjahres nachgeholt werden unterlassene Abraumbeseitigung, die innerhalb der nächste 12 Monate nachgeholt werden muss − Kulanzrückstellungen − passiven Rechnungsabgrenzungsposten − passive latente Steuern Teil e) − Altpensionsrückstellungen, wenn der Pensionsanspruch vor dem 01.01.1987 erworben wurde − Unterdeckungen bei mittelbaren Verpflichtungen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Unterdeckungen bei Unterstützungskassen und Pensionsfonds. Teil f) − Schulden, die nicht zum Betriebsvermögen gehören − Rückstellungen für andere als in § 249 Abs. 1 HGB bezeichnete Zwecke (§ 249 Abs. 2 Satz 1 HGB) − Sonstige Aufwandsrückstellungen (generell) − Aufwendungen für unterlassene Instandhaltungen, nach Ablauf der Dreimonatsfrist − Eventualverbindlichkeiten (z. B. Bürgschaften) Lösung Aufgabe 4.2 Thema Bilanzierung a) Einer Ausschüttungssperre unterliegen die folgenden Gewinne aus der: − Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, − Bewertung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert im Rahmen der Saldierung mit Pensionsverpflichtungen sowie − Aktivierung latenter Steuern. b) Es soll die Ausschüttung von noch nicht realisierten Gewinnen vermieden und an den bestehenden Grundsätzen der Kapitalerhaltung festgehalten werden. c) Es bestehen die folgenden drei Aktivierungswahlrechte nach dem HGB: − Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens können als Aktivposten in die Bilanz aufgenommen werden (§ 248 Abs. 2 Satz 1 HGB) i. V. m. Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB. Hierbei handelt es sich in der Regel um die Entwicklungskosten. − Verbindlichkeitsdisagio (§ 250 Abs. 3 HGB), als aktiver RAP, − aktive latente Steuern (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB) bei einem Steuerwert, der größer als der HGB-Vermögenswert oder kleiner als der HGB-Schuldenwert. <?page no="88"?> 88 Lösungen Lösung Aufgabe 4.3 Multiple Choice Bilanzierung richtig falsch In der Handelsbilanz werden auf der Aktivseite nur die zum Stichtag zu bilanzierenden Vermögensgegenstände ausgewiesen. × Für die Handelsbilanz einer Personengesellschaft besteht ein Wahlrecht zur Passivierung von Garantierückstellungen. × Nach dem Handelsrecht besteht für die Bilanzierung eines Disagios ein Aktivierungswahlrecht. × In der Bilanz sind die Verbindlichkeiten zu ihrem Erfüllungsbetrag auszuweisen. × Durch den Abschluss eines Bürgschaftsvertrags entsteht eine Verbindlichkeit, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen wird. × Die Entwicklungskosten eines selbst erstellten Patents dürfen aktiviert werden. × Die Kosten für einen Betriebskindergarten können als Bilanzierungshilfe aktiviert werden. × Aufgrund des Maßgeblichkeitsgrundsatzes muss eine Drohverlustrückstellung in der Handelsbilanz auch in der Steuerbilanz passiviert werden. × Jahresabschluss richtig falsch Die Lach AG weist im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 01 einen „Bilanzgewinn“ von 2 Mio. € aus. Somit ergibt sich für die Lach AG ein positives Ausschüttungspotenzial. × Die Lach AG weist im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 01 einen „Bilanzgewinn“ von 2 Mio. € aus. Somit beläuft sich das handelsrechtliche Ergebnis der Lach AG immer auf insgesamt 2 Mio. €. × Die Bildung von Gewinnrücklagen verkleinert das Eigenkapital. × Durch die Bildung einer stillen Rücklage entsteht der Bilanzposten Gewinnvortrag. × Zu einem geringeren Gewinn gelangt man durch die Wahrnehmung von Aktivierungswahlrechten. × Im Jahr der Anschaffung gelangt man zu einem geringeren Gewinn, wenn man eine kurze planmäßige Nutzungsdauer bei abnutzbaren Vermögensgegenständen festlegt. × <?page no="89"?> 5. Grundlagen der Bewertung Lösung Aufgabe 5.1 Thema Wertaufhellung Es muss die nach dem Bilanzstichtag erlangte Information durch entsprechende außerplanmäßige Abschreibungen zum 31.12.01 berücksichtigen. Es handelt sich um einen wesentlichen Hinweis zu einer Gegebenheit, die bereits am Bilanzstichtag objektiv vorgelegen hat. Lösung Aufgabe 5.2 Thema Anschaffungskosten eines Grundstücks Ermittlung der Anschaffungskosten für das Betriebsgrundstück: Kaufpreis Grundstü ck 400.000 € + Grunderwerbsteuer + 20.000 € + Vermessungskosten + 15.000 € + Maklergebü hr + 20.000 € + Notariatskosten + 5.000 € + Grundbucheintragung + 1.200 € + Gutachten fü r Bodenbeschaffenheit + 4.000 € + Kanalanschlusskosten + 18.000 € = Anschaffungskosten des Grundstücks = 483.200 € Lösung Aufgabe 5.3 Thema Anschaffungskosten für Grundstück und Gebäude Gebäude Grundstück Kaufpreis 100.000 € 50.000 € Grunderwerbsteuer 5.000 € 2.500 € Finanzierungskosten 0 € 0 € Aktivierungsverbot Notar 1.200 € 600 € Grundbuchgebühr 600 € 300 € Heizung 6.000 € 0 € Baumaterialien 15.000 € 0 € Eigenleistung 0 € 0 € Aktivierungsverbot Erschließungsbeiträge 0 € 8.000 € Gas-, Wasser- und Stromversorgung 4.000 € 0 € Makler 3.000 € 1.500 € Anschaffungskosten 134.800 € 62.900 € Lösungen 89 <?page no="90"?> 90 Aufgaben Lösung Aufgabe 5.4 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten a) Berechnung der Anschaffungskosten Anschaffungspreis inkl. 19 % USt 595.000,00 € - Umsatzsteuer - 95.000,00 € = Anschaffungspreis ohne USt = 500.000,00 € - Rabatt (10 %) - 50.000,00 € = Nettopreis nach Rabatt = 450.000,00 € - 2 % Skonto - 9.000,00 € = Nettopreis nach Rabatt und Skonto = 441.000,00 € - Investitionszuschuss - 50.000,00 € + Fundament + 25.000,00 € + Transportkosten ohne USt + 3.000,00 € + Transportversicherung + 400,00 € + Montagekosten + 6.000,00 € = Anschaffungskosten = 425.400,00 € b) Beispiele für Aktivierungs gebote und Aktivierungsv erbote beim Kauf von Immobilien. Aktivierungsgebot Aktivierungsverbot  Anschaffungspreis ohne USt  Beurkundung des Kaufvertrags (Notargebühr)  Bekundungsgebühr für Grundbuch  Gebühren für die Eigentumsübertragung  Maklercourtage  Abraum- und Abrisskosten  Grunderwerbsteuer  Grundsteuer  Eintragung der Grundschuld im Grundbuch  Beurkundung der Grundschuld beim Notar  Wasser- und Stromabrechnung des laufenden Geschäftsjahres  Gebäudeversicherung  Fremdkapitalzinsen Lösung Aufgabe 5.5 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten und der Abschreibung a) Berechnung der Anschaffungskosten Anschaffungspreis inkl. 19 % USt 476.000,00 € - Umsatzsteuer - 76.000,00 € = Anschaffungspreis ohne USt = 400.000,00 € - Rabatt (5 %) - 20.000,00 € = Nettopreis nach Rabatt = 380.000,00 € <?page no="91"?> Lösungen 91 - 2 % Skonto - 7.600,00 € = Nettopreis nach Rabatt und Skonto = 372.400,00 € + Montagekosten + 12.600,00 € = Anschaffungskosten = 385.000,00 € b) Berechnung der Abschreibungen Lineare Abschreibung pro rata temporis: Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten Nutzungsdauer × 7 Monate 12 Monate = 385.000 € 10 Jahre × 7 12 = 22.458,33 €/ Jahr Geometrisch degressive Abschreibung pro rata temporis: Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten × Abschreibungsprozentsatz × 7 12 = Abschreibungsbetrag = 385.000 € × 30 % × 7 12 = 67.375 €/ Jahr Lösung Aufgabe 5.6 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten Ermittlung der Anschaffungskosten Anschaffungspreis 400.000 € + Transport und Versicherung + 14.500 € + Betonsockel (15 h × 40 €/ h +1.400 € =) + 2.000 € - 3 % Skonto auf den Anschaffungspreis - 12.000 € = Anschaffungskosten = 404.500 € Es zählen nicht zu den Anschaffungskosten: − Disagio: Dieses kann separat als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) aktiviert oder als Zinsaufwand verrechnet werden. − Flug in die USA , Beruhigungsausgaben für die Sekretärin , Reinigung der Produktionshalle , da kein direkter und enger Zusammenhang mit dem Kauf des Roboters besteht. Diese Aufwendungen dienen nicht dazu, den Vermögensgegenstand in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Sie sind in diesem Zusammenhang als laufender Aufwand zu verrechnen. Lösung Aufgabe 5.7 Thema Ermittlung der Anschaffungskosten und Abschreibungen Wertansatz des Kundendienstfahrzeugs: Listenpreis 49.000,00 € - 18 % Rabatt - 8.820,00 € = Zwischensumme = 40.180,00 € <?page no="92"?> - 2 % Skonto - 803,60 € = Zwischensumme = 39.376,40 € + Überführung (Nettowert ohne USt.) + 900,00 € + Zulassungskosten + 127,20 € = Anschaffungskosten = 40.403,60 € - 30 % Abschreibung für vier Monate - 4.040,36 € = Bilanzansatz zum 31.12.01 = 36.363,24 € 𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑 𝐴𝐴𝐴𝐴𝑑𝑑𝐴𝐴 � 𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝐴𝐴𝑟𝑟𝑟𝑟𝑑𝑑: 100 % 6 = 16,67 % ; 3 × 16,67 % = 50 %, 𝑎𝑎𝐴𝐴𝑑𝑑𝑑𝑑 𝑚𝑚𝑎𝑎𝑚𝑚. 30 % 𝑚𝑚𝑚𝑚𝑟𝑟𝑎𝑎𝑚𝑚𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑟𝑟𝑎𝑎𝑟𝑟𝑑𝑑 𝐽𝐽𝑎𝑎 � 𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑎𝑎𝐴𝐴𝑑𝑑𝐴𝐴 � 𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝐴𝐴𝑟𝑟𝑟𝑟𝑑𝑑 𝑑𝑑𝑚𝑚 𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑑𝑚𝑚𝑑𝑑𝑟𝑟 𝐽𝐽𝑎𝑎 � 𝑑𝑑 = 40.403,60 € × 0,30 × 4 12 = 4.040,36 € Lösung Aufgabe 5.8 Thema Ansatz und Bewertung von Herstellungskosten a) Die Wertoberbzw. Wertuntergrenze der Herstellungskosten ergeben sich für die Handelsbilanz aus dem § 255 HGB, für die Steuerbilanz aus § 6 Abs. 1 Nr. 1b EStG. Für die freiwillig zu zahlenden Sozialkosten in Höhe von 24.000 € (18.000 € für die betriebliche Altersversorgung und 6.000 € für die freiwilligen sozialen Leistungen) besteht in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz ein Aktivierungswahlrecht. Ein weiteres Ansatzwahlrecht in beiden Bilanzen ergibt sich für die sachlich und zeitlich zurechenbaren Fremdkapitalzinsen. Die Vertriebskosten von 7.000 € dürfen weder in der Handelsnoch in der Steuerbilanz in die Herstellungskosten einbezogen werden. Es werden die Wertober- und die Wertuntergrenzen ermittelt: Handelsbilanz Steuerbilanz + + Einzelkosten Materialeinzelkosten Fertigungseinzelkosten Sondereinzelkosten der Fertigung 30.000 € + 40.000 € + 3.000 € 30.000 € + 40.000 € + 3.000 € + + Gemeinkosten Materialgemeinkosten Fertigungsgemeinkosten (ohne Fremdkapitalzinsen) + 3.000 € + 77.000 € + 3.000 € + 77.000 € = Wertuntergrenze in der Handels- und Steuerbilanz = 153.000 € = 153.000 € + + + Sonstige Kosten Allgemeine Verwaltungskosten Aufwendungen fü r die betriebliche Altersversorgung Aufwendungen fü r freiwillige soziale Leistungen + 12.000 € + 18.000 € + 6.000 € + 12.000 € + 18.000 € + 6.000 € + Fremdkapitalzinsen + 3.000 € + 3.000 € = Wertobergrenze in der Handels- und Steuerbilanz = 192.000 € = 192.000 € 92 Lösungen <?page no="93"?> Lösungen 93 Die folgende Tabelle zeigt den Herstellungskostenumfang in der Handels- und in der Steuerbilanz: Kostenarten Handelsbilanz Steuerbilanz Materialeinzelkosten P�licht P�licht Fertigungseinzelkosten P�licht P�licht Sondereinzelkosten der Fertigung P�licht P�licht Materialgemeinkosten P�licht P�licht Fertigungsgemeinkosten P�licht P�licht Fertigungsbedingter Verzehr des Anlagevermö gens P�licht P�licht Wertuntergrenze Handels- und Steuerbilanz Kosten der allgemeinen Verwaltung Wahlrecht Wahlrecht Aufwendungen fü r soziale Einrichtungen des Betriebs Wahlrecht Wahlrecht Aufwendungen fü r freiwillige soziale Leistungen Wahlrecht Wahlrecht Aufwendungen fü r die betriebliche Altersversorgung Wahlrecht Wahlrecht Fremdkapitalzinsen (im Zeitraum der Herstellung) Wahlrecht Wahlrecht Wertobergrenze Handels- und Steuerbilanz Vertriebskosten Verbot Verbot Forschungskosten Verbot Verbot Kalkulatorische Kosten Verbot Verbot b) Da keine kalkulatorischen Kosten in die Herstellungskosten eingerechnet werden dürfen, vermindern sich die bilanziellen Fertigungsgemeinkosten um die kalkulatorischen Eigenkapitalzinsen in Höhe von 1.500 €. Die Wertunter- und die Wertobergrenze, in der Steuerbilanz sowie der Handelsbilanz, vermindern sich dementsprechend. Lösung Aufgabe 5.9 Thema Ermittlung der Herstellungskosten Ermittlung der Herstellungskosten Materialeinzelkosten 90.000 € + Materialgemeinkosten (10 % von 90.000 €) + 9.000 € + Fertigungseinzelkosten + 50.000 € + Fertigungsgemeinkosten (150 % von 50.000 €) + 75.000 € + Werteverzehr der Produktionsanlagen + 12.000 € + Sondereinzelkosten der Fertigung + 15.000 € = Handelsrechtliche Wertuntergrenze der Herstellungskosten = 251.000 € + Kosten der allgemeinen Verwaltung + 15.000 € + Ausgaben für freiwillige soziale Leistungen + 4.000 € = Handelsrechtliche Wertobergrenze der Herstellungskosten = 270.000 € <?page no="94"?> a) Mit dem Bau der Reihenhäuser wurde im Mai 01 begonnen. Am Abschlussstichtag, den 31.12.01 waren die Reihenhäuser nur teileweise fertig. Die, bis zu diesem Zeitpunkt, angefallenen Aufwendungen gehören, entsprechend der Definition gemäß § 255 Abs. 2 HGB, zu den zu aktivierenden Herstellungskosten. In der Bilanz wird aufgrund der fehlenden Fertigstellung der Aufwand unter der Bilanzposition „unfertige Erzeugnisse“ (§ 266 Abs. 2) ausgewiesen. Rechnung des Architekten Kosten fü r die Baugenehmigung Fertigungseinzelkosten (direkte Personalkosten) Fertigungsgemeinkosten (80 %) Materialeinzelkosten Materialgemeinkosten (10 % vom Nettowert) 95.200 € 22.000 € 295.000 € 236.000 € 547.400 € 46.000 € (brutto) (netto) (netto) (netto) (brutto) (netto) Nettowerte 80.000 € 22.000 € 295.000 € 236.000 € 460.000 € 46.000 € Summe der zu aktivierenden Herstellungskosten am 31.12.01 1.139.000 € b) Die Baumaßnahme ist am 31.03.02 endgültig abgeschlossen. Erfassung der im Geschäftsjahr 02 angefallenen Aufwendungen für den Bau der Reihenhäuser als Herstellungskosten. Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten + Fertigungseinzelkosten + Fertigungsgemeinkosten + Sondereinzelkosten der Fertigung Nettowerte 600.000 € + 60.000 € + 120.000 € + 96.000 € + 3.800 € = Summe der zu aktivierenden Herstellungskosten = 879.800 € + angefallene Herstellungskosten in 01 (Umbuchung) + 1.139.000 € = gesamte aktivierte Herstellungskosten in 02 = 2.018.800 € Die gesamten aktivierten Herstellungskosten für die Reihenhäuser belaufen sich auf 2.018.800 €. Lösung Aufgabe 5.11 Thema Herstellungskosten Materialeinzelkosten 20.000 € + Materialgemeinkosten + 3.000 € + Fertigungslöhne + 7.000 € + Fertigungsgemeinkosten + 20.000 € + Sondereinzelkosten der Fertigung + 1.800 € + Lizenzgebühr + 200 € + Kosten des Fundaments + 2.000 € = Wertuntergrenze der Herstellungskosten = 54.000 € 94 Lösungen Lösung Aufgabe 5.10 Thema Ansatz und Bewertung der Herstellungskosten <?page no="95"?> Lösungen 95 + Verwaltungsgemeinkosten + 2.500 € + freiwillige Sozialkosten der Fertigung + 400 € + Fremdkapitalzinsen für die Vorfinanzierung + 500 € = Wertobergrenze der Herstellungskosten = 57.400 € Lösung Aufgabe 5.12 Thema Herstellungskosten Wertuntergrenze Wertobergrenze Materialeinzelkosten 40,00 €/ St. 40,00 €/ St. + Materialgemeinkosten (15 %) + 6,00 €/ St. + 6,00 €/ St. = Materialkosten (1) = 46,00 €/ St. = 46,00 €/ St. Fertigungseinzelkosten 60,00 €/ St. 60,00 €/ St. + Fertigungsgemeinkosten + 90,00 €/ St. + 90,00 €/ St. + Sondereinzelkosten der Fertigung + 4,00 €/ St. + 4,00 €/ St. = Fertigungskosten (2) = 154,00 €/ St. = 154,00 €/ St. Wertuntergrenze = (1) + (2) 200,00 €/ St. 200,00 €/ St. + allgemeine Verwaltungskosten + 50,00 €/ St. Wertobergrenze = 250,00 €/ St. a) Lagerwert der Flachbildschirme bei Bewertung mit der Wertuntergrenze der Herstellungskosten: (30.000 St. - 27.000 St.) × 200 €/ St. = 600.000 € b) Lagerwert der Flachbildschirme bei Bewertung mit der Wertobergrenze der Herstellungskosten: (30.000 St. - 27.000 St.) × 250 €/ St. = 750.000 € c) Der Wert der Wertobergrenze beträgt 250 € pro Stück. Lösung Aufgabe 5.13 Thema Bewertung a) Anschaffungskosten eines bebauten Grundstücks; Berechnung der Aufwendungen: Gesamtbetrag 100 % Gebä ude 90 % Grundstü ck 10 % Kaufpreis (6000 m 2 × 75 €/ m²) 450.000 € 405.000 € 45.000 € Maklergebü hr (ohne USt) 13.500 € 12.150 € 1.350 € Notar- und Grundbuchgebü hr 5.900 € 5.310 € 590 € Grunderwerbsteuer 22.500 € 20.250 € 2.250 € Anschaffungskosten 491.900 € 442.710 € 49.190 € <?page no="96"?> Abschreibung (2 % von 442.710 € fü r 2 Monate) 1.475,70 € Grundsteuer + 350,00 € Eintragung Grundschuld + 1.500,00 € Zinsaufwand (132.000 € × 5 %) : 12 + 550,00 € Gesamtaufwand im Geschäftsjahr 02 = 3.875,70 € b) Bewertung der selbst erstellten Maschine: Berechnung Gemeinkostenzuschlagssä tze Fertigungsmaterial Materialgemeinkosten Fertigungslö hne Fertigungsgemeinkosten 6.000.000 € 750.000 € 3.250.000 € 4.000.000 € (750.000 : 6.000.000) × 100 = (4.000.000 : 3.250.000) × 100 = 12,50 % 123,08 % Herstellungskosten Verwaltungsgemeinkosten Vertriebsgemeinkosten 14.000.000 € 700.000 € 630.000 € (700.000 : 14.000.000) × 100 = (630.000 : 14.000.000) × 100 = 5,00 % 4,50 % Für das Geschäftsjahr 02 soll ein möglichst hoher Jahresüberschuss ausgewiesen werden. Bei der Bewertung der Maschine wird daher das Aktivierungswahlrecht für die Verwaltungsgemeinkosten genutzt. Für die Vertriebsgemeinkosten besteht ein Aktivierungsverbot. Bewertung: Fertigungsmaterial 27.000,00 € + Materialgemeinkosten 12,50 % + 3.375,00 € + Fertigungslö hne + 18.000,00 € + Fertigungsgemeinkosten 123,08 % + 22.154,40 € = Herstellungskosten (Wertuntergrenze) = 70.529,40 € + Verwaltungsgemeinkosten 5,00 % + 3.526,47 € = Herstellungskosten (Wertobergrenze) =74.055,87 € c) Um das Ziel eines hohen Jahresüberschusses zu erreichen, wird die lineare Abschreibung angewandt, da hierbei ein geringerer Betrag als Aufwand zu buchen ist. Abschreibung 02 = 74.055,87 € × 3 Monate 11 Jahre × 12 Monate = 1.683,09 €/ Jahr d) Bestandsminderungen gehen als Aufwendungen in die GuV-Rechnung ein. Das Jahresergebnis 02 sinkt um diesen Betrag. 96 Lösungen <?page no="97"?> Lösungen 97 Lösung Aufgabe 5.14 Thema Nachträgliche Herstellungskosten Es ist zu prüfen, ob es sich um nachträgliche Herstellungskosten oder um Erhaltungsaufwendungen handelt. Nachträgliche Herstellungskosten liegen dann vor, wenn die Aufwendungen für eine wesentliche Erweiterung oder eine wesentliche Verbesserung der Anlage angefallen sind. Falls die Aufwendungen lediglich dazu bestimmt sind, den ursprünglichen Zustand der Anlage zu erhalten und ihn nicht wesentlich zu erweitern oder zu verbessern, so handelt es sich um Erhaltungsaufwand. In diesem Fall handelt es sich um zwei Problemstellungen: 1. Einerseits existieren drei Anlagen, die nicht mehr in Betrieb waren, da sie defekt sind. Diese drei Anlagen können durch den Einbau einer neuen Steuerung wieder genutzt werden. 2. Andererseits existieren fünf Anlagen, die in Betrieb waren. Sollte das Unternehmen darauf verzichten, in diese fünf Anlagen die gesetzlich vorgeschriebenen Steuerungen einzubauen, so hätte dies die Stilllegung dieser Anlagen zur Konsequenz. Für die fünf Anlagen sind die Aufwendungen aus dem Einbau der Steuerungen als Erhaltungsaufwand zu behandeln, da die Aufwendungen lediglich den ursprünglichen Zustand des Vermögensgegenstandes bewahren und nicht wesentlich erweitern bzw. verbessern. Bei den drei bisher stillliegenden Anlagen kann durch den Einbau der neuen Steuerung wieder eine Nutzungsmöglichkeit geschaffen werden. Aufgrund der wesentlichen Erweiterung des Vermögensgegenstandes, stellen die angefallenen Aufwendungen nachträgliche Herstellungskosten dar. Lösung Aufgabe 5.15 Thema Festwert Vom 31.12.01 bis 31.12.03 betrug der Festwert jeweils 37.500 €. Am 31.12.04 sank der Wert auf nur noch 34.500 €. Aufgrund des strengen Niederstwertprinzips muss für Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, bei denen eine Wertminderung vorliegt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Wert vorgenommen werden. Aufgrund dieser Tatsache ist das Heizöl in der Bilanz zum 31.12.04 mit dem niedrigeren Wert von 34.500 € zu bilanzieren. a) Vom 31.12.01 bis 31.12.03 betrug der Festwert jeweils 37.500 €. Am 31.12.04 beläuft sich der Wert auf 40.000 €. Dies entspricht einem wertmäßigen Mehrbestand von 6,67 %. Da die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Wert am 31.12.04 gemäß der Inventur und dem Festwert weniger als 10 % beträgt, darf das Unternehmen den bisher angesetzten Festwert, in Höhe von 37.500 €, auch in der Bilanz zum 31.12.04 beibehalten, oder den neuen Wert in Höhe von 40.000 € ansetzen (Aufstockungswahlrecht). b) Vom 31.12.01 bis 31.12.03 betrug der Festwert jeweils 37.500 €. Am 31.12.04 beläuft sich der Wert auf 54.000 €. Dies entspricht einem wertmäßigen Mehrbestand von +44,0 %. Da die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Wert am 31.12.04 gemäß der Inventur und dem Festwert größer als 10 % ist, muss der bisher angesetzte Festwert von 37.500 € um 16.500 € auf 54.000 € in der Bilanz zum 31.12.04 angehoben werden, d. h., es erfolgt eine Zuschreibung (Aufstockungspflicht). <?page no="98"?> 98 Lösungen Lösung Aufgabe 5.16 Thema Festwert Es ist Folgendes zu beachten: Die Bewertungsvereinfachung mit dem Festwert ist alle drei Jahre durch eine körperliche Bestandsaufnahme zu überprüfen. Ein neuer Festwert muss dann angesetzt werden, wenn der ermittelte Bestand den bisherigen Festbestand um mehr als 10 % übersteigt. Die Zugänge des Geschäftsjahres bzw. die Zugänge der nachfolgenden Geschäftsjahre sind so lange zu aktivieren, bis der neue Festwert erreicht ist. Teil a): Hilfsstoffe 45.700 € - 43.212 € = 2.488 € 2.488 € entsprechen 5,76 % von 43.212 €. Da der Inventurwert den bisherigen Festwert um nicht mehr als 10 % übersteigt, kann der bisherige Festwert beibehalten werden (steuerrechtlich: R 5.4 Abs. 3 EStR). Teil b): Vorrichtungen für Maschinen 129.700 € - 115.200 € = 14.500 € 14.500 € entsprechen 12,59 % von 115.200 €. Der Festwert muss in diesem Fall erhöht werden, indem die als Aufwand erfassten Zugänge nachträglich aktiviert werden. Da die Zugänge im Jahr 04 8.900 € betragen, muss der Festwert des Jahres 04 nur bis zu einem Betrag von (115.200 € + 8.900 € =) 124.100 € aufgestockt werden. Zusätzlich sind die ersten Zugänge des Jahres 05 bei ihrer Anschaffung zu aktivieren, bis der Wert von 129.700 € erreicht ist. Buchungssatz zum 31.12.04: Vorrichtungen (Festwert) 8.900 an sonst. betriebliche Aufwendungen 8.900 Teil c): Werkzeuge 142.650 € - 150.888 € = - 8.238 € Da der Inventurwert niedriger als der Festwert ist, muss der niedrigere Wert nach dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt werden. Die Herabsetzung des Festwerts wird durch eine außerplanmäßige Abschreibung erreicht. Buchungssatz zum 31.12.04: außerplanmäßige Abschreibung 8.238 an Werkzeuge (Festwert) 8.238 Bilanzansatz der Festwerte zum 31.12.04: − Hilfsstoffe: 43.212 € − Vorrichtungen: 124.100 € − Werkzeuge: 142.650 € Die gesamten Festwerte haben einen Wert in Höhe von 309.812 €. <?page no="99"?> Lösungen 99 Lösung Aufgabe 5.17 Thema Gruppenbewertung Einfache gewogene Durchschnittsmethode: Anfangsbestand (AB) 150 kg à 60,00 €/ kg = 9.000,00 € + Zugang 250 kg à 64,00 €/ kg = 16.000,00 € + Zugang 200 kg à 57,00 €/ kg = 11.400,00 € + Zugang 150 kg à 66,00 €/ kg = 9.900,00 € = Summe (AB + Zugä nge) 750 kg à 61,73 €/ kg = 46.300,00 € - Abgä nge = Verbrauch 550 kg à 61,73 €/ kg = 33.953,33 € = Endbestand 200 kg à 61,73 €/ kg = 12.346,67 Einfacher gewogener Durchschnittspreis: 46.300 € 750 kg = 61,73 € kg Gleitende gewogene Durchschnittsmethode: Vorgang Datum Menge (a) Preis je Stück (b) Wert (c) = (a × b) Wert Abgang Anfangsbestand 01.01. 150 kg 60,00 €/ kg 9.000 € + Zugang 20.01. + 250 kg 64,00 €/ St. + 16.000 € = erster Durchschnittspreis = 400 kg 62,50 €/ kg = 25.000 € - Abgang 13.02. - 100 kg 62,50 €/ kg - 6.250 € 6.250 € + Zugang 15.05. + 200 kg 57,00 €/ kg + 11.400 € = neuer Durchschnittpreis = 500 kg 60,30 €/ kg = 30.150 € - Abgang 24.08. - 400 kg 60,30 €/ kg - 24.120 € + 24.120 € + Zugang 12.10. + 150 kg 66,00 €/ kg + 9.900 € = neuer Durchschnittpreis = 250 kg 63,72 €/ St. = 15.930 € - Abgang 02.12 - 50 kg 63,72 €/ St. - 3.186 € + 3.186 € = Endbestand 31.12. = 200 kg 63,72 €/ St. 12.744 € Verbrauch 550 kg = 33.556 € <?page no="100"?> 100 Lösungen Lösung Aufgabe 5.18 Thema Bewertung von Vorräten a) gesamte Anschaffungskosten 579.000 € : gesamte Stückzahl : 11.000 St. = gewogener Durchschnittspreis pro Stück = 52,64 €/ St. b) Wertansatz in der Schlussbilanz: 3.000 St. × 52,64 €/ St. = 157.920 € c) Da der Tageswert höher ist als der gewogene Durchschnittswert, erfolgt die Bewertung mit dem gewogenen Durchschnittswert, d. h. mit 157.920 €. d) Der Tageswert ist niedriger als der gewogene Durchschnittswert, somit erfolgt eine Bewertung zum Tageswert, d. h. mit (52,00 €/ St. × 3.000 St. =) 156.000 €. e) Wertansatz in der Schlussbilanz: (48 €/ St. × 2.000 St.) + (52 €/ St. × 1.000 St.) = 148.000 € f) Wertansatz in der Schlussbilanz: (58 €/ St. × 1.500 St.) + (52 €/ St. × 1.500 St.) = 165.000 € Lösung Aufgabe 5.19 Thema Bewertung von Vorräten a) Fifo-Methode = 200 kg × 22 €/ kg = 4.400 € b) permanente Durchschnittsmethode Datum Menge Preis Gesamtwert 01.01.01 Anfangsbestand 600 kg 20 €/ kg 12.000 € 07.02.01 Abgang - 300 kg 20 €/ kg - 6.000 € Zwischenbestand = 300 kg 20 €/ kg = 6.000 € 22.02.01 Zugang + 300 kg 30 €/ kg + 9.000 € Zwischenbestand = 600 kg 25 €/ kg = 15.000 € 29.04.01 Abgang - 400 kg 25 €/ kg - 10.000 € Zwischenbestand = 200 kg 25 €/ kg = 5.000 € 30.07.01 Zugang + 400 kg 22 €/ kg + 8.800 € Zwischenbestand = 600 kg 23 €/ kg = 13.800 € 05.12.01 Abgang - 400 kg. 23 €/ kg - 9.200 € Endbestand = 200 kg 23 €/ kg = 4.600 € Lösung Aufgabe 5.20 Thema Verbrauchsfolgeverfahren bei Rohstoffen a) Ermittlung des Endbestandes mit den verschiedenen Methoden Ermittlung der gesamten Anschaffungskosten (in €): Anschaffungskosten = Anfangsbestand (kg × €/ kg) + Zugänge (kg × €/ kg) <?page no="101"?> Lösungen 101 Anschaffungskosten = 100 kg × 18 €/ kg + 200 kg × 23 €/ kg + 50 kg × 24 €/ kg + 200 kg × 19 €/ kg 𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠 𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐠𝐠𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐀𝐀 = 𝟏𝟏𝟏𝟏. 𝟒𝟒𝟒𝟒𝟒𝟒 € Aufgrund des Bewertungsverfahrens werden die Bilanz (Vermögen) und Gewinn- und Verlustrechnung (Aufwand) unterschiedlich stark beeinflusst. Teil a): Einfache gewogene Durchschnittsmethod e = 100 kg × 18 €/ kg + 200 kg × 23 €/ kg + 50 kg × 24 €/ kg + 200 kg × 19 €/ kg 100 kg + 200 kg + 50 kg + 200 kg = 11.400 € 550 kg = 20,73 €/ kg Bewertung des Endbestands = 400 kg × 20,73 €/ kg = 8.290,91 € Bewertung des Verbrauchs = 150 kg × 20,73 €/ kg = 3.109,09 € Gesamt =11.400,00 € Teil b): Lifo-Methode Bewertung des Endbestandes nach der Lifo-Methode (der Endbestand wird mit den ältesten Preisen bewertet): = 100 kg × 18 €/ kg + 200 kg × 23 €/ kg + 50 kg × 24 €/ kg + 50 kg × 19 €/ kg = 8.550 € Bewertung des Endbestands: 400 kg = 8.550 € Bewertung des Verbrauchs: 150 kg = 2.850 € gesamte Anschaffungskosten = 11.400,00 € Teil c): Fifo-Methode Bewertung des Endbestandes nach der Fifo-Methode (der Endbestand wird mit den neuesten Preisen bewertet): = 200 kg × 19 €/ kg + 50 kg × 24 €/ kg + 150 kg × 23 €/ kg = 8.450 € Bewertung des Endbestands: 400 kg = 8.450 € Bewertung des Verbrauchs: 150 kg = 2.950 € gesamte Anschaffungskosten = 11.400,00 € Teil d) Für die Steuerbilanz kommt für die Bewertung des Vorratsvermögens entweder die Durchschnittsbewertung oder die Lifo-Methode in Betracht, falls kein Verstoß gegen das strenge Niederstwertprinzip vorliegt. Da die berechneten Werte sowohl nach der Durchschnittsals auch nach der Lifo-Methode unter dem Tageswert liegen, können beide Werte verwendet werden. In der Handelsbilanz können all drei Verfahren eingesetzt werden. <?page no="102"?> 102 Lösungen Lösung Aufgabe 5.21 Thema Verbrauchsfolgeverfahren a) Gewogene Durchschnittsmethode Datum Anzahl Preis pro Stück Gesamtbetrag 18.01. 200 St. 56,00 €/ St. 11.200,00 € 04.04. 400 St. 52,00 €/ St. + 20.800,00 € 25.08. 300 St. 60,00 €/ St. + 18.000,00 € 15.11. 150 St. 58,00 €/ St. + 8.700,00 € Gesamtbetrag = 58.700,00 € Gesamtstückzahl 1.050 St. durchschnittlicher Stückpreis = 55,90 €/ St. Wertansatz: 300 St. × 55,90 €/ St. = 16.770,00 € Der Wertansatz ist zulässig, da er unter den Wiederbeschaffungskosten liegt. b) Lifo-Methode Datum Anzahl Preis pro Stück Gesamtbetrag 18.01. 200 St. 56,00 €/ St. 11.200,00 € 04.04. 100 St. 52,00 €/ St. + 5.200,00 € Gesamtbetrag = 16.400,00 € Gesamtstückzahl 300 St. durchschnittlicher Stückpreis =54,67 €/ St. Wertansatz: 300 St. × 54,67 €/ St. = 16.400,00 € Der Wertansatz ist zulässig, da er unter den Wiederbeschaffungskosten liegt. c) Fifo-Methode Datum Anzahl Preis pro Stück Gesamtbetrag 25.08. 150 St. 60,00 €/ St. 9.000,00 € 15.11. 150 St. 58,00 €/ St. + 8.700,00 € Gesamtbetrag = 17.700,00 € Gesamtstückzahl 300 St. durchschnittlicher Stückpreis = 59,00 €/ St. Wertansatz: 300 St. × 59,00 €/ St. = 17.700 € Dieser Wertansatz ist nicht zulässig, da er über den Wiederbeschaffungskosten liegt. Die Bewertung hat mit 56,90 € pro Stück zu erfolgen. Der Wertansatz mit den Wiederbeschaffungskosten beträgt 300 St. × 56,90 €/ St. = 17.070,00 € Bei Ausweis eines möglichst niedrigen Gewinns sollte die Lifo-Methode angewandt werden. <?page no="103"?> Lösungen 103 Lösung Aufgabe 5.22 Thema Festwert − Gilt nur für das Sachanlagevermögen oder für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. − Sie müssen nach einem Abgang regelmäßig ersetzt werden. − Der Gesamtwert, der zum Festwert bewerteten Vermögensgegenstände, ist für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung. − Der Bestand darf in seiner Menge, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Schwankungen unterliegen. − Eine körperliche Bestandsaufnahme ist in der Regel alle drei Jahre notwendig. Lösung Aufgabe 5.23 Thema Verlustfreie Bewertung Für die verlustfreie Bewertung eines unfertigen Erzeugnisses wird auf den beizulegenden Wert zurückgegriffen (ein Börsen- oder Marktpreis existiert nicht). Für die Ermittlung des beizulegenden Werts wird auf den Absatzmarkt Bezug genommen. Ermittlung des beizulegenden Werts am 31.12.01: voraussichtlicher Verkaufserlös 8.000 €/ St. noch anfallende Herstellungskosten 1.500 €/ St. Transportverpackung 50 €/ St. Ausgangsfrachten 150 €/ St. Vertriebskosten 600 €/ St. Verwaltungskosten 100 €/ St. noch anfallende Kosten 2.400 €/ St. - 2.400 €/ St. beizulegender Wert = 5.600 €/ St. Der beizulegende Wert ist niedriger als die Herstellungskosten (5.600 €/ St. < 6.000 €/ St.); folglich ist, nach dem strengen Niederstwertprinzip, der Wertansatz von 5.600 €/ St. für die unfertigen Motoren zwingend vorgeschrieben. Lösung Aufgabe 5.24 Thema Verlustfreie Bewertung a) Gemäß § 253 Abs. 4 Satz 2 HGB sind Gegenstände, für die ein Börsen- oder Marktpreis nicht festzustellen ist, mit dem beizulegenden Wert am Bilanzstichtag anzusetzen, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten diesen Wert übersteigen. Als Ausgangsgröße dient immer der vorsichtig geschätzte, voraussichtlich zu erzielende Verkaufserlös für die Fertigerzeugnisse. Vom Verkaufserlös sind alle sonstigen, bis zum Verkauf, noch anfallende Kosten abzuziehen. Die unfertigen Erzeugnisse werden ausgehend vom Verkaufserlös „retrograd“ bewertet. Voraussichtlicher Verkaufserlös 13.000 €/ St. ./ . Rabatt - 400 €/ St. Nettoerlös = 12.600 €/ St. <?page no="104"?> ./ . noch anfallende Herstellungskosten 3.500 €/ St. ./ . noch anfallende Verwaltungskosten 900 €/ St. ./ . noch anfallende Transport- und Verpackungskosten 500 €/ St. ./ . noch anfallende sonstige Vertriebskosten 500 €/ St. = gesamte noch anfallende Kosten - 5.400 €/ St. am Bilanzstichtag beizulegender Wert = 7.200 €/ St. Es muss der beizulegende Wert in Höhe von 7.200 €/ St. angesetzt werden, da dieser niedriger ist als die Herstellungskosten in Höhe von 8.000 €/ St. b) Es wird nun ausgegangen von einem voraussichtlichen Veräußerungserlös von 13.000 €/ St. Veräußerungserlös von 13.000 €/ St. abzüglich des Rabattsatzes von 20 % - 2.600 €/ St. Nettoerlös = 10.400 €/ St. abzüglich aller noch anfallenden Kosten - 5.400 €/ St. somit beträgt der beizulegende Wert = 5.000 €/ St. Auch hier muss wieder der beizulegende Wert in der Bilanz angesetzt werden, da er niedriger ist als die Herstellungskosten. c) Der Verkaufserlös beträgt voraussichtlich 14.800 €/ St. Von diesem Verkaufserlös müssen alle noch anfallenden Herstellungs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten von insgesamt 5.400 €/ St. abgezogen werden. Der beizulegende Wert beträgt somit 9.400 €/ St.; d. h. er übersteigt die Herstellungskosten in Höhe von 8.000 €/ St. Die unfertigen Erzeugnisse sind, zum Bilanzstichtag, mit den Herstellungskosten in Höhe von 8.000 €/ St. zu bewerten. Lösung Aufgabe 5.25 Thema Verlustfreie Bewertung Zunächst werden die unfertigen Erzeugnisse mit den Herstellungskosten bewertet. Wertansatz = 10.000 St. × 18 €/ St. = 180.000 € Berechnung des Wertansatzes mit der verlustfreien Bewertung: Voraussichtlicher Verkaufserlös 22,00 €/ St. - Erlösschmälerungen - 1,10 €/ St. - Noch anfallende Herstellungskosten - 3,50 €/ St. - Verpackung- und Versandkosten - 0,90 €/ St. - Verwaltungskosten - 0,50 €/ St. = Wertansatz bei verlustfreier Bewertung = 16,00 €/ St. Wertansatz bei verlustfreier Bewertung = 10.000 St. × 16 €/ St. = 160.000 €. Lösung Aufgabe 5.26 Thema Bewertung Der beizulegende Wert wird mithilfe der verlustfreien (retrograden) Bewertung berechnet. Bei dieser „Rückwärtsrechnung“ sind alle noch anfallenden Kosten (inkl. den Vertriebskosten) vom vorsichtig geschätzten Verkaufserlös zu subtrahieren. 104 Lösungen <?page no="105"?> Lösungen 105 Durch den Ansatz dieses Wertes, der im Umlaufvermögen dann erfolgen muss, wenn dieser niedriger als die Herstellungskosten ist (strenges Niederstwertprinzip), wird bewirkt, dass bei einer späteren Veräußerung kein Verlust entsteht. Der drohende Verlust wird durch die retrograde Wertermittlung im aktuellen Geschäftsjahr wirksam. vorsichtig geschätzter Verkaufserlös 184.500 € - Erlösschmälerung (5 % Rabatt) - 9.225 € noch anfallende Materialeinzelkosten - 12.575 € noch anfallende Fertigungseinzelkosten - 24.000 € noch anfallende Materialgemeinkosten - 1.800 € noch anfallende Fertigungsgemeinkosten - 27.000 € noch anfallender Wertverzehr des Anlagevermögens - 4.500 € noch anfallende Verwaltungsgemeinkosten - 9.000 € noch anfallende Verpackungs- und Frachtkosten - 1.750 € noch anfallende sonstige Vertriebsgemeinkosten - 6.750 € = beizulegender Wert = 87.900 € Nach dem strengen Niederstwertprinzip sind die unfertigen Erzeugnisse mit dem niedrigeren, am Abschlussstichtag, beizulegenden Wert von 87.200 € zu bewerten. Lösung Aufgabe 5.27 Thema Lineare Abschreibung Die Nutzungsdauer beträgt 6 Jahre. Bei einem Liquidationserlös von 15.000 € ergibt sich eine gesamte Abschreibungshöhe von 60.000 € (= 75.000 € - 15.000 €). Die jährliche gleichbleibende lineare Abschreibung beträgt 10.000 €/ Jahr (= 60.000 € : 6 Jahre). Lösung: Aufgabe 5.28 Thema Geometrisch-degressive Abschreibung mit Liquidationserlös Zunächst muss der Abschreibungsprozentsatz (p) mit folgender Formel ermittelt werden: p = 100 × �1 − � Restverkaufserlös AHK n � Der Abschreibungsprozentsatz (p) beträgt: p = 100 × �1 − � 25.000 150.000 5 � = 30,1172881 %. Die Abschreibung für das erste Jahr ergibt demnach: 150.000 € × 0,30117 = 45.175,93 € Am Ende des ersten Jahres bleibt ein Restbuchwert von: 150.000 € - 45.175,93 € = 104.824,07 € Die Abschreibungen für die Jahre 1 bis 5 können der folgenden Tabelle entnommen werden: <?page no="106"?> Abschreibungsbetrag Restbuchwert am Jahresende Jahr 1 45.175,93 € 104.824,07 € Jahr 2 31.570,17 € 73.253,90 € Jahr 3 22.062,09 € 51.191,81 € Jahr 4 15.417,58 € 35.774,23 € Jahr 5 10.774,23 € 25.000,00 € Lösung Aufgabe 5.29 Thema Leistungsabhängige Abschreibung Daraus ergibt sich folgender Abschreibungsplan mit einem stündlichen Abschreibungsbetrag von: 90.000 € : 20.000 h = 4,50 €/ h. Jährlicher Abschreibungsbetrag Restbuchwert am Jahresende Jahr 01 5.400 € 84.600 € Jahr 02 10.800 € 73.800 € Jahr 03 32.400 € 41.400 € Jahr 04 25.200 € 16.200 € Jahr 05 16.200 € 0 Summe 90.000 € Lösung Aufgabe 5.30 Thema Planmäßige Abschreibungen Ermittlung der Anschaffungskosten: Anschaffungskosten = (535.000 € : 1,19) + 30.000 € = 480.000 € a) Lineare Abschreibung - Anschaffungs oder Herstellungskosten Jahresabschreibung = Nutzungsdauer in Jahren / 480.000 € Jahresabschreibung = = 60.000 € Jahr 8 Jahre Abschreibung im Geschäftsjahr 01: 60.000 € × (6/ 12) = 30.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 02 = 60.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 03 = 60.000 € b) Geometrisch degressive Abschreibung Abschreibung im Geschäftsjahr 01: 480.000 € × 0,25 × 6/ 12 = 60.000 € 106 Lösungen <?page no="107"?> Lösungen 107 Restbuchwert zum Geschäftsjahresende von 01: 480.000 € - 60.000 € = 420.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 02: 420.000 € × 0,25 = 105.000 € Restbuchwert zum Geschäftsjahresende von 02: 420.000 € - 105.000 € = 315.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 03: 315.000 € × 0,25 = 78.750 € c) Leistungsabschreibung Abschreibung im Geschäftsjahr 01 = 480.000 € × (1.600 h : 32.000 h) = 24.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 02 = 480.000 € × (4.000 h : 32.000 h) = 60.000 € Abschreibung im Geschäftsjahr 02 = 480.000 € × (4.400 h : 32.000 h) = 66.000 € Lösung Aufgabe 5.31 Thema Außerplanmäßige Abschreibung mit späterem Wegfall der Gründe Die linearen Abschreibungen betragen zunächst 200.000 € : 10 Jahre = 20.000 €/ Jahr. Ab-/ Zuschreibungen Restbuchwert am Jahresende Jahr 01 - 20.000 € 180.000 € Jahr 02 - 20.000 € 160.000 € Jahr 03 planmäßige Abschreibung außerplanmäßige Abschreibung - 20.000 € - 42.000 € 98.000 € Jahr 04 - 14.000 € (= 98.000 : 7) 84.000 € Jahr 05 planmäßige Abschreibung Zuschreibung * - 14.000 € + 30.000 € (70.000 €) 100.000 € Jahre 06 bis 09 - 80.000 € Jahr 10 - 20.000 € 0 € Die Zuschreibung wird folgendermaßen berechnet: Es werden, ohne Berücksichtigung der außerplanmäßigen Abschreibung, die fortgeführten Anschaffungskosten bis zum Jahr 05 ermittelt: Anschaffungskosten 200.000 € - Abschreibungen der Jahre 01 bis 05 (20.000 € × 5) - 100.000 € = fiktiver Buchwert am Ende des Jahres 05 = 100.000 € tatsächlicher Buchwert am Ende des Jahres 05 - 70.000 € = Zuschreibung (Wertaufholung bis zu den fortgeführten AK) = 30.000 € Der Restbuchwert nach der Zuschreibung in Höhe von 30.000 € beträgt 100.000 €. Dieser Betrag wird in den Jahren 06 bis 10 linear mit jeweils 20.000 €/ Jahr abgeschrieben. Sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich besteht nach einer außerplanmäßigen Abschreibung eine Pflicht zur Wertaufholung. <?page no="108"?> 108 Lösungen Lösung Aufgabe 5.32 Thema Bilanzierung und Bewertung a) Nicht abnutzbare Anlagegüter sind, sofern die Voraussetzungen für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht gegeben sind, mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bewerten. b) Berechnung des Abschreibungsbetrags: Anschaffungs - oder Herstellungskosten Abschreibungsbetrag = Nutzungsdauer in Jahren 85.000 € + 5.000 € Jahresabschreibung = = 9.000 €/ Jahr 10 Jahre Buchwert nach dem vierten Nutzungsjahr = 90.000 € - (4 × 9.000 €) = 54.000 € c) Degressiver Abschreibungsprozentsatz = 30 % Abschreibungsverlauf degressive Abschreibung lineare Abschreibung Abschreibungswert AfA für das 1. Jahr 60.000,00 € - 18.000,00 € Buchwert AfA für das 2. Jahr = 42.000,00 € - 12.600,00 € Buchwert AfA für das 3. Jahr = 29.400,00 € - 8.820,00 € Buchwert AfA für das 4. Jahr = 20.580,00 € - 6.174,00 € Buchwert AfA für das 5. Jahr 14.406,00 € - 4.321,80 € Buchwert AfA für das 6. Jahr = 10.084,20 € - 3.025,26 € 10.084,20 € : 3 Jahre = - 3.361,40 € = 6.722,80 € Buchwert AfA für das 7. Jahr = 7.058,94 € 6.722,80 € : 2 Jahre = - 3.361,40 € = 3.361,40 € Buchwert AfA für das 8. Jahr 3.361,40 € : 1 Jahr = - 3.361,40 € - 3.361,40 € = 0,00 € Die Umstellung von der degressiven zur linearen Abschreibung sollte im sechsten Jahr erfolgen. Rechnerische Überprüfung des Übergangszeitpunkts: ( ) ( ) 100 % Übergangszeitpunkt = Nutzungsdauer + 1 degressiven Abschreibungsprozentsatz 100 % Übergangszeitpunkt = 8 + 1 Jahre - = 5, 66 Jahr 30 % <?page no="109"?> Lösungen 109 Lösung Aufgabe 5.33 Thema Bewertung des Anlagevermögens Buchwert am 31.12.02 160.000 € - Abschreibung 03 - 20.000 € = Buchwert am 31.12.03 = 140.000 € Da der Bilanzansatz nicht höher sein darf als die fortgeführten Anschaffungskosten, ist die Maschine am 31.12.03 mit 140.000 € in der Bilanz anzusetzen. Buchwert am 31.12.03 140.000 € - Abschreibung 04 - 20.000 € = Buchwert am 31.12.04 = 120.000 € Da es sich bei dem beizulegenden Wert nur um eine vorübergehende Wertminderung handelt, darf beim Sachanlagevermögen gemäß HGB keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden, d. h., die Maschine wird am 31.12.04 mit 120.000 € bewertet. Lösung Aufgabe 5.34 Thema Niederstwertprinzip a) Es handelt sich um eine dauerhafte Wertminderung im Anlagevermögen, sodass eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen muss. b) Beim Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip, d. h. die Wertpapiere sind außerplanmäßig um 15.000 € abzuschreiben. c) Für das Finanzanlagevermögen gibt es, bei einer vorübergehenden Wertminderung ein Abschreibungswahlrecht. Die ABC GmbH kann, je nach bilanzpolitischem Interesse, entweder eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 80.000 € vornehmen oder den Buchwert beibehalten. Lösung Aufgabe 5.35 Thema Bewertung a) Es besteht die Pflicht, den niedrigeren beizulegenden Wert von 230.000 € (250.000 € - 15.000 € - 5.000 €) zugrunde zu legen. Über diese nach dem strengen Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 3 HGB) zwingende Abschreibung hinaus, kann der Bilanzierende auf den niedrigeren Teilwert des Steuerrechts herabgehen (fakultativer Wert), sofern eine entsprechende Bewertung auch in der Handelsbilanz vorgenommen wird. Dieses entspricht dem Ziel des Bilanzierenden. Demzufolge werden die Fertigerzeugnisse mit 180.000 € bewertet. b) Unabhängig davon, ob es sich um eine dauerhafte oder vorübergehende Wertminderung handelt, ist bei Positionen des Umlaufvermögens gemäß § 253 Abs. 3 HGB außerplanmäßig abzuschreiben. Der Bilanzansatz hat somit mit 250 € zu erfolgen. c) Wiederum ergibt aus dem strengen Niederstwertprinzip eine zwingende Abschreibung von 250.000 €. Eine weitere Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 HGB ist jedoch nur möglich, wenn <?page no="110"?> dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um zu verhindern, dass in naher Zukunft der Wertansatz aufgrund von Wertschwankungen geändert werden muss. Da der Sachverhalt dies nicht vermuten lässt, ist ein Ansatz der Forderung mit 250.000 € vorzunehmen . Lösung Aufgabe 5.36 Thema Abwertungswahlrecht für Finanzanlagen Da es sich bei der Beteiligung um eine Finanzanlage handelt, und die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist, besteht für die XY GmbH ein Wahlrecht zur außerplanmäßigen Abschreibung. In der Bilanz der XY GmbH kann die Beteiligung entweder mit 1.200.000 € oder mit 740.000 € angesetzt werden. Entscheidet sich das Unternehmen für eine außerplanmäßige Abschreibung, muss die XY GmbH aber im Jahr 02 verpflichtend eine Zuschreibung bis auf 1.200.000 € vornehmen. Eine Zuschreibung auf 2.250.000 € ist unzulässig, da dieser Wert die ursprünglichen Anschaffungskosten übersteigen würde. Lösung Aufgabe 5.37 Thema Ansatz von Fremdwährungsverbindlichkeiten Am 01.06.01 erfolgte die buchhalterische Erfassung (Zugangsbewertung) zum aktuellen Devisentageskurs. Zum Zeitpunkt der Darlehensaufnahme lag der Erfüllungsbetrag bei 75.000 € (gerundet). Mit diesem Wert wird die Verbindlichkeit sowohl in der Handelsals auch der Steuerbilanz angesetzt. Die Abwertung des Euros zum Bilanzstichtag führt jedoch zu einem Erfüllungsbetrag in Höhe von rund 85.000 €. Die Verbindlichkeit muss, in der Handelsbilanz, zum 31.12.01 mit 85.000 € erfasst werden. Dies führt zu einer Gewinnminderung von 10.000 € (= nicht verwirklichter Verlust). Lösung Aufgabe 5.38 Thema Sonstige Rückstellungen Buchungssatz am Abschlussstichtag: Gerichtskosten 15.000 an Sonstige Rückstellungen 15.000 Buchungssatz am 10. Mai 03: a) Sonstige Rückstellungen 15.000 an Bank 15.000 b) Sonstige Rückstellungen sonstige betr. Aufwendungen 15.000 2.500 an Bank 17.500 c) Sonstige Rückstellung 15.000 an an Bank Sonstige betriebliche Erträge 10.000 5.000 110 Lösungen <?page no="111"?> Lösungen 111 Lösung Aufgabe 5.39 Thema Disagio Das Disagio kann direkt als Aufwand verbucht werden. Der entsprechende Buchungssatz lautet wie folgt: Bank 100.000 Disagio (Zinsaufwand) 4.000 an Darlehen 104.000 Die Differenz zwischen dem Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrag (4.000 €) kann auch als Disagio aktiviert werden. Buchungssatz: Bank 100.000 Aktiver RAP (Disagio) 4.000 an Darlehen 104.000 Zum Bilanzstichtag erfolgt eine Abschreibung des Disagios in Höhe von 4.000 € : 10 = 400 €. Buchungssatz: Abschreibung Disagio 400 an aktiver RAP 400 Lösung Aufgabe 5.40 Thema Ausgabe einer Anleihe Teil a): Disagio: 2 % = 1 Mio. € Rückzahlungsdisagio: 1 % = 0,5 Mio. € Teil b): Die Anleihe ist mit einem Wert von 50.500.000 € zu passivieren. Teil c): Bank 49.000.000 Disagio 1.500.000 an Anleihe 50.500.000 Teil d): Zinsaufwendungen 150.000 an Disagio 150.000 Lösung Aufgabe 5.41 Thema Bewertung der Bestände Lösungsweg: Rohstoffe Hilfsstoffe Anfangsbestand 124.000,00 € 11.500,00 € + Eingangsrechnungen ohne Umsatzsteuer + 500.000,00 € + 42.000,00 € - Verbrauch - 576.200,00 € - 34.750,00 € = Endbestand = 47.800,00 € = 18.750,00 € <?page no="112"?> a) Verbrauch an Rohstoffen: 576.200 € b) Endbestand an Hilfsstoffen: 18.750 € c) Minderbestand an Rohstoffen: 76.200 € d) Mehrbestand an Hilfsstoffen: 7.250 € Lösung Aufgabe 5.42 Multiple Choice Bitte markieren Sie durch Ankreuzen, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind. Nr. Aussagen richtig falsch 1 Für das Umlaufvermögen gilt nach Handelsrecht das gemilderte Niederstwertprinzip. × 2 Ist der Wert eines Grundstückes vorübergehend gesunken, so kann nach HGB bei Personengesellschaften eine Abwertung vorgenommen werden. × 3 Das Maßgeblichkeitsprinzip besagt, dass die steuerrechtliche Gewinnermittlung nach den handelsrechtlichen Ansatzvorschriften erfolgen muss. × 4 Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen in der Regel zu einem steuerrechtlichen Passivierungsverbot. × 5 Handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte führen in der Regel zu einem steuerrechtlichen Aktivierungsgebot. × 6 Für immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens besteht nach HGB ein Ansatzverbot, wenn sie nicht entgeltlich erworben wurden. × 7 Erstellt ein Unternehmer ein Betriebsgebäude selbst, das er auch selbst nutz, besteht nach Handelsrecht ein Ansatzwahlrecht. × 8 Die Herstellungskosten müssen nach Handelsrecht immer auf Vollkostenbasis ermittelt werden. × 9 Die Weiterbildungskosten der Mitarbeiter, die für eine neue Software geschult werden, gehört zu den Anschaffungsnebenkosten der Software. × 10 Beim Wegfall des Grundes einer außerplanmäßigen Abschreibung muss die Zuschreibung bis maximal auf die ursprünglich fortgeführten Anschaffungskosten erfolgen. × 11 Das Disagio (auch Damnum genannt) kann in der Handelsbilanz sofort als Aufwand verrechnet werden. × 12 Der selbst geschaffene (originäre) Firmenwert muss im handelsrechtlichen Jahresabschluss aktiviert werden. × 13 Wer aktivierungsfähige Vermögensgegenstände nicht aktiviert, lässt stille Reserven entstehen. × 112 Lösungen <?page no="113"?> Lösungen 113 14 Gemäß Steuerrecht ist die Herstellungskosten-Wertuntergrenze höher als die Wertuntergrenze im Handelsrecht. × 15 Die Anschaffungskosten stellen den Höchstwert dar, zu dem ein Vermögensgegenstand in die Bilanz aufgenommen werden kann. × 16 Das strenge Niederstwertprinzip besagt, dass die AK/ HK nicht unterschritten werden dürfen. × Lösung Aufgabe 5.43 Multiple Choice Markieren Sie durch Ankreuzen, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind. Nr. Aussagen richtig falsch 1 Wertpapiere, die bei vorübergehender Wertminderung zum Zweck der dauernden Anlage angeschafft wurden, sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. × 2 Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einer steuerrechtlichen Passivierungspflicht. × 3 Antizipative Posten erscheinen auf der Aktivseite der Bilanz, wenn in der aktuellen Periode Ausgaben für Aufwendungen erfolgen, die ihre Ursache erst in der nächsten Periode haben. × 4 Der Jahresüberschuss ist bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens kleiner als beim Umsatzkostenverfahren. × 5 Bestandsminderungen von unfertigen und fertigen Erzeugnissen sind erfolgsneutral. × 6 Der kalkulatorische Unternehmerlohn stellt einen Aufwand dar und führt zu einer Minderung des Erfolgs. × 7 Bei der permanenten (gleitenden) Durchschnittsmethode zur Bewertung von Vorräten wird nach jedem Zugang ein neuer Durchschnittswert gebildet. × 8 Bei der Lifo-Methode werden die zuerst gekauften Güter zuletzt verbraucht. × 9 Ungewisse Verbindlichkeiten dürfen in der Bilanz nicht ausgewiesen werden. × 10 Bei dauernder Wertminderung im Umlaufvermögen kann eine Abwertung vorgenommen werden. × <?page no="114"?> 114 Lösungen Lösung Aufgabe 5.44 Multiple Choice Markieren Sie durch Ankreuzen, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind. Aussagen zum Jahresabschluss bzw. zum Lagebericht richtig falsch Der Jahresabschluss einer Kommanditgesellschaft besteht nur aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. × Der Jahresabschluss einer mittelgroßen GmbH besteht dagegen komplett aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang. × Der Jahresabschluss einer großen Kapitalgesellschaft muss zusätzlich einen Lagebericht enthalten. × Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich noch einen Eigenkapitalspiegel und eine Kapitalflussrechnung erstellen. × Welche der folgenden Aussagen zum Niederstwertprinzip nach HGB (BilMoG) sind richtig und welche falsch? richtig falsch Bei einer dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen kann ausnahmsweise eine Abwertung vorgenommen werden. × Bei einer dauernden Wertminderung im Anlagevermögen muss eine Abwertung vorgenommen werden. × Für das Umlaufvermögen gilt das gemilderte Niederstwertprinzip. × Handelswertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. × Aussagen zum Maßgeblichkeitsprinzip richtig falsch Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurde das umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip abgeschafft. × Handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einer steuerlichen Aktivierungspflicht. × Handelsrechtliche Passivierungswahlrechte führen im Regelfall zu einem steuerlichen Passivierungsverbot. × Die Durchbrechung des Maßgeblichkeitsprinzips für die Bewertung ist steuerrechtlich in § 5 Abs. 6 EStG verankert. × Aussagen zum Vollständigkeitsgebot richtig falsch Aktive Rechnungsabgrenzungsposten gehören nicht zu den Vermögensgegenständen, sondern stellen spezielle Aktivposten dar. × Wird ein Gebäude gekauft, so handelt es sich regelmäßig um einen zu aktivierenden Vermögensgegenstand. × Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind eine besondere Art von Vermögensgegenständen. × Wird die Kfz-Steuer für ein Jahr im Voraus gezahlt, muss am Jahresende ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in der Bilanz angesetzt werden. × <?page no="115"?> Lösungen 115 Aussagen zu immateriellen Vermögensgegenständen richtig falsch Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht ein Ansatzverbot, wenn sie entgeltlich erworben wurden. × Für immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens besteht ein Ansatzverbot, wenn sie nicht entgeltlich erworben wurden. × Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht ein Ansatzwahlrecht, wenn sie entgeltlich erworben wurden. × Nach dem HGB besteht für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens eine Ansatzpflicht nur dann, wenn sie entgeltlich erworben wurden. × Aussagen zu Rückstellungen und RAP richtig falsch Wird eine im Jahr 00 unterlassene Instandhaltung einer eigenen Maschine im April 01 nachgeholt, besteht im Handelsrecht eine Passivierungspflicht. × Transitorische aktive RAP sind durch das Merkmal „erst Auszahlung, dann Aufwand“ gekennzeichnet. × Antizipative passive RAP sind durch das Merkmal „erst Einzahlung, dann Ertrag“ gekennzeichnet. × Antizipative aktive RAP sind durch das Merkmal „erst Aufwand, dann Auszahlung“ gekennzeichnet. × Aussagen zu Herstellungskosten richtig falsch In die Herstellungskosten dürfen handelsrechtlich Fremdkapitalzinsen einbezogen werden (Wahlrecht). × Die Herstellungskosten müssen nach HGB immer auf Vollkostenbasis ermittelt werden. × Die Materialgemeinkosten müssen sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich aktiviert werden. × Gemeinkosten dürfen in die Herstellungskosten immer in unbeschränkter Höhe eingerechnet werden. × Aussagen zu Verbrauchsfolgeverfahren richtig falsch Bei konstanten Preisen führen alle Verbrauchsfolgeverfahren zum selben wertmäßigen Endbestand. × Das Lifo-Verfahren führt bei kontinuierlich steigenden Preisen grundsätzlich zur höchsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. × Das Fifo-Verfahren führt bei stetig steigenden Preisen grundsätzlich zur höchsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. × Das Lifo-Verfahren führt bei kontinuierlich steigenden Preisen grundsätzlich zur niedrigsten Bewertung des Endbestands an Vorräten. × Aussagen zu Abschreibungen richtig falsch Im Steuerrecht ist seit 2008 keine degressive Abschreibung mehr möglich. × <?page no="116"?> Lineare Abschreibungen sind sowohl handelsals auch steuerrechtlich zulässig. × Die geometrisch-degressive Abschreibung führt zu einem Restwert von null. × Finanzanlagen können im Handelsrecht planmäßig linear abgeschrieben werden. × Aussagen zu Abschreibungen richtig falsch Bei einer Jahresabschreibung von 80.000 € und dem Zugang am 04.04.00 werden im Jahr 00 Abschreibungen von 60.000 € verrechnet. × Bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen kann eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. × Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Anlagevermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen. × Es besteht ein Wertaufholungsgebot, falls der Grund der Wertminderung nicht mehr existiert, maximal jedoch bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. × Niederstwertprinzip richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Anlagevermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. × Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. × Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. × Wertpapiere, die zum Zweck der dauernden Anlage erworben wurden, sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. × Aktivierungsfähigkeit nach HGB richtig falsch Bei der Sicherungsübereignung eines Vermögensgegenstandes erfolgt die Aktivierung des Sicherungsguts beim Sicherungsgeber. × Bei Lieferung der Ware unter Eigentumsvorbehalt bleibt diese so lange beim Verkäufer bilanziert, bis der Käufer sie bezahlt hat. × Beim Grundstückserwerb erfolgt die Bilanzierung beim Käufer, sobald Nutzen und Lasten übergegangen sind. × Bauten auf fremden Grundstücken gehören rechtlich dem Grundstückseigentümer, wirtschaftlich jedoch dem Bauherrn, da er sie gewöhnlich innerhalb der gesamten Nutzungsdauer nutzen wird. Sie sind daher beim Bauherrn zu aktivieren. × Für selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (§ 248 Abs. 2 Satz 2 HGB) besteht ein Aktivierungswahlrecht. × Sämtliche aktivische (transitorische) Rechnungsabgrenzungsposten müssen aktiviert werden. × 116 Lösungen <?page no="117"?> Lösungen 117 Aktive latente Steuern (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB) müssen immer aktiviert werden. × Für Forschungskosten besteht ein Aktivierungsverbot und für Entwicklungskosten hingegen ein Aktivierungswahlrecht. × Geschäfts- oder Firmenwert richtig falsch Für den derivativen Firmenwert besteht nach HGB ein Aktivierungswahlrecht. × Für den originären Firmenwert besteht sowohl nach HGB als auch nach Steuerrecht eine Aktivierungspflicht. × Der derivative Firmenwert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis des Unternehmens und dem Zeitwert seines Eigenkapitals. × Der derivative Firmenwert ist zu aktivieren und handelsrechtlich planmäßig über fünf Jahre abzuschreiben. × Rechnungsabgrenzungsposten, Rückstellungen richtig falsch Der transitorische aktive RAP ist durch das Merkmal „erst Auszahlung, dann Aufwand“ gekennzeichnet. × Wird beispielsweise eine im Geschäftsjahr 01 unterlassene Instandhaltung einer eigenen Maschine im März 02 des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt, besteht im Handelsrecht eine Passivierungspflicht. × Wird die unterlassene Instandhaltung hingegen erst im April des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt, besteht ein Passivierungswahlrecht. × Für Abraumbeseitigungen, die im nächsten Geschäftsjahr nachgeholt werden, besteht nach Handelsrecht ein Passivierungswahlrecht. × Herstellungskosten richtig falsch Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bilden alle Einzelkosten. × Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten ergibt sich aus den Einzelkosten ohne Vertriebskosten. × Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bildet sich aus allen Einzel- und Gemeinkosten. × Die Wertuntergrenze der Herstellungskosten bildet sich aus allen Einzel- und Gemeinkosten ohne Verwaltungs- und Vertriebskosten. × Abschreibungen richtig falsch Finanzanlagen können im Handelsrecht planmäßig degressiv abgeschrieben werden. × Die arithmetisch degressive Abschreibung ist sowohl im Handelsals auch im Steuerrecht zulässig. × Die geometrisch degressive Abschreibung führt immer zu einem Restwert von null. × Bei einem Jahresabschreibungsbetrag von 12.000 € und einem Zugang am 10.03.01 werden in 01 Abschreibungen von 10.000 € verrechnet. × <?page no="118"?> Außerplanmäßige Abschreibungen richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Umlaufvermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt werden. × Bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung von Finanzanlagen darf eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt werden. × Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. × Für das Umlaufvermögen gilt das gemilderte Niederstwertprinzip. × Die Höhe der planmäßigen Abschreibungen auf das abnutzbare Anlagevermögen wird generell bestimmt durch ... richtig falsch die Nutzungsdauer × die Abschreibungsmethode × den internen Zinsfuß × die Anschaffungs- oder Herstellungskosten × Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen richtig falsch Forderungen aLuL werden maximal zu den Anschaffungskosten brutto, d. h. inklusive der Umsatzsteuer, angesetzt. × Uneinbringliche Forderungen werden „außerplanmäßig abgeschrieben“. × Dubiose (zweifelhafte Forderungen) werden teilweise „abgeschrieben“ und die Umsatzsteuer entsprechend angepasst. × Basis der Pauschalwertberichtigung (PWB) ist der Netto-Bestand der Forderungen, d. h. der Bestand ohne Umsatzsteuer und ohne die einzelwertberichtigten Forderungen. × Niederstwertprinzip richtig falsch Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Anlagevermögens muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. × Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung im Umlaufvermögen muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. × Für das Anlagevermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. × Wertpapiere, die zum Zweck der dauernden Anlage erworben wurden, sind hingegen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu bewerten. × 118 Lösungen <?page no="119"?> 6. Latente Steuern Lösung Aufgabe 6.1 Thema Latente Steuern a) Falls die Metallwaren GmbH von dem Aktivierungswahlrecht keinen Gebrauch machen möchte, muss sie lediglich die passiven latenten Steuern in Höhe von 80.000 € passivieren. Sie hat aber auch die Möglichkeit, die latenten Steuern unsaldiert auszuweisen, d. h., sie kann 120.000 € der aktiven latenten Steuern zu aktivieren und 200.000 € passive latente Steuern zu passivieren. b) In diesem Fall besteht ein Aktivüberhang in Höhe von 40.000 €. Es bestehen die folgenden Möglichkeiten: − aufgrund des Aktivierungswahlrechts erfolgt kein Ausweis von latenten Steuern, − es können 40.000 € aktive latente Steuern aktiviert werden, − es können unsaldiert 140.000 € aktive latente Steuern und 100.000 € passive latente Steuern ausgewiesen werden. Lösung Aufgabe 6.2 Thema Latente Steuern Steuerrechtlich erfolgt im Jahr 01 eine Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 40.000 €, sodass sich ein Gewinn vor Ertragsteuern von 960.000 €, ein Ertragssteueraufwand von 288.000 € (= Zuführung zur Ertragssteuerrückstellung) und ein Gewinn nach Steuern von 672.000 € ergibt. Aktiva Steuerbilanz 01 Passiva Geschäfts- oder Firmenwert 560.000 Ertragssteuerrückstellung Gewinn nach Ertragsteuern 288.000 672.000 Der handelsrechtliche Jahresüberschuss vor Ertragsteuern beträgt 940.000 € (1 Mio. € - 60.000 € Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert). Die aus der Steuerbilanz zu übernehmende Zuführung zur Ertragssteuerrückstellung in Höhe von 288.000 € steht in der Handelsbilanz nicht in der richtigen Relation. Der passende fiktive Steueraufwand würde 282.000 € betragen. Um die Kongruenz wiederherzustellen, können auf der Aktivseite der Handelsbilanz latente Steuern in Höhe von 6.000 €, für so genannte temporäre Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz gebildet werden. Die Berechnung der Höhe der Abgrenzung erfolgt durch Anwendung des pauschalen Ertragssteuersatzes (30 %) auf den Steuerbilanzmehrgewinn in 01 von 20.000 € (= 960.000 € - 940.000 €). Aktiva Handelsbilanz 01 Passiva Geschäfts- oder Firmenwert aktive latente Steuern 540.000 6.000 Ertragssteuerrückstellung Gewinn nach Ertragsteuern 288.000 658.000 Buchungssatz aktive latente Steuern 6.000 an Steuerertrag 6.000 Lösungen 119 <?page no="120"?> 120 Lösungen Folgejahr 02 Im Folgejahr 02 wird der Geschäfts- oder Firmenwert in der Steuerbilanz mit 40.000 € und in der Handelsbilanz mit 60.000 € abgeschrieben. Dies bedeutet, dass das Ergebnis genauso aussieht, wie im Geschäftsjahr 01 und somit wieder aktive latente Steuern gebildet werden können, da der handelsrechtliche Wertansatz der Vermögensgegenstände niedriger ist als in der Steuerbilanz. Im Jahr 02 erfolgt eine Zuführung zu den aktiven latenten Steuern in Höhe von 6.000 €. Aktiva Handelsbilanz 02 Passiva Geschäfts- oder Firmenwert aktive latente Steuern 480.000 12.000 Ertragssteuerrückstellung Gewinn nach Ertragsteuern 288.000 658.000 Buchungssatz aktive latente Steuern 6.000 ⃒ an ⃒ Steuerertrag 6.000 In den Geschäftsjahren 03, 04, 05, 06, 07, 08, 09 und 10 erfolgt jeweils wieder eine Zuführung zu den aktiven latenten Steuern in Höhe von jährlich 6.000 €. Am Ende des Geschäftsjahres 10 sind insgesamt 60.000 € dem Posten „aktive latente Steuern“ zugeführt worden. Ab dem Geschäftsjahr 11 Gemäß § 274 Abs. 2 Satz 2 HGB sind die aktiven latenten Steuern aufzulösen, sobald die Steuerentlastung eintritt oder mit ihr voraussichtlich nicht mehr zu rechnen ist. Ab dem Geschäftsjahr 11 wird der derivative Geschäfts- oder Firmenwert nur noch in der Steuerbilanz abgeschrieben und somit ist ab dem Geschäftsjahr 11 der Gewinn in der Handelsbilanz höher als in der Steuerbilanz. Der Posten „aktive latente Steuern“ wird jedes Jahr um 12.000 € aufgelöst. In der Steuerbilanz erfolgt eine weitere Abschreibung des derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes von 200.000 € auf 160.000 €, während die Handelsbilanz unverändert bleibt. In dem Folgejahr ist jetzt der Steuerbilanzgewinn vor Ertragsteuern mit 960.000 € um 40.000 € niedriger als der Handelsbilanzgewinn vor Ertragsteuern. Diese Differenz bleibt die nächsten Jahre unverändert bis zum Ende der Nutzungsdauer bestehen. Damit der handelsrechtliche Jahresabschluss an den in der Steuerbilanz ermittelten Ertragssteueraufwand von 288.000 € angepasst werden kann, muss eine teilweise Auflösung der aktiven latenten Steuern in Höhe des Ertragssteueraufwands von 12.000 € erfolgen. Buchungssatz Steueraufwand 12.000 an aktive latente Steuern 12.000 <?page no="121"?> Lösungen 121 7. Gewinn- und Verlustrechnung Lösung Aufgabe 7.1 Thema Umsatzkostenverfahren Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren Umsatzerlöse (9.000 St. × 25 €/ St.) 225.000 € - Herstellungskosten des Umsatzes (9.000 St. × 17 €/ St.) - 153.000 € = Bruttoergebnis vom Umsatz = 72.000 € + erhaltene Dividende + 8.000 € - Zinsaufwendungen (1.500 €/ Monat × 12 Monate) - 18.000 € = Gesamtergebnis = 62.000 € Zunächst werden die Herstellungskosten berechnet. Die Herstellungskosten für 10.000 Stück betragen 36.000 € + 80.000 € + 54.000 € = 170.000 €. Die Herstellungskosten pro Stück betragen 17 €. Lösung Aufgabe 7.2 Thema Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren Die Unterschiede zwischen den beiden Verfahren liegen gemäß § 275 Abs. 2 und 3 zum einen in den Positionen 2 und 3 des Gesamtkostenverfahrens , denen kein Umsatz im Geschäftsjahr gegenübersteht und die daher beim Umsatzkostenverfahren fehlen, zum anderen in den Positionen 5, 6 und 7 des Gesamtkostenverfahrens , die einer Kosten arten rechnung entsprechen, während das Umsatzkostenverfahren eher dem Aufbau einer Kosten stellen rechnung folgt. Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) Posten Posten 1. Umsatzerlöse Umsatzerlöse 1. 2. +/ - Bestandsveränderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse - Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 2. 3. + andere aktivierte Eigenleistungen = Bruttoergebnis vom Umsatz 3. 4. + sonstige betriebliche Erträge - Vertriebskosten 4. 5. - Materialaufwand allg. Verwaltungskosten 5. 6. - Personalaufwand + sonstige betriebliche Erträge 6. 7. - Abschreibungen sonstige betriebl. Aufwendungen 7. 8. sonstige betriebl. Aufwendungen 9.-13. = Betriebsergebnis + Finanzergebnis 8.-12. = Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (nach HGB a. F.) <?page no="122"?> 122 Lösungen 14. +/ - Steuern vom Ertrag und Einkommen 13. 15. = Ergebnis nach Steuern 14. 16. sonstige Steuern 15. 17. = Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 16. Lösung Aufgabe 7.3 Thema Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren a) Aufstellung der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren Die Herstellungskosten zu Vollkosten je Stück errechnen sich wie folgt: Materialeinzelkosten 200 €/ St. + Materialgemeinkosten (MGK-Zuschlagssatz = 15 %) + 30 €/ St. + Fertigungslöhne (Fertigungseinzelkosten) + 100 €/ St. + Fertigungsgemeinkosten (FGK-Zuschlagssatz = 90 %) + 90 €/ St. = Herstellungskosten (Wertuntergrenze) = 420 €/ St. + Verwaltungsgemeinkosten (Verw-GK-Zuschlagssatz = 13,0952381 %) + 55 €/ St. = Herstellungskosten (Wertobergrenze) = 475 €/ St. GuV nach dem Gesamtkostenverfahren Aufwand Ertrag 1. Umsatzerlöse (1.500 St. × 700 €/ St. = 1.050.000 €) 1.050.000 € 2. Bestandserhöhung (500 St. × 420 €/ St. = 210.000 €) 210.000 € 5. Materialaufwand 400.000 € 6. Personalaufwand 420.000 € 7. Abschreibungen 100.000 € 8. sonstige betriebliche Aufwendungen 110.000 € Betriebsergebnis 230.000 € b) GuV nach dem Umsatzkostenverfahren Aufwand Ertrag 1. Umsatzerlöse 1.050.000 € 2. umsatzbezogene Herstellungskosten (420 €/ St. × 1.500 St. = 630.000 €) 630.000 € 3. Bruttoergebnis vom Umsatz 420.000 € 4. Vertriebskosten 80.000 € 5. allgemeine Verwaltungskosten 110.000 € 7. sonstige betriebliche Aufwendungen 0 € Betriebsergebnis 230.000 € <?page no="123"?> Lösungen 123 Lösung Aufgabe 7.4 Thema Berechnung des Jahresüberschusses Ermittlung des Jahresüberschusses nach dem Gesamtkostenverfahren: Umsatzerlöse 1.000.000 € - Verminderung des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen - 50.000 € - Materialaufwand - 330.000 € - Personalaufwand - 300.000 € - Abschreibungen - 45.000 € sonstige betriebliche Aufwendungen - 160.000 € - Zinsaufwendungen - 25.000 € = Jahresüberschuss vor Steuern = 90.000 € Ermittlung des Jahresüberschusses nach dem Umsatzkostenverfahren: Umsatzerlöse 1.000.000 € - Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 575.000 € = Bruttoergebnis vom Umsatz = 425.000 € - Vertriebskosten - 75.000 € - Verwaltungskosten - 75.000 € sonstige betriebliche Aufwendungen - 160.000 € - Zinsaufwendungen - 25.000 € = Jahresüberschuss vor Steuern = 90.000 € Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen = 575.000 € setzen sich wie folgt zusammen: Materialaufwand = 330.000 € + Personalaufwand = 150.000 € (150.000 € gingen in die Kosten für Verwaltung und Vertrieb ein) sowie den Abschreibungen = 45.000 € und den Bestandsminderungen = 50.000 €). Lösung Aufgabe 7.5 Thema Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz Die Bilanz stellt, zu einem bestimmten Stichtagzeitpunkt, das Vermögen und die Schulden eines Unternehmens gegenüber. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet alle, in einer Rechnungsperiode, angefallenen Aufwendungen und Erträge auf und weist sie zeitlich aus. Die GuV liefert Strukturaussagen über die Zusammensetzung des Erfolgs. Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz periodenbezogen stichtagbezogen Ertragskonten Bestandskonten Jahresüberschuss/ -fehlbetrag Reinvermögensvergleich Staffelform Kontoform Aussage über die Erfolgsstruktur keine Aussage über die Erfolgsstruktur <?page no="124"?> 124 Lösungen Lösung Aufgabe 7.6 Thema Gewinn- und Verlustrechnung Die GuV nach dem Gesamtkostenverfahren weist die Höhe der Aufwendungen und deren Verteilung, das Betriebsergebnis und das Finanzergebnis aus. Lösung Aufgabe 7.7 Thema Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren Teil a) 1. Umsatzerlöse Berechnung: 928.200 1,19 = 780.000 − 30.000 Skonto 750.000 T€ 2. ± Erhöhung/ Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen Berechnung: (160 T€ - 70 T€) + (75 T€ - 85 T€) = 90 T€ - 10 T€ = 80 T€ + 80.000 T€ 3. + andere aktivierte Eigenleistungen 0 T€ 4. + sonstige betriebliche Erträge (Mieterträge) + 47.000 T€ 5. - Materialaufwand - 108.000 T€ 6. - Personalaufwand - 95.000 T€ 7. - Abschreibungen - 30.000 T€ 8. sonstige betriebliche Aufwendungen 0 T€ 9. + Erträge aus Beteiligungen 0 T€ 10. + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens + 25.000 T€ 11. + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 T€ 12. - Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 T€ 13. - Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 50.000 T€ = Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (nach HGB a. F.) (1 bis 13) = 619.000 T€ 14. - Steuern vom Einkommen und Ertrag - 55.000 T€ 15. = Ergebnis nach Steuern 564.000 T€ 16 sonstige Steuern (Kfz-Steuer) - 8.000 T€ 17. = Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag = 556.000 T€ <?page no="125"?> Lösungen 125 Teil b) 17. = Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 556.000 T€ 18. ± Gewinnvortrag/ Verlustvortrag aus dem Vorjahr -56.000 T€ 19. + Entnahmen aus der Kapitalrücklage 0 T€ 20. + Entnahmen aus den Gewinnrücklagen aus der gesetzlichen Rücklage aus der Rücklage für eigene Aktien aus den satzungsmäßigen Rücklagen aus anderen Gewinnrücklagen 0 T€ 0 T€ 0 T€ 0 T€ 21. - Einstellungen in die Gewinnrücklagen • in die gesetzliche Rücklage • in die Rücklage für eigene Aktien • in satzungsmäßige Rücklagen • in andere Gewinnrücklagen - 8.000 T€ 0 T€ 0 T€ - 246.000 T€ 22. = Bilanzgewinn/ Bilanzverlust = 246.000 T€ Gemäß § 150 Abs. 2 AktG müssen so lange 5 %, des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage eingestellt werden, bis die gesetzliche Rücklage mit der Kapitalrücklage zusammen 10 % des Grundkapitals betragen. Das gezeichnete Kapital beträgt 700.000 T€. Das bedeutet, die geforderten 10 % entsprechen 70.000 T€. Da eine gesetzliche Rücklage bisher nicht vorhanden war und die Kapitalrücklage 62.000 T€ beträgt, müssen 8.000 T€ in die gesetzliche Rücklage eingestellt werden. Eine vollständige Einstellung von 5 % des Jahresüberschusses ist somit nicht notwendig, da die 10 % schon erreicht werden. Teil c) Eigenkapital Gezeichnetes Kapital 700.000 T€ Kapitalrücklage 62.000 T€ Gewinnrücklagen  gesetzliche Rücklage 8.000 T€  Rücklage für eigene Anteile 0 T€  satzungsmäßige Rücklagen 0 T€  andere Gewinnrücklagen 246.000 T€ Bilanzgewinn 246.000 T€ <?page no="126"?> 126 Lösungen Lösung Aufgabe 7.8 Thema Vergleich Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren Gewinn- und Verlustrechnung der Alpha-GmbH, für das Geschäftsjahr 01, nach dem Gesamtkostenverfahren: Gesamtkostenverfahren (GKV) Umsatzerlöse 94.500.000 € Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen + 800.000 € andere aktivierte Eigenleistungen + 1.050.000 € sonstige Erträge + 1.000.000 € Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -- 37.500.000 € 3.000.000 € Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -- 40.000.000 € 7.250.000 € Abschreibungen: a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten - 40.000.000 € 0 € Sonstige Aufwendungen - 1.600.000 € Betriebsergebnis = 4.000.000 € Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 1.098.000 € sonstige Steuern (Kfz-Steuer + Grundsteuer) - 90.000 € Jahresüberschuss = 2.812.000 € Gewinn- und Verlustrechnung der Alpha-GmbH für das Geschäftsjahr 01 nach dem Umsatzkostenverfahren Umsatzkostenverfahren (UVK) Umsatzerlöse 94.500.000 € Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 80.000.000 € Bruttoergebnis vom Umsatz = 14.500.000 € Vertriebsgemeinkosten - 6.000.000 € Verwaltungsgemeinkosten - 3.900.000 € <?page no="127"?> Lösungen 127 sonstige Erträge + 1.000.000 € sonstige Aufwendungen - 1.600.000 € Betriebsergebnis = 4.000.000 € Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 1.098.000 € sonstige Steuern - 90.000 € Jahresüberschuss = 2.812.000 € Die Werte für das GKV können aus der Aufgabe unmittelbar entnommen werden. Folgende Posten müssen Sie berechnen: Bestandserhöhung = 10.000 St. (gingen ins Lager) × 80 €/ St. (= HK) = 800.000 €. Wertermittlung für das UKV: Ermittlung Umsatzerlös = verkaufte 1.000.000 St. × 94,5 €/ St. = 94.500.000 € Herstellungskosten (HK) der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen Stückkalkulation: Fertigungsmaterial 36,00 €/ St. Materialgemeinkosten 3,60 €/ St. Fertigungslöhne 15,00 €/ St. Fertigungsgemeinkosten 25,40 €/ St. Herstellungkosten (80,00 €/ St. × 1.000.000 St. =) 80.000.000 € 𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐕𝐕𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐀𝐀: 𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐕𝐕𝐕𝐕 = 6,00 €/ St. × 1.000.000 St. = 6.000.000 € 𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐕𝐕𝐠𝐠𝐕𝐕𝐠𝐠𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐕𝐕𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐀𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐠𝐀𝐀 = 3,90 €/ St. × 1.000.000 St. = 3.900.000 € <?page no="128"?> − Bestand, am Beginn des Geschäftsjahres, zu historischen Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten − Zugänge des Geschäftsjahres zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten − Abgänge des Geschäftsjahres zu historischen Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten − Umbuchungen zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten − Zuschreibungen des Geschäftsjahres − kumulierte Abschreibungen, d. h. die Summe aller bisherigen Abschreibungen plus die Zugänge (= Abschreibungen im Geschäftsjahr), und − Abschreibungen im Geschäftsjahr Lösung Aufgabe 8.2 Thema Anhang Der Anhang ist ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften (§ 264 HGB) und Personengesellschaften, ohne natürliche Person als Vollhafter (§ 264a HGB). Er dient in erster Linie der näheren Erläuterung von Bilanz und GuV-Rechnung. Leitlinie für die Berichterstattung ist die Vermittlung, eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes, der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Der Anhang ist ebenfalls Pflichtbestandteil eines vollständigen IFRS-Abschlusses. Lösung Aufgabe 8.3 Thema Anlagenspiegel Anlagevermögen historische AK/ HK Zugänge + Abgänge - Umbuchungen +/ - Zuschreibungen + Abschreibungen gesamt - Abschreibungen im Jahr 10 - Bilanzwert 31.12.10 Grundstücke 80.000 80.000 Maschinen 90.000 9.000 9.000 81.000 BGA  Lkw  Pkw 100.000 50.000 40.000 10.000 20.000 10.000 60.000 40.000 128 Lösungen 8. Anhang Lösung Aufgabe 8.1 Thema Anlagenspiegel Im Anlagenspiegel sind auszuweisen: <?page no="129"?> Lösungen 129 9. Lagebericht Lösung Aufgabe 9.1 Thema Wirtschaftsbericht a) Ein Unternehmen kann seinen Wirtschaftsbericht nach verschiedenen Funktionsbereichen gliedern, beispielsweise nach Materialwirtschaft/ Beschaffung, Produktion/ Fertigung, Absatz, Personalwesen, Finanzierung und Investition, Umweltschutz sowie nach außerordentlichen Ereignissen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. b) Die Ertragslage eines Unternehmens kann durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden, beispielsweise: Rohstoffmangel, Entwicklung von Patenten, Produkthaftung, Umweltschutzaufwendungen, Wechselkursschwankungen, Auftragslage, Umsatz und somit auch durch Personalkosten, die Auslastung, Qualitätssicherung, Preise, Konditionen, Rohstoff- und Energiekosten. c) Beispielsweise können folgende Punkte erläutert werden: Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterfluktuation, Forschung und Entwicklung, Fortbildungsmaßnahmen, Emissionswerte und Nachhaltigkeitsarbeit in Bezug auf Umwelt-, Sozial- oder Arbeitnehmerbelange. Lösung Aufgabe 9.2 Thema Lagebericht a) Der Lagebericht liefert vor allem Informationen über die wirtschaftliche Lage von Unternehmen, informiert über die zukünftige Situation eines Unternehmens und stellt die Chancen und Risiken dar. b) Ein Lagebericht muss von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften sowie von bestimmten weiteren Unternehmen (z. B. Genossenschaften, Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungsunternehmen) erstellt werden. Kleine Kapitalgesellschaften und nicht haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften sind dazu nicht verpflichtet, können einen Lagebericht aber freiwillig aufstellen. Lösung Aufgabe 9.3 Thema Lagebericht a) Der Lagebericht ist nicht Bestandteil des Jahresabschlusses, sondern steht neben dem Abschluss, den er durch zusätzliche Informationen über Stand und Entwicklung des Unternehmens ergänzen soll (§ 289 HGB). Er ist ein Instrument der Rechenschaftslegung, das neben einer vergangenheitsorientierten Betrachtung auch zukunftsorientierte Informationen vermittelt. b) Alle Kapitalgesellschaften außer den Kleinstkapitalgesellschaften und den kleinen Kapitalgesellschaften müssen einen Lagebericht aufstellen. Lösung Aufgabe 9.4 Thema Lagebericht Ein guter Lagebericht enthält ausschließlich für die Adressaten relevante Informationen und erfüllt dennoch alle gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen. Es geht also darum, mit weni- <?page no="130"?> 130 Lösungen ger Worten mehr zu sagen. Eindeutige Ausarbeitungen der oben genannten Darlegungen und eine ausführliche Analyse der geschäftlichen Rahmenbedingungen ermöglichen es, den Adressaten einen Einblick in die künftige Unternehmenslage zu vermitteln. Eine kurze, aber ausführliche und prägnante Darstellung der Chancen und Risiken schärft den Einblick. <?page no="131"?> 10. Nachhaltigkeitsberichterstattung Lösung Aufgabe 10.1 Thema CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung Teil a) Die CSRD ist eine EU-Richtlinie, die Unternehmen dazu verpflichtet, umfassender und standardisierter über Nachhaltigkeit zu berichten. Das Hauptziel besteht darin, die Transparenz zu erhöhen, Kapitalflüsse in nachhaltige Aktivitäten zu lenken und Unternehmen vergleichbarer zu machen. Die CSRD erweitert und ersetzt die bisherige NFRD (Non-Financial Reporting Directive). Teil b) 1. Große Unternehmen, die mindestens zwei der drei Kriterien erfüllen: − 250 Mitarbeitende − 50 Mio. € Umsatz − 25 Mio. € Bilanzsumme 2. Börsennotierte Unternehmen (außer Kleinstunternehmen). 3. Nicht-EU-Unternehmen, die in der EU einen Nettoumsatz von > 150 Mio. € erwirtschaften und eine Tochtergesellschaft oder Niederlassung in der EU haben. Teil c) a) 2024 (Bericht 2025) b) 2025 (Bericht 2026) c) 2026 (Bericht 2027, mit Option auf Aufschub bis 2028) d) 2028 (Bericht 2029) Lösung Aufgabe 10.2 Thema Wesentlichkeitsanalyse  Energieverbrauch: Auswirkungen (CO₂-Emissionen) und finanziell wesentlich (Energiepreise, Effizienz).  Diversität: Auswirkungen (soziale Gleichstellung), finanziell nur bedingt wesentlich (Reputation, Fachkräftemangel).  Lieferantenpraktiken: Auswirkungen (Arbeitsbedingungen, Menschenrechte), finanziell wesentlich (Lieferkettenrisiken).  Abfallentsorgung: Auswirkungen (Umweltbelastung), finanziell relevant bei steigenden Entsorgungskosten oder regulatorischen Vorgaben. Lösung Aufgabe 10.3 Thema Nachhaltigkeitsbericht nach dem Omnibus-Paket Teil a) Die Berichtspflicht besteht künftig nur für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und Lösungen 131 <?page no="132"?> 132 Lösungen (Umsatz > 50 Mio. € oder Bilanzsumme > 25 Mio. €). Kleinere Unternehmen und viele KMU (bzw. nicht börsennotierte Unternehmen unter diesen Schwellenwerten) sind davon nicht mehr betroffen. Teil b) a) Geschäftsjahr 2027 (Bericht 2028): Ursprünglich war der Bericht für das Jahr 2026 geplant, wurde jedoch um zwei Jahre verschoben. b) Geschäftsjahr 2028 (Bericht 2029) - ursprünglich ab 2027 vorgesehen, jetzt Verschiebung um zwei Jahre. Lösung Aufgabe 10.4 Thema Umwelt (Environmental Standards: ESRS E1-E5) ESRS E1 - Klimawandel Der Standard ESRS E1 verpflichtet Unternehmen zur umfassenden Berichterstattung über ihre Auswirkungen auf den Klimawandel. Die wesentlichen Inhalte sind: − Klimaschutz und Klimaanpassung − Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch − Strategien zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C − Anpassung des Geschäftsmodells Unternehmen müssen sowohl positive als auch negative Beiträge offenlegen und über vergangene, aktuelle und geplante Maßnahmen berichten. ESRS E1 ist der detaillierteste Umweltstandard und umfasst neun spezifische Offenlegungspflichten (E1-1 bis E1-9) sowie drei allgemeine Anforderungen aus ESRS 2. ESRS E2 - Umweltverschmutzung Der Standard ESRS E2 verpflichtet Unternehmen dazu, ihre wesentlichen Auswirkungen auf die Umweltverschmutzung in den Bereichen Luft, Wasser und Boden sowie ihren Umgang mit gefährlichen Substanzen offenzulegen. Die wesentlichen Inhalte sind: − 6 spezifische Offenlegungspflichten (E2-1 bis E2-6) + 1 allgemeine Anforderung aus ESRS 2 − Darstellung von Strategien, Maßnahmen und Zielen zur Vermeidung und Reduzierung von Schadstoffen − Offenlegung von Politik, Ressourcen und Umgang mit gefährlichen Substanzen − Besondere Berichterstattung zu besorgniserregenden Stoffen (Herstellung, Verwendung, Vertrieb) ESRS E2 verlangt eine nachvollziehbare Darstellung geplanter und umgesetzter Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung sowie deren Wirkung. ESRS E3 - Wasser- und Meeresressourcen Der Standard ESRS E3 schreibt Unternehmen vor, wesentliche Auswirkungen, die sich aus der Nutzung von Wasser- und Meeresressourcen ergeben, offenzulegen. Die wesentlichen Inhalte sind: − Fokus auf positive und negative Einflüsse durch Wasserentnahme, -verbrauch, -einleitung und Nutzung mariner Ressourcen <?page no="133"?> Lösungen 133 − Berücksichtigung der ökologischen und wirtschaftlichen Bedeutung mariner Ökosysteme − 5 spezifische Offenlegungspflichten (E3-1 bis E3-5) + 1 allgemeine Anforderung aus ESRS 2 − Unternehmen müssen ihre Strategien, Maßnahmen und Ziele für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement offenlegen. ESRS E4 - Biodiversität und Ökosysteme Der Standard ESRS E4 verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung ihrer wesentlichen positiven und negativen Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme. Die wesentlichen Inhalte sind: − Darstellung von Strategien, Maßnahmen und Ressourcen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung − Vorlage eines Übergangsplans für Biodiversität und Ökosysteme − Definition von Zielen zur Förderung der Biodiversität und zum Schutz natürlicher Lebensräume. ESRS E5 - Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft Der Standard ESRS E5 verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung ihrer Strategien und Maßnahmen zur ressourceneffizienten und nachhaltigen Produktion und Konsum. Die wesentlichen Inhalte sind: − Bewertung, wie Geschäftsmodelle negative Umweltauswirkungen reduzieren − Fokus auf Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling − Förderung einer zirkulären Wertschöpfung und Transformation zu einem geschlossenen Wirtschaftssystem Lösung Aufgabe 10.5 Thema Soziales (Social Standards: ESRS S1-S4) ESRS S1 - Eigene Belegschaft Der Standard ESRS S1 verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung ihrer wesentlichen Auswirkungen auf die eigene Belegschaft, einschließlich positiver und negativer Einflüsse. Schwerpunkte: − Arbeitsbedingungen: Entlohnung, Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz, Mitbestimmung − Soziale und menschenrechtliche Themen: Gleichbehandlung, Chancengleichheit, Schutz vor Diskriminierung und Belästigung − Arbeitsbezogene Rechte: Schutz vor Kinder- und Zwangsarbeit, Recht auf Privatsphäre − Struktur und Diversität: Tarifverträge, sozialer Dialog, Geschlechtergleichstellung − Maßnahmen und Ziele: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Beschäftigungssicherheit Ziel ist ein umfassendes Bild der Belegschaft und der unternehmerischen Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden. ESRS S2 - Beschäftigte in der Wertschöpfungskette Der Standard ESRS S2 verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung ihrer Auswirkungen auf Arbeitskräfte außerhalb der eigenen Belegschaft, beispielsweise bei Zulieferern, Subunternehmern und Vertriebspartnern. <?page no="134"?> 134 Lösungen Schwerpunkte: − Positive und negative Auswirkungen sowie Chancen und Risiken für externe Beschäftigte. − Fokus liegt auf den Arbeitsbedingungen: Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung, Arbeitszeiten, Gesundheits- und Sicherheitsstandards. − Beschreibung des Ansatzes zur Identifikation und Steuerung dieser Auswirkungen. − Ergänzt ESRS S1, richtet sich aber an Beschäftigte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Ziel besteht darin, mit allen Personen, die durch die Geschäftstätigkeit wesentlich beeinflusst werden, verantwortungsvoll umzugehen. ESRS S3 - Betroffene Gemeinschaften Der Standard ESRS S3 verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung ihrer positiven und negativen Auswirkungen auf Gemeinschaften, die durch ihre Geschäftstätigkeit oder entlang der Wertschöpfungskette beeinflusst werden. Schwerpunkte: − Betroffene Gruppen: z. B. Anwohner in Produktionsgebieten oder indirekt Betroffene durch Infrastruktur oder Lieferketten. − Offenlegung von Strategien zum Schutz der Menschenrechte. − Darstellung von Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung oder Behebung negativer Effekte. − Analyse von Verletzungsrisiken wie Isolation, Krankheitsanfälligkeit oder eingeschränkter Zugang zu Sozialleistungen. − Beschreibung der Methoden zur Bewertung der Vulnerabilität bestimmter Gruppen. − Spezielle Berichterstattung zu indigenen Gemeinschaften. Das Ziel besteht in einem verantwortungsvollen Umgang mit allen lokal und global betroffenen Bevölkerungsgruppen. ESRS S4 - Verbraucher und Endnutzer Der Standard ESRS S4 verpflichtet Unternehmen dazu, ihre positiven und negativen Auswirkungen auf Konsumenten und Endnutzer am Ende der Wertschöpfungskette offenzulegen. Schwerpunkte: − Bewertung von Risiken aus Produkten und Dienstleistungen (z. B. Produktsicherheit, Datenschutz, irreführende Werbung). − Darstellung von Risiken, Chancen und finanziellen Auswirkungen. − Offenlegung von Maßnahmen zur Prävention, Minderung und Behebung negativer Effekte. − Ziel ist die Stärkung der Unternehmensverantwortung gegenüber dem Verbraucherschutz und dem Nutzerwohl. Lösung Aufgabe 10.6 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? elcher ESRS-Standard behandelt die Auswirkungen von Unternehmen auf den Klimawandel? richtig falsch ESRS E1 × ESRS E3 × <?page no="135"?> Lösungen 135 ESRS E2 × ESRS G1 × Was ist ein zentrales Ziel der Kreislaufwirtschaft im Sinne von ESRS E5? richtig falsch Erhöhung des Energieverbrauchs × Förderung von Einwegprodukten × Transformation zu einem geschlossenen Wirtschaftssystem × Verzicht auf Recyclingmaßnahmen × Welche Ressource wird im ESRS E3 berücksichtigt? richtig falsch Wasser und Meeresressourcen × Luft × Mineralien × Boden × Was müssen Unternehmen laut ESRS E4 zur Biodiversität offenlegen? richtig falsch Nur finanzielle Investitionen × Positive und negative Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen × Nur negative Auswirkungen × Nur die Anzahl der betroffenen Arten × Welche Stoffe stehen im Fokus der Berichterstattung nach ESRS E2? richtig falsch Lebensmittelzusätze × Kunststoffe zur Verpackung × Besorgniserregende Substanzen × Erneuerbare Energien × Lösung Aufgabe 10.7 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? Welcher ESRS-Standard behandelt die Auswirkungen eines Unternehmens auf die eigene Belegschaft? richtig falsch ESRS S4 × ESRS S1 × ESRS S2 × ESRS S3 × Welches ist das zentrale Thema des ESRS 2? richtig falsch Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern und Partnern × <?page no="136"?> 136 Lösungen Datenschutz für Endnutzer × Klimaanpassung im Unternehmen × Finanzielle Risiken durch Biodiversitätsverlust × Welche Gruppen sind Gegenstand der Betrachtung von ESRS S3? richtig falsch Kunden und Endnutzer × Eigene Mitarbeiter × Betroffene Gemeinschaften × Investoren und Anteilseigner × Welche Risiken müssen gemäß ESRS S4 offengelegt werden? richtig falsch Risiken für die eigne Belegschaft × Risiken für Verbraucher und Endnutzer × Risiken für die Biodiversität × Risiken für Lieferanten × Welcher ESRS-Standard verlangt die Offenlegung von Maßnahmen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz? richtig falsch ESRS S3 × ESRS S1 × ESRS S4 × ESRS S2 × <?page no="137"?> Lösungen 137 11. Kapitalflussrechnung Lösung Aufgabe 11.1 Thema Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung gliedert sich in die folgenden drei Bereiche: − laufende Geschäftstätigkeit, − Investitionstätigkeit und − Finanzierungstätigkeit. Lösung Aufgabe 11.2 Thema Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung ist ein zentrales Instrument der dynamischen Liquiditätsanalyse. Sie zeigt die Finanzierungsvorgänge, die im betrachteten Zeitraum zu Veränderungen der Liquidität geführt haben. Auf dieser Grundlage lässt sich sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Liquiditätslage des Unternehmens beurteilen. Als Zeitraumbzw. Bewegungsrechnung macht die Kapitalflussrechnung Folgendes sichtbar: − Bestandsveränderungen (insbesondere aus der Bilanz) sowie − die zugrunde liegenden Zahlungsströme (aus der Gewinn- und Verlustrechnung). Zur besseren Übersicht wird sie in drei Bereiche gegliedert: 1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Bereich): Er umfasst Ein- und Auszahlungen aus der betrieblichen Tätigkeit, z. B. Zahlungen von Kunden oder Ausgaben für Lieferanten, Personal und Steuern. 2. Cashflow aus Investitionstätigkeit: Er zeigt die Zahlungsströme im Zusammenhang mit Investitionen und Desinvestitionen, etwa beim Erwerb oder Verkauf von Maschinen, Gebäuden oder Beteiligungen. 3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: Er beinhaltet Ein- und Auszahlungen, die sich aus der Aufnahme oder Rückzahlung von Eigen- und Fremdkapital ergeben, beispielsweise Kredite, Dividenden oder die Ausgabe von Aktien. Durch diese Struktur liefert die Kapitalflussrechnung ein klares Bild darüber, woher liquide Mittel stammen und wofür sie verwendet werden . Damit ergänzt sie Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung und bietet Investoren, Gläubigern sowie dem Management eine verlässliche Grundlage zur Einschätzung der Finanzkraft und Stabilität des Unternehmens. Lösung Aufgabe 11.3 Thema Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung soll die finanzielle Lage eines Unternehmens abbilden und Informationen bereitstellen. Sie enthält Informationen über: − die Fähigkeit des Unternehmens, Cashflows zu erwirtschaften, − die Fähigkeit des Unternehmens, seine Schulden bezahlen zu können, Dividenden zu zahlen und kreditwürdig zu bleiben, − mögliche Divergenzen zwischen dem Jahresergebnis und den zugehörigen Zahlungsvorgängen, − die Liquiditätssituation und ihrer Veränderung, − die Finanzierungstätigkeit. <?page no="138"?> 138 Lösungen Lösung Aufgabe 11.4 Multiple Choice Welche der folgenden Aussagen sind richtig oder falsch? Zu welchem der folgenden Zahlungsströme passt die Aussage, dass es sich um Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit handelt? richtig falsch Einzahlung aus dem Verkauf von selbst hergestellten Erzeugnissen × Auszahlung für den Kauf eines Firmen-Lkws × Auszahlung für Dividendenzahlung an Aktionäre Einzahlung aus der Aufnahme eines Kredits × Was zählt typischerweise zum Cashflow aus Investitionstätigkeit? richtig falsch Zahlung der Löhne und Gehälter × Auszahlung für den Erwerb einer Werkzeugmaschine × Einzahlungen aus dem Warenverkauf × Auszahlung für die Tilgung eines Darlehens × Welche der folgenden Aussagen zur Kapitalflussrechnung sind korrekt, welche sind falsch? richtig falsch Die Zahlungsströme eines Unternehmens werden durch sie dargestellt. × Sie ersetzt sowohl die Bilanz als auch die Gewinn- und Verlustrechnung. × Sie zeigt ausschließlich die Ertragslage eines Unternehmens. × Sie ist Bestandteil des Lageberichts. × Was gehört zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit? richtig falsch Einzahlungen, die aus dem Verkauf von Waren stammen. × Auszahlungen für den Kauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind hier relevant. × Einzahlungen, die aus einer Kapitalerhöhung stammen. × Auszahlungen für den Erwerb einer Beteiligung. × Welche Methode wird häufig zur Ermittlung des operativen Cashflows eingesetzt? richtig falsch Kombinierte Methode × Statische Methode × Indirekte Methode × Direkte Methode × <?page no="139"?> 12. Eigenkapitalspiegel Lösung Aufgabe 12.1 Thema Eigenkapitalspiegel (Quelle: FRoSTA AG: Geschäftsbericht 2024, 2025, S. 33.) Lösungen 139 <?page no="140"?> 140 Lösungen Lösung Aufgabe 12.2 Thema Eigenkapital Teil a) Das Eigenkapital bildet die finanzielle Grundlage einer Aktiengesellschaft (AG) und steht den Anteilseignern (Aktionären) zu. Es setzt sich nach den handelsrechtlichen Vorschriften aus mehreren klar definierten Posten zusammen, die in § 266 Abs. 3 HGB geregelt sind. Ergänzende Regelungen finden sich insbesondere in § 152 AktG . Die Posten des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft sind: Posten Erläuterung Gezeichnetes Kapital Das im Handelsregister eingetragene Grundkapital der AG. Es entspricht dem Nennwert der ausgegebenen Aktien. Laut § 7 AktG beträgt das Mindestgrundkapital 50.000 €. Kapitalrücklage Einlagen über den Nennwert hinaus (Agio) sowie bestimmte andere Zuzahlungen der Aktionäre, z. B. bei Kapitalerhöhungen. Gewinnrücklagen Aus einbehaltenen Gewinnen gebildete Rücklagen, z. B. gesetzliche Rücklage, satzungsmäßige Rücklagen oder freiwillige Rücklagen. Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Ergebnisse aus Vorjahren, die weder ausgeschüttet noch mit Verlusten verrechnet wurden. Sie werden in das neue Geschäftsjahr übertragen. Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres vor Verwendung (z. B. Dividendenausschüttung oder Einstellung in Rücklagen). Ausstehende Einlagen Noch nicht eingezahlte Teile des gezeichneten Kapitals Sie werden als Abzugsposten vom Eigenkapital ausgewiesen, bis die Aktionäre ihre Einlagen vollständig leisten. Teil b) Der Unterschied zwischen Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen liegt vor allem in ihrer Herkunft und Funktion innerhalb des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft. Im Folgenden finden Sie eine klare Gegenüberstellung: Merkmal Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Herkunft Entsteht durch Einzahlungen der Aktionäre, z. B. bei Kapitalerhöhungen über den Nennwert (Agio) oder sonstigen Zuzahlungen Entsteht durch einbehaltene Gewinne aus dem Jahresüberschuss. Rechtsgrundlage § 272 Abs. 2 Nr. 1-4 HGB § 272 Abs. 3 HGB sowie § 150 AktG (gesetzliche Rücklage) Beispielhafte Buchung Ausgabe von Aktien zu 13 €, Nennwert 5 € → 7 € Kapitalrücklage Jahresüberschuss von 1 Mio. €, davon 250.000 € in Gewinnrücklage eingestellt <?page no="141"?> Lösungen 141 Verwendung Kann z. B. zur Deckung von Verlusten oder zur Kapitalerhöhung verwendet werden Dient der Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur Absicherung gegen Risiken Verfügbarkeit Häufig nicht frei verfügbar, da zweckgebunden oder satzungsmäßig eingeschränkt Teilweise frei verfügbar, je nach Art der Rücklage (gesetzlich, freiwillig etc.) Teil c) Gesetzliche Rücklagen sind eine besondere Form der Gewinnrücklagen , die Aktiengesellschaften (AG) gemäß § 150 AktG verpflichtend bilden müssen. Sie dienen dem Gläubigerschutz, der Kapitalerhaltung sowie der finanziellen Stabilität des Unternehmens. Die Bildung der gesetzlichen Rücklage n ach § 150 Abs. 2 AktG gilt wie folgt: − Fünf Prozent des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses sind jährlich in die gesetzliche Rücklage einzustellen. − Diese Pflicht besteht so lange, bis die gesetzliche Rücklage zusammen mit bestimmten Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB mindestens 10 % des Grundkapitals erreicht hat. − Die Satzung der Gesellschaft kann auch einen höheren Prozentsatz als 10 % oder zusätzliche Regelungen zur Rücklagenbildung vorsehen. <?page no="142"?> a) Die Marmor-GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Die Bilanzsumme beträgt an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mehr als 7,50 Mio. € , aber nicht mehr als 25,00 Mio. € . Die Umsatzerlöse betragen mehr als 15,00 Mio. € , übersteigen aber nicht die Grenze von 50,00 Mio. € . Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer lag im Jahr 01 unter 250 . b) Die Marmor-GmbH unterliegt als mittelgroße Kapitalgesellschaft der Prüfungspflicht (§ 316 Abs. 1 HGB). Die Prüfung kann nach § 319 Abs. 1 Satz 1 HGB von einem Wirtschaftsprüfer oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt werden. Die Prüfung kann aber auch von einem vereidigten Buchprüfer oder von einer Buchprüfungsgesellschaft durchgeführt werden (§ 319 Abs. 1 Satz 2 HGB). Lösung Aufgabe 13.2 Thema Größenklassen Von zwei Kapitalgesellschaften liegen für die Geschäftsjahre 01 und 02 die folgenden Zahlen vor. Beurteilen Sie, ob es sich um eine kleine, mittelgroße oder große Kapitalgesellschaft handelt. 31.12.01 31.12.02 Bilanzsumme Umsatzerlö se Anzahl Arbeitnehmer Bilanzsumme Umsatzerlö se Anzahl Arbeitnehmer A-GmbH 30 Mio. € 60 Mio. € 280 32 Mio. € 54 Mio. € 245 B-GmbH 26 Mio. € 55 Mio. € 180 21 Mio. € 52 Mio. € 170 A-GmbH Bilanzsumme Umsatzerlöse Anzahl Arbeitnehmer Geschäftsjahr 01 30 Mio. € 60 Mio. € 280 Konsequenz groß groß groß ausschließlich für das Geschäftsjahr 01 groß Geschäftsjahr 02 32 Mio. € 54 Mio. € 245 Konsequenz groß groß mittelgroß ausschließlich für das Geschäftsjahr 02 groß insgesamt in 02 groß 142 Lösungen 13. Prüfungs- und Offenlegungspflichten Lösung Aufgabe 13.1 Thema Größenklassen <?page no="143"?> Lösungen 143 B-GmbH Bilanzsumme Umsatzerlöse Anzahl Arbeitnehmer Geschäftsjahr 01 26 Mio. € 55 Mio. € 180 Konsequenz groß groß mittelgroß ausschließlich für das Geschäftsjahr 01 groß Geschäftsjahr 02 21 Mio. € 52 Mio. € 170 Konsequenz mittelgroß groß mittelgroß ausschließlich für das Geschäftsjahr 02 mittelgroß insgesamt in 02 mittelgroß <?page no="144"?> Anteilseigner: Steigerung des Unternehmenswertes, hoher Gewinnausweis, Schutz durch Mindestausschüttung Gläubiger: Zahlung von Zins und Tilgung, niedriger Gewinnausweis, finanzielle Stabilität, Schutz durch Ausschüttungssperre Finanzamt: Steuerzahlungen des Unternehmens Kunden und Lieferanten: finanzielle Stabilität Arbeitnehmer: Angemessenheit leistungsbezogener Vergütungen, Arbeitsplatzsicherheit Lösung Aufgabe 14.2 Thema Maßnahmen zur Bilanzkosmetik a) Verzögerung des Einkaufs bzw. der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und anderen Materialien bis nach dem Bilanzstichtag. b) Hereinnahme von Kundenwechseln, die diskontiert werden. c) Leistung von Anzahlungen oder Vorauszahlungen, kurzfristige Ausleihungen an Dritte oder die Gewährung von längeren Zahlungszielen. d) Veräußerung von Gegenständen mit der Vereinbarung, diese später wieder zurückzunehmen. Sale-and-lease-back, d. h. Veräußerung von Anlagegütern, die anschließend vom Unternehmen gemietet werden. Es werden verstärkt Anzahlungen und Vorauszahlungen verlangt bzw. die Zahlungsziele werden verkürzt. e) Schnellere und frühere Abrechnungen gewinnträchtiger Aufträge sowie spätere Inbetriebnahmen von Anlagen, um die planmäßige Abschreibung zu vermeiden. Lösung Aufgabe 14.3 Thema Bilanzpolitik Ziel der Bilanzpolitik ist es, die publizierten Unternehmensdaten, insbesondere den Jahresabschluss mit der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, zu beeinflussen. Mithilfe der Bilanzpolitik können: − die Ausschüttungspolitik, − die Steuerlast und − die Informationspolitik beeinflusst werden. Lösung Aufgabe 14.5 Thema Bilanzpolitik Teil a) − Wahl des Bilanzstichtages, 144 Lösungen 14. Bilanzpolitik Lösung Aufgabe 14.1 Thema Bilanzadressaten <?page no="145"?> Lösungen 145 − zeitliche Vor- und Nachverlagerung von Geschäftsvorfällen, − zeitliche Vorverlagerung von Investitionen, − Durchführung von Werbemaßnahmen, um den Gewinn zu reduzieren und − umkehrbare Gestaltungsmaßnahmen. Teil b) − selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, − aktive latente Steuern und − Disagio. Teil c) − Pensionsrückstellungen (Altzusagen vor dem 01.01.1987) und − unmittelbare Pensionsverpflichtungen. Teil d) − Herstellungskosten, bewertet mit der Wertuntergrenze oder der Wertobergrenze, − Geringwertige Wirtschaftsgüter, − Sammelbewertungsverfahren (= Verbrauchsfolgeverfahren (Lifo-, Fifo-Methode)), − Gruppenbewertung nach der Durchschnittsmethode, − Festwertansatz, − Abschreibungen (degressiv oder linear) und − Abschreibung auf den niedrigen Wert bei vorübergehender Wertminderung von Finanzanlagen. Lösung Aufgabe 14.6 Thema Bilanzpolitische Gestaltungsspielräume a) Ermittlung des Abschreibungsvolumens: hoher Gewinn: linearer Abschreibung: = Anschaffungskosten Nutzungsdauer = 300.000 € 10 Jahre = 30.000 €/ Jahr niedriger Gewinn: degressive Abschreibung mit 25 % = 300.000 € × 0,25 = 75.000 € Bewertungswahlrecht Maschine niedriger Gewinn hoher Gewinn Buchwert 300.000 € degressive Abschreibung Verä nderung lineare Abschreibung Verä nderung Nutzungsdauer 10 Jahre 75.000 € -75.000 € 30.000 € -30.000 € Je nach Bewertungsansatz ergibt sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 45.000 €. b) Wertermittlung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: hoher Gewinn: Bewertung mit den gewichteten Durchschnittskosten = 780.000 € niedriger Gewinn: Bewertung mit der Lifo-Methode = 728.000 € <?page no="146"?> 146 Lösungen Bewertungswahlrecht Roh-, Hilfsu. Betriebsstoffe niedriger Gewinn hoher Gewinn vor dem Abschlussstichtag Lifo- Methode Verä nderung Durchschnittsbewertung Verä nderung Buchwert 780.000 € 728.000 € -52.000 € 780.000 € 0 € Bei Anwendung der Lifo-Methode besteht die Möglichkeit das Ergebnis um 52.000 € zu reduzieren. c) Ermittlung der Bestandsveränderungen hoher Gewinn: Bewertung mit der Wertobergrenze der Herstellungskosten = 960.000 € niedriger Gewinn: Bewertung mit der Wertuntergrenze der Herstellungskosten = 820.000 € Bewertungswahlrecht unfertige und fertige Erzeugnisse niedriger Gewinn hoher Gewinn Vorjahreswert Wertuntergrenze der HK Verä nderung Wertobergrenze der HK Verä nderung Buchwert 995.000 € 820.000 € -175.000 € 960.000 € -35.000 € Die Ergebnisdifferenz zwischen den beiden Varianten beträgt 140.000 €. d) Einzelwertberichtigung der Forderungen niedriger Gewinn: Einzelwertberichtigung = 70.000 € hoher Gewinn: Einzelwertberichtigung = 10.000 € Ermessensspielraum zweifelhafte Forderungen niedriger Gewinn hoher Gewinn Vorjahreswert Ausfall EWB Ausfall EWB Forderungsbetrag 1.230.000 € 70 % -70.000 € 10 % -10.000 € Die Ergebnisdifferenz zwischen den beiden Varianten beträgt 60.000 €. e) Rückstellungshöhe niedriger Gewinn: Rückstellungsaufwand = 150.000 € hoher Gewinn : Rückstellungsaufwand = 40.000 € Ermessensspielraum Rü ckstellungen niedriger Gewinn hoher Gewinn Vorjahreswert Schadensersatz Rü ckstellung Schadensersatz EWB Forderungsbetrag 1.230.000 € 20 % -40.000 € 75 % -150.000 € Die Ergebnisdifferenz zwischen den beiden Varianten beträgt 110.000 €. <?page no="147"?> Lösungen 147 f) Sale-and-lease-back niedriger Gewinn: kein Verkauf = 0 € hoher Gewinn : Verkauf für = 2.200.000 € Sachverhaltsgestaltung Sale-and-lease-back niedriger Gewinn hoher Gewinn Vorjahreswert kein Verkauf Verkaufswert Buchwert sonstiger Ertrag Forderungsbetrag 1.230.000 € sonstiger Ertrag 0 € 2.200.000 € 1.570.000 € 630.000 € Die Ergebnisdifferenz zwischen den beiden Varianten beträgt 630.000 €. Veränderung des Ergebnisses durch bilanzpolitische Maßnahmen: niedriger Gewinn hoher Gewinn vorlä u�iger Gewinn vor Steuern 680.000 € 680.000 € - Abschreibung Maschine -75.000 € -30.000 € - Anpassung des Roh-, Hilfs- und Betriebsstof�lagers -52.000 € 0 € - Bestandsminderung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse -175.000 € -35.000 € - Einzelwertberichtigung auf Forderungen -70.000 € -10.000 € - Bildung der Prozesskostenrü ckstellung -150.000 € -40.000 € + Sale-and-lease-back 0 € +630.000 € = Gewinn vor Steuern = 158.000 € = 1.195.000 € Die obige Tabelle zeigt, dass das Ergebnis aufgrund der bilanzpolitischen Maßnahmen sehr unterschiedlich ausfällt. Bei einer progressiven Bilanzpolitik wird ein Gewinn in Höhe von 1.195.000 € und bei einer konservativen Bilanzpolitik beträgt der Gewinn nur 158.000 €. Lösung Aufgabe 14.7 Thema Bilanzpolitische Gestaltungsspielräume a) Nach drei Jahren beträgt der Buchwert der Konzession nur noch 52.000 €. Die Wiederbeschaffungskosten und somit der beizulegende Wert sind mit 40.000 € geringer. Es stellt sich die Frage, ob es sich um eine vorübergehende oder dauerhafte Wertminderung handelt. Im Zweifel ist von einer dauerhaften Minderung auszugehen. Es ergibt sich demzufolge der Zwang zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 12.000 € gemäß § 253 Abs. 3 HGB. Es besteht kein bilanzpolitischer Spielraum, der Ansatz muss zwingend mit 40.000 € erfolgen. b) Planmäßige Abschreibungen werden für das Grundstück nicht vorgenommen. Bei außerplanmäßigen Wertminderungen stellt sich auch hier die Frage, ob die Minderung dauerhaft oder vorübergehend ist. Da die Brückenarbeiten irgendwann beendet sein werden, handelt es sich um eine vorübergehende Wertminderung, d. h. eine außerplanmäßige Abschreibung ist beim Sachanlagevermögen ausgeschlossen. Infolgedessen besteht kein bilanzieller Spielraum und der Ansatz hat weiterhin mit 250.000 € zu erfolgen. <?page no="148"?> 148 Lösungen c) Dem Bilanzierenden bieten sich aufgrund des Sachverhalts zwei Möglichkeiten. Denkbar ist zum einen neben der planmäßigen Abschreibung eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 3.000 €. Der Bilanzansatz würde sich zum Stichtag auf 5.000 € belaufen. Andererseits besteht aber die Möglichkeit, die Nutzungsdauer anzupassen. In diesem Fall ist der Buchwert von 8.000 € auf fünf Jahre zu verteilen. Der jährliche Abschreibungsbetrag und der zu verrechnende Aufwand betragen in diesem Fall 1.600 €. Durch eine entsprechende Wahl hat der Bilanzierende also einen Spielraum in Höhe von 1.400 €. d) Zu klären sind zwei Fragen: Zum einen stellt sich die Frage, ob die Aktien dem Geschäftsbetrieb dauerhaft (zugehörig zum AV) oder nur vorübergehend dienen (zugehörig zum UV). Geht man von einer Zuordnung zum AV aus, ist außerdem zu klären, ob es sich um eine dauerhafte oder nur vorübergehende Wertminderung handelt. Da es sich dem Sachverhalt nach wohl um eine Überreaktion der Märkte handelt (der Vorstandsvorsitzende wird ausgewechselt), kann man von einer vorübergehenden Wertminderung ausgehen. Infolgedessen kann die Gesellschaft eine außerplanmäßige Abschreibung auf Grundlage von § 253 Abs. 3 HGB vornehmen. Die Aktien können somit weiterhin mit 90.000 € oder auch nur noch mit 18.750 € angesetzt werden. Hier bietet sich ein Spielraum in Höhe von 71.250 €. Unabhängig davon, ob es sich um eine dauerhafte oder vorübergehende Wertminderung handelt, ist bei Positionen des Umlaufvermögens (UV) gemäß § 253 Abs. 3 HGB abzuschreiben. Der Bilanzansatz hat also mit 18.750 € zu erfolgen. Lösung Aufgabe 14.8 Thema Ermittlung eines möglichst niedrigen Gewinns a) Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben. Wert 0 €. b) Außerplanmäßige Abschreibung bei vorübergehender Wertminderung der Finanzanlagen. D. h., sie werden mit 9.000 € bewertet. c) Gemildertes Niederstwertprinzip. Es findet keine außerplanmäßige Abschreibung bei vorübergehender Wertminderung des Sachanlagevermögens statt. D. h., es erfolgt eine Bewertung mit 600.000 €. d) Ermittlung der Anschaffungskosten Kaufpreis abzüglich 3 % Skonto 97.000 € + Fundament + 4.000 € + Transport + 2.000 € + Versicherung + 500 € = Anschaffungskosten = 103.500 € Abschreibung = 0,3 × 103.500 € = 31.050 € Buchwert zum Jahresende = 103.500 € - 31.050 € = 72.450 € e) Ermittlung der Herstellungskosten Materialeinzelkosten 100.000 € + Materialgemeinkosten + 8.000 € + Fertigungseinzelkosten + 30.000 € + Fertigungsgemeinkosten + 120.000 € + Werteverzehr des Anlagevermögens + 10.000 € + Sondereinzelkosten der Fertigung + 11.000 € = Herstellungskosten (Wertuntergrenze) = 279.000 € <?page no="149"?> Lösungen 149 15. Jahresabschlussanalyse Lösung Aufgabe 15.1 Thema Ermittlung des Cashflows Berechnung des Cashflows nach der Praktikerformel: Jahresüberschuss 570.000 € + Abschreibungen + 115.000 € + Erhöhung der langfristigen Rückstellungen + 60.000 € - Verminderung der langfristigen Rückstellungen - 93.000 € = Cashflow = 652.000 € Lösung Aufgabe 15.2 Thema Berechnung von Kennzahlen a) Eigenkapitalquote = Eigenkapital Gesamtkapital × 100 = 22.000 T€ 96.000 T€ × 100 = 22,92 % b) Verschuldungsgrad = Fremdkapital Eigenkapital × 100 = 74.000 T€ 22.000 T€ × 100 = 336,36 % c) Vorratsintensität = durchschn. Bestand an Vorräten Gesamtvermögen (Bilanzsumme) × 100 = 40.000 T€ 96.000 T€ × 100 = 41,67 % d) Deckungsgrad B = Eigenkapital + langfr. Fremdkapital Anlagevermögen × 100 = 22.000 T€+24.000 T€ 26.000 T€ × 100 = 176,92 % e) Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 Liquidität 2. Grades = 11.000 T€ + 19.000 T€ 27.000 T€ × 100 = 111,11 % f) Liquidität 3. Grades = monetäres Umlaufvermögen + Vorräte kurzfristiges Fremdkapital × 100 Liquidität 3. Grades = 11.000 T€ + 19.000 T€ + 40.000 T€ 27.000 T€ × 100 = 259,26 % g) Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfr. Fremdkapital = 70.000 T€ - 27.000 T€ = 43.000 T€ <?page no="150"?> 150 Lösungen Lösung Aufgabe 15.3 Thema Berechnung von Kennzahlen Teil a), b) und c) Berechnung der Ergebnis-Kennzahlen: Umsatzerlöse 170.000 T€ + sonstige betriebliche Erträge + 7.000 T€ - Materialaufwand - 68.000 T€ = Rohergebnis = 109.000 T€ - Personalaufwand - 43.000 T€ - Abschreibungen - 19.000 T€ sonstige betriebliche Aufwendungen - 21.000 T€ = Betriebsergebnis (EBIT) = 26.000 T€ + Finanzergebnis (500 T€ - 4.000 T€ =) - 3.500 T€ = EBT = 22.500 T€ - Ertragssteuern - 7.000 T€ = Jahresüberschuss (EAT) = 15.500 T€ d) Verschuldungsgrad = Fremdkapital Eigenkapital × 100 = 92.000 T€ 19.000 T€ × 100 = 484,21 % e) Vorratsintensität = durchschn. Bestand an Vorräten Gesamtvermögen (Bilanzsumme) × 100 = 24.000 T€ 111.000 T€ × 100 = 21,62 % f) Deckungsgrad B = Eigenkapital + langfr. Fremdkapital Anlagevermögen × 100 = 19.000 T€+30.000 T€ 48.000 T€ × 100 = 102,08 % g) Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 Liquidität 2. Grades = 5.000 T€ + 31.000 T€ 25.000 T€ × 100 = 144,00 % h) Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern) = Jahresüberschuss durchschnittliches Eigenkapital × 100 = = 15.500 T€ 18.400 T€ × 100 = 17,5 % i) Netto-Umsatzrentabilität = Jahresüberschuss Umsatzerlöse × 100 = 15.500 T€ 170.000 T€ × 100 = 9,12 % j) Gesamtkapitalrentabilität (vor Steuern) = EBIT durchschnittliches Gesamtkapital × 100 = = 26.000 T€ 99.000 T€ × 100 = 26,26 % k) Personalintensität = Personalaufwand Umsatzerlöse × 100 = 43.000 T€ 170.000 T€ × 100 = 25,29 % <?page no="151"?> Lösungen 151 Lösung Aufgabe 15.4 Thema Bilanzanalyse EK 383.000 € Eigenkapitalquote = = 100 = 14, 22 % EK + FK 2.693.000 € × FK 2.310.000 € Verschuldungsgrad = = 100 = 603,13 % EK 383.000 € × Jahresüberschuss 93.000 € Eigenkapitalrentabilität = 100 = 100 = 24, 28 % durchschn. Eigenkapital 383.000 € × × Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen (FKZ) Gesamtkapitalrentabilität = 100 durchschn. Gesamtkapital 93.000 € + 187.000 € Gesamtkapitalrentabilität = 100 = 10, 40 % 2.693.000 € × × Jahresüberschuss 93.000 € Netto-Umsatzrentabilität = ×100 = ×100 = 2, 07 % Umsatzerlöse 4.500.000 € Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen (FKZ) Bruttoumsatzrentabilität = 100 Umsatz 93.000 € + 187.000 € Bruttoumsatzrentabilität = 100 = 6, 22 % 4.500.000 € × × Jahresüberschuss 93.000 € ROI = 100 = 100 = 3, 45 % Gesamtkapital 2.693.000 € × × monetäres Umlaufvermögen Liquidität 2. Grades = 100 kurzfristiges Fremdkapital 3.000 € + 1.200.000 € = 100 93.000 € +100.000 € + 180.000 € + 950.000 € + 80.000 € + 100.000 € + 700.000 € Liquidität 2 × × 1.203.000 € . Grades = 100 = 54, 61 % 2.203.000 € × Eigenkapital + langfr. Fremdkapital Deckungsgrad B = 100 Anlagevermögen 383.000 + 200.000 = 100 = 61, 37 % 200.000 + 600.000 + 150.000 × × <?page no="152"?> 152 Lösungen Lösung Aufgabe 15.5 Thema Bilanzanalyse 1) EK-Quote, Liquidität 2. Grades, Deckungsgrad B Eigenkapitalquote = Eigenkapital (1) Gesamtkapital × 100 = 1.505 Mio. € 4.200 Mio. € × 100 = 35,83 % NR: (1) Eigenkapital (in Mio. €): 270 + 220 + 15 + 837 + 7 + 156 = 1.505 Mio. € (50 % des Jahresü berschusses, der nicht ausgeschü ttet wird, gehö rt zum Eigenkapital.) Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital (2) × 100 = 248 Mio. € + 1.127 Mio. € 1.410 Mio. € × 100 = 97,51 % NR: (2) kurzfr. Fremdkapital (in Mio. €): 514 + 167 + 295 + 278 + 156 = 1.410 Mio. € (50 % des Jahresü berschusses, die als Dividende ausbezahlt wurden, stellen kurzfristige Verbindlichkeiten dar.) Deckungsgrad B = EK + langfr. FK Anlagevermögen × 100 = 1.505 Mio. € + 1.285 Mio. € 1.630 Mio. € × 100 = 171,16 % 2) Beurteilung der Kennzahlen − Im Vergleich zur Branche hat die Omega AG eine hohe Eigenkapitalquote. Dies spricht für eine hohe finanzielle Unabhängigkeit und Krisensicherheit des Unternehmens. − Die Liquidität 2. Grades liegt über dem Branchendurchschnitt und erfüllt in etwa die Faustregel (100 %). − Der Deckungsgrad B übertrifft die Vorgabe der „goldenen Bilanzregel“ (mindestens 100 %) bei Weitem und liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt. Aufgrund der ermittelten Werte und im Branchenvergleich ist die Omega AG als sehr kreditwürdig einzustufen. 3) Berechnung des Cashflows nach dem Praktikerverfahren Jahresü berschuss 312 Mio. € + Abschreibung + 157 Mio. € + Erhö hung der langfristigen Rü ckstellungen + 24 Mio. € - Verminderung der Pensionsrü ckstellungen - 46 Mio. € = Cash�low = 447 Mio. € Hinweis: Die Pensionsrückstellungen werden nur berücksichtigt, wenn sie erfolgswirksam aufgelöst wurden, d. h. die 46 Mio. € nicht als Pensionen ausbezahlt wurden. 4) Cashflow versus Jahresergebnis <?page no="153"?> Lösungen 153 Bei der Ermittlung des Jahresüberschusses werden nicht auszahlungswirksame Aufwendungen (z. B. Abschreibungen oder Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen) und nicht einzahlungswirksame Erträge (z. B. Bestandserhöhungen) berücksichtigt. Dies kann zu Fehlschlüssen in Bezug auf den Zahlungsmittelüberschuss, der für Investitionszwecke und zur Kredittilgung zur Verfügung steht, führen. Zudem ist der Jahresüberschuss im Gegensatz zum Cashflow durch die gegebenen bilanzpolitischen Bewertungsspielräume, z. B. im Bereich der Abschreibungen und Rückstellungen, beeinflussbar. Lösung Aufgabe 15.6 Thema Bilanzanalyse a) Kundenziel = durchschnittliche Forderungen aLuL Umsatzerlöse × 365 Tage Kundenziel im Geschäftsjahr 02: 600 + 460 2 × 4.200 × 365 Tage = 46 Tage Kundenziel im Geschäftsjahr 01: 460 + 380 2 × 4.150 × 365 Tage = 37 Tage Mögliche Ursachen könnten sein: − Es mussten die Zahlungsziele für die Kunden verlängert werden (z. B. wegen Wettbewerbsdruckes) − Forderungsausfall − Vernachlässigung des Mahnwesens, d. h. schlechte offene Postenverwaltung − gestiegener Anteil von längerfristigen (Export-)Forderungen − mögliche Illiquidität der Kunden der Software-AG − Es wurde eventuell weniger mit Skonto bezahlt, oder die Software-AG hat die Bezahlung mit Skonto eingeschränkt. b) Liquidität 3. Grades = Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 Im Geschäftsjahr 02: 108 + 600 +420 1.560 × 100 = 72,31 % Im Geschäftsjahr 01: 277,5 + 460 + 360 1.209 × 100 = 90,78 % Dadurch verschlechtert sich die Fähigkeit, kurzfristige Verbindlichkeiten mit liquiden Mitteln decken zu können. Dies bedeutet, dass ein verstärkter Zugriff auf freie Kreditlinien zu erwarten ist. <?page no="154"?> 154 Lösungen c) Möglichkeiten zur Verbesserung der Liquidität: − zusätzliche Aufnahme von Krediten bzw. Erhöhung der Kontokorrentkreditlinie − Verkauf von nicht mehr benötigtem Betriebsvermögen − Rationalisierung − Verbesserung der Wirtschaftlichkeit − Durchführung einer ordentlichen Kapitalerhöhung − Aufnahme von Nachrangkapital (mezzanine Finanzierung) − Verlängerung der Lieferantenziele (z. B. von 30 Tagen auf 90 Tagen) − Einführung von Factoring/ Forfaitierung − Leasing anstatt Kauf mit Krediten − strafferes Forderungsmanagement − Skontogewährung Lösung Aufgabe 15.7 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse 1. Pflicht zur Erstellung von Anhang und Lagebericht Die Sol AG muss sowohl einen Anhang als auch einen Lagebericht erstellen. Alle Kapitalgesellschaften müssen gemäß § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB ihren Jahresabschluss um einen Anhang erweitern. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen gemäß § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB einen Lagebericht erstellen. Die Sol AG ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft. Sowohl die Anzahl der Mitarbeiter (> 250) als auch die Bilanzsummen (> 25.000.000 €) erfüllen in beiden Jahren die Kriterien einer großen Kapitalgesellschaft. 2. Funktion von Anhang und Lagebericht Der Anhang (§ 284 HGB) liefert weitere Informationen zu einzelnen Posten der Bilanz und GuV (z. B. Bewertungsmethoden) und den Anlagespiegel. In § 289 Abs. 1 HGB ist beschrieben, welche Inhalte der Lagebericht hat. Mit dem Anhang und dem Lagebericht wird das Ziel verfolgt, ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen des Unternehmens zu vermitteln. Im Gegensatz zum Anhang enthält der Lagebericht auch zukunftsorientierte Angaben. 3. Berechnung und Beurteilung von Bilanzkennzahlen Berechnung des Eigenkapitals: 58,20 Mio. € - 1,95 Mio. € = 56,25 Mio. € Hinweis: In der ausgewiesenen Summe des Eigenkapitals ist die Bilanzposition „Bilanzgewinn“ enthalten, die noch um die auszuzahlende Dividende (0,60 €/ Aktie × 3.250.000 Aktien = 1.950.000 €) bereinigt werden muss. Eigenkapitalquote = Eigenkapital Gesamtkapital × 100 = 56,25 308,70 × 100 = 18,2 % Deckungsgrad A = Eigenkapital Anlagevermögen × 100 = 56,25 142,70 × 100 = 39,4 % Deckungsgrad B = EK + langfr. FK Anlagevermögen × 100 = 56,25 + 130,00 142,70 × 100 = 130,5 % <?page no="155"?> Lösungen 155 Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 = 20 + 10,3 + 64,1 120,5 + 1,95 1 × 100 = 77,1 % (1) Die Dividende wird bis zu ihrer Auszahlung als kurzfristige Verbindlichkeit behandelt und muss hier zum kurzfristigen Fremdkapital hinzuaddiert werden. Materialintensität = Materialaufwand Gesamtleistung × 100 = 85,9 121,9 + 3,9 + 0,7 × 100 = 67,9 % Personalintensität = Personalaufwand Gesamtleistung × 100 = 35,6 121,9 + 3,9 + 0,7 × 100 = 28,1 % Umschlagsdauer der Vorräte = durchschn. Vorräte Umsatzerlöse × 365 Tage = 75,65 121,9 × 365 Tage = 226,5 Tage Beurteilung − Eigenkapitalquote: Die Eigenkapitalquote ist mit 18,2 % nicht ganz zufriedenstellend. Die Unternehmung ist auf die Finanzierung mit Fremdkapital angewiesen. − Deckungsgrad A: Beim Deckungsgrad A gilt der Wunschwert von 100 %. Dieser wird hier nicht erreicht. Dies bestätigt die schwache Ausstattung des Unternehmens mit Eigenkapital. − Deckungsgrad B: Beim Deckungsgrad B wird der Zielwert von 100 % übertroffen. Die Goldene Bilanzregel ist erfüllt, d. h. das Anlagevermögen wird durch langfristiges Kapital finanziert. − Liquidität 2. Grades: Bei der Liquidität 2. Grades wird der Richtwert von 100 % (one-to-oneratio) nicht erfüllt. Das Unternehmen kann auf der Basis der einzugsbedingten Liquidität seine kurzfristigen Schulden nicht bedienen. Die Liquiditätslage ist angespannt. 4. Vergleich Jahresergebnis mit dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ beträgt lediglich 0,9 Mio. € (Summe der GuV- Positionen 1 bis 10). Auffällig ist die Position 11 „außerordentliche Erträge“ in Höhe von 7,4 Mio. €. Sie enthält einmalige Begebenheiten, die, verglichen mit dem Jahresüberschuss, in dieser Periode sehr hoch sind. Dies ist nicht in jeder Periode wiederholbar. Die Bedenken des Vorstandes sind berechtigt, da der Jahresüberschuss, bereinigt um die „außerordentlichen Erträge“, sogar negativ wäre. 5. Berechnung des EBIT Jahresü berschuss 4,0 Mio. € + außerordentliche Aufwendungen + 0,9 Mio. € außerordentliche Erträ ge - 7,4 Mio. € + Ertragssteuern + 2,7 Mio. € + Zinsaufwendungen + 2,1 Mio. € - Zinserträ ge - 0,5 Mio. € = EBIT = 1,8 Mio. € 1 Dividendenausschüttung = (39 Mio. Aktien : 12 €/ Aktie) × 0,60 €/ Aktie = 1,95 Mio. € <?page no="156"?> 156 Lösungen 6. Vorteile des EBIT Durch das Herausrechnen − der Ertragssteuern kann die Ertragskraft von Unternehmen verglichen werden, für die unterschiedliche Gewinnsteuersätze gelten (je nach Unternehmensform oder Land), − der Zinsen können Unternehmen mit unterschiedlicher Kapitalausstattung und unterschiedlichen Fremdkapitalzinssätzen verglichen werden und − der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen sind einmalig und auf zufällige Vorgänge zurückzuführen und sollten somit bei der Beurteilung der Ertragskraft eines Unternehmens eliminiert werden. 7. Wertunter- und Wertobergrenze bei der Bewertung von Fertigerzeugnissen Ansatz für 150 Maschinen Materialeinzelkosten 780.000 € + Materialgemeinkosten 30 % + 234.000 € + Fertigungseinzelkosten + 1.950.000 € + Fertigungsgemeinkosten 120 % + 2.340.000 € = Herstellungskosten (Wertuntergrenze) = 5.304.000 € + Verwaltungsgemeinkosten 12 % + 636.480 € + Vertriebsgemeinkosten 7 % (Verbot! ) = Herstellungskosten (Wertobergrenze) = 5.940.480 € Der Unterschiedsbetrag beträgt 636.480 €. 8. Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung Änderung der GuV-Positionen: 2. Bestandserhöhungen Erzeugnisse: Erhöhung von 4.600.000 € auf 5.236.480 € 16. Jahresüberschuss: Erhöhung von 4.000.000 € auf 4.636.480 € Lösung Aufgabe 15.8 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Geschäftsjahr 02 Geschäftsjahr 01 Eigenkapitalquote = Eigenkapital Gesamtkapital × 100 640 2.220 × 100 = 28,83 % 590 2.090 × 100 = 28,23 % kurzfr. Fremdkapitalquote = kurzfr. Fremdkapital Gesamtkapital × 100 710 2.220 × 100 = 31,98 % 750 2.090 × 100 = 35,98% kurzfr. Fremdkapital = auszuschüttender Bilanzgewinn + Steuerrückstellungen + sonst. kurzfr. Rückstellungen + Verbindlichkeiten aLuL kurzfristiges Fremdkapital = 80 + 50 +110 + 470 = 710 kurzfristiges Fremdkapital = 70 + 50 +100 + 530 = 750 <?page no="157"?> Lösungen 157 statischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital Eigenkapital × 100 1.580 640 × 100 = 246,88 % 1.500 590 × 100 = 254,24 % Deckungsgrad A = Eigenkapital Anlagevermögen × 100 640 1.250 × 100 = 51,20 % 590 1.180 × 100 = 50,00 % Deckungsgrad B = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital Anlagevermögen × 100 640 + 870 1.250 × 100 = 120,80 % 590 + 750 1.180 × 100 = 113,56 % Liquidität 1. Grades = liquide Mittel kurzfristiges Fremdkapital × 100 170 710 × 100 = 23,94 % 140 750 × 100 = 18,97 % Kurzfristiges Fremdkapital = Bilanzgewinn + Steuerrückst. + sonstige kurzfr. Rückstellungen + Verbindlichkeiten aLuL 80 + 50 + 110 + 470= 710 70 + 50 + 100 + 530 = 750 Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 610 710 × 100 = 85,92 % 565 750 × 100 = 75,33 % Monetäres Umlaufvermögen = = liquide Mittel + kurzfristige Forderungen + kurzfristige Wertpapiere 170 + 440 +0 = 610 140 + 425 + 0 = 565 Liquidität 3. Grades = monetäres Umlaufvermögen + Vorräte kurzfristiges Fremdkapital × 100 970 710 × 100 = 136,62 % 910 750 × 100 = 121,33 % Eigenkapitalrentab. nach Steuern = Jahresüberschuss durchschn. Eigenkapital × 100 120 615 × 100 = 19,51 % 90 590 × 100 = 15,25 % Gesamtkapitalrentab. vor Steuern = EBIT durchschn. Gesamtkapital × 100 260 2.155 × 100 = 12,06 % 210 2.035 × 100 = 10,32 % Netto-Umsatzrentabilität = Jahresüberschuss Umsatz × 100 120 2.620 × 100 = 4,58 % 90 2.530 × 100 = 3,56 % Cashflow-Umsatzrate = Cashflow Umsatz × 100 250 2.620 × 100 = 9,54 % 230 2.530 × 100 = 9,09 % <?page no="158"?> 158 Lösungen Lösung Aufgabe 15.9 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Geschäftsjahr 02 Geschäftsjahr 01 Eigenkapitalquote = Eigenkapital Gesamtkapital × 100 4.900 13.200 × 100 = 37,12 % 3.900 10.930 × 100 = 39,55 % kurzfr. Fremdkapitalquote = kurzfr. Fremdkapital Gesamtkapital × 100 2.900 13.200 × 100 = 21,97 % 2.010 10.930 × 100 = 18,39 % statischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital Eigenkapital × 100 8.300 4.900 × 100 = 169,39% 7.030 3.900 × 100 = 180,26 % Anlagenintensität = Anlagevermögen Gesamtvermögen × 100 8.400 13.200 × 100 = 63,64 % 7.650 10.930 × 100 = 69,99 % Deckungsgrad A = Eigenkapital Anlagevermögen × 100 4.900 8.400 × 100 = 58,33 % 3.900 7.650 × 100 = 50,98 % Deckungsgrad B = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital Anlagevermögen × 100 4.900 + 5.400 8.400 × 100 = 122,62 % 3.900 + 5.020 7.650 × 100 = 116,60 % Liquidität 1. Grades = liquide Mittel kurzfristiges Fremdkapital × 100 200 2.900 × 100 = 6,90 % 160 2.010 × 100 = 7,96 % kurzfristiges Fremdkapital = Bilanzgewinn + Steuerrückst. + sonstige kurzfr. Rückstellungen + kurzfr. Verbindlichkeiten 0 + 0 + 566 + 2.334 = 2.900 T€ 0 + 0 + 366 + 1.644 = 2.010 T€ Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 3.200 2.900 × 100 = 110,34 % 2.260 2.010 × 100 = 112,44 % Monetäres Umlaufvermögen = = Liquide Mittel + kurzfristige Forderungen + kurzfristige Wertpapiere 200 + 3.000 +0 = 3.200 T€ 160 + 2.100 + 0 = 2.260 T€ Liquidität 3. Grades = monetäres Umlaufvermögen + Vorräte kurzfristiges Fremdkapital × 100 4.800 2.900 × 100 = 165,52 % 3.280 2.010 × 100 = 163,18 % Vorratsquote (Vorratsintensität) = durchschn. Vorräte Gesamtvermögen × 100 1.310 13.200 × 100 = 9,92 % 1.000 10.930 × 100 = 9,15 % <?page no="159"?> Lösungen 159 Eigenkapitalrentab. nach Steuern = Jahresüberschuss durchschn. Eigenkapital × 100 1.300 4.400 × 100 = 29,55 % 1.000 3.900 × 100 = 25,64 % Gesamtkapitalrentab. vor Steuern = EBIT durchschn. Gesamtkapital × 100 1.660 12.065 × 100 = 13,76 % 1.380 10.395 × 100 = 13,28 % Netto-Umsatzrentabilität = Jahresüberschuss Umsatz × 100 1.300 25.600 × 100 = 5,08 % 1.000 24.300 × 100 = 4,12 % Lösung Aufgabe 15.10 Thema Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse Geschäftsjahr 02 Anlagenintensität = Anlagevermögen Gesamtvermögen × 100 2.980 5.000 × 100 = 59,60 % Kundenziel = durchsch. Forderungen aLuL Umsatzerlöse × 365 Tage 487,5 6.200 × 365 = 28,7 Tage Eigenkapitalquote = Eigenkapital Gesamtkapital × 100 1.890 5.000 × 100 = 37,80 % Liquidität 2. Grades = monetäres Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital × 100 monetäres Umlaufvermögen = 150 + 650 + 220 + 610 = 1.630 1.630 1.360 × 100 = 110,34 % Deckungsgrad B = Eigenkapital + langfr. Fremdkapital Anlagevermögen × 100 3.640 2.980 × 100 = 122,15 % Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern = EBIT durchschnittliches Gesamtkapital × 100 440 4.850 × 100 = 9,07 % <?page no="160"?> Jörg Wöltje Übungsbuch Jahresabschluss Aufgaben und Lösungen Übungsbuch Jahresabschluss Wöltje Dieses Übungsbuch orientiert sich am utb-Lehrbuch Jahresabschluss Schritt für Schritt und bietet eine Vielzahl an Aufgaben mit Lösungen. Das Themenspektrum umfasst Funktionen, Adressaten, Ziele und Bestandteile des Jahresabschlusses, Grundlagen der Bilanzierung und Bewertung, latente Steuern, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel sowie Prüfungs- und Offenlegungspflichten. Darüber hinaus werden Übungen zum Nachhaltigkeitsbericht, zur Bilanzpolitik und zur Jahresabschlussanalyse angeboten. Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre an Hochschulen und Universitäten. Betriebswirtschaftslehre ISBN 978-3-8252-6562-5 Dies ist ein utb-Band aus dem UVK Verlag. utb ist eine Kooperation von Verlagen mit einem gemeinsamen Ziel: Lehr- und Lernmedien für das erfolgreiche Studium zu veröffentlichen. utb.de QR-Code für mehr Infos und Bewertungen zu diesem Titel 6562-5_Woeltje_XL_6562_PRINT.indd Alle Seiten 6562-5_Woeltje_XL_6562_PRINT.indd Alle Seiten 23.10.25 17: 27 23.10.25 17: 27