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Nachhaltiges Umweltmanagement

Schritt für Schritt

0927
2021
978-3-8385-8777-6
978-3-8252-8777-1
UTB 
Justus Engelfried

Nachhaltigkeit verstehen und umsetzen! Für Kundinnen und Kunden wird verantwortungsvolles Handeln und Nachhaltigkeit bei der Produktion von Gütern immer wichtiger. Für Unternehmen gewinnt das Thema deshalb zunehmend an Relevanz. Das Buch vermittelt die Grundlagen des nachhaltigen Umweltmanagements und des betrieblichen Umweltschutzes - von Leitbildern über die praktische Implementierung bis zur Produktion umweltfreundlicher Produkte. Ein neuartiges didaktisches Konzept hilft beim Verstehen: Zu Beginn geht der Autor auf die Themen Gedächtnis und Lernen ein und vermittelt die wichtigsten Grundlagen des Gedächtnistrainings sowie Merktechniken. Diese machen das Lernen mit diesem Buch zu einem nahezu spielerischen Erlebnis und ermöglichen es, das Gelernte rasch in das Langzeitgedächtnis zu überführen. Diese 2., überarbeitete und erweiterte Auflage richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre, des Wirtschaftsingenieurwesens und ähnlicher Studiengänge sowie an Personen aus der Praxis, die sich im Bereich Umweltmanagement weiterbilden möchten.

9783838587776/9783838587776.pdf
<?page no="0"?> Justus Engelfried Nachhaltiges Umweltmanagement Schritt für Schritt 2. Auflage <?page no="1"?> utb 8671 Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage Brill | Schöningh - Fink · Paderborn Brill | Vandenhoeck & Ruprecht · Göttingen - Böhlau Verlag · Wien · Köln Verlag Barbara Budrich · Opladen · Toronto facultas · Wien Haupt Verlag · Bern Verlag Julius Klinkhardt · Bad Heilbrunn Mohr Siebeck · Tübingen Narr Francke Attempto Verlag - expert verlag · Tübingen Ernst Reinhardt Verlag · München transcript Verlag · Bielefeld Verlag Eugen Ulmer · Stuttgart UVK Verlag · München Waxmann · Münster · New York wbv Publikation · Bielefeld Wochenschau Verlag · Frankfurt am Main <?page no="2"?> Prof. Dr. Justus Engelfried lehrt Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Umwelt- und Innovationsmanagement an der Hochschule Merseburg. <?page no="3"?> Justus Engelfried Nachhaltiges Umweltmanagement Schritt für Schritt 2., überarbeitete und erweiterte Auflage UVK Verlag · München <?page no="4"?> Umschlagabbildung: © Petmal · iStockphoto Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http: / / dnb.dnb.de abrufbar. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2021 1. Auflage 2017 © UVK Verlag 2021 - ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 · D-72070 Tübingen Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Internet: www.narr.de eMail: info@narr.de Einbandgestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart CPI books GmbH, Leck utb-Nr. 8671 ISBN 978-3-8252-8777-1 (Print) ISBN 978-3-8385-8777-6 (ePDF) <?page no="5"?> Vorwort und Danksagung zur zweiten Auflage und Neuerungen In der ersten Auflage (ENGELFRIED, 2017) wurde ein neues methodisch-didaktisches Konzept entwickelt: Ein betriebswirtschaftliches Fachgebiet weitestgehend anhand von Methoden des Gedächtnistrainings und mit kurzen einführenden Texten zu vermitteln, hier das Fach Umweltmanagement. Der neue Lehransatz sollte dazu beitragen, dass die Fachinhalte im Langzeitgedächtnis der Studierenden bleiben und dadurch nachhaltiges Umweltmanagement in den Unternehmen schneller umgesetzt wird. Die positive Resonanz in der Lehre und das Feedback der Studierenden ermutigten mich zur Überarbeitung der ersten Auflage. Folgende Änderungen und Neuerungen wurden vorgenommen:  Korrekturen wurden durchgeführt und sprachliche Änderungen vorgenommen.  Anmerkungen von Studierenden hinsichtlich der Verstehbarkeit des Inhaltes und der Durchführbarkeit der Übungen sowie ergänzende Lösungshinweise wurden berücksichtigt.  Übungen, die als wenig attraktiv wahrgenommen wurden, wurden ersetzt.  Die überwiegende Zahl der Übungen „mit integrativem Charakter“ wurde neu gefasst und anschließend den jeweiligen inhaltlichen Schritten zugeordnet. Dadurch ist eine bessere inhaltliche Verzahnung der Übungen mit den einführenden Texten der Schritte gewährleistet. Die durch Unterkapitel abgegrenzte Stellung der Übungen wurde aufgehoben, um deutlicher zu machen, dass die Übungen Bestandteil der Vermittlung fachlicher Kompetenzen sind.  Ergänzende Übungen zur Vermittlung von nachhaltigem Umweltmanagement durch eher allgemeine umweltbezogene Inhalte wurden als solche extra gekennzeichnet und den Übungen zum fachlichen Kompetenzaufbau nachgestellt.  Zur Verdeutlichung, welche Arten von Übungen in der derzeitigen Lehre hauptsächlich angewendet werden, wurden auch einige solcher Übungen eingefügt. Sie werden als „ Transferübungen “ bezeichnet, die zwar ebenfalls Gedächtnistrainingsziele verfolgen, aber nicht als „Gedächtnistrainingsübungen“ im eigentlichen Sinne bezeichnet werden können.  Der vormalige Schritt 5, „Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes und die Anwendung von Umweltschutztechnologien kennen“ wurde aufgrund seiner grundlegenden Bedeutung für das Verständnis von nachhaltigem Umweltmanagement als Schritt 3 gestellt.  Das Kapitel „Ressourcenmanagement durchführen“ wurde neu gegliedert. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass für eine nachhaltige Entwicklung „Energie“ als Ressource nicht der limitierende Faktor ist, sondern Material und Fläche und (lokal) Wasser. Dass das Thema „Energie“ in den Medien so präsent ist, ist auf die derzeitig überwiegende Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energiebereitstellung zurückzuführen, die die globale Klimaveränderung im Wesentlichen verursacht - bei Nutzung von Photovoltaik, Solarkollektoren, Geothermie etc. steht Energie nahezu unbegrenzt und klimaneutral zur Verfügung.  Analog zum Schritt 15 „Logistikmanagement durchführen“ wurde als neuer Schritt „Gebäudemanagement durchführen“ (Schritt 16) integriert.  Ein kurzes Glossar mit wichtigen englischen Fachbegriffen wurde ergänzt.  Die Literatur, die Quellen und die Gesetzes- und Normenverweise wurden aktualisiert und neue Erkenntnisse eingearbeitet. Bezüglich des Umweltbewusstseins traten seit der ersten Auflage erhebliche Veränderungen ein. Seit Ende 2018, mit dem Aufkommen der FridaysForFuture-Bewegung, trat der Klimawandel als <?page no="6"?> vi Vorwort und Danksagung zur zweiten Auflage und Neuerungen Umweltschutzaufgabe zunehmend in den Fokus der nationalen und internationalen Politik. Neben der Notwendigkeit internationaler und globaler Lösungen für die drängendsten Umweltprobleme wie Meeresverschmutzung, Übernutzung der natürlichen Ressourcen (z.B. Fischbestände), Artenrückgang oder Flächendevastierung wurden die seit den 1990er Jahren aus dem sog. Umweltraumkonzept abgeleiteten Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung hinsichtlich der globalen Umweltwirkung „Klimawandel“ deutlich korrigiert: Eine vollständige Abkehr von fossilen Brennstoffen („Dekarbonisierung“, „CO 2 -neutrale Wirtschaft“) bis zum Jahr 2050 gilt als globalpolitisches Handlungsziel und diese neue quantitative Vorgabe für eine nachhaltige Entwicklung wurde in den Umweltmanagementgrundsätzen für Unternehmen berücksichtigt. In allen Feldern der Wirtschaft zeigen sich disruptive Entwicklungen, getrieben durch die Digitalisierung und die damit verbundenen Innovationen. Es ist zu befürchten, dass deren Folgen, wie z.B. Arbeitslosigkeit, zunehmende soziale Ungleichheit, Instabilität der sozialen Sicherungssysteme usw. die Notwendigkeit für eine aus Umweltsicht nachhaltige Entwicklung in den Hintergrund drängen. Dies verdeutlichen auch die staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft (auch der sehr umweltschädlichen Branchen) mit einzigartigen finanziellen Mitteln in der Corona-Pandemie. Allerdings: Der Erhalt der natürlichen Ökosysteme ist die Grundlage des Menschseins und Voraussetzung körperlicher Unversehrtheit und somit die Basis jeglichen sozialen und ökonomischen Handelns. Zunehmende Umweltbelastung und -zerstörung und in der Folge Nahrungsmittel- und Wasserknappknappheit, Unbewohnbarkeit von z.B. Küstengebieten oder devastierter Regionen, Flucht und Migration, etc. werden die jetzt sichtbar gewordenen ökonomischen Probleme verschärfen. Eine Fortführung unserer bisherigen Lebensweise unter dem Primat (bzw. dem Diktat) der jetzigen Wirtschaftspraxis ist, ohne die Berücksichtigung der Umweltschäden dieses Wirtschaftens und ohne die damit verbundenen externen Kosten anzusetzen, eine Selbsttäuschung und m.E. eine bewusst in Kauf genommene Benachteiligung der zukünftigen Generationen durch die politischen und ökonomischen Eliten. Nachhaltiges Umweltmanagement ist daher für die Wirtschaft (und für die Politik, um geeignetere Rahmenbedingungen für dessen Umsetzung zu setzen) eine absolut prioritäre und alternativlose Aufgabe! Die Notwendigkeit zum Schutz der Umwelt um ihrer selbst und um des Menschen willen war meine Motivation zum Erarbeiten dieses Buches und sie ist es auch für diese zweite Auflage. Dr. Jochen Bayer, Umweltökonom aus Neu-Ulm, danke ich sehr fü r seine freundschaftliche Zusammenarbeit bei unserem Projekt SaveOurWorld.com sowie fü r sein Engagement für bedrohte Arten (www.endangered.info). Dipl.-Soz. Christian Heckel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Wirtschafts- und Informationswissenschaften der Hochschule Merseburg, danke ich sehr für seine Hinweise zur Ergänzung und Verbesserung der Kapitel „Gedächtnistraining“ und „Lernen“ sowie für seine sorgfältige Durchsicht des Manuskriptes. Dipl.-Oec. Rainer Berger vom Verlag UVK München danke ich für die Ermöglichung dieser zweiten Auflage und für die jederzeit sehr angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit. Ich danke meiner Familie und meinen Freundinnen und Freunden sehr für Ihre Unterstützung. ... für Thales Hannover/ Merseburg, September 2021 Justus Engelfried <?page no="7"?> Vorwort und Danksagung zur ersten Auflage In den letzten 10 Jahren traten in Deutschland erhebliche Veränderungen an Fachhochschulen und Universitäten ein, unter anderem beschrieben durch die Schlagwörter Europäische Harmonisierung der Bildungssysteme, Stufung und Modularisierung von Studiengängen, Festlegung von Arbeitsbelastung (Workload) für die Studierenden, zunehmende Verschulung der Curricula und des Studiums insgesamt, sowie zunehmender Druck zur Internationalisierung. Einher geht diese Entwicklung von Seiten der Studierenden mit der zunehmenden Nutzung von Laptop, Tablet-PC oder Handy und internetbasierten Inhalten, die die klassischen Bücher und Zeitschriften verdrängen. Hinzu kommt, dass für das Studium detaillierte umfangreiche Lehrbücher immer weniger genutzt werden. In der immer kürzeren Zeit, in der Studierende sich auf ein Fach(gebiet) konzentrieren können, speichern sie den Lernstoff daher zunehmend im Kurzzeitgedächtnis, statt im Langzeitgedächtnis. Die dadurch nach einem Studium über alle absolvierten Semester erworbene Fachqualifikation, insbesondere in Fächern mit einem geringen Umfang am Curriculum, sinkt deutlich, wodurch neue Lehr- und Lernformen notwendig werden, damit die Inhalte im Langzeitgedächtnis behalten werden können. In der Zeit seit den 1970er Jahren in den Industrienationen und vor allem seit den 1990er Jahren u.a. verursacht durch das große, teilweise zweistellige Wirtschaftswachstum in den Ländern China, Indien und Brasilien nahmen der globale Ressourcenverbrauch und die Belastungen der Ökosysteme erheblich zu. Betriebliches Umweltmanagement wird daher - neben der Notwendigkeit internationaler globaler Lösungen für die drängendsten Umweltprobleme wie Klimawandel, Meeresverschmutzung, Übernutzung der natürlichen Ressourcen oder Artenrückgang - zunehmend wichtiger. Das Buch soll deshalb eine neue Art der Stoffvermittlung für das Fach „Umweltmanagement“ bzw. „betrieblicher Umweltschutz“ entwickeln. Es soll  die Inhalte im Fach „Umweltmanagement“ in betriebsbzw. wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Studiengängen in kurzen Texten und anhand von Übungen aus dem Gedächtnistraining vermitteln,  Gedächtnisfähigkeiten der Studierenden trainieren und  durch die knappen Texte und vor allem die konzipierten Übungen die Fachinhalte möglichst in das Langzeitgedächtnis überführen. Die Notwendigkeit zum Schutz der Umwelt um ihrer selbst und um des Menschen willen, ist meine Motivation zum Erarbeiten dieses Buches. Es wäre zu wünschen, dass die Inhalte des Fachs Umweltmanagement länger im (Langzeit)Gedächtnis der Absolventinnen und Absolventen blieben und nachhaltiges Umweltmanagement mit diesem neuen didaktischen Ansatz schneller in den Unternehmen umgesetzt würde. Mein großer Dank gilt meinem Kollegen Prof. Dr. Tobias Ringeisen für seine wertvollen Hinweise zum Thema „Lernen“. Bei Dipl.-Ing. Antje Möller, Hamburg, bedanke ich mich sehr herzlich für die Durchsicht des Manuskriptes und ihre sehr wertvollen Hinweise. B.A. Frances Deckert danke ich für die Unterstützung bei den Recherchen. Bei Ann-Kathrin Klingebiel bedanke ich mich sehr für die Unterstützung bei den Recherchen, für ihre Hinweise zu den Übungen und für ihre Anmerkungen zum Text. <?page no="8"?> viii Vorwort und Danksagung zur ersten Auflage Dipl. oec. Rainer Berger vom Verlag UVK Lucius, München, danke ich für die Ermöglichung dieses neuartigen methodisch-didaktischen Ansatzes und für die jederzeit sehr angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit. Meinen Freundinnen und Freunden und meiner Familie danke ich sehr für ihre Unterstützung. ... für Thales Hannover/ Merseburg, September 2016 Justus Engelfried <?page no="9"?> Abkürzungs- und Symbolverzeichnis ABl Amtsblatt AbwAG Abwasserabgabengesetz AbwV Abwasserverordnung ADFC Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club ADI Acceptable daily intake; Duldbare tägliche Aufnahmemenge (DTA) AKW Atomkraftwerk AMG Arzneimittelgesetz Ar Argon BauNVO Baunutzungsverordnung BauGB Baugesetzbuch BAT-Wert Biologischer Arbeitsstoff-Toleranz-Wert BBodSchG Bundesbodenschutzgesetz BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft BGBL Bundesgesetzblatt BImSchG Bundesimmissionsschutzgesetz BImSchV Bundesimmissionsschutzverordnung BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMZ Baumassezahl BNatSchG Bundesnaturschutzgesetz BP BP (ehemals: British Petroleum) BSB Biochemischer Sauerstoffbedarf BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ℃ Grad Celsius Ca Calcium C-C-C schematische Darstellung einer Kohlenstoffverbindung Cd Cadmium CH 4 Methan ChemG Chemikaliengesetz CO Kohlenstoffmonoxid, Kohlenmonoxid CO 2 Kohlenstoffdioxid, Kohlendioxid Cr Chrom CSB Chemischer Sauerstoffbedarf DAkkS Deutsche Akkreditierungsstelle DAU Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter dB(A) Dezibel (A) DDT Dichlordiphenyltrichlorethan DeNO x Entstickung DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität DIN EN ISO Deutsche bzw. Europäische bzw. Internationale Industrienorm ECTS European Credit Transfer and Accumulation System EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz EG Europäische Gemeinschaft EMAS Eco Management and Audit Scheme <?page no="10"?> x Abkürzungs- und Symbolverzeichnis EPK Ereignisgesteuerte Prozesskette EU Europäische Union EWG Einwohnergleichwert F&E Forschung und Entwicklung FAO Food and Agriculture Organization FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoffe (einschl. bromierter Kohlenwasserstoffe) Fe Eisen FSC Forest Stewardship Council GAU Größter anzunehmender Unfall GE Geruchseinheiten GFZ Geschossflächenzahl GRZ Grundflächenzahl H 2 O Wasser ha Hektar HCl Chlorwasserstoff, Salzsäure HF Fluorwasserstoff, Flusssäure Hg Quecksilber Hrsg. Herausgeber HWK Handwerkskammer IHK Industrie- und Handelskammer IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change J Joule JiT Just-in-Time Ka Kalium KBE Koloniebildende Einheiten (auch: KbE) KMU Kleine und mittlere Unternehmen KrWG Kreislaufwirtschaftsgesetz KVP Kontinuierlicher Verbesserungsprozess kWh Kilowattstunde LFGB Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch LKW Lastkraftwagen MAK Maximale Arbeitsplatzkonzentration Mg Magnesium MIPS Materialeinsatz pro Serviceeinheit MIV Motorisierter Individualverkehr N 2 Stickstoff N 2 O Distickstoffoxid, Lachgas NABU Naturschutzbund NACE Nomenklatur zur Statistik der Wirtschaftszweige der EU NGOs Non Governmental Organizations NH 3 Ammoniak NH 4+ Ammonium Ni Nickel NPK Stickstoff, Phosphat, Kalium NO 3- Nitrat NO x Stickoxide NOEL No observed effect level <?page no="11"?> Abkürzungs- und Symbolverzeichnis xi O 2 Sauerstoff ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr PAK Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe Pb Blei PDCA-Zyklus Plan-Do-Check-Act-Zyklus (synonym: Deming-Zyklus) PET Polyethylenterephthalat PETA People for the Ethical Treatment of Animals pH-Wert Maß für den Säuregrad Pkm Personenkilometer PKW Personenkraftwagen PM Particular matter (Staub, Feinstaub) PO 43- Phosphat PP Polypropylen PQ4R Abkürzung einer Lesemethode PVC Polyvinylchlorid SO 2 Schwefeldioxid SO 3 Schwefeltrioxid StörfallVwV Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Störfall-Verordnung TA Lärm Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm TA Luft Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft TBT Tributylzinn tkm Tonnenkilometer UAG Umweltauditgesetz UBA Umweltbundesamt UmweltHG Umwelthaftungsgesetz UN United Nations, Vereinigte Nationen UNCED United Nations Conference on Environment and Development UNEP United Nations Environmental Programme UNICEF United Nations International Children´s Emergency Fund USA Vereinigte Staaten von Amerika UVP Umweltverträglichkeitsprüfung UVPG Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz VCI Verband der Chemischen Industrie VDA Verband der Automobilindustrie VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VerpackG Verpackungsgesetz VOC Volatile organic compounds; flüchtige organische Kohlenstoffverbindungen VwVfG Verwaltungsverfahrensgesetz WHG Wasserhaushaltsgesetz WHO World Health Organization WWF World Wide Fund for Nature Standardeinheiten sind nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Bei den Abkürzungen kann es sich um eingetragene Markennamen handeln. <?page no="13"?> Inhalt Vorwort und Danksagung zur zweiten Auflage und Neuerungen ......................................................... v Vorwort und Danksagung zur ersten Auflage .................................................................................................vii Abkürzungs- und Symbolverzeichnis ...................................................................................................................ix Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen: Nachhaltiges Umweltmanagement anhand von Methoden des Gedächtnistrainings vermitteln ...............................................................................................................................................................................1 I. Die Konzeption des Lehrbuches .......................................................................................................................... 2 II. Zur Nutzung des Buches..........................................................................................................................................4 III. Gedächtnis .....................................................................................................................................................................7 IV. Gedächtnistraining ....................................................................................................................................................9 V. Lernen .......................................................................................................................................................................... 13 VI. Merktechniken.......................................................................................................................................................... 20 VII. Inhalte des nachhaltigen Umweltmanagements ....................................................................................... 29 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen .............................................................. 31 Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen .......... 41 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes und die Anwendung von Umweltschutztechniken kennen .................................................................................................................. 49 Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen ............................................................................... 61 Schritt 5: Den Zusammenhang von nachhaltigem Umweltmanagement und der Unternehmensstrategie verstehen ....................................................................................................................... 67 5.1 Unternehmenspositionierung bestimmen................................................................................................... 68 5.2 Unternehmensstrategie festlegen.................................................................................................................... 69 5.3 Vom nachhaltigen Umweltmanagement zur nachhaltigen Unternehmensführung gelangen....................................................................................................................................................................... 71 Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen ................................................................................................................................................................................... 79 Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden: Öko-Audit-Verordnung (EMAS) und DIN EN ISO 14001 ........................................................................... 85 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen .............................................................................................................................................................................. 91 Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren ..............................................................103 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen .............111 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen ....................................................................................127 11.1 Materialmanagement durchführen: Materialeinsatz und Abfallanfall.......................................127 11.2 Flächenmanagement durchführen: Flächeneinsatz und Biodiversität......................................129 <?page no="14"?> xiv Inhalt 11.3 Wassermanagement durchführen: Wassereinsatz und Abwasseranfall.................................. 132 11.4 Energiemanagement durchführen: Energieeinsatz und Abwärme ............................................ 134 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden ................................................................................. 143 12.1 Emissionen mit klimarelevanter Wirkung............................................................................................. 143 12.2 Emissionen mit versauernder Wirkung .................................................................................................. 144 12.3 Emissionen mit eutrophierender Wirkung ........................................................................................... 145 12.4 Emissionen, die zur Photooxidantienbildung beitragen.................................................................. 146 12.5 Emissionen mit öko- und humantoxischen Wirkungen................................................................... 146 12.6 Sonderfälle von Emissionen ......................................................................................................................... 148 Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen ......... 157 Schritt 14: Transportmanagement durchführen ....................................................................................... 163 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen .......................................................................................... 169 Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten ............................................................................................... 179 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten ................................. 185 17.1 Die umweltverträgliche Dienstleistung / das umweltverträgliche Produkt .......................... 185 17.2 Ökologisches Design ........................................................................................................................................ 188 Schritt 18: Schnittstellen von Umweltmanagement mit anderen Managementsystemen kennen ................................................................................................................................................................................ 203 Schritt 19: Bezug von Umweltmanagement zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen ............................................................................................................................................... 211 Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen ............................... 219 Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen .............................................................. 227 Zusammenfassung, Würdigung und Ausblick ............................................................................................. 235 Literatur- und Quellenverzeichnis ..................................................................................................................... 237 Index .................................................................................................................................................................................... 247 Glossar mit wichtigen englischen Fachbegriffen ....................................................................................... 254 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 ........................................... 255 <?page no="15"?> Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen: Nachhaltiges Umweltmanagement anhand von Methoden des Gedächtnistrainings vermitteln Lernziele Um Umweltmanagement (und jedes andere Studienfach) bzw. dessen Inhalte in der Praxis anzuwenden bzw. umzusetzen, muss gelernt werden. Hier wird ein neues Lehrbuchkonzept entwickelt: Fachliche Inhalte des nachhaltigen Umweltmanagements werden mit Methoden des Gedächtnistrainings vermittelt, ergänzt um kurze, einführende fachliche Texte. ► Die Konzeption und die Nutzung des Buches kennen. ► Die Erfolgsfaktoren von Lernen und Gedächtnistraining verstehen. ► Persönliche Lernmethoden reflektieren und verbessern, sowie Merktechniken erlernen und anwenden. ► Empfohlener Arbeitsaufwand für das Kapitel: Lesezeit 370 Minuten (ca. 6 Zeitstunden). Die individuell benötigte Zeit, um sich mit den Merktechniken auseinanderzusetzen und sich diese Merktechniken anzueignen, ist nicht einbezogen. Die Ausbildung an Universitäten und Hochschulen ist im großen Umbruch. Durch die Stufung der Studiengänge in Bachelor- und Masterprogramme, die zunehmende „Verschulung“ der Curricula und den Druck für die Studierenden, in vorlesungsfreien Zeiten Berufspraktika etc. durchzuführen, nimmt die Zeit für selbstbestimmtes Studieren kontinuierlich ab, wenn die Studiengänge in der Regelstudienzeit von 6 bzw. 7 Semestern, die meist noch eine einsemestrige Pflichtpraxisphase beinhaltet, absolviert werden sollen. Gleichsam ist durch die für die Studierenden festgelegte Arbeitsbelastung (Workload) von 30 ECTS pro Semester (900 Stunden) ein enges Korsett vorgegeben. Es bleibt daher immer weniger Zeit, um fachspezifische Inhalte aufzunehmen, zu verarbeiten und dann in den Prüfungen wiederzugeben bzw. anzuwenden. Detaillierte umfangreiche Lehrbücher werden zunehmend ersetzt durch lehrveranstaltungsbegleitende Skripte, zusammengefasste Materialien, die von Lehrenden zur Verfügung gestellt werden, knapp aufbereitete Online-Inhalte, Lehrvideos etc. Lehre an Universitäten und Hochschulen zielt darauf ab, Lerninhalte (Fakten, Methoden, Fertigkeiten etc.) zu vermitteln, die dazu befähigen sollen, im späteren Berufsleben zur Verfügung zu stehen. Die Rahmenbedingungen der Lehre führen jedoch dazu, dass Lernen „prüfungsoptimiert“ erfolgt und Wissen nicht im Langzeitgedächtnis abgespeichert wird, was z.T. gravierende Kenntnis- und Wissenslücken bei Absolventinnen und Absolventen zur Folge hat. „Richtiges“ Lernen (auch Gedächtnistraining) wird an Universitäten und Hochschulen, wenn überhaupt, in Veranstaltungen wie „Schlüsselqualifikationen“ vermittelt, und es wird davon ausgegangen (es wird gehofft), dass die Studierenden diese Methoden lernen, übernehmen und dann auf die Lerninhalte aller Fachdisziplinen anwenden. Da derartige Veranstaltungsangebote in Curricula kaum (noch) untergebracht werden können, sind unter den heute veränderten Lehr- und Lernbedingungen (jederzeit abrufbares Wissen über Internet, steigender Informationsgehalt in der Umwelt etc.) neue Lehr- und Vermittlungsmethoden zu entwickeln, damit Wissen und grundlegende Inhalte im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden können. <?page no="16"?> 2 Ein neues Lehrbuch kennen lernen I. Die Konzeption des Lehrbuches Dieses Buch geht einen neuen methodisch-didaktischen Weg: Erstmalig werden Lernbzw. Lehrinhalte einer (betriebswirtschaftlichen) Fachdisziplin, hier dem Fach Umweltmanagement, anhand von Methoden des Gedächtnistrainings vermittelt, insbesondere dem Bearbeiten von Gedächtnistrainingsübungen und der Anwendung von Merktechniken (Mnemotechniken). 1 Diese Gedächtnistrainingsübungen werden ergänzt um kurze Texte , die mit fast kommentierendem Charakter thematisch in die einzelnen Schritte zur Umsetzung eines nachhaltigen Umweltmanagements einführen. Die Texte und die Inhalte der Gedächtnistrainingsübungen, die einzelnen Gedächtnistrainingszielen zugeordnet sind, bilden das Lehrgebiet „nachhaltiges Umweltmanagement“ ab. Eine derartige Aufarbeitung von Fachinhalten ist bisher noch nicht erfolgt. Ein großer Vorteil dieses Ansatzes besteht darin, dass neben der Vermittlung von Fachinhalten gleichzeitig das Gedächtnis der Studierenden trainiert wird. Dadurch soll erreicht werden, dass zum einen die Lerninhalte des Fachs Umweltmanagement im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden und zum anderen ein Training des Gedächtnisses erfolgt, das für alle anderen Lerninhalte und Lernprozesse (nicht nur im Studium) ebenfalls sinnhaft ist. Der den Lehrbüchern der betriebswirtschaftlichen Fachdisziplin „Umweltmanagement“ zugrundeliegende fachlich-inhaltliche Konsens wird fokussiert, komprimiert und in methodisch-didaktisch neuer Form vermittelt. 2 Aus Sicht des Verfassers decken die kurzen, einleitenden und kommentierenden Texte gemeinsam mit den Übungen diejenigen Inhalte zum Thema „Umweltmanagement“ ab, die in einer Grundlagenausbildung an Universitäten und Hochschulen notwendig sind und auf das betriebliche Arbeitsfeld Umweltmanagement systematisch vorbereiten. 3 Die Ergänzungen für ein Nachhaltiges Umweltmanagement gehen darüber hinaus. Im Sinne des methodisch-didaktischen Konzeptes wird auf zu umfangreiche und zu detaillierte Fachinhalte verzichtet, Definitionen werden auf den Gehalt reduziert, der in der Praxis Verwendung finden muss, um Umweltmanagement umzusetzen und Umweltmanagementsysteme zu implementieren. Die Inhalte in den Texten werden überwiegend stichpunktartig und als Aufzählungen aufgeführt. Beim zugrundeliegenden Umweltmanagementansatz handelt es sich um eine praxis- und umsetzungsorientierte, auf betrieblicher Prozessorganisation basierende Herangehensweise, bei der 1 Ein solches methodisch-didaktisches Konzept gibt es bisher für kein Fach der Universitäts- und Hochschullehre. Untersuchungen zur Anwendung von Gedächtnistraining bzw. Merktechniken und Evaluationsergebnisse in der Universitäts- und Hochschullehre liegen nicht vor. Aus dem Schrifttum über Gedächtnistraining bei älteren Menschen (z.B. ZINKE/ ZEINTL/ ROSE/ PUTZMANN/ PYDDE, 2014), bei kognitiv eingeschränkten Menschen (z.B. Menschen mit demenzieller Veränderung oder mit Verletzungen, bei hyperaktiven Kindern) (exemplarisch WEI- CKER/ VILLRINGER/ THÖNE-OTTO (2016), SHIPSTEAD/ REDICK/ / ENGLE, 2012) oder auch in Meta-Analysen (z.B. MELBY-LERVÅG/ HULME, 2013) sind deutliche positive Effekte von Gedächtnistraining belegt. Die erzielbaren Merkleistungen im sog. Gedächtnissport weisen zudem die Wirkung von Mnemotechniken eindrucksvoll nach (hier liegt ebenfalls keine empirische Datenbasis vor). Es kann daher eine erfolgversprechende Anwendung des Gedächtnistrainings (im hier entwickelten methodisch-didaktischen Konzept) in der Lehre erwartet werden. 2 Basierend auf ENGELFRIED (2011). Dort erfolgte auch eine umfassende Literaturauswertung, die in der ersten Auflage dieses Buches erweitert und für die zweite Auflage durch aktuelle Quellen ergänzt wurde. Im Weiteren siehe u.a. FÖRTSCH/ MEINHOLZ (2018), FICHTER/ CLAUSEN (2011), MÜLLER-CHRIST (2001) und ZABEL (2002) oder den Ansatz, Umweltmanagement in einzelnen Lektionen zu vermitteln von SCHREINER (1996). 3 Umweltmanagement als Querschnittsdisziplin kann Bestandteil vieler Studiengänge sein, v.a. den betriebsbzw. wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen (z.B. Betriebswirtschaftslehre, Tourismuswirtschaft), aber auch den technischen Studiengängen (z.B. Umweltschutztechnik, Versorgungstechnik) oder allen Studiengängen, die zwei bzw. mehrere Fachdisziplinen kombinieren (z.B. Wirtschaftsingenieurwesen, Ressourcenmanagement). <?page no="17"?> I. Die Konzeption des Lehrbuches 3 sich die Umweltschutzleitlinien und einzelne Umweltschutzziele an den Zielen einer Nachhaltigen Entwicklung orientieren, 4 wie sich diese aus nationalen und internationalen Erkenntnissen und Forschungen zur „Nachhaltigen Entwicklung“ ergeben (u.a. zu Klimaveränderung, Ressourcenverbrauch, Übernutzung natürlicher Ressourcen). Nachhaltiges Umweltmanagement mit konkreten Handlungsschritten geht über die formal geforderten Ansprüche an Umweltmanagementsysteme nach Öko-Audit-Verordnung (EMAS) und DIN EN ISO 14001 hinaus. Eingegangen wird hier sowohl auf die prozessorientierten Aspekte des Umweltmanagements, d.h. die Gestaltung umweltverträglicher Produktionsprozesse am Unternehmensstandort, als auch auf die produktorientierten Aspekte des Umweltmanagements, d.h. die Gestaltung umweltverträglicher Produkte, einschließlich der Distribution bzw. Redistribution sowie auf die logistischen Prozesse. Die Systematik der einzelnen Übungen folgt den Gedächtnistrainingszielen der Leitlinien des Bundesverbandes Gedächtnistraining e.V. Alle Übungen sind als Einzelübungen konzipiert, nicht für das lehreinheitenorientierte, in Gedächtnistrainingsveranstaltungen übliche Stundenraster von 45 bis 90 Minuten. Sie eignen sich deshalb selbstverständlich auch für eine Einbindung in Vorlesungen und/ oder Seminare an Universitäten und Hochschulen. Das Buch ist geschrieben für:  Studierende , die sich mit dem Thema Umweltmanagement auseinandersetzen, vor allem in der betriebs- und wirtschaftswissenschaftlich orientierten Ausbildung, und daran interessiert sind, ihre Gedächtnisleistung zu steigern.  Praktikerinnen und Praktiker, die im Umweltschutz oder Umweltmanagement tätig sind, und die Ihr Wissen und Ihre Kenntnisse um die Aspekte der Nachhaltigkeit erweitern möchten, oder sich ihrem Fachgebiet einmal aus ganz anderer Sicht, dem Gedächtnistraining, nähern möchten.  Fachkolleginnen und Fachkollegen im Bereich Umweltschutz bzw. Umweltmanagement, die in ihren Lehrveranstaltungen auch Übungen einsetzen und neue didaktisch-methodische Ansätze ausprobieren bzw. einbeziehen möchten.  Kolleginnen und Kollegen aller Fachdisziplinen , die Freude an Neuem haben, und Aspekte des Gedächtnistrainings in ihren Veranstaltungen berücksichtigen möchten. Ihnen können die Übungen Grundlage sein für die Anwendung und Übertragung auf ihre jeweiligen Fachgebiete. Wenn Sie beginnen, derartige Übungen für Ihr Fach zu konzipieren, wird sich ebenfalls für Sie persönlich eine Gedächtnisverbesserung einstellen, insbesondere durch Steigerung Ihrer Kreativität.  Gedächtnistrainerinnen und Gedächtnistrainer , die thematisch ausgerichtete Unterrichtseinheiten über das Thema „Umweltschutz“ bzw. „Umweltmanagement“ durchführen möchten. Sie finden hier Anregungen, die Sie dann auf die jeweilige Zielgruppe ihres Gedächtnistrainings anpassen können. Um die Ziele des Buches zu erreichen und den Zielgruppen gerecht zu werden, soll in diesem Kapitel zunächst die Konzeption des Buches und die Herangehensweise zur Nutzung des Buches kennengelernt werden. Dabei werden die Grundlagen von Lernen und Gedächtnistraining skizziert und auf Merkfähigkeit und Merktechniken näher eingegangen. In den Schritten 1 bis 21 wird die Umsetzung von Nachhaltigem Umweltmanagement für Unternehmen etc. erläutert. 4 ENGELFRIED (2011). <?page no="18"?> 4 Ein neues Lehrbuch kennen lernen Eine Zusammenfassung , eine Würdigung des hier entwickelten methodisch-didaktischen Ansatzes, und ein Ausblick auf die Entwicklung von gedächtnistrainingsorientierten Lehrformen werden abschließend gegeben. Ein Index , ein kurzes Glossar mit den wichtigsten englischen Fachbegriffen, das Literatur- und Quellenverzeichnis und die Lösungen für die Übungen schließen das Buch ab. Anzumerken ist, dass überwiegend geschlechtsneutrale Formulierungen gewählt wurden (z.B. Studierende) und ansonsten, ausschließlich aus Gründen der Lesbarkeit, die männliche Sprachform. Grundsätzlich richtet sich dieses Buch an alle Menschen, die sich für die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Umweltmanagement interessieren. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Verwendung der Logos, Kennzeichen, Kennzeichnungen und Warnhinweise ausschließlich zu didaktisch-methodischen und wissenschaftlichen Zwecken erfolgte, die Auswahl keine Meinung oder Präferenz des Verfassers ausdrückt, und dass aus der Umsetzung der sorgfältig zusammengestellten Hinweise keine Haftungsansprüche gegen den Verfasser und den Verlag abgeleitet werden können. II. Zur Nutzung des Buches Für das Arbeiten mit dem Buch benötigen Sie Bleistift, Radiergummi, Papier und eventuell eine Stoppuhr bzw. die Stoppuhrfunktion Ihres Handys. Für viele Übungen brauchen Sie kein separates Blatt, sondern Sie können die Übungen direkt im Buch bearbeiten. Wenn Sie für diese Übungen ebenfalls ein separates Blatt benutzen, können Sie die Übungen später erneut bearbeiten. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Bearbeitungszeit für die Übungen zu stoppen. So können Sie den Lernfortschritt feststellen und zudem, im Sinne von Wiederholungen, bleibt der Lernstoff besser im Gedächtnis. Zur Bearbeitung des Buches schaffen Sie sich eine störungsfreie Lernatmosphäre . Lesen Sie in den einzelnen Schritten zunächst den einführenden Text sorgfältig durch. Für einen guten Lernerfolg schreiben Sie sich die wichtigsten Inhalte (möglichst in eigenen Formulierungen) auf separate Lernzettel. Die Übungen basieren auf diesen Texten und ergänzen sie um weitere Lerninhalte. Zur erfolgreichen Durchführung der Übungen sind neben den Inhalten der Texte allgemeine umweltbezogene Kenntnisse und eine gute Allgemeinbildung von Vorteil. Der „gesunde Menschenverstand“ sollte ebenfalls benutzt werden. Die Lösungen sind durch eine kombinierte Anwendung von neuem, aus den Texten gewonnenem Wissen und von kreativ bzw. assoziativ angewendetem, bereits bestehendem Vorwissen zu erreichen. Diese Herangehensweise und Kombination verstärken ein besseres Behalten im Gedächtnis. Ebenfalls führt die Reflexion der Inhalte, die Übertragung auf betriebliche Fragestellungen bzw. praxisrelevante Situationen und die Herstellung von Kontexten zwischen Fachgebieten zu besseren Lernerfolgen. Bei den Übungen, bei denen Sie zeichnen bzw. skizzieren sollen, kommt es nicht auf hohe künstlerische Fähigkeiten an, sondern darauf, dass das Gezeichnete bzw. Skizzierte den „Kern“ trifft und erkannt wird - nur Mut: Jeder Mensch kann zeichnen! 5 Es ist methodisch sinnvoll, die einzelnen Schritte für ein nachhaltiges Umweltmanagement in der aufgeführten Reihenfolge zu bearbeiten und sich zuvor mit den Begriffen Gedächtnis, Lernen, Gedächtnistraining und Merktechniken auseinander zu setzen. 5 Vergleiche ROAM (2009). <?page no="19"?> II. Zur Nutzung des Buches 5 Die in den einzelnen Schritten formulierten Lernziele orientieren sich am Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen. 6 ► Einzelne wichtige Definitionen und Erläuterungen sowie Übungen mit wichtigen Definitionen werden mit diesem Piktogramm gekennzeichnet. ► Dieses Piktogramm kennzeichnet die Übungen, die Bestandteil des jeweiligen Schrittes sind. Zusammen mit den textuellen Einführungen sind sie inhaltlich notwendig zum Verständnis des Schrittes und zur Implementierung eines nachhaltigen Umweltmanagements bzw. Umweltmanagementsystems, und tragen zur Verbreiterung der Kenntnisse zum Umweltschutz bzw. zur Nachhaltigkeit bei. ► Übungen, die mit diesem Piktogramm gekennzeichnet sind, sind nicht zwingend notwendig zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen. Diese Übungen zeigen weitere Möglichkeiten des Gedächtnistrainings, selbstverständlich mit umweltschutzbezogenen Inhalten , und vertiefen das allgemeine Verständnis für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Sie sind den Schritten zugeordnet, für die sie inhaltlich am besten geeignet sind. Die Bearbeitungszeit für diese Übungen ist nicht in die Bearbeitungszeit dieser Schritte eingerechnet. ► Bei allen Übungen wird im Hinblick auf das Gedächtnistraining das Trainingsziel angegeben, das primär verfolgt werden soll. Wird deutlich mehr als nur ein Trainingsziel verfolgt, werden diese Trainingsziele ebenfalls angegeben. Um das Verständnis für das Thema Umweltschutz bzw. Umweltmanagement zu fördern und zum Nachdenken anzuregen, werden in einzelnen Übungen auch Aufgaben ergänzt, die einem anderen Trainingsziel zuzuordnen sind. 7 ► Die angemessene Bearbeitungszeit wird in Minuten ausgewiesen. ► Der Schwierigkeitsgrad der Übungen reicht von 1, leicht, bis 6, sehr schwer. ► Für einen guten Trainings- und Lernerfolg führen Sie bitte alle Arbeitsanweisungen in den Übungen durch. ► In jedem Schritt wird die Lesezeit , d.h. die Zeit für das konzentrierte Lesen und Verstehen der einführenden Texte, die Zeit zur Bearbeitung der Übungen und die Zeit zum Abgleichen der Lösungen „in Minuten“ angegeben, summarisch für den gesamten Schritt „in Stunden“. Für alle 21 Schritte beträgt die Bearbeitungszeit ca. 60 Zeitstunden; nicht einbezogen ist darin die Zeit zum Lernen im Sinne der Aneignung für das Langzeitgedächtnis. ► Lösungen zu den Übungen sind am Ende des Buches aufgeführt. Sind zwei oder mehrere Lösungen möglich, werden Lösungsmöglichkeiten oder die Herangehensweise zur 6 Sie entsprechen dem Niveau 6 (Bachelor) bei Lerninhalten, die auf berufliche Tätigkeiten mit eher operativem Charakter abzielen, dem Niveau 7 (Master) bei solchen, die eher auf strategische Aufgaben abzielen. Ausführlich siehe: Bund-Länder-Koordinierungsstelle für den Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (2013). 7 Da die Übungen ausschließlich Inhalte des Umweltmanagements bzw. des Umweltschutzes aufweisen, können nicht alle Übungstypen, die im Gedächtnistraining bisher beschrieben wurden, und diese nicht in gleicher Häufigkeit umgesetzt werden. Exemplarisch und besonders deutlich für das Trainingsziel „Logik“ ist der Übungstyp Sudoku - eine Übertragung dieses Übungstyps auf umweltmanagementbezogene Inhalte ist nicht möglich. Zudem wären Gedächtnistrainingsübungen mit Bildern für das Trainingsziel „Wahrnehmung“ und „Merkfähigkeit“ sinnvoll - dies kann hier nicht erfolgen, weil der Erwerb der Bildrechte und die Herstellungskosten weit über den Rahmen dieses Buches hinausgehen. <?page no="20"?> 6 Ein neues Lehrbuch kennen lernen Bearbeitung bzw. Lösungswege aufgezeigt oder auf notwendige weiterführende Recherchen hingewiesen. Bei einigen Lösungen werden auch inhaltliche Ergänzungen zum Stoffgebiet vorgenommen. ► Bei Übungen, die die Fantasie und Kreativität trainieren sollen, wird überwiegend auf die Angabe von Lösungen bzw. Lösungsmöglichkeiten verzichtet. ► Übungen mit dem Ziel „ Wiedererlangung der Konzentrationsfähigkeit “ („Bewegungs- und Entspannungsübungen“) sind hintereinander in einem Schritt abgetragen. ► Bezüglich „Lernen“ bedeutet das neuartige methodisch-didaktische Konzept dieses Buches für jeden Schritt folgendes: Durch Lesen der thematischen Einführung , durch das Bearbeiten der Übungen , durch Präsentation und Diskussion der Lösungen und durch ergänzende inhaltliche Erläuterungen wird bereits eine dreibis viermalige Auseinandersetzung mit dem Stoff, also dreibis viermaliges Lernen ermöglicht. Erfolgt eine Nachbereitung und im Zuge einer Prüfungsvorbereitung mindestens ein zweimaliges Wiederholen des Stoffes, sind gute Voraussetzungen zur längerfristigen Verankerung der Inhalte im Gedächtnis gegeben. Zur Vertiefung von Inhalten wurden Übungen ergänzt, wie sie in der Lehre und in Seminaren an Universitäten und Hochschulen üblicherweise durchgeführt werden - diese werden als Transferübungen bezeichnet. Diese Übungen beruhen in betriebswirtschaftlich ausgerichteten Fächern wie Unternehmensführung, Marketing oder Innovationsmanagement in der Regel auf der Übertragung von Wissen auf Praxisanwendungen, auf Case-Studies oder Strategieplanspiele. In den finanz- und controllingorientierten Fächern oder selbstverständlich in physik-, chemie-, mathematik- oder ingenieursbezogenen Studienfächern umfassen solche Transferübungen meist Berechnungen bei verwandten oder neuen Sachverhalten. Würde man sie unter dem Aspekt des Gedächtnistrainings bewerten, könnte man diese Übungen am ehesten den Trainingszielen „ Logik “, „ Strukturieren “, „ Assoziieren “ und (allerdings sehr fachbezogen) „ Kreativität “ zuordnen. An diesen Übungen ist der Unterschied der „klassischen“ Stoffvermittlung und der Stoffvermittlung anhand von Gedächtnistrainingsübungen deutlich ersichtlich. In der Lehre ist eine derartige Ergänzung der Gedächtnistrainingsübungen um Transferübungen daher sinnvoll. Bei Übungen bzw. Übungstypen , die Ihnen besonders leicht fallen, stoppen Sie generell die Bearbeitungszeit und notieren Sie diese. Dann können Sie diese Übungen später auf Zeit, als „Schnelligkeitsbzw. Tempo-Übung“, erneut durchführen. 8 Bei denjenigen, bei denen Sie viel länger als die angegebene Bearbeitungszeit benötigen, oder Sie sich sehr schwer tun, überhaupt eine Lösung zu finden, d.h. der angegebene Schwierigkeitsgrad nicht zutrifft, sollten Sie gezielt weitertrainieren und Übungen gleichen Typs lösen. Hierzu benötigen Sie jedoch keine Übungen mit umweltschutzbezogenen Inhalten, sondern Sie können unabhängig vom Inhalt Übungen bearbeiten, die dieses Gedächtnistrainingsziel trainieren. Wenn Sie inhaltliche Lücken feststellen oder Interesse haben, sich näher mit einem Thema auseinander zu setzen, lesen Sie bitte bei den angegebenen Quellen bzw. Literaturhinweisen nach. Im Gedächtnistraining würde man Studierende als Zielgruppe „Fitte Erwachsene“ bezeichnen. Wenn Sie wenig Zeit haben und sich „auf die Schnelle“ einen Überblick über nachhaltiges betriebliches Umweltmanagement verschaffen wollen, dann lesen Sie die einleitenden Texte, bearbeiten die Übungen nicht, und lesen umgehend die Lösungen. 8 Vergleiche OPPOLZER (1996, Band I, S. 23). <?page no="21"?> III. Gedächtnis 7 Falls Sie die Übungen in Lehrveranstaltungen einsetzen möchten, eignen sich diese besonders für seminaristische und dialogorientierte Unterrichtsformen mit ca. 20 bis 25 Teilnehmern. Wie lange Sie als Lehrende für das Präsentieren bzw. Vortragen der Texte benötigen, kann nicht eingeschätzt werden, weil die didaktisch-methodischen Konzepte zu unterschiedlich sein können. In diesen Unterrichtsformen können Sie jedoch ausführlich die Lösungen besprechen und über die Inhalte diskutieren, was ein besseres Behalten der Lerninhalte durch eine erneute Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zur Folge hat. Manche Übungen sind auch zu zweit oder zu dritt im Unterricht einsetzbar. Der Großteil der Übungen kann ebenfalls in vorlesungsorientierten Lehrveranstaltungen mit großen Teilnehmergruppen eingesetzt werden, wenn auf die Diskussion der Lösungen weniger Wert gelegt oder verzichtet wird. Für die Übungsdauer im Unterricht ist der angegebene Zeitaufwand anzusetzen. Inhaltliche Erläuterungen oder Ergänzungen zu den Übungen können je nach Konzeption der Lehrveranstaltung mehr oder weniger umfangreich ausfallen oder mit weiteren Selbststudienelementen und -aufgaben kombiniert werden. III. Gedächtnis Unter Gedächtnis versteht man „Prozesse und Systeme, die für die Einspeicherung, die Aufbewahrung, den Abruf und die Anwendung von Informationen zuständig sind, sobald die ursprüngliche Quelle der Information nicht mehr verfügbar ist.“ 9 Bei der Informationsverarbeitung erfolgt zunächst die (Reizbzw. Informations-) Wahrnehmung (ohne weitere Bedeutungszuschreibung) durch alle Sinnesorgane. Die Informationen treffen zunächst auf das sog. sensorische Gedächtnis und das Limbische System. 10 Vom Ultrakurzzeitgedächtnis gelangt die Information in das Kurzzeitgedächtnis , auch als Arbeitsgedächtnis bezeichnet. 11 Werden die Informationen in das Langzeitgedächtnis (auch als Referenzgedächtnis bezeichnet 12 ) überführt, spricht man vom Prozess des „Encodierens“, was v.a. durch Lernen, Üben, Trainieren und Anwenden erfolgt. Im Langzeitgedächtnis spricht man vom Prozess der Retention, dem Konsolidieren bzw. dem Behalten, und die Information kann dann erinnert bzw. abgerufen („decodiert“) werden. 13 Im Langzeitgedächtnis können zwei Gedächtnisarten unterschieden werden: Das deklarative Gedächtnis und das nicht deklarative Gedächtnis. 14 Das deklarative Gedächtnis , das bewusste Langzeitgedächtnis , auch als explizites Gedächtnis bezeichnet, 15 wird unterschieden in das episodische und das semantische Gedächtnis. Das episodische Gedächtnis sind gespeicherte autobiographische, an Zeit und Ort gebundene Informationen aus Ereignissen aus dem persönlichen Leben, meist durch Erfahrung gebildet, kurz, Erfahrungen und das Wissen darüber (z.B. Urlaubsorte, Freunde, Ereignisse der Schulzeit). Das semanti- 9 GRUBER (2018: 2). Das Gedächtnis wird auch als Speicher bezeichnet, als sensorischer Speicher bzw. als Kurzzeit- und Langzeitspeicher. 10 Siehe WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 279ff). 11 Nach MAZUR (2006: 367). Insbesondere das Kurzzeitgedächtnis ist sehr begrenzt: Die sog. Millersche Zahl besagt, dass nur ca. 7+/ - 2 Informationseinheiten gespeichert werden können. Durch bestimmte Formen des Gedächtnistrainings kann diese Kapazität allerdings immens gesteigert werden, z.B. durch die Loci-Methode. 12 Nach MAZUR (2006: 378). 13 Vergleiche GRUBER (2018: 5f). Hinzu kommt „vergessen“ bzw. „Informationen überlagern“, auch solche, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Diese ebenso wichtige Funktion des Gedächtnisses ist v.a. psychologisch relevant. 14 GRUBER (2018: 40). 15 Z.B. bei WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 294ff). <?page no="22"?> 8 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen sche Gedächtnis ist gespeichertes, bewusstes Faktenwissen, u.a. Gesetzmäßigkeiten (z.B. mathematische Formeln), historische oder geographische Daten, generelle Zusammenhänge, kurz, das Wissen von der Welt. Das nicht deklarative Gedächtnis , das unbewusste Langzeitgedächtnis , auch als implizites Gedächtnis bezeichnet, 16 wird unterschieden in prozedurales Gedächtnis, das perzeptuelle Repräsentationssystem, klassische Konditionierung und nicht-assoziative Lernformen. 17 Prozedurales Gedächtnis sind gespeicherte motorisch-mechanische Fähigkeiten und Bewegungsabfolgen, kurz, Können (z.B. Fahrrad fahren, Turnen). 18 Im perzeptuellen Repräsentationssystem befinden sich unbewusste Informationen, die durch neue Informationen wiedererkannt und wiedergewählt werden (z.B. durch Werbung werden Essgewohnheiten der Kindheit wieder erinnert und erneut bewusst gemacht) oder unbewusste Informationen, die durch neue Informationen Assoziationen auslösen (z.B. sehen wir ein kleines, schwarzbraunes Tier und einen Maulwurfshügel, assoziieren wir Maulwurf nicht Maus). Klassische Konditionierung sind durch Belohnung bzw. Bestrafung konditionierte Verhaltensweisen von unwillkürlichen Reaktionen (vgl. Speichelfluss beim Pawlowschen Hund) oder von willkürlichen Reaktionen. 19 Nicht-assoziatives Gedächtnis sind Habituation und Sensitivierung als Reaktionen auf Reize. Für den Erfolg in den meisten Studiengängen ist das semantische Gedächtnis entscheidend, bei Studiengängen, in denen motorisch-handwerkliche Fähigkeiten wichtig sind, auch oder vor allem das prozedurale, z.B. Sport, Musik, Kunst. Bei beiden Arten von Studiengängen ist aber für die nach dem Studium anschließende berufliche Tätigkeit unerlässlich, dass die Inhalte nicht im Kurzzeitgedächtnis verbleiben, sondern im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, um eventuell auch noch Jahre später abgerufen und angewendet werden zu können. Um Inhalte vom Kurzzeitin das Langzeitgedächtnis zu überführen ist Lernen notwendig: Beim semantischen Gedächtnis „klassisches“ Lernen , beim prozeduralen Gedächtnis Üben und Trainieren . Ständiges Anwenden der Lerninhalte ist bei beiden Gedächtnisarten wichtig. 16 Z.B. bei WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 294 u. 299ff). 17 GRUBER (2018: 40). 18 Auch wenn das prozedurale Gedächtnis ein Teil des „nicht deklarativen“ Gedächtnisses ist, wurden die dort abgespeicherten Informationen i.d.R. zunächst in einem gewissen Grad deklarativ vermittelt, bevor sie dann in einem anderen Grad (hier durchaus auch als Niveau zu bezeichnen) „nicht deklarativ“ werden; z.B. „erklärt“ (und korrigiert) der Tennislehrer zunächst wichtige Elemente des Tennisschlages, bevor sie gelernt werden, hier geübt und trainiert, und ab einem gewissen Spielniveau nahezu nicht mehr erläutert werden können bzw. automatisiert abgerufen werden. 19 Siehe ausführlich MAZUR (2006: 102-217) und WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 294 u. 245f). <?page no="23"?> IV. Gedächtnistraining 9 IV. Gedächtnistraining Gedächtnistraining führt zu einem „besseren“ Gedächtnis, d.h. Informationen werden effizienter gespeichert, besser vernetzt und können leichter wieder abgerufen werden. Um das Gedächtnis zu verbessern, werden im Gedächtnistraining Funktionen des Gehirns , die zum Gedächtnis beitragen, unterschieden. Diese Funktionen können in spezifischen Übungen trainiert werden, wobei nicht immer eine exakte Zuordnung einer Übung zu einer einzelnen Funktion möglich ist, da manche Übungen mehrere Gehirnfunktionen adressieren. 20 Zu einzelnen Gedächtnistrainingszielen liegen vielfältige Übungen vor. Diese, auch als „Rätsel“, „Scherzfragen“, „Gehirn-Jogging“, „Denksportaufgaben“ 21 oder als Aufgaben zur „Fitness“ für das Gehirn 22 bezeichnet, reichen von populären Übungen wie „Kreuzworträtsel“, „Sudoku“ oder „Um die Ecke gedacht“ bis zu einer Vielzahl von Übungen für Computer, für Tablet oder Smartphone. 23 Auch (Gesellschafts)Spiele, die einzelne Gedächtnisfunktionen verstärkt trainieren, z.B. „Memory“, oder umfassender die THINK-Spielereihe, 24 können beispielhaft erwähnt werden, ebenfalls Lernspiele bis hin zu komplexen Übungen und Spielen für einzelne oder mehrere Gehirnfunktionen. Die einzelnen Funktionen des Gehirns , die zum Gedächtnis beitragen, mit ausgewählten Übungstypen sind: 25 1. Assoziieren : Neue Informationen mit bereits gespeicherten Informationen verknüpfen. Übungstypen für Assoziationsfähigkeit sind v.a.: Anagramme (das sind Buchstabenversetzrätsel oder „Buchstabensalat“; aus den versetzten Buchstaben eines Wortes ist das Wort herstellen; 26 „echtes“ Anagramm: durch Versetzen der Buchstaben eines Wortes entsteht ein anders Wort), Assoziieren (z.B. Wörter mit Personen, Bilder mit Wörtern, gemeinsames Bezugswort oder Begriffe zu Farben assoziieren), ABC-Übungen (bei einem festgelegten Anfangsbuchstaben bestimmte Begriffe finden, z.B. „Stadt/ Land/ Fluss“), Rebus-Rätsel (das sind Bilderrätsel, meist in Form von Bild- und Schriftkombinationen; aus diesen Kombinationen bzw. Zeichen einen Sinn herstellen), auch Homonyme und Polyseme (das sind gleich geschriebene Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen, synonym: Teekesselchen; 27 unterschiedlichen Bedeutungen erraten), Mindmaps, Wortfindungsübungen. 20 Diese Funktionen werden selbstverständlich nicht nur durch spezifische Gedächtnistrainingsübungen „trainiert“, sondern v.a. auch durch komplexe Tätigkeiten oder Aktivitäten, die in der Regel „unspezifisch“ mehrere Funktionen gleichzeitig trainieren, wie Sportarten, Computerspiele, handwerklich orientierte Hobbies etc. 21 Eine Vielzahl derartiger Aufgaben wurde z.B. als „supertoller Spaß” bezeichnet (O.V., 1987). LEHRL et al. stellten einige Aufgaben in ihrer damaligen Zusammenstellung zu Gehirn und Gedächtnis vor (1984). 22 Z.B. KRUPPA (1997). 23 Umfassend u.a. www.neuronation.de, www.denksport-raetsel.de, http: / / www.memoryxl.de/ gedaechtnistrainingmit-mnemotechniken. Für mobile Geräte sind ebenfalls eine Vielfalt von Apps für das Gedächtnistraining verfügbar, z.B. unter den Schlagwörtern „Brain-Training“, „Memory-Training“, „Word-Guess“, „Word Search“, „Puzzle“ etc. 24 RAVENSBURGER SPIELEVERLAG. 25 Inhaltlich nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 7-9). Die Bezeichnung der einzelnen Funktionen bzw. Trainingsziele bzw. die Definitionen sind teilweise leicht verändert. Der Bundesverband bezeichnet seinen Gedächtnistrainingsansatz als ganzheitliches Gedächtnistraining . Es ist damit gemeint, dass beim Gedächtnistraining umfassend die Persönlichkeit des Menschen im Mittelpunkt steht, nicht nur das Training des Gedächtnisses und v.a. nicht nur das Training der „Merkfähigkeit“. Ebenfalls umfassend: GESELLSCHAFT FÜR GE- HIRNTRAINING e.V. 26 Zum Prüfen bei vorgegebenen Anagrammen: www.anagramme-expert.com. 27 Die in der Linguistik vorgenommene Unterscheidung zwischen Homonymen und Polysemen (www.wikipedia.org, Stichwort: Homonym) wird hier nicht verwendet; es wird generell der Begriff „Teekesselchen“ verwendet. <?page no="24"?> 10 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen 2. Fantasievoll und kreativ denken : Mit großer Vorstellungs- oder Einbildungskraft und mit großer Fähigkeit zu schöpferischen Einfällen und zum Finden neuer Lösungen denken. Übungstypen für Fantasie und Kreativität sind v.a.: Kreative Sprachübungen (z.B. Bilder betiteln, Fantasiegeschichten aus vorgegebenen Begriffen erstellen, Sprichwörter ergänzen/ abwandeln, Sätze aus Wörtern mit nur einem Anfangsbuchstaben bilden, reimen), aus Akronymen kreative neue Bedeutungen finden, kreative Zeichnen- und Malübungen (aus Grundformen Figuren zeichnen, Sprichwörter verbildlichen), Legespiele (z.B. Figuren aus Grundformen legen, Tangramm), Brainstorming. 3. Flexibles Denken : Auf wechselnde Situationen gedanklich schnell reagieren. Übungstypen für (Denk)Flexibilität sind v.a.: Aufforderungen (das sind umschriebene Sachverhalte, die auffordern; diese in ein neues Substantiv überführen), Stolpersteine (das sind im falschen Kontext verwendete Wörter; diese Wörter richtigstellen), „Um die Ecke gedacht“ (Begriffe aus Umschreibungen erraten), auch kreative Sprachübungen, Wortfindungsübungen. 4. Formulieren : Einen Sachverhalt oder Gedanken in sprachlich richtiger Form ausdrücken. Übungstypen für die Fähigkeit zu formulieren sind v.a.: Ausschließen (aus vorgegebenen Möglichkeiten falsche oder unpassende Begriffe ausschließen), Teekesselchen beschreiben und erraten, Bilder/ Kunstwerke etc. beschreiben, auch kreative Sprach- und Wortfindungsübungen. 5. Sich konzentrieren : Die ungeteilte Aufmerksamkeit für eine bestimmte Zeit auf eine bestimmte Sache lenken. Übungstypen für Konzentrationsfähigkeit sind v.a.: Anagramme, Palindrome (das sind Wörter, die vorwärts und rückwärts gelesen werden können und gleiche oder andere Bedeutung haben; diese erraten), Konzentrationsaufgaben (z.B. Wörter suchen in Texten, Leseaufgaben mit verändertem Text oder Text ohne Lücken, Zahlensuchen, rückwärts schreiben), auch Merkfähigkeitsübungen. 6. Logisches Denken : Auf Grund gegebener Sachverhalte folgerichtig, schlüssig denken. Übungstypen für Logik sind v.a.: Logische Aufgaben (Legespiele/ Tangramm, Sudoko, logische Rätsel, Nachdenken (Fragen zum Überlegen), „Um die Ecke gedacht“, Rätselhaftes (z.B. Scherzfragen), auch Rebus-Rätsel und Ausschließen. 7. Merken : Wahrnehmungen kurzfristig oder langfristig speichern. Übungstypen für Merkfähigkeit sind v.a.: Merkübungen (z.B. Inhalte/ Bilder etc. merken bei vorbzw. selbstgelesenen Texten), 28 Merken von Reihenfolgen (z.B. Kofferpacken) , Memory, auch Konzentrations- und Wortfindungsübungen. 8. Strukturieren : Inhalte nach einem Bezugs- oder Regelsystem aufbauen. Übungstypen für strukturiertes Denken sind v.a.: Gemeinsamkeiten (Gemeinsamkeiten zwischen Begriffen/ Sachverhalten etc. erkennen, beschreiben oder benennen), Unterschiede (Unterschiede zwischen Begriffen/ Sachverhalten etc. erkennen, beschreiben oder benennen), Mindmaps, auch logische Aufgaben. 9. Urteilen : Eine Situation beurteilen und nach Abwägen aller bekannter Fakten eine Entscheidung treffen. Übungstypen für Urteilsfähigkeit sind v.a.: Behauptung (entscheiden, ob Behauptungen/ Sachverhalte/ Fakten etc. zubzw. nicht zutreffen), Entscheiden (entscheiden, z.B. zwischen Lösungsalternativen, oder was in welcher Reihenfolge zutrifft, z.B. Reihenfolgen von Fakten festlegen). 28 Bei Merkübungen sollten zwischen dem Einprägen und dem Wiedergeben kurze Ablenkungsaufgaben eingefügt werden, meistens Rechenaufgaben oder kurze Bewegungsaufgaben, ca. 30 Sekunden bis eine Minute lang (vergleiche VESTER, 1994: 152ff), um Kurzzeitgedächtniseffekte auszuschließen, die auf dem sog. Recency-Effekt basieren („das, was zuletzt gehört wird, ist besser abrufbar“). <?page no="25"?> IV. Gedächtnistraining 11 10. Wahrnehmen : Etwas bewusst mit einem oder mehreren Sinnen aufnehmen. Übungstypen für Wahrnehmungsfähigkeit sind v.a.: Wahrnehmung (mit allen Sinnen) (z.B. Gewichte/ Größen etc. schätzen, Gegenstände ertasten, Geräusche/ Gerüche/ Gewürze/ Speisen erkennen), Kim-Spiele (das sind Spiele zum Trainieren der Wahrnehmungsfähigkeit, z.B. mehrere Gegenstände beachten, merken, dann einen Gegenstand wegnehmen und den fehlenden Gegenstand benennen, Bilder zeigen und Einzelheiten merken bzw. beschreiben). 11. Wörter finden : Wörter aus dem Wortspeicher abrufen bzw. sich den eigenen Wortschatz bewusstmachen. Übungstypen für Wortfindung sind v.a.: ABC-Übungen, Anagramme, Füllwörter (zwischen Begriffen als Vor- oder Nachsilbe Füllwörter finden), Oberbegriffe/ Gemeinsamkeiten (zu verschiedenen Begriffen bzw. Sachverhalten Oberbegriffe oder Gemeinsamkeiten finden), Gefüllte Entenbrust (aus Buchstaben eines Wortes möglichst viele neue Wörter bilden), Kreuzworträtsel, Wortergänzungen/ Vokalergänzungen (in Wörtern Wortteile, Silben, Vokale etc. ergänzen), auch Aufforderungen, Unterschiede, Rebus-Rätsel, kreative Sprachübungen, Stolpersteine. 12. Zusammenhänge erkennen : Neue Informationen in bestehende Wissensstrukturen integrieren und sinnvolle Zusammenhänge herstellen. Übungstypen für die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen sind v.a.: Relationen (Relationen festlegen z.B. Größenverhältnisse, Massenverhältnisse, Flächenverhältnisse), Zuordnen (z.B. Materialien/ Farben etc. zu Gegenständen), auch Unterscheiden, Teekesselchen unterscheiden, Oberbegriffe/ Gemeinsamkeiten finden, Ausschließen, Legespiele, logische Aufgaben. Um diese zwölf Funktionen zu trainieren, werden im ganzheitlichen Gedächtnistraining zwölf Trainingsziele unterschieden. Ein Trainingsziel wird allerdings bisher nicht als eigenes Ziel formuliert, wohl weil eine Zuordnung zu einer Gehirnfunktion nicht eindeutig möglich ist: Bewegung . Bewegung wird durch das Gehirn gesteuert und Bewegungsübungen werden im Gedächtnistraining (und beim Lernen) als „integrativer Bestandteil“ 29 zwischen einzelnen Übungen bzw. bei zu vermittelnden Inhalten zur Auflockerung oder als Kurzpause zur Wiedererlangung der Konzentrationsfähigkeit eingesetzt. Dabei greift Bewegung viele Trainingsziele des Gedächtnistrainings auf und zwar in einer völlig eigenen und sehr komplexen Weise, z.B. Merken von Bewegungsabläufen, Wahrnehmung beim Beobachten und Nachmachen von Bewegungen, kinästhetische und haptische Erfahrungen, Beteiligung beider Gehirnhälften, Konzentration beim Üben. Durch Bewegungsübungen werden daher ebenfalls vielfältige positive Lernwirkungen erreicht, z.B. die Vernetzung beider Gehirnhälften, die Wiedererlangung der Konzentration, die Verbesserung der körperlichen Koordinations- und Leistungsfähigkeit, Erhöhung der Wahrnehmungsfähigkeit usw. Zudem zeigen viele Studien, dass ein gutes Gedächtnis (und somit geistige Fitness) im Alter hoch mit Bewegung bzw. sportlichen Aktivitäten korreliert. 30 Deshalb werden die aufgeführten Gedächtnistrainingsziele um das Ziel „ Sich Bewegen“ erweitert - selbstverständlich müssen alle Bewegungsübungen in ihrer zeitlichen Dauer, im Bewegungsumfang, in der Bewegungsform etc. sehr sorgsam auf die jeweilige Zielgruppe des Gedächtnistrainings angepasst werden, um Verletzungen oder Unfälle zu vermeiden. 13. Sich bewegen : Körperliche Aktivitäten bzw. Bewegungsabläufe durchführen, am besten in Kombination mit anderen Gedächtnistrainingsübungen (z.B. Assoziieren, Merken). Es handelt 29 BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011b: 57). 30 Siehe hierzu verständlich und umfassend DER SPIEGEL (2015). Weitere positive Wirkungen von Bewegung auf die Gesundheit sind u.a. die Reduzierung von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Dickleibigkeit, Depressionen etc. <?page no="26"?> 12 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen sich dabei um Übungen mit körperlich leichter Bewegung , eventuell um leichte Gymnastikübungen , aber NICHT um sportliche Aktivitäten und NICHT um Sport, obwohl ein Übergang je nach Zielgruppe selbstverständlich fließend ist. Eine sehr bewegungsreduzierte Form solcher Übungen sind Fingerübungen, die ausschließlich mit den Händen bzw. den Fingern durchgeführt werden. Übungstypen für Wahrnehmung von Bewegungen, für Koordinationsfähigkeit, für Merkfähigkeit von Bewegungen etc. als Bestandteile von Bewegung sind v.a.: Bewegungsabfolgen (z.B. Schrittfolgen, Choreographien für Arme, Beine und/ oder Körper, in vorgelesenen Texten bei bestimmten Wörtern Bewegungen durchführen wie vom Platz aufstehen, in die Hände klatschen, sich drehen etc.), Jonglieren mit drei Tüchern bzw. drei Softbällen, neue/ ungewohnte Bewegungsabläufe (z.B. Schreiben/ Zeichnen mit der linken Hand bei Rechtshändern, rückwärts bzw. in Spiegelschrift schreiben), Überkreuzübungen (rechten Arm/ linken Arm unterschiedlich bewegen, Arme in unterschiedliche Richtungen schwingen, rechtes Bein/ linkes Bein unterschiedlich bewegen etc.), Koordinationsübungen mit Händen und Fingern („Fingerübungen“), ergänzt auch um isometrische Übungen. 31 Im Gegensatz zum betriebswirtschaftlichen Handlungsgrundsatz, strategisch die Stärken weiter zu stärken und bei den Schwächen Outsourcing oder Portfoliobereinigungen etc. anzuwenden, gilt im Gedächtnistraining : Diejenigen Gehirnfunktionen, die weniger gut „funktionieren“, sind verstärkt zu trainieren, da dies zu großen Verbesserungen der gesamten Gedächtnis- und Gehirnleistung führt. Ein immer gleiches Training einer einzelnen Gehirnfunktion (mit immer gleichen Übungen) führt zwar zu einer Verbesserung dieser Funktion im Sinne einer Spezialisierung, aber eher weniger zu einer Verbesserung des gesamten Gedächtnisses. 32 31 Eine Kombination aus Gedächtnistraining und Bewegung stellen sog. Denk-Pfade , Memory-Pfade etc. dar, bei denen Gedächtnistrainingsübungen während Spaziergängen, Stadtführungen etc. durchgeführt werden (z.B. BUNDESVERBAND FÜR GANZHEITLICHES GEDÄCHTNISTRAINING e.V., www.bvgt.de). 32 Gedächtnistraining bedeutet daher immer auch, metakognitive Strategien zu trainieren. <?page no="27"?> V. Lernen 13 V. Lernen An dieser Stelle sollen v.a. praxisbezogene und konkrete Aspekte für besseres Lernen aufgeführt werden. Eine ausführliche Literaturauswertung des umfassenden theorieorientierten oder praxisorientierten Schrifttums geht weit über den Rahmen dieser Arbeit hinaus, von psychologisch ausgerichteter Literatur, 33 den Grundlagen der Hirn- und Gedächtnisforschung, 34 über Forschungsarbeiten bei verschiedenen Arten von Schülern, z.B. Kinder im Vorschulalter, in Grundschulen oder in weiterführenden Schulen, Forschung in der Erwachsenenbildung mit jungen, älteren, alten oder kranken Menschen, bis hin zur Bildungsforschung. 35 Für praxisorientiertes Lernen liegt dazu noch eine Vielzahl von Ratgebern vor: „Lerntipps“, „Leicht bzw. mit Leichtigkeit lernen“, „Lerntechniken“, „Lernstrategien“ etc. 36 Zudem liegen Anleitungen zum Lernen im Sinne von Gedächtnistraining vor. 37 Lernen beschreibt einen Prozess des Erwerbs oder der Erweiterung von Wissen, Fähigkeiten oder Fertigkeiten, der zu einer relativ dauerhaften Veränderung von Denken, Fühlen, Einstellungen oder Verhalten bzw. zu einer Vergrößerung von Potenzialen führt. 38 Lernen findet in der Auseinandersetzung mit der Umwelt statt, 39 lebenslang, und ist durch folgende Komponenten bestimmt, 40 die gleichzeitig auch als Voraussetzungen von Lernen aufgeführt werden können:  Selbstmotivation und Willen,  Fähigkeiten, Kompetenzen und Wissen,  Reflexion und Selbstregulation,  Freiräume in der Lernumwelt. Lernen wird hier umfassend als Lernen von Fakten, von Methoden-, Anwendungs- und Transferlernen, von kreativem Denken usw. und als weitestgehend selbstgesteuerter und selbstbestimmter Prozess verstanden. Dies bedeutet: 41  Betonung von Lernaktivitäten und Lernprozessen, anstatt ausschließlicher Betonung von Lernergebnissen ( Prozessprinzip ).  Lernen wird zum Diskussionsbzw. Unterrichtsthema gemacht, damit sich die Lernenden ihrer Lernstrategien und Selbstregulierungsfähigkeiten und der Relation zwischen diesen und den Lernzielen bewusst werden ( Rückbesinnungsprinzip ). 33 Exemplarisch und umfangreich MAZUR (2006), WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014), BIRBAUMER/ SCHMIDT (2010), GERRIG/ ZIMBARDO (2018: passim). 34 Exemplarisch VESTER (1994), SPITZER (2006), GRUBER (2018). 35 Umfassend HATTIE (2018). 36 Beispielhaft ASMUSSEN (2001), BROTHERS/ EAGAN (1994), CHEVALIER (1999), DAHMER/ DAHMER (1993), ENDRES al. (2008), HOCK (2004), HOFMANN/ LÖHLE (2012), KELLER (2005), LEITNER (2011), MAYER (2006), METZIG/ SCHUSTER (2005), NOVAK (2006), SCHRÄDER-NAEF (2003). Eine komprimierte Einführung in „Lernen“ und „Gehirn“ siehe MOSER-WILL/ GRUBE (2009: 13-40). 37 Beispielhaft BIEN (2011), GEISSELHART (2013), KARSTEN (2007 u. 2012), STENGER (2006). 38 Nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011b: 9) und BROCKHAUS (1990: Bd. 13, S. 296). 39 Siehe u.a. MAYER (2011: 14) 40 KONRAD (2001). Bei KONRAD/ TRAUB (2018: 27-34 u. 34-37): Motivation, Lernstrategien, Metakognition, Konzentration. 41 Siehe u.a. KONRAD/ TRAUB (2018: 102f). Die methodisch-didaktischen und pädagogischen Prinzipien eines weitestgehend selbstgesteuerten, selbstbestimmten und prozessorientierten Lernens wurden zwar für schulisches Lernen erarbeitet, können jedoch für den Hochschulbereich ebenfalls Anwendung finden. <?page no="28"?> 14 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen  Der Einfluss affektiv-emotionaler Prozesse auf das Lernen und deren Interaktion mit kognitiven und metakognitiven Prozessen wird berücksichtigt ( Affektivitätsprinzip ).  Den Lernenden werden Relevanz und Nützlichkeit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie lernen sollen, bewusst gemacht ( Nützlichkeitsprinzip ).  Transfer und Generalisierbarkeit des Gelernten werden explizit im Unterricht berücksichtigt und es wird erwartet, dass sie von selbst auftreten ( Transferprinzip ).  Lernstrategien und Selbstregulierungsfähigkeit werden längerfristig und im Kontext von Unterrichtsfächern geübt ( Kontextprinzip ).  Die Lernenden werden explizit darin unterwiesen, wie sie ihr eigenes Lernen überwachen, diagnostizieren und korrigieren können ( Selbstdiagnoseprinzip ).  Der Unterricht wird so gestaltet, dass Lernende aktiv lernen und dass sie konstruktive Lernaktivitäten wählen können ( Aktivitätsprinzip ).  Die Verantwortung für das Lernen verlagert sich allmählich von den Lehrenden zu den Lernenden ( Prinzip des allmählichen Abbaus von Hilfen ).  Maßnahmen zur Realisierung selbstregulierenden Lernens werden mit anderen Betreuungsbzw. Bezugspersonen abgesprochen ( Betreuungsprinzip ).  Kooperationen und Diskussionen zwischen den Lernenden werden im Unterricht aufgegriffen ( Kooperationsprinzip ).  Neues Wissen wird auf Vorwissen bezogen ( Vorwissensprinzip ). Das neuartige Lehrkonzept der Stoffvermittlung anhand von Methoden des Gedächtnistrainings berücksichtigt diese methodisch-didaktischen (und pädagogischen ) Prinzipien umfänglich, insbesondere:  Die Gedächtnistrainingsübungen tragen dazu bei, dass nicht ausschließlich auswendig gelernt und wiedergegeben wird.  Lernen wird durch Gedächtnistraining ständig vergegenwärtigt, wodurch ebenfalls ein andauernder Bezug zur Persönlichkeit der Lernenden gewährleistet ist.  Die Relevanz und Nützlichkeit der Gedächtnistrainingsübungen ist leicht verstehbar, bezogen auf Lernen und bezogen auf die Inhalte für den Bereich Umweltschutz, insbesondere durch den Aspekt des nachhaltigen Wirtschaftens mit Themen aktueller Relevanz (z.B. Ressourcenabnahme, Klimawandel).  Die Lernenden werden durch die Konzeption der Übungen mit Angabe der Bearbeitungszeit und der Lösungen motiviert, ihr eigenes Lernen zu planen, zu diagnostizieren, zu überwachen, zu kontrollieren und zu korrigieren. 42  Die Nutzung der Übungen im Unterricht und in der Vorbzw. Nachbereitung aktiviert die Lernenden.  Mit dem Zuwachs an Gedächtnisleistung (und der umweltmanagementbezogenen Kenntnisse) können die Übungen zunehmend selbstständig bearbeitet und die Methoden zum Lernen auf andere Fächer und Lerninhalte des Studiums und später in die berufliche Praxis übertragen werden.  Durch Nutzung der Übungen als Gruppenübungen statt als Einzelübungen werden Kooperationen unter den Studierenden und Diskussionen ermöglicht.  Und letztlich bezieht sich das Fachgebiet Umweltmanagement (bzw. nachhaltiges Umweltmanagement) auf Vorwissen, auf Allgemeinwissen zu Umweltschutz, auf Kenntnisse zu betrieblichen Abläufen und zu Management und auf technische und sozioökonomische Zusammen- 42 Das Wissen über seine eigenen kognitiven Fähigkeiten (z.B. über Denken, Gedächtnis, Lernen, Wahrnehmen) wird auch als „ Metakognition“ bzw. diesbezügliches Lernen als „metakognitive Strategien“ bezeichnet (WOOL- FOLK/ SCHÖNPFLUG, 2014: 316f). <?page no="29"?> V. Lernen 15 hänge. Daraus ergibt sich eine Übertragbarkeit auf andere Fachgebiete und das Charakteristikum von Umweltmanagement als betriebliche Querschnittsdisziplin ermöglicht einen Einsatz in vielfältigen beruflichen Anwendungsgebieten. Die Art und Weise, wie jemand an Lernaufgaben herangeht, wird als Lernstil , die individuellen Bevorzugungen für Lernformen bzw. Lernumgebungen als Lernpräferenzen bezeichnet, z.B. bestimmte Lernumwelten bzw. Lernorte (Hochschule, Zuhause, Gestaltung des Raumes), Lernzeiten (morgens, nach dem Unterricht etc.), Lernmittel (z.B. Bücher, Skripte, Computer, Laptop) oder mit wem gelernt wird (Lerngruppen, alleine). 43 Unabhängig von Lernstil und persönlichen Lernpräferenzen kann man von Voraussetzungen für Lernen sprechen, die eingehalten werden müssen, um besser lernen zu können. 44 Zudem finden sich in der Literatur Begriffe wie „Methoden“, „Arbeitstechniken“, 45 „Lerntechniken“ oder „Lernstrategien“, 46 die angewendet werden müssen, um besser zu lernen. Ob Voraussetzungen zu erfüllen sind oder Strategien oder Maßnahmen, Methoden oder Techniken anzuwenden sind etc., ist für die Lernenden nicht relevant; beispielhaft: Voraussetzung für Lernen ist „Wiederholen“, die Maßnahme bzw. Methode (bzw. Strategie) beim Lernen ist ebenfalls „Wiederholen“. Wichtig ist einzig: Wenn die Lernenden die Voraussetzungen erfüllen bzw. die Strategien oder Maßnahmen anwenden, werden sie besser bzw. erfolgreicher lernen können, 47 weshalb auch von Erfolgsfaktoren für Lernen gesprochen werden kann. Als besondere Voraussetzung von Denken und Lernen wird häufig Intelligenz aufgeführt, eine dispositionale, individuelle Grundfähigkeit. 48 Die Erfolgsfaktoren für Lernen werden nicht von der Intelligenz beeinflusst, jedoch können in Abhängigkeit von der Intelligenz 49 einzelne Erfolgsfaktoren sicherlich leichter umgesetzt und somit bessere Lernerfolge möglich sein, z.B. kann eine geringere Zahl von Wiederholungen notwendig werden, Assoziationen fallen leichter etc. Die aufgeführte Reihenfolge der Erfolgsfaktoren für Lernen stellt keine Priorisierung im Sinne von Wichtigkeit dar, im Gegenteil: In der Regel kann nur dann optimal gelernt werden, wenn alle 43 Nach WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 131f). 44 Umfassend für besseres Lernen und besseres Gedächtnis siehe BIRKENBIHL (2014). 45 NOVAK (2006). 46 Das sind „kognitive Strategien, mit deren Hilfe neue Informationen verarbeitet, mit Vorwissen verknüpft und behalten werden können.“ (KONRAD/ TRAUB, 2018: 31). Lernstrategien wären nach KONRAD/ TRAUB (2018: 31f) Informationsverarbeitungsstrategien (Wiederholungs-/ Einprägungsstrategien, Elaborationsstrategien, Organisationsstrategien), Ressourcenstrategien, selbstbilderhaltende Bewältigungsstrategien und volatile Bewältigungsstrategien. NOVAK (2006) dagegen summiert alle Methoden und Arbeitstechniken als Lernstrategien . Nach WOOL- FOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 318f) sind Lernstrategien Vorstellungen davon, wie Lernen am besten zu erreichen ist, eine Art Generalplan, und Lerntechniken sind die spezifischen Mittel, die in den Generalplan eingehen. 47 Weil in „Ratgeberliteratur“ häufig keine Quellenangaben verwendet werden und eine zu detaillierte Quellenverarbeitung die Lesbarkeit stört, werden hier keine detaillierten Literaturverweise aufgeführt. Basis der Erfolgsfaktoren bilden die Ausführungen von BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: passim), BUNDESVER- BAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011c: passim) und die Übersichtsarbeiten von HATTIE (2018), KELLER (2005), NOVAK (2006), MAYER (2006). Die Gliederung ist angelehnt an BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 17-18) und BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011c: 8). Die einzelnen Erfolgsfaktoren wurden z.T. umformuliert und erweitert. Für die Gliederung und die Zuordnung einzelner Erfolgsfaktoren bzw. Strategien bzw. Maßnahmen liegen ebenso viele verschiedene Vorschläge vor. Z.B. sehen KONRAD/ TRAUB (2018: 31f) Voraussetzungen der Person , die Motivation, die Lernstrategien und die Metakognition, und Voraussetzungen der Situation . Auch „Ratgeber“ etc. weisen implizite Gliederungen auf. 48 Siehe u.a. SIEGLER/ EISENBERG/ DELOACHE/ SAFFRAN (2016: 275-305). 49 Übersichtsartig zur Definition, zur Messung etc. siehe WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG (2014: 118-130). <?page no="30"?> 16 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen Voraussetzungen mehr oder weniger erfüllt sind bzw. alle Strategien und Maßnahmen mehr oder weniger umgesetzt werden. 50 Die Erfolgsfaktoren für Lernen sind:  Motivation und Willen haben : Motivation , als Summe einzelner Motive oder Beweggründe, 51 und Wille , Willenskraft oder Volition, sind grundlegend für Lernen. Sie sind die Antriebskräfte, warum eine Person lernt. 52 Dabei wird zwischen extrinsischer Motivation , einer Motivation von außen und auf die Folgen von (Lern)Handlungen fokussiert, z.B. Prüfungen, Anerkennung, Erfolg, ärztliche Anordnungen (z.B. Sport zu treiben, Diät umzusetzen), und intrinsischer Motivation unterscheiden, einem eigenen Interesse bzw. Neugier an etwas und auf die Handlungen selbst fokussiert. Meist führt intrinsische Motivation dazu, differenziert und gründlich zu lernen, extrinsische orientiert sich mehr an oberflächlichen Strategien zur schnellen Zielerreichung. Je höher die intrinsische Motivation, desto größer der Lernerfolg. Daher ist es sinnvoll, intrinsische Motivation zu fördern. 53  Die Lernumgebung optimieren: Lernen sollte in einer angenehmen und förderlichen Lernumgebung stattfinden, möglichst an einen selbstgewählten, immer gleichen und geordneten Lernort , 54 ohne störende Außenreize, mit guten Lichtverhältnissen, angenehmer Raumtemperatur und an einem geordneten Lernplatz (Schreibtisch etc.). Zudem wichtig sind „lernpositive“ Peer-Einflüsse (soziales Umfeld, Freunde, Vorbilder etc.) und eine hohe Qualität der Lehrpersonen . 55  Sich Lernziele setzen: Um selbstgesteuert zu lernen, gilt es den Lernprozess (selbst) zu planen, (selbst) zu überwachen, (selbst) zu reflektieren, (selbst) zu bewerten und (selbst) zu regulieren (auch zu verstärken). 56 Dabei ist es unumgänglich, sich Lernziele zu setzen. Die Bestimmung des Ausgangszustandes, also die Bestimmung der Kenntnisse über Lernen und die bereits vorhandenen Kenntnisse der Fachinhalte, bildet den ersten Handlungsschritt. Nach der Zieldefinition gilt es, den Lernweg abzuleiten, die erforderlichen Lernschritte auszuführen, beim Lernen Handlungsschwierigkeiten zu erkennen, und eventuell das eigene Vorgehen bzw. die bisherigen Ziele zu modifizieren. Wichtig ist, sich SMARTE Lernziele zu setzen: Sie sollen spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch sein und mit einem Zeithorizont versehen sein, 57 und sie sollen positiv formuliert sein. Setzen Sie sich kurzfristige (z.B. Tages- und Wochenziele), mittelfristige (z.B. ein bis zwei Monate) und langfristige Lernziele (z.B. für einen Kurs, ein Semester). 58 50 Dass Lernen auch unter Bedingungen stattfindet, die sich vollständig hiervon unterscheiden , z.B. in Gefahren- oder Gewaltsituationen, sei erwähnt, hat jedoch für dieses Buch keine Bedeutung. Ebenfalls sei auf vollständig sich unterscheidende Lernformen nur hingewiesen, z.B. Superlearning , suggestopädisches Lernen . 51 Siehe ENDRES (2008: 131). 52 Ausführlich z.B. KONRAD/ TRAUB (2018: 27-30). 53 Dabei sind extrinsische und intrinsische Motivation nicht zwingend als Gegensätze zu sehen, sondern können sich durchaus ergänzen, z.B. intrinsische Motivation am Lernstoff und extrinsische Motivation durch Erfolg bei Prüfungen (vgl. SCHIEFELE/ SCHAFFNER, 2020: 163ff). 54 Siehe MAZUR (2006: 359-360). 55 HATTIE (2018: passim). Vergleiche Lernen durch Imitation, z.B. MAZUR (2006: 407-426). 56 Dies wird auch als Selbstmanagement bezeichnet (z.B. WOOLFOLK/ SCHÖNPFLUG, 2014: 366-375 u. 375-384). 57 Das Akronym „ smart ” stammt aus dem Englischen und steht für: s pecific, m easurable, a ttainable, r ealistic, t ime phased. Weiterhin sollten Ziele „ pure“ , positiv formuliert, verstanden, relevant, ethisch/ moralisch ( p ositively stated, u nderstood, r elevant, e thical), und „ clear“ sein, lockend, legal, umweltverträglich, akzeptiert, protokolliert ( c hallenging, l egal, e nvironmentally sound, a greed, r ecorded) (WHITMORE, 1997: 64/ 65). Smart wird am häufigsten benutzt. 58 Siehe KELLER (2005: 163). <?page no="31"?> V. Lernen 17  Sich konzentrieren: Sich konzentrieren, die gesamte Konzentration gezielt einsetzen, d.h. aufmerksam sein, sich fokussieren bzw. bewusstmachen des Lernenwollens, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Entscheiden Sie, Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf den Lernstoff zu lenken und lenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf das zu Lernende.  Den Lerntyp beachten: Menschen lernen mit allen Sinnen und nehmen Informationen mit allen Sinnen auf. Lernerfolg ist abhängig davon, ob die zu lernende Information über den Aufnahmekanal angeboten wird, der vom Individuum bevorzugt wird. Erkennen Sie Ihren eigenen Lerntyp und lernen Sie lerntypenspezifisch, d.h. für den visuellen Lerntyp sind Bilder, Karikaturen, Skizzen, Graphiken bzw. Schaubilder und Abbildungen, Diagramme, Organigramme, Flussdiagramme, Mindmaps etc. hilfreich, auch Bücher mit vielen Abbildungen. Für den auditiven Lerntyp sind gesprochene Inhalte, Lern-CDs, lautes Lesen, Vorlesen, eventuell Verstärkung mit Musik etc. hilfreich und dem haptisch-kinesthetischen Lerntyp sollten u.a. Übungen zum Mitmachen, zum Mitschreiben, zum Ausprobieren oder Experimentieren, Lernen bei Bewegungen wie Hin- und Hergehen und anwendungsorientierte Lernformen wie Referate, Rollenspiele etc. angeboten werden. 59  Assoziieren: In unserem Gehirn sind große Mengen an verschiedensten Informationen gespeichert. Wenn neue Informationen aufgenommen werden, werden diese besser gespeichert, wenn Sie sie mit bereits gespeicherten Informationen bzw. Vorwissen verknüpfen. Verknüpfen Sie deshalb Neues mit Vorwissen, mit mehreren Wissensebenen, Ursachen mit Wirkungen, verknüpfen Sie Probleme, Werkzeuge und/ oder Ziele und stellen Sie zeitliche und/ oder räumliche Zusammenhänge her. Seien Sie offen für ganz „merkwürdige“ Assoziationen, z.B. Humor, Witz, Sex, Ekel, Peinlichkeiten usw. und assoziieren Sie humorvoll, witzig, skurril, seltsam, außergewöhnlich, eben merk-würdig - es geht niemanden etwas an, wie Sie sich die Dinge merken, und Sie brauchen sich niemandem zu erklären.  Visualisieren und in Bildern denken: Der visuelle Aufnahmekanal ist bei allen Menschen stark ausgeprägt und ein Bild hat eine größere Wirkung als ein Wort. 60 Konstruieren Sie v.a. Bilder , Filme oder Geschichten , auch z.B. Strichmännchen in Bewegung, und visualisieren Sie den Lernstoff z.B. mit Abbildungen, Organigrammen oder Flussdiagrammen, Skizzen, Graphiken, Lernplakaten, Mindmaps etc. Stellen Sie zudem kurze Wortbilder her und verwenden Sie auch ausschmückende bildhafte Darstellungen wie Fabeln oder Gleichnisse (Metaphern).  Beide Gehirnhälften einsetzen: Ein stark vereinfachendes Gehirnmodell beschreibt zwei Gehirnhälften ( Gehirnhemisphären ), die durch den sog. Balken miteinander verbunden sind. 61 Die linke Hirnhälfte ist (vereinfacht) v.a. rational, logisch-kausal, quantitativ, analytisch und sprachlich ausgerichtet, die rechte Hirnhälfte (vereinfacht) v.a. emotional-kreativ, assoziativ, qualitativ, nicht sprachlich und bildhaft. Eine gute Gehirnleistung und ein gutes Gedächtnis zeichnen sich dadurch aus, dass beide Gehirnhälften genutzt und beim Lernen aktiviert werden. 62  Strukturieren und strukturiert lernen: Lerninhalte strukturieren , systematisieren , kategorisieren , hierarchisieren , d.h. aus viel Lernstoff weniger machen (umcodieren), sinnvolle Ordnungen bilden und strukturiert lernen, ermöglichen besseres Lernen. Dabei ist 59 Zudem olfaktorischer und gustatorischer Lerntyp. 60 Vergleiche ENGELFRIED/ ZAHN (2012: 83, 101-105). 61 Zur sog. „Hemisphärendominanz“ und Unterschiede zwischen Rechts- und Linkshändern u.a. KIPP/ RADLANSKI (2018: 305/ 343/ 373). 62 Bei Höchstleistungen in einzelnen Fachdisziplinen ist meistens eine Hirnhälfte stärker ausgeprägt aber vielleicht wären diese Leistungen noch höher, wenn die jeweils andere Hirnhälfte stärker genutzt würde. Im ganzheitlichen Gedächtnistraining wird gerade darauf sehr viel Wert gelegt, dass die Übungen beide Hirnhälften aktivieren. <?page no="32"?> 18 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen wichtig zu gruppieren, zu kategorisieren und Gliederungen für die Lerninhalte zu erstellen, v.a. Metaplan- und Netzplantechniken, 63 auch z.B. Mindmaps.  Elaborieren: Führen Sie eine Elaboration der Lerninhalte durch, d.h. verbarbeiten Sie die Lerninhalte möglichst zu einem hohen Anreicherungsgrad, 64 z.B. erstellen Sie Lernkarteien, Notizzettel, Zusammenfassungen etc., geben Sie Texte in eigenen Wörtern wieder, stellen Sie Fragen zu den Lerninhalten, verdeutlichen Sie Inhalte mit Beispielen, fertigen Sie Referate, Kurzvorträge, Lernposter etc. zum Lerninhalt an und werden Sie „Lehrer“. 65 Erstellen Sie zudem Mindmaps, Graphiken oder andere Visualisierungen. Eignen Sie sich zudem erfolgreiche Lesetechniken an und wenden Sie diese auch an: Lesetext zunächst überfliegen bzw. portionsweise lesen, Fragen zum Text stellen, wichtige Textstellen mehrmals und genau lesen, wichtige Textstellen markieren (z.B. Unterstreichungen, Symbole am Textrand etc.), über den Text nachdenken, Zusammenfassungen erstellen und den Text mit eigenen Wörtern wiedergeben, erneut zusammenfassen, die Fragen erneut abgleichen und wiederholen. 66  Merktechniken einsetzen: Setzen Sie beim Lernen Merktechniken ein.  Wiederholen: Um Informationen vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu überführen ist Wiederholen notwendig. Dabei gilt als Faustzahl, den Lernstoff mindestens sechs Mal bei sinnvollen Wiederholungsintervallen zu wiederholen. Bei Lernstoff mit besonders starker Motivation und Gefühlsbeteiligung reichen in der Regel weniger Wiederholungen aus. Wichtig ist, Gelerntes ein erstes Mal schon kurze Zeit nach der Lernphase, nach ca. 15 Minuten, zu wiederholen, ein zweites Mal nach ca. einem Tag, ein drittes Mal nach ca. einer Woche. Wiederholen Sie bei der zweiten Wiederholung nur das, was Sie vergessen haben, ebenfalls bei der dritten Wiederholung. Bei der vierten Wiederholung wiederholen Sie den gesamten Lernstoff. 67  Auf den Körper achten: Gehirnleistung hängt unmittelbar mit dem Körper zusammen. Daher sollte man auf seinen Körper achten, um erfolgreich zu lernen, u.a. die körperlichen Bedarfe rechtzeitig zufrieden stellen, 68 d.h. sich richtig mit ausreichender, nicht belastender und gesunder Ernährung (u.a. frische leichte Nahrungsmittel, Gemüse, Obst) versorgen und ausreichend trinken, 69 regelmäßig Sport treiben, Bewegungselemente in den Lernprozess integrieren, und ausreichend und erholsam schlafen.  Auf die Seele achten: Erfolgreiches Lernen hängt mit der psychischen Konstitution, der Seele , zusammen, v.a. mit einem positiven, stabilen sozialen Umfeld, v.a. hinsichtlich Geld, Wohnung, Sicherheit, Freundschaften bzw. Liebe und mit optimaler Lernumgebung.  Pausen einsetzen: Da permanentes Lernen nicht möglich ist, sind Pausen und Regenerationsphasen neben der Retention und Konsolidierung des Gelernten zum Um- und Abschalten notwendig. Dabei sollten Sie Kurzpausen ( Minipausen ), ca. fünf Minuten, nach etwa 20 bis 30 Minuten Lernzeit einlegen, Langpausen ( Maxipause ), ca. 12 bis max. 20 Minuten, spätestens 63 Siehe u.a. KONRAD (2014: 17). 64 Siehe auch KONRAD (2014: 17). Es wird unterschieden zwischen reinem Auswendiglernen und Verarbeitungslernen . Verarbeitungslernen erfordert Elaboration , d.h. Befassung mit den Lerninhalten und Verarbeitung (siehe HOFMANN/ LÖHLE, 2012: 31-43). Verarbeitete Informationen werden besser im Gedächtnis behalten. 65 NOVAK (2006: 78). 66 Solche Lesetechniken finden Sie unter Schlagwörtern wie PQ4R (Preview, Questions, Read, Reflect, Recite, Review) (u.a. ROST, 2018: 200f). 67 Siehe NOVAK (2006: 148-149). 68 Siehe auch ENDRES et al. (2008: 146). 69 Ob bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Heidelbeeren, Granatapfel) bzw. Nahrungsergänzungsmittel (z.B. B-Vitamine) gezielt die Gehirnleistung verbessern, wird derzeit intensiv erforscht. Diese Nahrungsmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel werden auch als Brainfood , manchmal als Superfood , bezeichnet. <?page no="33"?> V. Lernen 19 nach 90 Minuten Lernzeit, und Erholungspausen , ca. eine Stunde, nach ca. drei Stunden Lernzeit. Die Pausen sollten Sie effektiv nutzen, z.B. durch Ortswechsel, Bewegungsübungen oder Entspannungstechniken, durch Trinken, Snacks, frische Luft oder auch durch ein kurzes Nickerchen („Power Napping“).  Soziales Erleben ermöglichen: Selbstgesteuertes Lernen in der Gruppe verknüpft individuelle Aktivitäten mit sozial-kognitiven Vorgängen in der Gruppe. 70 Lernen wird zu einem gemeinsamen aktiven Prozess, der auf gemeinsames Wissen aufbaut, kollektiven Kompetenzzuwachs ermöglicht, motivierend, aktivierend und kommunikativ ist, Spaß bringt, Fantasie und Kreativität fördert und das Lernen dadurch verstärkt. Lernen in Gruppen ersetzt nicht das alleine lernen, sondern ergänzt es. Die Lerngruppe sollte aus maximal fünf Mitgliedern mit unterschiedlichen fachlichen Stärken und Kompetenzen zusammengesetzt sein. Übung 1: Geeignete Entspannungstechnik finden Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Entspannungsübung Aufgabe: Suchen Sie eine für Sie geeignete Entspannungstechnik, die Sie jederzeit anwenden können, um zwischen den Lerneinheiten Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wieder zu erlangen. Entspannungstechniken sind u.a. Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Pilates, Autogenes Training, Atemübungen, Akupressur, Kopfmassage, Klopfmethode, Mudras, Meditationen etc. Probieren Sie mehrere solcher Techniken aus, bis Sie die für Sie geeignete Technik gefunden haben.  Eine Zeitangabe kann nicht gemacht werden. Anmerkung: Zweck von Entspannungstechniken ist es, an andere Dinge als den Lernstoff zu denken und sich zu entspannen, um danach wieder konzentriert weiterlernen zu können. Bis Sie eine Entspannungstechnik so eingeübt haben, dass Sie sie jederzeit anwenden können, benötigen Sie viel Zeit. Zu jeder Entspannungstechnik liegen viele Anleitungen und Ratgeber vor und es werden von verschiedensten Organisationen Kurse zu deren Erlernen angeboten (Tagesseminare, Wochenkurse oder regelmäßige wöchentliche Termine über eine längere Zeitdauer). Nehmen Sie sich hierfür die Zeit, die Sie benötigen, um die für Sie richtige Entspannungstechnik zu finden - einmal erlernt wird sie Ihnen lebenslang nützlich sein, nicht nur in Lernprozessen, sondern auch im Beruf und in allen Stresssituationen. 70 KONRAD/ TRAUB (2018: 105f). <?page no="34"?> 20 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen VI. Merktechniken Weil das „Sich-Dinge-Merken-Können“ im allgemeinen Verständnis die Hauptleistung des Gedächtnisses darstellt, und weil gerade in einem Studium eine Fülle neuer Inhalte gelernt werden soll, soll dem Aspekt „ Merkfähigkeit “ als einer Funktion des Gehirns, die ein gutes Gedächtnis bedingt, ein breiterer Raum gegeben werden. Merktechniken , synonym Mnemotechniken , sind Techniken, mit denen das Einprägen von Lernstoff erleichtert wird, wobei es darauf ankommt, das Gelernte exakt zu speichern und exakt wiedergeben zu können. 71 Grundlage aller Merktechniken, die zunächst auf eine Verbesserung der Kurzzeitgedächtnisleistung abzielen, ist das kreative Verknüpfen von Lerninhalten, was auch als BRAVO-Methode bezeichnet wird: Dem Konstruieren von bewegten B ildern, dem r ichtigen bzw. dem „ merk-würdigen “ Verknüpfen von Lerninhalten, dem A ssoziieren, dem V isualisieren, dem Bilden von O rdnungen, d.h. dem Strukturieren. 72 Um sich Lerninhalte gut merken zu können, ist folgendes zu tun:  Reduzieren Sie Lerneinheiten auf ca. fünf bis sieben Informationseinheiten („chunks“) bzw. Gedächtniseinheiten, und platzieren Sie wichtige Informationen am Anfang oder am Ende des Lernprozesses bzw. der Lerneinheit. 73  Erfassen Sie zuerst den Sinn von Lerninhalten, sofern dieser vorhanden ist, bzw. einen Gesamtzusammenhang, sofern das möglich ist.  Konstruieren Sie bewegte Bilder.  Verknüpfen Sie Lerninhalte richtig und merk-würdig.  Assoziieren Sie.  Visualisieren Sie.  Bilden Sie Ordnungen, d.h. strukturieren Sie.  Protokollieren und notieren Sie die wichtigsten Lerninhalte. Um Lerninhalte vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu überführen:  Teilen Sie den Lernstoff in kleine (Lern)Portionen ein.  Wiederholen Sie die erste Portion nach der Lernphase ein erstes Mal nach kurzer Zeit, nach ca. 15 Minuten, ein zweites Mal nach ca. einem Tag, ein drittes Mal nach ca. einer Woche. 74  Wiederholen Sie bei der zweiten Wiederholung nur das, was Sie vergessen haben, ebenfalls bei der dritten Wiederholung. Bei der vierten Wiederholung wiederholen Sie den gesamten Lerninhalt. 75  Wiederholen Sie auch laut und bewegen Sie sich dabei, z.B. gehen Sie durch das Zimmer.  Lernen Sie die erste Portion solange, bis Sie sie können, dann die zweite Portion solange, bis Sie sie können, dann die dritte usw. 71 „Es gibt kein ungefähr oder halbrichtig, keine Auffassungsunterschiede oder Interpretationsmöglichkeiten, denn entweder Sie haben sich erfolgreich an die Daten erinnert und sie vollständig und in der richtigen Reihenfolge wiedergeben können oder nicht.“, denn: „halb gewusst, ist nicht gewusst“ (STENGER, 2006: 20 u. 27). 72 Dafür steht das Akronym BRAVO . Abgewandelt und ergänzt nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING (2011a: 42-47). 73 Siehe MAZUR (2006: 388ff) und HOFMANN/ LÖHLE (2012: 17-22). 74 Siehe NOVAK (2006: 148-149). 75 Siehe NOVAK (2006: 148-149). <?page no="35"?> VI. Merktechniken 21  Dann lernen Sie alle Portionen hintereinander und führen vor dem Schlafen eine Lernkontrolle durch. 76  Lassen Sie zwischen Wiederholungen von unterschiedlichen Lerninhalten einen zeitlichen Abstand.  Beginnen Sie mit dem leicht zu Lernenden bzw. dem leicht zu Merkenden.  Vermeiden Sie, große Mengen an Inhalten auf einmal zu lernen, ähnliche Inhalte hintereinander zu lernen und eine Gleichzeitigkeit von Informationen (z.B. Lernen und Fernsehen). Dies führt zu Interferenzen und verringert den Lernerfolg. 77  Wenn Sie sich Lerninhalte falsch gemerkt haben (z.B. Vokabeln), führen Sie eine Fehleranalyse durch. 78 Basierend auf diesen Prinzipien liegen Merktechniken für die verschiedenen Lerninhalte vor. Sie haben sich in der Lernpraxis als sehr erfolgreich erwiesen, was immer wieder in Gedächtnis- Wettbewerben gezeigt wurde, 79 und werden im Folgenden kurz erläutert. 80 Eine sichere und erfolgreiche Anwendung setzt allerdings eine Eingewöhnungsphase und ständiges Üben voraus. Welche Merktechnik Sie anwenden, hängt von der jeweiligen (Lern)Situation ab und davon, ob Ihnen persönlich eine Technik liegt bzw. ob sie bei Ihnen gut funktioniert. Merktechniken für Aufzählungen/ Spiegelanstriche etc. Um sich Aufzählungen, Inhalte von Spiegelanstrichen, Reihenfolgen etc. merken zu können, liegen verschiedene Methoden vor, die teilweise auf unterschiedlichen Prinzipien beruhen.  Merktechnik „Loci-Methode“ für Aufzählungen/ Spiegelanstriche etc.: Bei der Loci-Methode (auch als Loci-Technik bezeichnet) werden einzelne Orte (lateinisch: Loci) mit Lerninhalten verknüpft. Wenn man dann an die Orte, die Merkstationen, denkt, erinnert man sich leichter an den Lerninhalt. Um sich jedoch nicht zusätzlich zum Lerninhalt noch die Orte merken zu müssen, wählt man solche Orte, die bereits fest im Gedächtnis verankert sind und bildet aus diesen Orten Routen, Wege bzw. Strecken, die man sehr gut kennt. Solche Routen sind z.B. Orte bzw. Gegenstände in seinem Zimmer oder in seiner Wohnung, Orte auf dem Weg von zuhause zur Hochschule bzw. zur Arbeit, Orte am Körper, fiktive Räume etc. Bei Orten im Zimmer, in der Wohnung, auf dem Weg zur Arbeit etc., spricht man von einer Raumliste, bei Orten am Körper von einer Körperliste. Anschließend verknüpft (assoziiert) man diese Orte (möglichst merkwürdig) mit Lerninhalten. Beachten Sie bei einer Routenauswahl folgendes:  Die einzelnen Orte sollten möglichst gleich groß sein.  Die einzelnen Orte sollten etwa in der gleichen Höhe liegen.  Die Abstände bzw. Distanzen zwischen den einzelnen Orten sollten möglichst gleich sein.  Eine eindeutige Abfolge sollte festgelegt werden, z.B. Blickrichtung, Gehrichtung, von rechts nach links, mit oder gegen den Uhrzeigersinn. 76 Nach KELLER (2005: 20-21). 77 Siehe HOFMANN/ LÖHLE (2012: 23-26). 78 Nach KELLER (2005: 37-39). 79 Das „Möglichst-gut-Memorieren-Können“ wird daher auch als Gedächtnissport , Gehirnsport , o.ä. bezeichnet. 80 Ausführliche weitere Erläuterungen zu den Techniken mit vielen detaillierte Beispielen zur Anwendung u.a. bei BIEN (2011), BROTHERS/ EAGAN (1994), GEISSELHART (2013) KARSTEN (2007 u. 2012), KÜRSTEINER (2015), STENGER (2006). <?page no="36"?> 22 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen  Es sollten möglichst markante Orte gewählt werden.  Bei einer Raumliste immer an der Tür anfangen.  Den fünften Ort mit Geräuschen verankern.  Den siebten Ort mit 7 Zwergen verankern.  Die einzelnen Orte nicht mit zu ähnlichen Dingen belegen.  Verknüpfungen (Assoziationen) mit der BRAVO-Methode auswählen. 81 Diese Methode eignet sich sehr gut für Inhalte, die in einer bestimmten Reihenfolge vorgetragen werden sollen (z.B. für Inhalte einer frei zu haltenden Rede), oder für Listen mit zeitlicher oder räumlicher Abfolge (z.B. historische Ereignisse, historische Personen, Epochen etc.). Nutzen Sie für sich vier bis fünf verschiedene Loci-Routen, mit je 10 bis 20 Orten. Einzelne Routen sollten Sie nur für wichtige Merkinhalte anwenden; üben können Sie die Methode auch mit solchen, die dann wieder vergessen werden können.  Merktechnik „Merkwörter“ (synonym: Akronyme) für Aufzählungen/ Spiegelanstriche etc.: Bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben der zu lernenden Inhalte bzw. der Aufzählung ein Wort, ein Akronym, z.B. WEMAF oder MAFEW (steht hier für: Die in Unternehmen eingesetzten Ressourcen, wenn die Merkreihenfolge keine Rolle spielt). 82  Merktechnik „Merksätze“ für Aufzählungen/ Spiegelanstriche etc.: Bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben der zu lernenden Inhalte bzw. der Aufzählung einen Merksatz , z.B. E in P olitiker p rüft p rovozierende M achenschaften a ls e rstes v orher (steht hier für: Schritte der Implementierung eines Umweltmanagementsystems in richtiger Reihenfolge). 83  Merktechnik „Sprachlich-rhetorische Mittel“ für Aufzählungen/ Spiegelanstriche etc.: Sprachlich-rhetorische Mittel können ebenfalls als Merktechniken angewendet werden, v.a. gleichklingende Wörter (Assonanzen) oder Wörter mit gleichen Anfangslauten (Alliterationen) oder Wörter mit gleichen Wortendungen (Reime). 84 Um sich abstrakte Begriffe besser zu merken, können Sie zudem als Merktechniken besonderes Verbildern oder besondere Assoziationen anwenden. Dabei können Sie z.B. Merkbegriffe mit Symbolen belegen (erste Atombombentest: Wüste Nevada), oder Silben bzw. der Phonetik, also der Aussprache, eine Bedeutung geben, oder Vokabeln bzw. Fremdwörter verbildern bzw. besondere Assoziationen dafür bilden. 85 Werden mehrere Sachverhalte über eine (kurze) Geschichte verknüpft, z.B. Namen, Orte, Begriffe etc., spricht man auch von der Merktechnik „Kettenmethode“, z.B. Ein Hoch auf die Party (Homöopathie), dort sah man Müll (Samuel), den ein Hahn und ein Mann (Hahnemann) wegbrachten 81 Siehe z.B. www.youtube.com/ watch? v=rSjZuc44_l0. 82 Für: M aterial, W asser, F läche, A rten und E nergie. 83 Für: E ntschluss, Umwelt po litik, pr üfung, pro gramm, ma nagementsystem, a udit, er klärung, V alidierung. 84 Vergleiche ENGELFRIED/ ZAHN (2012: 141). 85 Abgewandelt und ergänzt nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 42-47). Umgangssprachlich werden v.a. die Merktechniken Merkwörter (Akronyme), Merksätze und sprachliche Mittel als Eselsbrücken bezeichnet. Sie liegen für sehr viele Sachverhalte vor, z.B. für die Bereiche Mathematik, Geschichte usw. (siehe SCHMIDT (2007), für Allgemeinbildung siehe KÜRSTEINER, 2015). <?page no="37"?> VI. Merktechniken 23 (für Samuel Hahnemann, den Erfinder der Homöopathie). 86 In diesem Beispiel sind auch phonetische Assoziationen enthalten. Merktechniken für Namen/ Gesichter Um sich Namen bzw. Gesichter merken zu können, d.h. um Namen, Personen und Gesichter zu lernen, sollten Sie wie folgt vorgehen: 87  Hören Sie genau hin, ob Sie den Namen wirklich genau verstanden haben. Wenn nicht, fragen Sie nach. Aussprache bzw. Betonung und die Schreibweise sollten Ihnen klar sein.  Schauen Sie die Person genau an, wenn sie sich vorstellt.  Beachten Sie genau die Merkmale des Gesichtes bzw. der gesamten Erscheinung. Nutzen Sie zum Einprägen u.a. folgende Möglichkeiten:  Assoziieren Sie mit dem Anfangsbuchstaben oder der Anfangssilbe oder dem gesamten Namen, z.B. Frau Klein ist gar nicht klein.  Bauen Sie den Namen bzw. die Assoziationen dazu in Ihr persönliches Wissen ein, d.h. versuchen Sie zu strukturieren bzw. einordnen, z.B. Dr. Walter sieht aus wie Onkel Walter.  Assoziieren Sie mit dem Klang und dem Rhythmus des Namens.  Setzen Sie die Ersatz- oder Brückenmethode ein, d.h. zerlegen Sie die Namen, wenn es möglich ist, z.B. Herr Schöneberger geht über schöne Berge.  Verknüpfen Sie bei Vornamen neue Personen mit bekannten Personen, d.h. wenn Sie einen neuen Max kennenlernen und bereits einen Max kennen, dann stellen Sie sich das Bild des neuen Max und des bereits bekannten Max nahe beieinander bzw. zusammen vor, also beide Personen „Max“ zusammen in einem gemeinsamen Bild bzw. in einer gemeinsamen Szene.  Wiederholen Sie den Namen laut und nennen Sie den Namen möglichst oft und bei jeder Gelegenheit. Zudem schreiben Sie den Namen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit auf.  Wenn Sie zu einer Veranstaltung eingeladen sind, Sie ein Seminar halten oder ein Meeting o.ä. leiten, und Ihnen die Namen von Gästen, Teilnehmerinnen und Teilnehmer etc. vorher bekannt sind, prägen Sie sich die Namen vorher schon ein. Dann wird der „Lernstoff“ bei der Vorstellung der Personen reduziert. 86 Umfangreich mit zahlreichen Beispielen siehe KÜRSTEINER (2015; hier leicht verändert nach 2015: 125). 87 MOSER-WILL/ GRUBE (2009: 164) empfehlen das Akronym NAMEN : N achfragen, A nschauen, M erkmale feststellen, E inbauen und vernetzen, N ennen/ N utzen. Die dortigen Erläuterungen sind erweitert und ergänzt nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 50). Eine andere Situation ist gegeben, wenn Sie sich z.B. 15 Namen und Gesichter und die Leistungen bzw. die Lebensdaten dieser Personen merken müssen, z.B. Erfinder von Technologien, historische Persönlichkeiten. Hierzu sind zuerst die Persönlichkeiten zu strukturieren (z.B. nach Berufen, nach Epochen, nach Leistungen etc.) und danach sind zu den Bildern der Persönlichkeiten die Namen zu lernen und die weiteren Daten zu assoziieren (siehe MOSER-WILL/ GRUBE, 2009: 166-177). <?page no="38"?> 24 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen Merktechniken für Zahlen/ Daten Bei allen Merktechniken für Zahlen/ Daten werden den Zahlen/ Daten einfache bildhafte Begriffe zugeordnet, d.h. sie werden visualisiert, und danach werden die Bilder in Form von Geschichten bzw. bildhaften Folgen (Bildgeschichten, Bildfolgen) zusammengefügt, weil man sich Bilder und eine Reihenfolge von Bildern viel besser merken kann als abstrakte Zahlen.  Merktechnik „Anfangsbuchstaben der Zahlen“ für Zahlen/ Daten: Den Zahlen 0 bis 9 werden einfache bildhafte Begriffe zugeordnet, die mit dem Anfangsbuchstaben der Zahlen beginnen. Je nach zu merkender Zahl werden diese Bilder in bildhafte Folgen (Bildgeschichten) umgesetzt. Ein Beispiel für das Merken der Zahl 357836: Der Frosch sitzt auf dem Seerosenblatt. Übung 2: Zuordnung von Begriffen mit dem Anfangsbuchstaben der Zahlen zu den Zahlen 0 bis 9 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Assoziieren, Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe: Suchen Sie sehr spontan Begriffe, die mit den Anfangsbuchstaben der Zahlen 0 bis 9 beginnen. Wählen Sie dann für jede Zahl einen für Sie leicht zu merkenden Begriff aus und prägen Sie sich diesen ein.  15 Minuten Anmerkung: Wenn Sie diese Liste später als Merktechnik anwenden wollen, dann sollten Sie sich diese Zuordnung so gut einprägen, dass Sie jederzeit darüber verfügen können. Quelle: Nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 44). Zahl Buchstabe Bilden Sie zugeordnete Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben Zahl Buchstabe Bilden Sie zugeordnete Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben 1 E Eimer, Elch, … 6 Se 2 Z 7 Si 3 D 8 A 4 V 9 N 5 F 0 Nu <?page no="39"?> VI. Merktechniken 25  Merktechnik „Baum-Liste“ für Zahlen/ Daten: Bei der sog. Baum-Liste werden den Zahlen 0 bis 20 einfache bildhafte Begriffe zugeordnet. Je nach zu merkender Zahl werden diese Begriffe in bildhafte Folgen (Bildgeschichten) umgesetzt. Die gewählten Begriffe werden dabei mit den Zahlen 0 bis 20 assoziiert, so dass schon nach wenigem Üben kein zusätzlicher Merkaufwand mehr besteht, z.B. 1 als Baum (daher der Name Baum-Liste) oder als Kerze oder Leuchtturm (alle senkrecht), 2 als Lichtschalter (für die zwei Möglichkeiten, „an“ oder „aus“) oder als Schwan (2 sieht aus wie ein Schwan) usw. Hier können Sie auch eigene Begriffe assoziieren und nutzen.  Übung 3: Zuordnung von Begriffen für die Zahlen 0 bis 20 nach der sog. Baum-Liste Schwierigkeit:  Trainingsziel: Assoziieren, Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe 1: Sie sehen jetzt eine Tabelle mit der Zuordnung von Begriffen für die Zahlen 0 bis 20 nach der sog. Baum-Liste. Prägen Sie bei jeder Zahl einen für Sie leicht zu merkenden Begriff ein.  5 Minuten Aufgabe 2: Notieren Sie das Gemerkte in Tabellenform auf einem separaten Blatt. Vergleichen Sie die gemerkten Zahlen mit den zugeordneten Begriffen, eventuell korrigieren und ergänzen Sie Ihre erstellte Tabelle. Prägen Sie sich die Tabelle danach erneut ein.  10 Minuten Anmerkung: Wenn Sie die Baum-Liste später als Merktechnik anwenden wollen, dann sollten Sie sich diese Zuordnung so gut einprägen, dass Sie jederzeit darüber verfügen können. (Da diese Liste aus dem Amerikanischen übertragen wurde, hat eine Katze 9 Leben, statt wie bei uns 7.) Quelle: Abgewandelt und ergänzt nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 17, 42-47). Zahl Zugeordneter Begriff Zahl Zugeordneter Begriff 1 Baum , Kerze, Leuchtturm, Einhorn 11 Fußballteam , Elferrat, Elfen 2 Lichtschalter , Schwan, Zwilling, Zweirad 12 Geist , Apostel, Zwölfzylinder 3 Hocker , Dreirad, Heilige Dreikönige 13 Fahrstuhl 4 Auto , vier Windrichtungen, Kleeblatt, Quartett 14 Herz 5 Hand , Fünf-Uhr-Tee, Olympische Ringe 15 Ritter 6 Würfel 16 Teenager 7 7 Zwerge , Siebenarmiger Leuchter, 7 Geißlein, Siebenschläfer 17 Kartenspiel 8 Achterbahn , Sanduhr, Ruderachter 18 Feierabend 9 Katze , Schlange, Alle Neune 19 Abendessen 10 Bibel , Zehn Gebote 20 Tagesschau 0 Ei <?page no="40"?> 26 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen Bevor Sie die Baumliste anwenden, reduzieren Sie die zu lernenden Zahlen auf weniger Informationseinheiten, also eine Zahl wie 3718912 von 7 auf 5, also 3 7 18 9 12. Für das Merken dieser Zahl bilden Sie jetzt eine Geschichte aus den Wörtern der Baumliste: Auf einem Hocker hüpfen 7 Zwerge bis zum Feierabend und eine Katze versteckt sich dahinter vor einem Geist .  Merktechnik „Master-System“ (synonym: Erko-Code , Major-Code) für Zahlen/ Daten : Bei dieser Merktechnik, die auch als „Königsmethode“ für das Zahlenbzw. Datenmerken gilt, werden ebenfalls den Zahlen einfache Begriffe bzw. Bilder zugeordnet und diese Begriffe werden dann, je nach zu merkender Zahl, in bildhafte Folgen (also Bildgeschichten) umgesetzt. Zuerst werden dabei den Zahlen 0 bis 9 Buchstaben zugeordnet. Anschließend werden aus diesen einzelnen Buchstaben einfache Wörter für die Zahlen von 0 bis 99 gebildet, wobei in den zu bildenden Wörtern folgende zwei Regeln gelten: a, e, i, o, u, ä, ö, ü, h und y zählen nicht als Zahlen und Doppelkonsonanten gelten als ein Konsonant und zählen als eine Zahl. Übung 4: Zuordnung von Buchstaben zu Zahlen 0 bis 9 nach dem Master-System Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe 1: Sie sehen jetzt eine Tabelle mit der Zuordnung von Buchstaben zu Zahlen nach dem Master-System. Prägen Sie sich die Zuordnung ein.  5 Minuten Aufgabe 2: Notieren Sie das Gemerkte in Tabellenform auf einem separaten Blatt. Vergleichen Sie die gemerkten Zahlen mit deren zugeordneten Buchstaben, eventuell korrigieren und ergänzen Sie Ihre erstellte Tabelle. Prägen Sie sich die Tabelle danach erneut ein.  5 Minuten Quelle: Nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 42-47), teilweise ergänzt um Eselsbrücken am Beispiel von Fingern der linken („li.“) bzw. der rechten („re.“) Hand, um sich die Zahlen leichter zu merken (kursiv). Zahl Buchstabe Merkhilfe Zahl Buchstabe Merkhilfe 1 t, d t oder d ist der 1 ähnlich. (li. Daumen „toll“) 6 sch, ch, x In die Sch ule geht man mit 6. 2 N n hat zwei Beine. (li. Zeigefinger „nein“) 7 k, ck, g, j q K irche findet statt am 7ten Tag. (re. Zeigefinger „Guck mal, da! “) 3 M m hat drei Beine. (li. Mittelfinger „mitte“) 8 f, v, w Schreibschriftf steht für 8. (re. Mittelfinger „Fuck You“) 4 R Vie r hört mit r auf. (li. Ringfinger „Ring“) 9 p, b p und b , gespiegelte oder umgedrehte 9. 5 L l steht lateinisch für 50. (li. kleiner Finger „links“) 0 s, z, c, ß s ero bzw. z ero ist 0. <?page no="41"?> VI. Merktechniken 27 Bevor Sie das Master-System anwenden, reduzieren Sie die zu lernenden Zahlen auf weniger Informationseinheiten, also eine Zahl wie 4410076928 von 10 auf 5, also 44 10 07 69 28. Für das Merken dieser Zahl bilden Sie jetzt eine chronologische Geschichte aus den Wörtern des Master- Systems: Der Reiher sucht in einer Tasse eine Socke , damit er auf der Schippe mit Nivea nicht ausrutscht. Bei dreistelligen Zahlen ist es auch noch möglich, Wörter zu bilden, die die Zahlen darstellen, z.B. 681: Schuft. Bei vier- und mehrstelligen Zahlen wird es immer schwieriger bzw. es ist dann nur noch in Einzelfällen möglich, diese Zahlen in ein Wort bzw. in ein Bild zu übertragen. Übung 5: Zuordnung von Begriffen für die Zahlen von 0 bis 99 nach dem Master-System Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe 1: Sie sehen jetzt eine Tabelle mit der Zuordnung von Begriffen für die Zahlen von 0 bis 99 nach dem Master-System. Prägen Sie sich zu jeder Zahl einen für Sie leicht zu merkenden Begriff ein.  10 x 5 Minuten Aufgabe 2: Notieren Sie das Gemerkte in Tabellenform auf einem separaten Blatt. Vergleichen Sie die gemerkten Zahlen mit den zugeordneten Begriffen, eventuell korrigieren und ergänzen Sie Ihre erstellte Tabelle. Prägen Sie sich die Tabelle danach erneut ein.  30 Minuten Anmerkung: Wenn Sie das Master-System später als Merktechnik anwenden wollen, dann sollten Sie sich diese Zuordnung so gut einprägen, dass Sie jederzeit darüber verfügen können. Bis Sie das können, wird es sicherlich mehr Zeit benötigen Quelle: Ergänzt und abgewandelt nach BUNDESVERBAND GEDÄCHTNISTRAINING e.V. (2011a: 42-47) und STENGER (2006: 105-115 u. 123). 0er 10er 20er 30er 40er 50er 60er 70er 80er 90er 0 Sau Oase Sause See 00 = Soße Zeus Tasse Dose Nase Nuss Moos Maus Messe Masse Rose Russe Reis Lasso Los Lassie Schuss Schiss Schoß Kasse Käse Kuss Kies Jute Fass Vase Wiese Bus Bass Pass Poesie 1 Tee 01 = Seide Saite Teddy Tod Date Note Niete Naht Not Matte Maat Mathe Mitte Ratte Rita Rodeo Latte Lade Leid Schutt Jute Kette Kita Kot Gott Fett Foto Vita Watte Bett Bote Bohne Pate 2 Noah Neo 02 = Sohn Sonne Sauna Zahn Tanne Tat Tüte Ton Tonne Tenno Dino Nonne Mann Mohn Ruine Ren Rhein Rinne Linie Leine Lehne Scheune Schiene Schein Schnee Kanne Kahn Kino Gin Fahne Fan Fön Finne Wein Wonne Bahn Buhne Bühne Bein Biene Bann Panne <?page no="42"?> 28 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen 3 Mai Oma Mao 03 = Sumo (ringer) Team Dame Damm Dom Name Nemo Mama Mumie Rum Reim Rom Rahm Rama Lehm Leim Lama Limo Schaum Kamm Keim Fama WM Baum 4 Reh 04 = Säure Zorro Teer Tier Tor Dürre Narr Niere Nero Meer Mauer Möhre Rohr Reiher Leier Lore Lauer Schere Schar Karre Kur Jahr Fähre Fuhre Feier Feuer Bier Bär Bauer 5 Laie Leo Lee Eule 05 = Säule Saal Tal Taille Tell Nil Null Mehl Mal Maul Meile Rolle Rille Lila Lolli Lilie Lilly Schal Schule Schale Scholle Keule Kelle Koala Kehle Kohle Gaul Falle Fall Fell Feile Folie Wolle Ball Beule Bulle Beil 6 Schuh 06 = Seuche Tasche Tisch Tuch Tacho Nische Nacho Masche Macho Rauch Rausch Rüsche Loch Lauch Leiche Lasche Scheich Schach Schischa Koch Küche Fisch Fach Wäsche Buch Bach Busch 7 Kuh Gau Kai 07 = Socke Theke Teig Tag Decke Nike Nokia Mac Mücke Mokka Rage Rock Lack Liga Lage Scheck Schock Schoki Keks Kakao Kacke Kick Feige Waage Wok Backe Bock Pieke 8 Fee Efeu Ufo 08 = Seife Sofa Taufe Tofu Tiefe Neffe Niveau Nivea Nixe Mafia Möwe Mief Muff Reif Riff Lava Löwe Schaf Schiff Kaffee Waffe Beef Puff 9 Bau Boa Po 09 = Zippo Taube Tipp Depp Neubau Nabe Nappa Noppe Mappe Mopp Raupe Rappe Rabe Rippe Reibe Lupe Lippe Lob Liebe Schippe Scheibe Schuppe Kappe Kippe Kaba Gabe Jeep Wabe Weib VIP Papa Pappe Puppe Das Master-System eignet sich auch für das Merken von Listen, z.B. die Länder der Welt nach ihrer Größe. Verknüpfen Sie dabei die einzelnen Länder mit einem Stereotyp über dieses Land oder mit einer Ihnen über das Land bekannten Information und bilden Sie ebenfalls eine Geschichte, z.B. Putin trinkt Tee (Tee = 1 = Russland, das größte Land), Noah baute die Arche aus Ahornholz (Noah = 2 = Kanada, das zweitgrößte Land) usw. 88 88 Vergleiche SOFFEL (2019: o.S.). <?page no="43"?> VII. Inhalte des nachhaltigen Umweltmanagements 29 VII. Inhalte des nachhaltigen Umweltmanagements Die Inhalte des nachhaltigen Umweltmanagements werden anhand von 19 bzw. 21 Schritten vermittelt. Grundlagen zum Verständnis von Umweltschutz und Umweltmanagement werden erläutert in:  Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen,  Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen,  Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes und die Anwendung von Umweltschutztechniken kennen. Die Einbindung von nachhaltigem Umweltmanagement in Unternehmen, die rechtlichen Voraussetzungen für Unternehmen und die Bezugsrundlagen für Umweltmanagementsysteme finden sich in:  Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen,  Schritt 5: Den Zusammenhang von nachhaltigem Umweltmanagement und der Unternehmensstrategie verstehen, mit 5.1 Unternehmenspositionierung bestimmen, mit 5.2 Unternehmensstrategie festlegen und mit 5.3 Vom nachhaltigen Umweltmanagement zur nachhaltigen Unternehmensführung gelangen,  Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen,  Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden: Öko-Audit- Verordnung (EMAS) und DIN EN ISO 14001. Die organisatorische Implementierung von Umweltmanagementsystemen wird beschrieben in:  Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen,  Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren,  Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen. Wenn ein Umweltmanagementsystem implementiert ist, gilt es, systematisch die Umweltauswirkungen des Unternehmens zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Dafür sind folgende Schritte aufgeführt:  Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen, mit 11.1 Materialmanagement durchführen: Materialeinsatz und Abfallanfall, mit 11.2 Flächenmanagement durchführen: Flächeneinsatz und Biodiversität, mit 11.3 Wassermanagement durchführen: Wassereinsatz und Abwasseranfall und mit 11.4 Energiemanagement durchführen: Energieeinsatz und Abwärme,  Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden, mit 12.1 Emissionen mit klimarelevanter Wirkung, mit 12.2 Emissionen mit versauernder Wirkung, mit 12.3 Emissionen mit eutrophierender Wirkung, mit 12.4 Emissionen, die zur Photooxidantienbildung beitragen, mit 12.5 Emissionen mit öko- und humantoxischen Wirkungen und mit 12.6 Sonderfälle von Emissionen,  Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen,  Schritt 14: Transportmanagement durchführen,  Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen. In Schritt 16 „Umweltverträglichkeit bewerten“ wird auf Bewertungsmethoden für Umweltverträglichkeit eingegangen, v.a. auf die Methode der Produkt-Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040 und 14044. Da die bisherigen Umweltmanagementsysteme sich hauptsächlich auf die Unternehmensprozesse, einschließlich der Logistik, und deren Umweltauswirkungen fokussieren, ein nachhaltiges <?page no="44"?> 30 Ein neues Lehrbuchkonzept kennenlernen Umweltmanagement jedoch zwingend auch umweltverträgliche Dienstleistungen bzw. Produkte bereitstellen muss, erläutert Schritt 17 , „Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten“, die produktbezogenen Umweltschutzansätze. Zunächst wird in Schritt 17.1 „Die umweltverträgliche Dienstleistung/ Das umweltverträgliche Produkt“ dargelegt, wie eine nachhaltige Dienstleistung bzw. ein nachhaltiges Produkt definiert ist, und anschließend in Schritt 17.2, „Ökologisches Design“, wie man eine nachhaltige Dienstleistung bzw. ein nachhaltiges Produkt entwickelt und gestaltet. In Schritt 18 , „Schnittstellen von Umweltmanagement mit anderen Managementsystemen kennen“, werden die Schnittstellen und Wechselwirkungen von Umweltmanagementsystemen mit anderen Managementsystemen im Unternehmen, z.B. Qualitätsmanagementsystemen, bzw. mit eng verwandten betrieblichen Funktionsbereichen wie Personalmanagement beschrieben. Schritt 19 , „Bezug von Umweltmanagement zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen“, erläutert die Zusammenhänge von betrieblichem Umweltmanagement und der nationalen und internationalen Umweltpolitik. Die Inhalte dieser 19 Schritte decken die wesentlichen Inhalte von nachhaltigem Umweltmanagement ab. Sie beschreiben die Vorgehensweise zur Implementierung von nachhaltigem Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsystemen in Unternehmen und geben den aktuellen Stand der Literatur und der Praxis wieder. In zwei abschließenden Schritten wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten einzelne haben, sich umweltbezogen nachhaltig zu verhalten:  Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen,  Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen. Diese beiden Schritte fokussieren auf persönliches Engagement für eine Umsetzung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz und auf umweltbezogen nachhaltiges Handeln im alltäglichen Leben . <?page no="45"?> Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Lernziele ► Die Entwicklung des Umweltbewusstseins seit 1945 kennen. ► Wichtige Ereignisse und deren Ursachen bzw. deren Umweltauswirkungen kennen. ► Die heutige Situation umweltorientierten Handelns von Unternehmen, Konsumenten etc. verstehen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 175 min Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 35 Minuten (gesamt: ca. 4 Zeitstunden). Umwelt meint die Umgebung einer Lebenseinheit, welche mit dieser in wechselseitigen Beziehungen steht, hier die natürliche Umwelt. 89 Diese wird unterteilt in biotische Umweltfaktoren , alle Lebewesen („Biota“), 90 und abiotische Umweltfaktoren , Licht, Klima, Atmosphäre, Wasser, Temperatur etc. Der Mensch selbst wird als Teil des Beziehungsgeflechtes „Erde" in den Begriff der „Umwelt“ einbezogen und als Teil der „(Um)Welt“ betrachtet; deshalb sind Sicherheitsmanagement, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement (nicht nur am Arbeitsplatz, sondern Gesundheitsschutz auch als Folge von Umweltverschmutzung) selbstverständlicher Bestandteil von Umweltmanagement. Umweltbewusstsein setzt sich zusammen aus den Aspekten des ökologischen Faktenwissens und einer Einschätzung der ökologischen Fakten, also der Bewusstheit von Umweltproblemen, einer persönlichen bzw. emotionalen Betroffenheit durch die Umweltprobleme, der Bewusstheit des und dem Verantwortlichkeitsgefühl für den eigenen Lösungsbeitrag sowie für die Relevanz des eigenen Verhaltens zur Lösung des Umweltproblems, einer bekundeten Bereitschaft zum ökologischen Verhalten sowie dem tatsächlichen umweltschutzbezogenen Verhalten. 91 In Deutschland und Europa führten der Umweltschutzgedanke und das steigende Umweltbewusstsein , insbesondere seit den 1970er Jahren, zu gravierenden Veränderungen der Wirtschaft und des (Konsum)Verhaltens. Seit Ende des zweiten Weltkriegs, vereinfacht eingeteilt in Dekaden, kann man diese Veränderung schlagwortartig beschreiben. 92 Nach 1945 bis Ende der 1950er Jahre spielte der Umweltgedanke in Deutschland keine Rolle, denn diese Jahre waren geprägt vom „Wiederaufbau“ nach dem zweiten Weltkrieg, v.a. der Infrastruktur, der Energieversorgung und der Landwirtschaft. In den 1960er Jahre entstand vor dem Hintergrund des gelungenen Wiederaufbaus aufgrund der damit verbundenen Umweltbeeinträchtigungen das Bewusstsein für einen Weg zum „Blauen Himmel über der Ruhr“. Die 1970er Jahre waren das Jahrzehnt des Bewusstseins von „Mehr Wachstum - Mehr Wohlstand - Mehr Technik - Mehr Umwelt“ und aus Unkenntnis und Verdrängen entstand langsam Umweltinteresse und Problemidentifikation. In den 1980er Jahren entwickelte sich dann aus aktionistischen und emotionalisierten Umweltschutzaktivitäten professionalisiertes Umweltschutzhandeln und ein 89 Verändert nach GABLER Wirtschaftslexikon. 90 Das sind vor allem die Flora („Pflanzenwelt“) und die Fauna („Tierwelt“). 91 Nach MATTHEIS/ HANSMEIER (2010). Das tatsächliche Umweltschutzverhalten könnte man auch als Folge von Umweltbewusstsein betrachten. 92 Umfassend siehe ENGELFRIED (2011: 7-17), BMU/ UBA (2019), https: / / www.umweltbundesamt.de/ themen/ nachhaltigkeit-strategien-internationales/ gesellschaft-erfolgreich-veraendern/ umweltbewusstsein-in-deutschland. <?page no="46"?> 32 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Weg vom Konflikt zur Kooperation. Die 1990er Jahre waren durch generelle umweltbezogene Betroffenheit mit hoher Sensibilität für Umweltfragen geprägt. Seit den 2000er Jahren beeinflusst der Versuch der Umsetzung globaler umweltpolitischer Lösungskonzepte das Bewusstsein, genauso wie das ständige Krisenmanagement bei einem Weiterso der bisherigen Verhaltensweisen, sowohl in der Wirtschaft als auch privat. In den Jahrzehnten seit 1945 haben verschiedene umweltbezogene Ereignisse grundlegende Erkenntnisse über lokale, regionale und globale Umweltprobleme nach sich gezogen, die auch auf breiter gesellschaftlicher Basis zur Bewusstseinsänderung gegenüber Umweltfragen beitrugen. Die Erkenntnis der Begrenztheit der Ressourcen , v.a. der fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle sowie der Metallerze, wurde durch die Ölkrisen in den 1970er Jahren, einhergehend mit der Studie des Club of Rome zu den Grenzen des Wachstums verdeutlicht. Hinzu kam die Abnahme der biologischen Vielfalt 93 seit den 1970er Jahren und verstärkt ab den 1980er Jahren, sowohl in terrestrischen Ökosystemen (z.B. durch Abholzung der tropischen Regenwälder, Flurbereinigung) als auch in marinen Ökosystemen (z.B. durch Überfischung der Meere) und der ständige Rückgang der Ressource Fläche (hier: fruchtbarer Boden) durch Bebauung, Zersiedelung der Landschaft, Wüstenbildung, Erosion etc. Die lokale und regionale Bedrohung von Gesundheit und Ökosystemen durch einzelne technische Prozesse und Anlagen trat vor allem in das Bewusstsein durch Störfälle in Unternehmen, z.B. in Seveso und in Bhopal, durch eine Vielzahl größerer und kleinerer Tankerhavarien, sowie durch die bereits in den 1950er Jahren erkannten Gesundheitsschäden der Itai-Itai- und Minamata-Krankheit (Cdbzw. Hg-Kontamination) in Japan, aber auch durch die von vielen Verursachern bedingten Smog-Ereignisse in London und Los Angeles. Das überregionale bzw. globale Risiko für Gesundheit und Ökosysteme durch einzelne technische Prozesse und Anlagen zeigten die als größte anzunehmende Unfälle (GAU bzw. auch unkorrekt „Super-GAU“) bezeichneten Störfälle in den Atomkraftwerken Tschernobyl (Ukraine) und Fukushima (Japan). Die überregionale Bedrohung von Ökosystemen verursacht durch allgemeine Wirtschaftsprozesse und nicht mehr einzelnen Verursachern bzw. Ereignissen direkt zuzuschreiben, z.B. durch Individualverkehr, Transportprozesse, Energieerzeugung, Kommunen oder Haushalte, wurde deutlich v.a. als Eutrophierung von Ostsee oder Adria (verursacht v.a. durch PO 43- , NO 3- , NH 4+ und organisch verschmutzte Abwässer), als Waldsterben (verursacht v.a. durch SO 2 , NO x und HCl), oder als Gewässer- und Meeresverschmutzung , verursacht durch Eintrag von Fäkalien, Schwermetallen, Pestiziden, Plastik und Mikroplastik, Nanopartikeln etc. Die globale Bedrohung der Ökosysteme wurde durch radioaktiven Fallout der oberirdischen Atombombentests der 1950er Jahre erstmals erkannt. Später trat sie durch die Erkenntnisse über die Zerstörung der Ozonschicht (verursacht durch FCKW) und die Veränderung der Atmosphäre und des Klimas ( Treibhauseffekt ) (v.a. verursacht durch CO 2 und CH 4 ) in das breite Bewusstsein. Beabsichtigt herbeigeführte lokale und globale Gefährdungslagen und Bedrohungen durch Manipulation technischer Prozesse wie chemischer Produktionsanlagen, Atomanlagen, Pipelines, biotechnologischer Laboratorien etc. zeigen generell die Anfälligkeit technischer Systeme, mit möglichen gravierenden Folgen für die Umwelt. Immer wieder eintretende Hungersnöte in Afrika seit den 1970er Jahren, das starke Wirtschaftswachstum in den Industrienationen seit den 1960er Jahren, das starke Bevölkerungswachstum 93 Synonym: Abnahme bzw. Verlust der Biodiversität , auch als Artensterben bezeichnet. <?page no="47"?> Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen 33 und seit den 1990er Jahren das große Wirtschaftswachstum bevölkerungsreicher Nationen verdeutlichte die globale Arm-/ Reich-Problematik . Das breite Umweltbewusstsein in Deutschland (und Europa) und die Erkenntnis, die Umweltprobleme auch global lösen zu müssen, führte zusammen mit dem Bewusstsein einer globalen Arm- / Reich-Problematik und der Erkenntnis, dass diese beiden Problemfelder eng verzahnt sind, seit der UNCED 1992 zur Bildung eines Bewusstseins für eine nachhaltige Entwicklung . Übung 6: Definitionen zum Umweltschutz 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe: Lesen Sie laut den Text - die Worte sind rückwärts geschrieben  25 Minuten Quelle: Definitionen verändert und gekürzt nach verschieden Quellen. Ökologie: „erhelstlahsuahrutaN”; negnuheizeB dnu netiekgignähbA red nemsinagrO rednanieuz dnu ruz netbelebnu tlewmU Biotop, Habitat: muarsnebeL, iebow tatibaH tsiem nie sereßörg teibeG tssafmu sla nie potoiB # Biozönose: tfahcsniemegsnebeL Biosphäre: noV nesewebeL retledeiseb muaR, red eid erähpsodeP (tiehtmaseG red nedöB), eid erähpsordyH (tim ressaW retkcedeb lieT), eid neretnu nethcihcS red erähpsomtA (ellühtfuL) dnu eid netsrebo nethcihcS red erähpsohtiL (thcihcssnietseG) tssafmu Technosphäre: hcsinhceT dnu mov nehcsneM retgärpeg lieT red erähpsoiB <?page no="48"?> 34 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Übung 7: Begriffe aus dem Umweltschutz assoziieren 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Assoziieren, Wortfindung Übungstyp: ABC-Übung Aufgabe: Nennen Sie Begriffe aus dem Umweltschutz, die mit dem vorgegebenen Buchstaben beginnen. Bearbeiten Sie die Übung alleine. Gehen Sie systematisch von „A“ bis „Z“ und wenn Sie bei „Z“ angekommen sind, wieder zurück nach „A“.  30 Minuten Anmerkung: Bearbeiten Sie diese Übung jetzt, bevor Sie das Buch gelesen haben, und bearbeiten Sie sie erneut, nachdem Sie sich mit dem Buch beschäftigt haben. Stoppen Sie dabei die Zeit. ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWX, Y Z <?page no="49"?> Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen 35 Übung 8: Schlagwörter der aktuellen Umweltdiskussion Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Suchaufgabe Aufgabe : Waagerecht, senkrecht und diagonal sind 25 Begriffe aus der aktuellen Umweltdiskussion aufgeführt. Suchen Sie diese.  10 Minuten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 Ö W K O F E K S N A C H H A L T I G K E I T L D D 2 G G J U N Ä U U G T G K Ä G J W R B V E G A N G T 3 N W I Y H S G G E B Ä U D E D Ä M M U N G C E W F 4 J S R Ä S F E I N S T A U B Q J K L M F Z I T K Ö 5 C B I X B S Q E M F E Ä Q O A Y R D A H T P S Y V 6 F X X Z M M D M A F S M Q Q V F P A S S Q R I M K 7 A L B E F K R E I S L A U F W I R T S C H A F T S 8 F I Ä J O F O J S I W P Y Q F M B U E P N G L K N 9 V T J C H B Z W Q R Ä J C E P D A F N R A E Ä X K 10 O D G S H A U Ä O Z S X D S B M P E T O T O R Y Y 11 O R I B Ä E R J I T G N M N O N L O I D U E M M T 12 I P Z K M L N T D N E V Ä T L U Ä Z E U R N S M Ö 13 P B Y P Y V Z V E W P O A E D X Q O R K S G C R M 14 J U M W E L T K E N N Z E I C H E N H T C I H Z A 15 D L A F F K Ö I L R S E F F O Y U Q A S H N U E M 16 O J S H S Z G D T S S T L R I X V Q L H U E T Ä A 17 F N B M D R W B S X F I E E A J Ä L T A T E Z W P 18 N P S W E N A T W N Y Ö E R K C V U U R Z R W R K 19 G Y C N W U N P Y W V I L G B T K L N I P I A E Ö 20 G Ä E O W S K Ö S Z R D K K E E R I G N R N N S S 21 U O L M I K R O P L A S T I K L N O N G L G D T D 22 F X K L I M A W A N D E L L Ö Ä U Ä S G T L A M G 23 O W W X S X T E M P O L I M I T W N N M R P V Ü D 24 Z I E L E K T R O M O B I L I T Ä T G G O L Z L K 25 I Z N B I O L E B E N S M I T T E L U S Ä G Ä L W 94 94 Hinweis auf weitere Gedächtnistrainingsübungen für die Lehre bzw. für den Unterricht : Zu Inhalten wie der Verdeutlichung von Umweltproblemen, oder einer Auflistung von Ereignissen, die zur Bildung des Umweltbewusstseins beitrugen, sowie generell für historische Ereignisse, für Technikentwicklungen etc., bieten sich als Gedächtnistrainingsübungen (Trainingsziel: Merkfähigkeit ) solche Übungen besonders an, die mit Bildern arbeiten und die dadurch den visuellen Aufnahmekanal stark ansprechen. Folgender Übungsablauf wird empfohlen: Es werden z.B. 15 Bilder zu Umweltproblemen oder umweltbewusstseinsprägenden Ereignissen gezeigt, jeweils ca. 15 bis 20 Sekunden lang (insgesamt ca. drei Minuten). Nach dem Zeigen aller Bilder sind die behaltenen Bilder bzw. Ereignisse von den Studierenden zu memorieren und aufzuschreiben (ca. drei Minuten). Anschließend erfolgt als Lernkontrolle das erneute Zeigen der Bilder mit Erläuterungen über Hintergründe, Ursachen, Folgen etc. der Ereignisse bzw. der Umweltprobleme. <?page no="50"?> 36 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Übung 9: Sachverhalte und deren Umweltauswirkungen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Ordnen Sie den aufgeführten Sachverhalten deren Umweltauswirkungen zu.  30 Minuten Beispiel: Sachverhalt: Dioxin-Emission; Umweltauswirkung: humantoxische Wirkung. Anmerkung: Einige Sachverhalte können auch zu mehreren Umweltauswirkungen führen. Umweltauswirkungen: Artensterben │ Eutrophierung │ gesundheitliche Wirkung │ Grundwasserverschmutzung │ humantoxische Wirkung │ Klimawandel │ ökotoxische Wirkung │ Ozonschichtzerstörung │ Ressourcenabnahme │ Versauerung Nr. Sachverhalt Umweltauswirkung Nr. Sachverhalt Umweltauswirkung 1 Abholzung des tropischen Regenwaldes 16 Feinstaubemissionen 2 Biotopzerstörung 17 Gerüche 3 Braun-/ Steinkohleverbrennung 18 Phosphate im Abwasser 4 CH 4 -Emissionen 19 Lärm 5 CO 2 -Emissionen 20 NO x -Emissionen 6 CO-Emissionen 21 Fracking 7 Deponierung von Altprodukten/ Abfällen 22 Brandrodung 8 Deponiesickerwasser 23 Rinderhaltung 9 Verbreitung nicht endemischer Arten 24 radioaktive Strahlung 10 Einleitung ungeklärter Haushaltsabwässer in Gewässer 25 Schwermetalleinleitung in Gewässer 11 elektromagnetische Strahlung 26 Erdöl-/ Erdgas- / Kohle-Nutzung 12 SO 2 -Emissionen 27 Tankerhavarien 13 Erdöl-/ Erdgasverbrennung 28 Überfischung der Meere 14 Weichmacher aus Kunststoffen 29 Verbrennung von Altprodukten 15 FCKW-Emissionen 30 Erosion <?page no="51"?> Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen 37 Übung 10: Umweltschädigungen, Störfälle und Katastrophen, die zur Bildung des Umweltbewusstseins beitrugen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Logik Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Datieren Sie folgende Umweltschädigungen, Störfälle und Katastrophen, die zur Bildung des Umweltbewusstseins in Deutschland seit 1945 beitrugen, nach Jahr bzw. nach Jahrzehnt. Nachdem Sie die Lösungen kontrolliert haben, prägen Sie sich die Jahreszahlen der Umweltschädigungen, Störfälle und Katastrophen ein. Wenden Sie dabei die Merktechnik Baum-Liste oder Master-System oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  30 Minuten Anmerkung: Bei der Datierung von Umweltschädigungen beziehen sich die Angaben auf das Jahrzehnt, in dem das Problem großen Bevölkerungskreisen bekannt und bewusst wurde, auch wenn es meist erst im darauffolgenden Jahrzehnt umfassend bewusstseinsprägend wurde. Quelle: Nach ENGELFRIED (2011: 8-11). Jahr bzw. Jahrzehnt: ab 1945 │ 1952 │ ab 1958 │ 1970er Jahre │ 1970er Jahre │ 1973 │ 1976 │ 1980er Jahre │ 1980er Jahre │ 1980er Jahre │ 1984 │ 1986 │ 1990er Jahre │ 1991 │ 2011 Nr. Umweltschädigungen, Störfälle bzw. Katastrophen Jahr bzw. Jahrzehnt 1 Artensterben 2 Chemieunfall von Bhopal 3 Chemieunfall von Seveso 4 Contergan-Schädigungen an Neugeborenen 5 Erste Ölkrise 6 Eutrophierung der Ostsee 7 Klimawandel 8 Kuwait-Krieg um Ressourcen 9 London-Smog 10 Oberirdische Atombombentests 11 Ozonloch 12 Reaktorkatastrophe von Fukushima 13 Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 14 Regenwaldabholzung 15 Waldsterben <?page no="52"?> 38 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Übung 11: Meilensteine im Umweltschutz Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die Jahreszahlen der aufgeführten umweltschutzbezogenen Ereignisse ein. Wenden Sie dabei die Merktechnik Baum-Liste oder Master-System oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  30 Minuten Quelle: Ereignisse und Jahreszahlen ergänzt aus ENGELFRIED (2011: 8-11). Umweltschutzbezogene Ereignisse:  1968 Atomwaffensperrvertrag  1973 Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES)  1974 Bundesimmissionsschutzgesetz tritt in Kraft  1978 Umweltzeichen „Der Blaue Engel“  1987 Montreal-Protokoll zum FCKW-Ausstieg  1989 Basler Konvention zu Giftmüllexporten  1992 Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung, Rio (UNCED)  1993 EMAS I tritt in Kraft  1997 Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz  2015 Paris-Abkommen zum Klimaschutz Übung 12: Umweltprobleme visualisieren Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: Zeichnen, Skizzieren Aufgabe: Zeichnen/ skizzieren Sie sechs Umweltprobleme.  12 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. <?page no="53"?> Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen 39 Übung 13: Persönlich wahrgenommene Umweltprobleme Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wahrnehmungsfähigkeit Übungstyp: Wahrnehmungsübung Aufgabe 1: Stehen Sie von Ihrem Schreibtischstuhl auf und öffnen Sie das Fenster. Schauen Sie hinaus, in die Nähe und in die Ferne. Welche Umweltprobleme nehmen Sie mit Ihren Sinnen wahr? Welches „sehen“ Sie, „hören“ Sie oder „riechen“ Sie? Können Sie ein Umweltproblem „fühlen“ oder „schmecken? “  3 Minuten Aufgabe 2: Erinnern Sie sich jetzt an andere Situationen, z.B. Orte, Urlaube etc. Welche Umweltprobleme haben Sie in diesen Situationen tatsächlich konkret wahrgenommen? Konnten Sie dort ein Umweltproblem „fühlen“ oder „schmecken? “  3 Minuten Beispiel: Ich war am Strand und sah Plastikmüll im Meer treiben. Persönlich wahrgenommene Umweltprobleme: Am Fenster: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ In einer anderen Situation: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="54"?> 40 Schritt 1: Die Entwicklung des Umweltbewusstseins kennen Übung 14: Begriffe aus dem Umweltschutz assoziieren 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Assoziieren Übungstyp: gleicher Anfang, gleiches Ende Aufgabe: Finden Sie möglichst viele Wörter, die die angegebene Silbe enthalten.  3 x 5 Minuten Beispiel: Zu 1. Vorsilbe „Immission-“: Immissionsschutz, Immissionsminderung etc. Beispiel: Zu 2. Nachsilbe „-maßnahme“: SO 2 -Minderungsmaßnahme, Vorbeugungsmaßnahme etc. Beispiel: Zu 3. Vor- oder Nachsilbe „Management-, -management“: Umweltmanagement, Managementsystem etc. Anmerkung: Bearbeiten Sie diese Aufgabe jetzt, bevor Sie das Buch vollständig gelesen haben, und bearbeiten Sie die Aufgabe erneut, nachdem Sie sich mit dem Buch beschäftigt haben. Stoppen Sie dabei die Zeit. Vorgegebene Silben: 1. Vorsilbe: Umwelt-, umwelt- 2. Nachsilbe: -schutz 3. Vor- oder Nachsilbe: Emission-, emission-, -emission <?page no="55"?> Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen Lernziele ► Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen. ► Das Konzept „Nachhaltigkeit“ verstehen. ► Aktuelle Diskussionen über umweltbezogene Nachhaltigkeit verstehen und beurteilen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 135 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 30 Minuten (gesamt: ca. 3 Zeitstunden). Die breite Verwendung des Begriffs Nachhaltige Entwicklung bzw. Nachhaltigkeit seit Mitte der 1990er Jahren - und somit das Bewusstsein für Nachhaltigkeit - resultiert aus globalen Umweltbelastungen und immensen Unterschieden im weltweiten materiellen Versorgungsniveau. Beide Aspekte werden auch unter einer ganzheitlichen Verantwortungsethik diskutiert: Gegenüber der Um- und Mitwelt, gegenüber den Menschen der jetzigen Generation und gegenüber denen der zukünftigen Generationen. International und unter dem Schlagwort einer „Nachhaltigen Entwicklung“ werden seit der Übereinkunft der Weltumweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro (UNCED) folgende zwei normative Aspekte akzeptiert:  so zu leben, dass alle zukünftigen Generationen die gleichen Entwicklungschancen haben wie die jetzige Generation, was eine intergenerationelle Gerechtigkeit bedeutet,  so zu leben, dass alle Menschen weltweit die gleichen Entwicklungschancen haben, was eine intragenerationelle Gerechtigkeit bedeutet. 95 Ausgehend von diesem definitorischen Ansatz wird Nachhaltigkeit üblicherweise als ein Konzept dargestellt, das auf drei Säulen beruht, die als gleichwertig angesehen werden: Umweltverträglichkeit, soziale Gerechtigkeit (einschließlich kultureller Vielfalt) und Wirtschaftlichkeit. 96 Blieben bisher die Bereiche „soziale Gerechtigkeit“ und „Wirtschaftlichkeit“ (und v.a. deren Präzisierung für Unternehmen) weitestgehend unkonkret, so wurden für „Umweltverträglichkeit“ bzw. „Umweltschutz“ hinsichtlich eines nachhaltigen Handelns sehr konkrete Leitlinien bzw. Zielsetzungen erstellt: 97  Die Nutzungsrate erneuerbarer Ressourcen darf deren Regenerationsrate nicht übersteigen ( Abbauregel ).  Die Nutzungsrate nicht erneuerbarer Ressourcen darf die Rate des Aufbaus sich erneuernder (physisch und funktionell gleichwertiger) Ressourcen nicht übersteigen ( Substitutionsregel ). 95 Kurz: Generationengerechtigkeit und globale Gerechtigkeit (siehe u.a. EKARDT, 2010). Umfassend u.a. BMNUR (1992), BMNUR (1994), BUND/ BROT FÜR DIE WELT/ EED (2008), BUND/ MISEREOR (1996), UBA (2002), WCED (1987). Leben bedeutet umfassend die Art zu wirtschaften, zu wohnen, zu konsumieren, die Art der persönlichen Lebensstile etc. 96 Siehe z.B. HAUFF/ KLEINE (2014: 159ff). Häufig findet sich auch die Darstellung in Form eines Dreieckdiagramms als Nachhaltigkeitsdreieck (z.B. HAUFF/ KLEINE, 2014: 169ff). Die Gleichwertigkeit der drei Aspekte wird allerdings auch kritisiert, z.B. ENGELFRIED (2011: 18), implizit EKARDT (2020). 97 Nach ENQUETE-KOMMISSION (1998: 25). <?page no="56"?> 42 Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen  Die Rate der Schadstoffemissionen darf die Kapazität zur Schadstoffabsorption der Umwelt nicht übersteigen ( Assimilationsregel ).  Das Zeitmaß anthropogener Einträge bzw. Eingriffe in die Umwelt muss im ausgewogenen Verhältnis zum Zeitmaß der für das Reaktionsvermögen der Umwelt relevanten natürlichen Prozesse stehen ( Erhaltungsregel ).  Gefahren und unvertretbare Risiken für die Menschen und die Umwelt durch menschliches Handeln sind zu vermeiden ( Risikoregel ). Um eine Präzisierung des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung aus Umweltsicht zu erreichen, wurde aus diesen Leitlinien das Umweltraumkonzept entwickelt. 98 Dieses besagt, dass die Menschheit nur so viel an Umweltraum (also an „Umwelt“) nutzen kann (darf), dass unter Einhaltung der intra- und intergenerationellen Gerechtigkeit diese fünf Leitlinien (gerade noch) eingehalten werden können. Auf Grundlage der Erfassung der globalen Emissionen, des weltweiten Rohstoffverbrauches, der Tragfähigkeit (synonym: Belastbarkeit) der Ökosysteme, der verfügbaren nicht regenerativen Ressourcen und der Regenerationsfähigkeit der regenerativen Ressourcen wird eine quantitative Ausformulierung des Umweltraumes für die Menschheit möglich. Wird zudem die Zahl der Weltbevölkerung berücksichtigt und der global zur Verfügung stehende Umweltraum durch die Weltbevölkerung dividiert, erhält man den Umweltraum, der dem einzelnen Menschen unter der Prämisse einer nachhaltigen Entwicklung zur Verfügung steht. Global für die Menschheit zeigt sich bezüglich des Umweltraumes, dass zu große Mengen sowohl an nicht regenerativen als auch regenerativen Ressourcen verbraucht und Wälder und Meere zu stark beansprucht werden, die biologische Vielfalt durch Lebensraumzerstörung und Übernutzung stark und schnell abnimmt, Erosion und Flächendegradation und Unfruchtbarkeit von Böden sich ausweiten, und Emissionen, z.B. CO 2 und CH 4 (und bisher FCKW), globale Ökosysteme verändern, und andere Emissionen, z.B. NO x und SO 2 , lokal und regional Ökosysteme stark beeinträchtigen und auch Meere und Gewässer belasten, die zusätzlich u.a. durch Schwermetalle, Fäkalien, Plastikabfälle und Mikroplastik stark verschmutzt werden. Zudem nimmt die Weltbevölkerung zu. Bei der derzeitigen Wirtschafts- und Lebensweise , insbesondere der der Industrienationen, und bei Übernahme dieser Produktions- und Konsumverhältnisse durch die bevölkerungsreichen Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas übernutzt die Menschheit den Umweltraum bei weitem. In Folge der Zerstörung der Ökosysteme und der Verknappung der Ressourcen sind große ökonomische und soziale Folgen zu erwarten, u.a. Unbewohnbarkeit ganzer Regionen, Versorgungsprobleme, Flucht- und Migrationszunahme, Preissteigerungen, soziale Konflikte bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen um Ressourcen. Bei einer Fortsetzung der derzeitigen Tendenzen kann eine nachhaltige Entwicklung nicht erreicht werden. Um von qualitativen Aussagen zu quantitativen zu gelangen und um Handlungsnotwendigkeiten auch messbar zu machen, wurden auch nationale Daten verwendet, ein Bezug dieser Daten zur globalen Situation hergestellt, daraus der Umweltraum für einzelne Nationen abgeleitet und dieser mit der tatsächlichen Umweltnutzung der einzelnen Länder verglichen. 99 Hieraus wurden dann zum einen internationale (und individuelle) Vergleiche gezogen, zum anderen quantitative Ziele für das weitere nationale politische Handeln abgeleitet. Wenn man die Umweltauswirkungen eines gesamten Landes auf die Herstellung und Nutzung von Dienstleistungen und Produkte 98 Siehe z.B. ISOE (1993) und BUND/ MISEREOR (1996). 99 Z.B. für Holland (ISOE, 1993) oder Deutschland (BUND/ MISEREOR, 1996; UBA, 2002). <?page no="57"?> Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen 43 zurückführt, kann man die für die Länder berechneten Ziele ebenfalls für Unternehmen ansetzen , da diese die Dienstleistungen bereit- und die Produkte herstellen. 100 Die Ziele für ein nachhaltiges Umweltmanagement, werden detailliert bei den Umweltmanagementgrundsätzen aufgeführt. Übung 15: Pessimistische Szenarien: Was wäre, wenn … Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Skizzieren Sie zu jedem der Themen mindestens drei kurze negative Folgen bzw. pessimistische Szenarien, jedes bestehend aus zwei bis drei Sätzen.  15 Minuten Beispiel: Was wäre, wenn … weltweit alle Gletscher abgeschmolzen wären? Lösung: 1. Die Schweiz und Pakistan wären als Reiseland nicht mehr so reizvoll. Der Tourismus würde zurückgehen. 2. Große Süßwasserspeicher wären verloren. Die Trinkwasserversorgung in einigen Regionen wäre bedroht. 3. Ein ästhetisches Landschaftselement würde fehlen. Die Menschheit wäre ärmer. Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Fragen und überlegen Sie je drei mögliche Folgen für Unternehmen und für Sie persönlich. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Was wäre, wenn … 1. … keine fossilen Brennstoffe mehr vorhanden wären? 2. … die Meere so stark verschmutzt wären, dass keine Fische mehr leben könnten? 3. … der Regenwald in Brasilien zu 90 % abgeholzt wäre und weltweit sich die Wüsten um 20 % vergrößern würden? 4. … die Klimaerwärmung um 4 Grad Celsius vorangeschritten wäre? 5. … in Mitteleuropa, z.B. in Frankreich, ein GAU in einem Atomkraftwerk eintreten würde? 100 Die Größenordnungen hier gelten für Deutschland (nach BUND/ MISEREOR, 1996). Für andere Industrienationen gelten ähnliche Größenordnungen; u.a. die USA müssen aufgrund ihrer derzeitigen Pro-Kopf-Umweltbelastungen deutlich größere Reduktionen anstreben. Für Schwellen- und Entwicklungsländer gelten grundsätzlich andere Handlungsziele. Die erstmalige Übertragung auf Unternehmen erfolgte systematisch bei ENGELFRIED (2011). <?page no="58"?> Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen 44 Übung 16: Meilensteine umweltschutz- und nachhaltigkeitsbezogener Literatur Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Logik Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Bei den hier aufgeführten Publikationen bzw. Inhalten der Publikationen handelt es sich um Meilensteine der Entwicklung umweltschutz- und nachhaltigkeitsbezogenen Denkens. Ordnen Sie jeweils dem Jahr die Verfasser/ Herausgeber und den Titel/ Inhalt zu.  30 Minuten Beispiel: Jahr: 1948, Titel/ Inhalt: UN-Menschenrechts-Charta, Verfasser/ Herausgeber: Generalversammlung der Vereinten Nationen. Quelle: Die Quellen sind im Literaturverzeichnis aufgeführt. Verfasser/ Herausgeber: Alexander MITSCHERLICH │ Bernhard und Michael GRZIMEK │ BUND/ MISEREOR (Wuppertal Institut) │ COUNCIL ON ENVIRONMENT QUALITY │ Dennis MEADOWS/ CLUB OF ROME │ Ernst HAECKEL │ Frederic VESTER │ Hans Carl von CARLOWITZ │ IPCC (INTERGOVERNMENTAL PANEL ON CLIMATE CHANGE) │ Rahel CARSON │ UNCED │ WORLD COMMISSION ON ENVIRONMENT AND DEVELOPMENT Titel/ Inhalt: „Abschlussbericht zur Konferenz von Rio/ Agenda 21“ │ Beschreibung des Prinzips „Nachhaltigkeit“ │ „Climate Change: the first IPCC assessment report“ │ „Der stumme Frühling“ │ „Die Grenzen des Wachstums“ │ „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“ │ „Global 2000 - Der Bericht an den Präsidenten“ │ „Our Common Future/ Brundtland-Report“ │ Prägung des Begriffs „Ökologie”│ „Serengeti darf nicht sterben“ │ „Unsere Welt, ein vernetztes System“ │ „Zukunftsfähiges Deutschland“ Nr. Titel/ Inhalt Jahr Verfasser/ Herausgeber 1 1713 2 1866 3 1959 4 1962 5 1965 6 1972 7 1978 8 1980 9 1987 10 1990 11 1992 12 1996 <?page no="59"?> Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen 45 Übung 17: Schlagwörter der Umwelt- und Nachhaltigkeitsdiskussion Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Fantasie & Kreativität Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe 1: Schreiben Sie die rückwärts geschriebenen Schlagwörter richtig.  15 Minuten Aufgabe 2: Beschreiben Sie kurz mit eigenen Worten die Inhalte, Konzepte und Zusammenhänge, die hinter den Begriffen stehen. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Wortfindung, Formulieren.  30 Minuten Anmerkung: Den meisten Schlagwörtern liegen Inhalte und Konzepte zugrunde, die kontrovers diskutiert werden. Viele Begriffe stammen aus dem Englischen. Die umweltschutzbezogenen Begriffe, Umweltauswirkungen etc. sind an anderer Stelle aufgeführt. Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Schlagwörter, Begriffe bzw. Sachverhalte, die in der zukünftigen Nachhaltigkeitsdiskussion eine wichtige Rolle spielen … … bei der ökonomischen Entwicklung der Weltwirtschaft: 1 . L E D N A H I E R F 2 . G N U T F A H 3 . E I E R F N O B R A K T F A H C S T R I W 4 . T F A H C S L L E S E G S M U T S H C A W T S O P 5 . P I Z N I R P R E H - C A S R U R E V 6 . G N U R E G I E T S S T R H A F L H O W … bei einer sozial gerechten Entwicklung: 1 . T U M R A S R E T L A 2 . G N U D - L I B 3 . G N U R E I S I T A R K O M E D 4 . G N U R E I S I L A R T N E Z E D 5 . G N U L I E T R E V S N E M M O K N I E 6 . G N U R E I S I - R A T I L I M T N E 7 . R I A F E D A R T 8 . G N U G R O S - R E V S T I E H D N U S E G 9 . G N U F P M Ä K E B S N O I T P U R R O K 1 0 . E T H C E R N E H C S N E M 1 1 . E K R E W Z T E N 1 2 . T Ä - T I S O I G I L E R 1 3 . T Ä T I L A U T I R I P S 1 4 . D E T I N U S N O I - T A N … bei ökologischer Entwicklung bzw. betrieblichem Handeln: 1 . S S E C C A 2. T Ä T I V I T K E F F E 3 . N O I T U L O V E R Z N E I Z I F F E 4 . K I A T - L O V O T O H P 5 . G N U S S E I L H C S F U A L S I E R K 6 . N O I S S I - M E L L U N 7 . T K E F F E - D N U O B E R 8 . T Ä T I V I T A R E N E G E R 9 . G N U R E I S I N O B R A K E D 1 0 . Y M O N O C E R A H S 1 1 . Z N E I - Z I F F U S 1 2 . Z N E R A P S N A R T 1 3 . T I E W T L E W E H C I L - T I E H N I E S D R A D N A T S … bei zukünftigen Technologien: 1 . G N U R E I N A S N E T S A L T L A 2 . K I N H C E T S G N U R E I S I T A M O T U A 3 . K I N H C E T N E G 4 . G N I R E E N I G N E O E G 5 . K I N H C E T O R K I M 6 . K I N H C E - T O N A N 7 . E V I T A R E N E G E R N E I G R E N E 8 . N I Z I - D E M S N O I T K U D O R P E R 9 . K I T O B O R 1 0 . G N I M R O F A R - R E T 1 1 . G N U Z T E N R E V <?page no="60"?> 46 Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen Übung 18: Thesen zur aktuellen Umweltdiskussion Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren Übungstyp: Schüttelsatz Aufgabe 1: Stellen Sie die Wörter so um, dass sinnvolle Sätze entstehen. Es dürfen keine Wörter ausgelassen und keine weiteren hinzugefügt werden.  20 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Thesen und überlegen Sie (mindestens) drei Pro-Argumente für und drei Contra-Argumente gegen die jeweilige These. Trifft die These Ihrer Meinung nach zu? Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Thesen zur aktuellen Umweltdiskussion: 1. Begriffsverwendung | zu | inflationäre | Angesichts | aktuellen | plakativen | Schlagwort. | macht | immer | die | mehr | Umweltprobleme | der | einem | und | unsaubere | „Nachhaltigkeit“ 2. werden, | mehr. | Ziel | kein | Zukunft | vom | Umweltverbrauch | in | es | ansonsten | ist | muss | erstrebenswertes | Wirtschaftswachstum | entkoppelt 3. internationales, | und | zu. | verbindliches | sonst | überprüfbares | und | zukünftig | werden, | Schäden | Ein | nehmen | muss | Klimaschutzabkommen | umgesetzt | Krisenmanagement 4. dass | die | so | umweltorientiertem | bereits | nicht | mehr | ist | ist. | in | Das | Deutschland | umkehrbar | Konsum | zum | Umweltbewusstsein | hoch, | Entwicklung 5. ohne | ein | Materialkreisläufen | eintreten. | die | das | und | materiell | Erde | Schließen | von | Entwicklung | System | keine | nachhaltige | ist, | Da | geschlossenes | Produkt- | kann <?page no="61"?> Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen 47 Übung 19: Logos von Organisationen im Umweltschutz (Auswahl) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit Logos von einigen Organisationen, die im Umweltschutz wichtig sind. Prägen Sie sich diese ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Anmerkung: Die Logos sind in ihrer jeweiligen Schwarz-Weiß-Ausführung wiedergegeben, obwohl sie teilweise farbig sind. Quelle: Internetseiten der Organisationen: www.umweltbundesamt.de, www.bmu.de, www.unicef.de, www.wwf.de, www.oekotest.de, www.peta.de, www.greenpeace.de, www.gruene.de, www.bund.net, www.nabu.de, www.who.int, www.fao.org. <?page no="62"?> 48 Schritt 2: Die Entwicklung des Bewusstseins für „Nachhaltige Entwicklung“ kennen Logos von Organisationen im Umweltschutz (Auswahl) (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Sie sahen eine Graphik mit Logos von einigen Organisationen, die im Umweltschutz wichtig sind. Aufgabe 1: Gehen Sie zum Fenster, öffnen Sie es und atmen Sie dreimal richtig tief durch.  1 Minute Aufgabe 2: Notieren Sie, welche Logos Sie erinnern.  4 Minuten Aufgabe 3: Skizzieren/ Zeichnen Sie vier davon und vergleichen Sie diese mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Erinnerte Logos: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Skizzen von Logos: <?page no="63"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes und die Anwendung von Umweltschutztechniken kennen Lernziele ► Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes und wesentliche Umweltschutztechnologien kennen. ► End-of-pipe-Umweltschutztechnologien und integrierte Technologien unterscheiden können. ► Grundlegende Vor- und Nachteile dieser Umweltschutztechnologien kennen und ihre Anwendung in der Praxis analysieren und beurteilen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 40 Minuten, Bearbeitung der Übungen 75 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 15 Minuten (gesamt: ca. 2 Zeitstunden). Für das Verständnis des heutigen Umweltschutzes und des Umweltmanagements ist es wichtig, neben dem Umweltbewusstsein und dem Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung, die Entwicklung von Umweltschutztechnik seit den 1970er Jahren und die Umsetzung von betrieblichem Umweltschutz bzw. von betrieblichen Umweltmanagementsystemen seit Beginn der 1990er Jahre zu kennen. 101 In Deutschland wurden seit Ende der 1960er Jahre Einzelgesetze und Einzelverordnungen erlassen, die die Umweltsituation schnell verbessern sollten. Dies führte zum Einsatz von additiver Umweltschutztechnik (synonym: End-of-pipe-Umweltschutztechnik ). End-of-pipe-Umweltschutztechnologien sind Technologien zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, die den Produktionsprozessen nachgeschaltet und daher auch als additive Umweltschutztechnologien bezeichnet werden. Die Umweltauswirkungen am Standort werden durch diese Technologien reduziert, indem die Stoffströme von einem Umweltmedium in ein anderes verlagert werden (z.B. aus den Schadstoffen in der Abluft entsteht durch Filtertechnik fester Abfall) - die Ursache der Umweltauswirkungen wird jedoch nicht beseitigt. Da beim Einsatz dieser Techniken die Unternehmensprozesse nicht verändert werden, bedeutete dies für die Unternehmen (z.T. immense) additive Kosten , wodurch die aus heutiger Sicht als Vorurteil zu bezeichnende Einstellung „Umweltschutz kostet Geld“ entstand. Der Vorteil der End-of-pipe-Technologien ist, dass sie weitestgehend unabhängig von den Produktionsprozessen umgesetzt und sehr spezifisch auf die Bedingungen im Unternehmen angepasst werden können, z.B. auf die Abluftmenge und -zusammensetzung. Auch können die Unternehmen solche Technologien bei auf Umweltschutztechnik spezialisierten Unternehmen nachfragen und durch deren Einsatz schnell eine Verbesserung der Umweltsituation vor Ort erreichen. Integrierte Technologien sind dagegen mit einer (meist größeren) Umstellung der Produktion bzw. der Produktionsprozesse verbunden, sie erfordern (umweltschutzbezogenes und technisches) Know-how und benötigen meist mehr Zeit bis zu ihrer technischen Umsetzung. Bei integrierten Umweltschutztechnologien besteht aber im Gegensatz zu End-of-pipe-Umweltschutztechniken die Möglichkeit, Kosten einzusparen (z.B. Material-. Entsorgungs- oder Energiekosten) und diese den Investitionskosten gegenüberzustellen. In Investitionsrechnungen 101 Die einzelnen Entwicklungen hierzu siehe ENGELFRIED (2011: 177-192). <?page no="64"?> 50 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen (z.B. Kapitalwertmethode, Amortisationszeit) kann sich dadurch eine ökonomische Sinnhaftigkeit ergeben, wie es bei den meisten integrierten Umweltschutztechnologien bereits heute der Fall ist, z.B. bei abfallärmeren Produktionseinrichtungen, energieeffizienteren Maschinen, der Integration von Solarzellen oder Sonnenkollektoren. Allerdings sind die Amortisationszeiten dieser Technologien zum Teil noch sehr hoch, z.T. 8 bis 12 Jahre - dahingegen amortisieren sich End-of-pipe- Technologien nie . Die wesentlichen End-of-pipe-Umweltschutztechnologien sind: 102 1. Abwasserbehandlung: Mechanische (Rechen, Sieb, Filtration, Sedimentation), biologische (aerob, anaerob), physikalische (Adsorption, Flotation, Ionenaustausch) und chemische (Neutralisation, Fällung, Oxidation) Verfahren, 2. Abluftreinigung: Entstaubung, Entschwefelung, HCl-Wäsche, DeNO x -Verfahren, Adsorption, Dioxinminderung, CO 2 -Abscheidung nach Kohlefeuerung (und anschließende CO 2 -Verpressung in unterirdischen Kavernen), 3. Abfallbeseitigung: Abfallverbrennung (Rost-/ Drehrohrofen), Deponierung (Über-/ Untertage), 4. Altlastensanierung: 103 Mikrobiologische, chemische, extrahierende und thermische Verfahren, 5. Lärmschutzmaßnahmen: Lärmschutzwände, Schallschutzfenster etc., 6. Strahlenschutz: Bleiwesten etc., 7. Abwärmenutzung . Seit Beginn der 1990er Jahre wird ein anderer Weg beschritten: Integrierte (häufig synonym: integrierende ) Umweltschutztechnologien wurden entwickelt und umgesetzt. Diese werden eingeteilt in produktionsintegrierte Technologien (synonym: prozessintegrierte Lösungen) und produktintegrierte Technologien (synonym: produktintegrierte Lösungen). Produktionsintegrierte Lösungen verringern bzw. vermeiden die Umweltauswirkungen der Produktion (bzw. der Produktionsprozesse) bereits vor ihrer Entstehung durch Änderung bzw. Neugestaltung der Prozesse. Produktintegrierte Lösungen vermindern oder vermeiden Umweltauswirkungen der Produkte über deren gesamten Produktlebenszyklus , also von der Rohstofferzeugung über die Nutzung bis zur Kreislaufführung, durch Änderung bzw. Neugestaltung der Produkte bzw. der eingesetzten Materialien und der in den Produkten eingesetzten Technologien. Sie sind die zentralen Technologien im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung. Prozessintegrierte Technologien bzw. prozessintegrierte Maßnahmen können nicht allgemeingültig aufgeführt werden, sondern sind für einzelne Branchen zu beschreiben, u.a. hinsichtlich: 1. Materialeinsparung und umweltorientierte Auswahl der Materialien, 2. Abfallvermeidung und interne Abfallwiederverwendung bzw. Abfallwiederverwertung, 3. Reduzierung des Wasserverbrauches, Auswahl der Wasserherkunft und Abwasservermeidung, 4. Vermeidung des Flächenneuverbrauches und Verminderung des Flächeneinsatzes, 5. Erhalt der Biodiversität, 6. Auswahl regenerativer Energieträger und Energieeinsparung, 7. Emissionsvermeidung bzw. -verminderung, 102 Ausführlich zu Umwelttechnologien siehe z.B. BRAUER (1996), FÖRSTNER (2012), FRITSCHE/ HÄBERLE et al. (2017), SCHWISTER (2009). 103 Um eine Altlast handelt es sich, wenn von einer Altablagerung oder von einem Altstandort eine Gefährdung für die Umwelt, für das Grundwasser, für die Gesundheit usw. ausgeht. <?page no="65"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 51 8. Lärmvermeidung bzw. -minderung, 9. weiterer Technologien bzw. Maßnahmen z.B. hinsichtlich Strahlenschutz, Schutz des Mikroklimas, Vermeidung von Erschütterungen, 10. Vermeidung von Betriebsstörungen/ Störfällen und Verminderung von Auswirkungen von Betriebsstörungen/ Störfällen, 11. Vermeidung bzw. Reduzierung von Verkehr/ Transport sowie der Umweltauswirkungen von Verkehr/ Transport (sowohl bei Gütern als auch bei Personen), 12. Vermeidung bzw. Reduzierung von Gebäudebedarf sowie der Umweltauswirkungen von Gebäuden. Produktintegrierte Technologien bzw. produktintegrierte Maßnahmen sind abhängig von den betrachteten Produkten in einzelnen Branchen und gelten u.a. hinsichtlich: 1. Schließung technischer Kreisläufe für Produkte: Wiederverwendungstechnologien, eventuell Weiterverwendungstechnologien, Demontagetechnologien, Redistributionsmaßnahmen, Maßnahmen zum Produktdesign (einschließlich F&E), 2. Schließung technischer Kreisläufe für Materialien: Wiederverwendungs- und Wiederverwertungstechnologien (für Altpapier, Glas, Eisen- und Nichteisen-Metalle, Kunststoffe, Bauschutt etc.), Redistributionsmaßnahmen, Maßnahmen zum Produktdesign (einschließlich F&E). Technologien zur Kreislaufschließung von Produkten bzw. Materialien sind erstens Technologien ohne umwandelnde Behandlung des Produktes, d.h. die Gestalt bleibt erhalten (= Produktrecycling ), und mit  einer Verwendung der Produkte im bisherigen Anwendungsbereich als Wiederverwendung (= direktes Primärrecycling), z.B. Nachfüllverpackung, Mehrwegflaschen, Schulbuchtausch, Pullover als Secondhand-Pullover.  einer Verwendung der Produkte in einem anderen Anwendungsbereich als Weiterverwendung (= direktes Sekundärrecycling), z.B. Tragetasche als Müllbeutel, Senfglas als Trinkglas, Eisenbahnschwelle als Gartenzaun, Altreifen als Schaukel, T-Shirt als Putzlappen. Technologien zur Kreislaufschließung von Produkten bzw. Materialien sind zweitens Technologien mit umwandelnder Behandlung des Produktes, d.h. die Gestalt wird aufgelöst (= Materialrecycling ), und mit  einer Verwendung der Materialien im bisherigen Anwendungsbereich als Wiederverwertung (= indirektes Primärrecycling), z.B. Behälterglas, Einwegflaschen, Edelmetalle, Papier/ Karton.  einer Verwendung der Materialien in einem anderen Anwendungsbereich als Weiterverwertung (= indirektes Sekundärrecycling, Downcycling), z.B. Automobilschrott zu Baustahl, Plastikverpackungen zu Parkbänken, Steinkohleteer zu Asphalt. 3. Schließung biologischer Kreisläufe für Produkte und Materialien: Biologische Abwasserreinigung und biologische Kreislaufführung des Klärschlamms, Kompostierung, Biogasproduktion, Redistributionsmaßnahmen, Maßnahmen zum Produktdesign. 4. Reduzierung des Ressourceneinsatzes und der Emissionen der Produkte bzw. bei der Produktnutzung, Zur Reduzierung von Materialverlusten und für eine nachhaltige Entwicklung ist eine Wiederverwendung bzw. eine Wiederverwertung in technischen Kreisläufen im bisherigen Anwendungsbereich anzustreben. Bei der Weiterverwendung hängt die Bewertung der Technologie davon ab, ob die Materialien nach der erneuten Nutzung im bisherigen Anwendungsbereich verbleiben. <?page no="66"?> 52 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen Trifft dies zu, handelt es sich um eine Kreislaufschließungstechnologie , trifft dies nicht zu, handelt es sich um eine End-of-pipe-Maßnahme. Die Weiterverwertung ist daher noch den End-ofpipe-Maßnahmen zuzuordnen. Eine weitere Möglichkeit für eine nachhaltige Entwicklung besteht darin, die Materialien in biologische Kreisläufe einzubringen. Um diese Möglichkeit zu beschreiben, eignen sich die vorherigen Begriffe nicht, weshalb von biologischer Behandlung mit anschließendem Einbringen in biologische Kreisläufe gesprochen wird. Da hierzu in der Regel Kompostierungsbzw. Biogastechnologien eingesetzt werden, und die entstehenden Materialien anschließend in biologische Kreisläufe eingebracht werden, gelten sie als integrierte Umweltschutztechnologien . Ebenso ist eine integrierte Umweltschutztechnologie eine Kläranlage, bei der die Klärschlämme vollständig in biologische Kreisläufe eingebracht werden. Parallel zur Entwicklung der Umweltschutztechnik begann in den Unternehmen das Management einzelner Umweltaspekte , insbesondere in den 1970er Jahren das Energie- und Wassermanagement, danach folgte dann die Entwicklung hin zum umfassenden Umweltmanagement . Mit fortschreitendem Umweltbewusstsein, etwa zu Beginn der 1980er Jahre, stiegen die Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft der Unternehmen, Umweltschutzaspekte breiter zu berücksichtigen. In einzelnen Pionierunternehmen wurde eine umweltorientierte Unternehmensführung umgesetzt und Ende der 1980er Jahre etablierte sich die Ansicht „Umweltschutz ist Chefsache“, worauf begonnen wurde, Umweltschutz auf allen (Organisations)Ebenen und in den Prozessen und den Produkten zu verankern, und umweltorientiertes Marketing umzusetzen. Auch die Beschäftigten wurden über die Jahrzehnte verstärkt in die umweltrelevanten betrieblichen Abläufe und Entscheidungen eingebunden. Seit 1993, dem Inkrafttreten der EG-Öko-Audit-Verordnung 1993 (EMAS I), und seit 1996, der Veröffentlichung der weltweit anwendbaren DIN EN ISO 14001 , wurden dann Umweltmanagementsysteme implementiert. Mit den Nachfolgeregelungen EMAS II (2001) und EMAS III (2009) und der Neufassung der DIN EN ISO 14001 (2015) nahmen die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen und die Zahl von Validierungen nach EMAS und der Zertifizierungen nach DIN EN ISO 14001 ständig zu. Die bisherigen Umweltmanagementsysteme konzentrierten sich auf die Reduzierung der Umweltauswirkungen in den Prozessen am Standort des Unternehmens, 104 ergänzt z.T. um die Reduzierung der Umweltauswirkungen des Transports. Abgesehen von den Pionierunternehmen der 1980er Jahre werden erst allmählich die Umweltauswirkungen der Produkte systematisch im Umweltschutz berücksichtigt und die Gestaltung umweltverträglicher Dienstleistungen und Produkte auch in Umweltmanagementsysteme einbezogen. 104 Die Umweltauswirkungen am Standort werden auch als direkte Umweltauswirkungen bezeichnet, da sie der direkten betrieblichen Kontrolle unterliegen, im Gegensatz zu den indirekten Umweltauswirkungen in den vor- und nachgelagerten Bereichen, z.B. bei Materialherkunft, Abfallbehandlung und Transport. <?page no="67"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 53 Übung 20: Definitionen zum Umweltschutz 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext, Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter. Der erste und der letzte Buchstabe eines Wortes bleiben unverändert.  25 Minuten Quelle: Definitionen verändert und gekürzt nach ENGELFRIED (2011: passim). Effizienz: Vlnehriäts von (erüehstnwcm) Opuutt zu Inupt. Soyynnm für Opuutt: Nezutn, der ecerhrit wdeern slol. Eiifnfezz ist imemr enie raeivlte Gßröe und stiebgerar, z.B. 200 km Frsaeutinlhg sttat 100 km pro 5 l Bszinetniaenz. „Efiinzfez“ wrid mesit im Kxtoent von Vaecburrh vewnedert, z.B. Einrzeefegeifniz, der gliech dieirtnfee Befrigf Pkrdiäittovut“ im Kxtoent von Helsneturlg und Pidrkuoton, z.B. Aprotettvuiiräskdbit. _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Effektivität: Ereechrin eienr aboeutlsn Wnikrug (soyynnm: eiens Eefkefts). Sie ist imemr auboslt und wrid ercehrit oedr nihct, z.B. das Eerecihrn von blhgsioioecr Abaerbbuakit bei eenim Pkrduot. _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Ökologischer Rucksack: Miliaettsnraaez, eißiishlcncelh des Aebumaklmanfflos (kg) üebr die gaetsme Pnrldktiiuoe des Prkedouts, d.h.in aleln Paikrdsutedotn (nihct nur in der Nznhssutgpuae), bieötgnt wrid. _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Ökologischer Fußabdruck: Fcrreluvbecnhäah (m 2 ) üebr die gaetsme Pndklrituoie eiens Pdkertuos, d.h. dijgneeie Fclhäe, die in aelln Psdakriuteotdn (nihct nur in der Nsszuhntagupe) vaecbhurrt und egtiszneet wrid. _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="68"?> 54 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen Übung 21: Umweltschutzbegriffe unterscheiden 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Unterscheiden Aufgabe: Benennen Sie bei den folgenden beiden Begriffen jeweils das wesentliche Unterscheidungskriterium, möglichst in einem Wort.  20 Minuten Beispiel: Versauerung  Ozonschichtabbau, Unterscheidungskriterium: der räumliche Wirkungshorizont der Umweltauswirkungen (regional versus global); auch möglich: die die Wirkung verursachenden Schadstoffe (NO x , SO 2 versus FCKW). Anmerkung: Bei einigen Begriffen sind auch mehrere Unterscheidungskriterien vorhanden. Nr. Begriff 1  Begriff 2 Unterscheidungskriterium 1 Los Angeles-Smog  London-Smog 2 Klimaveränderung  Eutrophierung 3 Öltankerhavarie  Kernschmelze in Atomkraftwerk 4 Ozonschichtzerstörung  Waldsterben 5 Bhopal-Katastrophe  Tschernobyl- Katastrophe 6 Regenwaldabholzung  Abfalldeponierung 7 Wind, Wasser, Solar  Erdöl, Kohle, Erdgas 8 Kompostierung  Wiederverwertung 9 Hausmüllverbrennung  Wärmedämmung 10 direkte Umweltauswirkungen von Unternehmen  indirekte Umweltauswirkungen von Unternehmen <?page no="69"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 55 Übung 22: Umweltschutzbegriffe ausschließen 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Ausschließen, Unterscheiden Aufgabe: Schließen Sie bei den folgenden fünf Begriffen den Begriff aus, der nicht zu den anderen vier Begriffen passt, und nennen Sie das Unterscheidungskriterium.  25 Minuten Beispiel: Tanne - Douglasie - Lärche - Fichte - Kiefer; Lösung: Lärche als Nadelbaum verliert im Winter die Nadeln. Anmerkung: Bei einigen Begriffen gibt es auch zwei Möglichkeiten. Nr. Begriff 1 Begriff 2 Begriff 3 Begriff 4 Begriff 5 Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 Vergiftung Ozonschichtzerstörung Klimawandel Materialverbrauch Versauerung 2 Artensterben Klimawandel Eutrophierung Meeresverschmutzung Ozonschichtzerstörung 3 Sondermülldeponie Hausmülldeponie Lärm Plastik in Weltmeeren Klimawandel 4 großer Vulkanausbruch Schwermetallemissionen Überfischung der Meere Ressourcenverwendung Plastikeintrag in Meere 5 Fallout durch oberirdische Atombombentests Waldsterben GAU in Tschernobyl erste Ölkrise Artensterben, v.a. durch Regenwaldabholzung und Übernutzung 6 „Der Stumme Frühling“ „Der Deutsche Wald“ „Die Grenzen des Wachstums“ „Serengeti darf nicht sterben“ „Unsere Gemeinsame Zukunft“ 7 Al Gore Wangari Maathai Jakob von Üxküll Barak Obama Greta Thunberg 8 Joschka Fischer Horst Stern Winfried Kretschmann Angela Merkel Gerhard Schröder <?page no="70"?> 56 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 9 Wärmedämmung Energieeffizientere Produktionsmaschine Wasserspartaste Schallschutzfenster Bewegungsmelder für Licht 10 Wiederverwendung Weiterverwertung Demontage Wiederverwertung Weiterverwendung 11 Deponie Kompostierungsanlage Hausmüllverbrennungsanlage Dioxinfilter Rußfilter 12 Herabsetzung Verminderung Senkung Nivellierung Reduzierung Übung 23: End-of-pipe-Umweltschutztechnologien skizzieren Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: Zeichnen, Skizzieren Aufgabe: Zeichnen/ Skizzieren Sie drei End-of-pipe-Umweltschutztechnologien (keine Energieversorgungstechnologien! ).  12 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. <?page no="71"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 57 Übung 24: Investitionen in Umweltschutztechnologien Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Logik Übungstyp: logische Aufgabe Aufgabe: Ermitteln Sie, welches Unternehmen welche Umwelttechnologie wann und zu welchem Preis einkauft.  30 Minuten Anmerkung: Diesen Aufgabentyp gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Versuchen Sie zunächst, die Aufgabe ohne die angegebene Lösungshilfe zu bearbeiten. Weitere Aufgaben zu diesem Übungstyp sind nicht aufgeführt, weil bei diesem Übungstyp für das Verständnis von Umweltmanagement merkfähige Inhalte nur schwer berücksichtigt werden können. Quelle: Verändert nach Bundesverband Gedächtnistraining e.V. (Hrsg.) (2011b: Kopiervorlage 54, o.S.). Aufgabe:  Die Maschinenbau AG zahlt 150.000 €. Sie investiert im Oktober und kauft keine energiesparende Produktionsanlage (= integrierte Umweltschutztechnologie).  Die Outdoor-Sportbekleidung KG beschafft seine Technologie im August.  Die Lebensmittel GmbH gibt 100.000 € mehr aus als die Maschinenbau AG und kauft kein Analyse- und Messgerät.  Die Chemikalienhandel OHG beschafft vier Monate vor der Lebensmittel GmbH. Sie gibt 50.000 € mehr aus als die Outdoor-Sportbekleidung KG.  Das Unternehmen, das mit 400.000 € die höchste Investition tätigt, beschafft einen Abfallverdichter (= End-of-pipe-Umweltschutztechnologie) einen Monat vor der Outdoor- Sportbekleidung KG.  Die energiesparende Produktionsanlage kostet 50.000 € weniger als der Abfallverdichter.  Das Unternehmen, das den Stoffabscheider (je nach Einsatzzweck eine integrierte Umweltschutztechnologie oder eine End-of-pipe-Umweltschutztechnologie) beschafft, gibt nicht das wenigste Geld aus. Lösungshilfe: Unternehmen Wann? Investition/ Umwelttechnologie? Preis? (€) <?page no="72"?> 58 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen Übung 25: Betriebliche Umstrukturierung „Umweltschutztechnik“ oder: „Kleine Ursache, große Wirkung“ Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren Übungstyp: Rebus-Rätsel Aufgabe: Hinter jedem der Bilder, die im Text eingefügt sind, verbirgt sich ein Begriff. Finden Sie diesen Begriff. Denken Sie dabei logisch und auch ein bisschen „um die Ecke“.  30 Minuten Beispiel 1: Lösung: farben blind. Beispiel 2: Lösung: auf allen vier en. Quelle: Text ENGELFRIED. Die bei den Lösungen mit „*“ gekennzeichneten Rebus-Rätsel sind entwickelt von ENGELFRIED, die anderen entnommen aus www.spielwiki.de. Betriebliche Umstrukturierung „Umwelttechnik“ oder: Kleine Ursache, große Wirkung Das börsennotierte mittelständische Unternehmen der metallverarbeitenden Branche hatte schon bessere Zeiten gesehen. Trotz , und vieler Schilder, die wegen der teilweise toxischen Stoffe bei der Reinigung der Metalle und bei der Lackierung mit der Aufschrift nahezu überall angebracht waren, wurde die Situation wirtschaftlich immer aussichtsloser, nicht nur in der Produktion, sondern auch im Management: . Das Unternehmen verursachte zudem mit dieser Produktion vielfältige und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die Bürgerinitiative würde, dass die Emissionen, die aus den toxischen Einsatzstoffen resultierten, weitaus problematischer wären, als die Unternehmensleitung immer beteuerte. , dass bei diesen Produktionsbedingungen und den Umweltauswirkungen eine sinnvolle Lösung für alle Beteiligten zu finden war. <?page no="73"?> Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen 59 signalisierten sowohl die Geschäftsbilanzen des Unternehmens, als auch die Rechtsanwälte der Bürgerinitiative, die ständig einen größeren Zulauf hatte. Der schien unausweichlich. Bei einer der nahezu wöchentlich abgehaltenen Vorstandssitzungen verließ der Vorstandsvorsitzende wie immer als letzter den Sitzungsraum. Dabei fiel ihm der kleine Zettel mit englischen Abkürzungen und einer kleinen technischen Skizze auf, den sein Kollege, der Technikvorstand, wohl hatte liegen lassen. Er recherchierte ein wenig. , dachte er, und daraufhin überschlugen sich die Ereignisse in dem Unternehmen. Der Technikvorstand, der häufig in Japan und den USA unterwegs war, entpuppte sich als technologischer . Er wurde fristlos und ohne Abfindung entlassen, die Presse stürzte sich auf die Missstände im Unternehmen, der Betriebsrat rief zum Streik auf und forderte den Rücktritt des gesamten Vorstandes. Die Bürgerinitiative, die weitere Nachforschungen zu den Giftstoffen durchgeführt und ein Gutachten bei einem weltweit anerkannten Experten für Umweltgifte in Auftrag gegeben hatte, forderte die sofortige Schließung des Unternehmens. Nach der Sichtung der vom Technikvorstand bei seinen Auslandsreisen zusammengetragenen Unterlagen sowie der Dateien auf dessen Computer, der noch rechtzeitig sichergestellt werden konnte, berief der Vorstandsvorsitzende einen Krisenstab ein. In dieser Phase der großen wurde dem Vorsitzenden bewusst, dass nur eine grundlegende Änderung im Unternehmen erfolgversprechend sein konnte. Er und der Krisenstab präsentierten der F&E-Abteilung ein Konzept, statt der bisherigen Produkte - unter weitestgehender Beibehaltung der Produktionsanlagen aber bei Änderung der Einsatzstoffe - innovative Umweltschutztechniken zu entwickeln. Er überzeugte daraufhin den Vorstand der lokalen , die Umstrukturierung zu günstigsten Konditionen zu finanzieren. Dadurch gelang es, die Umstrukturierung zügig zu beginnen und dank der motivierten Beschäftigten schnell und erfolgreich in den wachsenden Markt der Umweltschutztechniken einzusteigen, was an ein grenzte. Für die Anwohner verbesserte sich mit der Umstellung die Luftqualität sehr deutlich. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, der dem Vorstandvorsitzenden sogar für dessen Mut gratulierte, <?page no="74"?> 60 Schritt 3: Die Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes kennen und der Bürgermeister der Kleinstadt, erleichtert, dass die imageschädigenden Schlagzeilen endlich beendet waren, sagten in einer gemeinsamen Pressekonferenz, es handle sich um . Übung 26: Reihenfolge von End-of-pipe-Umweltschutztechnologien Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Reihenfolge memorieren Aufgabe: Die folgenden End-of-pipe-Umweltschutztechnologien werden in große LKW verpackt. Stellen Sie sich die Technologien vor, merken Sie sich die Reihenfolge der LKW mit ihren Inhalten und schreiben Sie diese danach auf.  10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt Reihenfolge: Zuerst wird der LKW mit dem Staubfilter geparkt. Rechts daneben wird der LKW mit dem HCl- Abscheider geparkt und daneben der mit der DeNO x -Anlage. Links neben den ersten LKW wird der LKW mit den Deponieabdeckungsfolien abgestellt. Dann wird zwischen diese beiden der LKW mit dem SO 2 -Abscheider geparkt. Der LKW mit dem Dioxinfilter wird ganz links außen geparkt. Zwischen den LKW mit dem HCl-Abscheider und dem mit der DeNO x -Anlage wird ein LKW mit Gehörschützern rangiert und links neben diesem der LKW mit dem Brennofen der Klärschlammverbrennungsanlage. <?page no="75"?> Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen Lernziele ► Die Definition von „Nachhaltigem Umweltmanagement“ kennen. ► Umweltmanagement und den Unterschied zu nachhaltigem Umweltmanagement verstehen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 105 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 20 Minuten (gesamt: ca. 2,5 Zeitstunden). Umweltmanagement als Begriff der Betriebswirtschaft 105 berücksichtigt bei der Zielstellung, Planung, Durchsetzung und Kontrolle aller Aktivitäten des Unternehmens (bzw. einer Organisation) in allen Bereichen Umweltschutzziele zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen und zur langfristigen Sicherung der Unternehmensziele (bzw. der Ziele einer Organisation). Umweltmanagement ist ein Teil des gesamten Managements der Organisation. Es ist charakterisiert durch vier Merkmale : 106  eine mehrdimensionale Zielausrichtung , d.h. systematisches Umweltschutzverhalten zur Vermeidung von Umweltbelastungen anstatt punktueller Umweltschutzeinzelmaßnahmen, einschließlich der Berücksichtigung von Vorstadien der Produktion, der eigentlichen Produktionsphase, der Konsumphase und der Phase der Kreislaufschließung,  ein funktionsübergreifender Charakter , d.h. alle betrieblichen Funktionen und Prozesse werden in die Umweltschutzaktivitäten des Unternehmens einbezogen,  ein unternehmensübergreifender Charakter , d.h. es sollen Kooperationen mit vor- und nachgelagerten Unternehmen und mit Unternehmen der gleichen Branche angestrebt werden, um Umweltschutz zu ermöglichen,  proaktives Verhalten , d.h. Umweltmanagement agiert und entwickelt neue, umweltverträgliche Lösungen anstatt auf Druck von außen (z.B. Gesetze, Wettbewerber, öffentliche Meinungen) zu reagieren. Mindeststandard ist die Einhaltung aller Gesetze und Verordnungen. Umweltmanagement bedeutet daher eine langfristige, strategische Ausrichtung des Unternehmens unter umweltbezogenen, ökonomischen bzw. wettbewerblichen und gesellschaftlichen Aspekten. Um bei der Einhaltung dieser Merkmale allerdings tatsächlich eine umweltbezogen nachhaltige Unternehmensentwicklung zu ermöglichen, ist ein fünftes Merkmal zu ergänzen:  eine Ausrichtung an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung , d.h. alle Umweltzielsetzungen und Umwelteinzelziele (und die abzuleitenden Maßnahmen) orientieren sich an den Erfordernissen einer nachhaltigen Entwicklung. Dies bedeutet, dass keine Umweltziele aufgeführt werden, wie z.B. den Energieeinsatz um zwei Prozent bis zum Jahr 2030 zu reduzieren, sondern dass sich diese Umweltziele an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung orientieren, die sich aus dem Umweltraumkonzept ableiten. Die Einführung von Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsystemen hat für die Unternehmen viele Vorteile, aber ihr stehen auch Nachteile und vor allem Hemmnisse im Unternehmen 105 Bei der Umsetzung von Umweltschutz auf volkswirtschaftlicher Ebene sollte der etablierte und sinnvolle Begriff Umweltpolitik (bzw. „umweltpolitische Ziele“, „umweltpolitische Maßnahmen“ o.ä.) verwendet werden. 106 Definition und Merkmale ergänzt um den Aspekt „ Ausrichtung an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung “ nach ENGELFRIED (2011, erstmals 2004). <?page no="76"?> 62 Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen entgegen. Die einzelnen Vor- und Nachteile werden bei der Einführung von „nachhaltigem“ Umweltmanagement teilweise noch verstärkt. Insbesondere durch die Erlangung von Kenntnissen über „Umwelt“ bzw. „Umweltmanagement“ sowie durch eine Personalpolitik, die Umweltmanagement begünstigt, können die Argumente, die gegen die Einführung sprechen, weitestgehend abgeschwächt bzw. die Hemmnisse ausgeräumt werden. 107 Für ein nachhaltiges Umweltmanagement können, basierend auf dem übergeordneten Leitbild „Nachhaltigkeit“, detaillierte Leitbilder bzw. Leitlinien , also Handlungsgrundsätze für Unternehmen abgeleitet werden. Aus ihnen werden dann in der betrieblichen Implementierung von Umweltmanagementsystemen Umweltzielsetzungen und Umwelteinzelziele und Maßnahmen abgeleitet, deren Quantifizierung sich aus den aus dem Umweltraumkonzept berechneten Notwendigkeiten ergibt. Ziele sind dabei immer konkret, messbar und mit einer Zeitvorgabe (und meist einer Maßnahme) versehen, bis wann sie erreicht werden sollen. Wird hier von „ Umweltmanagementgrundsätzen “ gesprochen, werden Managementgrundsätze zum Erreichen einer aus Umweltsicht nachhaltigen Entwicklung verstanden. Diese Managementgrundsätze können Handlungsgrundsätze oder Handlungsleitlinien, Handlungszielsetzungen, Handlungsziele oder (konkrete) Maßnahmen sein - um was es sich beim einzelnen Umweltmanagementgrundsatz handelt, erschließt sich im konkreten Einzelfall aus der Formulierung des Umweltmanagementgrundsatzes. 108 Da nachhaltiges Umweltmanagement in seinen Anforderungen über „konventionelles“ Umweltmanagement deutlich hinausgeht, ist seine Umsetzung stärker von der jeweiligen umweltbezogenen Strategie des Unternehmens (bzw. der Organisation) sowie von ökonomischen Kosten-Nutzen-Betrachtungen abhängig. 107 Ausnahme bildet hier das Argument der fehlenden finanziellen Mittel . Wie Kapitalwertrechnungen zeigen, sind Investitionen in die Implementierung und in prozess- und produktintegrierte Umweltschutztechnologien meistens ökonomisch sinnvoll, weshalb die Umsetzung eines Umweltmanagementsystems ausschließlich eine Frage der Finanzierung ist, nicht der Rentabilität . 108 Diese Handlungsvorgaben bzw. -leitlinien, Ziele und Maßnahmen stellen gleichsam Bewertungskriterien für ein nachhaltiges Umweltmanagement bzw. ein nachhaltiges Umweltmanagementsystem dar - sie sind, da dies überwiegend noch nicht erfolgt ist, in bestehende Bewertungsansätze von Managementsystemen hinsichtlich des Erreichens einer nachhaltigen Entwicklung zu integrieren (siehe z.B. die Auflistung von Bewertungsansätzen bei GROTHE, 2016). <?page no="77"?> Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen 63 Übung 27: Nachteile von Umweltmanagement und Hemmnisse für die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe: Lesen Sie laut den Text - es gilt nur jeder zweite Buchstabe. Notieren Sie dabei die für Sie wichtigen Schlüsselwörter.  15 Minuten Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 32/ 33). Nachteile von Umweltmanagement und Hemmnisse für die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen: 1. ifkeshhlyetntdte jomdzepr pmzaanwggetlsnndte xKheynznjttncizspsie, 2. tzvu kglezrdicnfgre cAfndzgayhkl cvdozn bBxeoswcchyävfrtpiggctietn, 3. vNtuktyzzetn furnzd gCbhxacnocgeyn swyebrzdeeyn pnqifcphst agjetstenhzern, 4. hKsotsttaekn abczqw. ibpüarsopkvrfaktziysxczhnemr yulnkd sfyoxrdmrableepr nAauffvwmawnid rearzsecwhleziinxein ozwu chwofckh, 5. rfyeshhloebnrdve gLeimqauairdtixtläot, 6. iUcmysaektpzpbfaqrbkwejict yilsqt csocjhmwseor svwofrisjtrenljldbpajr, 7. eweelndihg wKoolotptehrcajtqimohneskbyeyrjemiqtjskcchparfbt tboeyi mLnioeyfsejrdaqnptdewn, 8. wVdoyrfbdeehmanlstae mgeexgzern rgreksteftrzmlsiacahbe iRgebgnepleupnwgbemn, 9. (xseexlmbssjt)mbsisnpdceanbdse oWtirrzkwuhnag idpeer oknoinetiiqneuyifeyrvlaihcyhfehn aRdezdvunzhinedrautnbg fvlown vUamlwmezlotvaauksowmiprpkbufnagpepn tbszgw. bdkewr wshträvnzdzizgxekn yVgegrnbgedsjsievrpuanmg bdyeis fUimzwielldtgmlavntasgaepmneynntgsjyqsytoewmas, 10. bfvephnlzexnbdxemr eWlirlilte dztutr bVoeorfödfdfaehnbtolmiocyhxumntg fvcokn lDyaftretn, 11. rAknzgtskt gvgoer tNiezuledroupnqgvetn zuynfd mVkenrjäcnfdjezrsuvncgaeqn, 12. vfyevhplkesnhdge fIpnxihthivaetzizvce, lfzechalyegnidreds pVvecrvasndtmwoodrstdusnkgislgkebftüfhnl, zfwevhqlkesnldgews xIbnitiecrdewshsge auxnad sGvetmgepirnxsbcihqatfdtwshiynbtdedrhezsqste, lBqejqruzeqmclhiicbhqkhelift xshoxwzise pVieirnttepildnimgkuynsg vvnoan qMzascvhft aurnxd fEfibnnfblgunscsastpqheäkrve. Welche Nachteile bzw. Hemmnisse sind für Sie die drei Wichtigsten? _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="78"?> 64 Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen Übung 28: Vorteile von Umweltmanagement bzw. von Umweltmanagementsystemen Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die wesentlichen Vorteile von Umweltmanagement für Unternehmen ein. Wenden Sie dabei die Merktechnik Loci-Methode oder Merksatz oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  30 Minuten Anmerkung: Das Einprägen der Reihenfolge ist zwar sinnvoll, aber nicht notwendig. Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 30/ 31). Vorteile von Umweltmanagement: 1. Reduzierung der Stoff- und Energieströme und der Umweltauswirkungen, 2. Erkennen von Schwachstellen bzw. Optimierungspotentialen und Effizienzerhöhung, 3. Unabhängigkeit der Produktion von begrenzten Ressourcen, 4. Kostensenkungen durch weniger Ressourceneinsatz, geringere Umweltsteuern bzw. Umweltabgaben und Schadensersatzleistungen oder schnellere Genehmigungsverfahren, 5. Imagegewinn, 6. Umsatzerhöhungen durch strategische Positionierung und besseres Image, 7. Erhöhung der Rechtssicherheit bzw. Reduzierung des Haftungsrisikos, 8. Sensibilisierung der Beschäftigten und Erhöhung der Motivation, 9. Festlegung von Umweltschutzleitlinien und Umweltschutzzielen, 10. Bewusstsein des ethisch und moralisch korrekten Verhaltens. Welche Vorteile sind für Sie die drei Wichtigsten? _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="79"?> Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen 65 Übung 29: Leitbilder für nachhaltiges Wirtschaften Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Die aufgeführten Begriffe sind Leitbilder in der Unternehmensführung. Bilden Sie Paare aus dem jeweils alten und dem dazugehörigen neuen Leitbild für nachhaltiges Wirtschaften. Beschreiben Sie danach den Aspekt, anhand dessen das alte bzw. neue Leitbild zu unterscheiden ist. Der Aspekt der Unterscheidung ist nicht in den Begriffen aufgeführt.  20 Minuten Beispiel: Altes Leitbild: Nutzung nicht regenerativer Ressourcen; neues Leitbild: Nutzung regenerativer Ressourcen; Aspekt: Art der genutzten Ressourcen (Regenerativität). Quelle: Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 19-21). alte und neue Leitbilder: Abfallentsorgung | Beherrschung der Natur | End-of-pipe-Umweltschutztechnologien | Energieeffizienz | Energieverschwendung | gesamter Produktlebenszyklus | Kreislaufführung (Materialeffektivität) | Materialeffizienz | Materialverschwendung | nachhaltige Nutzung | Nutzung nicht regenerativer Energien | Nutzung regenerativer Energien | nachsorgender Umweltschutz | Nutzenorientierung (Nutzennachfrage bzw. Nutzenverkauf) | Orientierung an den Prinzipien der Natur | Produktion und Produkt | produktions- und produktintegrierte Umweltschutztechnologien | Produktorientierung (Produktkauf bzw. Produktverkauf) | Verbrauch | „Von der Wiege zur Bahre“ | „Von der Wiege zur Wiege“ | vorsorgender Umweltschutz altes Leitbild neues Leitbild Aspekt der Unterscheidung <?page no="80"?> 66 Schritt 4: Nachhaltiges Umweltmanagement kennen Übung 30: Aussagen zur aktuellen Umweltdiskussion Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe 1: Schreiben Sie die folgenden Sätze mit der Hand, mit der Sie normalerweise nicht schreiben.  15 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Aussagen und überlegen Sie Argumente, die die Aussage unterstützen, und Argumente, die gegen die Aussage sprechen (jeweils mindestens drei). Trifft die Aussage Ihrer Meinung nach zu? Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik, Urteilsfähigkeit.  25 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Aussagen zur aktuellen Umweltdiskussion: 1. Der Philosoph fordert, das westliche Glücksmodell des „Mehr - Größer - Weiter - Höher - Schneller“ grundlegend zu überdenken, um den weniger entwickelten Ländern ein anderes Lebens- und Wirtschaftsmodell als Vorbild anzubieten. 2. Der Zukunftsforscher warnt, dass Gentechnik, die technologische Verbindung von Mensch und Maschine und die Robotertechnologie große Risiken für die Umwelt nach sich ziehen werden. 3. Die Vorsitzende des Sachverständigenrates befürchtet, dass nationalistische und geopolitische Bestrebungen verhindern werden, dass die Menschheit die globalen Umweltprobleme lösen kann. 4. Die Öko-Aktivistin vertritt die Ansicht, dass neben der Effizienzrevolution in der Produktion und bei Produkten auch Suffizienz benötigt wird, um nachhaltig zu wirtschaften. 5. Die Kirchenvertreter und die Mitglieder der Friedensbewegung sind sich einig, dass ohne „Weltfrieden“ die Bemühungen um globalen Umweltschutz immer nur Stückwerk bleiben werden. 6. Die Berater der Regierung fordern, dass Gewässer und das Grundwasser lokal und regional verstärkt geschützt werden, weil sonst Verteilungskämpfe und Gesundheitsprobleme zunehmen. 7. Die Internationale Gesellschaft für Virologie appelliert mit Nachdruck, dass die Menschheit geschlossen und entschieden alle Maßnahmen ergreift, die verhindern, dass Viren von Tieren auf den Menschen übertragen werden. 8. Die Astrophysikerin regt dringend an, Maßnahmen zu entwickeln, die eventuelle Meteoriteneinschläge verhindern und Auswirkungen von Sonnenstürmen vermindern können, um die Umwelt und die Menschen zu schützen. <?page no="81"?> Schritt 5: Den Zusammenhang von nachhaltigem Umweltmanagement und der Unternehmensstrategie verstehen Lernziele ► Den Zusammenhang von nachhaltigem Umweltmanagement und der Unternehmensstrategie kennen und verstehen. ► Unternehmenspositionierungen und deren Einflussfaktoren kennen. ► Erweiterungen von nachhaltigem Umweltmanagement zur nachhaltigen Unternehmensführung verstehen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 60 Minuten, Bearbeitung der Übungen 150 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 30 Minuten (gesamt: ca. 4 Zeitstunden). Seit einigen Jahren fordert „der Markt“ analog zum Qualitätsmanagement Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsysteme umzusetzen, v.a. auch innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette . In der Regel setzt das Unternehmen dann „gezwungenermaßen“ ein Umweltmanagementsystem nach EMAS oder DIN EN ISO 14001 um, ohne dass dabei strategische Überlegungen eine Rolle spielten. Gerade aber die marktbezogenen strategischen Überlegungen und die angestrebte Positionierung des Unternehmens hinsichtlich der Bedeutung des Umweltschutzes für das Unternehmen , sowohl in den Märkten, als auch im Vergleich zu den Wettbewerbern, bestimmen, ob ein Umweltmanagement nach EMAS bzw. DIN EN ISO 14001 oder ein über die Anforderungen von EMAS und DIN EN ISO 14001 hinausgehendes nachhaltiges Umweltmanagement mit der Orientierung an Nachhaltigkeitszielen umgesetzt wird und daraus folgend, welche Marketingstrategien und Marketinginstrumente eingesetzt werden sollen. 109 Selbstverständlich kann ein Unternehmen, das bereits über ein Umweltmanagementsystem verfügt, seine Positionierung und Umweltschutzstrategie verändern und über die Mindestanforderungen der Umweltmanagementsysteme nach EMAS und DIN EN ISO 14001 hinausgehen. Überlegungen des Marketings zur umweltbezogenen Positionierung und zur Strategie, einschließlich der Aspekte des Marketingmixes, sind hinsichtlich einer umweltorientierten (bzw. umweltbezogen nachhaltigen) Unternehmensausrichtung daher wesentliche Grundlage betrieblichen Handelns. 110 109 Daher wird häufig in der Praxis unterschieden in prozessorientiertes Umweltmanagement , das die Umweltverträglichkeit der Prozesse am Standort erreichen will und eher operatives Management bedeutet, und in marktorientiertes Umweltmanagement , das insbesondere die Umweltverträglichkeit der Dienstleistung bzw. des Produktes erreichen will und eher strategisches Management bedeutet. 110 Die Ausführungen zur Unternehmenspositionierung und -strategie sind gekürzt und verändert aus ENGELFRIED (2011: 177-192). Grundlagen dazu siehe MEFFERT/ BURMANN/ KIRCHGEORG/ EISENBEISS (2018: passim), MEF- FERT/ KIRCHGEORG (1998: passim), KOTLER/ KELLER/ OPRESNIK (2017: passim). <?page no="82"?> 68 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen 5.1 Unternehmenspositionierung bestimmen Formuliert man, holzschnittartig, vier umweltbezogene Unternehmenspositionierungen , kann Umweltverträglichkeit  nicht berücksichtigt werden, mit einer allenfalls impliziten und zufälligen Festlegung umweltbezogener Vorstellungen,  flankierend berücksichtigt werden, aufgrund gesetzlicher Normen,  gleichberechtigt eingesetzt werden, mit einer expliziten Festlegung umweltbezogener Ziele, die z.T. über die rechtlichen Anforderungen hinausgehen, und zu den anderen Unternehmenszielen, z.B. Umsatz- oder Gewinnzielen, gleichberechtigt sind,  dominant eingesetzt werden, als wesentlicher Teil des Leistungsprofils des Unternehmens und des Marketings. Um zu einer Entscheidung zu gelangen, welche umweltbezogene Positionierung gewählt werden soll, sind die unternehmensinternen Stärken und Schwächen (interne Einflussfaktoren) und die unternehmensexternen Chancen und Risiken (externe Einflussfaktoren) zu analysieren. Unternehmensinterne Faktoren sind u.a. die Aufgeschlossenheit und Flexibilität gegenüber umweltbezogenen Fragestellungen und externen Einflüssen (z.B. durch den Markt, durch staatliche Markteingriffe), die bisherige umweltorientierte Grundausrichtung der Unternehmens- und der bisherigen Marketingstrategie, die Charakteristik und Nähe des Leistungsprogramms (also der Dienstleistungen und Produkte) des Unternehmens zu umweltrelevanten Märkten, die Summe aller Umweltauswirkungen, insbesondere der Ressourcenverbrauch und die Emissionen im Rahmen aller Beschaffungs-, Produktions-/ Kreislaufführungs- und Vertriebsprozesse, sowie die Umwelteigenschaften der Produkte, die Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel für umweltbezogene Maßnahmen, das allgemeine umweltrelevante Know-how und die umweltbezogene Kompetenz des Unternehmens bzw. der Beschäftigten einschließlich Beschäftigter im Außendienst, z.B. hinsichtlich Umweltschutztechnik. Bei den unternehmensexternen Faktoren sind konsumentenbzw. marketingbezogene Faktoren, produktbzw. programmbezogene Faktoren, wettbewerbsbezogene Faktoren und handelsbezogene Faktoren zu unterscheiden. Konsumentenbzw. marketingbezogene Faktoren sind u.a. die Höhe und die Bedeutung des Umweltbewusstseins bzw. der Stellenwert des Umweltschutzes im Absatzmarkt, die Größe bzw. das Nachfragepotential des umweltorientierten Käufersegments, die Dynamik der Kundennachfrage, die Wahrnehmbarkeit der Umweltverträglichkeit der Dienstleistungen bzw. der Produkte als Nutzenkomponente, die Bedeutung des Kernnutzens für die Kaufentscheidung, die Interessenskonflikte zwischen Umweltbewusstsein und konkurrierenden Zielen (z.B. Preis, Design, Prestige, Image), sowie die bisherige Positionierung in der Unternehmenskommunikation. Produktbzw. programmbezogene Faktoren sind u.a. die Sicherung der Rohstoffversorgung sowie die Sicherung der erforderlichen Ressourcenqualität für die Dienstleitungsbereitstellung bzw. die Produktherstellung bzw. den Produktvertrieb, die Gefährdung von Standorten des Unternehmens aus ökologischen Gründen, die Verfügbarkeit besserer, d.h. umweltfreundlicherer Produkt-, Prozess- und Logistiktechnologien, die Dauerhaftigkeit, Einzigartigkeit und der Bestimmtheitsgrad des Umweltnutzens der Dienstleistung oder des Produktes, die Erfüllung einer umfassend umweltverträglichen Problemlösung, sowie die Art der Beziehung zwischen Umweltqualität und den übrigen Qualitätskomponenten, einschließlich der „Umweltkompetenz“ der Marke. <?page no="83"?> 5.2 Unternehmensstrategie festlegen 69 Wettbewerbsbezogene Faktoren sind u.a. der Umfang und die Profilierung von umweltverträglichen Problemlösungen im Konkurrenzumfeld, die umweltrelevanten Stärken und Schwächen der Mitbewerber sowie deren Wettbewerbsprofilierung und deren Image hinsichtlich der Umweltverträglichkeit, die Angreifbarkeit der Produkte durch Wettbewerber, die Marktreife und Wettbewerbsstärke der Substitutionsprodukte, d.h. die Bedrohung durch umweltverträgliche Dienstleistungen oder Ersatzprodukte, und das Ausmaß der Konkurrenz der Unternehmen innerhalb einer Branche bei der Beschaffung und beim Absatz. Handelsbezogene Faktoren sind u.a. die Umweltkompetenz und das Umweltimage der Distributionspartner und deren Kompetenz zur Einbeziehung von Redistribution. Diese Einflussfaktoren werden zudem noch durch das Makroumfeld des Unternehmens (mit)beeinflusst, v.a. demographische Komponenten, (volks)wirtschaftliche Komponenten, technologische Komponenten, politisch-rechtliche Komponenten, soziokulturelle, psychologische und umweltbezogene Komponenten. Generell fällt es einem Unternehmen umso leichter, sich umweltorientiert zu positionieren und Umweltmanagement bzw. nachhaltiges Umweltmanagement umzusetzen, je höher die Erfüllungsgrade bei den internen Faktoren sind, d.h. z.B. je weniger umweltschädigend die bisherigen Dienstleistungen, Produkte und Produktionsprozesse sind, je geringer die Wettbewerbsintensität ist und je umweltorientierter die Distributionspartner bereits sind. Die Analyse der konsumentenbzw. marketingbezogenen Faktoren ist differenzierter vorzunehmen. Eine Gesamtabwägung aller internen und externen Einflussfaktoren ergibt die Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der (strategischen) umweltorientierten Positionierung des Unternehmens. Will das Unternehmen ein nachhaltiges Umweltmanagement einführen, wird die dominante Positionierung zu wählen sein. 5.2 Unternehmensstrategie festlegen Nachdem die umweltbezogene Positionierung festgelegt wurde, ist eine umweltbezogene (bzw. nachhaltigkeitsbezogene) Unternehmensstrategie zu entwickeln. Grundbedingungen des menschlichen Seins sind saubere Luft zum Atmen, sauberes Wasser zum Trinken etc., kurz: Eine „saubere“ Umwelt. Daher wünscht sich der Mensch - generalisierend - eine intakte Umwelt (und eine sichere Zukunft). Der Grad der diesbezüglichen Wunscherfüllung durch die Dienstleistung bzw. das Produkt liegt der Kaufentscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten zugrunde und diese können abhängig von der individuellen Relevanz des Produktnutzens und ihrer Persönlichkeitsstruktur im Markt reagieren mit totalem Konsumverzicht , partiellem Konsumverzicht (u.a. rationellere Verwendung umweltschädlicher Produkte) oder selektivem Konsum bzw. Substitution von Produkten (z.B. Ersatz von umweltschädigenden durch umweltfreundliche Produkte, Unkrautjäten statt der Verwendung von Herbiziden, Fahrradfahren statt Autofahren). Basierend auf dem Wunsch nach einer intakten Umwelt und weil das Gut „Umwelt“ in den vergangenen Jahrzehnten durch die globalen Umweltprobleme und Umweltkatastrophen zu einer sehr begrenzten, also knappen Ressource geworden ist, ist dieser (latente) Wunsch nach sauberer Umwelt und Sicherung der Lebensgrundlagen in konkrete Konsumentscheidungen zu transformieren, wenn er verwirklicht werden soll. Dies ist die wesentliche Herausforderung und Aufgabe eines umweltorientierten Marketings - hier setzt umweltorientiertes Marketing an (synonym: ökologisches Marketing , Öko-Marketing ). <?page no="84"?> 70 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen Aufbauend auf einer Analyse der Kundenwünsche in den avisierten Zielmärkten, werden differenziert nach Zielgruppen Marketinglösungen entwickelt, die Kundenwünsche, Markt- und Wettbewerbsaspekte, und umweltbezogene bzw. nachhaltigkeitsbezogene Aspekte integrieren. Diese Herangehensweise entspricht dem Ansatz, Marketing als Kernüberlegung des Unternehmens zu betrachten, und am Marketing dann alle anderen (umweltbezogenen) Unternehmensaktivitäten auszurichten. 111 Zur Verwirklichung der gewählten umweltbezogenen Positionierung mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Berücksichtigung umweltbezogener Aspekte sind folgende Basisstrategien möglich:  Rückzug als ein bewusstes Ausscheiden aus dem Markt,  Widerstand und Passivität , was vor dem Hintergrund des vorhandenen Umweltbewusstseins immer weniger Rückhalt im Markt und der Gesellschaft findet,  Anpassung bei der Positionierung hinsichtlich „Umweltverträglichkeit als gleichberechtigtes Ziel“,  Antizipation und Innovation als Durchsetzung der „Umweltverträglichkeit als dominantes Ziel“. Für nachhaltiges Umweltmanagement ist die Strategie „ Antizipation und Innovation “ zu wählen. Sie ist proaktiv und nutzt innovative Konzepte, die das einzelne Unternehmen individuell und ohne Abstimmung mit anderen Unternehmen der Branche umsetzt. Bei jeder der gewählten Strategien sind anschließend die markenbildenden Faktoren wie Name, Markenzeichen oder Verpackung, die Herstellung des Produktes, die Distributions- und Redistributionslogistik, die Kontrahierungsmaßnahmen und die Kommunikationsmaßnahmen festzulegen, wodurch das erwünschte Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit entsteht. Zu flankieren ist dieses um Maßnahmen im Rahmen der Personalpolitik, der Forschung und Entwicklung und einer umweltorientierten Investitions- und Finanzpolitik. Bei einer dominanten Positionierung und bei einer antizipativen und innovativen Strategie , also bei nachhaltigem Umweltmanagement, sind alle diese Maßnahmen im Rahmen eines umweltorientierten Marketings umweltbezogen nachhaltig zu gestalten. Allerdings ist die im „klassischen“ Marketing gleichberechtigte Stellung der Marketinginstrumente des Marketingmixes , d.h. der Produktpolitik, der Kontrahierungspolitik, der Kommunikations- und der Distributionspolitik, aufzugeben. Kern des umweltorientierten Marketings ist eine umweltverträgliche Wunschbefriedigung, also die umweltverträgliche Dienstleistung bzw. das umweltverträgliche Produkt. Daher basiert umweltorientiertes Marketing auf einer umweltverträglichen Produktpolitik und der Konzeption einer umweltverträglichen Dienstleistung bzw. eines umweltverträglichen Produktes. Die marktorientierten Aktivitäten des Unternehmens, die nach der Dienstleistung bzw. dem Produkt direkte Umweltauswirkungen nach sich ziehen, sind ebenfalls umweltverträglich zu gestalten, um glaubwürdig am Markt aufzutreten: Die unternehmensinternen Prozesse, also die Produktion, und die Distribution und Redistribution bzw. die logistischen Prozesse. Erst dann, wenn diese 111 Nach ENGELFRIED (2011: 177-192). <?page no="85"?> 5.3 Vom Umweltmanagement zur nachhaltigen Unternehmensführung gelangen 71 Tätigkeiten des Unternehmens umweltverträglich durchgeführt werden, kann eine umweltorientierte Kommunikationspolitik als abschließende Maßnahme eines umweltorientierten Marketingmixes erfolgen. 112 Diese umweltorientierte Kommunikationspolitik soll, neben der allgemeinen Erhöhung der Aufmerksamkeit, die Konsumenten in der avisierten Zielgruppe zur Kaufentscheidung des umweltverträglichen Produktes veranlassen, das vom Unternehmen gewünschte Umweltimage transportieren und festigen und die Umweltkenntnisse, das Umweltbewusstsein und das umweltorientierte Verhalten in der Gesellschaft steigern. Die in der umweltbezogenen Kommunikation unerlässliche Produktdeklaration hinsichtlich der Inhaltsstoffe des Produktes, der Gefahrenhinweise, der Regenerationsfähigkeit und der Kreislauffähigkeit der Materialien etc. soll dabei so einfach wie möglich und verständlich sein und eine eindeutige, kaufentscheidungsrelevante Unterscheidung zwischen umweltverträglichem und umweltschädlichem Produkt zulassen. Selbstverständlich sind die wesentlichen Instrumente der Marktkommunikation ebenfalls umweltorientiert einzusetzen: Werbung, Verkaufsförderung am Point-of-sale, persönlicher Verkauf, Direktmarketing, Public Relations, dialogorientierte Instrumente etc. Umweltsponsoring (synonym: Öko-Sponsoring ), bei dem das Unternehmen dem Sponsoring-Partner Geld oder Sachmittel zur Verfügung stellt, um dessen Umweltschutzaktivitäten zu unterstützen, kommt als ein wirkungsvolles Instrument im umweltorientierten Marketing hinzu, v.a. wenn eine feste Gewinn- oder Umsatzabgabequote zugunsten von Umweltschutzprojekten bzw. der Absatz von Dienstleistungen bzw. Produkten fest und transparent nachvollziehbar an Umweltschutzmaßnahmen gekoppelt wird. Die Glaubwürdigkeit der umweltbezogenen (bzw. der nachhaltigkeitsbezogenen) Werbebotschaften (und somit des Unternehmens insgesamt) ist allerdings immer von der umweltverträglichen Durchführung aller Instrumente des Marketingmixes abhängig. 5.3 Vom nachhaltigen Umweltmanagement zur nachhaltigen Unternehmensführung gelangen Um von einem umweltbezogen nachhaltigen Umweltmanagement zu einer nachhaltigen Unternehmensführung zu gelangen, ist die Vorgehensweise bei der Einführung eines nachhaltigen Umweltmanagements auf die Aspekte der sozialen Gerechtigkeit einschließlich der kulturellen Vielfalt und auf die ökonomischen Aspekte zu übertragen. 113 Zuerst ist eine betriebliche Sozial- und Wirtschaftspolitik zu erstellen, in der Leitlinien zu erarbeiten sind zur sozialen Gerechtigkeit (einschließlich kultureller Vielfalt) (= Sozialpolitik ) und zur Wirtschaftsentwicklung (= Wirtschaftspolitik ). Diese enthalten z.B. Aussagen über die Einhaltung von Menschenrechten und die Schaffung weltweit einheitlicher sozialer Standards auf dem besten Level, das Verhalten im Handel mit Schwellenländern hinsichtlich fairem Handel, den Transfer von Technologie in diese Länder, den Erhalt bzw. die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Lohngestaltung. Hinzu kommen Aussagen über die Beteiligung an Rüstungsproduktion und Rüstungsgeschäften (einschließlich des Handels damit). Aussagen über den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und weitere wesentliche ökonomische Ziele (Umsatzwachstum, Gewinnsteigerung, 112 Die Literatur zu Dienstleistungsmarketing zeigt deutlich, dass die Personalpolitik ebenfalls marketingrelevant ist (u.a. MEFFERT/ BRUHN/ HADWICH, 2018). Zudem sind Beschäftigte für die Umweltauswirkungen verantwortlich, v.a. durch die Planung und Entwicklung von Produkten und Prozessen (F&E), (meist) bei Störfällen etc. 113 Zum Verständnis der verwendeten Begrifflichkeiten siehe die Schritte „Umweltmanagementsystem implementieren“ und „Einzelne Elemente eines Umweltmanagementsystems kennen“. <?page no="86"?> 72 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen Eigenkapitalrendite etc.) und das Verhältnis der ökonomischen Leitlinien und Ziele zu den sozialen und den umweltbezogenen Leitlinien und Zielen sind zu treffen. 114 Anschließend sind aus der Sozial- und Wirtschaftspolitik jeweils quantifizierte und konkrete Ziele in einem Sozialprogramm bzw. einem Wirtschaftsprogramm abzuleiten. 115 Diese beiden Programme sind in die Organisationsstruktur und die Managementsysteme des Unternehmens einzubeziehen, einschließlich einer Sozialprüfung mit Sozialprüfungsverfahren, einer Wirtschaftsprüfung mit Wirtschaftsprüfungsverfahren, einer Sozialbetriebsprüfung mit Sozialbetriebsprüfungsverfahren, und einer Wirtschaftsbetriebsprüfung mit Wirtschaftsbetriebsprüfungsverfahren. Abschließend sind eine Sozialerklärung und eine Wirtschaftserklärung 116 zu erstellen, die dann mit der Umwelterklärung als Nachhaltigkeitserklärung zusammengefügt und veröffentlicht werden können. Die im umweltorientierten Marketingmix eingesetzten Instrumente „umweltverträgliche Produktpolitik“, „umweltverträgliche Produktionspolitik“, „umweltverträgliche Distributions- und Redistributionspolitik“, „umweltorientierte Personalpolitik“, „umweltorientierte Forschungs- und Entwicklungspolitik“, „umweltorientierte Investitions- und Finanzpolitik“, „umweltorientierte Kontrahierungspolitik“ und „umweltorientierte Kommunikationspolitik“ sind um soziale und ökonomische Aspekte zu erweitern. So entstehen: Eine nachhaltige Produktpolitik , nachhaltige Produktionspolitik , nachhaltige Distributions - und Redistributionspolitik , nachhaltige Personalpolitik , nachhaltige Forschungs- und Entwicklungspolitik , nachhaltige Investitions- und Finanzpolitik , nachhaltige Kontrahierungspolitik und eine nachhaltige Kommunikationspolitik als Instrumente einer nachhaltigen Unternehmensführung. Diese nachhaltige Unternehmensführung , das nachhaltige Unternehmen , kann beispielhaft anhand des St. Gallener-Umweltmanagementmodells verdeutlicht werden. Die Erstellung einer Nachhaltigkeitspolitik stellt zwar eine normative, die konkrete Ausformulierung dieser Politik bzw. der drei Teilpolitiken aber in jedem Fall eine strategische Entscheidung dar. 117 114 Siehe ENGELFRIED (2011: 57/ 58). 115 Im Gegensatz zu den Zielen im Umweltmanagement , die sich aus dem Umweltraumkonzept ergeben und quantifizierbar sind, liegen für die anderen beiden Bereiche kaum konkrete Ziele vor. Ließen sich Zielvorstellungen für soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt u.a. aus den Formulierungen der allgemeinen Menschenrechte ableiten, legt die Betriebswirtschaft bisher keine ökonomischen Nachhaltigkeitsziele für Unternehmen vor, z.B. hinsichtlich einer nachhaltigen Eigenkapitalquote, hinsichtlich Gewinnzielen oder hinsichtlich der Eigenkapitalrendite. 116 Mit der bisherigen externen Wirtschaftsprüfung , analog zum Umweltmanagement eigentlich eine „Validierung“ bzw. „Zertifizierung“, und mit der Erstellung der (ökonomisch orientierten) Geschäftsberichte gibt es bereits Schritte in diese Richtung. 117 Zur Erweiterung einer umweltbezogen nachhaltigen Ausrichtung um gesellschaftliche Aspekte vergleiche auch DIN EN ISO 26000. <?page no="87"?> Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen 73 Übung 31: Umweltorientierter Marketingmix Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit Elementen eines umweltorientierten Marketingmixes. Prägen Sie sich sowohl die Struktur als auch die Inhalte der Graphik ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite.  5 Minuten Quelle: Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 194). Umweltverträgliche Produktpolitik Umweltverträgliches Produkt Umweltverträgliche Produktionspolitik Umweltverträgliche Distributions- und Redistributionspolitik Umweltorientierte Kontrahierungs- und Kommunikationspolitik (Umweltorientierte Investitions- und Finanzpolitik, Umweltorientierte Forschungs- und Entwicklungspolitik) Umweltorientierte Personalpolitik <?page no="88"?> 74 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen Umweltorientierter Marketingmix (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Sie sahen eine Graphik mit Elementen eines umweltorientierten Marketingmixes. Aufgabe 1: Gehen Sie das Alphabet rückwärts durch, also von Z bis A.  1 Minute Aufgabe 2: Füllen Sie die Felder der Graphik mit den gemerkten Inhalten aus und vergleichen Sie mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten <?page no="89"?> Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen 75 Übung 32: Managementmodell für eine nachhaltige Unternehmensführung Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik des St. Gallener Umweltmanagementmodells, erweitert auf eine nachhaltige Unternehmensführung. Prägen Sie sich sowohl die Struktur als auch die Inhalte der Graphik ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Quelle: Erweitert nach DYLLICK/ HAMSCHMIDT (2000: 109) und nach verschiedenen Veröffentlichungen zu diesem Managementmodell, aus ENGELFRIED (2011: 230). Unternehmensverfassung hinsichtlich Nachhaltigkeit Organisationsstrukturen; strategische Managementsysteme für Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit organisatorische Prozesse; operative Managementsysteme für Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit nachhaltige Unternehmenskultur Umweltorientiertes, soziales und ökonomisches Problemverhalten Leistungsverhalten hinsichtlich Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit Entscheidung zur Erstellung einer Nachhaltigkeitspolitik Umweltprogramm Sozialprogramm Wirtschaftsprogramm Das nachhaltige Unternehmen Strukturen Verhalten Aktivitäten/ Handlungen Nachhaltige Unternehmensentwicklung Normatives Management Strategisches Management Operatives Management Umweltpolitik Sozialpolitik Wirtschaftspolitik Nachhaltigkeitspolitik <?page no="90"?> 76 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen Managementmodell für eine nachhaltige Unternehmensführung (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Sie sahen eine Graphik des St. Gallener Umweltmanagementmodells, erweitert auf eine nachhaltige Unternehmensführung. Aufgabe 1: Berechnen Sie: 5 x 13, 6 + 12 + 39, 17 x 6, 203 - 67 - 4.  1 Minute Aufgabe 2: Füllen Sie die Felder der Graphik mit den gemerkten Inhalten aus und vergleichen Sie mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Das nachhaltige Unternehmen Nachhaltige Unternehmensentwicklung <?page no="91"?> Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen 77 Übung 33: Unternehmenspositionierung hinsichtlich Umweltschutz bzw. Nachhaltigkeit beurteilen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Beurteilen Sie die Unternehmenspositionierung hinsichtlich Umweltschutz bzw. Nachhaltigkeit eines Unternehmens Ihrer Wahl.  30 Minuten Anmerkung: Bei dieser Aufgabe sind die externen Faktoren zur Beurteilung relevant, aus denen sich die Positionierung des Unternehmens ableitet. Beziehen Sie sich dabei auf öffentlich zugängliche Daten. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Quelle: Ausführlich ENGELFRIED (2011, S. 180 - 187). Übung 34: Umweltorientierter Marketingmix beurteilen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe1: Ermitteln Sie Aspekte umweltverträglicher Produktpolitik für ein Unternehmen Ihrer Wahl.  20 Minuten Aufgabe 2: Ermitteln Sie Aspekte umweltorientierter Kommunikationspolitik für ein Unternehmen Ihrer Wahl.  20 Minuten Aufgabe 3: Wie ist das Unternehmen Ihrer Wahl im Vergleich mit Branchenkonkurrenten einzuordnen?  30 Minuten Anmerkung: Zu Aufgabe 1 können Sie vergleichen, welche Aspekte aus Schritt 17 bereits durch das gewählte Unternehmen hinsichtlich umweltverträglicher Dienstleistungen bzw. Produkte umgesetzt werden. Zu Aufgabe 2 und 3 ziehen Sie die Instrumente umweltorientierter Kommunikationspolitik heran und ermitteln Sie deren Ausgestaltung durch das von Ihnen gewählte Unternehmen. Beziehen Sie sich dabei auf öffentlich zugängliche Daten. Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. <?page no="92"?> 78 Schritt 5: Den Zusammenhang verstehen Übung 35: Teekesselchen im Umweltschutz 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Assoziieren, Formulieren Übungstyp: Teekesselchen Aufgabe: Ein Teekesselchen ist ein Begriff, der unterschiedliche Bedeutungen aufweist. Finden Sie das Teekesselchen, d.h. den Begriff, der beschrieben wurde. Mindestens eine der Bedeutungen stammt aus dem Umweltschutz.  25 Minuten Beispiel: Bedeutungen: „um zu laichen, schwimmen Lachse dagegen“ und „umweltverträglich aus Solarzellen hergestellt“; Teekesselchen: Strom. Nr. Bedeutungen Teekesselchen 1 sollte, damit mehr wächst, nicht mit Torf gemischt werden Grundlage allen Lebens 2 süßes Gebäck mit Zuckerguss statistisch gesehen der größte Umweltverschmutzer 3 Bewohner einer deutschen Großstadt klimaschädliches Fastfood 4 betrunkenes himmlisches Wesen älteste Kennzeichnung in Deutschland für umweltverträgliche Produkte 5 englisch, wer? Organisation, die sich mit den Gesundheitsproblemen der Menschen befasst 6 umgangssprachlich dafür, wo das Gedächtnis sitzt wird durch energiesparende Techniken, die hell machen, ersetzt 7 Ursache großer volkswirtschaftlicher Schäden, z.B. am Auto oder an Brücken zentraler Bestandteil einer Hausmüllverbrennungsanlage 8 kann sich durch bestimmte Ereignisse oder Umstände zwischen Personen oder Gruppen deutlich verändern Ewiggestrige leugnen noch immer, dass es sich verändert 9 zeigt nur noch selten auf Bauernhöfen die frühe Stunde an wenn er nicht dicht ist, führt das zu Ressourcenverschwendung 10 militärisches Fluggerät wird durch Klimawandel immer stärker und tritt häufiger auf <?page no="93"?> Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen Lernziele ► Grundzüge der rechtlichen Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen. ► Um Rechtssicherheit zu erhalten, wissen, dass weiterführende Informationen und eventuell Rechtsbeistand benötigt werden. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 15 Minuten, Bearbeitung der Übungen 80 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 15 Minuten (gesamt: ca. 2 Zeitstunden). Die rechtlichen Aspekte , die die Unternehmen im Rahmen des Umweltschutzes betreffen, sind sehr umfassend und beziehen sich insbesondere auf die Genehmigung von Anlagen (z.B. Antragsverfahren), auf den Betrieb von Anlagen (Bestellung von Betriebsbeauftragten, Energieeinsatz, Emissionen, Abfälle etc.) und auf die Änderungen von Anlagen sowie auf Produkte und deren Genehmigung für das Inverkehrbringen. Prioritär zu klären ist, welche Gesetze und Verordnungen für eine Genehmigung , den Betrieb und eine Änderung der Produktionsanlagen anzuwenden sind. Dies sind insbesondere die Gesetze und die damit verbundenen Verordnungen zum Immissionsschutz (v.a. BImSchG, BImSchV, TA Luft, TA Lärm), 118 zum Gewässerschutz, d.h. wasserbzw. abwasserrechtliche Regelungen (WHG, AbwAG, AbwV, Indirekteinleiterverordnungen 119 ), zum Naturschutz (BNatSchG) und das Gesetz zur Prüfung der Umweltverträglichkeit (UVPG), sowie die kommunale Flächennutzungsplanung. Für die herzustellenden Produkte gelten produktbezogene Gesetze, u.a. das Chemikaliengesetz (ChemG), das Arzneimittelgesetz (AMG), das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), das Verpackungsgesetz (VerpackG) und das Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG). Nach der erfolgten Genehmigung sind im laufenden Anlagenbetrieb zudem v.a. die energierechtlich (z.B. EEG, Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts), die störfallrechtlich (z.B. 12. BImSchV, StörfallVwV) und die abfallrechtlich relevanten Gesetze (z.B. KrWG, VerpackG) und die damit verbundenen Verordnungen wichtig. Die Durchführung von Genehmigungsverfahren und der Umgang der Unternehmen mit Behörden sind v.a. in der 9. BImSchV und im Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) geregelt, u.a. Fristeinhaltungen, Einbeziehung von Anwohnerinnen und Anwohnern etc. Wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind, z.B. eine bestimmte Emissionsmenge erreicht wird oder eine bestimmte Abfallmenge pro Jahr anfällt, muss nach verschiedenen Gesetzen bzw. 118 Emissionsgrenzwerte und Immissionsgrenzwerte werden als Halbstunden-, Stundenbzw./ und Jahresmittelwerte für Emissionen und Immissionen angegeben. Der Zusammenhang zwischen Emission und Immission ergibt sich aus der Anwendung der sog. Ausbreitungsrechnung nach TA Luft und wird z.B. beeinflusst von der Menge an Emissionen, der Schornsteinhöhe, den Windverhältnissen und der Topographie. 119 Siehe INDIREKTEINLEITERVERORDNUNGEN. <?page no="94"?> 80 Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen Verordnungen ein Beauftragter für einzelne Aspekte des betrieblichen Umweltschutzes bestellt werden, z.B. ein Betriebsbeauftragter für Immissionsschutz nach BlmSchG (Immissionsschutzbeauftragter), ein Betriebsbeauftragter für Abfall nach KrWG (Abfallbeauftragter), ein Betriebsbeauftragter für Gewässerschutz nach WHG, oder ein Störfallbeauftragter nach 12. BlmSchV, der Störfallverordnung. Diese Betriebsbeauftrage haben bestimmte Plichten, wie die Kontrollpflicht für die Einhaltung behördlicher Auflagen und betrieblicher Vorschriften, die Informationspflicht bzgl. Informationsbeschaffung und Informationsabgabe, die Initiativpflicht für Gefahrenabwehr, Mängelbeseitigung und vorbeugende Maßnahmen und die Berichtspflicht, d.h. die Erstellung periodischer Berichte oder Stellungnahmen. Die Betriebsbeauftragten erhalten im Rahmen ihrer Tätigkeit bestimmte Rechte, z.B. bezüglich des Kündigungsschutzes. Einen Umweltschutzbeauftragten in einem umfassenden Verständnis für alle Umweltaspekte sieht das gesetzliche Instrumentarium nicht vor. 120 Wichtig ist zudem: Es gibt kein Gesetz , welches Unternehmen zur Einführung von Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsystemen verpflichtet, und vor allem nicht die Einführung eines umweltbezogen nachhaltigen Umweltmanagements bzw. Umweltmanagementsystems vorschreibt. Für die Implementierung von Umweltmanagement bzw. von Umweltmanagementsystemen liegen lediglich zwei Bezugsgrundlagen vor, nach denen Unternehmen sich richten können, aber nicht müssen: Die Öko-Audit-Verordnung (EMAS) und die DIN EN ISO 14001. 121 Obwohl hier Energiemanagement und Gesundheitsschutz als selbstverständlicher Bestandteil eines Umweltmanagementsystems angesehen werden, liegen noch zwei weitere Bezugsgrundlagen vor: DIN EN ISO 50001 für Energiemanagement und DIN ISO 45001 für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, also Arbeitsschutzmanagement. Richtet sich ein Unternehmen freiwillig nach einer dieser Bezugsgrundlagen, muss es selbstverständlich die in der Bezugsgrundlage jeweils geltenden spezifischen Vorgaben einhalten. Als Mindestvoraussetzung bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems gilt die Einhaltung aller geltenden Rechtsvorschriften . Über die rechtlichen Forderungen, z.B. Grenzwerte für Emissionen oder Schadstoffgehalte in Produkten, hinausgehende Reduzierungen der Umweltauswirkungen werden von EMAS und DIN EN ISO 14001 vorgeschlagen, sind aber freiwillig. Wird nachhaltiges Umweltmanagement umgesetzt, gehen bei vielen Umweltaspekten die Anforderungen (und somit auch die durchzuführenden Umweltschutzmaßnahmen) teilweise weit über die beiden Bezugsgrundlagen EMAS und DIN EN ISO 14001 und v.a. auch über die geltenden Rechtsvorschriften hinaus. 122 120 Die Gesetzestexte sowie umfassende Einführungen in das Thema Umweltrecht siehe u.a. BECK TEXTE (neueste Ausgabe), BECKER (2010), KLOEPFER/ UWER (2020), STORM (2019), www.juris.de. 121 Eng damit zusammenhängend und ergänzend die DIN EN ISO 14004. 122 Diese Anforderungen werden hier als Umweltmanagementgrundsätze formuliert, die für Umweltmanagement bzw. für nachhaltiges Umweltmanagement gelten, und die vom Unternehmen zu erfüllen sind. <?page no="95"?> Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen 81 Übung 36: Rechtsquellen des Umweltrechts Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit für den Umweltschutz relevanten Rechtsquellen. Prägen Sie sich sowohl die Struktur als auch die Inhalte der Graphik ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Quelle: ENGELFRIED (2011: 53). Völker- und EU-Recht Öffentliches Recht Strafrecht Zivilrecht Verträge etc. Verfassungsrecht (Bund, Länder) Strafgesetzbuch, Nebenstrafrecht Bürgerliches Gesetzbuch EU-Richtlinien, EU- Verordnungen Verwaltungsrecht (Gesetze, Verordnungen, Satzungen) Strafandrohung für umweltschädigendes Verhalten Haftung für Umweltschäden Allgemeines Verwaltungs- und Verwaltungsprozessrecht Spezielles Umwelt- (verwaltungs)recht Bundesimmissionsschutzgesetz Baugesetzbuch Kreislaufwirtschaftsgesetz Bundesnaturschutzgesetz Bundesbodenschutzgesetz Wasserhaushaltsgesetz Umweltrecht etc. <?page no="96"?> 82 Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen Rechtsquellen des Umweltrechts (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Sie sahen eine Graphik mit den für den Umweltschutz relevanten Rechtsquellen. Aufgabe 1: Gehen Sie „im Geiste“ durch, wie Sie zum Auto gehen und Losfahren. Achten Sie auf eine genaue Beschreibung der Reihenfolge der einzelnen Schritte.  1 Minute Aufgabe 2: Füllen Sie die Felder der Graphik mit den gemerkten Inhalten aus und vergleichen Sie mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Umweltrecht <?page no="97"?> Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen 83 Übung 37: Wichtige Umweltgesetze Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung Übungstyp: Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter. Der erste Buchstabe des Wortes bleibt unverändert.  20 Minuten Anmerkung: Die vollständigen Angaben zu den Gesetzen sind im Literaturverzeichnis abgetragen. Beachten Sie in der Praxis auch wichtige Verordnungen (z.B. 12. BImSchV, 13. BImSchV, 17. BImSchV) und Verwaltungsvorschriften (z.B. TA Luft). Wichtige Umweltgesetze: 1 . B S E M C I S U H I N S S Z D N M O S I U T : B _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 2 . B C E D U U R N N A H S Z T U T S : B _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 3. W S A S A H A T H L S S R E U : W _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 4 . B D S T O E U N N H C U S D Z E B : B _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 5 . K C H R T S E S F A F I I S R L T U W A : K _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 6. U Z A G T E B S E : B _ _ _ _ _ _ _ _ buch 7 . U L H I U E T S E E M G I K R G F L W T R T Ü P N Ä V R C S : U _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 8. C I E N M E A K H L I : C _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 9. U N S T H M T L W A E U G F : U _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz 10. V N A T H G A N L R S R F S R W U V E E E : V _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ gesetz <?page no="98"?> 84 Schritt 6: Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes und des Umweltmanagements kennen Übung 38: „besser & schlechter“ in der aktuellen Umweltschutzdiskussion 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Assoziieren Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Begründen Sie zuerst die folgenden Thesen möglichst fantasievoll und kreativ mit mindestens drei Argumenten.  15 Minuten Beispiel: Schwarze Zahlen sind besser als rote Zahlen, weil … Gewinn immer besser als Verlust ist, … „Schwarz“ über „Rot“ steht in der Deutschlandflagge, … „Schwarz“ existentiell ist und „Rot“ nur Signalwirkung hat, etc. Aufgabe 2: Vertauschen Sie nun die Behauptungen durch Ersetzen von „besser“ durch „schlechter“ und suchen Sie erneut jeweils mindestens drei möglichst fantasievolle und kreative Begründungen.  15 Minuten Beispiel: Schwarze Zahlen sind schlechter als rote Zahlen, weil … „Rot“ besser leuchtet, … „Rot“ eine Farbe ist und „Schwarz“ nicht, … „Rot“ mir besser steht, etc. Aufgabe 3: Zu den jeweiligen Thesen finden sich viele Pro- und Contra-Argumente. Bei welchen Thesen ist es Ihnen leicht gefallen, mehr als drei zu finden? Haben Sie mehr Pro- oder mehr Contra-Argumente gefunden? Recherchieren Sie kurz, wägen Sie die Argumente ab und bilden Sie sich zu den jeweiligen Thesen eine Meinung. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Quelle: ENGELFRIED, Idee nach SUHR (2013) Thesen: 1. Umweltschutzgesetze sind besser als freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, weil … 2. Umweltschutzstandards global durchzusetzen ist besser als freier internationaler Handel, weil … 3. Staatliche Subventionierung von Umweltschutztechnologien ist besser als ein freier Markt, weil … 4. Respektvoller Umgang mit indigenen Völkern und deren Lebensraum ist besser als Gewinnmaximierung, weil … 5. Umweltschädliche Produkte zu verbieten ist besser als die Förderung von Öko-Label, weil … <?page no="99"?> Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden: Öko-Audit-Verordnung (EMAS) und DIN EN ISO 14001 Lernziele ► Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme kennen: Die Öko-Audit-Verordnung (EMAS) und die DIN EN ISO 14001. ► Die Unterschiede zwischen diesen kennen und verstehen. ► Ihre Eignung für das Unternehmen beurteilen und die Bezugsgrundlage auswählen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 65 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 15 Minuten (gesamt: ca. 1,5 Zeitstunden). Wenn ein Unternehmen ein Umweltmanagementsystem einführen möchte, kann und sollte es sich am bereits vorliegenden Kenntnisstand bzgl. Umweltmanagementsystemen orientieren. Zur organisatorischen und inhaltlichen Umsetzung von Umweltmanagementsystemen liegen zwei Bezugsgrundlagen vor, an denen eine Orientierung sinnvoll ist:  EMAS , die „Verordnung (EG) Nr. 1221/ 2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 761/ 2001, sowie der Beschlüsse der Kommission 2001/ 681/ EG und 2006/ 193/ EG“ (EMAS), kurz Öko-Audit-Verordnung ( EMAS III ). 123  die DIN EN ISO 14001 , die Norm „Umweltmanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“. Als EMAS auf europäischer Ebene 1993 in Kraft gesetzt wurde, lagen die Ziele der Einführung insbesondere in der Förderung der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung von Organisationen, im Offenlegen von Informationen über die Umweltleistung, in einer aktiven Beteiligung der Beschäftigten mit Erhalt einer angemessenen Schulung und im Führen eines offenen Dialogs mit der Öffentlichkeit und anderen interessierten Kreisen. Durch die Einführung der internationalen Norm DIN EN ISO 14001 sollten v.a. Umweltmanagementsysteme international vereinheitlicht und die ständige Verbesserung dieser Managementsysteme erreicht werden. Alle Organisationen (Unternehmen, Verbände, Vereine etc.) aller Branchen (Produktion, Dienstleistung etc.) können ein Umweltmanagementsystem nach einem dieser beiden Bezugsgrundlagen implementieren. Eine rechtliche Notwendigkeit im Sinne eines Gesetzes oder einer Verordnung zur Umsetzung von Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsystemen gibt es nicht . Diese beiden Bezugsgrundlagen weisen in ihren administrativen Voraussetzungen und in der inhaltlich-formalen Umsetzung viele Gemeinsamkeiten auf. Bei einzelnen formalen Elementen liegen allerdings (auch inhaltlich) größere Unterschiede vor, hinsichtlich 123 EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme (im englischen Titel der Verordnung), „III“ für die Neufassung der Verordnung, die die Fassung „II“ ersetzte, die wiederum die Fassung „I“ ersetzt hat. <?page no="100"?> 86 Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden  der ersten Umweltprüfung , die nach EMAS III umfassend ist und deren Durchführung notwendig ist, nach DIN EN ISO 14001 wird sie empfohlen und ihr Umfang bleibt offen,  der umfassenden Umwelterklärung zur Information der Öffentlichkeit, die nach EMAS III erstellt werden muss, nach DIN EN ISO 14001 nicht,  der Übermittlung der Umwelterklärung und der Eintragung in das Standortregister der EU nach EMAS III; bei DIN EN ISO 14001 gibt es kein Register der Unternehmen, die ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 umgesetzt haben. Unterschiede, v.a. in den Bezeichnungen der einzelnen Elemente , liegen vor bei der Umweltbetriebsprüfung nach EMAS III, die nach DIN EN ISO 14001 als Umweltmanagementsystem- Audit bezeichnet wird. Ergeben sich bei EMAS III aufgrund der Umweltbetriebsprüfung Handlungsmaßnahmen, werden diese als Anpassungen bzw. Änderungen bezeichnet; liegen nach DIN EN ISO 14001 beim Umweltmanagementsystem-Audit Abweichungen vor, werden Korrektur- und Vorsorgemaßnahmen notwendig. Die Anforderungen an das eigentliche Umweltmanagementsystem sind bei beiden Bezugsgrundlagen identisch , da die DIN EN ISO 14001 in den Anhang der Öko-Audit-Verordnung integriert wurde. Hinzu kommen zwei weitere Aspekte, die sich aus den Unterschieden der Bezugsgrundlagen ergeben:  Wenn im Unternehmen andere (und eventuell bereits zertifizierte) Managementsysteme vorhanden sind, z.B. für Energie, für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, oder für Qualität, können zunächst bei der Implementierung von DIN EN ISO 14001 eine Vielzahl von Synergien genutzt werden. Die darüberhinausgehenden Anforderungen von EMAS können dann immer noch später ergänzt werden.  Da die Anforderungen von EMAS über die der DIN EN ISO 14001 hinausgehen, ist EMAS mit höheren Implementierungskosten verbunden. Allerdings ist auch der Nutzen höher, insbesondere durch eine systematische Erkennung und Nutzung von Einsparungspotentialen im Zuge der umfassenden Umweltprüfung und durch die öffentlichkeitswirksame Publikation der Umwelterklärung, die ein besseres Image und eventuell höhere Umsätze bedeutet. 124 Die Entscheidung, welches der beiden Systeme umgesetzt wird, hängt aber nicht nur von den Unterschieden und der Kosten-Nutzen-Relation ab, sondern auch von der umweltbezogenen Positionierung und der Strategie des Unternehmens. 125 Setzt das Unternehmen mit einer dominanten Umweltpositionierung auf eine Innovationsstrategie, ist die Umsetzung von EMAS zu empfehlen. Wenn das Unternehmen ein nachhaltiges Umweltmanagement umsetzen bzw. ein nachhaltiges Umweltmanagementsystem implementieren möchte, ist dies unabhängig von der Wahl der Bezugsgrundlage: In beiden Fällen ist es notwendig, dass sich das Unternehmen solche Ziele setzt, die sich an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung orientieren. 124 Detailliert zu Kosten und Nutzen siehe ENGELFRIED (2011: 166-169). 125 Die Freiwilligkeit zur Umsetzung eines Umweltmanagementsystems kann stark eingeschränkt werden, wenn z.B. Abnehmer oder Kunden in der Wertschöpfungskette ein Umweltmanagementsystem einfordern, ebenso die Entscheidung, welches der beiden Bezugssysteme gewählt wird. <?page no="101"?> Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden 87 Übung 39: Vergleich von EMAS III und DIN EN ISO 14001 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Ordnen Sie den Kriterien zur Unterscheidung der Bezugssysteme EMAS und DIN EN ISO 14001 jeweils das konkrete Merkmal zu.  35 Minuten Quelle: Verändert nach ENGELFRIED (2011: 163/ 164). Merkmale von EMAS bzw. DIN EN ISO 14001: Aushändigung eines Zertifikats │ DAU (Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter) │ DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) │ EMAS-Logo zur Teilnahme am Gemeinschaftssystem │ europäische Verordnung EMAS (bzw. UAG) │ externer Auditzyklus nicht festgelegt (in der Praxis üblich alle drei Jahre) │ externer Auditzyklus vollständig alle drei Jahre (bei kleinen Organisationen alle vier Jahre) │ Gemeinschaftssystem einschließlich Umweltmanagementsystem │ (evtl.) geringerer Dokumentationsaufwand │ in Ländern der EU │ internationale Norm DIN EN ISO 14001 │ interner Auditzyklus jährlich (bei kleinen Organisationen alle zwei Jahre) │ interner Auditzyklus nicht festgelegt (in der Praxis üblich jährlich) │ kein Logo, sondern Bestätigung durch Zertifizierungsorganisation │ keine Registrierung │ Organisationen │ Registrierung │ Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Umweltleistung, d.h. der Reduzierung der Umweltauswirkungen, und auf der Information der Öffentlichkeit │ Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Umweltmanagementsystems, um Reduzierungen der Umweltauswirkungen zu erzielen │ Standorte bzw. Organisationen │ Teilnahmeerklärung am Gemeinschaftssystem und Eintrag in das EMAS-Register │ Umwelterklärung muss veröffentlicht werden │ Umweltmanagementsystem │ Umweltpolitik muss öffentlich zugänglich sein │ Validierung durch akkreditierten Umweltgutachter bzw. Umweltgutachterorganisation │ Verlängerung der Auditzyklen │ Verpflichtung zu kontinuierlicher Verbesserung der Umweltleistung │ Verpflichtung zu kontinuierlicher Verbesserung des Umweltmanagementsystems │ weltweit │ Zertifizierung durch akkreditierte Zertifizierungsorganisation Nr. Kriterium EMAS III DIN EN ISO 14001 1 Bezugsgrundlage/ -text 2 Geltungs-/ Anwendungsbereich 3 Systembezug 4 Auditobjekt 5 Aufbau des Bezugstextes 6 Ziel <?page no="102"?> 88 Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden 7 Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung 8 KMU-Erleichterung 9 Interner Auditzyklus 10 Externer Auditzyklus 11 Veröffentlichung 12 externe Begutachtung bzw. Überprüfung 13 Überwachung der Umweltgutachter bzw. -organisation bzw. der Zertifizierungsorganisation 14 Erfolgsbestätigung 15 Logo zur Erfolgsbestätigung 16 Registrierung der Standorte <?page no="103"?> Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden 89 Übung 40: Mindmap zum betrieblichen Umweltschutz Schwierigkeit:  Trainingsziel: Strukturieren, Logik Übungstyp: Mindmap erstellen Aufgabe: Strukturieren Sie die folgenden Schlagworte mit der Methode der Mindmap. Eine Mindmap ist eine Visualisierungsmethode, die Ihnen hilft, sich die Inhalte besser einzuprägen. Wählen Sie als zentralen Begriff der Mindmap „ Betrieblicher Umweltschutz “.  30 Minuten Anmerkung: Alternativ können Sie auch eine Gliederung erstellen, wie Sie in wissenschaftlichen Publikationen üblich ist, also mit einer Nummerierung der Kapitel mit 1, 1.1, 1.2, 2 etc. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. In der Mindmap zum betrieblichen Umweltschutz zu verwendende Begriffe: Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme | DIN EN ISO 14001 | EMAS III | End-ofpipe-Umweltschutztechnologien | Ereignisse zur Umweltbewusstseinsbildung | fehlendes Umweltschutz-Know-how | Hemmnisse der Einführung von Umweltmanagement | Hintergründe nachhaltigen Wirtschaftens | Imagegewinn | Instrumente | integrierte Umweltschutztechnologien | intergenerationelle Verantwortung | intragenerationelle Verantwortung | Kosten der Einführung | Kostenreduzierung | Leitbilder für nachhaltiges Wirtschaften | Motivationserhöhung | Rechtssicherheit | Umsatzsteigerung | umweltorientierte Kommunikationspolitik | umweltorientierte Positionierung und Strategie | Umweltraumkonzept | umweltrechtliche Voraussetzungen | Umweltschutztechnik | umweltverträgliche Produktionspolitik | umweltverträgliche Produktpolitik | Vorteile von Umweltmanagement | Vorurteile <?page no="104"?> 90 Schritt 7: Die Bezugsgrundlagen für Umweltmanagementsysteme unterscheiden Übung 41: Abkürzungen von Begriffen aus dem Umweltschutz Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe: Schreiben Sie die korrekte Bezeichnung der Abkürzung auf. Erfinden Sie zu jeder Abkürzung neue Fantasiebezeichnungen, so viele wie möglich, mindestens drei.  20 Minuten Beispiel: Abkürzung: AG, korrekte Bezeichnung: Aktiengesellschaft, Fantasiebezeichnung: Alles Gut! Anmerkung: Die korrekten Bezeichnungen finden Sie im Abkürzungsverzeichnis. Lösungen werden nicht aufgeführt. Nr. Abkürzung korrekte Bezeichnung Fantasiebezeichnungen 1 AKW 2 GAU 3 MAK 4 UNEP 5 FCKW 6 EMAS 7 DIN 8 ÖPNV 9 UBA 10 WHG 11 BUND 12 MIPS <?page no="105"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Lernziele ► Grundlagen der Prozessorganisation und Prozessarten kennen und verstehen. ► Prozesse regeln, Prozessorganisation in Grundzügen umsetzen, einschließlich Verfahrensanweisungen und Dokumentenlenkung. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 30 Minuten, Bearbeitung der Übungen 105 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 20 Minuten (gesamt: ca. 2,5 Zeitstunden). Die Norm DIN EN ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme gibt vor, dass das Managementsystem prozessorientiert aufgebaut sein soll. Prozessorganisation ist daher die Grundlage für die Implementierung eines Umweltmanagementsystems. 126 Dabei richtet sich der Fokus in der Organisation des Unternehmens nicht mehr primär auf die Organisationseinheiten ( Aufbauorganisation ), sondern auf funktions- und abteilungsübergreifende Abläufe ( Ablauforganisation ), also auf Prozesse. Ein betrieblicher Prozess ist eine Input-Output-Beziehung , die beim (internen oder externen) Kunden beginnt (Prozessauslöser) und beim (internen oder externen) Kunden endet. Er besteht aus mehreren Prozessschritten bzw. konkreten Tätigkeiten , die in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt werden, um die gewünschten Prozessergebnisse möglichst sicher zu erreichen. Die Bezeichnung eines Prozesses bzw. eines Prozessschrittes besteht aus einem Substantiv und einem Verb, z.B. „Produkt herstellen“. 127 Es werden drei Arten von Prozessen unterschieden:  Kernprozesse (synonym: Wertschöpfungsprozesse , Schlüsselprozesse ) haben einen direkten Bezug zu den erstellten Dienstleistungen oder Produkten und führen dazu, dass die Kunden die von ihnen erwarteten bzw. die vereinbarten Leistungen erhalten,  Führungsprozesse dienen der Steuerung des Unternehmens,  Unterstützungsprozesse (synonym: Supportprozesse , Hilfsprozesse ) weisen keinen direkten Bezug zum Leistungsangebot auf, sind aber wichtig, um die Kernprozesse erfolgreich durchführen zu können. Ausgehend von der Prozessorganisation gelten für Umweltmanagementsysteme folgende Grundsätze :  Die Verantwortung für Umweltschutz liegt bei der obersten Leitung.  Alle Beschäftigten sind für Umweltschutz zuständig.  Maßnahmen zum Umweltschutz müssen in allen umweltrelevanten Prozessen durchgeführt werden, also abteilungs-, funktions- und unternehmensübergreifend.  Regelmäßige Überwachung (Audits) der Prozesse ist zu gewährleisten. 126 Dies gilt auch für die DIN EN ISO 9001 für Qualitätsmanagement bzw. Qualitätsmanagementsysteme. 127 Umfassend und ausführlich zur Prozessorganisation siehe u.a. BECKER/ KUGELER/ ROSEMANN (2012), FISCHERMANNS (2013), GAITANIDES (2013), WILHELM (2007). <?page no="106"?> 92 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen  Ständige Verbesserung der Prozesse zur Reduzierung und Vermeidung von Umweltauswirkungen (meist anhand der Methode des PDCA-Zyklus durchgeführt) ist zu gewährleisten. 128 Bei der Einführung einer Prozessorganisation sind zuerst die Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse zu ermitteln, und eine Prozesslandkarte und ein Organigramm (synonym: Organogramm ) zu erstellen, wobei das Organigramm der Darstellung der Aufbauorganisation entspricht und dieses zur Ergänzung der Prozesslandkarte dient. Ebenso sind generelle Regelungen aufzustellen, wie die Verantwortlichkeiten zu regeln sind, wie die Dokumentenlenkung zu erfolgen hat, wie Audits durchzuführen sind und wie die ständige Verbesserung , auch KVP genannt, zu konzipieren ist. Anschließend werden die einzelnen Prozesse geregelt, d.h. es ist eine Verfahrensanweisung für jeden umweltrelevanten Prozess zu erstellen. Dies bedeutet, es gibt im Unternehmen so viele Verfahrensanweisungen wie Prozesse. Eine Verfahrensanweisung umfasst folgende Inhalte, die im Zuge der Umsetzung der Prozessorganisation zu erarbeiten sind:  eine Beschreibung des Prozesses , des Zwecks des Prozesses und zu welchem Zweck dieser Prozess geregelt werden soll (und somit, weshalb er Bestandteil des Umweltmanagementsystems ist),  die Vorgaben (Input) und Ergebnisse (Output) des Prozesses,  Begriffsbestimmungen, Definitionen und Abkürzungen für den Prozess,  eine Auflistung der für den Prozess spezifisch mitgeltenden Unterlagen (z.B. Rechtsvorschriften, weitere Handbücher),  eine Beschreibung der Umweltauswirkungen des Prozesses und der einzelnen Prozessschritte bzw. Tätigkeiten und ihrer Bedeutung für die Umwelt sowie der Auswirkungen des Unterlassens (synonym: Nichteinhaltens) dieser Tätigkeiten sowie der Rolle der ausführenden Personen,  ein Flussdiagramm , das alle umweltrelevanten Prozessschritte und Tätigkeiten und deren Beziehung zueinander abbildet, 129  Regelungen der Verantwortlichkeiten ,  Regelungen zur Lenkung der Dokumente ,  Arbeitsanweisungen für die im Prozess durchzuführenden komplexen umweltrelevanten Tätigkeiten , um die Verständlichkeit zu erhöhen; sie können Checklisten, Merklisten, Ablaufschemata etc. enthalten. Für die Regelung der Verantwortlichkeiten empfiehlt es sich, für jeden Prozess die übersichtliche Darstellung in Form einer Matrix zu wählen und eine Verantwortungsmatrix (synonym: Verantwortlichkeitsmatrix ) mit den Verantwortlichkeiten für die einzelnen Prozessschritte zu erstellen. 130 Auf der horizontalen Achse werden zeilenweise die umweltrelevanten Prozessschritte bzw. Tätigkeiten eingetragen (jeweils eine Zeile), auf der vertikalen Achse spaltenweise jede Position (bzw. Funktion oder auch einzelne Beschäftigte), die an der umweltrelevanten Tätigkeit beteiligt ist (jeweils eine Spalte). Anschließend wird in einzelne Felder der Matrix die Art der Betei- 128 Synonym für ständige Verbesserung: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP, Kaizen . Diese Grundsätze und die folgenden Ausführungen gelten analog für qualitätsrelevante Prozesse. Umfassend und ausführlich zu Qualitätsmanagement siehe u.a. GEIGER/ KOTTE (2008), HERING/ TRIEMEL/ BLANK (2013), PFEIFER/ SCHMITT (2020), ZOLLONDZ (2011). 129 Oder EPK. 130 Ausführlich dazu siehe ENGELFRIED (2011: 113-115, 124/ 125, 128). <?page no="107"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen 93 ligung eingetragen: Verantwortung und Stellvertretung, Durchführung und Stellvertretung, Kontrolle und Stellvertretung, Informationsweitergabe (wer gibt weiter) und Informationserhalt (wer erhält). Die Regelung zur Lenkung der Dokumente 131 bedeutet eine Beschreibung für das Einführen und Aufrechterhalten eines Verfahrens für die Kennzeichnung, Pflege, Archivierung und Beseitigung 132 von Dokumenten. Für die Dokumentenlenkung empfiehlt es sich, für jeden Prozess die übersichtliche Darstellung in Form einer Matrix zu wählen und eine Dokumentenmatrix für die vorhandenen Dokumente zu erstellen. 133 Auf der horizontalen Achse werden zeilenweise die umweltrelevanten Dokumente eingetragen (jeweils eine Zeile), auf der vertikalen Achse spaltenweise jede Position (bzw. Funktion oder auch einzelne Beschäftigte), die mit dem Dokument zu tun hat (jeweils eine Spalte). Anschließend wird in einzelne Felder der Matrix die Art der Beteiligung am Dokument eingetragen: Erstellen/ Herausgeben/ Ändern/ Aufbewahren/ Archivieren/ Beseitigen (einschließlich Sicherung gegen unbefugte Änderung) und Stellvertretung, Überprüfen/ Genehmigen (synonym: Freigeben) und Stellvertretung, Verteiler (wer erhält das Dokument). Im Sinne eines betrieblichen Informationssystems (bzw. Informationsmanagements) ist zu gewährleisten, dass die Dokumente u.a. angemessen, gut lesbar, datiert, lückenlos, leicht identifizierbar und leicht auffindbar aufbewahrt sind, d.h. dass ein Kennzeichnungssystem vorhanden ist, dass sie in Ordnung und aktuell gehalten werden, und dass sie auch an den Stellen, an denen sie zur Ausübung der Tätigkeiten benötigt werden, verfügbar sind (gegebenenfalls in Form von Kopien, Durchschlägen, Zweitschriften etc.). Die Abgrenzung von Prozessen und deren Zuordnung als Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozess ist nicht immer eindeutig. Bezüglich Umweltmanagement stellt die Planung und das Gewährleisten der Aufrechterhaltung des Umweltmanagementsystems einen Führungsprozess dar (Prozess: Umweltmanagement planen ), die Implementierung und die Durchführung von Umweltmanagement wird als Unterstützungsprozess betrachtet (Prozess: Umweltmanagement durchführen ). Ist Umweltschutz aber, wie im Falle eines nachhaltigen Umweltmanagements , ein wesentlicher Bestandteil der Kundenanforderungen , des Leistungsprofils und der umweltbezogenen Positionierung des Unternehmens, kann der Prozess „Umweltmanagement durchführen“ auch als Kernprozess bewertet werden. Wenn noch keine Prozessorganisation im Unternehmen umgesetzt wurde, ist diese zunächst umzusetzen; anschließend sind die umweltrelevanten Aspekte zu berücksichtigen (einschließlich Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz). Ist Prozessorganisation bereits im Unternehmen umgesetzt, sind in jedem Prozess bzw. Prozessschritt „nur“ noch die Umweltaspekte und die Umweltauswirkungen zu erfassen und anschließend die Vermeidung bzw. Verminderung der Umweltauswirkungen gemäß den festgelegten Umweltzielen in einem Maßnahmenplan festzulegen. 131 Dokumente sind z.B. Genehmigungsbescheide, behördliche und rechtliche Forderungen, Prüfvorschriften, das Umweltmanagementhandbuch, Mess-, Prüf- und Wartungsprotokolle, Formulare oder Formblätter für umweltrelevante Auswirkungen, Berichte von Consultingunternehmen oder Aufzeichnungen über Schulungen. 132 Eigentlich ein Löschen bzw. Vernichten von nicht mehr aktuellen Dokumenten bzw. Unterlagen. 133 Ausführlich dazu siehe ENGELFRIED (2011: 115-117, 129). <?page no="108"?> 94 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Übung 42: Definitionen zur Prozessorganisation Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Lückentext (fehlende Wortteile) Aufgabe: Setzen Sie die fehlenden Wortteile in die Lücken ein.  12 Minuten Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: passim). Prozesslandkarte: Abbildung al _ _ _ Prozesse u _ _ deren logi _ _ _ _ Anordnung, al _ _ ein Über _ _ _ _ _ , welche Proz _ _ _ _ es in ei _ _ _ Unternehmen gi _ _ und w _ _ diese zusamme _ _ _ _ _ _ _ .  fehlende Wortteile: bt | nem | ie | sche | esse | so | blick | nhängen | ler | nd Organigramm: Abbildung al _ _ _ Unternehmensbereiche b _ _ . Funktionen (Posit _ _ _ _ _ ) und de _ _ _ Beziehung zuein _ _ _ _ _ , einschließlich al _ _ _ Funktionen b _ _ . Positionen, d _ _ aufgrund v _ _ Rechtsvorschriften enth _ _ _ _ _ sein müs _ _ _ .  fehlende Wortteile: zw | ander | on | alten | ie | ler | sen | ionen | zw | ler | ren Flussdiagramm: Abbildung ei _ _ _ Prozesses, d _ _ alle Prozess _ _ _ _ _ _ _ _ , mit de _ _ _ die Vorg _ _ _ _ (Input) in d _ _ Ergebnisse (Out _ _ _ ) überführt wer _ _ _ , und d _ _ Folgebeziehungen zwis _ _ _ _ diesen Prozesss _ _ _ _ _ _ _ _ enthält.  fehlende Wortteile: ie | ie | aben | chen | put | nen | chritten | schritte | nes | ie | den Verfahrensanweisung: Detaillierte Festl _ _ _ _ _ bzw. Beschr _ _ _ _ _ _ eines Proz _ _ _ _ _ .  fehlende Wortteile: egung | esses | eibung Arbeitsanweisung: Sehr gen _ _ _ Festlegung b _ _ . Beschreibung, w _ _ einzelne, komp _ _ _ _ umweltrelevante Tätig _ _ _ _ _ _ auszuführen si _ _ , wann, in wel _ _ _ _ zeitlichen Inter _ _ _ _ _ _ und zu wel _ _ _ _ Zweck, w _ _ verantwortlich i _ _ , sie durch _ _ _ _ _ und Inform _ _ _ _ _ _ _ weitergibt u _ _ wie m _ _ den Dokum _ _ _ _ _ umgegangen wi _ _ .  fehlende Wortteile: führt | ie | st | vallen | lexe | aue | nd | keiten | zw | enten | chen | chem | rd | er | nd | it | ationen Qualität: Merkmale ei _ _ _ Produktes erfü _ _ _ _ die vorgeg _ _ _ _ _ _ Anforderungen od _ _ die reali _ _ _ _ _ _ Beschaffenheit ei _ _ _ Produktes sti _ _ _ mit sei _ _ _ vorgegebenen Beschaf _ _ _ _ _ _ _ überein od _ _ die herges _ _ _ _ _ _ _ Produkte erfü _ _ _ _ die festge _ _ _ _ _ _ technischen Merk _ _ _ _ , sind in die _ _ _ Sinne fehle _ _ _ _ _ und erfü _ _ _ _ die Anford _ _ _ _ _ _ _ der Kun _ _ _ .  fehlende Wortteile: nes | fenheit | ner | nes | llen | er | sem | rfrei | er | mmt | sierte | male | erungen | llen | llen | tellten | legten | den | ebenen <?page no="109"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen 95 Übung 43: Umweltrelevante Führungsprozesse Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe: Lesen Sie laut den Text - der Text ist „auf dem Kopf stehend“ ausgegeben. Notieren Sie dabei die für Sie wichtigen Schlüsselwörter.  30 Minuten Quelle: ENGELFRIED (2011: passim). Umweltrelevante Führungsprozesse:  e i n e u m w e l t o r i e n t i e r t e S t r a t e g i e d e s U n t e r n e h m e n s u n d e i n u m w e l t o r i e n t i e r t e s M a r k e t i n g m i t e x t e r n e r K o m m u n i k a t i o n p l a n e n , e i n s c h l i e ß l i c h d e s N a c h w e i s e s e i n e s o f f e n e n D i a l o g s m i t d e r Ö f f e n t l i c h k e i t ,  e i n e u m w e l t o r i e n t i e r t e P e r s o n a l p o l i t i k p l a n e n ,  e i n e u m w e l t o r i e n t i e r t e F o r s c h u n g s u n d E n t w i c k l u n g s p o l i t i k p l a n e n ,  e i n e u m w e l t o r i e n t i e r t e F i n a n z i e r u n g / L i q u i d i t ä t p l a n e n , d . h . u m w e l t o r i e n t i e r t e I n v e s t i t i o n s u n d F i n a n z p o l i t i k p l a n e n ,  d i e U m w e l t p o l i t i k f e s t l e g e n ,  d a s U m w e l t p r o g r a m m f e s t l e g e n ,  d i e O r g a n i s a t i o n b z w . d a s U m w e l t m a n a g e m e n t s y s t e m p l a n e n , d i e A u f r e c h t e r h a l t u n g , d i e P f l e g e u n d d i e W e i t e r e n t w i c k l u n g g e w ä h r l e i s t e n u n d v e r a n l a s s e n , d a s s d a s U m w e l t m a n a g e m e n t s y s t e m i m p l e m e n t i e r t w i r d , e i n s c h l i e ß l i c h e i n e s B e a u f t r a g t e n d e r o b e r s t e n L e i t u n g f ü r d a s U m w e l t m a n a g e m e n t f e s t l e g e n u n d d i e S y s t e m e l e m e n t e d e s U m w e l t m a n a g e m e n t s y s t e m s b e s c h r e i b e n ,  d i e U m w e l t l e i s t u n g u n d d i e L e i s t u n g s f ä h i g k e i t d e s M a n a g e m e n t s m e s s e n ,  d a s V e r f a h r e n b e i d e r V a l i d i e r u n g b z w . Z e r t i f i z i e r u n g d e s U m w e l t m a n a g e m e n t s y s t e m s p l a n e n . Wichtige Schlüsselwörter: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="110"?> 96 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Übung 44: Umweltrelevante Kern- und Unterstützungsprozesse Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Lückentext (fehlende Wortteile) Aufgabe: Setzen Sie die fehlenden Wortteile in die Lücken ein.  20 Minuten Quelle: ENGELFRIED (2011: passim). Umweltrelevante Kernprozesse:  Ang _ _ _ _ bearb _ _ _ _ _ ,  Pro _ _ _ _ pla _ _ _ b _ _ . F&E durch _ _ _ _ _ _ ,  Produ _ _ _ _ _ u _ _ Demo _ _ _ _ _ b _ _ . Recy _ _ _ _ _ b _ _ . Kreislau _ _ _ _ _ _ _ _ , einschl _ _ _ _ _ _ _ Abwa _ _ _ _ u _ _ Notfall _ _ _ _ _ _ _ _ u _ _ Notfallm _ _ _ _ _ _ _ _ u _ _ F&E pla _ _ _ ,  Ein _ _ _ _ pla _ _ _ u _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  F&E durch _ _ _ _ _ _ ,  Pro _ _ _ _ herst _ _ _ _ _ b _ _ . Dienstl _ _ _ _ _ _ _ erbr _ _ _ _ _ ,  Vert _ _ _ _ b _ _ . Ser _ _ _ _ u _ _ Redistr _ _ _ _ _ _ _ pla _ _ _ u _ _ durch _ _ _ _ _ _ , einschl _ _ _ _ _ _ _ Distri _ _ _ _ _ _ _ u _ _ Redistribut _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ pla _ _ _ ,  Demo _ _ _ _ _ b _ _ . Recy _ _ _ _ _ b _ _ . Kreislau _ _ _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ .  fehlende Wortteile: führen | zw | butions | nd | ktion | nen | cling | kauf | nd | führen | zw | cling | vice | ntage | nen | sser | nen | rieb | nd | aßnahmen | ebot | eistung | nd | nen | nen | nd | vorsorge | ionslogistik | ntage | ibution | zw | ießlich | nd | führen | eiten | ellen | fführung | nd | nd | ießlich | dukt | zw | führen | zw | dukt | fführung | zw | ingen | zw | führen Wesentliche umweltrelevante Unterstützungsprozesse:  Rechnun _ _ _ _ _ _ _ u _ _ . Contr _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Mark _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Personalm _ _ _ _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Umweltma _ _ _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Trans _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Grund _ _ _ _ _ _ u _ _ Geb _ _ _ _ man _ _ _ _ ,  Instand _ _ _ _ _ _ _ , d.h. Inspe _ _ _ _ _ , War _ _ _ _ u _ _ Repa _ _ _ _ _ , durch _ _ _ _ _ _ ,  Vertragsm _ _ _ _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ , d.h. d _ _ Vertragsg _ _ _ _ _ _ _ _ _ u _ _ Vertrag _ _ _ _ _ _ _ _ durch _ _ _ _ _ _ ,  Fremd _ _ _ _ _ _ , d _ _ am Stan _ _ _ _ arbe _ _ _ _ , ausw _ _ _ _ _ u _ _ überp _ _ _ _ _ .  fehlende Wortteile: führen | ratur | tung | haltung | führen | nagement | sprüfung | anagement | nd | olling | ählen | nd | rüfen | eting | firmen | porte | führen | ie | estaltung | führen | ie | nd | stücke | as | führen | ktion | iten | nd | anagement | dort | führen | äude | gswesen | führen | agen | nd | führen <?page no="111"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen 97 Übung 45: Verfahrensanweisung für einen Prozess erstellen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Erstellen Sie eine Verfahrensanweisung für einen Prozess Ihrer Wahl.  45 Minuten Anmerkung: Wählen Sie einen einfachen Prozess, dessen einzelne Schritte Ihnen im Prinzip bekannt sind, z.B. „Auto in einer Werkstatt reparieren“ oder „Pizza in einem italienischen Restaurant bereitstellen“. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Bewegungs- und Entspannungsübungen Bewegungsübungen , also Übungen, die auf Bewegungselementen basieren, und Entspannungsübungen , also Übungen die Entspannungstechniken enthalten (können) und zur geistigen und körperlichen Entspannung dienen, werden im Seminar- oder Vorlesungsablauf insbesondere zur Wiedererlangung der Konzentrationsfähigkeit eingesetzt. Selbstverständlich können auch sie mit fachspezifischen Inhalten durchgeführt und somit eingesetzt werden, ohne den Fachbezug zu verlassen. Die hier aufgeführten Inhalte der Bewegungs- und Entspannungsübungen sind beispielhaft und werden nicht den einzelnen Schritten zugeordnet. Wenn solche Übungen in den Seminarablauf eingeplant werden, ist darauf zu achten, dass der Bewegungsumfang, die Bewegungsformen und die Dauer der Bewegungsübung an die jeweilige Zielgruppe und die räumlichen Gegebenheiten angepasst sind. Eine besondere Form von Bewegungsübungen sind „ Fingerübungen “. Dabei bleiben die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer an Ihren Plätzen sitzen und halten die Arme über die Tische. Solche Übungen werden ausschließlich mit den Händen bzw. den Fingern durchgeführt. Für Fingerübungen bietet sich eine weitere, sehr interessante Möglichkeit der Ausgestaltung an: Die Einübung und Anwendung des Fingeralphabets in der Gebärdensprache. 134 Hiermit könnten z.B. Fachbegriffe aus den jeweiligen Fachdisziplinen, hier Umweltschutz bzw. Umweltmanagement, „gefingert” werden - eine solche Übung könnte auch einen Beitrag zur Inklusion leisten. 134 Z.B. www.wikipedia.org, ergänzend www.gehoerlosen-bund.de. <?page no="112"?> 98 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Übung 46: Besichtigung eines Öko-Bauernhofs Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich hinter Ihre Stühle. Ein Teilnehmer, eine Teilnehmerin oder der Dozent erzählt die Geschichte. Wird in der Geschichte  ein Tier genannt, machen Sie eine Kniebeuge,  ein Fachbegriff aus der Landwirtschaft genannt, klatschen Sie zweimal in die Hände.  ca. 5 Minuten Anmerkung: Diese Übung eignet sich vor allem für Lernprozesse, die in Gruppen stattfinden. Sie weist integrative Inhalte auf im Zusammenhang zur Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung. Die Geschichte: Die Journalistin besucht für ihre Recherchen einen Ökobauernhof. Sie interessiert sich für die Haltung der ca. 120 Milchkühe, für die der Landwirt Hermann Meier ein neues, artgerechtes Tierhaltungskonzept erprobt. In der Hofzufahrt laufen einige Hühner, eine Katze streunt herum, und vor dem Haus liegt ein brauner, alter Schäferhund. Die Obstbäume auf dem Hofgelände blühen gerade. Einige Kundinnen und Kunden warten im Hofladen. Die Besichtigung beginnt bei der Biogasanlage und den Solarzellen auf dem Stalldach, dann folgen die angrenzenden Weiden, die mit Elektroeinzäunungen umfasst sind. Die Kälber werden auf den Weiden mit den Mutterkühen gehalten. Danach wird die Journalistin in den Stall geführt, in dem die Kühe nur im Winter sind. Der Bauer fordert sie auf, sich die sehr sauberen Melkmaschinen und die vollautomatisierte Waschanlage für die Euter der Kühe genauer anzuschauen. Das Futter der Kühe stammt ausschließlich von den Wiesen und den Äckern des Bauern, wird ohne Pestizide und ohne künstliche Düngemittel angebaut, und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge mit mindestens sechs Feldfrüchten wird eingehalten. Erosionsvermindernde Bodenbearbeitung wird ebenfalls umgesetzt. Der Landwirt zeigt noch die vollautomatische Fütterungseinrichtung und sagt, dass die Kühe sich wohlfühlen, was man am glänzenden Fell, der guten Milchleistung und der sehr guten Milchqualität mit einer geringen Anzahl an Keimen erkennen könne. Zudem wurde seit einem Jahr kein Tierarzt mehr benötigt. Die Journalistin verabschiedet sich. Die Vögel zwitschern, aber die High-tech-Stalltechnik passt nicht so richtig in ihr Bild eines Ökobauernhofes. <?page no="113"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen 99 Übung 47: Meeting mit dem Umweltschutzverband Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich hinter Ihre Stühle. Ein Teilnehmer, eine Teilnehmerin oder der Dozent erzählt die Geschichte. Wird in der Geschichte  eine Person, Personengruppe oder Name genannt, machen Sie eine Kniebeuge,  eine Zahl genannt, strecken Sie die Arme deutlich nach oben,  ein Fachbegriff aus dem Umweltschutz genannt, klatschen Sie zweimal in die Hände.  ca. 5 Minuten Anmerkung: Diese Übung eignet sich vor allem für Lernprozesse, die in Gruppen stattfinden. Sie weist integrative Inhalte auf im Zusammenhang zur Flächennutzung und zum Artenschutz. Die Geschichte: Der Geschäftsführer und die Marketingleiterin treffen sich zu einem vertraulichen Gespräch mit drei Vertretern des Umweltschutzverbandes, um über die geplante Werkserweiterung zu sprechen. Der Rand des Naturschutzgebietes ist von den Plänen des Unternehmens, das am Standort mit ca. 1.200 Beschäftigten produziert, betroffen. Zudem wird sich die Immissionssituation deutlich zu Lasten der ca. 5.000 Anwohnerinnen und Anwohner verschlechtern. Die Stimmung der fünf Anwesenden ist sehr gespannt, zumal drei große deutsche Wochenzeitungen bereits über Details der Erweiterungspläne berichteten. Bei zwei Problemen scheint ein Konsens nur schwer möglich: die Frage nach den Ausgleichsflächen und der Immissionsschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner. Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass keine Tier- und Pflanzenarten der roten Liste bedroht würden. Der Biologe des Umweltverbandes sieht dies zwar ähnlich, jedoch würde die Fläche des Naturschutzgebietes zu klein. Er forderte deshalb eine direkt an das Naturschutzgebiet angrenzende Ausgleichsfläche von mindestens 10 Hektar. Der pensionierte Umwelttechniker des Verbandes schlug vor, statt der geplanten End-of-pipe- Technologien integrierte Maßnahmen einschließlich einer Produktionsumstellung vorzunehmen, die die Emissionen deutlich senken könnten, und zudem drei Substanzen, die unter dem Verdacht der Kanzerogenität stünden, ausschließen würden. Die Marketingleiterin weist schon zum zweiten Mal darauf hin, dass der Umweltschutzverband auf weitere Protestaktionen wegen der Imageschäden verzichten möge. Der Geschäftsführer sagt zu, diese Maßnahmen sechs Wochen vor Beginn des Genehmigungsverfahrens prüfen zu lassen. Nach 80 Minuten beendet der Geschäftsführer sehr freundlich das Treffen. <?page no="114"?> 100 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Übung 48: In der Forschungsabteilung Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich hinter Ihre Stühle. Ein Teilnehmer, eine Teilnehmerin oder der Dozent erzählt die Geschichte. Wird in der Geschichte  eine Person, Personengruppe oder Name genannt, machen Sie eine Kniebeuge,  eine Farbe genannt, strecken Sie die Arme deutlich nach oben,  eine Form genannt, drehen Sie sich einmal um die eigene Achse,  ein Fachbegriff aus dem ökologischen Design genannt, klatschen Sie zweimal in die Hände.  ca. 5 Minuten Anmerkung: Diese Übung eignet sich vor allem für Lernprozesse, die in Gruppen stattfinden. Sie vertieft die Begrifflichkeiten zum ökologischen Design und zeigt die Schnittstelle von Umweltmanagement zum Innovationsmanagement. Die Geschichte: Der Leiter der Forschungsabteilung besichtigt wöchentlich die Fortschritte der Designabteilung. In einer der weißgestrichenen Hallen liegen Gipsmodelle auf den grünbeigen, rechteckigen Arbeitstischen. Die überdimensionierten Spezialbildschirme der Computer leuchten fahlgrün. Der Forschungsleiter redet mit zwei Teamleiterinnen und einem Teamleiter, alle mit weißen Laborkitteln bekleidet, über den Stand der ökologischen Weiterentwicklung des Produktes. Eine der Teamleiterinnen zeigt eine neue aerodynamisch-abgerundete Form aus Recyclingmaterial, die andere Teamleiterin einen rot lackierten, biologisch abbaubaren Prototyp, der eine bionische Form aufweist. Zwei Ingenieure werden gebeten, ihre Meinung zu den technischen Umsetzungsmöglichkeiten der Produktentwürfe abzugeben. Beide Ingenieure halten die biologisch abbaubare Variante für sehr schwer realisierbar. Dann bemerkt der Forschungsleiter auf einem Konstruktionstisch ein Modell, welches er noch nicht gesehen hatte. Er fragt den Teamleiter, warum ihm dieses außergewöhnliche, dunkelblau lasierte Modell nicht gezeigt wurde. Die Teamleiterin erläutert, dass es sich um den Entwurf eines Praktikanten handle. Der Forschungsleiter lässt den Praktikanten rufen, der gerade im Archiv mit der Ablage befasst ist. Der unsicher auftretende Praktikant erläutert seinen blauen, demontierbaren und recyclingfähigen, noch unförmig wirkenden Entwurf. Der Forschungsleiter fordert, dass auch dieser Entwurf weiter in der engeren Designauswahl bleiben soll. <?page no="115"?> Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen 101 Übung 49: Auf dem Campus Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer halten Ihre Arme über dem Tisch und strecken sie aus. Dabei zeigt der Handrücken nach oben, die Finger sind leicht gestreckt. Ein Teilnehmer, eine Teilnehmerin oder der Dozent erzählt die Geschichte. Wird in der Geschichte  eine Person, Personengruppe oder ein Name genannt, legen Sie, während Sie die Hände drehen, zunächst die Unterseite des Daumens der rechten Hand auf die Unterseite des kleinen Fingers der linken Hand und dann die Unterseite des Daumens der linken Hand auf die Unterseite des kleinen Fingers der rechten Hand und wechseln Sie dreimal so ab, dass einmal der Daumen der rechten Hand und einmal der Daumen der linken Hand oben liegt,  eine umweltbeeinträchtigende Verhaltensweise genannt, legen Sie, während Sie die Hände drehen, zunächst die Unterseite des Zeigefingers der rechten Hand auf die Unterseite des Ringfingers der linken Hand und dann die Unterseite des Zeigefingers der linken Hand auf die Unterseite des Ringfingers der rechten Hand und wechseln Sie dreimal so ab, dass einmal der Zeigefinger der rechten Hand und einmal der Zeigefinger der linken Hand oben liegt.  ca. 5 Minuten Anmerkung: Diese Übung eignet sich vor allem für Lernprozesse, die in Gruppen stattfinden. Sie weist integrative Inhalte auf im Zusammenhang mit persönlichem Umweltschutzverhalten. Die Geschichte: Der Student Tim, der in der Campus-Umwelt-AG mitarbeitet, hört zufällig auf dem Campus vor der Mensa ein Gespräch unter Mitstudierenden. Sein Kumpel Max erzählt vom Kurztrip nach London ins British Museum mit seinen Eltern. Sarah, eine Studentin aus seinem Semester, berichtet von ihrem Mut beim Fallschirmsprung, den sie von ihren Großeltern zum zwanzigsten Geburtstag geschenkt bekam. Zwischendurch nimmt ein Student, den er aus dem Wohnheim kennt, einen Schluck Apfelsaftschorle aus der Einwegflasche, während ein anderer einen heißen Kaffee aus einem Einmal- ToGo-Becher trinkt. Den Frischhaltebeutel für das mitgebrachte Brötchen wirft dieser in den Mülleimer. Nach einem Blick auf die Uhr der Mensa geht Tim schnell und kurz grüßend an der Gruppe vorbei. In einiger Entfernung beobachtet er einen Mitarbeiter vom Wachdienst, wie dieser Zigarette rauchend um das Hörsaalgebäude geht. Nachdenklich geht Tim in seine nächste Vorlesung. <?page no="116"?> 102 Schritt 8: Prozessorganisation als Grundlage von Umweltmanagementsystemen umsetzen Übung 50: Umweltorientierte Gedankenreise (auch als Fantasiereise, Traumreise oder aktive Imagination bezeichnet) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit wiedererlangen Übungstyp: Entspannungsübung Aufgabe 1: Stehen Sie von Ihrem Arbeitsplatz auf und legen Sie sich bequem auf ein Sofa oder setzen Sie sich in einen bequemen Sessel o.ä. Kommen Sie zur Ruhe. Schließen Sie die Augen und reisen Sie gedanklich zu Ihrem Lieblingsort im Freien oder an einen Ort, den Sie schon immer gerne bereisen wollten. Wenn Sie dort angelangt sind, atmen Sie ca. zehn Mal tief ein und aus. Anschließend verweilen Sie an diesem Ort ruhig atmend fünf bis sieben Minuten. Genießen Sie den Aufenthalt, prägen Sie sich die Bilder, Gerüche, Geräusche und Gefühle ein, und kommen Sie danach wieder an den Arbeitsplatz zurück.  5 bis 7 Minuten Anmerkung: Wenn Sie merken, dass sich während der Imagination für Sie belastende Bilder oder negative Gefühle einstellen, brechen Sie die Übung umgehend ab! Aufgabe 2: Machen Sie sich die Umweltbedingungen an dem Ort Ihrer Gedankenreise bewusst.  5 Minuten Anmerkung: Diese Übung können Sie alleine durchführen. Sie eignet sich auch für Lernprozesse, die in Gruppen stattfinden. Sie weist integrative Inhalte auf im Zusammenhang mit Umweltbedingungen bzw. Umweltbelastungen. Beachten Sie unbedingt den Hinweis zur „Gedankenreise“ bei den Lösungen! <?page no="117"?> Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren Lernziele ► Begriffe und Definitionen der Implementierung eines Umweltmanagementsystems kennen. ► Die einzelnen konkreten Implementierungsschritte, die durch EMAS und DIN EN ISO 14001 vorgegeben sind, kennen, verstehen und umsetzen. ► Ein Umweltmanagementsystem im Unternehmen implementieren. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 85 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 15 Minuten (gesamt: ca. 2 Zeitstunden). Die Einführung eines Umweltmanagementsystems , d.h. die formale und inhaltliche Umsetzung der Anforderungen nach EMAS bzw. nach DIN EN ISO 14001, sowie die Einführung eines nachhaltigen Umweltmanagementsystems, wird als Implementierung bezeichnet. 135 Die erstmalige Implementierung im Unternehmen hat Projektcharakter . Nach dem Beschluss der obersten Leitung 136 wird in der Regel ein Implementierungsverantwortlicher als Projektleiter festgelegt, ein „ Projekt Implementierung eines Umweltmanagementsystems“ eingerichtet, ein Projektteam gebildet und dieses mit der Aufgabe betraut, das Umweltmanagementsystem einzuführen. Da in einem Umweltmanagementsystem nahezu alle Beschäftigten einbezogen sind, ist die Belegschaft über die beabsichtigte Einführung des Umweltmanagementsystems zu informieren. Dies erfolgt üblicherweise in einem sog. Kick-off-Meeting , in dem die Unternehmensführung der Belegschaft das Vorhaben, seine Ziele und Folgen erläutert. Wenn das Unternehmen bereits über eine Prozessorganisation verfügt, kann das Umweltmanagementsystem umgehend implementiert werden, wenn nicht, ist zuerst eine Prozessorganisation umzusetzen. Bei der Implementierung des Umweltmanagementsystems sind zunächst die prozessunabhängigen Umweltthemen zu regeln, v.a. das Vorgehen zur Erstellung der Umweltpolitik und der Umweltziele bzw. des Umweltprogramms, das Vorgehen zur Erstellung von umweltbezogenen Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, das Vorgehen zur Lenkung der Dokumente, die Durchführung von Umweltaudits und die Konzeption der ständigen Verbesserung. Anschließend sind die umweltbezogenen Aspekte in den Unternehmensprozessen zu analysieren und in die Managementregelungen einzubeziehen. Danach sind die formalen Elemente nach EMAS bzw. nach DIN EN ISO 14001 (sofern eine Validierung bzw. Zertifizierung des Managementsystems angestrebt wird) umzusetzen und alle Regelungen in einem Umweltmanagementhandbuch zu dokumentieren. Nachdem das Umweltmanagementsystem implementiert ist, sind die Beschäftigten über die festgelegten Umweltmanagementregelungen zu informieren und anschließend sind die Regelungen in Kraft zu setzen. Etwa ein halbes Jahr bis ein Jahr nach Inkraftsetzen erfolgt das erste interne 135 Die detaillierten Aufgaben und Checklisten zur Implementierung siehe ENGELFRIED (2011: 45-49, 54-159). 136 Die oberste Leitung in der Organisation (bzw. dem Unternehmen) ist die oberste Entscheidungsebene, je nach Rechtsform der Organisation Geschäftsführer, Vorstand, Präsident o.ä. <?page no="118"?> 104 Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren Öko-Audit . Meist kann nach ca. einem weiteren halben Jahr die externe Überprüfung , d.h. die Validierung nach EMAS III bzw. die Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001, erfolgen. In der Regel werden dem Implementierungsverantwortlichen nach der Implementierung die Aufgaben zur Aufrechterhaltung und der Weiterentwicklung des Umweltmanagementsystems und der Pflege des Umweltmanagementhandbuches übertragen. Er wird zum Umweltmanagementbeauftragten (synonym: Umweltmanagementvertreter ). Nach erfolgter Validierung bzw. Zertifizierung erfolgt spätestens nach drei Jahren die Revalidierung bzw. Rezertifizierung . In der Zwischenzeit bleibt es dem Unternehmen überlassen, ob und wie viele interne Audits des Umweltmanagementsystems es durchführt, und ob diese von Mitarbeitern oder von externen Prüfern durchgeführt werden; empfohlen werden jährliche Audits. Um bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems unnötigen Aufwand zu vermeiden , muss, nachdem das Projektteam gegründet wurde, zum einen überprüft werden, ob bereits andere Managementsysteme implementiert sind bzw. ob diese bereits nach anderen Standards zertifiziert wurden, z.B. Energiemanagement oder Qualitätsmanagement, und inwieweit diese Managementsysteme um die Umweltaspekte erweitert werden können. Zum anderen muss geprüft werden, ob auch schon für umweltrelevante Tätigkeiten Regelungen von Verantwortung, Durchführung, Mitwirkung, Informationsweitergabe bzw. -erhalt und Kontrolle vorliegen, ob die Lenkung umweltrelevanter Dokumente hinsichtlich Erstellen/ Herausgeben/ Ändern/ Aufbewahren/ Archivieren/ Beseitigen, Überprüfen/ Genehmigen und der Verteiler schon geregelt wurde, und ob diese Regelungen im Hinblick auf die Einführung von EMAS oder DIN EN ISO 14001 brauchbar sind und verwendet werden können. Bei der Einführung des Umweltmanagementsystems können dann Elemente, die bereits vorhanden sind, übernommen bzw. auf das Umweltmanagementsystem angepasst werden, so dass Doppelungen, unnötige Arbeit und Kosten vermieden werden können. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und ständige Verbesserung des Umweltmanagementsystems beinhaltet selbstverständlich auch die ständige Prozessoptimierung . Im Mittelpunkt steht allerdings die ständige Reduzierung bzw. Vermeidung der Umweltauswirkungen der Produktion, der Dienstleistungen und der Produkte, der Distribution und der Redistribution bzw. der Kreislaufführung. Für ein nachhaltiges Umweltmanagement ist eine ständige Weiterentwicklung des Umweltmanagementsystems in Bezug auf das Umsetzen der Umweltmanagementgrundsätze und somit das Erreichen der Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu gewährleisten. <?page no="119"?> Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren 105 Übung 51: Einzelne Elemente bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit der Umsetzung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III. Prägen Sie sich die Struktur und die Inhalte der Graphik ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Quelle: ENGELFRIED (2011: 41). <?page no="120"?> 106 Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren Einzelne Elemente bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung Sie sahen eine Graphik mit der Umsetzung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III. Aufgabe 1: Stehen Sie von Ihrem Platz auf. Schwingen Sie den rechten Arm nach vorne und gleichzeitig den linken Arm nach hinten, ca. 15 Sekunden. Anschließend den rechten Arm nach hinten und den linken nach vorne, ebenfalls 15 Sekunden.  1 Minute Aufgabe 2: Füllen Sie jetzt die Felder der Graphik mit den gemerkten Inhalten aus und vergleichen Sie mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten <?page no="121"?> Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren 107 Übung 52: Einzelne Schritte bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III und DIN EN ISO 14001 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Strukturieren, Logik Übungstyp: Reihenfolge bilden Aufgabe: Ordnen Sie die folgenden Schritte zur Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14001 bzw. nach EMAS in der richtigen Reihenfolge, beginnend mit dem ersten Implementierungsschritt.  20 Minuten Anmerkung: Obwohl manche Schritte nur bei EMAS durchzuführen sind, sind diese ebenfalls aufgeführt und können in die Reihenfolge eingefügt werden. Wenn ein Qualitätsmanagementsystem implementiert werden soll, ist die Vorgehensweise analog, allerdings bezogen auf den Regelungsbereich „Qualität“ statt „Umwelt“. Für den Bereich „Qualität“ gibt es keine europäische Verordnung analog EMAS - für „Qualität“ liegen nur Normen vor. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Quelle: Verändert nach ENGELFRIED (2011: 39-50). Implementierungsschritte: Beschäftigte über festgelegte Umweltmanagementregelungen informieren │ Beschluss der obersten Leitung zur Einführung eines Umweltmanagementsystems treffen │ formale Elemente nach EMAS III bzw. DIN EN ISO 14001 umsetzen │ internes Umweltaudit durchführen │ Kick-off-Meeting als offizieller Start des Projekts veranlassen │ Projekt „Implementierung“ von der obersten Leitung initiieren │ Prozessorganisation einführen │ Prozessunabhängige (Umwelt)Managementthemen regeln │ Umweltmanagementhandbuch erstellen │ Umweltmanagementregelungen formal in Kraft setzen │ umweltrelevante Prozesse regeln │ Validierung (EMAS III) bzw. Zertifizierung (DIN EN ISO 14001) des Umweltmanagementsystems veranlassen Schritt Nr. Implementierungsschritt 123…12 <?page no="122"?> 108 Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren Übung 53: Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Lückentext (fehlende Wortteile) Aufgabe: Setzen Sie die fehlenden Wortteile in die Lücken ein.  12 Minuten Quelle: Definitionen verändert und gekürzt nach EMAS III. Umweltpolitik: V _ _ der ober _ _ _ _ Leitung verbi _ _ _ _ _ _ dargelegte Absi _ _ _ _ _ und Ausric _ _ _ _ _ _ _ in Be _ _ _ auf d _ _ Umweltleistung, einschl _ _ _ _ _ _ _ der Einha _ _ _ _ _ aller Umweltvor _ _ _ _ _ _ _ _ _ und d _ _ Verpflichtung z _ _ kontinuierlichen Verbes _ _ _ _ _ _ der Umweltl _ _ _ _ _ _ _ ; umweltbezogene Leitl _ _ _ _ _ bzw. Handlungs _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , die se _ _ allgemein formu _ _ _ _ _ und ni _ _ _ quantifiziert sind.  fehlende Wortteile: schriften | htungen | sten | grundsätze | ltung | ießlich | serung | eistung | ur | cht | ie | inien | chten | ndlich | zug | liert | hr | on | er Umweltprüfung: Umfas _ _ _ _ _ , erstmalig u _ _ in d _ _ Folgezeit turnus _ _ _ _ _ _ Untersuchung d _ _ Umweltaspekte u _ _ der Umweltaus _ _ _ _ _ _ _ _ _ d _ _ Tätigkeiten, Prod _ _ _ _ und Dienstle _ _ _ _ _ _ _ _ einer Organi _ _ _ _ _ _ .  fehlende Wortteile: sende | wirkungen | nd | nd | er | gemäße | sation | ukte | er | istungen | er Umweltzielsetzung: Si _ _ aus d _ _ Umweltpolitik ergeb _ _ _ _ _ und na _ _ Möglichkeit zu quantifi _ _ _ _ _ _ _ _ _ Gesamtziel.  fehlende Wortteile: zierendes | endes | ch | er | ch Umwelteinzelziel: Detail _ _ _ _ _ _ Leistungsanforderung, d _ _ sich a _ _ Umweltzielsetzungen erg _ _ _ . Umweltzielsetzung u _ _ Umwelteinzelziel si _ _ konkrete Leistungsan _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ . Deren Formul _ _ _ _ _ _ enthält d _ _ zur Errei _ _ _ _ _ getroffenen od _ _ geplanten Maßn _ _ _ _ _ , Verantwortlichkeiten u _ _ Mittel, einschl _ _ _ _ _ _ _ der festge _ _ _ _ _ _ Zeitvorgaben u _ _ Prioritätenfestsetzung.  fehlende Wortteile: er | ießlich | ahmen | nd | ierung | legten | nd | us | nd | chung | forderungen | nd | ie | ie | ibt | lierte Umweltprogramm: Beschr _ _ _ _ _ _ der Maßn _ _ _ _ _ , Verantwortlichkeiten u _ _ Mittel z _ _ Verwirklichung d _ _ Umweltzielsetzungen u _ _ Umwelteinzelziele, einschl _ _ _ _ _ _ _ der z _ _ Zielerreichung festge _ _ _ _ _ _ Zeitvorgaben u _ _ Prioritätenfestsetzung.  fehlende Wortteile: ahmen | nd | ur | eibung | nd | legten | ießlich | nd | ur | er <?page no="123"?> Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren 109 Übung 54: Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext, Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter. Der erste und der letzte Buchstabe eines Wortes bleiben unverändert.  25 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Quelle: Definitionen verändert und gekürzt nach EMAS III. Umweltmanagementsystem: Tiel des gateemsn Mmetetayanensmsgs, der die Oikraiarunsntustotgsr, Peänknsiilgtteutagn, Vattteoiehewnriklcrn, Veshlesewreatnin, Vnghoiewseeersn, Vhfeearrn und Mtitel für die Feuetgnslg, Duchufhnrürg, Ünrfrbepüug und Ftonürhurfg der Uiemoitlwtlpk und das Maaeengnmt der Usttemealwpke berffitt. Umwelterklärung: Usnamdfsee Ioomntfrian der Öthieeffnclikt und aneedrr ieesntestirrer Kriese dcurh das Uenhenmretn. Betriebsprüfer, Auditor: Zur Beehfscgalt der Oiaraignsotn gedöehnre Pesorn oedr Gprupe von Pseneorn oedr enie oeadiinfarstrgosmne nalüchirte oedr jisthurcise Pseron, die im Naemn der Oiairasotgnn enie Uemetrnesfrwbbtulpüig duhfcürhrt. Begutachtung: Vom Ueaemhutgtltcwr bzw. eeinr Umgseaooeuntthiragwtriactln dcughtfüehrre Ksenroiefätobumrttwng mit der fettleselgst wedren slol, ob Umetrnfluüwpg, Utoiemiwllptk, Uataetetymesgnslnwemmm und innerte Umesfrenterbtluüpbwig siowe deern Uznmetusg den Arodennregufn von EAMS encershpetn (Vaiirndleug). Ncah DIN EN ISO 14001 wrid die Buehaugtnctg von eienm Zztfeeeiriirr bzw. eienr Zogneoszefuttgriairisaiirnn dgufhcrühret (Ztfeueznrriiig). Umweltbetriebsprüfung: Shymttsceisae, dteeuotnkmire, rmegßelgiäe und otvebijke Beentrwug der Utueesmtlinlwg der Oiraaistongn, des Mmeetytaagmnssens und der Vefehrran zum Sucthz der Uemlwt. Die Uersermnfetwüulitbbpg wrid acuh als Uieutmalwdt (syyonnm: Öko-Auidt) benecizeht, weobi ein Auidt algimelen als „Übfrrnpuüeg der Wkakiimsert von ftteeeleggsn Menhaamßn ielhnanrb eeins Smtyess mtiltes „SLOL-IST-Vegeclrih“ driiefnet ist. Auidt wrid acuh als Riievosn oedr Reivew bneechziet. Die Ueestrfmnrebipwuübtlg ist enie ienntre Rieivson bzw. ein inneerts Rieevw und wrid ncah DIN EN ISO 14001 als Utametyaetesnesnmmwlgm-Auidt bneecezhit. <?page no="124"?> 110 Schritt 9: Das Umweltmanagementsystem implementieren Übung 55: Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Formulierung Übungstyp: Lückentext (fehlende Wörter) Aufgabe : Setzen Sie die fehlenden Wörter in die Lücken ein.  15 Minuten Quelle: Definitionen verändert und gekürzt nach EMAS III und nach ENGELFRIED (2011: passim). Umweltleistung: Messbare _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ einer _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ . Die _ _ _ _ _ _ _ _ _ werden _ _ _ _ _ _ von _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ durchgeführt, _ _ _ sind _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Parameter, _ _ _ denen _ _ _ _ die _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ messen _ _ _ _ _ , z.B. Stickoxidemission _ _ _ kg _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Produkteinheit.  fehlende Wörter: anhand | das | Ergebnisse | hergestellter | lässt | Managements | Messungen | mit | Organisation | pro | sich | spezifische | Umweltaspekte | Umweltleistung | Umweltleistungsindikatoren Umweltmanagementhandbuch: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Dokumentation _ _ _ Umweltmanagementsystems.  fehlende Wörter: des | Schriftliche Umweltprüfungsverfahren: Managementinstrument _ _ _ umfassenden _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ und _ _ _ Umweltauswirkungen _ _ _ Unternehmens. Es _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , wie _ _ _ Umweltprüfung _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ wird.  fehlende Wörter: beschreibt | der |des | die | durchgeführt | Umweltaspekte | Untersuchung | zur Umweltbetriebsprüfungsverfahren: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ zur _ _ _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , des _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ und _ _ _ Verfahren _ _ _ Schutz _ _ _ Umwelt. Es _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , wie _ _ _ Umweltbetriebsprüfung, _ _ _ Öko- _ _ _ _ _ , durchgeführt _ _ _ _ _ _ soll.  fehlende Wörter: Audit | das | der | der | die | beschreibt | Bewertung | Managementinstrument | Managementsystems | Unternehmens | Umweltleistung | werden | zum <?page no="125"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Lernziele ► Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems, die durch EMAS und DIN EN ISO 14001 vorgegeben sind, im Detail kennen, verstehen, und umsetzen. ► Ein validierungsbzw. zertifizierungsfähiges Umweltmanagementsystem im Unternehmen implementieren. ► Um bei einer Implementierung alle Elemente vollständig umzusetzen, wissen, dass die Öko-Audit-Verordnung bzw. die DIN EN ISO 14001 hinzuzuziehen ist. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 80 Minuten, Bearbeitung der Übungen 310 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen 60 Minuten (gesamt: ca. 7,5 Zeitstunden). Die Beschreibung der einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems umfasst deren Definitionen und deren wesentliche Inhalte nach EMAS III und nach DIN EN ISO 14001. 137 Umweltpolitik Die Umweltpolitik ist von der obersten Leitung des Unternehmens schriftlich festzulegen, zu unterzeichnen und zu dokumentieren, einschließlich ihres Geltungsbereiches. Die umweltschutzbezogenen Leitlinien bzw. Handlungsgrundsätze müssen in Bezug auf Art, Umfang und Umweltauswirkungen angemessen sein für das Unternehmen. Diese Leitlinien sind hinsichtlich verschiedener Inhalte zu erstellen und sind in der Regel unkonkret formuliert. Sie gelten meist längerfristig und alle Stakeholder sollten darin adressiert werden. 138 Die Umweltpolitik muss allen Beschäftigten mitgeteilt werden und nach EMAS in der Umwelterklärung veröffentlicht bzw. nach DIN EN ISO 14001 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Insbesondere bei international agierenden Unternehmen sind Aussagen in der Umweltpolitik zu treffen über die Schaffung weltweit einheitlicher Umweltstandards (auf dem besten Level), über ein weltweit einheitliches Verhalten bezüglich der Nutzung von Ressourcen, zur Beurteilung der Umweltauswirkungen für neue Dienstleistungen, Produkte, Tätigkeiten und Verfahren, zu Tierversuchen in der Produktentwicklung und über den Einsatz von Gentechnik. 139 Umweltprüfung und Umweltprüfungsverfahren Bei der Umweltprüfung muss man zum einen die Vorgehensweise zur Durchführung der Umweltprüfung, das Umweltprüfungsverfahren , kennen, zum anderen die zu untersuchenden Inhalte , also die Umweltaspekte und die Umweltauswirkungen. Im Umweltprüfungsverfahren sind verschiedene Tätigkeiten durchzuführen. Es beginnt mit der Erstellung eines schriftlichen Planes für die Durchführung der Umweltprüfung (synonym: Umweltprüfungsprogramm ). Er enthält Ziele des Umweltprüfungsverfahrens, die Festlegung des Prüfungszeitraums und der Prüfungsdauer, alle Prüftätigkeiten und deren einzelne Schritte, 137 Sie sind ebenfalls bei ENGELFRIED (2011: 54-159) vollständig beschrieben, weshalb auf eine detaillierte Zitierweise verzichtet wird. 138 Stakeholder sind z.B. Kunden, Behörden, Gremien, Öffentlichkeit, Anwohner, Lieferanten, Vertragspartner etc. 139 Ergänzt nach ENGELFRIED (2011: 57). <?page no="126"?> 112 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Prioritäten bei der Durchführung und Ressourcen (Personaleinsatz, finanzielle Mittel, Räume etc.), und die Überprüfung deren Angemessenheit. Dann wird ein hinsichtlich Kenntnis (z.B. umweltspezifisch, technisch und rechtlich), Erfahrung, Ausbildung und Teamfähigkeit qualifiziertes, objektives und unabhängiges Prüfungsteam zusammengestellt und dessen Leitung und die Aufgabenverteilung festgelegt. Dabei ist zu gewährleisten, dass alle Prüfer ihre Rolle, Funktion, Aufgaben und Prüfungstätigkeiten verstehen, mit dem Standort und den betrieblichen und technischen Abläufen vertraut sind, die Ergebnisse vorangegangener Umweltprüfungen kennen, und uneingeschränkten Zugang zum gesamten Unternehmen bzw. zu allen Unterlagen haben. Zudem ist die Funktionsfähigkeit der Prüfmittel sicherstellen. Anschließend sind alle Prüfungsinhalte zu erfassen und abschließend sind die Daten und Ergebnisse des Umweltprüfungsverfahrens in einem Bericht zu dokumentieren und der Zeitraum für die nächste Durchführung der Umweltprüfung festzulegen, einschließlich der Maßnahmen für den Fall, dass die Umweltprüfung nicht korrekt durchgeführt wurde. Hinzu kommt, Kontrollen festzulegen, ob die Prüfaktivitäten tatsächlich durchgeführt wurden. Die wesentlichen Inhalte der Umweltprüfung sind:  den Standort bzw. das Unternehmen definieren und abgrenzen,  alle direkten Umweltauswirkungen am Standort auf Basis der Input- und Output-Ströme (d.h. der Stoff- und Energieströme, einschließlich Fläche) im Normalbetrieb und für abnormale Betriebsbedingungen erfassen sowie für Vorfälle, Betriebsstörungen, Unfälle und Störfälle abschätzen, 140  die direkten Umweltauswirkungen früherer Tätigkeiten am Standort erfassen,  die indirekten Umweltauswirkungen der vor- und nachgelagerten Bereiche ermitteln, d.h. der Gewinnung von Energieträgern und der Herstellung von Materialien bzw. Einsatzstoffen vor der Nutzung am Standort, beim externen Umgang mit Abfällen und Abwasser, bei und nach der Nutzung der Dienstleistungen und der Produkte (und Verpackungen), sowie bei allen Transporten, 141  die direkten und indirekten Umweltauswirkungen für geplante Tätigkeiten, nicht nur am Standort, abschätzen,  die direkten gesundheitlichen Wirkungen am Arbeitsplatz ermitteln,  alle angewandten technischen Verfahren des Umweltmanagements erfassen, d.h. der technischen Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung der direkten Umweltauswirkungen,  die ermittelten Umweltauswirkungen bewerten und ein Verzeichnis der als bedeutend ausgewiesenen Umweltauswirkungen erstellen. Umweltprogramm Aus den unkonkret formulierten Leitlinien der Umweltpolitik sind Umweltzielsetzungen und aus diesen Umwelteinzelziele als detaillierte Leistungsanforderungen für alle Umweltauswirkungen des Unternehmens abzuleiten und schriftlich zu fixieren. Diese werden in ihrer Gesamtheit nach EMAS als Umweltprogramm bezeichnet; nach DIN EN ISO 14001 genügen einzelne Umweltzielsetzungen und Umwelteinzelziele. 140 Dies bedeutet, eine Energie- und Massenbilanz für den Standort zu erstellen. 141 Die Ermittlung der Umweltauswirkungen gilt auch für immaterielle Produkte , z.B. für Kapitalinvestitionen, für Kredite und Versicherungsdienstleistungen. <?page no="127"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 113 Im Umweltprogramm sind primär quantitative Ziele für die Reduktion der festgestellten Umweltauswirkungen festzulegen. Quantitative Ziele sind möglich als absolute Ziele oder als relative Ziele und bezogen auf den Input oder bezogen auf den Output . 142 Zudem sind immer auch kennzahlenspezifische Ziele zu formulieren, 143 denn ohne kennzahlenspezifische Ziele bzw. ohne Effektivitätsziele ist nicht zu gewährleisten, dass der sog. Rebound-Effekt vermieden wird, d.h. dass trotz Effizienzsteigerungen eine Erhöhung der Umweltauswirkungen des Unternehmens eintritt, z.B. durch einen Produktionsanstieg. Anschließend sind qualitative und prozessuale Ziele festzulegen, die nur dann formuliert werden sollten, wenn eine Quantifizierung nicht möglich ist bzw. vorerst eine solche nicht vorgenommen werden kann (z.B. eine Einbeziehung von umweltrelevanten Aspekten in die Kommunikationspolitik des Unternehmens). Abschließend sind sowohl für die quantitativen als auch für die qualitativen Ziele Maßnahmen , exakte Zeitvorgaben und Verantwortlichkeiten zum Erreichen dieser Ziele und Prioritäten für deren Umsetzung festzulegen. Die quantitativen Zielformulierungen, d.h. die Höhe der Reduzierung der Umweltauswirkungen und vor allem die Umsetzung bzw. die Umsetzungsgeschwindigkeit der konkreten Maßnahmen zur Zielerreichung, richten sich v.a. nach der Höhe der vorhandenen Umweltauswirkungen, den vorhandenen technischen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten und der angestrebten strategischen Umweltpositionierung des Unternehmens. Bei nachhaltigem Umweltmanagement sind die quantitativen Zielformulierungen konsequent an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Da sich Ziele allerdings auch z.B. konkurrierend, antagonistisch, komplementär, indifferent oder hierarchisch beeinflussen können, sollten keine antagonistischen Ziele formuliert werden. Liegen trotzdem antagonistische Ziele vor (z.B. wenn die Senkung des Abfallaufkommens durch einen erhöhten Energieeinsatz erreicht wird), sollte eine Gesamtabwägung mit der Methode der Ökobilanz erfolgen. Für das dann im nächsten Prüfungszyklus zu erstellende Umweltprogramm ist die im vorangegangenen Umweltprogramm in Kauf genommene Umweltwirkung zu beheben. Umweltmanagementsystem und Umweltmanagementhandbuch Die Anforderungen an das eigentliche Umweltmanagementsystem sind bei EMAS III und bei DIN EN ISO 14001 identisch . Alle Regelungen im Rahmen eines Umweltmanagementsystems sind schriftlich zu dokumentieren , in einem Umweltmanagementhandbuch. Das Umweltmanagementhandbuch ist klar zu gliedern und möglichst knapp abzufassen. Der allgemeine Teil des Handbuches könnte und sollte z.B. Kunden, Lieferanten oder anderen Anspruchsgruppen zur Verfügung gestellt werden, während die Regelungen für die einzelnen Prozesse nur zur internen Verwendung bestimmt sind. Wenn die Gliederung des Umweltmanagementhandbuches nicht der Gliederung der Kapitel von EMAS bzw. DIN EN ISO 14001 entspricht, empfiehlt es sich, eine Zuordnungsmatrix zu erstellen, in dem die Kapitel des vom Unternehmen erstellten 142 Absolute Ziele sind z.B. die Reduzierung von 400 MJ Energieeinsatz (bezogen auf den Input) oder die Reduzierung von 30 Tonnen Verpackungsabfall (bezogen auf den Output). Eine Formulierung wie z.B. „die Schwermetallemissionen werden vermieden“ kann als quantitatives und absolutes Ziel gelten: Eine Reduzierung auf „Null“ wird angestrebt. Relative Ziele sind z.B. die Reduzierung des Energieeinsatzes um 7 % (bezogen auf den Input) oder die Reduzierung von SO 2 -Emissionen um 25 % (bezogen auf den Output). 143 Ein kennzahlenspezifisches Ziel ist z.B. die Reduzierung der CO 2 -Emissionen pro produziertes Stück (dies wäre die Kennzahl) um 3 % (dies wäre ein relatives und auf den Output bezogenes Ziel). <?page no="128"?> 114 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Handbuches matrixartig den Anforderungen bzw. Kapiteln von EMAS bzw. von DIN EN ISO 14001 gegenübergestellt werden. 144 Bei der Gestaltung des Umweltmanagementhandbuches (d.h. des „Dokumentes“) sollten mit Ausnahme des Titelblattes auf allen Seiten Kopf- und Fußzeilen vorgesehen werden, die folgende Informationen enthalten: Name des Unternehmens, Standort (bei EMAS), Kapitelüberschrift, aktuelle Seitenzahl und Gesamtseitenzahl, Name und Unterschrift des Erstellers des Kapitels, Datum der Erstellung bzw. der letzten Änderung, Name und Unterschrift des Beauftragten für das Umweltmanagementsystem, d.h. des Umweltmanagementbeauftragten (als Zeichen für die Überprüfung und Freigabe), Datum der Überprüfung und Genehmigung, aktuelle Versionsnummer des Kapitels bzw. des Dokumentes. Der Verantwortliche für die Pflege des Umweltmanagementhandbuches ist in der Regel der Umweltmanagementbeauftragte . Umweltbetriebsprüfung und Umweltbetriebsprüfungsverfahren Bei der Umweltbetriebsprüfung muss man zum einen die Vorgehensweise zur Durchführung der Umweltbetriebsprüfung kennen, das Umweltbetriebsprüfungsverfahren , zum anderen die zu prüfenden Inhalte , die die Umweltleistung des Unternehmens bzw. des Umweltmanagementsystems bestimmen. Die interne Umweltbetriebsprüfung , das Umwelt-Audit (synonym: Öko-Audit ) nach EMAS bzw. das Umweltmanagementsystem-Audit nach DIN EN ISO 14001, 145 gewährleistet, dass die oberste Leitung des Unternehmens die Informationen erhält, die sie benötigt, um die Umweltleistung und die Wirksamkeit des Umweltmanagements und der Verfahren überprüfen zu können und um anschließend eine kontinuierliche Verminderung bzw. die Vermeidung der Umweltauswirkungen planen zu können. Die erstellte Umweltpolitik, das Umweltprogramm (bzw. Umwelteinzelziele) (also auch eine durchgeführte Umweltprüfung und deren Ergebnisse) und ein implementiertes Umweltmanagementsystem mit definierten Abläufen und Verfahren (Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen, Verantwortungsmatrix, Dokumentenmatrix) sowie die Anforderungen von EMAS bzw. DIN EN ISO 14001 sind Voraussetzungen zur Durchführung des Audits. Die Tätigkeiten bei der Durchführung der Umweltbetriebsprüfung, also das Umweltbetriebsprüfungsverfahren , beginnen mit der Erstellung eines schriftlichen Planes für die Vorgehensweise (synonym: Umweltbetriebsprüfungsprogramm ). Er enthält die Ziele des Umweltbetriebsprüfungsverfahrens, die Festlegung des Prüfungsumfangs, den Prüfungszeitpunkt, die Prüfungsdauer, alle Prüftätigkeiten und deren einzelne Schritte, die Prioritäten bei der Durchführung und die Ressourcen (Personaleinsatz, finanzielle Mittel, Räume etc.) und die Überprüfung auf deren Angemessenheit. Hinsichtlich Kenntnis (z.B. umweltspezifisch, technisch und rechtlich), Erfahrung, Ausbildung und Teamfähigkeit ist anschließend ein qualifiziertes, objektives und unabhängiges Prüfungsteam zusammenzustellen und dessen Leitung und die Aufgabenverteilung festzulegen. Es ist dabei zu gewährleisten, dass alle Prüfer ihre Rolle, Funktion und Aufgaben bzw. Prüfungstätigkeiten verstehen, mit dem Standort, den betrieblichen und technischen Abläufen vertraut sind, die Ergebnisse vorangegangener Umweltbetriebsprüfungen kennen, und uneingeschränkten Zugang zum gesamten Unternehmen bzw. zu allen Unterlagen haben. Dann ist ein Vorgehen bei der Befragung der Beschäftigten festzulegen; die Vertraulichkeit der Befragung ist zu gewährleisten. 144 Siehe ENGELFRIED (2011: 133/ 134). 145 Audits werden auch als Revision oder Review bezeichnet. <?page no="129"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 115 Bei diesen Tätigkeiten sind alle Inhalte zu erfassen, die zur Bewertung der Umweltleistung des Unternehmens, des Managementsystems und der Verfahren zum Schutz der Umwelt benötigt werden. 146 Die wesentlichen Inhalte der Umweltbetriebsprüfung sind:  die Einhaltung der Umweltverfahrensanweisungen für jeden umweltrelevanten Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozess, einschließlich dem Einhalten der Verantwortungsmatrices und der Dokumentenmatrices, und dem Feststellen von Differenzen,  die Einhaltung der Umweltarbeitsanweisungen für jede umweltrelevante Tätigkeit und das Feststellen von Differenzen, 147  die Ermittlung von Differenzen zwischen den Ergebnissen der Umweltprüfung und der festgelegten Umweltpolitik, die Ermittlung von Differenzen zwischen den Ergebnissen der Umweltprüfung und dem Umweltprogramm,  die Prüfung , ob die aufgestellten Prüfkriterien für die umweltbezogene Leistungsfähigkeit des Managements adäquat sind. 148 Für die Prüfungen ist ein Verfahren festzulegen zur Ermittlung der Ursachen im Fall von Differenzen 149 zwischen Umweltpolitik und Umweltprogramm, zwischen Ergebnissen der Umweltprüfung und dem Umweltprogramm, zwischen festgelegten Regelungen und den tatsächlichen Abläufen hinsichtlich Verantwortung und Dokumentation und von Differenzen zwischen allen Regelungen und den Anforderungen von EMAS bzw. DIN EN ISO 14001. Ebenso sind Stärken und Schwächen des Umweltmanagementsystems zu ermitteln und Folge- und gegebenenfalls Korrekturbzw. Vorbeugungsmaßnahmen festlegen. Zudem sind Kontrollen festzulegen, ob die Prüfaktivitäten der Umweltbetriebsprüfung tatsächlich durchgeführt wurden. Abschließend sind die erfassten Ergebnisse des Umweltbetriebsprüfungsverfahrens als Bericht über die Umweltbetriebsprüfung zu dokumentieren, einschließlich der Festlegung des Zeitraums für die nächste Durchführung der Umweltbetriebsprüfung. 150 Der Bericht ist der obersten Leitung offiziell zu übermitteln. Diese überprüft und bewertet den Bericht hinsichtlich fortdauernder Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit der Umweltbetriebsprüfung und hinsichtlich der Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen, die in einem Aktionsplan vorgeschlagen werden. 151 Anschließend sorgt die oberste Leitung für dessen Umsetzung. Die Ergebnisse der Umweltbetriebsprüfung, also des Öko-Audits, bestimmen die Leistungsfähigkeit des Managements, einschließlich der Wirksamkeit und der Verlässlichkeit der organisatori- 146 Voraussetzung der Umweltbetriebsprüfung ist, dass Ergebnisse der Umweltprüfung vorliegen, da ansonsten keine Aussage über die wesentlichen Umweltauswirkungen und der diesbezüglichen Leistungsfähigkeit bzw. Leistungsverbesserung des Managements im Sinne eines SOLL-IST-Vergleiches möglich ist. Daher muss im Rahmen einer Umweltbetriebsprüfung immer eine Umweltprüfung durchgeführt werden. 147 Diese Aspekte entsprechen nach EMAS III der Einhaltung der festgelegten Verfahren und der Erfassung relevanter Nachweise . 148 Somit ist die Durchführung einer Umweltprüfung ebenfalls immer Bestandteil der Umweltbetriebsprüfung. 149 Differenzen werden nach EMAS als Abweichungen bzw. als Nichteinhaltung, nach DIN EN ISO 14001 als Nichtkonformität bezeichnet. 150 Die Zeitspanne zwischen zwei Umweltbetriebsprüfungen wird als Umweltbetriebsprüfungszyklus bezeichnet. Der Umweltbetriebsprüfungszeitraum ist die zeitliche Dauer der Durchführung der Umweltbetriebsprüfung. 151 Korrekturbzw. Vorbeugungsmaßnahmen werden zur Beseitigung von Ursachen von Abweichungen bzw. von Fehlern vorgeschlagen. <?page no="130"?> 116 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen schen Regelungen. Da die Leistungsfähigkeit sich immer als Relation von Anforderungen bzw. Zielen und den erreichten Ergebnissen definiert, wird die Leistungsfähigkeit durch die Umweltpolitik, das Umweltprogramm und durch Regelungsvorgaben hinsichtlich Verfahrensbzw. Arbeitsanweisungen, Verantwortlichkeiten und Dokumentation maßgeblich vorbestimmt. Die Leistungsfähigkeit misst sich bei einem nachhaltigen Umweltmanagement selbstverständlich am Erreichen der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. Umwelterklärung Eine Umwelterklärung muss nach EMAS erstellt werden, nach DIN EN ISO 14001 nicht. Die Umwelterklärung ist ein formal notwendiges Element der Implementierung nach EMAS; da sie veröffentlicht werden muss, ist sie aber immer auch ein Marketinginstrument. Neben den geforderten umweltbezogenen Inhalten sollte sie daher immer auch ansprechend gestaltet werden und ein Grußwort bzw. Vorwort der obersten Leitung (Geschäftsführung, Vorstand) enthalten, sowie in jedem Fall den Ansprechpartner für Umweltschutz im Unternehmen aufführen. 152 Ein wesentlicher Inhalt der Umwelterklärung ist die Zusammenfassung der Daten für die Umweltleistung , also die vollständige Angabe der Stoff- und Energieströme des Standorts und der vor- und nachgelagerten Bereiche, einschließlich der Menge der produzierten Produkte (Angabe in „Stück“ und in „kg“), und die Angabe der Umweltauswirkungen des Standorts und der vor- und nachgelagerten Bereiche (mit Angaben der Daten vorhergehender Jahre zum Vergleich). 153 Hinzu kommen eine Beschreibung aller bedeutenden direkten und indirekten Umweltaspekte, die zu Umweltauswirkungen führen, und eine Erläuterung, weshalb diese Umweltauswirkungen bedeutend sind. Die in der Umwelterklärung aufgeführten Umweltinformationen müssen klar und zusammenhängend präsentiert werden. Die Umweltleistung des Unternehmens muss unverfälscht dargestellt werden, d.h. korrekt, nicht irreführend, relevant und repräsentativ. Die Angaben müssen verständlich und eindeutig sein, im richtigen Kontext verwendet, genau und mit hinreichendem Detailgrad versehen sein. Sie müssen nachprüfbar sein, einen Vergleich von Jahr zu Jahr ermöglichen und gegebenenfalls einen Vergleich sowohl zwischen verschiedenen branchenbezogenen, nationalen oder regionalen Referenzwerten ( Benchmarks ) als auch mit den umweltrelevanten Rechtsvorschriften ermöglichen. Die Umwelterklärung muss für interessierte Kreise problemlos erhältlich sein. Nach der erstmaligen Erstellung der Umwelterklärung muss nach einem Jahr (bzw. bei kleinen Unternehmen zweijährig) eine aktualisierte Umwelterklärung mit geringeren Anforderungen erstellt und ebenfalls vom Umweltgutachter validiert werden. Die Angaben, die entfallen können, sind allerdings solche, die sich innerhalb der Jahresfrist üblicherweise nicht wesentlich ändern, weshalb es sich empfiehlt, die nicht geänderten Passagen ebenfalls in der aktualisierten Umwelterklärung aufzuführen. Validierung bzw. Zertifizierung Wenn das Unternehmen am EU-Gemeinschaftssystem nach EMAS teilnehmen bzw. ein Zertifikat nach DIN EN ISO 14001 erlangen will, muss es sein Umweltmanagementsystem von einem unternehmensexternen Sachverständigen überprüfen (begutachten) lassen. In dieser Begutachtung soll festgestellt werden, ob alle Vorgaben von EMAS und DIN EN ISO 14001 umgesetzt sind und ob 152 Üblicherweise ist dies der Umweltmanagementbeauftragte, ein Beschäftigter der Kommunikationsabteilung oder der Verantwortliche für Umweltschutz in der obersten Leitungsebene. 153 Nach EMAS III: Angabe der Kernindikatoren und anderer einschlägiger Indikatoren für die Umweltleistung. <?page no="131"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 117 sie den Anforderungen von EMAS bzw. DIN EN ISO 14001 entsprechen, also ob Konformität mit den Anforderungen vorliegt. Dieses externe Audit wird nach EMAS von einem Umweltgutachter bzw. einer Umweltgutachterorganisation durchgeführt und als Validierung bezeichnet; nach DIN EN ISO 14001 wird es von einem Zertifizierer bzw. einer Zertifizierungsorganisation durchgeführt und als Zertifizierung bezeichnet. Wichtig ist, dass bei EMAS (Unternehmens) Standorte validiert werden und nicht das gesamte Unternehmen. Erst wenn alle Standorte eines Unternehmens nach EMAS validiert sind, kann das gesamte Unternehmen als validiert gelten. Auf das Zulassungs-, Aufsichts- und Registrierungssystem für Umweltgutachter bzw. Umweltgutachterorganisationen nach EMAS ( DAU ) bzw. für Zertifizierungsorganisationen nach DIN EN ISO 14001 ( DAkks ) und die anderen beteiligten Institutionen wird nicht näher eingegangen. 154 Wichtig ist, dass Umweltgutachter bzw. Zertifizierer (bzw. die jeweiligen Organisationen) für die Branche akkreditiert sind, in der das zu begutachtende Unternehmen tätig ist. Die Branchen werden bei EMAS nach der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige 155 in Europa, dem NACE-Code (synonym: NACE-Liste ), klassifiziert in: Abschnitt.Abteilung.Gruppe.Klasse.Unterklasse. Die jeweilige vorgenannte Kategorie umfasst die Branchen bzw. Unternehmen der nachgenannten Kategorie. 156 Für DIN EN ISO 14001 liegt eine ähnliche Branchensystematik vor. Weiterhin kommt hinzu, dass Gutachter bzw. Zertifizierer (bzw. die jeweiligen Organisationen) unabhängig vom Unternehmen, von internen Betriebsprüfern und von Beratern sind, unparteiisch und objektiv sind, und dass die Begutachtung schriftlich geregelt wird (Gegenstand der Tätigkeit, Bedingungen, Honorar etc.). Im Rahmen der Begutachtungstätigkeit übersendet üblicherweise das Unternehmen dem Gutachter bzw. Zertifizierer die zu prüfenden Unterlagen, d.h. grundlegende Informationen über das Unternehmen, Umweltpolitik und Umweltprogramm, die Beschreibung des Umweltmanagementsystems, Einzelheiten der Umweltprüfung und der Umweltbetriebsprüfung (bzw. den Bericht darüber) und den Entwurf der Umwelterklärung. 157 Der Umweltgutachter bzw. Zertifizierer prüft dann die Unterlagen, führt anschließend einen (oder mehrere) Besuch(e) auf dem Standort des Unternehmens durch und nimmt detaillierte Überprüfungen vor. Er überprüft u.a. die einzelnen Elemente des Umweltmanagementsystems auf Konformität mit den Anforderungen nach EMAS bzw. DIN EN ISO 14001, die Einhaltung der geltenden umweltbezogenen Rechtsvorschriften, die Maßnahmen zur kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung, die Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Richtigkeit bzw. Korrektheit der Daten und Informationen der Umwelterklärung, die Angemessenheit der Umweltprüfung und der Umweltbetriebsprüfung und die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Abschließend verfasst er einen Bericht an die oberste Leitung. Sind alle Prüfinhalte erfüllt, validiert der Umweltgutachter nach EMAS die Umwelterklärung, d.h. er erklärt sie für gültig; der Zertifizierer nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert das Umweltmanagementsystem des Unternehmens. 154 Detailliert siehe ENGELFRIED (2011: 148-150). 155 NACE-Code: Verordnung (EG) Nr. 1893/ 2006. 156 Zum Beispiel Abschnitt C (Verarbeitendes Gewerbe), C 28 (Maschinenbau), C 28.1. (Herstellung von nichtwirtschaftszweigspezifischen Maschinen), C 28.11 (Herstellung von Verbrennungsmotoren und Turbinen (ohne Motoren für Luft- und Straßenverkehr). 157 Bei DIN EN ISO 14001 ist der Umfang der Unterlagen geringer, v.a. wegen der fehlenden umfassenden Umweltprüfung und der fehlenden Umwelterklärung. <?page no="132"?> 118 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Findet eine interne Überprüfung oder eine Überprüfung durch den Umweltgutachter bzw. Zertifizierer vor der eigentlichen Validierungsbzw. Zertifizierungstätigkeit statt, spricht man von Voraudit . Ist der Standort validiert bzw. das Unternehmen zertifiziert und finden Prüfungen vor dem nächsten Validierungsbzw. Zertifizierungsaudit statt, spricht man von Überwachungsaudits . Die folgenden Validierungsaudits werden auch als Wiederholungs-, Erneuerungs- oder Revalidierungsaudits bezeichnet, analog die folgenden Zertifizierungsaudits als Rezertifizierungsaudits . Die Arbeit des Umweltgutachters bzw. des Zertifizierers sollte vom Unternehmen möglichst gut vorbereitet und vor Ort möglichst optimal unterstützt werden, damit sie reibungslos und effizient (und angenehm) für beide Seiten durchgeführt werden kann. Registrierung bzw. Aushändigung des Zertifikats Die Eintragung in das Register der EU bildet den Abschluss der inhaltlichen und formalen Umsetzung von EMAS. Sie erfolgt auf Antrag des Unternehmens bei der für das Unternehmen zuständigen Stelle, der IHK bzw. der HWK. Diese Stelle vergibt eine Registrierungsnummer und das EMAS-Logo an das Unternehmen. 158 Danach erfolgt durch das Unternehmen die Veröffentlichung der validierten Umwelterklärung. Die Aushändigung eines Zertifikats der Zertifizierungsorganisation an das Unternehmen bildet nach DIN EN ISO 14001 den Abschluss der inhaltlichen und formalen Umsetzung. Im Zertifikat wird bestätigt, dass das Unternehmen ein Umweltmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 14001 umgesetzt hat. 158 Die Registrierungsnummer ist wie folgt aufgebaut, z.B. DE - S - 14 - 00253. Der erste Buchstabe bzw. die ersten Buchstaben stehen für das Land, in dem sich der Standort bzw. das Unternehmen befindet (DE für Deutschland, AT für Österreich etc.), S steht für Site bzw. Standort. Die erste Zahl steht für die für den Standort bzw. für das Unternehmen zuständige IHK bzw. HWK. Die zweite Zahl ist eine fortlaufende Nummer, die für die Standorte bzw. die Unternehmen vergeben wird, die sich bei der zuständigen Kammer registrieren lassen. <?page no="133"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 119 Übung 56: Inhalte der Umweltpolitik Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext, Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter. Der erste und der letzte Buchstabe eines Wortes bleiben unverändert.  25 Minuten Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 54-58). Aussagen bzw. Leitlinien in der Umweltpolitik hinsichtlich folgender Inhalte:  Zmaaunenmhsg zhwsecin der Uoeimtilwtplk, dem Ueatrmgwrlompm und dem Uaatyemeettngemsmlswnm,  Euoidnnrng des Ziles Utcuemlswthz im Vlehnätirs zu den aenerdn Uneehinlsetremenzn,  Vtlpnceurfihg zur Eulihtnang alelr ueetmoeezwlbgnn und retaevnlen Reithshosecftrvcrn,  Vtpclnefiuhrg zur kthoriincneiulen Vuebeserrnsg des beeelrcitihbn Utzcmeuhetswls und zur Veumierndg von Utnemaetelwgulsbn, acuh üebr die Elhiuntang der umeeeotewngbzln Rihethsosertvrcfcn hiauns, eißishinlccelh eeinr Anabge zur Slrenrutaierudzfölg,  Fdönrureg des Veeustsnioatsnbgutwwrrenss und des Usuietsemstnlbwwes der Bcäeetgtifhsn und deern Eibueznihneg in den brleceeiithbn Umcuethwsltz,  Etisanz von Mehnamßan zur Rnureiduezg der Uumetwgurlksanewin, eßhsiiiellccnh Aelesnuslarnttiang,  Ürnfrbpueüg bzw. Klotonrle der Meikaatäeinmnggtett in Buezg auf Uectumshlwtz,  Feeutlngsg von Vefeharrn bzw. Mhnaemßan, wnen das Uhenneetrmn die Utoeiimwlltpk bzw. die Uteimllzewe nihct elhinät,  Uamngg mit Slhketadeorn. <?page no="134"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 120 Übung 57: Inhalte des Umweltmanagementhandbuches bzw. einzelne Kapitel des Umweltmanagementhandbuches Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Formulierung Übungstyp: Lückentext (fehlende Wörter) Aufgabe: Setzen Sie die fehlenden Wörter in die Lücken ein.  30 Minuten Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 109-135). Inhalte des Umweltmanagementhandbuches bzw. seine Kapitel:  Inhaltsverzeichnis, _ _ _ einer _ _ _ _ _ _ Erläuterung _ _ _ Struktur _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , sowie _ _ _ _ _ Abkürzungsverzeichnis,  _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ Leitung,  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ und _ _ _ Geltungsbereiches _ _ _ Umweltmanagementsystems,  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ / Begriffsbestimmungen,  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ _ _ , einschließlich _ _ _ _ _ _ _ _ ,  Umweltpolitik _ _ _ Umweltprogramm _ _ _ Unternehmens,  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ aller _ _ _ das _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ geltenden _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Rechtsvorschriften,  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ weiterer _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Anforderungen an _ _ _ Unternehmen,  _ _ _ _ _ _ _ _ auf _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ mitgeltende _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ,  Beschreibung _ _ _ Verantwortung _ _ _ Zuständigkeit _ _ _ das _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ,  generelle _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ des _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , d.h. Prozesslandkarte _ _ _ . Organigramm, _ _ _ _ _ _ _ _ _ Regelung _ _ _ Verantwortlichkeiten, _ _ _ _ _ _ _ _ _ Regelung _ _ _ Dokumentenlenkung, _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ bzgl. _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , Allgemeines _ _ _ _ . Umweltarbeitsanweisungen,  _ _ _ _ _ _ _ _ der _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Kern-, _ _ _ _ _ _ _ _ - und _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ , wobei _ _ _ jeden _ _ _ _ _ _ _ ein _ _ _ _ _ _ _ im _ _ _ _ _ _ _ _ vorzusehen _ _ _ .  fehlende Wörter: allgemeine | Allgemeines | Aufbaus | Auflistung | Auflistung | Beschreibung | Beschreibung | bzgl | bzw | das | Definitionen | der | der | der | der | des | des | des | einem | Führungs | für | für | für | Generelle | generelle | Handbuch | ist | Kapitel | Kurzbeschreibung | kurzen | Lageplan | mit | obersten | Prozess | Regelung | Standorts | Systemelemente | umweltbezogenen | Umweltmanagementhandbuch | Umweltmanagementhandbuches | Umweltmanagementsystems | umweltrelevanten | umweltrelevanter | Umweltverfahrensanweisungen | und | und | und | Unterlagen | Unternehmen | Unterstützungsprozesse | Verweise | Vorwort | Zwecks <?page no="135"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 121 Übung 58: Prüfungsinhalte der Umweltbetriebsprüfung Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die wesentlichen Prüfungsinhalte der Umweltbetriebsprüfung ein. Wenden Sie dabei die Merktechnik Loci-Methode oder Merksatz oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  30 Minuten Anmerkung: Das Einprägen der Reihenfolge ist zwar sinnvoll, aber nicht notwendig. Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 143/ 144). Prüfungsinhalte der Umweltbetriebsprüfung: 1. Einhaltung der Umweltverfahrensanweisungen für jeden Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozess, 2. Einhaltung aller Verantwortungsmatrices, 3. Einhaltung aller Dokumentenmatrices, 4. Einhaltung der Umweltarbeitsanweisungen, 5. Ermittlung von Differenzen zwischen den Ergebnissen der Umweltprüfung und der festgelegten Umweltpolitik, 6. Ermittlung von Differenzen zwischen den Ergebnissen der Umweltprüfung und dem Umweltprogramm, 7. Überprüfung der Konformität mit EMAS bzw. DIN EN ISO 14001, 8. Beurteilung der Stärken und der Schwächen des Umweltmanagementsystems, 9. Ermittlung von Gründen bei SOLL-IST-Differenzen, Abweichungen bzw. Nichtkonformität, 10. Erkennen von Schwachstellen bzw. Optimierungsmöglichkeiten und Vorschläge von Folge- und gegebenenfalls Korrekturbzw. Vorbeugungsmaßnahmen. <?page no="136"?> 122 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Übung 59: Inhalte der Umwelterklärung Schwierigkeit:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe: Lesen Sie laut den Text - der Text ist je Aufzählungspunkt in Spiegelschrift ausgegeben. Notieren Sie dabei die für Sie wichtigen Schlüsselwörter.  30 Minuten Anmerkung: Unterstreichen Sie die Schlüsselwörter. Quelle: Verändert und gekürzt aus ENGELFRIED (2011: 144-147). Inhalte der Umwelterklärung  , g n u t i e L n e t s r e b o r e d t r o w r o V . w z b t r o w ß u r G n i e  , r u t k u r t s a r f n i s k r e W r e d g n u b i e r h c s e B e z r u k e n i e e i w o s n e t i e k g i t ä T r e n i e s g n u s s a f n e m m a s u Z r e n i e d n u s n e m h e n r e t n U s e d r u t k u r t S r e d g n u b i e r h c s e B e n i e  , k i t i l o p t l e w m U e i d  , e l e i z l e z n i e t l e w m U e i d d n u n e g n u z t e s l e i z t l e w m U e i d , m m a r g o r p t l e w m U s a d  , e l l o r t n o K r e d d n u n o i t a t n e m u k o D r e d , n e t i e k h c i l t r o w t n a r e V r e d h c i l g ü z e b g n u b i e r h c s e B n e l l e r e n e g r e d d n u s m m a r g i n a g r O s e n i e , e t r a k d n a l s s e z o r P r e n i e h c i l ß e i l h c s n i e , s m e t s y s t n e m e g a n a m t l e w m U s e d g n u b i e r h c s e B ) e z r u k ( e n i e  , g n u t s i e l t l e w m U e i d r e b ü n e t a D r e d g n u s s a f n e m m a s u Z e n i e  , e t k e p s a t l e w m U n e t k e r i d n i d n u n e t k e r i d n e d n e t u e d e b r e l l a g n u b i e r h c s e B e n i e  , n e t g i t f ä h c s e B r e d l h a Z r e d d n u ) o r u E ( s e z t a s m u t m a s e G n e h c i l r h ä j s e d , ) o r u E ( g n u f p ö h c s t r e w o t t u r B r e d e b a g n A e i d  , e h c i e r e b s n e m h e n r e t n U n e t r e g a l e g h c a n d n u r o v r e d g n u l l e t s r a D e n i e . B . z , g n u t s i e l t l e w m U r e d n e r o t k a F r e g i t s n o s g n u b i e r h c s e B e n i e  , n e t f i r h c s r o v s t h c e R r e s e i d g n u t l a h n i E r e d g n u r ä l k r E e n i e d n u n e t f i r h c s r o v s t h c e R n e n e g o z e b t l e w m u n e t n a v e l e r e i d f u a e m h a n g u z e B e n i e  , n e m h e n r e t n U m i r e n t r a p h c e r p s n A r e d  . s n e m h e n r e t n U s e d . w z b s t r o d n a t S s e d r e m m u n s g n u r e i r t s i g e R d n u o g o L - S A M E , t f i r h c s r e t n U d n u t f i r h c s n A , g n u r e i d i l a V r e d m u t a D d n u t r O , r e m m u n s g n u s s a l u Z . w z b s g n u r e i t i d e r k k A , e m a N h c i l ß e i l h c s n i e , s r e t h c a t u g t l e w m U s e d g n u r ä l k r e s t i e k g i t l ü G e i d <?page no="137"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 123 Übung 60: Umwelterklärungen beurteilen und vergleichen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe 1: Besorgen Sie sich im Internet per Download drei Umwelterklärungen nach EMAS von Unternehmen bzw. Standorten Ihrer Wahl.  10 Minuten Aufgabe 2: Vergleichen Sie die Inhalte einer der von Ihnen besorgten Umwelterklärungen mit den hier vorgestellten Inhalten für die Erstellung einer Umwelterklärung nach EMAS.  40 Minuten Aufgabe 3: Vergleichen und beurteilen Sie die Inhalte der Umweltpolitik in einer dieser Umwelterklärungen mit den hier vorgestellten Inhalten für die Erstellung einer Umweltpolitik nach EMAS.  30 Minuten Aufgabe 4: Beurteilen Sie beim Vergleich der drei Umwelterklärungen: Was ist in welcher Umwelterklärung gut gelungen, was weniger gut? Sind die Inhalte knapp oder ausführlich, übersichtlich, gut nachvollziehbar etc. dargestellt?  30 Minuten Lösungen werden nicht aufgeführt. Lösungshinweise: Das Register der deutschen Standorte, die nach EMAS arbeiten, finden Sie unter: www.emas-register.de. Wenn Sie Unternehmen bzw. Standorte aus verschiedenen Branchen heranziehen, erhalten Sie zudem einen Überblick über die in den jeweiligen Branchen relevanten Umweltauswirkungen. Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Quelle: Ausführlich ENGELFRIED (2011, S. 144 - 148). <?page no="138"?> 124 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Übung 61: Mindmap zum Umweltmanagementsystem Schwierigkeit:  Trainingsziel: Strukturieren, Logik Übungstyp: Mindmap erstellen Aufgabe: Strukturieren Sie die folgenden Schlagworte mit der Methode der Mindmap. Eine Mindmap ist eine Visualisierungsmethode, die Ihnen hilft, sich die Inhalte besser einzuprägen. Wählen Sie als zentralen Begriff der Mindmap „ Umweltmanagementsystem “.  30 Minuten Anmerkung: Alternativ können Sie auch eine Gliederung erstellen, wie Sie in wissenschaftlichen Publikationen üblich ist, also mit einer Nummerierung der Kapitel mit 1, 1.1, 1.2, 2 etc. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. In der Mindmap zum Umweltmanagementsystem zu verwendende Begriffe: Arbeitsanweisung | Bezugsgrundlage für Umweltmanagementsysteme | DIN EN ISO 14001 | Dokumentenregelung | Einbeziehung der Beschäftigten | Einhaltung der Rechtsgrundlagen | Elemente der Implementierung | EMAS III | Emissionen reduzieren und vermeiden | Flussdiagramm | Gebäudemanagement | Implementierungsschritte | Kick-off-Meeting | kontinuierliche Verbesserung | offener Dialog mit der Öffentlichkeit | Projektteam bilden | Prozesslandkarte | Prozessorganisation | Regelungen in Kraft setzen | Ressourcenmanagement | Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement | Transportmanagement | Verantwortungsregelung | Verbesserung der Umweltleistung | Ziele <?page no="139"?> Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen 125 Übung 62: Umweltschutzbegriffe unterscheiden 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Unterscheiden Aufgabe: Benennen Sie bei den folgenden beiden Begriffen jeweils das wesentliche Unterscheidungskriterium, möglichst in einem Wort.  20 Minuten Beispiel: CO 2  Cadmium, Unterscheidungskriterium: die Giftigkeit der Substanzen für Menschen (ungiftig versus giftig). Anmerkung: Bei einigen Begriffen sind auch mehrere Unterscheidungskriterien vorhanden. Nr. Begriff 1  Begriff 2 Unterscheidungskriterium 1 WHG  KrWG 2 BImSchV  BImSchG 3 EMAS  DIN EN ISO 14001 4 DIN EN ISO 9001  DIN EN ISO 14001 5 DIN ISO 45001  DIN EN ISO 9001 6 Kernprozess  Unterstützungsprozess 7 Unternehmensleitlinie  Unternehmensziel 8 Umweltschutzbeauftragte  Störfallbeauftragte 9 Umweltprüfung  Umweltbetriebsprüfung 10 Umweltbericht  Umwelterklärung <?page no="140"?> 126 Schritt 10: Die einzelnen Elemente eines Umweltmanagementsystems verstehen Übung 63: Thesen zum betrieblichen Umweltschutz Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren Übungstyp: Schüttelsatz Aufgabe 1 : Stellen Sie die Wörter so um, dass sinnvolle Sätze entstehen. Es dürfen keine Wörter ausgelassen und keine weiteren hinzugefügt werden.  20 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Thesen und überlegen Sie (mindestens) drei Pro-Argumente für und drei Contra-Argumente gegen die jeweilige These. Trifft die These Ihrer Meinung nach zu? Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Thesen zum betrieblichen Umweltschutz: 1. abgelöst | Additive | durch | ein | integrierte | ist | Konzept | muss | systematisch | Umweltschutztechnik | Umweltschutztechnik | und | veraltetes | werden. 2. die | Dokumentation, | durchgeführt | einer | Einführung | einschließlich | kann | kein | Ohne | Prozessorganisation, | systematisches | übersichtlichen | Umweltmanagement | von | werden. 3. Consultingunternehmen | der | der | des | einem | einholen. | externen | Fragen | HWK | IHK, | in | Kleinunternehmen | oder | sich | sollten | Umweltrechts | Unterstützung | von | von 4. bevor | bewusst | des | die | Die | ein | im | sein, | sich | sollte | Stellung | über | umgesetzt | Umweltmanagementsystem | Umweltschutzes | Unternehmen | Unternehmensführung | wird. 5. als | Das | des | durchgeführt | Eigeninteresse | ein | im | Instrument | interne | kritisch | objektiv | Selbsteinschätzung | sollte | Umweltaudit | und | Unternehmens | werden. | zur <?page no="141"?> Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Lernziele ► Umweltmanagementgrundsätze bezüglich des Einsatzes von Ressourcen kennen, verstehen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Betriebliche Maßnahmen und Entwicklungen hinsichtlich Ressourcenmanagement in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 75 Minuten, Bearbeitung der Übungen 140 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 30 Minuten (gesamt: ca. 4 Zeitstunden). Nicht regenerative, d.h. sich in historischen Zeiträumen 159 nicht erneuernde Ressourcen sind fossile Ressourcen wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Ölsande, Ölschiefer etc. sowie Torf. Auch Uran, Thorium etc. sind nicht regenerativ, genauso wie alle Erze, aus denen Metalle gewonnen werden. Regenerative , erneuerbare (synonym: erneuerungsfähige) Ressourcen sind Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme, Biogas, Biodiesel, Biomasse, nachwachsende Rohstoffe 160 etc., auch Arbeitskraft. Fläche (Boden) ist eine nicht regenerative Ressource, ebenso Biodiversität. Die mit dem Einsatz von Ressourcen bzw. dem Ressourcenverbrauch verbundenen Umweltwirkungen sind erstens die Ressourcenabnahme bzw. die Nichtmehrverfügbarkeit und zweitens vielfältige weitere Wirkungen, die aber in einer (umwelt)wirkungsorientierten Betrachtung beim Thema Emissionen zu behandeln sind. Im Rahmen eines Umweltmanagementsystems sind Umweltmanagementgrundsätze für die Nutzung von Ressourcen (synonym: Rohstoffe ) 161 aufzustellen und in einem nachhaltigen Umweltmanagement sind diese Umweltmanagementgrundsätze an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. 11.1 Materialmanagement durchführen: Materialeinsatz und Abfallanfall Aus dem materiellen Input in das Unternehmen, dem Materialeinsatz in Form von Rohstoffen, Hilfsstoffen, Vorprodukten etc., entsteht als Ziel des Produktionsbzw. Fertigungsprozesses die marktfähige Dienstleistung bzw. das marktfähige Produkt. Jeder andere materielle Output , u.a. Kuppel-, Neben- und Folgeprodukte, die festen Abfälle, einschließlich Fehlchargen und Ausschuss, die Stoffe im Abwasser und die Stoffe in der Abluft, stellen Materialverlust bzw. Abfall dar. Änderungen des Produktionsprozesses, sowie rechtliche oder technische Änderungen können eine Verlagerung von Stoffen von einem in ein anderes Medium bewirken, z.B. entsteht mehr Abwasser oder mehr fester Abfall, wenn die Emissionsgrenzwerte verschärft werden (bei ansonsten unveränderter Produktion). Im weiteren Sinne ist das Hauptprodukt, das nach der Nutzung nicht in technischen Kreisläufen verbleibt oder nicht in biologische Kreisläufe eingeht, als Materialverlust, ebenfalls als Abfall bzw. als Emission zu bewerten. 159 Als Abgrenzung zu geologischen Zeiträumen . 160 Nachwachsende Rohstoffe sind organische Stoffe aus Nutzpflanzen, die z.B. als Werk-, Faser- und Gerüststoffe verwendet werden, z.B. Holz oder Naturfasern (Baumwolle, Kokos, Sisal etc.), aber auch Stoffe aus der tierischen Produktion wie Wolle oder Seide. 161 „Ressource“ und „Rohstoff" werden hier synonym verwendet. <?page no="142"?> 128 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Das Maß für die Nutzung von Materialien bzw. für das Abfallaufkommen ist kg. Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich des Materialeinsatzes und des Abfallanfalls bei den Produktions-, Demontage- und Kreislaufführungsprozessen sind: 162  Materialeffektivität ermöglichen, d.h. technische und/ oder biologische Kreisläufe ohne Schädigungen schließen, 163  Materialeffizienz erhöhen durch technische Maßnahmen, d.h. den Einsatz von regenerativen und nicht regenerativen Materialien reduzieren durch effizientere Produktions- und Fertigungstechniken mit besseren Wirkungsgraden, zerstörungsfreie Testmethoden etc., und durch organisatorische Maßnahmen , z.B. Abfalltrennung, und dadurch, dass mehr Materialien in technischen Kreisläufen verbleiben (d.h. interne oder externe Kreislaufführung) oder in biologische Kreisläufe eingehen können, ohne dort Schädigungen zu verursachen,  Materialien mit kleinem ökologischen Rucksack verwenden ,  Materialien, die verbraucht werden, d.h. die bei oder nach ihrer Nutzung in die Umwelt bzw. in biologische Kreisläufe eingehen (z.B. durch Kompostierung), aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen , umfassend: Ökologisches Design umsetzen,  gezielt Rohstoffe, Vorprodukte und Hilfsstoffe hinsichtlich deren Stoffeigenschaften auswählen , um die prozessbedingten Abfallströme derart zu gestalten, dass durch eine verminderte Ökotoxizität der Stoffe eine Schließung von technischen und biologischen Kreisläufen möglich wird,  unterschiedliche Abfallfraktionen getrennt halten bzw. trennen , um eine nachfolgende sortenreine Behandlung und somit eine technische Kreislaufführung zum gleichen Einsatzzweck zu ermöglichen,  nachfragegerecht produzieren , um Abfall in Form von nicht nachgefragten Materialien bzw. Produkten zu vermeiden,  Lagerhaltung optimieren , um Verderb, Überalterung etc. zu vermeiden,  Schulungen durchführen hinsichtlich Abfallvermeidung, Abfallverminderung und Abfalltrennung, auch zur Sensibilisierung der Beschäftigten,  Wassereinsatz (v.a. Warmwassereinsatz) bei den Prozessen senken, da auch weniger Pumpen benötigt werden, und unterschiedliche Abwasserströme mit verschiedenen Abwasserinhaltsstoffen getrennt halten, es sei denn, die Inhaltstoffe sind gleicher Art und können auch in den entstehenden größeren Abwasservolumina effizient eliminiert werden,  Energieeinsatz bei den Prozessen senken und z.B. für Licht langlebige Leuchten verwenden,  Transportaufkommen bei Beschaffung, Distribution und Redistribution senken, da Transport ebenfalls Materialeinsatz bedeutet in Form von Verkehrsmitteln, Infrastruktur etc.,  Gebäudebedarf senken, da Gebäude ebenfalls Materialeinsatz bedeuten. Für ein nachhaltiges Materialmanagement sollte eine Steigerung der Materialeffizienz um vier bis sechs Prozent pro Jahr erreicht werden. Langfristig ist ein Faktor 10 (oder höher) anzustreben, d.h. es soll (mindestens) zehnmal mehr Nutzen bezogen auf den Materialinput erreicht werden - dies bedeutet eine Annäherung an das Ziel der Schließung von technischen Kreisläufen. 164 Materialien bzw. Produkte, die in biologische Kreisläufe eingehen, werden somit ebenfalls effizienter genutzt. Materialien, die bei oder nach ihrer Nutzung ohne Schädigungen in die Umwelt, also in biologische Kreisläufe eingehen, sind im Rahmen eines nachhaltigen Umweltmanagements aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. 162 Nach ENGELFRIED (2011: 86-90). 163 Einen großen Beitrag hierzu kann auch die Erstellung von Einkaufsrichtlinien für die Beschaffung leisten. 164 Vergleiche hierzu SCHMIDT-BLEEK (1994). <?page no="143"?> 11.2 Flächenmanagement durchführen: Flächeneinsatz und Biodiversität 129 11.2 Flächenmanagement durchführen: Flächeneinsatz und Biodiversität Flächenmanagement umfasst alle Umweltaspekte, die mit der Nutzung von Fläche verbunden sind, einschließlich Biodiversität. Bezüglich der Nutzung von Fläche bzw. Boden sind zwei Nutzungsformen zu unterscheiden: Flächengebrauch und Flächenverbrauch. Flächengebrauch ist die Nutzung der Fläche, bei der die Bodenfunktionen und der Boden selbst weitestgehend erhalten bleiben, also eine regenerative Nutzung der Fläche stattfindet (z.B. Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Obstbau etc.). Flächenverbrauch ist die Nutzung der Fläche unter Zerstörung der Funktionen des Bodens bzw. des Bodens selbst, also eine in historischen Zeiträumen nicht regenerative Nutzung der Fläche z.B. durch Tagebau, Versiegelung, Deponiebau, Überbauung, Erosion. Die Folgen von Flächenverbrauch sind sehr vielfältig, u.a. sinkt die Grundwasserneubildung, weil weniger Versickerung stattfinden kann, wodurch auch die Belastung von Kläranlagen zunimmt, die Möglichkeit, Landbzw. Forstwirtschaft zu betreiben, geht verloren, Biotope werden zerstört oder zerschnitten und Landschaft wird zersiedelt und zerstört (z.B. durch Tagebau, Flussbegradigungen), was in der Folge zu Artenrückgang führt. Die Art der Flächennutzung wird in Deutschland in Flächennutzungsplänen festgelegt, in denen Gewerbenutzung, Wohnen, Mischnutzung (Wohnen und Gewerbe), Landwirtschaft, Naturschutz etc. ausgewiesen werden. Der Bebauungsplan legt in den jeweils ausgewiesenen Gebieten rechtsverbindlich die Bebauung im Detail fest, z.B. Einfamilienhäuser, Geschosszahlen, Bauhöhen, Grünflächenanteile etc. Das Maß für Flächenverbrauch bzw. Flächennutzung ist m 2 bzw. ha (= 10.000 m 2 ). Im Flächenmanagement sind Umweltmanagementgrundsätze für den Flächengebrauch, den Flächenverbrauch und für den Erhalt der Biodiversität umzusetzen. Für nicht regenerativ genutzte Fläche , also Flächenverbrauch bzw. bereits verbrauchte Fläche, gelten folgende Umweltmanagementgrundsätze : 165  Flächenneuverbrauch ausschließen , z.B. durch die Nutzung von Altstandorten, Beendigung von Tagebau, die effiziente Nutzung nicht regenerativ genutzter Flächen, die Gestaltung und Änderung der Flächennutzungspläne, 166  effiziente Flächennutzung umsetzen und Umweltmanagementgrundsätze zum Gebäudemanagement berücksichtigen, z.B. Geschossbauweise für Wohnen, Industrie und Dienstleistung, effiziente Nutzung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur, Parkraumbewirtschaftung, Gestaltung und Änderung der Flächennutzungspläne, Gestaltung und Änderung der Bebauungspläne,  Flächenrekultivierung durchführen , d.h. Maßnahmen zur Wiederherstellung der Bodenfunktionen umsetzen, z.B. Flächenentsiegelung, Aufforstung, Altlastensanierung, da sich eine vollständige Wiederherstellung der Bodenfunktionen in mittelbis langfristigen Zeithorizonten einstellen kann, 167  Umweltmanagementgrundsätze zum Erhalt der Biodiversität berücksichtigen, 165 Nach ENGELFRIED (2011: 91). 166 Eine Ausnahme bildet die städtebauliche Nachverdichtung . 167 Eine Flutung ehemaliger Tagebaustätten kann nicht als Flächenrekultivierung gewertet werden. <?page no="144"?> 130 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen  Grundwasserabsenkung ausschließen, da sie zur Austrocknung der Böden und somit zur Zerstörung der Bodenfunktionen führen kann,  Materialeinsatz , Grundwasserverbrauch , Energieeinsatz und Transportaufkommen generell reduzieren. Für die regenerativ genutzte Fläche , also Flächengebrauch, gelten folgende Umweltmanagementgrundsätze : 168  Erosion reduzieren , da bei Erosion in großem Maße ein Übergang von regenerativer zu nicht regenerativer Flächennutzung eintritt. Erosionsmindernde Maßnahmen sind u.a. Maßnahmen zur Bodenbedeckung durch Auswahl geeigneter Pflanzen, geeignete Bodenbewirtschaftung, Fruchtfolgegestaltung sowie Aufforstung.  Bodenverdichtungen reduzieren, 169  ausgeglichene Nährstoffbilanz erhalten,  ausgeglichene Humusbilanz erhalten,  Einengung der Fruchtfolge vermeiden, d.h. möglichst viele unterschiedliche Pflanzenarten in der Fruchtfolge einsetzen,  standortangepasste Pflanzenarten bzw. -sorten anbauen,  Schlagflächen begrenzen, d.h. die Größe der einzelnen Felder begrenzen, auch wegen der Erosionsneigung,  Eintrag bioakkumulierbarer und persistenter Stoffe vermeiden,  Umweltmanagementgrundsätze zum Erhalt der Biodiversität berücksichtigen,  Eintrag von Substanzen in Art und Menge vermeiden, die die Bodenfunktionen zerstören (z.B. Salze, Säuren), d.h. die stoffliche Belastung der Böden reduzieren, und eine Kontamination vermeiden, z.B. durch Vermeidung von Ablagerungen und Leckagen, das Abdecken der Böden mit undurchlässigen Materialien, die Reduzierung von Unfall- und Störfallrisiko bei Produktion und Transport sowie generell durch die Reduktion von Emissionen,  effiziente Nutzung der regenerativ genutzten Fläche umsetzen. 170 Dort, wo die Bodenfunktionen noch intakt sind, sind für ein nachhaltiges Flächenmanagement der Ausschluss von Flächenneuverbrauch und die Verminderung der Reduktion der Erosion um 80 bis 90 % zwingende Umweltmanagementgrundsätze. Bei bereits devastierten Flächen (z.B. Wüsten) kann Flächenneuverbrauch geprüft werden. Unter Einhaltung dieser Ziele findet eine nachhaltige Nutzung der Ressource „Fläche“ statt, einschließlich des Erhalts der Lebensräume, der Biotope und Habitate. 171, 172 168 Nach ENGELFRIED (2011: 92). 169 Auf die Maßnahmen hierzu, ebenso wie diejenigen zum Erhalt der Nährstoff- und Humusbilanz im Rahmen landwirtschaftlicher Produktion, wird nicht näher eingegangen. 170 Großflächige Geländegestaltungen sind mit diesen Zielen nicht vereinbar. 171 Derzeitige Nutzungspraktiken, z.B. die großflächige Abholzung von Regenwäldern und die Umwandlung von Urwald in Plantagen oder Viehweiden, sind mit diesen Zielen nicht vereinbar. 172 Exkurs: Bezüglich der Flächennutzung ist Tierhaltung (synonym: Nutztierhaltung ) ein spezielles umweltrelevantes Thema . Zum einen treten große Energieverluste bei Veredelung auf, sog. Veredelungsverluste: Das sind Verluste, die durch die Verfütterung und Umwandlung von pflanzlichen Nahrungsmitteln (z.B. Soja, Mais, Getreide) in tierische Nahrungsmittel (v.a. Fleisch, Eier, Milch) eintreten, weil die meisten der zur Verfütterung eingesetzten pflanzlichen Nahrungsmittel ebenso zum direkten menschlichen Verzehr geeignet wären. Zum anderen entstehen große Mengen klimarelevanter Emissionen, v.a. CH 4 bei der Rinderhaltung, und ein immenser virtueller Wasserverbrauch. Wenn zudem zu viele Tiere in Relation zur Fläche, die sie ernähren könnte, gehalten werden, eine sog. flächenunabhängige Tierhaltung , bedingt dies Futtermitteltransporte (und meist -importe) und die Entsorgung von Gülle wird zu einem Umweltproblem, da die Pflanzen auf der Anbaufläche die Nährstoffe nicht mehr aufnehmen <?page no="145"?> 11.2 Flächenmanagement durchführen: Flächeneinsatz und Biodiversität 131 Hinzu kommt bezüglich des Flächenmanagements ein weiterer Aspekt: Der Erhalt von Biodiversität. Um Biodiversität (synonym: Artenvielfalt ) zu erhalten, sind die Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich des Flächengebrauches und des Flächenverbrauches zu ergänzen um Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich des Erhalts bzw. der Nutzung von „Arten“ der Flora und der Fauna. Umweltmanagementgrundsätze zum Erhalt der Biodiversität sind: 173  seltene Biotope und Habitate erhalten , was v.a. bei der Standortwahl für das Unternehmen oder bei Infrastrukturmaßnahmen zu berücksichtigen ist,  Mindestgrößen von Biotopen erhalten , 174  Biotope und Grünflächen vernetzen , z.B. Durchgrünung von Industriestandorten und Städten, Dach- und Fassadenbegrünung, sowie die Gestaltung und Änderung der Flächennutzungspläne,  einen Mindestanteil an Biotopen bzw. Naturschutzflächen an der Gesamtfläche erhalten , z.B. durch die Gestaltung und Änderung der Flächennutzungspläne sowie Biotopanlegung, 175  Stoffeinträge in Biotope vermeiden,  Lärmeintrag in Biotope vermeiden,  Eintrag bzw. Einbringen nicht endemischer Tier- und Pflanzenarten in Biotope vermeiden,  Eingriffe in Biotope (z.B. Begehen, Befahren, Stoffeinträge) möglichst gering halten und somit Erhalt der Selbstregulation der Biotope und Ökosysteme gewährleisten,  eine Mindestzahl einzelner Individuen und Exemplare 176 erhalten sowie die Populationsgrößen ständig überwachen, was in Verbindung mit dem Biotopbzw. Lebensraumschutz als Wildlife-Management bezeichnet wird, und sich selbstverständlich nicht nur auf Landflächen bezieht, sondern auch auf aquatische Ökosysteme wie Seen oder Meere,  Eingriffe in die Landschaft vermeiden (z.B. Flussbegradigungen, Eindeichungen, Terrassierungen, Ketten von Stauwehren), können (mit eintretenden Wirkungen auf Grundwasser und Gewässer). Hinzu kommen Tierhaltungsgroßbetriebe, der Einsatz von Antibiotika und Mastmitteln etc. Weit über die umweltbezogenen Fragenstellungen hinaus gehen mit der Tierhaltung zusammenhängende Fragen wie die Versorgungssicherheit der Bevölkerung oder die Ökonomie der Landwirtschaft ; auch ethisch-moralische Fragen spielen eine zentrale Rolle, z.B.: Dürfen wir Tiere schlachten und uns von Fleisch ernähren? Sollen wir Tiere halten, um z.B. Eier oder Milch zu gewinnen, und was ist eine artgerechte Tierhaltung? Wollen wir uns vegetarisch, also ohne Fleisch, ernähren, eventuell aber mit Eiern, mit Milch etc., oder vegan? Werden diese Fragen von der Tierart beeinflusst, z.B. Säugetiere (Schwein, Rind, Schaf), Fische, Vögel (Huhn, Pute), Muscheln, Schnecken, Insekten? Dürfen wir Tiere halten und töten, wenn wir Produkte daraus herstellen, die wir überhaupt nicht essen, also Tiere als regenerative Ressource nutzen, z.B. die Haltung von Tieren für die Pelzgewinnung, die Wollproduktion etc.? 173 Nach ENGELFRIED (2011: 92/ 93). 174 Neben dem direkten Erhalt von Biotopen bzw. Mindestgrößen von Biotopen durch das Unternehmen am Standort bzw. bei seinen Tätigkeiten (Landwirtschaft, Forstwirtschaft etc.) ist als indirekte Maßnahme der Schutz von Biotopen an anderer Stelle zu ergänzen, u.a. durch Übernahme von Patenschaften für Biotope, Aufkauf und Beibehaltung von Naturwäldern. Die Durchführung von rechtlich geforderten Ausgleichsmaßnahmen bei der Zerstörung eines seltenen Biotopes bzw. bei einer Unterschreitung der Mindestgröße eines Biotopes, die zum Arterhalt notwendig ist, kann nicht als Maßnahme einer nachhaltigen Entwicklung gewertet werden. 175 Flächennutzungsplan und Bebauungsplan sind Bestandteile der Bauleitplanung. Sie ist Bestandteil der Stadtplanung . Übergeordnet ist die Raumordnungsplanung . Der Mindestanteil von Biotopen und Naturschutzflächen hängt von den lokalen, regionalen oder überregionalen Gegebenheiten ab und kann nicht pauschal angegeben werden. Für Deutschland wird gefordert, 10 % der Landesfläche als Naturschutzfläche auszuweisen. 176 Bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden u.a. in Deutschland in sog. Roten Listen aufgeführt, international in dem immer wieder aktualisierten Anhang des Washingtoner Artenschutzabkommens (siehe CITES, 1973). <?page no="146"?> 132 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen  v.a. klimarelevante, versauernd und eutrophierend wirkende Emissionen vermeiden bzw. vermindern. Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sind neben den Umweltmanagementgrundsätzen für den Flächengebrauch und den Flächenverbrauch die Umweltmanagementgrundsätze zum Erhalt der Biodiversität umzusetzen und die vorhandenen Arten zu schützen und zu erhalten. 11.3 Wassermanagement durchführen: Wassereinsatz und Abwasseranfall Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil der Biosphäre und der meisten Lebewesen, ist lebensnotwendig, und in vielen Produktionsprozessen unverzichtbar als Reaktionspartner, als Reinigungsmittel, als Kühlmittel, als Transportmittel, als Speichermedium etc. Wassermanagement in Unternehmen setzt sich zusammen aus dem Management von Input, d.h. dem Wassereinsatz und der Wasserbereitstellung, und dem Management von Output, d.h. dem Abwasser und der (Ab)Wasserbehandlung. Bei der Wassergewinnung wird unterschieden zwischen Grund- und Quellwasser und Oberflächenwasser und Uferfiltrat , d.h. aus Seen, Flüssen und Meeren entnommenem Wasser. Dieses muss zuerst gereinigt werden, bevor es als Trinkwasser verwendet werden kann; Meerwasser muss zusätzlich entsalzt werden. Wasser wird entweder von den Unternehmen selbst der Umwelt entnommen (z.B. Grundwasser bei Brauereien, Mineralwasser etc.) oder aus der kommunalen Trinkwasserversorgung bezogen. Die notwendige Qualität des eingesetzten Wassers ist vom Nutzungszweck im Unternehmen abhängig. Wasser wird im Produktionsprozess genutzt und verlässt als Abwasser stofflich und/ oder thermisch verändert das Unternehmen. Wird das Abwasser direkt in die Umwelt geleitet (meist in einen Fluss, der dann als Vorfluter bezeichnet wird), spricht man von Direkteinleitung , wird es in die Kanalisation geleitet, spricht man von Indirekteinleitung . 177 Je nach vorliegender Indirekteinleiterverordnung bzw. nach Höhe der Grenzwerte entscheidet das Unternehmen, ob es direkt oder indirekt einleitet und ob es das Abwasser vor der Einleitung selbst reinigt oder nicht. Das Maß für den Einsatz von Wasser bzw. für den Abwasseranfall ist l bzw. m 3 (= 1.000 l). Wichtige Parameter für die Bestimmung der Qualität des Abwassers sind der pH-Wert, die BSB- Fracht, 178 der CSB-Wert, einzelne Inhaltsstoffe (z.B. Schwermetalle) (mg/ l) sowie Keime (hier synonym: Bakterien) (KBE/ ml). Wenn die dem Abwasser durch die Kläranlage entzogenen Stoffe (z.B. Phosphate) und die in der Kläranlage entstehenden Stoffe (Klärschlamm etc.) in biologischen Kreisläufen verbleiben, handelt es sich bei der Kläranlage um eine Kreislaufschließungstechnologie. Entstehen Stoffe, die verbrannt oder deponiert werden, dann handelt es sich um eine End-of-pipe-Technologie. Die Einordnung hängt im Wesentlichen auch von der Zusammensetzung des zugeführten Abwassers ab. 177 Die Kanalisation in Deutschland ist überwiegend als Mischkanalisation ausgelegt, d.h. Abwässer aus Unternehmen, aus Haushalten und der Oberflächenabfluss werden zusammen in einer Kanalisation erfasst und gelangen zur Kläranlage. 178 Die BSB 5 -Fracht wird meist angegeben als Einwohnergleichwert , d.h. als die Menge an biologisch abbaubaren Abwasserinhaltstoffen, die ein Einwohner pro Tag ins Abwasser entlässt. <?page no="147"?> 11.3 Wassermanagement durchführen: Wassereinsatz und Abwasseranfall 133 Werden Teichkläranlagen bzw. Pflanzenkläranlagen zur Reinigung eingesetzt, darf das zugeführte Abwasser nur mit biologisch abbaubaren Stoffen belastet sein. Für den Einsatz der Ressource Wasser bei Produktions-, Demontage-, Recycling- und Kreislaufführungsprozessen und den damit verbundenen Abwasseranfall sind folgende Umweltmanagementgrundsätze zu verfolgen: 179  Wassereinsatz reduzieren durch technische Lösungen , z.B. Kaskadennutzung, geschlossene Wasserkreisläufe, Wasserspartaste, Sensorwasserhähne, Optimierung des Bewässerungslandbaus, und durch organisatorische bzw. verhaltensbezogene Lösungen , z.B. (zügiges) Duschen statt Baden, weniger Autowaschen, vollständiges Befüllen von Spül- und Waschmaschinen, etc. Zur Minimierung des Wasserverbrauches ist auch eine Erhöhung der Energieeffizienz notwendig, um insbesondere den Kühlwasserverbrauch zu reduzieren (z.B. durch Blockheizkraftwerke).  Materialien mit geringem virtuellen Wassereinsatz 180 verwenden, v.a. Tierhaltung und Bergbautätigkeiten (Kohle- und Erzabbau, v.a. wegen Grundwassernutzung und Grundwasserbelastung) deutlich reduzieren,  „Quelle" der Wasserversorgung, d.h. die Qualität des Wassers (Grundwasser, Trinkwasser, Regenwasser, Oberflächenwasser etc.), nach den für die Nutzung benötigten Anforderungen an die Reinheit auswählen, d.h. die Herkunft des Wassers unter Berücksichtigung des Anwendungszwecks auswählen, weil nicht für alle betrieblichen Prozesse, in denen derzeit Trinkwasser eingesetzt wird, auch Trinkwasserqualität nötig ist (z.B. bei Reinigungsprozessen, bei Toiletten-Spülung, bei eventuellen Löscharbeiten).  „regenerative“ Wassernutzung und Wassergewinnung umsetzen , d.h. die Nutzung von Oberflächen- und Regenwasser ausweiten und den Grundsatz der Nachhaltigkeit auf die Grundwassernutzung übertragen. Das bedeutet, dass die im jeweiligen Grundwassereinzugsgebiet erfolgte Grundwassernutzungsrate nur kleiner oder gleich der Grundwasserneubildungsrate sein darf. Dieser Grundsatz gilt auch für die Nutzung von Oberflächenwasser z.B. aus Flüssen oder Seen, damit ein Austrocknen von Gewässern verhindert wird. 181  Flächenentsiegelung vornehmen und Flächenneuversiegelung ausschließen , um zu einer Neubildung von Grundwasser und zu einer Vermeidung der Belastung von Kläranlagen beizutragen,  alternative Wasserreserven nutzen , z.B. Meerwasserentsalzung, „Auskämmen“ von Nebel,  Abwasserströme mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen (z.B. organische Substanzen, Salze, Schwermetalle) getrennt halten , da sonst Abwasserströme mit Substanzgemischen entstehen, die verfahrenstechnisch nicht spezifisch behandelt werden können. 182 Werden Abwas- 179 Nach ENGELFRIED (2011: 88-90). 180 Virtueller Wassereinsatz bedeutet die Wassermenge (in l), die über die gesamte Produktlinie eingesetzt wird (z.B. bei Reinigung, Produktion, Verdunstung); bei der Fleischerzeugung hauptsächlich für die Erzeugung der Futtermittel für die Tiere. Dieser virtuelle Wassereinsatz ist (global)politisch relevant, da durch den Export von Nahrungs- und Futtermitteln auch lokale und regionale Wasserbilanzen verändert werden können. 181 Wenn Unternehmen nicht über Grundwasserbrunnen verfügen und sie die Entnahmeraten somit nicht selbst anhand dieses Kriteriums festlegen können, sind kommunale Planungen als Vorgaben für die Höhe der einzelbetrieblichen Wassernutzung an diesem Kriterium zu orientieren. 182 Z.B. kann eine biologische Behandlung von Abwässern nur bei biologisch abbaubaren Abwasserinhaltsstoffen angewendet werden, um den anfallenden Klärschlamm auch in biologischen Kreisläufen zu verwenden, oder es kann eine chemische Fällung, z.B. für Abwässer mit Schwermetallen, gezielt eingesetzt werden, die dann eine Recyclingmöglichkeit für die Metalle eröffnet. <?page no="148"?> 134 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen serströme mit gleichen Inhaltsstoffen zusammengeführt, sollte eine Verdünnung der Inhaltsstoffe bei der Zusammenführung möglichst vermieden werden, um die Effizienz von Reinigungstechnologien zu gewährleisten.  ausschließlich biologisch abbaubare Stoffe in den Vorfluter bzw. die Kanalisation einleiten, um das Ziel der Schließung biologischer Kreisläufe zu ermöglichen,  Wärmelast beim Einleiten senken,  unbeabsichtigten Eintrag von Stoffen in Oberflächengewässer durch die Reduzierung des Unfall- und Störfallrisikos vermindern (auch bei Transporten), und die Folgen beim Eintritt eines Unfalls bzw. Störfalls verringern (z.B. durch Löschwasserauffangbecken),  Eintrag von Stoffen in das Grundwasser ausschließen , u.a. durch Änderung der Produktionsprozesse, durch Sanierung betrieblicher oder kommunaler Altlasten, durch umgehende Sanierung der Böden nach Störfällen. Ebenso gilt es zu vermeiden, dass Schadstoffe in die Böden eingetragen werden (auch in der Landwirtschaft, im Gartenbau etc.) und dass es neben Auswaschungen auch zur Entstehung von zukünftigen Altlasten kommt (z.B. durch Bodenabdeckung, Auswahl der verwendeten Chemikalien).  Betriebsstoffe auswählen unter dem Aspekt einer einfachen, möglichst biologischen Abwasserreinigung,  Schulungen durchführen zur Reduzierung des Wassereinsatzes, auch zur Sensibilisierung der Beschäftigten,  Wasserreinigung technisch optimieren , z.B. Phosphat-Fällung, Einsatz von Pflanzenkläranlagen bei ausschließlich biologisch abbaubaren Abwässern. Diese Umweltmanagementgrundsätze gelten auch für ein nachhaltiges Umweltmanagement . 11.4 Energiemanagement durchführen: Energieeinsatz und Abwärme Werden im Unternehmen eingesetzte Ressourcen energetisch genutzt, spricht man von Energieträgern , 183 aus denen durch Behandlung oder Umwandlung Sekundärenergieträger bzw. Nutzenergie wie Strom oder Wärme entstehen. Bei jeder Stromerzeugung aus Brennstoffen entsteht Abwärme. Bei jedem Umwandlungsprozess entstehen Umwandlungsverluste und bei jedem Transportprozess Transportverluste. Der Einsatz von Energieträgern wird in Joule (J) angegeben, bei Strom meist in Kilowattstunde (kWh). Bei der Angabe des Energieeinsatzes ist der Anteil regenerativer Energien am Energieeinsatz auszuweisen. Nahezu bei jedem Prozess werden verschiedene Energieträger eingesetzt. Die Zusammensetzung der Energieträger wird als Energie-Mix bezeichnet. Wenn z.B. Strom für einen Prozess bezogen wird, der zu 30 % aus Windkraft, 20 % aus Wasserkraft und 50 % aus Erdgas gewonnen wird, entspricht diese prozentuale Aufteilung dem Energie-Mix (auch möglich als Angabe der absoluten Werte, z.B. in kWh bzw. MJ). Folgende Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich des Energieeinsatzes und des Abwärmeanfalls gelten: 184  nicht regenerative Energieträger (u.a. Erdöl, Erdgas, Kohle) durch regenerative Energien ersetzen , u.a. Windkraft, Photovoltaik, Solarthermie (Sonnenkollektoren), Wasserkraft, Erd- 183 Man spricht bei den regenerativen Energieträgern auch von regenerativen Energien , da diese, wie bei Windkraft oder Solarenergie, „materielos“ sind. 184 Nach ENGELFRIED (2011: 85/ 86). <?page no="149"?> 11.4 Energiemanagement durchführen: Energieeinsatz und Abwärme 135 wärme, d.h. das Energie-Mix verändern . Eine Änderung des Energie-Mixes ist auch bei der Nachfrage von Strom oder Fernwärme umzusetzen durch die Auswahl von Lieferanten, die Strom oder Wärme in einem Energie-Mix aus regenerativen Energien anbieten.  Eigenenergieerzeugung umsetzen durch z.B. den Einsatz von Photovoltaik und Sonnenkollektoren (eventuell in Verbindung mit lokalen Stromnetzen), 185  Energieverbrauch reduzieren und Energieeffizienz erhöhen durch technische Maßnahmen , z.B. Umsetzungsprozesse und Reinigungsprozesse bei geringen Temperaturen, Wärmerückgewinnung, Passivbauweise, Gebäudedämmung, energiesparende Motoren, Ersatz von energieineffizienten Geräten und Maschinen, Bewegungssensoren und Einsatz von integrierter Technologien statt End-of-pipe-Technologien, und durch organisatorische bzw. verhaltensbezogene Maßnahmen , z.B. weniger Tierhaltung, Raumwärmereduzierung, Bürolüftungszyklen, Mitfahrgemeinschaften, Geräte ausschalten statt Stand-by-Modus, Änderung der Angebote in Kantinen hin zu geringerem Fleischkonsum,  Energiebereitstellung technisch optimieren und Wirkungsgrade erhöhen, u.a. durch Kraft- Wärme-Kopplung in dezentralen Blockheizkraftwerken,  Abwärmeanfall reduzieren durch technische Optimierung der Energiebereitstellung und dezentrale Energiebereitstellung,  Belastungsspitzen verhindern , z.B. Nachtstrom nutzen, kontinuierliche Auslastung der Anlagen und Laufzeiten ermöglichen,  Schulungen durchführen zur Reduzierung des Energieverbrauches und zur Erhöhung der Energieeffizienz, auch zur Sensibilisierung der Beschäftigten,  Materialeinsatz reduzieren, da jeder Materialeinsatz auch Energieeinsatz bedeutet,  Transportaufkommen reduzieren, da jeder Transportprozess auch Energieeinsatz bedeutet. Für ein nachhaltiges Energiemanagement sollte die Größenordnung für den Ersatz von nicht regenerativen durch regenerative Energieträger bei drei bis fünf Prozent pro Jahr liegen. Die Nutzung nicht regenerativer Energieträger sollte bis zum Jahr 2050 auf Null reduziert werden. 186 Die Energieeffizienz sollte um drei bis fünf Prozent pro Jahr gesteigert werden. Zudem ist auf die Nutzung von Atomenergie bzw. den Einsatz von Strom aus Atomkraft zu verzichten, v.a. wegen der Risikominimierung und der Langzeitfolgen der Atomabfalllagerung. 185 In Kombination mit Stromspeichern auch als Mikrogrids („Kundenanlagen“) bezeichnet. 186 Vergleiche IPCC (2018: 16). <?page no="150"?> 136 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Übung 64: Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren Übungstyp: Schüttelsatz Aufgabe: Stellen Sie die Wörter so um, dass sinnvolle Sätze entstehen. Es dürfen keine Wörter ausgelassen und keine weiteren hinzugefügt werden.  20 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 1: 1. als | bedeutet | biologischen | dies | Folge | in | in | Kreisläufen | nicht | oder | Produkte | Ressourcenabnahme. | technischen | Umweltauswirkungen | und | verbleiben, | Wenn 2. 10 | allen | bei | beizutragen. | den | der | Die | einer | Entwicklung | Erhöhung | Faktor | ist | Materialeffizienz | nachhaltigen |nötig, | Produkten | um | um | zu | zukünftigen 3. Artensterben | Bebauung, | der | Der | durch | Erosion | Fläche | in | ist | landwirtschaftlich | Nahrungsmittelversorgung | nutzbarer | Probleme | Rückgang | um | und | und | vermeiden, | vermeiden. | Wüstenausbreitung | zu | zu 4. Abwasserströme | Die | einsetzen | gehalten | getrennt | Inhaltsstoffen | können. | mit | möglichst | Reinigungstechniken | sollten | spezifische | um | unterschiedlichen | werden, | zu 5. als | auch | Den | der | der | die | durch | Energieeffizienz | Energieeinsatz | Energiemanagement, | Energien | erhöhen | ersetzen | fossile | im | in | in | Maßnahmen | Produktion | reduzieren, | regenerative | sind | sowohl | und | Verwaltung. | wichtige | zu | zu | zu <?page no="151"?> Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen 137 Übung 65: Fundiertes Abschätzen 1 Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren Übungstyp: logische Aufgabe Aufgabe: Schätzen Sie die Ergebnisse der folgenden Aufgaben. Gehen Sie dabei logisch vor.  3 x 10 Minuten Anmerkung: Derartige Aufgaben sind komplexer Art und berühren verschiedene Gedächtnistrainingsziele, v.a. Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren, auch Assoziieren. Sie werden auch als Brainteaser bezeichnet. Bei diesen Aufgaben wissen Sie (sehr wahrscheinlich) die Ergebnisse nicht vorher oder können sie nicht exakt ausrechnen. Ziele sind eine intensive Befassung mit dem jeweiligen Sachverhalt, bereits vorhandenes Wissen logisch bzw. assoziativ zu kombinieren und Lösungswege einzuüben. Auch wenn es Ihnen anfangs schwerfällt, halten Sie durch, denn durch die erfolgreiche Bearbeitung dieser Aufgaben wird sich Ihr Gedächtnis deutlich verbessern. Lösungshinweis: 1. Werden Sie sich über den Sachverhalt klar. 2. Legen Sie Parameter und Daten fest, die Sie zur Abschätzung benötigen, d.h. ordnen Sie bekannte Fakten und Daten. 3. Treffen Sie begründbare und plausible Annahmen (= Schätzungen bzw. Wissen). Runden Sie die (geschätzten oder bekannten) Daten, um leichter rechnen zu können. Bedenken Sie aber auch: Mit jeder Rundung machen Sie Fehler in der Größenordnung, in der Sie runden (wenn Sie z.B. mit „10“ statt mit „9,2“ rechnen, ergibt das ca. 8 % Fehler), die sich über mehrere Rechenschritte potenzieren. 4. Addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren Sie (= (Kopf)Rechnen). 5. Gleichen Sie das erhaltene Ergebnis eventuell mit bekannten bzw. recherchierten Daten ab und nehmen Sie Plausibilitätskontrollen bzw. eventuell Fehlerbetrachtungen vor. Aufgabe 1: Eine Firma pachtet von der Regierung Brasiliens 100 km 2 Regenwald, um aus einer dort vorkommenden seltenen Orchideenart Substanzen für Arzneimittel zu extrahieren. Die Firma sichert eine nachhaltige Nutzung zu, d.h. nur so viele Orchideen zu ernten, wie nachwachsen. Die Firma beabsichtigt den Bau einer Produktionshalle von 5.000 m 2 , eines dreigeschossigen Verwaltungsgebäudes mit Laboren mit 500 m 2 Grundfläche und eines versiegelten Parkplatzes von 2.000 m 2 . Die geplante Straße soll nicht asphaltiert werden. Wie hoch ist der Anteil der verbrauchten Fläche? Bewerten Sie diese Flächennutzung hinsichtlich Nachhaltigkeit? Aufgabe 2: Wenn die Hunde- und Katzenhalter in Deutschland für jedes Kilogramm Futter, das in Deutschland an diese beiden Haustierarten verfüttert wird, 2 Cent an UNICEF spenden würden, wie viel würde in Deutschland gespendet werden pro Jahr? Aufgabe 3: Frankreich überlegt, fünf alte (durchschnittliche) Atomkraftwerksblöcke durch Windkraftanlagen zu ersetzen. Wie viele Windräder durchschnittlicher Größe müssten gebaut werden? <?page no="152"?> 138 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Übung 66: Umweltschutzbegriffe ausschließen 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Ausschließen, Unterscheiden Aufgabe: Schließen Sie bei den folgenden fünf Begriffen den Begriff aus, der nicht zu den anderen vier Begriffen passt, und nennen Sie das Unterscheidungskriterium.  25 Minuten Beispiel: Fichtenwald - Streuobstwiese - Hochmoor - Wattenmeer - Auenwald; Lösung: „Fichtenwald“ ist kein seltener (bzw. besonders zu schützender) Lebensraum (auch möglich: „Streuobstwiese“ ist erst durch menschliche Nutzung entstanden) Anmerkung: Bei einigen Begriffen gibt es auch zwei Möglichkeiten. Nr. Begriff 1 Begriff 2 Begriff 3 Begriff 4 Begriff 5 Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 unternehmensübergreifend reaktiv Mehrdimensional an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet funktionsübergreifend 2 Chemikaliengesetz Energieeinsparungsgesetz Bundesimmissionsschutzgesetz Kreislaufwirtschaftsgesetz Bundesemissionsschutzgesetz 3 Störfallbeauftragte Gewässerschutzbeauftragte Abfallbeauftragte Immissionsschutzbeauftragte Umweltschutzbeauftragte 4 Umweltaudit Umweltpolitik Umweltziele Umweltmanagementsystem Umwelterklärung 5 DIN EN ISO 50001 DIN EN ISO 14040 DIN EN ISO 14001 DIN EN ISO 9001 DIN ISO 45001 6 Luft Fläche Energieträger Materialien Wasser 7 Erdgas Erdöl Steinkohle Rapsöl Braunkohle 8 Bambus Hanf Stroh Holz Torf 9 Elfenbeinschmuck Tigerpelz Stierhoden Nashornpulver Waltran <?page no="153"?> Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen 139 10 Zersiedelung verringerte Versickerung steigender Energieeinsatz Biotopzerstörung Belastung von Kläranlagen 11 Materialeffizienz erhöhen Einsatz von regenerativen Energieträgern Energieeinsatz reduzieren Flächeneinsatz reduzieren Wassereinsatz reduzieren 12 Licht ausschalten effizient produzieren energiesparend autofahren Raumwärme reduzieren duschen statt baden Übung 67: Energieversorgungstechnologien skizzieren Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: Zeichnen, Skizzieren Aufgabe: Zeichnen/ Skizzieren Sie drei Energieversorgungstechnologien.  12 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. <?page no="154"?> 140 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Übung 68: Fragen zum Umweltschutz 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Urteilsfähigkeit; Logik Übungstyp: Entscheiden Aufgabe: Entscheiden Sie, welche der vorgegebenen Antworten richtig ist: a), b) oder c).  12 Minuten 1. Was ist eine „nachhaltige“ Entwicklung? a. eine andauernde b. eine überdauernde c. eine dauerhafte 6. Was ist KEINE Effektivität? a. Recyclingquote von 99 % b. 0-Emission c. Schießung eines biologischen Kreislaufes 2. Wo fand Anfang der 1990er Jahre die erste Konferenz für „Umwelt und Entwicklung“ der Vereinten Nationen statt? a. Stockholm b. Rio de Janeiro c. New York 7. Was ist KEINE Immission? a. Schadstoffkonzentration am Wohnort b. Schadstoffkonzentration am Urlaubsort c. Schadstoffkonzentration am Schornstein 3. Was ist eine End-of-pipe-Technologie? a. integrierte Umweltschutzmaßnahme b. substitutive Umweltschutzmaßnahme c. additive Umweltschutzmaßnahme 8. Wie wird die Wirkung von CO 2 -Emissionen charakterisiert? a. langfristig regional b. langfristig global c. kurzfristig global 4. Um eine „Nachhaltige Entwicklung“ zu erreichen wäre notwendig, eine Erhöhung der Materialeffizienz um: a. 10 % b. 90 % c. Faktor 10? 9. Welche Pflicht gehört NICHT zu den Kernaufgaben eines Immissionsschutzbeauftragten? a. Initiativpflicht b. Veröffentlichungspflicht c. Kontrollpflicht 5. Was ist am ehesten Effizienz? a. großer Output bei kleinem Input b. großer Output bei großem Input c. großer Input bei kleinem Output 10. Welches Gesetz gibt es NICHT? a. Bundesemissionsschutzgesetz b. Chemikaliengesetz c. Bundesimmissionsschutzgesetz <?page no="155"?> Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen 141 Übung 69: „besser & schlechter“ in der aktuellen Umweltschutzdiskussion 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Assoziieren Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Begründen Sie zuerst die folgenden Thesen möglichst fantasievoll und kreativ mit mindestens drei Argumenten.  15 Minuten Beispiel: Autos gemeinsam zu nutzen ist besser als es allein zu besitzen, weil … man interessante Menschen kennen lernt; … man weniger oft allein im Auto sitzt und sich beim Fahren unterhalten kann; … das Auto nicht 23 von 24 Stunden am Tag nur steht, etc. Aufgabe 2: Vertauschen Sie nun die Behauptungen durch Ersetzen von „besser“ durch „schlechter“ und suchen Sie erneut jeweils mindestens drei möglichst fantasievolle und kreative Begründungen.  15 Minuten Beispiel: Autos gemeinsam zu nutzen ist schlechter als es allein zu besitzen (rechtlich korrekt: der Eigentümer zu sein), weil … man jederzeit zum Zigarettenautomat fahren kann (eigentlich: ... es ständig zur eigenen Verfügung steht); … die anderen Mitnutzer keinen unappetitlichen Müll im Auto hinterlassen; … man das eigene Auto verehren kann, etc. Aufgabe 3: Zu den jeweiligen Thesen finden sich viele Pro- und Contra-Argumente. Bei welchen Thesen ist es Ihnen leicht gefallen, mehr als drei zu finden? Haben Sie mehr Pro- oder mehr Contra-Argumente gefunden? Recherchieren Sie kurz, wägen Sie die Argumente ab und bilden Sie sich zu den Thesen eine Meinung. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Quelle: ENGELFRIED, Idee nach SUHR (2013) Thesen: 1. Regenerative Energien nutzen ist besser als von totalitären Regimen abhängig zu sein, weil … 2. Dezentralisierte Energieversorgung ist besser als zentralisierte, weil … 3. Klärschlamm in die Landwirtschaft zurückzuführen, ist besser als ihn zu verbrennen, weil … 4. „Wildlife-Management“ als Artenschutz ist besser als Zoos, weil … 5. Eine vielfältige Fruchtfolge ist besser als Monokulturen, weil … <?page no="156"?> 142 Schritt 11: Ressourcenmanagement durchführen Übung 70: Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Flexibilität, Wortfindung Übungstyp: Stolpersteine Aufgabe 1: In den folgenden Sätzen wird jeweils ein Fachbegriff (bzw. Fremdwort) falsch verwendet. Ersetzen Sie diesen durch den richtigen Fachbegriff.  20 Minuten Beispiel: Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff: Bei der äußerst monogamen Rede des Vorstandsvorsitzenden sind zwei der geladenen Ehrengäste eingenickt. Richtiger Fachbegriff: monotonen. Aufgabe 2: Reflektieren Sie kurz, ob Ihnen die umweltbezogenen Zusammenhänge, in denen die Fachbegriffe verwendet werden, bekannt und verständlich sind. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  12 Minuten Nr. Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff Richtiger Fachbegriff 1 Der Umweltauditor kommt zur Revolution ins Unternehmen. 2 Der Klimawandel wird gravierende Auswirkungen auf alle Kontingente haben. 3 Das Unternehmen, das esoterische Öle importierte, war darauf bedacht, die Bedingungen für eine nachhaltige Herstellung einzuhalten. 4 Der Konzernchef forderte, das Umweltmanagementsystem zu zentralisieren. 5 Die Geschäftsführerin forderte vom Controlling, dass die Kosten der Entwicklung umweltverträglicher Produkte in Zukunft transzendenter werden sollen. 6 Die Autodidakten versammelten sich vor dem Werkstor, um gegen den Einsatz von Gentechnik zu demonstrieren. 7 Weil das Unternehmen sich auf umweltverträgliche Produkte spezialisiert hatte, schrieb es trotz der Rezension schwarze Zahlen. 8 In der internationalen Umweltpolitik ist der Habitusschutz ein zentrales Thema. 9 Der umweltbewusste Hausmeister komponierte das alte Laub der Hecken. 10 Die Abweichungen bei den Stanzprozessen in der Produktion lagen außerhalb des langjährigen Meridians, weshalb das Abfallaufkommen anstieg. 11 In den 1970er Jahren waren Elektroautos reaktionär. 12 Der Verwalter des Öko-Landwirtschaftsbetriebs erwartete jeden Abend die Hypnose des Wetterdienstes, um die Pflanzenschutzmaßnahmen möglichst optimal anzuwenden. <?page no="157"?> Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden Lernziele ► Umweltmanagementgrundsätze bezüglich Emissionen kennen, verstehen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Betriebliche Maßnahmen und Entwicklungen hinsichtlich Emissionen in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 75 Minuten, Bearbeitung der Übungen 155 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 30 Minuten (gesamt: ca. 4,5 Zeitstunden). Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich der Reduzierung bzw. Vermeidung von Emissionen in Abluft bzw. in Abwasser sind entsprechend der von ihnen verursachten Umweltauswirkungen einzuordnen, d.h. es ist eine (umwelt-)wirkungsbezogene anstatt einer (umwelt)medienbezogenen Betrachtungsweise zu wählen. Deshalb sind Umweltmanagementgrundsätze aufzustellen für die ökologischen Umweltauswirkungen „klimarelevante Wirkung“, „versauernde Wirkung“, „eutrophierende Wirkung“ und „Photooxidantienbildung“, für ökotoxische und humantoxische Umweltauswirkungen und für die Sonderfälle von Umweltwirkungen , „Gerüche“, „Lärm“, „Strahlung“, „Emission von biologischem Material“, „direktes Einbringen von Substanzen in die Umwelt“, „Licht“ (als Strahlung im sichtbaren Frequenzbereich), „Erschütterungen“, „Beeinträchtigungen des Mikroklimas“ und „optische“ Umweltauswirkungen. Alle diese Umweltmanagementgrundsätze hinsichtlich der Emissionen, die zu diesen Wirkungen beitragen, sind bei einem nachhaltigen Umweltmanagement an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. 12.1 Emissionen mit klimarelevanter Wirkung Das Klimasystem der Erde wird durch die Strahlung der Sonne angetrieben. Die in einem breiten Wellenlängenspektrum einfallende, energiereiche Sonnenstrahlung erwärmt die Erde und als erwärmter Körper strahlt diese Infrarotstrahlung ab. Diese Energie wird nicht ungehindert ins Weltall abgegeben, sondern von verschiedenen, natürlich in der Atmosphäre vorkommenden Gasen, den sog. Treibhausgasen, absorbiert. Im vorindustriellen Zeitalter waren dies vor allem Wasserdampf und CO 2 . Dieser natürliche Treibhauseffekt erwärmt die Erde auf eine Durchschnittstemperatur von ca. 15 ℃ und war eine Voraussetzung dafür, dass sich Leben auf der Erde überhaupt entwickeln konnte. Seit der Industrialisierung greift der Mensch massiv in diesen Wärmehaushalt ein. Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und durch Waldbrände entsteht zusätzliches CO 2 , das für ca. 70 % des vom Menschen verursachten (anthropogenen) Treibhauseffektes und seinen Folgen verantwortlich ist. Zusätzlich werden noch andere klimarelevante Gase durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre abgegeben, v.a. CH 4 und N 2 O. CH 4 wird v.a. aus Lecks bei der Gasförderung und in der Nutztierhaltung von Rindern und Schafen freigesetzt. Der Großteil der N 2 O-Emissionen entsteht bei der Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft und beim Nassreisanbau. Die ebenfalls klimawirksamen FCKW wurden 1987 verboten, jedoch sind auch die eingesetzten Ersatzstoffe klimarelevant. Die Zunahme der Konzentration von CO 2 und den anderen klimarelevanten Gasen in der Atmosphäre führt zu ihrer Erwärmung, da im Strahlungshaushalt der Erde weniger der einfallenden Sonnenenergie wieder zurückgestrahlt wird - es kommt zum Klimawandel . Insgesamt hat sich die globale Durchschnittstemperatur seit der industriellen Revolution durch diese <?page no="158"?> 144 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden menschlichen Aktivitäten um ca. 1 ℃ erhöht und schon diese Erwärmung hat deutliche Auswirkungen für die Umwelt und die sozioökonomischen Systeme. Da ein weiterer Anstieg, um bis zu 4 ℃ bis 2100, weitreichende Konsequenzen für alles Leben auf unserem Planeten hätte, wird als kritische Schwelle + 2 ℃ betrachtet; aus diesem Grund hat sich die globale Staatengemeinschaft im Pariser Klimaabkommen 2015 auf eine Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur um + 1,5 ℃ geeinigt. 187 Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung der Emissionen mit klimarelevanter Wirkung sind: 188  fossile Energieträger durch regenerative Energieträger ersetzen,  Maßnahmen zur Reduzierung des Energieeinsatzes umsetzen,  Gewinnung und Nutzung von fossilen Brennstoffen in der Übergangsphase bis zu deren Ersatz optimieren, z.B. Vermeidung von Methanemissionen bei Erdölförderung,  nachwachsende Rohstoffe nutzen, z.B. Holz als Baumaterial, Naturfasern für Kleidung,  langfristig CO 2 der Atmosphäre entziehen, z.B. durch Aufforstung, Begrünung, Wüstenkultivierung etc., mit anschließender nicht energetischer Nutzung der gewonnenen Biomasse,  keine Brandrodung durchführen,  Waldbrandgefahr reduzieren,  Deponiegas nutzen,  Reduktion der Rinderhaltung und der Rindfleischproduktion,  Effizienzerhöhung in der Landwirtschaft zur Reduzierung der CH 4 - und N 2 O-Emission aus Nassreisanbau bzw. Ersatz durch Trockenreisanbau. Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sollte die Emission von CO 2 aus nicht regenerativen Quellen, also aus der Verbrennung fossiler Energieträger, bis zum Jahr 2050 auf Null reduziert werden. 189 Die Reduzierung der Emissionen von CH 4 , ausgedrückt in CO 2 -Äquivalenten, sollte ca. 80 bis 90 % bis 2050 betragen. 12.2 Emissionen mit versauernder Wirkung In Umweltmedien wie Böden oder Gewässern liegt ein Säure-Basen-Gleichgewicht vor, das je nach Standortbedingungen einen spezifischen pH-Wert in diesen Medien bedingt. Insbesondere die Emission von SO 2 , NO x , HCl und HF führen zur Versauerung des Regens und der damit verbundenen Folge der Versauerung der Umweltmedien, also zu einer pH-Absenkung. Durch diese versauernde Wirkung können ökologische und ökotoxische Wirkungen entstehen. Diese Substanzen führen zudem, meist in Verbindung mit hohen PAK- und PM-Emissionen und meist bei Nebel und 187 FCKW wurden aber nicht verboten wegen ihrer klimarelevanten Wirkung, sondern weil sie neben dieser Wirkung eine ozonschichtzerstörende Wirkung aufweisen: Sie zerstören die stratosphärische Ozonschicht . FCKW stammen insbesondere aus technischen Verfahren oder aus technischen Geräten wie Kühlschränken oder Transformatoren. Der zentrale Umweltmanagementgrundsatz zur Reduzierung der Emissionen mit ozonschichtzerstörender Wirkung war, FCKW aus Produktion und Produkten auszuschließen. Dieser Grundsatz wird/ wurde durch ein weltweites Verbot der FCKW 1987 umgesetzt. Allerdings sind FCKW z.T. noch in Altprodukten enthalten, weshalb besondere Verfahren bei deren Recycling eingesetzt werden müssen. Zudem ist auch die Wirkung von FCKW-Ersatzstoffen auf die Ozonschicht z.T. noch umstritten. Umweltmanagementgrundsatz zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht ist daher einzig, die Emissionen von Flugzeugen zu reduzieren. 188 Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 94/ 95). 189 Unter der Annahme, dass nur so das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann (IPCC, 2018: 16). <?page no="159"?> 12.3 Emissionen mit eutrophierender Wirkung 145 einer Inversionswetterlage, zum Umweltproblem Smog , hier dem sog. London-Smog , der ebenfalls zu öko- und humantoxischen Wirkungen führen kann. Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung der Versauerung der Umweltmedien und der öko- und humantoxischen Wirkungen sind:  SO 2 -, NO x - und HCl-Emissionen reduzieren , v.a. bei Transport/ Verkehr und bei der Energieerzeugung,  Energie-Mix ändern : Erdgas sollte prioritär verwendet werden, Erdöl sollte der Kohle und Steinkohle der Braunkohle - bis zum Ersatz dieser Energieträger durch regenerative Energieträger - vorgezogen werden, 190  kritische Belastungsgrenzen von Ökosystemen einhalten . 191 Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sollte die Größenordnung der Emissionsminderung von SO 2 bei 80 bis 90 % und von NO x bei 80 % liegen und diese möglichst schnell erreicht werden. Zudem sind die kritischen Belastungsgrenzen von Ökosystemen einzuhalten. 12.3 Emissionen mit eutrophierender Wirkung Neben dem Angebot an Licht führt v.a. das Angebot an Nährstoffen zu standortspezifischen Lebensbedingungen und unterschiedlichen Lebensräumen. Insbesondere die Substanzen PO 43- , NO 3- und NH 4+ , meist mit dem Abwasser in Gewässer eingeleitet oder durch Erosion stark gedüngter Böden in Gewässer gelangend, tragen zur Eutrophierung („(Über)Düngung“) von Gewässern bei - sie haben eine eutrophierende Wirkung . Dies führt zu verstärktem Algenwachstum und in Folge des Absterbens der Algen zur verstärkten Sauerstoffzehrung in Gewässern, die bis hin zum „Umkippen“ der Gewässer führen kann, wenn kaum noch Sauerstoff im Gewässer vorhanden ist. Hoch organisch belastete Abwässer, also Abwässer mit hoher BSBbzw. CSB-Fracht, und Abwärme können zum gleichen Effekt führen. Zudem verschieben sich biologische Gleichgewichte. Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung der Emissionen mit eutrophierender Wirkung sind:  Einleitung organischer Stoffe in Gewässer reduzieren , d.h. die BSB- und die CSB-Fracht im Abwasser reduzieren, z.B. durch effizientere biologische und chemische Abwasserreinigung,  Einleitung bzw. Eintrag der Nährstoffe PO 43- , NO 3- und NH 4+ in Gewässer reduzieren , z.B. durch Phosphatfällung in Kläranlagen, Erosionsminderung,  kritische Belastungsgrenzen von Ökosystemen einhalten,  Abwärmeanfall und Abwärmeabgabe an Gewässer reduzieren , u.a. durch Umstellung auf dezentrale Energieversorgung,  NO x -Emissionen und das Störfallrisiko reduzieren. 192 Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sollte die Größenordnung der Emissionsminderung von NH 3 bei 80 bis 90 %, die Größenordnung der Emissionsminderung von NO x bei 80 % liegen und diese möglichst schnell erreicht werden. Zudem sind die kritischen Belastungsgrenzen von Ökosystemen einzuhalten. 190 Nach ENGELFRIED (2011: 94/ 95). 191 Unter einer „kritischen Belastungsgrenze“ versteht man die Belastungsgrenze eines Ökosystems für einzelne Stoffe oder Stoffklassen, bei der ein Mehr an Stoffeinträgen ökologische Schäden, hier Eutrophierung, verursacht oder sich ökologische Gleichgewichte verschieben. 192 Nach ENGELFRIED (2011: 94/ 95). <?page no="160"?> 146 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden 12.4 Emissionen, die zur Photooxidantienbildung beitragen Insbesondere durch die Emission von NO x und VOC entstehen bei hoher Sonneneinstrahlung Photooxidantien, und es entsteht Ozon. Die Photooxidantienkonzentration korreliert mit der Ozonkonzentration, weshalb Ozon als Leitsubstanz gilt. Hohe NO x - und VOC-Emissionen führen bei hoher Sonneneinstrahlung und meist in Kombination mit einer Inversionswetterlage zum Umweltproblem Smog , hier zum sog. Los Angeles-Smog , in dessen Folge öko- und humantoxische Wirkungen auftreten können. Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung der Emissionen, die zur Photooxidantienbildung beitragen, sind:  NOx- und VOC-Emissionen reduzieren , insbesondere von Verkehr und Produktion,  Energieverbrauch senken. 193 Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sollte die Größenordnung der Emissionsminderung von NO x und von VOC bei 80 % liegen und diese möglichst schnell erreicht werden. 12.5 Emissionen mit öko- und humantoxischen Wirkungen Durch Emissionen können Giftwirkungen bei Lebewesen eintreten: Ökotoxische Wirkungen . Ein Sonderfall sind Giftwirkungen bei Menschen: Humantoxische Wirkungen . Hier ergibt sich eine enge Verbindung zum Sicherheitsbzw. Störfall-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement. Der Mensch nimmt über verschiedene Aufnahmepfade und Medien (Schad)Stoffe (synonym: Substanzen) auf, z.B. inhalativ (über die Luft), ingestiv (über Nahrungsmittel, Böden, Trinkwasser), transkutan (über die Haut). Dabei sind Stoffe zu unterscheiden mit Wirkungsschwelle und solche ohne Wirkungsschwelle . Substanzen mit Wirkungsschwelle führen nicht zu Gesundheitsschädigungen, solange die Konzentration bzw. die Aufnahmedosis unter der Wirkungsschwelle liegen. Üblicherweise werden aus den Wirkungsschwellen Grenzwerte für den Gesundheitsschutz abgeleitet, z.B. Immissionsgrenzwerte, ADI-, MAK- und BAT-Werte. 194 Für Substanzen, bei denen keine als unbedenklich anzusehende Konzentration angegeben werden kann, 195 die also keine Wirkungsschwellen aufweisen, weil sie bereits in kleinster Konzentration bzw. Dosis in Abhängigkeit des Aufnahmepfades gesundheitsschädigend wirken können, bedeutet bereits das Vorhandensein dieser Stoffe ein gesundheitliches Risiko, z.B. bei krebserzeugenden Stoffen. Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung und Vermeidung von öko toxischen Wirkungen sind: 196  Emissionen von persistenten und bioakkumulierbaren Stoffen vermeiden , da diese sich in Lebewesen anreichern und je nach Zeithorizont zu öko- und humantoxischen Wirkungen führen werden, 193 Nach ENGELFRIED (2011: 94/ 95). 194 Im Weiteren siehe DFG (2020). Die Problematik der Grenzwertfestlegung wird an dieser Stelle nicht thematisiert. 195 Vergleiche DFG (2020: passim). Die häufig zitierte und aus dem Zusammenhang gerissene Paracelsus-Aussage „Alle Dinge sind Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift [ist]" gilt nur für Substanzen mit Wirkungsschwellen. Deshalb sind auch sog. Bagatellmassenströme , z.B. für Blei-, Cadmium-, Nickel- und deren Verbindungen, wie sie in der TA-Luft angegeben werden, aufgrund ihrer toxischen Wirkungen bei Inhalation und der Akkumulation in Umweltmedien nicht nachhaltig. 196 Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 95-97). <?page no="161"?> 12.5 Emissionen mit öko- und humantoxischen Wirkungen 147  Störfälle vermeiden bei Produktions-, Lager- und Transportprozessen, so dass akut ökotoxische Wirkungen dadurch vermieden werden, dass Giftstoffe nicht in großen Mengen und in hoher Konzentration entweichen,  Stoffe mit hohem ökotoxischem Gefährdungspotential ersetzen durch Substanzen mit geringerem bzw. durch biologisch abbaubare Substanzen,  bei Energieerzeugung schwermetallfreie Energieträger nutzen,  „abwasserfreie“ Produktion umsetzen, d.h. geschlossene Wasserkreisläufe umsetzen bzw. keine persistenten und bioakkumulierbaren Substanzen mit dem Abwasser emittieren,  Schadstoffe nur in der Höhe in die Umwelt emittieren, in der keine ökotoxischen Wirkungen in Ökosystemen eintreten und keine ökologischen Gleichgewichte verschoben werden,  nur inerte oder biologisch abbaubare Substanzen in die Umwelt entlassen, d.h. Inertisierung 197 von Abfällen durchführen,  Altlasten sanieren. Umweltmanagementgrundsätze zur Vermeidung von human toxischen Wirkungen (einschließlich am Arbeitsplatz) bei Substanzen mit Wirkungsschwelle sind: 198  Wirkungsschwellenwerte unterschreiten , um akute und subakute humantoxische Wirkungen zu vermeiden,  Stoffe mit hohem akuttoxischen Gefährdungspotential ersetzen,  fruchtbarkeitsschädigende, subchronische oder chronische, verhaltensstörende, entwicklungshemmende, nervenschädigende, immunsystemschädigende und allergische Wirkungen am Arbeitsplatz vermeiden,  Eintrittswahrscheinlichkeit von Störfällen bei Produktions-, Lager- und Transportprozessen reduzieren und Folgen von Störfallauswirkungen durch Notfallpläne etc. reduzieren, um bei Entweichen von Giftstoffen in großen Mengen und in hohen Konzentrationen die Wirkungsschwellen zu unterschreiten und dadurch akute humantoxische Wirkungen zu vermeiden,  Schadstoffe nur in der Höhe in die Umwelt emittieren , in der weder akute noch subakute humantoxische Wirkungen, fruchtbarkeitsschädigende, subchronische oder chronische, verhaltensstörende, entwicklungshemmende, nervenschädigende, immunsystemschädigende oder allergische Wirkungen eintreten,  Belastungen am Arbeitsplatz und generell Emissionen reduzieren, einschließlich Altlasten sanieren, weil u.a. die Wirkungen von Stoffgemischen nicht sicher bekannt und Wechselwirkungen zwischen Stoffen (meist noch) wenig erforscht sind, die Praxis der Grenzwertfestlegung auch für Einzelsubstanzen wissenschaftlich-methodisch problematisch ist etc. Maßnahmen sind u.a. ein nachvollziehbares Führen der Sicherheitsbzw. Stoffdatenblätter und eine leichte Zugangsmöglichkeit zu diesen, Verminderung von Bausubstanzkontaminationen, sorgfältiger Umgang mit Gefahrstoffen, Einhaltung der Arbeitsschutzmaßnahmen (Pausen, Kleidung etc.), externe Überprüfungen (z.B. Gutachter, Gewerbeaufsicht), Schulung und Weiterbildung der Beschäftigten. Umweltmanagementgrundsätze zur Vermeidung von human toxischen Wirkungen (einschließlich am Arbeitsplatz) bei Substanzen ohne Wirkungsschwellen sind:  Stoffe mit mutagener (erbgutverändernder), kanzerogener (krebserzeugender) oder 197 Inertisierung bedeutet Substanzen herzustellen, die in der Umwelt nahezu nicht reagieren und somit keine Umweltwirkungen verursachen. Die Inertisierung von Abfällen stellt eine End-of-pipe-Technologie dar und kann somit vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Entwicklung ausschließlich eine Übergangstechnologie sein, z.B. die Verglasung von Filterstäuben. Die derzeitigen Formen der Abfallverbrennung sind keine Inertisierung, da aus Schlacken in der Umwelt v.a. Schwermetalle ausgewaschen und somit Umweltschäden verursacht werden. 198 Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 96-97) <?page no="162"?> 148 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden teratogener (fruchtschädigender) Wirkung aus der Produktion, also am Arbeitsplatz, und den Produkten ausschließen , u.a. diese Substanzen durch Substanzen mit Wirkungsschwellen ersetzen, was auch eine Vermeidung direkter Emission und eine Vermeidung von Arbeitsplatzbelastung bedeutet, 199  Emissionen von Stoffen mit mutagener, kanzerogener oder teratogener Wirkung vermeiden. Da diese Substanzen bei vielen Prozessen emittiert werden (v.a. Verbrennungsprozessen) und zudem bei Störfällen emittiert werden können, sind (branchen)spezifische Maßnahmen zur Vermeidung derartiger Emissionen umzusetzen, einschließlich den Material- und Energieeinsatz zu senken und das Transportaufkommen zu reduzieren.  Altlasten zu sanieren. Diese Umweltmanagementgrundsätze bezüglich ökotoxischer und humantoxischer Wirkungen gelten für ein nachhaltiges Umweltmanagement . 12.6 Sonderfälle von Emissionen Lärm : Lärm kann Gesundheitsschäden verursachen und psychische Belastungen hervorrufen, die ebenfalls zu Gesundheitsschäden führen können. Gemessen wird der Schalldruck in dB(A). Umweltmanagementgrundsätze zur Vermeidung und Verminderung von Lärm sind primär : 200  Lärmquellen ausschalten durch den Einsatz lärmarmer Technik (z.B. leiser Motoren oder Pumpen) oder durch Verhaltensänderungen, z.B. Ruhezeiten, Lautstärkeregelung bei Veranstaltungen. Zu bedenken ist dabei die Gefahr andauernder Lärmbelastung mit niedrigen Lärmpegeln. Falls dies nicht möglich ist, gelten sekundär folgende Umweltmanagementgrundsätze :  Ausbreitung von Lärm an der Lärmquelle vermeiden bzw. verringern, z.B. durch Kapselung, Schließen der Werkstore, und die Lärmeinwirkungen vermeiden bzw. verringern, z.B. durch Gehörschutz, Schallschutzwände, Lärmschutzfenster,  Vermeidung von Belastungsspitzen,  Lärm entzerren durch zeitliche Aufteilung, v.a. durch organisatorische Maßnahmen wie z.B. Verkehrsentzerrung (z.B. Anlieferungszeiten verlängern). Für ein nachhaltiges Umweltmanagement sind gesundheitliche Schäden durch Lärm auszuschließen und kritische Belastungsgrenzen von Ökosystemen einzuhalten. Gerüche : Geruchsstoffe sind - wenn es sich nicht um Stoffe handelt, die toxisch sind und gleichzeitig riechen - in der Regel Substanzen, die in geringen Konzentrationen bzw. Aufnahmedosen nicht gesundheitsschädigend, aber wahrnehmbar sind als Gerüche. 201 Je nach Substanz können jedoch schon bei geringen Konzentrationen bzw. Aufnahmedosen Übelkeit oder Erbrechen verursacht werden, kann also ein Übergang von Geruch zu gesundheitsschädigender, also toxischer Wirkung eintreten. Gerüche werden in einem olfaktometrischen Verfahren gemessen, wobei die zu messende Luft, die die Geruchstoffe enthält, so lange verdünnt wird, bis der Geruch nicht mehr riechbar ist. Wenn der Geruch nicht mehr riechbar ist, also die wahrzunehmende Konzentration 199 Derartige Substanzen in geschlossenen Kreisläufen zu führen wäre zwar prinzipiell als nachrangiges Ziel möglich, allerdings sprechen die Störfallproblematik und ein hoher Überwachungsaufwand dagegen. 200 Nach ENGELFRIED (2011: 99). 201 Da die Bewertung von Gerüchen individuell sehr unterschiedlich sein kann, gelten die folgenden Umweltmanagementgrundsätze für alle Gerüche , auch wenn manche Gerüche als „gutriechend“ wahrgenommen werden. <?page no="163"?> 12.6 Sonderfälle von Emissionen 149 des Geruchsstoffs in der Luft gerade nicht mehr erreicht ist, spricht man von der Geruchsschwelle. Die Konzentration des Geruchsstoffs wird durch den Verdünnungsfaktor bis zur Wahrnehmungsgrenze bestimmt und in GE (Geruchseinheiten) angegeben. Umweltmanagementgrundsätze für ein nachhaltiges Umweltmanagement zur Reduzierung der Emissionen von „Gerüchen“ sind primär :  die Geruchsentstehung zu vermeiden oder zu vermindern,  die Geruchsschwelle am Emissionsort durch Optimierung der Verfahrenstechnik oder durch Änderung der Einsatzstoffe zu unterschreiten. Falls dies nicht möglich ist, gilt sekundär als Umweltmanagementgrundsatz , die Geruchsstoffemissionen, d.h. die Ausbreitung der Geruchsstoffe, zu vermindern, üblicherweise durch den Einsatz von Filtertechnologien, z.B. Aktivkohlefilter, Biofilter. 202 Strahlung: Ein Sonderfall von Emissionen ist die Emission von Strahlung , zum einen diejenige Strahlung, die durch den radioaktiven Zerfall entsteht (α-, β- und γ-Strahlen), zum anderen elektromagnetische Strahlung. Radioaktive Strahlung führt zu öko- und humantoxischen Wirkungen. Die Wirkungen hinsichtlich der Emission von elektromagnetischer Strahlung werden unter dem Schlagwort Elektrosmog zusammengefasst. Elektrosmog tritt bei vielfältigen Prozessen auf, z.B. bei Hochspannungsleitungen, Zugoberleitungen, Handy-Funkmasten. Die ökologischen, öko- und humantoxischen Wirkungen von elektromagnetischer Strahlung sind im Gegensatz zur radioaktiven Strahlung oder zu Lärm bisher weit weniger detailliert untersucht. 203 Umweltmanagementgrundsätze für ein nachhaltiges Umweltmanagement zur Vermeidung und Reduzierung von radioaktiver Strahlung und deren Wirkungen sind: 204  zerfallende, also „strahlende“ Stoffe ( Radioaktivität ) nicht emittieren und aus der Produktion ausschließen, 205  Energie-Mix ohne Atomkraft umsetzen, insbesondere um das Risiko von Störfällen zu vermindern, bei denen Strahlung emittiert werden kann, und um die Problematik der Entsorgung strahlender Stoffe und ihrer möglichen Wirkungen zu umgehen. Für die Emission von elektromagnetischen Strahlungen gelten unter dem Vorsorgeaspekt derzeit folgende Umweltmanagementgrundsätze :  elektromagnetische Strahlung reduzieren,  den Strahlungsfrequenzbereich so verändern, dass keine öko- und humantoxischen Wirkungen eintreten und sich biologische Gleichgewichte nicht verändern. Biologisches Material : Die Emission von biologischem Material , z.B. Viren, Bakterien, Pflanzen, Tieren, ist ein Sonderfall von Emissionen (hier als Synonym für Emission: Freisetzung ). Da diese Emissionen sich im Vergleich zu herkömmlichen Emissionen vermehren können, kann das Risiko hierzu (bisher) nicht exakt abgeschätzt werden. Bezüglich der Freisetzung von biologischem Material gelten als Umweltmanagementgrundsätze für ein nachhaltiges Umweltmanagement : 202 Nach ENGELFRIED (2011: 97-98). 203 Aus Sicht des Verfassers sind diesbezüglich schon mittelfristig gravierende Gesundheitsauswirkungen zu erwarten, weshalb dringend intensive und unabhängige Forschungen nötig sind. 204 Nach ENGELFRIED (2011: 98). 205 Bei einzelnen Prozessen, z.B. der medizinischen Diagnostik , kann eine Übergangsfrist eingeräumt werden, bis andere Methoden entwickelt sind. So lange sind Gesundheitsschutzmaßnahmen einzusetzen, z.B. Bleiwesten beim Röntgen tragen. <?page no="164"?> 150 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden  die Freisetzung von Viren, Bakterien, genetisch veränderten Organismen etc. vermeiden,  das Einbringen nicht endemischer Tier- und Pflanzenarten in Biotope oder Lebensräume, in denen diese Arten nicht heimisch sind, vermeiden. 206 Direktes Einbringen von Substanzen in die Umwelt: Das direkte Einbringen von Substanzen in die Umwelt in Form von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln (synonym: Pestizide), 207 Antifouling-Mittel (z.B. TBT), Nahrungsmittelzusätze etc. stellt ebenfalls einen Sonderfall von Emissionen dar. Umweltmanagementgrundsätze für ein nachhaltiges Umweltmanagement bezüglich des direkten Einbringens von Substanzen in die Umwelt sind: 208  das direkte Einbringen von Substanzen reduzieren,  nur biologisch abbaubare Substanzen direkt einbringen,  beim und durch das direkte Einbringen keine humantoxischen Wirkungen verursachen,  durch das Einbringen keine biologischen Gleichgewichte verändern. Weitere Sonderfälle : Weitere Sonderfälle von Emissionen und deren Umweltauswirkungen sind im Allgemeinen für das Umweltmanagement von Unternehmen wenig relevant, bei speziellen Branchen jedoch besonders zu berücksichtigen, z.B. bei landwirtschaftlicher Glashausproduktion, beim Bau von Hochhäusern oder beim Bau von Zug-, S-Bahn- oder U-Bahnstrecken. Es sind: Licht (als Strahlung im sichtbaren Frequenzbereich), Erschütterungen , Beeinträchtigungen des Mikroklimas 209 und „optische“ Umweltauswirkungen , wobei letztere einen Grenzbereich des Umweltmanagements berühren. 210 Für ein nachhaltiges Umweltmanagement gelten für diese Sonderfälle von Emissionen folgende Umweltmanagementgrundsätze:  Licht, Erschütterungen, Beeinträchtigung des Mikroklimas und „optische Umweltauswirkungen“ reduzieren,  keine biologischen Gleichgewichte verändern. 206 Nach ENGELFRIED (2011: 98). 207 Pestizide werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die wichtigsten sind Insektizide gegen Insekten (z.B. DDT), Herbizide gegen „Unkraut“ (z.B. Glyphosat) und Fungizide gegen Pilze. 208 Nach ENGELFRIED (2011: 98-99). 209 Abwärme und deren Wirkungen als „ Emission “ sind beim Energieeinsatz sowie bei der Umweltwirkung „Eutrophierung“ berücksichtigt. Umweltauswirkungen am Standort vorhandener Altlasten sind Emissionen in Gewässer, Grundwasser und Abluft und den zuvor beschriebenen Wirkungen zuzuordnen. 210 „Optische“ Umweltauswirkungen werden häufig bei der Errichtung von Windkraftanlagen angeführt, bemerkenswerterweise kaum bzw. gar nicht bei der Zersiedelung von Landschaft durch Logistikzentren, Großkraftwerke oder Produktionsanlagen. DIN EN ISO 14001 weist aber generell auf das kulturelle Erbe als „wichtiges Element der Umgebung“ hin und nach UVPG und BNatSchG wird die Berücksichtigung kultureller Belange bei bestimmten Infrastrukturmaßnahmen, Produktionsanlagen, landwirtschaftlichen Betrieben etc. explizit gefordert. <?page no="165"?> Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden 151 Übung 71: Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren Übungstyp: Schüttelsatz Aufgabe: Stellen Sie die Wörter so um, dass sinnvolle Sätze entstehen. Es dürfen keine Wörter ausgelassen und keine weiteren hinzugefügt werden.  20 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 2: 1. 2050 | auf | aus | begrenzen | bis | Brennstoffen | den | Eine | Emissionen | Folgen | fossilen | ist | Jahr | klimarelevanten | Klimawandel | notwendig, | Null | reduzieren. | Reduzierung | seine | um | und | von | zu | zu | zum 2. bioakkumulierbarer | Der | der | der | die | Eintrag | es | in | in | immer | ist | kommt. | mit | Nahrungskette | persistenter | Schädigungen | Substanzen | Umwelt | und | vermeiden, | weil | Zeit | zu | zu | 3. % | 80 | auf | der | die | ein | jeweils | nachhaltiges | Niveau | NO x -Emissionen | reduzieren. | Regen | S0 2 -Emissionen | sauren | senken, | sind | um | Um | Umwelt | und | und | Versauerung | zu | zu 4. allem | Beeinträchtigungen | der | der | dringendes | ein | ist, | Lärm | lärmarme | nutzen. | physischen | Produkte | psychischen | sind | Umweltproblem | und | und | Verfahren | vor | wegen | Weil | zu 5. Arten | Artensterben | damit | Das | Einbringen | Gleichgewichte | in | ist | kein | langfristig | nicht | nicht endemischer | ökologische | Ökosysteme | stattfindet. | und | vermeiden, | verschoben | werden | zu <?page no="166"?> 152 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden Übung 72: Fragen zum Umweltschutz 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Urteilsfähigkeit, Logik Übungstyp: Entscheiden Aufgabe: Entscheiden Sie, welche der vorgegebenen Antworten richtig ist: a), b) oder c).  15 Minuten 1. Was ist Biodiversität? a. Artenvielfalt b. Artenschutz c. Artensterben 6. Was bedeutet die Abkürzung „BSB“? a. Biochemischer Sauerstoffbedarf b. Biologische Sauerstoffbereitstellung c. Biochemische Sauerstoffbereitstellung 2. Für das Waldsterben ist NICHT verantwortlich: a. SO 2 b. NO x c. Schwermetalle 7. Was ist Verbrennung (schematisch)? a. aus -C-C-Cwird CH 4 b. aus -C-C-Cwird CO 2 c. aus CO 2 wird -C-C-C- 3. Was erfolgt bei der Eutrophierung NICHT? a. Umkippen des Gewässers b. Fischsterben c. Kanzerogene Wirkung 8. Abwässer, die biologisch abbaubar sind, werden charakterisiert durch: a. EWG b. PAK c. BAT 4. Was bedeutet NOEL? a. Not over eating level b. No observed effect level c. No observed emission level 9. Beim Verbrennen von welchem fossilen Brennstoff entsteht relativ gesehen am wenigsten CO 2 ? a. Steinkohle b. Erdgas c. Erdöl 5. Für Eutrophierung ist NICHT verantwortlich: a. PO 43- , NO 3- und NH 4+ b. Schwermetalle c. Abwärme 10. Was gilt NICHT bei der Aufnahme mit der Nahrung der Schwermetalle Hg, Cd und Pb? a. Sie haben keine Wirkungsschwellen. b. Sie haben Wirkungsschwellen. c. Sie sind bioakkumulierbar. <?page no="167"?> Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden 153 Übung 73: Umweltschutzbegriffe unterscheiden 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Unterscheiden Aufgabe: Benennen Sie bei den folgenden beiden Begriffen jeweils das wesentliche Unterscheidungskriterium, möglichst in einem Wort.  20 Minuten Beispiel: Benzol  FCKW, Unterscheidungskriterium: die Wirkungsweise der Chemikalien (gesundheitsschädlich versus ozonschichtzerstörend). Anmerkung: Bei einigen Begriffen sind auch mehrere Unterscheidungskriterien vorhanden. Nr. Begriff 1  Begriff 2 Unterscheidungskriterium 1 Effizienz  Effektivität 2 inhalativ  ingestiv 3 Contergan  Asbeststaub 4 Blei  Lärm 5 CO 2 , CH 4  Feinstaub, PAK 6 Mikroplastik  Plastikabfälle 7 ordnungsgemäße Landwirtschaft  Straßenbau 8 ökologische Landwirtschaft  konventionelle Landwirtschaft 9 Weide  Streuobstwiese 10 Wohnungsbau  Forstwirtschaft <?page no="168"?> 154 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden Übung 74: Umweltschutzbegriffe ausschließen 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Ausschließen, Unterscheiden Aufgabe: Schließen Sie bei den folgenden fünf Begriffen den Begriff aus, der nicht zu den anderen vier Begriffen passt, und nennen Sie das Unterscheidungskriterium.  25 Minuten Beispiel: Eiche - Pinie - Weide - Akazie - Linde; Lösung: „Pinie“ ist kein Laubbaum. Anmerkung: Bei einigen Begriffen gibt es auch zwei Möglichkeiten. Nr. Begriff 1 Begriff 2 Begriff 3 Begriff 4 Begriff 5 Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 CO 2 N 2 O CH 4 FCKW N 2 2 Salze Phosphate Abwärme Nitrat BSB- Fracht 3 SO 2 HF NO x CH 4 HCl 4 inert persistent bioakkumulierbar giftig biologisch abbaubar 5 O 2 CO 2 N 2 CO Ar 6 Pb Fe Cd Cr Ni 7 CO 2 Lärm Feinstaub Gerüche CO 8 Vinylchlorid Phosphat Asbest Erdnussbutter Benzol 9 Plastikabfälle Pestizide Nitrat Silikate Mikropartikel 10 Mg Fe Ka Ca Cd 11 klimaverändernde Stoffe mutagene Stoffe kanzerogene Stoffe bioakkumulierbare Stoffe teratogene Stoffe 12 Elektrosmog nicht endemische Tier- und Pflanzenarten Feinstaubbelastung Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen Nanopartikel <?page no="169"?> Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden 155 Übung 75: „besser & schlechter“ in der aktuellen Umweltschutzdiskussion 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Assoziieren Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Begründen Sie zuerst die folgenden Thesen möglichst fantasievoll und kreativ mit mindestens drei Argumenten.  15 Minuten Beispiel: „F&E“ ist besser als Produkte kopieren, weil … kopieren nicht kapieren heißt, … man mit neuen Dingen spielen kann, … wer kopiert, fast schon im Gefängnis sitzt, etc. Aufgabe 2: Vertauschen Sie nun die Behauptungen durch Ersetzen von „besser“ durch „schlechter“ und suchen Sie erneut jeweils mindestens drei fantasievolle und kreative Begründungen.  15 Minuten Beispiel: „F&E“ ist schlechter als Produkte kopieren, weil … man durch die eingesparte Zeit in den Urlaub fahren kann, … für das eingesparte Geld in neue Produktionsmaschinen investiert werden kann, … es spannend ist, ob man erwischt wird oder nicht, etc. Aufgabe 3: Zu den jeweiligen Thesen finden sich viele Pro- und Contra-Argumente. Bei welchen Thesen ist es Ihnen leicht gefallen, mehr als drei zu finden? Haben Sie mehr Pro- oder mehr Contra-Argumente gefunden? Recherchieren Sie kurz, wägen Sie die Argumente ab und bilden Sie sich zu den Thesen eine Meinung. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Quelle: ENGELFRIED, Idee nach SUHR (2013). Thesen: 1. Klimawandel vermeiden ist besser als Klimaanpassungsmaßnahmen durchzuführen, weil … 2. Innenräume lüften ist besser als Duftstoffe einzusetzen, weil … 3. Sich an die Umwelt anzupassen ist besser als Geoengineering und Terraforming durchzuführen, weil … 4. Pflanzen und Tiere züchten ist besser als Gentechnik einzusetzen, weil … 5. Das Handy auf „Flugmodus“ schalten ist besser als es ständig online zu lassen, weil … <?page no="170"?> 156 Schritt 12: Emissionen reduzieren und vermeiden Übung 76: Fundiertes Abschätzen 2 Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren Übungstyp: logische Aufgabe Aufgabe: Schätzen Sie die Ergebnisse der folgenden Aufgaben. Gehen Sie dabei logisch vor.  3 x 10 Minuten Anmerkung: Derartige Aufgaben sind komplexer Art und berühren verschiedene Gedächtnistrainingsziele, v.a. Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren, Assoziieren. Sie werden auch als Brainteaser bezeichnet. Lösungshinweis zur Vorgehensweise siehe Übung „Fundiertes Abschätzen 1“ . Aufgabe 1: Der deutsche Autohersteller Audi verschifft seine Autos im Exporthafen Emden. Durch den Transport von ca. 150.000 Autos von Ingolstadt dorthin mit der Bahn statt mit dem LKW reduziert das Unternehmen seine CO 2 -Emissionen um 5.250 Tonnen pro Jahr. Pro Auto bedeutet das eine CO 2 -Emissionsreduzierung um 35 kg (O.V., 2010). Wie viel ist das bezogen auf die Emissionen eines Autos über dessen Lebensdauer? Bewerten Sie Ihr Ergebnis. Aufgabe 2: Ein Umweltschutzverband fordert die Bundesregierung auf, für jede Stunde, die ein Autofahrer auf deutschen Straßen im Stau steht, 50 Cent für den Artenschutz bereitzustellen. Wie viel Geld könnte das pro Jahr in Deutschland dem Artenschutz einbringen? Aufgabe 3: Die Bundesregierung erwägt eine Abgabe für Autofahrer/ innen, die für den Klimaschutz verwendet werden soll. Für jeden Kilometer, der allein im Auto gefahren wird, soll sie 1 Euro- Cent betragen. Die Autofahrer/ innen ändern im ersten Jahr ihr derzeitiges Verhalten nicht. Wie viel müssten alle Autofahrer/ innen in diesem Jahr abgeben? <?page no="171"?> Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen Lernziele ► Umweltmanagementgrundsätze bezüglich Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz kennen, verstehen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Betriebliche Maßnahmen und Entwicklungen bezüglich Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 50 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 10 Minuten (gesamt: ca. 1,5 Zeitstunden). Zwei Aspekte im Umweltmanagement sind eng miteinander verbunden: Der Schutz der Umwelt (einschließlich dem Schutz des Menschen) und der Schutz des Menschen am Arbeitsplatz , also Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz . Gesundheitsauswirkungen am Arbeitsplatz werden im normalen Betrieb insbesondere verursacht durch Belastung der Innenraumluft bzw. durch Lärm, Strahlung oder Hitze, bei Unfällen bzw. Störfällen durch Druck, Feuer, Explosionen etc. Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Störfällen wird auch als Störfallmanagement bezeichnet. Treten durch Störfälle hohe Konzentrationen an Schadstoffen am Arbeitsplatz auf oder werden Emissionen in Gewässer, in Böden oder in Luft verursacht, sind diese den spezifischen Umweltauswirkungen zuzuordnen, z.B. öko- und humantoxischen Wirkungen, Wirkungen auf Biodiversität. Um Sicherheit zu gewährleisten, gilt als Umweltmanagementgrundsatz primär , die Unfall- und die Störfalleintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren , und sekundär, die Störfallfolgen zu reduzieren . Das Unfallbzw. Störfalleintrittsrisiko kann nur reduziert, nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sollte aus Vorsorgegründen auf Technologien, bei denen immense Störfallfolgen (auch bei noch so geringer Störfalleintrittswahrscheinlichkeit) entstehen können, verzichtet werden (u.a. Atomkraftnutzung und spezielle Gentechnikverfahren). Folgende Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung der Unfallbzw. Störfalleintrittswahrscheinlichkeit gelten: 211  problematische Substanzen in den Prozessen durch weniger problematische Substanzen ersetzen , z.B. leicht entzündliche durch schwer entzündliche zur Brand- und Explosionsvorsorge,  Sicherheitsprinzipien in den Prozessen umsetzen, z.B. Barrierenkonzepte, Redundanz von Sicherheits- und Notsystemen, räumliche Trennung von Sicherheits- und Notsystemen, Fail- Safe-Technologien, Automatisierung der Sicherheitssysteme zur Verringerung der Auswirkungen menschlichen Versagens,  sichere Transporttechnik für Transporte auswählen,  Verfahren und Vorgehensweisen bei der Lagerung, beim Transport und beim Umgang mit sicherheitstechnisch problematischen Stoffen zur Vermeidung von Unfall- und Notfallsituationen festlegen, einschließlich Kennzeichnung und Verpackung,  regelmäßig die technischen Einrichtungen überprüfen und warten, 211 Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 100). <?page no="172"?> 158 Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen  regelmäßig die Überwachungsgeräte prüfen, kalibrieren und warten,  einen Gefahrenabwehrplan erstellen , d.h. Maßnahmen zur Verhinderung von Un- und Störfällen beschreiben und umsetzen,  Warnhinweise anbringen,  Schulungen und Weiterqualifikation durchführen ,  Arbeitszeiten, Pausen etc. einhalten. Da die Störfalleintrittswahrscheinlichkeit nie ausgeschlossen werden kann, sind auch Umweltmanagementgrundsätze umzusetzen, die die Auswirkungen von eingetretenen Unbzw. Störfällen, d.h. die Störfallfolgen reduzieren bzw. ausschließen. Diese sind: 212  Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten, der Bevölkerung und der Umwelt beim Eintritt eines Störfalles umsetzen , um akut toxische und ökotoxische Wirkungen sowie Langzeitfolgen für Beschäftige und für Ökosysteme zu vermeiden. Dies wird als Notfallvorsorge bzw. als Notfallmaßnahmen bezeichnet und beinhaltet einen Alarmplan , d.h. das Festlegen von Reaktionen in Unfall- und Störfallsituationen. Im Einzelnen sind u.a. ein Notfalltelefon bei Schäden am Arbeitsplatz (z.B. für Unfälle, für Vergiftungen) einzurichten, Fluchtwege zu beschriften, Notfallpläne und Feuerwehrpläne auszuarbeiten, regelmäßig Notfallmaßnahmen zu überprüfen und zu erproben, Löschwasserauffangbecken einzurichten. Zudem ist Katastrophenhilfe zu planen.  Schutzausrüstung tragen (z.B. Helm, Schuhe, Kleidung),  Schulungen und Weiterqualifikation durchführen,  Hilfen für Störfallgeschädigte bereitstellen (z.B. Gesundheitsfond, Betreuung). Ein weiterer Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements sind Umweltmanagementgrundsätze zum Schutz und zur Aufrechterhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz , v.a.:  Umweltmanagementgrundsätze bzgl. Substanzen mit humantoxischen Wirkungen einhalten,  ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze bereitstellen (z.B. Stühle, Beleuchtung),  gesundheitsgerechtes Arbeitsklima vorhalten (Temperatur, Frischluft etc.),  Arbeitszeiten, Pausen etc. einhalten,  Schulungen und Weiterqualifikation durchführen,  Maßnahmen zum Wohlbefinden der Beschäftigten umsetzen (z.B. Gestaltung der Pausenräume),  psychische Gesundheit erhalten, v.a. alle Maßnahmen des Personalmanagements nutzen, die zur Zufriedenheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz führen. Nachhaltiges Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement schließt humantoxische und ökotoxische Wirkungen sowie Langzeitfolgen für Beschäftige und für Ökosysteme aus. Es hält die Umweltmanagementgrundsätze bezüglich der Wirkung toxischer Substanzen und von Strahlung am Arbeitsplatz ein, u.a. Substanzen ohne Wirkungsschwelle aus der Produktion ausschließen und bei Substanzen mit Wirkungsschwelle die Konzentrationen am Arbeitsplatz kontinuierlich und deutlich unter die MAK-Werte senken. Es schließt zudem Gesundheitsschäden durch Lärm aus und setzt die Umweltmanagementgrundsätze zur Aufrechterhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz um. 212 Erweitert nach ENGELFRIED (2011: 100). <?page no="173"?> Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen 159 Übung 77: Umwelt- und arbeitsschutzbezogene Kennzeichen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit umwelt- und arbeitsschutzbezogenen Kennzeichen. Prägen Sie sich diese ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Anmerkung: Diese Warnhinweise werden in Schwarz-Weiß-Ausführung wiedergegeben, obwohl sie in Signalfarben ausgeführt sind. Quelle: https: / / unece.org/ transportdangerous-goods/ ghs-pictograms Umwelt- und arbeitsschutzbezogene Kennzeichen: Umweltgefährdung Gesundheitsgefährdung Achtung giftig ätzend komprimierte Gase brandfördernd instabil, Explosionsgefahr entzündlich entzündlich, Gefahrstufe 2 <?page no="174"?> 160 Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen Umwelt- und arbeitsschutzbezogene Kennzeichen (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Sie sahen eine Graphik mit umwelt- und arbeitsschutzbezogenen Kennzeichen. Aufgabe 1: Gehen Sie die Monate des Jahres rückwärts durch, also von Dezember bis Januar.  1 Minute Aufgabe 2: Notieren Sie die Kennzeichen, die Sie erinnern.  4 Minuten Aufgabe 3: Skizzieren/ Zeichnen Sie vier davon und vergleichen Sie diese mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Erinnerte Kennzeichen: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Skizzen von Kennzeichen: <?page no="175"?> Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen 161 Übung 78: Umweltschutzbegriffe zuordnen 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Assoziieren Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Immer zwei Begriffe gehören inhaltlich zusammen. Die Begriffe können gegensätzlich sein, assoziativ verbunden sein etc. Ordnen Sie die jeweils zusammengehörenden Begriffe.  30 Minuten Beispiel: Zusammengehörende Begriffe: Oberste Leitung des Unternehmens - Umweltpolitik. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Hinweis: Zu dieser Übung können Sie eine zusätzliche Übung mit dem Trainingsziel Merkfähigkeit und dem Übungstyp Memory erstellen. Drucken Sie alle Begriffe auf Kärtchen, mischen die Kärtchen und legen Sie sie so auf dem Tisch aus, dass die Begriffe nicht lesbar sind. Durch Umdrehen und Memorieren sind dann die zwei zusammengehörenden Begriffe zu finden. Dieses Memory eignet sich für Lerngruppen mit fünf bis sechs Studierenden und auch für den seminaristischen Unterricht mit ca. 20 bis 25 Studierenden, wenn Sie die Memorykarten dreimal bis viermal ausdrucken, um das Memory in Kleingruppen durchzuführen. Begriffe (32 Begriffspaare): absolute Wirkung | Algenblüte | allgemeine Umweltmanagementgrundsätze | Altlast | altlastenverdächtige Fläche | Arbeitsschutzmanagement | Artenschutz | Asbest, Benzol, Vinylchlorid | Aufnahmepfade | Bioakkumulation | biologische Abbaubarkeit | Biotopvernetzung | CO 2 , CH 4 | DIN EN ISO 14001 | DIN EN ISO 9001 | Effektivität | Effizienz | Eintrittswahrscheinlichkeit | Elfenbein | Emission | End-of-pipe-Umweltschutztechnik | Eutrophierung | FCKW | Flächeneinsatz | Fukushima | GAU | Gehörschutz | Gemeinlastprinzip | Geruchseinheiten | Geruchsschwelle | Grundwasser, Oberflächenwasser | Immission | ingestiv, inhalativ, transkutan | integrierte Umweltschutztechnik | inter- und intragenerationelle Verantwortung | Kanzerogenität | Lärm | London-Smog | Los-Angeles-Smog | MAK-Werte | Materialeinsatz | Modal Split | Nachhaltigkeit | nicht regenerative Energien | ökologischer Fußabdruck | ökologischer Rucksack | Öl, Kohle, Erdgas | Ozonloch | Pb, Cd, Hg, DDT | Persistenz | Qualitätsmanagementsystem | regenerative Energien | Schulung & Weiterbildung, F&E | Störfallrisiko | Transport | Treibhauseffekt | Trinkwasserbereitstellung | Umweltmanagementsystem | Verhältnis Output/ Input | Versauerung | Verursacherprinzip | Waldsterben | Wasser, Wind, Solar | Wildlife-Management Nr. Zusammengehörende Begriffe 123…32 <?page no="176"?> 162 Schritt 13: Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen Übung 79: Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Flexibilität, Wortfindung Übungstyp: Stolpersteine Aufgabe 1: In den folgenden Sätzen wird jeweils ein Fachbegriff (bzw. ein Fremdwort) falsch verwendet. Ersetzen Sie diesen durch den richtigen Fachbegriff.  20 Minuten Beispiel: Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff: Bei vielen Gebäuden, v.a. Brücken, kommt es weltweit zu großer Korruption. Richtiger Fachbegriff: Korrosion. Aufgabe 2: Reflektieren Sie kurz, ob Ihnen die umweltbezogenen Zusammenhänge, in denen die Fachbegriffe verwendet werden, bekannt und verständlich sind. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  12 Minuten Nr. Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff Richtiger Fachbegriff 1 Wichtig bei der Arbeit im Umweltmanagement ist, neue Erkenntnisse aus der Ökosystemforschung in den richtigen Kontrakt einzuordnen. 2 Im neuesten Forschungsprojekt entwickelte das Forschungsteam ein indigenes Verfahren zur Vermeidung von Tierversuchen. 3 Die Papierfabrik hatte in Brasilien große Mengen an Zellulite gekauft. 4 Als das Messgerät für die Luftmessung in der Produktionshalle ausfiel, musste der Produktionsleiter imponieren. 5 Weil es in den alten, muffig riechenden Firmenarchiven zu Allegorien bei den Beschäftigten kam, beschloss die Firmenleitung einen Neubau. 6 Die Leiterin der Forschungsabteilung führte ihre Versuche mit pazifistischen Keimen durch. 7 Die bisherige Assistentin des Fertigungsleiters wurde mit der intriganten Umsetzung der Managementsysteme Umwelt, Arbeitsschutz und Qualität beauftragt. 8 Wird hochsterilisiert: Einmal in einem Hilfsprozess einen Fehler zu verursachen. 9 Die Planungsunterlagen für die neue SO 2 -Filteranlage waren lückenhaft. Kontingent: „Anlage nicht genehmigt“. 10 Der Laborleiter untersuchte im Horoskop die Zellen, die er dem Abwasser entnommen hatte. 11 Der ökologisch engagierte Projektmitarbeiter sagte, die Menschen weltweit kondensierten so lange, bis die Erde unbewohnbar wäre. 12 Auf der Betriebsversammlung gab der Vorstand bekannt, dass der höhere Arbeitsaufwand durch die umweltgerechte Umstellung der Produktion in die Ferienzeit verlegt werden musste. Daraufhin kumulierte die aggressive Stimmung, auch wenn Ausgleichsmaßnahmen vereinbart wurden. <?page no="177"?> Schritt 14: Transportmanagement durchführen Lernziele ► Umweltmanagementgrundsätze bezüglich Transport kennen, verstehen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Betriebliche Maßnahmen und Entwicklungen hinsichtlich Transportmanagement in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 95 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 20 Minuten (gesamt: ca. 2 Zeitstunden). Nahezu alle Prozesse in Unternehmen basieren auf Transport/ Verkehr und Transportprozesse beeinflussen nahezu alle Umweltauswirkungen. Auch wenn in einer (umwelt)wirkungsbezogenen Betrachtung die vielfältigen Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr den verschiedenen Umweltwirkungen zugeordnet werden (müssen), wird Transportmanagement separat betrachtet. Es umfasst v.a. die Beschaffungslogistik , die Distributionslogistik , die Redistributionslogistik (synonym: Retrodistributionslogistik ) und die Standortauswahl . Die Umweltauswirkungen des Unternehmens durch Transport/ Verkehr werden durch die Standortauswahl des Unternehmens stark beeinflusst. Bezüglich des Transportmanagements ist vor allem möglichst eine Anbindung an das Schienennetz bzw. an Wasserstraßen sowie an den ÖPNV und das Fahrradwegenetz vorzusehen, und die Nähe zu den Beschaffungs- und Absatzmärkten ist anzustreben. Erfasst und gemessen wird Transport zum einen als Verkehrsaufkommen , d.h. die Zahl an Personen bzw. die Menge an Gütern (gemessen in Zahl der Personen bzw. in Tonnen), die transportiert werden, und zum anderen als Verkehrsleistung , d.h. die Zahl an Personen bzw. die Menge an Gütern, die transportiert werden, multipliziert mit der jeweiligen Transportstrecke, gemessen als Pkm (Personenkilometer) bzw. als tkm (Tonnenkilometer). Emissionen der Verkehrsmittel werden für jeden Schadstoff angegeben in g/ Pkm bzw. in g/ tkm. Nahezu bei jedem Transport werden verschiedene Verkehrsmittel (synonym: Verkehrsträger ) eingesetzt. Die Verteilung des Transportaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsträger für den jeweiligen Transport wird als Modal Split bezeichnet, also z.B. 300 tkm Bahn, 700 tkm Schiff und 30 tkm LKW, auch ausgedrückt in Prozent. Im Sinne der Prozessorganisation würde man „Transportmanagement durchführen“ als Unterstützungsprozess verstehen; bei Logistikunternehmen ist es selbstverständlich ein Kernprozess. Systematisch gilt als Umweltmanagementgrundsatz primär , Transport/ Verkehr zu vermeiden, und sekundär , die Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr zu reduzieren. Folgende Umweltmanagementgrundsätze gelten zur Vermeidung von Transport/ Verkehr : 213  Auslastung der Verkehrsmittel steigern , u.a. durch: Bündelung von Transporten im Versand (Abfertigungsspedition), Bündelung von Transporten in der Beschaffung (Empfangsspedition), Nutzung von Güterverkehrszentren, optimale Losgrößen, Bildung von regionalen Ver- 213 Nach ENGELFRIED (2011: 100-102). Vergleiche auch WITTENBRINK (2015). <?page no="178"?> 164 Schritt 14: Transportmanagement durchführen ladegemeinschaften und Umsetzung von Kombi-Verkehr, Routenplanung (auch zur Verkehrsvermeidung), Verlagerung von Funktionen des Wareneingangs bzw. des Warenausgangs auf spezialisierte Dienstleister, Abbau von Werksverkehren, JiT-Anpassung, Mitfahrgelegenheiten bzw. Carsharing,  andere Kommunikationsformen (z.B. Videokonferenzen) einsetzen,  „ regionale “ und „ saisonale “ Rohstoffe und Produkte beschaffen (v.a. in der Ernährungsbranche, auch für Kantinen) und regionale Vermarktung,  dezentrale und marktnahe Standorte wählen für Produktion, Demontage, Recycling und Kreislaufführung,  dezentrale und regionale Kreislaufführung der Produkte umsetzen,  gemeinsam Produktionsstandorte und Produktionsanlagen („Produktionssharing“) nutzen,  Produkte optimieren und Verpackungen reduzieren,  Flächenmischnutzung umsetzen, d.h. Änderung der Flächennutzungsplanung. Folgende Umweltmanagementgrundsätze gelten, um die Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr bzw. der Logistik zu reduzieren: 214  Modal Split verändern , wobei für den Gütertransport vereinfachend folgender Grundsatz gilt: Der Transport mit dem Schiff ist dem Schienentransport, dieser dem LKW-Transport und dieser dem Flugzeugtransport vorziehen. Bei flüssigen und gasförmigen Produkten sind Pipelines noch dem Schiffstransport vorzuziehen. Für den Personentransport gilt vereinfachend als Grundsatz: Zu Fuß gehen dem Radfahren, dieses dem ÖPNV (einschließlich „Park & Ride“ und Bahn), der ÖPNV und die Bahn dem MIV und dieser dem Flugzeug vorziehen. 215  fossile Treibstoffe durch regenerative Treibstoffe ersetzen,  Verkehrsmittel und Verkehrstechnik optimieren , z.B. Fahrzeuge mit weniger Treibstoffverbrauch (effizientere Motoren, weniger Gewicht etc.), lärmarme Fahrzeuge, emissionsarme Fahrzeuge, doppelwandige Tanker, Einsatz anderer Treibstoffe (Wasserstoffantrieb, Elektrotechnik, Biotreibstoffe), Qualitätserhöhung, Abstandsautomatik, Minimierung der Störfalleintrittswahrscheinlichkeit und von Störfallbzw. Unfallfolgen,  Gefahrguttransporte verlagern von der Straße auf die Schiene,  Parkraum bewirtschaften zur Reduzierung des Flächenbedarfs,  Verhalten ändern bei der Nutzung von Verkehrsmitteln, z.B. angepasste Fahrweise, Tempoverlangsamung, möglichst wenig Gewicht mitführen, optimale Beladung,  Verkehrsaufkommen zeitlich entzerren , z.B. andere Infrastrukturen, andere Routenplanung, andere Ampelschaltung, flexible Arbeitszeitmodelle, JiT-Anpassung,  Schulungen durchführen, z.B. für energiesparende Fahrweise, zu regelmäßiger Luftdruckprüfung und Wartung der Verkehrsmittel, auch zur Sensibilisierung der Beschäftigten bezüglich Verhaltensänderungen (z.B. Haushaltseinkäufe gebündelt durchführen). Für ein nachhaltiges Transportmanagement sind die Umweltmanagementgrundsätze zur Vermeidung von Transport/ Verkehr umzusetzen. Hinsichtlich der Reduzierung der Umweltauswirkungen von Tansport/ Verkehr ist eine Effizienzsteigerung um drei bis fünf Prozent pro Jahr anzustreben. Fossile Kraftstoffe sind um drei bis fünf Prozent pro Jahr durch regenerative Kraftstoffe zu ersetzen und bis zum Jahr 2050 auf Null zu reduzieren. NO x sollte möglichst schnell um 80 % 214 Nach ENGELFRIED (2011: 101-102). 215 Diese Reihenfolge kann vereinfachend durch die Höhe der gravierenden Umweltauswirkungen Energieverbrauch und Emissionen begründet werden; werden spezielle einzelne Umweltauswirkungen betrachtet, kann eine veränderte Reihenfolge auftreten. Zu Fuß gehen und Fahrradfahren wird auch als aktive , ÖPNV und MIV als passive Mobilität bezeichnet. <?page no="179"?> Schritt 14: Transportmanagement durchführen 165 reduziert, Feinstaubemissionen sollten ausgeschlossen werden. Die Verkehrsmittel Auto, Bahn, Flugzeug etc. sind in technischen Kreisläufen zu führen, und für Transportbzw. Verkehrsinfrastruktur bzw. für Logistik soll kein neuer Flächenverbrauch stattfinden. Übung 80: Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Suchaufgabe Aufgabe : Waagerecht, senkrecht und diagonal sind 20 wesentliche Umweltauswirkungen (bzw. Emissionen und Wirkungen) von Transport/ Verkehr bzw. Logistik aufgeführt. Suchen Sie diese.  10 Minuten Anmerkung: Bedenken Sie auch, dass zu den Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr auch die Umweltauswirkungen der Herstellung der Verkehrsträger (PKW, LKW, Bahn, Schiff, Flugzeug etc.) und der Verkehrsinfrastruktur (in Form von Straßen, Tankstellen, Schienen, Kanälen, Flughäfen etc.) zu zählen sind. Quelle: Nach ENGELFRIED (2011: 102/ 103). A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 S C H W E F E L D I O X I D A U N F Ä L L E Q I W 2 V M I O K Ä D Ä Y C Ä E N E R G I E E I N S A T Z 3 K V J F E Ä J C V L R O H S T O F F E I N S A T Z 4 L B L P F D H S B Ä S D O B E C W P B X U S I Ä C 5 J A R O I Q L U L R H A Z A N H A V A R I E N S N 6 K U N C E U A D L M E N O K V C U Y V Ö V Q K N K 7 L R Z D R T V H J N C Ö N T E A M E D V V K N D Q 8 Y B M P S G D G E W Ä S S E R B E L A S T U N G Ö 9 O S B N C C Y W O M S B C R B N Ä Y F U K O K S X 10 Q G I Ä H K H N N N T E H I R N X O L W O Ä B T Ä 11 M E H N Ü O O A S C H W I E E G I I Ä U H Z I I Y 12 F E Ö Q T H F F F L C C C N I L D E C Q L R E C G 13 J O Y I T L T H G T C Ä H V T A P C H K E K Ä K W 14 K L I H E E B O I B S D T E U K B V E W N M D O P 15 N W T B R N Y J G K D V Z R N Ä Q K N I D W U X F 16 E W Q M U M H X D L V Z E B G K D W V N I X V I A 17 Ä B Ö W N O P Y A I L T R R Ö L E Q E T O D X D O 18 G K U W G N D Y X V C S S E M M Q O R E X Ä S E Y 19 Ä E R C E O A I A P R E T I E Ü E C B R I C P D C 20 Y Ä R S N X A V K Ä I A Ö T I D L Ö R D D O M N D 21 Ä J X Ü W I N E P H M L R U H K C L A I Q G Q A D 22 C R X J C D K K J D M M U N V Z R B U E R W T I C 23 X F F P P H Ö Y A P V Ä N G W D J P C N P R U B B 24 X I G D B D E X C C R F G U L A R S H S G T O U L 25 K Y E B I O T O P Z E R S T Ö R U N G T I M U H I <?page no="180"?> Übung 81: Umweltschutzbegriffe zuordnen 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Assoziieren Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Immer drei Begriffe gehören inhaltlich zusammen, jeweils vom übergeordneten Begriff zum Detailbegriff bzw. vom Allgemeinen zum Speziellen. Ordnen Sie die drei zusammengehörenden Begriffe in ihrer Reihenfolge.  45 Minuten Beispiel: Wasser (allgemein) - Süßwasser - Trinkwasser (speziell). Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Hinweis: Zu dieser Übung können Sie eine zusätzliche Übung mit dem Trainingsziel Merkfähigkeit und dem Übungstyp Memory erstellen. Drucken Sie alle Begriffe auf Kärtchen, mischen die Kärtchen und legen Sie sie umgedreht auf dem Tisch aus. Durch Umdrehen und Memorieren sind, im Gegensatz zum „klassischen“ Memory, hier dann die drei zusammengehörenden Begriffe zu finden. Dieses Memory eignet sich für Lerngruppen mit fünf bis sechs Studierenden und auch für den seminaristischen Unterricht mit ca. 20 bis 25 Studierenden, wenn Sie die Memorykarten dreimal bis viermal ausdrucken, um das Memory in Kleingruppen durchzuführen. Quelle: ENGELFRIED, Idee nach KRAMER (2011: 83-85). Begriffe (90 Begriffe, wovon jeweils drei zusammengehören): 17. BImSchV | Abfallentsorgung | Abfallverbrennung | Abgasfilter | Absetzbecken | Arbeitsschutz | Artenschutz | Beschaffungsoptimierung | Bewertung von Umweltverträglichkeit | BImSchG | Bio-Alkohol | Bio-Kraftstoff | biologische Abbaubarkeit | Biosphäre | Biotopvernetzung | Carsharing | DIN EN ISO 14001 | dünnwandigere Behältnisse | Effektivität/ Effizienz/ Suffizienz | Emissionen | Emissionen mit versauernder Wirkung | Energieeinsparung | Energieträger | Flächennutzung | Flächenverbrauch reduzieren | GAU | Gebäudeoptimierung | Gehörschutzkapseln | Geschossbauweise | Gesundheitswirkung | Humus | Innovationsmanagement | Input-Output-Analyse | interu. intragenerationelle Verantwortung | Kanzerogenität | Kläranlage für Hausabwässer | Klima | Klimawandel | Kraftstoff | Kreislaufschließung | Krötentunnel | Lärmminderung | Luftreinhaltung | Managementsystem | Materialeinsparung | Mehrwegtragetasche | Nachhaltigkeit | nachwachsende Rohstoffe | Ökobilanz | ökologisches Design | Passivbauweise | Pedosphäre | Persönlicher Umweltschutz - Mobilität | Persönlicher Umweltschutz - Produkte | Produktentwicklung | Recycling | regenerative Energien | regenerative Ressourcen | regionale und saisonale Beschaffung | Ressourcen | Schwefeldioxid-Wäscher | SO 2 | Sondermüllverbrennung | Stoff | Stoffeigenschaft | Störfälle | Störfalleintrittswahrscheinlichkeit senken | Störfallvermeidung | Straßenbau | Temperaturerhöhung | Transportreduzierung | Tschernobyl | umweltbewusstes Einkaufen | umweltbewusstes Handeln | Umweltbewusstsein | Umweltmanagementsystem | Umweltschutzgesetze | Verpackungsreduzierung | Versiegelung | Verwendung schwer entflammbarer Stoffe | Wassereinsparung | Wasserreinhaltung | wassersparende Technologien | Wasserspartaste in Toiletten | weniger Einwegprodukte | weniger MIV | weniger Neubauten | Wiederverwertung | Windenergie | Zellveränderung Nr. übergeordneter Begriff, allgemein > Detailbegriff, speziell 1…30 166 Schritt 14: Transportmanagement durchführen <?page no="181"?> Schritt 14: Transportmanagement durchführen 167 Übung 82: Aussagen zum betrieblichen Umweltschutz 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe 1: Schreiben Sie die folgenden Sätze mit der Hand, mit der Sie normalerweise nicht schreiben.  15 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Aussagen und überlegen Sie Argumente, die die Aussage unterstützen, und Argumente, die gegen die Aussage sprechen (jeweils mindestens drei). Trifft die Aussage Ihrer Meinung nach zu? Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik, Urteilsfähigkeit.  25 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Aussagen zum betrieblichen Umweltschutz: 1. Die Vertreterin der IHK stellt fest, dass nahezu alle größeren Unternehmen zukünftig ein Umweltmanagementsystem implementieren werden, weil es die Kunden innerhalb der Wertschöpfungskette fordern. 2. Der Implementierungsbeauftragte gibt zu bedenken, dass Umweltziele bei einer Umweltauswirkung zur Reduzierung der Umweltbelastung führen, aber manchmal dabei andere Umweltauswirkungen kurzfristig negativ beeinflusst werden können. 3. Die Umweltjuristin sagt, dass Unternehmen, die „Nachhaltiges Umweltmanagement“ umsetzen, zukünftig durch die Verschärfung der Umweltgesetze nicht mehr betroffen sein werden. 4. Der Vorsitzende des Umweltverbandes fordert, das Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung zu überarbeiten, um bei zukünftigen Werksplanungen verstärkt die Anwohnerinnen und Anwohner einbeziehen zu müssen. 5. Der Umweltschutztechniker weist darauf hin, dass nicht nur technische Umweltschutzmaßnahmen in Unternehmen wichtig sind, sondern auch verhaltensbezogene. 6. Der Gesundheitsexperte beklagt, dass die Beschäftigten die einfachsten Dinge im Gesundheitsschutz nicht berücksichtigen, z.B. Gehörschutzmaßnahmen bei Lärm oder Atemschutzmasken bei Staubbelastung. 7. Die Referentin erörtert mit vielen Beispielen, dass auch in der „klassischen“ Dienstleistungsbranche „Produkte“ umweltverträglich gestaltet werden können, z.B. eine Kopplung der Kreditvergabe an Umweltanforderungen bei Banken oder die Berücksichtigung von Umweltrisiken in Policen bei Versicherungen. <?page no="182"?> 168 Schritt 14: Transportmanagement durchführen Übung 83: Teekesselchen im Umweltschutz 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Assoziieren, Formulieren Übungstyp: Teekesselchen Aufgabe: Ein Teekesselchen ist ein Begriff, der unterschiedliche Bedeutungen aufweist. Finden Sie das Teekesselchen, d.h. den Begriff, der beschrieben wurde. Mindestens eine der Bedeutungen stammt aus dem Umweltschutz.  25 Minuten Beispiel: Bedeutungen: „wenn man daran zieht, ist das ziemlich ungesund“ und „umgangssprachlich für einen Ort, an dem Nichtmehrgebrauchtes abgeladen wird“; Teekesselchen: Kippe. Nr. Bedeutungen Teekesselchen 1 Komponist und Kirchenmusiker dieses kleine Gewässer sollte kein Vorfluter sein 2 lebt am Meeresgrund wirtschaftet der Landwirt nicht ordnungsgemäß, werde ich immer weniger 3 wird beim Aufstellen eines Zeltes benötigt einer der wenigen, der in seinen Beständen noch nicht stark bedroht ist 4 künstlerisches Gebilde, aber kein Bild in Mikrogröße verschmutze ich die Gewässer 5 hat die Automobilisierung der deutschen Gesellschaft mitgeprägt werden von Insektiziden getötet 6 Körperteil eines zarten weiblichen Wesens aus der Märchenwelt deswegen ist meine Art bedroht 7 luxuriöse Automarke vom Aussterben bedrohte Großkatze 8 Ungläubiger einzigartige, schützenswerte, norddeutsche Kulturlandschaft 9 das machen Diebe mit der Beute das machen die schweren Abwasserinhaltstoffe in einer Reinigungsstufe in einer Kläranlage 10 viele Blumen in einer Vase, oder auch gebunden in Deutschland nicht endemische Tierart, die zum Fleischkonsum gehalten wird <?page no="183"?> Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen Lernziele ► Umweltmanagementgrundsätze bezüglich Gebäude kennen, verstehen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Betriebliche Maßnahmen und Entwicklungen hinsichtlich Gebäudemanagement in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 35 Minuten, Bearbeitung der Übungen 120 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 25 Minuten (gesamt: ca. 3 Zeitstunden). Jedes Unternehmen benötigt zur Leistungserstellung Gebäude. Gebäudemanagement wird umfassend verstanden als Management aller Aspekte, die für die Erstellung, den Betrieb und die Kreislaufführung von Gebäuden relevant sind. Es umfasst alle zum Bau und Betrieb des Gebäudes notwendigen Einrichtungen wie Heizungs- und Klimatechnik, Beleuchtungstechnik, Wasserver- und Abwasserentsorgung usw. Gebäudemanagement (synonym: technisches Gebäudemanagement) ist der Kernbereich des Facility Managements und gilt hier für Verwaltungsgebäude oder vergleichbare Gebäude, in denen Dienstleistungen erbracht werden (Banken, Versicherungen, Hotels etc.). 216 Allerdings: In einer grundsätzlichen Betrachtung stellt der Bau von Gebäuden und die Erstellung der technischen Anlagen selbst eine „Dienstleistung“ bzw. ein „Produkt“ dar, die das Unternehmen nachfragt - wie jede andere Dienstleistung bzw. jedes andere Produkt auch - und ein Gebäude muss daher auch den Kriterien des ökologischen Designs genügen . Die erheblichen Umweltauswirkungen eines Gebäudes bei der Erstellung durch Energie- und Materialeinsatz (Beton, Eisen, Glas, Holz etc.) und durch Flächennutzung und durch den Rückbau der Gebäude und die Kreislaufführung der Materialen wären daher in der Verantwortung des Gebäudeherstellers und nicht des Gebäudemanagements. Trotzdem werden hier alle diese Aspekte und die Aspekte der Nutzung des Gebäudes durch i.d.R. ständigen Energieeinsatz (Wärme, Strom, Licht, Klimatisierung, Lüftung etc.) und Wasserverbrauch einbezogen. Auch wenn in einer (umwelt)wirkungsbezogenen Betrachtung die vielfältigen Umweltauswirkungen von Gebäuden den verschiedenen Umweltwirkungskategorien zugeordnet werden (müssen), wird Gebäudemanagement separat betrachtet. Die Umweltauswirkungen des Unternehmens durch Gebäude werden bereits durch die Standortauswahl stark beeinflusst. Eine Ansiedelung in Landschaftsschutzgebieten bzw. dort, wo seltene Biotope und/ oder gefährdete Tierbzw. Pflanzenarten vorhanden sind, ist auszuschließen, und ein bereits vorhandener (Alt)Standort ist einer Neuerschließung mit der dabei eintretenden Flächenversiegelung bzw. Flächenverbrauch bei der Erstellung neuer Gebäude vorzuziehen. Weitere Auswahlkriterien für den Standort sind vor allem die Topographie und die Immissionssituation 216 „ Facility Management “ berücksichtigt neben den Gebäuden auch Grundstücke, meist auch Maschinen und Produktionsanlagen. Grundstücke und produktionsspezifische Anlagen (z.B. Kraftwerke, Fertigungstrassen) sind jedoch in andere Schritte dieses Lehrbuches integriert, z.B. Grundstücke beim Flächenmanagement, Energieeinsatz beim Energiemanagement, Wasserverbrauch beim Wassermanagement etc. Umfassend zu Facility Management siehe HIRSCHNER/ HAHR/ KLEINSCHROT (2018), KAISER/ NUSSER/ SCHRAMMEL (2018), KUMMERT/ MAY/ PEL- ZETER (2013). Im Sinne der Prozessorganisation würde man „Gebäudemanagement durchführen“ als Unterstützungsprozess verstehen (vergleiche WOLF et al., 2013, S. 61). <?page no="184"?> 170 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen sowie die Situation der Gewässer hinsichtlich Abwassereinleitung bei Direkteinleitung und Kühlwassernutzung. Zudem sollte ein Standort mit einer guten Verkehrsanbindung an den ÖPNV und an ein Fahrradwegenetz gewählt werden. Ob überhaupt und welche Art von Gebäuden auf welcher Fläche erstellt werden darf, wird in Flächennutzungsplänen festgelegt, also Gewerbe- oder Wohn- oder Mischbebauung (Wohn- und Gewerbebebauung), Landwirtschaft, Naturschutz etc. In Bebauungsplänen wird in den jeweils ausgewiesenen Gebieten die Bebauung im Detail festgelegt, z.B. Geschosszahlen, Bauhöhen, Grünflächenanteile etc. Erfasst und gemessen wird der Flächenverbrauch von Gebäuden in m 2 , ebenso wie z.B. die genutzte Bürofläche pro Mitarbeiter. Zu unterscheiden ist die eingesetzte Grundfläche („Flächenverbrauch“) und die Nutzfläche, weshalb aus ökologischer Sicht und aus Sicht der kommunalen Bebauungsplanung drei wichtige Kennzahlen zu betrachten sind: 217  die Grundflächenzahl (GRZ): Das Verhältnis der bebauten Fläche (m 2 ) (also der verbrauchten Fläche) zur Grundstücksfläche (m 2 ) in % oder als Dezimalangabe, z.B. 30 % bzw. 0,3.  die Geschossflächenzahl (GFZ): Das Verhältnis der gesamten Geschossfläche auf einem Grundstück (m 2 ) zur Gesamtfläche des Grundstückes (m 2 ) in % oder als Dezimalangabe, z.B. 67 % oder 0,67 (hier bei 400 m 2 Geschossfläche und 600 m 2 Grundstücksgröße). Die GFZ ist deutlich größer als 1 bei Hochhausbzw. Innenstadtbebauung.  die Baumassezahl (BMZ): Baumasse, d.h. umbauter Raum (m 3 ) pro Grundstückfläche (m 2 ). Sie wird hauptsächlich bei Produktionshallen, Lagern etc. verwendet. Der wesentliche Input während der Gebäudenutzung, der Energieeinsatz hauptsächlich in Form von Strom oder Wärme, wird in kWh bzw. MJ angegeben, der Wassereinsatz in l bzw. m 3 . Um vergleichende Kennzahlen bezüglich der Gebäudenutzung zu erfassen, kann dieser Input auf die nutzbare Geschossfläche, auf Mitarbeiter, auf Produktionseinheiten o.ä. bezogen werden. 218 Systematisch gilt als Umweltmanagementgrundsatz primär , Gebäudebedarf möglichst zu vermeiden, und sekundär die Umweltauswirkungen von Gebäuden zu reduzieren. Folgende Umweltmanagementgrundsätze gelten zur Reduzierung des Gebäudebedarfs :  Nutzung der vorhandenen Gebäude erhöhen , u.a. durch Büroteilung, Desksharing, 219 Untervermietung bei Leerstand, gemeinsam Gebäude nutzen („Gebäudesharing“) , Parkraumbewirtschaftung,  Leerstand vermeiden ,  bestehende Gebäude nutzen statt neue Gebäude erstellen bzw. bebaute Fläche neu bebauen und dadurch Flächenneuverbrauch vermeiden , u.a. Umwandlung von Einfamilienhausbebauung und eingeschossiger Bebauung (z.B. Supermärkte) in mehrgeschossige Bebauung bzw. die vorhandenen Geschosse aufstocken, d.h. Erhöhung der Geschossflächenzahl und der Baumassezahl , 220 217 Siehe BauNVO, vgl. BauGB. 218 Beim Energieeinsatz ist selbstverständlich der Anteil regenerativer Energieträger an der Energieerzeugung auszuweisen. 219 Desksharing wird auch als „Flexible Office“ oder „Shared Desk“ bezeichnet: Es sind mehr Büromitarbeiter als Büroarbeitsplätze vorhanden eine Entwicklung zum Abbau von Büroflächen zeichnet sich insbesondere seit der Corona-Pandemie deutlich ab. 220 Hierfür ist aufgrund der sehr verschiedenen Bebauungsstrukturen, z.B. in Dörfern oder in Metropolen, keine pauschale Angabe von Kennzahlen möglich. Dadurch, dass für eine nachhaltige Entwicklung ein Flächenneu- <?page no="185"?> Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen 171  Flächenmischnutzung umsetzen, d.h. Gestaltung und Änderung der Flächennutzungspläne und der Bebauungspläne sowie möglichst eine Mischnutzung des Gebäudes mit Gewerbe und Wohnen. Folgende Umweltmanagementgrundsätze gelten, um die Umweltauswirkungen von Gebäuden zu reduzieren: 221  Materialeinsatz für Gebäude reduzieren beim Bau, Innenausbau und Möblierung,  kreislauffähige Materialien bzw. Produkte verwenden für die Gebäude, den Innenausbau und der Möblierung, also Materialeffektivität umsetzen,  schadstofffreie Materialien verwenden beim Bau, Innenausbau und Möblierung,  flexible Grundrissgestaltung, um Gebäude auf veränderte Situationen anzupassen, z.B. Büros in Wohnungen (und umgekehrt) ohne großen Bauaufwand überführen können, Räume vergrößern/ verkleinern können,  Wassereinsatz reduzieren durch technische Lösungen , z.B. Wasserspartaste, Sensorwasserhähne, und durch organisatorische bzw. verhaltensbezogene Lösungen , z.B. Duschen statt Baden, Gebäudereinigungszyklen nach Bedarfen festlegen,  Nutzung von Oberflächen- und Regenwasser ausweiten, z.B. für Toilettenspülung, Grünflächenbewässerung,  Versickerung von Regenwasser ermöglichen,  nur biologisch abbaubare Stoffe in der Gebäudereinigung verwenden,  Gebäudeplanung und konzeption verändern, d.h. Passivgebäude bzw. Passivwohnhäuser planen und Energie-Plus-Gebäude durch Eigenenergiegewinnung ermöglichen durch Einsatz von Photovoltaik, Sonnenkollektoren oder Erdwärme, zudem Tauwasserschutz berücksichtigen,  fossile Brennstoffe für Heizung und Warmwasserbereitstellung durch regenerative Brennstoffe ersetzen,  Energie-Mix bei Strom- oder Wärmenachfrage hinsichtlich regenerativer Energien ändern,  Energieeinsatz reduzieren und Energieeffizienz erhöhen durch technische Lösungen , z.B. energieeffiziente Gebäudetechnik, Beleuchtungstechnik, Wärmedämmung bzw. Baustoffauswahl, Bewegungsmelder, Beschattungssysteme, abschaltbare Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren, 222 und durch organisatorische bzw. verhaltensbezogene Lösungen , z.B. Raumtemperatur senken, Stoßlüftung, Geräte ausschalten (statt Stand-by-Modus), Licht ausschalten,  Schallschutz umsetzen und Lärmentstehung im Gebäude vermindern,  Gesundheits- und Brandschutzkonzepte umsetzen,  Barrierefreiheit umsetzen,  Fahrradstellplätze vorsehen, verbrauch ausgeschlossen werden muss, werden sich, steigender Flächenbedarf vorausgesetzt, höhere Geschossflächenbzw. Baumassezahlen zwangläufig ergeben. Inwieweit sich auch die Grundflächenzahlen verändern und ob sozial negative Auswirkungen mit verdichtetem Bauen einhergehen, hängt insbesondere von der Stadtplanung, der Flächennutzungsplanung, der Bebauungsplanung und der Gebäudegestaltung ab. 221 Für das privat genutzte Gebäude, Wohnung oder Haus, können die meisten dieser Umweltmanagementgrundsätze ebenfalls Anwendung finden, vor allem vor dem Hintergrund sich schnell ändernder Arbeitsverhältnisse, wie z.B. Home-Office. Es ist allerdings anzumerken, dass insbesondere „Wohnen“, also privat genutzte Gebäude, Haustechnik und Einrichtung, weit mehr bedeutet als nur Gebäudenutzung, und eingebettet ist in einen umfassenden Kontext individueller und sozialer Wertvorstellungen. 222 Auch die Installation von Stromzählern könnte dazu einen Beitrag leisten, insbesondere um eine ständige Rückmeldung über den Stromverbrauch zu ermöglichen; auch könnte die Energiegewinnung bei im Gebäude installierten Photovoltaikanlagen angezeigt werden. <?page no="186"?> 172 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen  Fassaden- und Dachbegrünung umsetzen, 223  Facility-Dienstleister zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichten , d.h. zum Einhalten der Umweltmanagementgrundsätze für nachhaltiges Umweltmanagement, insbesondere derjenigen zum Ressourceneinsatz, einschließlich des Flächeneinsatzes im Gebäude, und zum Transportmanagement, 224  Mikroklima durch das Gebäude nicht verändern (z.B. Kaltluftschneisen in Städten beachten usw.),  ästhetische Gebäudegestaltung durchführen, 225  Schulungen durchführen , z.B. hinsichtlich verhaltensbezogener Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauches (z.B. Stoßlüftung, Lichtausschalten, Raumtemperatur reduzieren) und des Wasserverbrauches, der Abfallvermeidung, Abfallverminderung und Abfalltrennung, und der Lärmvermeidung, auch zur Sensibilisierung der Beschäftigten. Für ein nachhaltiges Gebäudemanagement sind die Umweltmanagementgrundsätze zur Reduzierung von Gebäudebedarf umzusetzen. Neuer Flächenverbrauch für Gebäude ist auszuschließen. Es sind kreislauffähige Materialien für die Gebäude, den Innenausbau und die Möblierung auszuwählen und bei Gebäudeerstellung, Gebäudenutzung und Gebäuderückbau ist der Einsatz fossiler Brennstoffe bis zum Jahr 2050 auf Null zu reduzieren. 223 Hier liegt eine Abwägung vor bezüglich des Einsatzes von Photovoltaik bzw. von Sonnenkollektoren. 224 WOLF et al. (2013, S. 132 u. 137) schlagen zur Operationalisierbarkeit als Kennzahlen eine „grüne“ Lieferantenquote und eine „grüne“ Betriebsmittelquote vor, also den Anteil von „grünen“ Lieferanten an der Gesamtlieferantenzahl bzw. den Anteil „grüner“ Betriebsmittel an der Gesamtbetriebsmittelzahl. 225 Ein Aspekt von Gesundheitsschutz stellt die ästhetische Gestaltung von Gebäuden und deren ästhetische und psychische Wirkungen dar, sowohl für die Nutzer des Gebäudes, als auch für die Anwohner. Hier sind Kriterien und Anforderungen einer „ ästhetischen Gebäudegestaltung “ zu entwickeln und diese sind im Rahmen eines nachhaltigen Umweltmanagements ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. WINES, 2000). <?page no="187"?> Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen 173 Übung 84: Facility-Dienstleistungen, die nachhaltig durchzuführen sind Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Veränderter Lesetext Aufgabe: Lesen Sie laut den Text - die Worte sind rückwärts geschrieben  30 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Facility-Dienstleistungen, die nachhaltig durchzuführen sind 1. etsneidsgnuginieR 2. etsneidretsiemsuaH 3. etsneidsnoitakinummoK (z.B. gnafpmE, enretni etsneidtsoP, tenartnI) 4. etsneidsgnugelfpreV 5. etsneidrebiertebmuarkraP 6. etsneidsguzmU 7. etsneidrenträG 8. etsneidztuhcstkejbO 9. etsneidretniW 10. gnugrosrevneideM (gnuzieH, egalnaamilK, gnutfüL, gnulhüK, gnugrosrevressaW, gnutfahcstriwebressawnegeR, gnurhüfressawbA, gnugrosrevmortS dnu nenoitallatsniortkelE, gnuttahcsreV dnu gnulknudreV, eimrehtraloS, gnuztunkiatlovotohP, gnuthcueleB, tramS eciffO) 11. etsneidstiehrehciS (z.B. gnutührevllafnU mi eduäbeG, sgnutteRdnu egewthculF, ztuhcsdnarB) 12. tnemeganamllafbA (gnunnertllafbA dnu gnuregalllafbA sib muz tropsnartbA) <?page no="188"?> 174 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen Übung 85: Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren Übungstyp: Schüttelsatz Aufgabe: Stellen Sie die Wörter so um, dass sinnvolle Sätze entstehen. Es dürfen keine Wörter ausgelassen und keine weiteren hinzugefügt werden.  35 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 3: 1. Arbeitsschutz- | Auswirkungen | des | Die | die | die | Eintrittswahrscheinlichkeit | Grundlagen | reduzieren, | Sicherheitsmanagements. | sind | Störfällen | Störfällen | und | und | von | von | zu 2. am | Arbeitsplatz | aufweisen, | auszuschließen, | die | Gesundheitsschäden | keine | sind | Substanzen, | um | vermeiden. | Wirkungsschwellen | zu 3. am | Arbeitsplatz | damit | der | deutlich | Die | gesenkt | kontinuierlich | Konzentrationen | liegen. | MAK-Werte | mit | muss | sie | Substanzen | unterhalb | von | werden, | Wirkungsschwellen 4. danach | der | die | erst | ist | ist | Modal Split | optimieren. | prioritäre | Transport | Umweltmanagementmaßnahme, | vermeiden | zu | zu 5. Bahn | dem | den | der | deutlich | die | Ein | einem | Energieverbrauch | gegenüber | Gütertransport | Gütertransport | LKW. | mit | mit | reduziert | Umweltauswirkungen | und 6. als | bzw. | dem | Energie-plus-Gebäuden. | Gebäudebedarf | hat | Neuen | Neubau | Null- Energie- | Priorität | Umweltmanagementmaßnahme | vermeiden | von | vor | zu 7. auch | eine | Entwicklung | für | in | ist | möglich. | nachhaltige | nicht | nur | privat | sondern | Umweltmanagementgrundsätze | Umweltschutzmaßnahmen | umzusetzen | und | Unternehmen, <?page no="189"?> Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen 175 Übung 86: Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 4 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die folgenden Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung ein. Wenden Sie dabei die Merktechnik Merksatz oder Kettenmethode oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  15 Minuten Anmerkung: Das Einprägen der Reihenfolge ist zwar sinnvoll, aber nicht notwendig. Quelle: Ergänzt aus ENGELFRIED (2011: passim). Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 4: 1. Materialien in technischen und biologischen Kreisläufen führen. 2. Materialeffizienz um Faktor 10 erhöhen. 3. Neue Flächenversiegelung ausschließen. 4. Artensterben ausschließen. 5. Grundwasser schützen. 6. Energieverbrauch aus regenerativen Energien decken. 7. Klimarelevante Emissionen aus fossilen Ressourcen beenden. 8. Versauerung reduzieren. 9. Eutrophierung vermeiden. 10. Giftwirkungen ausschließen. 11. Lärm vermeiden. 12. Störfallrisiko reduzieren und gravierende Störfallfolgen ausschließen. 13. Verkehrsaufkommen reduzieren. 14. Gebäudebedarf reduzieren. 15. Alle Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung im „Ökologischen Design“ umsetzen. <?page no="190"?> 176 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen Übung 87: Fragen zum Umweltschutz 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Urteilsfähigkeit, Logik Übungstyp: Entscheiden Aufgabe: Entscheiden Sie, welche der vorgegebenen Antworten richtig ist: a), b) oder c).  15 Minuten 1. Ist eine „nachhaltige Entwicklung“ eine „umweltverträgliche“ Entwicklung? a. nein b. ja c. es kommt auf die Rahmenbedingungen an 6. Bei der Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Produkten darf welcher Aspekt NICHT berücksichtigt werden? a. der gesamte Lebenszyklus b. alle Umweltauswirkungen c. alle Umweltkosten 2. Ist eine „umweltverträgliche Entwicklung“ eine „nachhaltige Entwicklung“? a. nein b. ja c. es kommt auf die Rahmenbedingungen an 7. Ist ein „umweltverträgliches“ Produkt ein „nachhaltiges“ Produkt? a. ja b. nein c. es kommt auf das Herstellungsverfahren des Produktes an 3. Welches Land trägt am meisten zum Klimawandel bei? a. China b. Deutschland c. USA 8. Mit welcher der folgenden Produktkennzeichnungen für Nahrungsmittel sind - bei regionaler Herkunft - die geringsten Umweltauswirkungen verbunden? a. „Bioland“ b. „aus kontrollierter Landwirtschaft“ c. „aus integrierter Landwirtschaft“ 4. Welcher Einwohner aus welchem Land verschmutzt, ganz generalisierend, am meisten die Umwelt? a. ein/ e Deutsche/ r b. ein/ e Inder/ in c. ein/ e US-Amerikaner/ in 9. Welches Nahrungsmittel braucht zu seiner Herstellung am meisten Energie? a. Mais b. Tomaten c. Hühnerfleisch 5. An welche Grundlage muss ein Unternehmen sich NICHT halten? a. Bundesgesetze b. Bundesverordnungen c. EMAS 10. Bei welchem Transportmittel entstehen die meisten Emissionen pro Kopf? a. PKW (Benzinmotor), 2 Insassen b. Bus (Dieselmotor), 35 % besetzt c. Bahn (Ökostrom), 20 % besetzt <?page no="191"?> Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen 177 Übung 88: Optimistische Szenarien 1: Was wäre, wenn … Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Skizzieren Sie zu jedem der Themen mindestens drei kurze positive Folgen bzw. optimistische Szenarien, jedes bestehend aus zwei bis drei Sätzen.  15 Minuten Beispiel: Was wäre, wenn … es keine Krebserkrankungen mehr gäbe, die durch Umweltverschmutzung verursacht würden? Lösung: 1. Kosten, die für das Gesundheitssystem dadurch verursacht würden, würden eingespart. Man könnte die Mittel für Vorsorge verwenden. 2. Die Emissionen wären weniger umweltschädlich. Die Metropolen wären lebenswerter. 3. Schmerzen und Leid würde verringert. Glück würde ansteigen. Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Fragen und überlegen Sie je drei mögliche Folgen für Unternehmen und für Sie persönlich. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Was wäre, wenn … 1. 4 … Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen gewonnen würde? 2. 4 … alle Gebrauchsprodukte zu 99,5 % recycelt werden? 3. 4 … man wieder in allen Flüssen schwimmen könnte? 4. 4 … die Emissionen aus Industrieanlagen Reinraumqualität aufweisen würden? 5. 4 … die Menschen nur noch einmal in der Woche Fleisch bzw. Fisch essen würden? <?page no="192"?> 178 Schritt 15: Gebäudemanagement durchführen Übung 89: Teekesselchen im Umweltschutz 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Assoziieren, Formulieren Übungstyp: Teekesselchen Aufgabe: Ein Teekesselchen ist ein Begriff, der unterschiedliche Bedeutungen aufweist. Finden Sie das Teekesselchen, d.h. den Begriff, der beschrieben wurde. Mindestens eine der Bedeutungen stammt aus dem Umweltschutz.  25 Minuten Beispiel: Bedeutungen „vergraben, tödlich beim Betreten“ und „Ort, von dem Ressourcen herkommen“; Teekesselchen: Mine. Nr. Bedeutungen Teekesselchen 1 durch mich entstehen meistens riesige Löcher in der Erdoberfläche mich gibt es biologisch, chemisch und photochemisch 2 physikalische Maßeinheit einzigartiger Lebensraum und deutscher Nationalpark 3 bevor man Tickets online kaufen konnte, musste man immer dorthin gehen wer als letzter abends den Raum verlässt, sollte ihn drücken, um Energie zu sparen 4 wenn man oben ist, ist man auf dem höchsten Punkt in diesem Land ganz vorne bei einem Bestandteil des ÖPNV 5 ohne ihn, zwischenmenschlich, gäbe es uns nicht als Bereich der größte Umweltverschmutzer in Deutschland 6 wenn man mich in Umlauf bringt, droht Haft Allergiker können auf mich heftig reagieren tritt bei Eutrophierung auf 7 ich bin eine Krankheit, die durch schlechtes Trinkwasser übertragen wird in mich wurde jahrzehntelang zu viel Abwasser eingeleitet 8 benötigen Gebrechliche zur Fortbewegung Wohnort für ganze Völker, die neuerdings stark bedroht sind 9 im Märchen kommt darauf kommt der Prinz daher riecht meist modrig, und ist vor allem auf Erdnüssen sehr giftig 10 wahrgenommene Schwingung bei hohen Temperaturen zu Produkten verarbeitet, inert und verursacht in der Umwelt keine Schäden <?page no="193"?> Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten Lernziele ► Die Grundlagen der Methode „Ökobilanz“ zur Bewertung von Umweltverträglichkeit kennen und verstehen. ► Erste Schritte zur Durchführung einer Ökobilanz anwenden und dabei in Grundzügen die Umweltverträglichkeit von Dienstleistungen, Produkten und (Produktions)Prozessen bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 115 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 25 Minuten (gesamt: ca. 2,5 Zeitstunden). Um umweltverträglich zu produzieren, in der Produktion umweltverträgliche Materialien, Einsatzstoffe, Vorprodukte, Hilfsstoffe etc. zu verwenden, und um umweltverträgliche Dienstleistungen bereit- und umweltverträgliche Produkte herzustellen, muss „Umweltverträglichkeit“ beurteilt werden. Zur Untersuchung und Bewertung von „Umweltverträglichkeit“ hat sich die Methode der (Produkt) Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040 und DIN EN ISO 14044 etabliert. Diese Methode kann generell auf alle menschlichen Tätigkeiten, auch auf Dienstleistungen, Produktion bzw. Prozesse, Unternehmen, Lebensstile etc. angewendet werden. 226 Eine Ökobilanz erfolgt in vier Phasen (auch als Schritte bezeichnet). Wichtig ist, dass nicht mehr nur einzelne Schadstoffe bzw. einzelne von den Produkten verursachte Umweltwirkungen untersucht werden, sondern umfassend alle Umweltauswirkungen, und dass die Umweltauswirkungen eines Produktes über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden, also von der Materialgewinnung für das Produkt, über die Herstellungs- und Nutzungsphase bis zur Kreislaufführung. 227 In der ersten Phase der Ökobilanz sind das Ziel der Untersuchung und der Untersuchungsrahmen festzulegen, u.a. mit einer Erläuterung, zu welchem Zweck die Ökobilanz durchgeführt werden soll, und für welche Zielgruppe. Als nächstes ist der Untersuchungsgegenstand zu definieren, also das Produkt und das relevante Produktsystem. Generell muss dabei eine Dienstleistung untersucht werden, da jedes Produkt den materiellen Bestandteil einer (Dienst)Leistung darstellt, die vom Unternehmen erbracht wird. 228 Anschließend ist die Bezugsgröße der Umweltauswirkungen zu definieren: Eine funktionelle Einheit. 229 Nur bei funktioneller Äquivalenz , d.h. wenn 226 Dass eine Anwendung der Ökobilanz auf die Bewertung von Dienstleistungen, Produktion bzw. Prozessen, Unternehmen, Lebensstilen etc. möglich ist, und dass methodisch generell eine Dienstleistung statt eines Produktes zu untersuchen ist, zeigten ENGELFRIED (1994) und HABER/ ENGELFRIED (1997). 227 Umfassende Erläuterungen siehe z.B. KLÖPFFER/ GRAHL (2009). 228 ENGELFRIED (1994: 16). Werden nur die Input- und Output-Ströme (einschließlich Fläche) am Standort untersucht, d.h. ohne die dem Standort vor- und nachgelagerten Bereiche und ohne die Transportstadien, wird auch von einer standortbezogenen Ökobilanz oder Standort-Ökobilanz gesprochen. Bei einer Produkt-Ökobilanz sind alle Bereiche einzubeziehen. 229 In der Praxis wird zuerst als Bezugsgröße der Umweltauswirkungen 1 kg des bzw. der im zu untersuchenden Produkt enthaltenen Produkte gewählt (z.B. 1 kg Fe, 1 kg PP). Danach werden die Umweltauswirkungen auf 1 kg des zu untersuchenden Produktes bezogen, wobei dabei die prozentuale materielle Zusammensetzung des Produktes berücksichtigt wird (z.B. 1 kg Auto). Abschließend - und nur das erlaubt einen objektiven Vergleich verschiedener Dienstleistungen bzw. Produkte werden die Umweltauswirkungen auf die funktionelle Einheit bezogen, z.B. ein gefahrener Personenkilometer, einmalige Verwendung einer Verpackung. <?page no="194"?> 180 Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten Produkte nahezu die gleiche Leistung bzw. den gleichen Nutzen erbringen, ist eine Vergleichbarkeit der Dienstleistungen bzw. der Produkte gewährleistet. Auch sind in der ersten Phase die Systemgrenzen festzulegen, das sind sachliche, räumliche und zeitliche Grenzen der Untersuchung. Zudem festzulegen sind das Allokationsverfahren, z.B. für die Berücksichtigung von Co-Produkten, die zu untersuchenden Wirkungskategorien und die Methode der Wirkungsabschätzung, die anschließende anzuwendende Auswertung, eventuell die Art der kritischen Prüfung (sofern vorgesehen) und der Aufbau des vorgesehenen Berichts über die Ökobilanz. Die zweite Phase ist die Sachbilanz , in der die Input- und Output-Ströme ermittelt werden (auch bezeichnet als Input-Output-Analyse ), einschließlich der Ermittlung weiterer Daten wie z.B. Umlaufzahlen bei Verpackungen, Wiederverwendungsquoten von Materialien, Auslastung von Transportmitteln. 230 In der dritten Phase , der Wirkungsabschätzung , werden eine Zuordnung der Sachbilanzergebnisse zu den Wirkungskategorien und eine Berechnung der Werte der Wirkungsindikatoren vorgenommen. 231 In der vierten Phase erfolgt die Auswertung , d.h. die vergleichende Bewertung verschiedener Dienstleistungen bzw. Produkte oder die Bewertung einer Dienstleistung bzw. eines Produktes bezüglich der Umweltverträglichkeit. Hier sollen Parameter bzw. Auswirkungen hinsichtlich ihres Beitrages auf die Umweltauswirkungen, eventuelle Dominanzen und Einflüsse auf das Ergebnis ermittelt und beurteilt werden. In diesem Schritt erfolgt auch eine Beurteilung u.a. hinsichtlich Vollständigkeit, Sensitivität, Konsistenz, möglicher Fehler und Schwankungen und der Qualität der Daten in allen drei zuvor durchgeführten Phasen , was als Sensitivitätsanalyse bezeichnet wird. Danach sind Schlussfolgerungen zu ziehen, auch hinsichtlich der gemachten Einschränkungen, und Empfehlungen zu geben. Da in der Regel ein Produkt nicht bei allen Umweltauswirkungen geringere Wirkungen aufweist als ein Vergleichsprodukt, ist eine vergleichende Bewertung von Dienstleistungen bzw. Produkten derzeit immer noch problematisch. 232 Wenn Produkte in einem oder mehreren Aspekten weniger umweltbelastend sind als Vergleichsprodukte, können die Unternehmen dafür besondere umweltbezogene (Produkt) Kennzeichnungen (synonym: Label, Öko-Label ) erhalten. Solche Kennzeichnungen liegen mittlerweile nahezu in allen Branchen und für eine Vielzahl von Produkten vor, z.B. Der Blaue Engel, Bioland, FSC. Verschiedenste Organisationen vergeben diese Label und die Vergabe der Kennzeichnungen basiert 230 Dies bedeutet die Erstellung einer vollständigen Energie- und Massenbilanz . Daten zu Ökobilanzen für einzelne Materialien bzw. Prozesse finden sich u.a. in: http: / / iinas.org/ gemis-de.html und http: / / www.gemis.de/ g44handbuch.07.pdf und in Ökobilanzsoftware wie z.B. GaBi (siehe https: / / sphera.com/ de/ life-cycle-assessment-lca-software/ ). 231 Sachbilanzergebnisse wären z.B. Output an CO 2 (kg) und CH 4 (kg), die dann zum Wirkungsindikator „Klimarelevanz“ zusammengefasst und als Klimaveränderungspotential (kg) angegeben werden. 232 ENGELFRIED (1994) entwickelte eine mögliche Lösung für diese Bewertungsprobleme . Zur Vereinfachung der Bewertung werden häufig sog. „ Single Index-Werte “ herangezogen, z.B. der Gesamtenergieeinsatz (in J), der Gesamtmaterialeinsatz bzw. der ökologische Rucksack (in kg), der ökologische Fußabdruck (in m 2 ), der CO 2 -Fußabdruck (in kg CO 2 bzw. CO 2 -Äquivalenten) oder der virtuelle Wassereinsatz (in l). Diese Single Index-Werte „verdichten“ alle Umweltauswirkungen auf eine Umweltauswirkung, und man geht davon aus, dass dieser Wert dann als richtungssicheres Maß (SCHMIDT-BLEEK, 1994) hinsichtlich der gesamten Umweltauswirkungen der Dienstleistung bzw. des Produktes gelten kann. Die für die Ökobilanz-Methode vorgeschlagene Optimierungsanalyse als weitere Phase, eine systematische Überprüfung hinsichtlich der Reduzierung der Umweltauswirkungen der Dienstleistung bzw. des Produktes, findet in DIN EN ISO 14040 und in DIN EN ISO 14044 keine Berücksichtigung. Insbesondere für das Ökodesign ist diese Optimierungsanalyse jedoch unerlässlich, z.B. hinsichtlich Kreislauffähigkeit der Produkte, verwendeter Materialien oder der Verminderung des Energieverbrauches. <?page no="195"?> Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten 181 auf Kriterien, anhand derer die gekennzeichneten Produkte sich von den anderen Produkten hinsichtlich der Umweltauswirkungen unterscheiden (z.B. energiesparend, wassersparend, ohne mineralische Düngemittel und ohne synthetische Pestizide hergestellt 233 ). Dabei ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Einhaltung der Kriterien zu einer deutlichen Reduzierung der Umweltauswirkungen des Produktes beiträgt, ob und wie die Einhaltung der Kriterien kontrolliert wird und wer die Kontrolle vornimmt. Übung 90: Präfixe von Einheiten Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die folgenden Präfixe (Vorsilben) ein, die den internationalen Standardeinheiten (m, s etc.) und ihren abgeleiteten Einheiten (J, W etc.) vorangestellt sein können. Wenden Sie dabei die Merktechnik Merksatz oder Kettenmethode oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  15 Minuten Quelle: Internationale Einheiten. Vorsilben größer als 1: k (kilo, 10 3 ) M (Mega, 10 6 ) (absolut: Mio) G (Giga, 10 9 ) (absolut: Mrd) T (Tera, 10 12 ) P (Peta, 10 15 ) E (Exa, 10 18 ) Vorsilben kleiner als 1: d (dezi, 10 -1 ) c (centi, 10 -2 ) m (milli, 10 -3 ) µ (mikro, 10 -6 ) (manchmal wird auch u statt µ verwendet) n (nano, 10 -9 ) p (pico, 10 -12 ) f (femto, 10 -15 ) a (atto, 10 -18 ) ergänzend: Prozent = 1/ 10 2 Promille = 1/ 10 3 ppm = parts per million = 1/ 10 6 233 In der biologischen (synonym: organischen ) Landwirtschaft werden im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft keine mineralischen (synonym: synthetischen, künstlichen ) Düngemittel , hauptsächlich Stickstoff-, Phosphat- und Kalium-Düngemittel (NPK-Düngemittel) sowie Mg- und Fe-Düngemittel, eingesetzt. Ebenso werden keine synthetischen Pestizide verwendet. <?page no="196"?> 182 Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten Übung 91: Größenordnungen 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Entscheiden, Urteilsfähigkeit Übungstyp: Entscheiden Aufgabe: Berechnen Sie (eventuell unter Zuhilfenahme von Notizen) die Größenordnungen und entscheiden Sie, welche der vorgegebenen Antworten richtig ist: a), b) oder c).  7 x 3 Minuten 1. In einem Umschlagslager wurden aus Versehen 4 kg Material von 40 Mg kontaminiert. Das sind: a. 1 Promille b. 10 ppm c. 100 ppm 5. Ca. 6 - 8 m 2 Solarzellen auf dem Hausdach liefern ca. 700 - 1.000 kWh/ a Strom. Um ein 200 MW Kohlekraftwerk zu ersetzen (setzen Sie 7 m 2 und 1.000 kWh/ a an) benötigt es: a. ca. 1.120 ha Fläche b. ca. 112 ha Fläche c. ca. 1,12 km 2 Fläche 2. 1 ml Wasser enthält 5 mg Schadstoff. Wenn man diese Wassermenge mit 1.000 l Wasser verdünnt, liegt die Konzentration bei: a. ca. 5 ng/ g b. ca. 5 ng/ kg c. ca. 5 µg/ g 6. Die Dichte von Erdreich (Boden) liegt bei ca. 1,5 g/ cm 3 . Auf einem ehemaligen 1 ha großen Außenlager sind die obersten 2 m Erdreich als Altlast festgestellt worden. Das sind: a. 3.000 t Boden b. 30.000 Mg Boden c. 300.000 kg Boden 3. Ein PKW emittiert derzeit ca. 120 g CO 2 / km. Bei ca. 45 Mio PKW in Deutschland und ca. 10.000 km Fahrleistung pro PKW und Jahr sind das: a. 5,4 Mio t CO 2 / a b. 0,054 Mrd t CO 2 / a c. 540.000 kg CO 2 / a 7. Der ökologische Rucksack bei Gold liegt bei 300.000 t/ t. Ein Goldring von 20 g hat einen Rucksack von: a. 6 kg b. 600 kg c. 6 Gg 4. Eine Schnecke kriecht über eine Straße. Sie schafft ca. 2 mm pro Sekunde. Ihre Geschwindigkeit ist: a. 7,2 m/ h b. 0,72 km/ h c. 7,2 dm/ h <?page no="197"?> Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten 183 Übung 92: Größenordnungen 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Entscheiden, Urteilsfähigkeit Übungstyp: Entscheiden Aufgabe: Berechnen Sie (eventuell unter Zuhilfenahme von Notizen) die Größenordnungen und entscheiden Sie, welche der vorgegebenen Antworten richtig ist: a), b) oder c).  7 x 3 Minuten 1. Ein Stück Würfelzucker (ca. 5 cm 3 ) wiegt 3 Gramm. Wenn man es in ein Schwimmbad wirft (50 m lang, 20 m breit, 2 m tief), liegt die Konzentration bei: a. 1,5 ng/ l b. 0,015 mg/ l c. 1,5 µg/ l 5. Eine Gaspatrone mit einem Volumen von 2 dm 3 platzt in einer Werkshalle (200 m lang, 40 m breit, 5 m hoch). Die durchschnittliche Konzentration von Gas in der Atemluft liegt bei: a. 0,05 Promille b. 5 ppm c. 0,05 ppm 2. In einem Handy sind ca. 30 mg Gold enthalten. Bei ca. 90 Mio Handys in Deutschland sind das: a. 270 kg Gold b. 2,70 t Gold c. 27,0 t Gold 6. Der Emissionsgrenzwert von SO 2 / SO 3 liegt je nach Feuerungsanlage und Brennstoff bei ca. 200 mg/ m 3 . Bei einer Emission von 50.000 m 3 / h sind das pro Tag: a. 24.000 g/ d b. 2,4 to/ d c. 240 kg/ d 3. Aus einem Tank eines Ausflugsschiffes tropft Öl in einen See (3 km lang, 1 km breit, 8 m tief). Ein Tropfen (2 - 3 mm Durchmesser) wiegt zwischen 0,005 - 0,03 g. Bei 0,02 g und 12.000 Tropfen ergibt sich eine Konzentration von: a. 0,01 mg/ l b. 10 ng/ l c. 1 µg/ l 7. Wasserlinsen verdoppeln ihre Blattfläche bei günstigen Wachstumsbedingungen jeden Tag. Nach 24 Tagen sind 500 m 2 eines 1.000 m 2 großen Teiches bedeckt. Der ganze Teich ist bedeckt nach: a. 25 d b. 50 d c. 75 d 4. 1.000 m 2 in einem 100 km 2 großen Landschaftsschutzgebiet wurden bebaut. Das sind: a. 0,1 Prozent b. 0,01 Promille c. 0,1 Promille <?page no="198"?> 184 Schritt 16: Umweltverträglichkeit bewerten Übung 93: Ökobilanz durchführen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe 1: Erstellen Sie für eine der zu vergleichenden Alternativen eine vereinfachte Ökobilanz, die nur die Umweltwirkung „Energieeinsatz“ untersucht. Welche der beiden Alternativen ist bezüglich des Energieverbrauches weniger umweltbelastend?  45 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz und reflektieren Sie weitere Umweltauswirkungen der jeweiligen Alternativen, die zusätzlich zum Energieeinsatz sehr umweltrelevant sind. An welchen Stellen könnte die Methode der Ökobilanz methodische Schwächen aufweisen?  15 Minuten Anmerkung: Hier wird nur ein Teil einer Ökobilanz durchgeführt, nämlich die Untersuchung ausschließlich des Energieeinsatzes. Gehen Sie systematisch anhand der Methode der Ökobilanz vor. Treffen Sie Annahmen und nehmen Sie notwendige Vereinfachungen vor, z.B. verzichten Sie auf das Einbeziehen von Recyclingquoten. Gehen Sie vereinfachend bei PP und bei PET von einem Energieeinsatz von 80 MJ/ kg aus, bei gebranntem Ton von 10 MJ/ kg, bei Eisen bzw. Stahl von 35 MJ/ kg, bei Glas von 15 MJ/ kg, bei Baumwolle von 25 MJ/ kg, bei Benzin von 40 MJ/ kg. Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Quelle: Richtwerte des Energieverbrauches nach verschiedenen Ökobilanzstudien; ausführlich ENGELFRIED (bereits 1994). Themen der vergleichenden Ökobilanz: 1. Glasmehrwegflasche (Glas) - Kunststoffeinwegflache (PET) 2. Keramiktrinkbecher (Ton) - Einwegplastiktrinkbecher (PP) 3. Baumwollbeutel - Plastiktüte (PP) 4. Rolex-Armbanduhr (Stahl) - Swatch-Armbanduhr (PP) (Uhrwerke bleiben unberücksichtigt) 5. ÖPNV - MIV. <?page no="199"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Lernziele ► Kriterien verstehen, die eine umweltverträgliche Dienstleistung bzw. ein umweltverträgliches Produkt ausmachen. ► Die Grundzüge einer ökologischen Entwicklung und Gestaltung von Dienstleistungen und Produkten, d.h. von Ökodesign, kennen und in der betrieblichen Praxis anwenden. ► Dienstleistungs-, Produkt- und Prozessinnovationen hinsichtlich deren Umweltverträglichkeit analysieren und bewerten. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 70 Minuten, Bearbeitung der Übungen 190 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 40 Minuten (gesamt: ca. 5 Zeitstunden). Aufgrund der zentralen Stellung von Dienstleistungserbringung bzw. Produktherstellung als Zweck eines Unternehmens, und auch wenn in einer (umwelt)wirkungsbezogenen Betrachtung die vielfältigen Umweltauswirkungen von Dienstleistungen bzw. Produkten den verschiedenen Umweltwirkungskategorien zugeordnet werden (müssen), wird die Dienstleistung bzw. das Produkt hier separat betrachtet. Zunächst wird beschrieben, welche Kriterien eine umweltverträgliche Dienstleistung bzw. ein umweltverträgliches Produkt zu erfüllen hat und welche Umweltmanagementgrundsätze einzuhalten sind, um eine umweltverträgliche Dienstleistung zu konzipieren bzw. ein umweltverträgliches Produkt zu gestalten. Anschließend wird die Vorgehensweise zur Umsetzung dieser Umweltmanagementgrundsätze, das ökologische Design, beschrieben. 17.1 Die umweltverträgliche Dienstleistung / das umweltverträgliche Produkt Bisher lag das Ziel von Umweltmanagementsystemen hauptsächlich in der Reduzierung bzw. Vermeidung von Umweltauswirkungen in den (Produktions)Prozessen , also am Produktionsstandort , häufig ergänzt um die Reduzierung bzw. Vermeidung der Umweltauswirkungen bei Transportprozessen. Betrachtet man jedoch Ergebnisse aus Ökobilanz-Studien, bedeuten der materielle Output der Produktion in Form der Produkte und die Nutzungsphase der Produkte (z.B. Emissionen beim Autofahren, Stromverbrauch im Betrieb, z.B. von Waschmaschinen) im Vergleich zur Produktion (deutlich) größere Umweltauswirkungen . Um diese Umweltauswirkungen zu reduzieren und zu vermeiden, kommt dem Prozess „ Dienstleistung bzw. Produkt planen “ bzw. „ Forschung und Entwicklung durchführen “ als Kernprozess im Unternehmen bzw. im Umweltmanagement eine zentrale Bedeutung zu, und daher ist die Konzeption der Dienstleistung bzw. die Gestaltung der Produkte , umfassend verstanden als Design, ein unerlässlicher Bestandteil eines Umweltmanagementsystems. Erst wenn neben der Produktion und der Logistik vor allem die Dienstleistungen und die Produkte nachhaltig sind, kann ein Umweltmanagementsystem als nachhaltig bezeichnet werden. <?page no="200"?> 186 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Produkte sind generell als materieller Bestandteil von Dienstleistungen zu betrachten, 234 die die Unternehmen den Kunden anbieten, also das Auto als Teil der Mobilitätsleistung, der Fernsehapparat als Informations- oder Unterhaltungsleistung usw. Damit dieser materielle Bestandteil nicht zu Umweltbeeinträchtigungen führt, sind die Produkte bzw. die Materialien in Kreisläufen zu halten und Umweltauswirkungen in der Nutzungsphase der Produkte möglichst zu vermeiden. Dann werden aus Produkten, nachdem sie nicht mehr genutzt werden (können), keine Abfälle mehr, sondern die Produkte bzw. deren Materialien bleiben Kreislaufmaterialien. Die Unternehmen überlassen die Produkte dem Nutzer letztlich nur zur Nutzung und nehmen sie anschließend zurück bzw. sie werden in Kreisläufen geführt. 235 Abfälle fallen nicht mehr bei Nutzern bzw. Konsumenten an, sondern nur noch in Unternehmen, d.h. bei der Produktion, bei der Aufarbeitung, bei der Kreislaufführung etc., also immer prozessbedingt. Abfälle sind nicht dienstleistungsfähige Produkte . Aus Sicht einer notwendigen Schließung von Kreisläufen zur Vermeidung von Materialverlusten (und der damit verbundenen Ressourcenabnahme und der Umweltauswirkungen) können prinzipiell drei Arten von Produkten unterschieden werden , die nutzenstiftend sind und Dienstleistungen erbringen können: 236  Verbrauchsprodukte sind Produkte, die nach der Nutzung in die Umwelt gelangen, z.B. Seifen, Waschmittel, Baumwolltextilien. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie nach ihrer Nutzung biologisch abgebaut werden können, z.B. in einer Kläranlage oder in einer Kompostierungsanlage. Auch wenn sie eventuell wiederverwertet werden (z.B. Baumwolltextilien), gelangen sie aber irgendwann wieder in die Umwelt. So können biologische Kreisläufe geschlossen werden.  Gebrauchsprodukte führen bei einem Eintrag und bei einem Verbleib in der Umwelt in der Regel zu Schädigungen, z.B. Computer, Fernseher, Autos, Möbel. Die Gebrauchsprodukte müssen also nach der Nutzung so behandelt werden, dass sie oder ihre Materialien wieder möglichst vollständig im bisherigen Anwendungsbereich eingesetzt werden können (also Wiederverwendung, Wiederverwertung). Somit verbleiben die Produkte bzw. die Materialien, nachdem sie der Umwelt in Form von Erzen etc. entnommen wurden, als Kreislaufmaterialien in technischen Kreisläufen . 237  Intermediärprodukte werden in der Wertschöpfungskette weiterverarbeitet und aus ihnen werden dabei Ver- oder Gebrauchsprodukte, z.B. Ethylen, das zu Polyethylen wird, das dann ein Gebrauchsprodukt für technische Kreisläufe darstellt. Als umfassender Umweltmanagementgrundsatz gilt: Umweltverträgliche Dienstleistungen bereitbzw. umweltverträgliche Produkte herstellen. Das bedeutet: Die Produkte, einschließlich der Verpackungen, 238 gehen entweder in biologische Kreisläufe ein ohne Störungen zu verur- 234 ENGELFRIED (1994: 16ff). 235 „ Access “, d.h. die Nutzungsmöglichkeit von bzw. der Zugang zu Produkten, wird daher zukünftig für die Konsumenten entscheidend sein, nicht mehr das physische Eigentum an Produkten (vergleiche RIFKIN, 2007). 236 Siehe BRAUNGART/ ENGELFRIED (1992) und BRAUNGART/ MCDONOUGH (2014). 237 Ob ein Produkt als Verbrauchsprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen oder als Gebrauchsprodukt, das in technischen Kreisläufen verbleibt, zu gestalten ist, muss durch die Erstellung einer Ökobilanz geklärt werden. 238 Verpackungen schützen bzw. sichern das Produkt gegen Mengenverlust, Verunreinigung, Klimaeinflüsse, Beschädigung bei Transport bzw. Lagerung, und die Umwelt vor umweltgefährdenden Produkten. Sie haben eine Lager- und Transportoptimierungssowie Rationalisierungsfunktion, bestimmen die Verkaufseinheit, sind Identifikation und Selbstpräsentation am Point-of-sale als Medium der Verkaufsförderung und sollen die Nutzung des Produktes erleichtern, auch als Qualitätsmerkmal für das Produkt bzw. der Marke. Verpackungen bestehen aus Packmittel und Packhilfsmittel. Das Packmittel ist ein Erzeugnis, z.B. ein Beutel, eine Dose, ein Fass, eine Flasche, ein <?page no="201"?> 17.1 Die umweltverträgliche Dienstleistung / Das umweltverträgliche Produkt 187 sachen, oder sie verbleiben in technischen Kreisläufen im bisherigen Anwendungsbereich, 239 und die Produkte werden über ihren gesamten Lebenszyklus , von der Materialgewinnung über die Nutzung bis zur Kreislaufschließung, möglichst ressourcenschonend, d.h. mit möglichst geringem Material-, Energie-, Wasser- und Flächenverbrauch, und möglichst emissionsarm hergestellt, genutzt und im Kreislauf geführt. Daraus abgeleitet gelten für umweltverträgliche Dienstleistungen bzw. für deren materiellen Bestandteil, den Produkten , folgende Umweltmanagementgrundsätze gelten: 240  Verbrauchsprodukte sind biologisch abbaubar, d.h. dass für sie biologisch abbaubare Materialien zu verwenden sind,  Verbrauchsprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen,  Gebrauchsprodukte sind wiederverwendbar oder wiederverwertbar, d.h. dass für sie Materialien zu verwenden sind, die nach der Nutzungsphase des Produktes in technischen Kreisläufen möglichst im bisherigen Anwendungsbereich genutzt werden können, 241  für Intermediärprodukte gilt entweder der Ansatz des Verbrauchsproduktes oder der des Gebrauchsproduktes, je nachdem, zu welcher Produktart sie weiterverarbeitet werden,  höhere Nutzungsdauer erzielen durch Erhöhung der Haltbarkeit, durch patinafähige Oberflächen, durch ein möglichst zeitloses ästhetisches Design sowie ein modernisierungsgerechtes (synonym: innovationsgerechtes), reparaturgerechtes und instandhaltungsgerechtes Design,  Produkte und Verpackungen mit weniger Material verwenden , z.B. Materialdicke und Gewicht reduzieren, und die Materialvielfalt verringern, um die Wiederverwertbarkeit und Wiederverwendbarkeit zu erhöhen,  Materialien mit kleinem ökologischen Rucksack , mit kleinem ökologischen Fußabdruck und mit kleinem virtuellen Wasserverbrauch verwenden,  Umverpackungen vermeiden und andere Gebindeformen verwenden,  eine ressourcenschonende und emissionsarme, einschließlich lärmarme und wenig flächenverbrauchende Distribution bei Ver- und Gebrauchsprodukten sowie Redistribution bei Gebrauchsprodukten umsetzen,  biologische Kreislaufführung für Verbrauchsprodukte gewährleisten,  technische Kreislaufführung für Gebrauchsprodukte nach der Nutzungsphase möglichst im bisherigen Anwendungsbereich gewährleisten, z.B. durch unternehmensspezifische Rücknahmekonzepte (z.B. Pfandsysteme),  andere Nutzungsformen der Produkte umsetzen, um eine höhere Auslastung und intensivere Nutzung der Produkte zu gewährleisten, u.a. Produktsharing-Konzepte , intensivere Nutzung der Produktionsanlagen, z.B. als 3-Schicht-Betrieb, Sack etc., das aus Packstoff besteht, z.B. Polyethylen, Weißblech, Glas etc. Packhilfsmittel sind Hilfsmittel, die zusammen mit dem Packmittel zum Verpacken dienen, z.B. Verschließhilfsmittel (Dichtungsringe, Clips, Spannringe etc.), Ausstattungs-/ Kennzeichnungs-/ Sicherungsmittel (Plomben, Siegel, Etiketten etc.), Polstermittel (z.B. Eckenpolster, Holzwolle) etc. Das Packgut ist das einzupackende Produkt. Eine Verpackung kann entweder als eigenständiges dienstleistungsfähiges Produkt oder als Bestandteil des marktfähigen Produktes bzw. der Dienstleistung betrachtet werden. 239 Die Schließung von biologischen und technischen Kreisläufen bedeutet die Sicherstellung von Effektivität im Gegensatz zur ausschließlichen Erhöhung der Materialeffizienz. Dies ist eine Forderung für ein nachhaltiges Umweltmanagement. 240 Nach ENGELFRIED (2011: 105-108). 241 Dies bedeutet, das Potential zur Schließung von hochwertigen technischen Kreisläufen, d.h. die Kreislauffähigkeit der Materialien , zu gewährleisten. Alle Ziele sind auch auf die im Marketing eingesetzten Produkte wie Prospekte, Kataloge, Werbegeschenke etc. zu übertragen. <?page no="202"?> 188 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten  Materialverbrauch der Produkte in der Nutzungsphase reduzieren und Materialeffizienz in der Nutzungsphase erhöhen,  Flächen(neu)verbrauch bei der Nutzung vermeiden und Flächengebrauch in der Nutzungsphase reduzieren,  Wasserverbrauch der Produkte in der Nutzungsphase senken,  nicht regenerative durch regenerative Energieträger in der Nutzungsphase ersetzen und Energieverbrauch der Produkte in der Nutzungsphase reduzieren und Energieeffizienz in der Nutzungsphase erhöhen,  Emissionen in der Nutzungsphase senken, einschließlich Gerüchen und elektromagnetischer Strahlung, keine mutagenen, kanzerogenen und teratogenen Stoffe und keine radioaktive Strahlung in der Nutzungsphase emittieren, keine Viren, Bakterien etc. und nicht endemische Tier- und Pflanzenarten freisetzen, Lärm bei der Nutzung reduzieren, und das Risiko des Ausfalls bzw. eines Störfalls und die Wirkungen eines Ausfalls bzw. Störfalls reduzieren,  ein umweltverträgliches Verhalten bei der Produktnutzung umsetzen durch Information der Kundinnen und Kunden und durch Kundendienst. Diese Umweltmanagementgrundsätze führen auch dazu, dass die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus des Produktes einschließlich der vorgelagerten Produktstadien minimiert werden, weil bereits dort kreislauffähige Stoffe eingesetzt werden, die Kreislauffähigkeit von Stoffen generell erhöht wird, ressourcenschonende und emissionsarme Einsatzstoffe und Vorprodukte beschafft werden etc. Deshalb stellen diese Umweltmanagementgrundsätze auch die Grundsätze des ökologischen Designs dar. Um nachhaltige Dienstleistungen bzw. Produkte zu erreichen, sind die Produkte in biologischen bzw. in technischen Kreisläufen zu führen, und die Materialeffizienz sollte über den gesamten Lebensweg, einschließlich der Nutzungsphase, um vier bis sechs Prozent pro Jahr erhöht werden - langfristig ist eine Steigerung um den Faktor 10 anzustreben. Verbrauchsprodukte sind aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Über den gesamten Lebensweg, auch in der Nutzungsphase, sollte der Ersatz von nicht regenerativen durch regenerative Energieträger bei drei bis fünf Prozent pro Jahr liegen. Die Verwendung nicht regenerativer Energieträger und die CO 2 - Emission aus fossilen Energien über den gesamten Lebensweg, auch in der Nutzungsphase, sollten bis zum Jahr 2050 auf Null reduziert werden. Die Energieeffizienz sollte um drei bis fünf Prozent pro Jahr gesteigert werden. Die Reduktion der CH 4 -Emission um 80 bis 90 % (ausgedrückt in CO 2 - Äquivalenten), die Reduktion der SO 2 - und der NH 3 -Emissionen um 80 bis 90 %, und die Reduktion der NO x - und VOC-Emission jeweils um 80 % sollte möglichst schnell erreicht werden. 242 17.2 Ökologisches Design Die Umweltmanagementgrundsätze für die Konzeption einer umweltverträglichen Dienstleistung bzw. eines umweltverträglichen Produktes sind in der Forschung und Entwicklung anzuwenden, d.h. sie liegen dem ökologischen Design zugrunde. Ökologisches Design (synonym: Ökodesign , umweltverträgliche Produktentwicklung) ist eine systematische und umfassende Vorgehensweise der Konzeption der Dienstleistung bzw. der Produktgestaltung , um alle von einer Dienstleistung bzw. von einem Produkt ausgehenden Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus des Produktes zu reduzieren bzw. auszuschließen, also von der Herstellung der 242 Siehe SCHMIDT-BLEEK (1994) und BUND/ MISEREOR (1996: 80). <?page no="203"?> 17.2 Ökologisches Design 189 Rohmaterialien über die Produktion und die Nutzung bis zur Kreislaufschließung. 243 Gestaltung ist dabei umfassend zu verstehen und beinhaltet die Forschung und Entwicklung, die formgerechte und funktionale Gestaltgebung, die Materialauswahl, die Produktions- und Transportplanung, die Konzeption der Kreislaufführung etc. Die Vorgehensweise des ökologischen Designs erfolgt in sechs Schritten . 244 Im ersten Schritt ist die (Dienst)Leistung , die den Kunden und Kundinnen bereitgestellt werden soll, bzw. die Funktion des Produktes bzw. der Nutzen, der Kernnutzen, festzulegen, der durch das Produkt erfüllt werden soll. Dieser Produktnutzen sollte z.B. erhöht werden durch Gewährleistung einer Multifunktionalität (z.B. Tourenfahrrad anstatt Rennrad) oder dem Angebot einer Weiternutzungsmöglichkeit (z.B. Senfglas als Trinkglas). Deutlich erhöht werden kann er, wenn die Möglichkeit des Produktsharing vorgesehen wird, d.h. die Möglichkeit zum gemeinsamen Nutzen bzw. zum Teilen von Produkten. Bekannt geworden ist diese Form der Produktnutzung durch Sharing von Autos (Carsharing) in Großstädten. Sie wird mittlerweile bei sehr vielen Produkten umgesetzt, z.B. bei Fahrrädern, Elektrorollern, Bohr-, Waschbzw. Haushaltsmaschinen, Baumaschinen, Abendkleidung, Rasenmäher, Yachten und auch bei Wohnungen (z.B. durch Initiativen wie Couchsurfing oder Bed-and-Breakfast). Werden die (Gebrauchs)Produkte dem Nutzer für die Zeit der Nutzung überlassen und dann wieder dem Unternehmen zurückgegeben, bleibt das Unternehmen also Eigentümer der Produkte, spricht man auch von umweltbezogenen Produktleasing-Konzepten (synonym: Öko-Leasing ). Eine intensivere Nutzung von Produktionsanlagen kann dadurch ebenfalls erreicht werden, z.B. im 3-Schicht-Betrieb. 245 Im zweiten Schritt wird festgelegt, welche Produktart das Produkt sein soll, d.h. für welche Kreisläufe das Produkt designed ist: Als Verbrauchsprodukt für biologische Kreisläufe, als Gebrauchsprodukt für technische Kreisläufe oder als Intermediärprodukt , das dann zu einem Verbrauchsprodukt oder einem Gebrauchsprodukt mit seinem entsprechenden Kreislauf wird. Besteht ein Produkt aus Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien, ist es in jedem Fall ein Gebrauchsprodukt, das nach der Nutzung demontiert werden muss, damit die verschiedenen Materialien in den jeweiligen Kreisläufen verbleiben können. Es gilt somit beim ökologischen Design nicht mehr der Ansatz, ein Produkt von der Wiege bis zur Bahre, d.h. von der Herstellung der Rohstoffe bis zur Entsorgung des Produktes ( Cradle-to-grave ), zu betrachten, sondern es gilt heute das Konzept, das Produkt von der Wiege bis zur Wiege zu betrachten, d.h. einschließlich einer systematischen Schließung von technischen und biologischen Kreisläufen ( Cradle-to-cradle ). 246 243 Allgemein wird als Ziel von Ökodesign ein Produkt verstanden, das gegenüber einem anderen, funktionsgleichen Produkt geringere Umweltbeeinträchtigungen über den gesamten Lebenszyklus aufweist. Diese Sichtweise wird hier nicht weitergeführt, da sie den Begriff „Umweltverträglichkeit“ bzw. „umweltverträgliches Produkt“ relativiert und eigentlich „weniger umweltbelastend“ meint. Eine umfangreiche Definition eines „umweltverträglichen Produktes“ einschließlich Kriterien zur Überprüfung der Umweltverträglichkeit gibt ENGELFRIED (1994). Die Berücksichtigung von ethischen Aspekten beim Ökodesign, wie gerechte Entlohnung, fairer Handel, keine Kinderarbeit etc., ist nicht Teil der Umweltverträglichkeit, sondern der sozialen Gerechtigkeit. 244 Ausführungen zu Produktentwicklung, zum Produktdesign, zu ökologischem Design, zum Konstruieren etc. siehe z.B. EHRLENSPIEL/ MEERKAMM (2013), HOPFENBECK/ JASCH (1996), KALWEIT/ PAUL/ PETERS/ WALLBAUM (2012), SCHMIDT-BLEEK/ TISCHNER (1995). In der sog. Ökodesign-Richtlinie wird ausschließlich der Energieverbrauch betrachtet (siehe Richtlinie EG 2009/ 125/ EG). Deutlich darauf hinzuweisen ist, dass (die üblicherweise) geplante Obsoleszenz (d.h. das Ungebräuchlichwerden bzw. das Kaputtgehen), u.a. der Einbau von Sollbruchstellen oder eine hohe Verschleißneigung, dem Aspekt der Langlebigkeit der Produkte entgegenstehen und zu vermeidbarem Abfallaufkommen und unnötigem Materialverbrauch beiträgt. 245 Unternehmen können auch übergeordnete Problemlösungsstrategien als Nutzen „verkaufen”, z.B. Pestizidservice, Mobilitätsdienst, Systemlösungen. 246 Siehe ausführlich BRAUNGART/ MCDONOUGH (2014). <?page no="204"?> 190 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Im dritten Schritt erfolgt die Auswahl umweltverträglicher Materialien , u.a.  biologisch abbaubare Materialien für Verbrauchsprodukte , die aus regenerativen Materialien hergestellt werden,  wiederverwendbare bzw. wiederverwertbare Materialien für Gebrauchsprodukte (einschließlich der Verbindungselemente),  reduzierte Werkstoffvielfalt zur leichteren Wiederverwertung, v.a. der Metallsorten, der Kunststoffsorten, der Keramiken, der Halbleitermaterialien,  emissionsarme und ressourcenschonende Materialien , d.h. auch Materialien mit einem kleinen ökologischen Rucksack, mit einem kleinen ökologischen Fußabdruck und mit einem kleinen virtuellen Wasserverbrauch, 247  schadstoffarme Materialien , z.B. keine cadmiumhaltigen Farben und Schrauben, keine bleihaltigen Lagermetalle, keine halogenierten Materialien,  weiteres, u.a. wertvolle Werkstoffe für möglichst viele Wiederverwendungszyklen, z.B. Stahlbleche statt verschiedenartiger Kunststoffe, Thermoplaste, die sortenrein eingeschmolzen und als Recyclate erneut zu technisch hochwertigen Kunststoffprodukten weiterverwendet werden können, Stoffe, für die Werkstoffverträglichkeit nachgewiesen ist, möglichst keine Fremdverstärkungen oder Verbundmaterialien, Vermeidung von bestimmten Beschichtungen, Zusätzen und Verbundwerkstoffen, Verwendung korrosionsbeständiger Werkstoffe statt galvanischer Überzüge. Hinzu kommt, dass die verwendeten Materialien gekennzeichnet werden sollen zur leichteren Wiederverwertung, möglichst derart, dass die Kennzeichnungen automatenlesbar sind. Im vierten Schritt wird die Konstruktion geplant bzw. das Produkt gestaltet , u.a.  dematerialisiert , d.h. Materialminimierung, Verkleinerung der Produkte (Zielkonflikt zu Demontagefähigkeit), Nutzung der Mikro- und Nanotechnik (Zielkonflikt zu Demontagefähigkeit), Lebensdauererhöhung (Zielkonflikt zu Produktinnovationen), Verwendung hochwertiger Werkstoffe (z.B. korrosionsbeständiger Werkstoffe), Robustheit/ Zuverlässigkeit, 248  demontagegerecht bei Gebrauchsprodukten mit dem Ziel automatisierter Demontagemöglichkeit durch demontagerechte Konstruktion, Reduktion der Bauteile, Standardisierung, Vermeidung von Verklebungen und Verschweißungen, hierarchische Baustruktur etc.,  mit der Möglichkeit zur Wiederverwendbarkeit einzelner Bauteile (nach Aufarbeitung) bei Gebrauchsprodukten, u.a. durch wiederverwendbare Module, die leicht austauschbar sind, durch Verstärkung von mechanisch belasteten Stellen,  reparatur- und instandhaltungsgerecht bei Gebrauchsprodukten, u.a. durch leichte Austauschbarkeit von Bauteilen, verstärkter Einsatz der Modulbauweise, neue Verbindungstechniken und Standardisierung von Bauteilen, Hervorheben von Wartungsstellen und guter (Wartungs)Zugang,  modernisierungsgerecht (innovationsgerecht) bei Gebrauchsprodukten,  emissionsarme und ressourcenschonende Nutzungsphase ,  ästhetisch „zeitlos“ , wodurch ein schneller Produktaustausch aus modischen Gründen vermieden werden soll. Im Zusammenhang mit einer zeitlosen Ästhetik wird häufig der Begriff patinafähig verwendet, der bedeutet, dass Oberflächen und Produkte so gestaltet werden, dass sie durch Gebrauchsspuren nicht frühzeitig veralten und zu Abfall werden. 247 Vergleiche WENZEL/ SIEGMANN (2009). 248 Hier können die exemplarisch aufgeführten Zielkonflikte auftreten. Aufgabe des Designs ist es, diese zu erkennen und eine Lösung zu erarbeiten, damit diese Konflikte nicht zu Umweltauswirkungen führen, z.B. zu Materialverlusten und Emissionen, wenn eine Kreislaufführung der Materialien nicht möglich ist. <?page no="205"?> 17.2 Ökologisches Design 191  bionisch , 249 d.h. an Naturprinzipien angelehnt . 250 Bei manchen Produkten sollte eine Selbststeuerung und Selbstoptimierung geplant werden, z.B. die Regulierung von Verbrauchsmaterialien (Energie, Waschmittel, etc.), das „intelligente Haus“. Zudem sind aussagefähige Gebrauchsanweisungen, eine Deklaration der Inhaltsstoffe und eine korrekte, nicht irreführende Produktbezeichnung notwendig, z.B. bei Lebensmitteln. Im fünften Schritt wird der Produktions-/ Demontage-/ Kreislaufführungsprozess (einschließlich der Gebäude und der Anlagen) geplant, der v.a. emissionsarm und ressourcenschonend sein soll und ein geringes Störfallrisiko (einschließlich geringer Störfallauswirkungen) aufweisen soll. Dieser Schritt erfolgt meist parallel zur Konstruktion und zum Design des Produktes. Im sechsten Schritt wird die Logistik bzw. der Vertrieb, sowie Service bzw. Reparatur , geplant. Er hat u.a. emissionsarm und ressourcenschonend zu erfolgen, mit geringer Störfallanfälligkeit und mit geringen Störfallauswirkungen und einschließlich eines Logistikkonzeptes zur Kreislaufschließung mit Rücknahme-/ Rückgabesystem. In engem Zusammenhang zum Produkt steht die Verpackung . Die Vermeidung von Verpackungen (z.B. Verzicht auf Umverpackungen) und die Verringerung von Verpackungsmaterial bzw. die Verwendung von wiederverwendbaren Verpackungen (Mehrwegverpackungen) oder wiederverwertbaren Verpackungen bzw. biologisch abbaubaren Verpackungen sind umzusetzen. Für Verpackungen gelten die gleichen umweltbezogenen Designvorgaben wie für die Produkte, d.h. eine Verpackung ist wegen der notwendigen Kreislaufschließung entweder als Verbrauchs- oder als Gebrauchsprodukt auszuführen. Es sind emissionsarme und ressourcenschonende Verpackungsmaterialien auszuwählen und möglichst ein einziges, wiederverwendbares bzw. wiederverwertbares Verpackungsmaterial. Um von der Anwendung von Ökodesign zu einer Anwendung von aus Umweltsicht Nachhaltigkeitsdesign zu gelangen, sind die Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Dienstleistung bzw. ein nachhaltiges Produkt , inklusive einer nachhaltigen Verpackung , anzuwenden. 249 Die Disziplin im ökologischen Design, die Phänomene aus der Natur untersucht und in technische Lösungen überträgt, wird als Bionik bezeichnet. Bionik ist ein Kunstwort aus „Biologie“ und „Technik“. Ausführlich bei NACH- TIGALL (2012), NACHTIGALL/ WISSER (2013), UMWELTSTIFTUNG WWF (1991). Eine Nachahmung der Natur wird auch als Biomimikry bezeichnet, z.B. die technische Speicherung von Sonnenlicht analog der Photosynthese. 250 Weitere Designanforderungen liegen für spezielle Produkte vor, z.B. ausleergerecht bei Verpackungen etc. <?page no="206"?> 192 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Übung 94: Folgen umweltverträglicher Produkte Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Anwenden einer Merktechnik Aufgabe: Prägen Sie sich die wesentlichen umweltbezogenen und sozioökonomischen Folgen umweltverträglicher Produkte ein. Diese Folgen sind bedingt durch die Rücknahme von Gebrauchsprodukten und ihre konsequente Kreislaufführung in technischen Kreisläufen sowie die Kreislaufführung von Verbrauchsprodukten in biologischen Kreisläufen. Wenden Sie dabei die Merktechnik Loci-Methode oder Merksatz oder eine andere Merktechnik an, je nachdem, welche für Sie am besten geeignet ist.  30 Minuten Anmerkung: Das Einprägen der Reihenfolge ist zwar sinnvoll, aber nicht notwendig. Quelle: Nach ENGELFRIED (2011: 108). Umweltbezogene und sozioökonomische Folgen umweltverträglicher Produkte: 1. Vermeidung von Hausabfällen und von hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen, 2. Verringerung von produktionsspezifischen Abfällen, 3. Senkung des Material- und Rohstoffeinsatzes, 4. Verminderung der Anzahl eingesetzter Stoffe, 5. Verringerung der Emissionen und des Abwassers, 6. Energieeinsparung, 7. Aufhebung der Trennung von Produktions- und Recyclingwirtschaft, 8. Entwicklung hochwertiger Kreislaufmaterialien für technische Kreisläufe, 9. Entwicklung hochwertiger biologischer Kreislaufmaterialien, 10. Schaffung neuer Märkte durch ökologische Produktkonzepte bzw. durch Systemdesign, 11. Wertschätzung statt Wegwerfmentalität, 12. Einhaltung des Verursacherprinzips und Umsetzung des marktwirtschaftlichen Prinzips, 13. Entstehung regionalisierter Märkte, 14. Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen, 15. Verringerung der Abhängigkeiten im Welthandel. <?page no="207"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 193 Übung 95: Prinzipien des ökologischen Designs Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung Übungstyp: Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter. Der erste Buchstabe des Wortes bleibt unverändert.  30 Minuten Quelle: Aus ENGELFRIED (2011: 213-216). Prinzipien des ökologischen Designs: 1. Ä E I C H T T S S H _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Z I S E L O T _ _ _ _ _ _ _ 2. B H I C O S L G I O _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ A R A A B U B B _ _ _ _ _ _ _ _ 3. B N I H S I O C _ _ _ _ _ _ _ _ 4. D T I E A E S E A T R R I M I L _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 5. D E R G M H T G C A E T E E N O _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 6 . E N A E M M S I O S R S I _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ und R N C U E E H O N O E S N R E D S S C _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Materialien 7. M G G T D N E N S H E R E U E I R C R I S O _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 8 . R R U E G A E E A R C T R H T P _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 9 . E I R N S S S M O I A E M _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ und R D O E S S N C R N U N E E S O E C H _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Nutzungsphase 1 0 . S M F O A C F R T D E A H S _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Materialien 1 1 . W N A E D W E V I D E B R R E R _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1 2 . W R E I R E R V E D T R A B E W _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ <?page no="208"?> 194 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Übung 96: Bionik und ökologisches Design Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen Übungstyp: Zuordnen Aufgabe: Ordnen Sie den folgenden technischen Erfindungen das Vorbild bzw. das Phänomen in der Natur zu. Kennen Sie weitere Beispiele?  15 Minuten Quelle: NACHTIGALL (2012: passim), NACHTIGALL/ WISSER (2013: passim), Umweltstiftung WWF (1991: passim); nach einer Idee von FRIESE (2014). Vorbild bzw. Phänomen in der Natur: aufgeschlagenes Körpersekret von Arten tropischer Baumfrösche | Beuteortung der Texas- Klapperschlange | Blätter der Lotuspflanze | Früchte der Wiesenklette | Füße des Höckerschwans | Gecko-Lamellen (an den Zehenspitzen) | Grabschaufeln von Maulwürfen | Haut von Haifischen | Konstruktionsformen von Skeletttierchen | Orientierung bei Fledermäusen | Samen des Ahornbaums | Saugnäpfe bei Kraken/ Tintenfischen | Schnauze von Delfinen | Schwingen des Adlers | Stachel von Bienen Nr. Technische Erfindung Vorbild bzw. Phänomen in der Natur 1 Schwimmanzug 2 Ultraschall-Orientierung im Raum (Sonar, Radar, Echolot) 3 Klettverschluss 4 Schwimmflossen 5 Rotorprinzip bei Hubschraubern 6 Fräsköpfe einer Tunnelbohrmaschine 7 Wellenteiler; Gestaltung des Schiffsbugs von z.B. Tankern, Kreuzfahrtschiffen etc. 8 Selbstreinigungseffekt bei Wandfarben, auch bei Textilien 9 Kanüle bei Spritzen 10 Schaumstoff, Styropor, Isolierung 11 Infrarot-Ortungsgeräte, Wärmebildkameras 12 Architektur, u.a. Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona 13 Tragflächengestaltung bei Flugzeugen 14 Haftung, z.B. Kletterschuhe 15 Gummisaugnapf zum Entfernen von Verstopfungen bei Toiletten Weitere Beispiele: _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="209"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 195 Übung 97: Umweltbezogene Kennzeichnungen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit dem EMAS-Logo für Umweltmanagement und mit anderen umweltbezogenen Kennzeichnungen. Prägen Sie sich diese ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Anmerkung: Die Logos sind in ihrer Schwarz-Weiß-Ausführung wiedergegeben. „EMAS“ und „Responsible Care“ sind keine Produktkennzeichnungen, also keine Label, sondern Kennzeichnungen für Unternehmen. „Der Grüne Punkt“ und die „Pfandpflicht-Kennzeichnung“ sind keine Kennzeichnungen im Sinne der Ausweisung eines besonders umweltschonenden Produktes, also keine Öko-Label, sondern geben lediglich an, dass die Produkte recycelt werden sollen. Quelle: Internetseiten der Organisationen, die die Kennzeichnungen vergeben, zeilenweise, von links nach rechts: Europäische Union (in: Verordnung (EG) Nr. 66/ 2010), Bio-Siegel Ökolandbau (www.oekolandbau.de), Forest Stewardship Council (https: / / ic.fsc.org/ en), Internationaler Herstellerverband tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren (www.ihtn.de), Umweltbundesamt (www.blauer-engel.de), Europäische Union (in: EMAS), Fair Trade Labelling Organizations International (www.fairtrade.net), Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie (www.oekotex.com), Duales System Deutschland (www.gruener-punkt.de) („Der Grüne Punkt“), Verband der Chemischen Industrie (www.vci.de) („Responsible Care“), Europäische Vegetarier Union (www.euroveg.eu), Deutsches Pfandsystem (www.dpg-pfandsystem.de) („Pfandpflicht-Kennzeichnung“). Umweltbezogene Kennzeichnungen: <?page no="210"?> 196 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Umweltbezogene Kennzeichnungen (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Sie sahen eine Graphik mit dem EMAS-Logo für Umweltmanagement und mit anderen umweltbezogenen Kennzeichnungen. Aufgabe 1: Berechnen Sie: 7 x 14, 8 + 15 + 43, 19 x 8, 405 - 77 - 4.  1 Minute Aufgabe 2: Notieren Sie Kennzeichnungen, die Sie erinnern.  4 Minuten Aufgabe 3: Skizzieren/ Zeichnen Sie vier davon und vergleichen Sie diese mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Erinnerte Kennzeichnungen: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Skizzen von Kennzeichnungen: <?page no="211"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 197 Übung 98: Umweltschutzbegriffe unterscheiden 4 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Unterscheiden Aufgabe: Benennen Sie bei den folgenden beiden Begriffen jeweils das wesentliche Unterscheidungskriterium, möglichst in einem Wort.  20 Minuten Beispiel: Modal Split  Energie-Mix, Unterscheidungskriterium: Betrachtungsgegenstand (Zusammensetzung der Verkehrsmittel bei einer Transportstrecke versus Zusammensetzung der Energieträger bei der Energiebereitstellung). Anmerkung: Bei einigen Begriffen sind auch mehrere Unterscheidungskriterien vorhanden. Nr. Begriff 1  Begriff 2 Unterscheidungskriterium 1 Ökobilanz  Umweltverträglichkeitsprüfung 2 Polyacrylpullover  Wollpullover 3 Baumwolltragetasche  Polypropylentragetasche 4 Benzinauto  Elektroauto 5 Carsharing  eigener PKW 6 Cradle-to-grave  Cradle-to-cradle 7 Ressourceneffizienz erhöhen um Faktor 10  Ressourceneffizienz erhöhen um 2 % 8 Null-Energie- Gebäude  Energie-Plus- Gebäude 9 konventionelle Arzneimittel  homöopathische Arzneimittel 10 vegane Ernährungsweise  konventionelle Ernährungsweise <?page no="212"?> 198 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Übung 99: Umweltschutzbegriffe ausschließen 4 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Zusammenhänge erkennen, Wortfindung Übungstyp: Ausschließen, Unterscheiden Aufgabe: Schließen Sie bei den folgenden fünf Begriffen den Begriff aus, der nicht zu den anderen vier Begriffen passt, und nennen Sie das Unterscheidungskriterium.  25 Minuten Beispiel: Erbse - Soja - Mais - Bohne - Linse; Lösung: „Mais“ wird vorwiegend als Kohlenhydratlieferant angebaut, nicht als Eiweißlieferant. Anmerkung: Bei einigen Begriffen gibt es auch zwei Möglichkeiten. Nr. Begriff 1 Begriff 2 Begriff 3 Begriff 4 Begriff 5 Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 Modal Split verändern Mitfahrgelegenheiten nutzen Routenplanung optimieren regional beschaffen Auslastung der Verkehrsträger erhöhen 2 Taxi Auto U-Bahn Bus Bahn 3 Schulung Notfallpläne Pausen einhalten redundante Sicherheitstechnik sichere Transporttechnik 4 Greenpeace Bündnis 90 / Die Grünen BUND Peta WWF 5 UNCED UNICEF WHO Weltbank FAO 6 VDMA VCI BDE ADFC VDA 7 EU-Bio- Siegel Demeter Der Blaue Engel Europäische Blume Der Grüne Punkt 8 bionisch wiederverwendbar demontagegerecht biologisch abbaubar weiterverwertbar 9 Leinenhemd Kokosschuhmatte Baumwoll-T- Shirt Seidenschal Hanfweste 10 Spanplatte Karton Papyrus Papier Sperrholz 11 Linoleumbelag Holzparkett PVC-Belag Korkbelag Wollteppich 12 Erlebnisbadbesuch Hotelübernachtung Flugreise Autofahrt Kinobesuch <?page no="213"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 199 Übung 100: Konzeption eines nachhaltigen Wirtschaftssystems auf Basis nachhaltiger Dienstleistungen bzw. Produkte Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Überlegen Sie, welche Anforderungen an den Umgang mit Gebrauchsprodukten, Verbrauchsprodukten und den nicht dienstleistungsfähigen Produkten in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu stellen sind. Welche Akteure im Wirtschaftssystem übernehmen für welche Produkte und welche Technologien welche Verantwortung?  30 Minuten Anmerkung: Denken Sie dabei u.a. an Fragen wie: „Wer produziert die Produkte? “ (Industrie, einschließlich rohstoffproduzierende Industrie, Landwirtschaft usw.), „Welche Technologien sind notwendig zur Kreislaufschließung und wer stellt sie zur Verfügung? “, „Welche Verantwortung kommt dem Nutzer (also dem Konsumenten) zu? Welche Rolle übernimmt der Staat? “. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Übung 101: „Öko-Leasing-System“ für Putzlappen („Putzlappen-Service“) entwickeln Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Entwickeln Sie ein „Öko-Leasing-System“ für einen „Putzlappen-Service“ mit allen beteiligten Akteuren. Wer stellt welche Dienstleistung (bzw. welche Produkte) im gesamten System zur Verfügung?  20 Minuten Anmerkung: Denken Sie dabei an alle beteiligten Akteure, u.a. Rohstoffherkunft, Maschinenproduktion, Nutzer der Putzlappen, Reinigung der Putzlappen etc. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. <?page no="214"?> 200 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten Übung 102: Reihenfolge bei ökologischem Design Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Reihenfolge memorieren Aufgabe: Der F&E-Leiter schreibt für das bevorstehende Meeting die Prinzipien des ökologischen Designs auf gelbe Zettel und heftet sie waagerecht an seine Pinwand. Stellen Sie sich die Prinzipien vor, merken Sie sich die Reihenfolge der Prinzipien und schreiben Sie diese danach auf.  10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt Reihenfolge: Zuerst heftet der F&E-Leiter den Zettel mit der Aufschrift „Produktart festlegen“ an die Pinwand. Danach nimmt er den zweiten Zettel „modernisierungsgerecht“ und heftet ihn rechts von seinem ersten Zettel. Links außen platziert er den Zettel mit der Aufschrift „bionisch“ und rechts davon den Zettel „demontagegerecht“. Links von seinem ersten Zettel fügt er den Zettel mit der Aufschrift „kreislauffähige Materialien“ ein. Zwischen „bionisch“ und „demontagegerecht“ heftet er den Zettel „reparatur- und instandhaltungsgerecht“. Den Zettel „emissionsarm und ressourcenschonend“ heftet er zwischen „Produktart festlegen“ und „modernisierungsgerecht“. Den Zettel „ästhetisch“ heftet er ganz am Schluss nach ganz rechts außen. <?page no="215"?> Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 201 Übung 103: Themen und Maßnahmen zum Umweltschutz und Umweltmanagement Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit Übungstyp: Merkübung, Kofferpacken Aufgabe: Zu den einzelnen Aufgaben beginnt eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer und nennt einen zum Thema passenden Begriff. Die bzw. der Nächste wiederholt den Begriff und fügt einen neuen Begriff hinzu. Die bzw. der Dritte wiederholt die ersten beiden Begriffe und fügt einen weiteren Begriff hinzu. So verfahren alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Kofferpacken) und nach der letzten Teilnehmerin oder dem letzten Teilnehmer beginnt die Runde erneut. Wie viele Runden konnten Sie durchführen?  10 Minuten pro einzelne Übung Beispiel: Ich setze Maßnahmen zum Energiemanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … Lösung (beispielhaft): Wärmedämmung (erster Teilnehmer) - Energie-Mix ändern (zweiter Teilnehmer) - effizientere Produktionsmaschinen anschaffen (dritter Teilnehmer) - Bewegungsmelder für Licht in der Produktionshalle installieren (vierter Teilnehmer) … Anmerkung: Diese Übung eignet sich nicht als Einzelübung. Die Teilnehmerzahl sollte zwischen drei und ca. sieben Teilnehmern liegen. Die unten aufgeführten Übungen sollten Sie themenspezifisch in Ihrer Lerngruppe nach dem thematisch bearbeiteten Schritt des Buches durchführen, damit der Lernstoff besser behalten wird. Diese Übungen eignen sich auch als Wiederholung zu Beginn der nächsten Lerneinheit. Lösungen werden nicht aufgeführt. Anmerkung: Die unten aufgeführten Themen können im Schwierigkeitsgrad erhöht werden, z.B. indem ein Teilnehmer nicht nur einen Begriff „in den Koffer packt“, sondern zwei, wie bei den Aufgaben 15 und 16. Einzelne Aufgaben: 1. Ich liste Ereignisse auf, die zur Bildung des Umweltweltbewusstseins beigetragen haben. Mein Ereignis ist … z.B. Tschernobyl … 2. Ich führe ein Umweltmanagementsystem im Unternehmen ein. Meine Aufgabe ist … z.B. eine Umweltpolitik entwerfen … 3. Ich setze Maßnahmen zum Materialmanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … z.B. Produktionsabfälle trennen ... 4. Ich setze im Unternehmen Maßnahmen zum Flächenmanagement und zum Erhalt der Biodiversität um. Meine Maßnahme ist … z.B. vorhandene Parkplätze entsiegeln … 5. Ich setze Maßnahmen zum Wasser- und Abwassermanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … z.B. Wasserspartasten in allen Bürogebäuden einbauen … 6. Ich setze Maßnahmen zum Energiemanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … z.B. Wärmedämmung … 7. Ich setze im Unternehmen Maßnahmen zur Reduzierung des Klimawandels um. Meine Maßnahme ist … z.B. in der Kantine Strom aus regenerativen Quellen einsetzen … 8. Ich setze Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen meines Unternehmens ein (außer klimarelevanten Emissionen). Meine Maßnahme ist … z.B. die SO 2 -Emissionen durch Einsatz schwefelarmer Brennstoffe reduzieren … <?page no="216"?> 202 Schritt 17: Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten 9. Ich setze Maßnahmen zum Gesundheitsschutz um, sowohl im Unternehmen (Arbeitsschutz) also auch bei Emissionen. Meine Maßnahme ist … z.B. keine kanzerogenen Arbeitsstoffe mehr einsetzen … 10. Ich setze Maßnahmen zum Transportmanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … z.B. Routenoptimierung … 11. Ich setze Maßnahmen zum Gebäudemanagement im Unternehmen um. Meine Maßnahme ist … z.B. Desksharing … 12. Ich möchte ein umweltverträgliches Produkt entwerfen. Meine Anforderung an das umweltverträgliche Produkt ist … z.B. Demontierbarkeit bei Gebrauchsprodukten … 13. Ich schreibe eine persönliche To-do-Liste, um in meinem Alltag Umweltbelastungen zu reduzieren. Meine Handlung ist … z.B. immer Mitfahrgemeinschaften bilden … 14. Ich möchte mit den von mir verwendeten Produkten einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ich verwende … z.B. Fair Trade-Nahrungsmittel … 15. Ich soll das Bundesumweltministerium in nationalen und internationalen Umweltfragen beraten und Vorschläge zur Verbesserung des Umweltschutzes in Deutschland und global erarbeiten. Mein Vorschlag ist … z.B. das Washingtoner Artenschutzabkommen um weitere bedrohte Tierarten ergänzen … 16. Ich schreibe eine Liste mit Personen (oder Organisationen), die ich überzeugen möchte, etwas oder mehr für den Umweltschutz zu tun und was sie dafür (mehr) tun sollten. Ich möchte überzeugen … z.B. den amerikanischen Präsidenten für mehr Klimaschutz … <?page no="217"?> Schritt 18: Schnittstellen von Umweltmanagement mit anderen Managementsystemen kennen Lernziele ► Schnittstellen und Zusammenhänge von Umweltmanagement und anderen Managementsystemen kennen. ► Möglichkeiten zur Vereinheitlichung von Managementsystemen sehen und im Unternehmen umsetzen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 30 Minuten, Bearbeitung der Übungen 120 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 25 Minuten (gesamt: ca. 3 Zeitstunden). Im Unternehmen existiert meist eine Vielzahl von Managementsystemen , in denen unterschiedliche Sachverhalte geplant, gesteuert, durchgeführt und kontrolliert werden. Neben Umweltschutz liegen meist Managementsysteme vor für Qualität, Sicherheit-, Arbeits- und Gesundheitsschutz und Energie. Sicherheits- , Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement und Energiemanagement sind Bestandteile des Umweltschutzes und in der vorliegenden Buchkonzeption sowieso im Umweltmanagementsystem enthalten. 251 Qualität bzw. Qualitätsmanagement als eigenständiger Regelungsbereich 252 weist sehr viele Schnittstellen zum Umweltmanagement auf, z.B. bedeutet eine höhere Prozesssicherheit i.d.R. weniger Ausschuss und somit weniger Abfallaufkommen, bedeuten fehlerhafte Produkte z.B. geringere Haltbarkeit, ein früherer Ersatz und somit Materialverlust, Abfallaufkommen etc. Die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems erfolgt weitestgehend analog zur Implementierung eines Umweltmanagementsystems. Ausgangspunkt sind auch hier die Entscheidung auf der obersten Unternehmensebene, ein Qualitätsmanagementsystem zu implementieren, und strategische Überlegungen, an die sich dann die Erstellung einer Qualitätspolitik und die Formulierung von Qualitätszielen anschließen. Grundlage ist ebenfalls die Prozessorganisation, die kontinuierliche Verbesserung und die Regelung der prozessunabhängigen Managementthemen (Dokumentation, Auditierung etc.), auf die dann die detaillierte Regelung der qualitätsrelevanten Prozesse folgt. Da die Normenreihen dieser verschiedenen Managementsysteme mittlerweile stark vereinheitlicht wurden, bietet es sich an, in Unternehmen integrierte Managementsysteme aufzubauen. 253 Insbesondere das Umweltmanagementsystem (das selbstverständlich die Themen Sicherheit bzw. Störfälle, Arbeits- und Gesundheitsschutz und Energie beinhaltet) und das Qualitätsmanagementsystem sollten zusammengeführt und in einem Managementhandbuch dokumentiert werden. 254 251 Die maßgeblichen Normen sind DIN ISO 45001 für Sicherheit und Gesundheitsschutz und DIN EN ISO 50001 für Energiemanagement. 252 Die maßgeblichen Normen für Qualität sind DIN EN ISO 9000, DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 9004. 253 Umfassend zur Integration z.B. DGQ (2008), KOUBEK/ PÖLZ (2014), PISCHON/ LIESEGANG (2012). 254 Siehe ENGELFRIED (2011: 170-175). <?page no="218"?> 204 Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen Einen sehr engen Bezug weist Umweltmanagement zum Innovationsmanagement auf, 255 das organisatorisch in größeren Unternehmen meist dem Unternehmensbereich „ Forschung & Entwicklung“ zugeordnet ist. Weil alle zukünftigen Produkte ( Produktinnovationen ) bzw. Produktions- und Logistikprozesse ( Prozessinnovationen ) nachhaltig sein sollen, greifen die Vorgaben des Ökodesigns in alle Innovationsprozesse ein. Eng damit zusammen hängt das Ideenmanagement bzw. ein betriebliches Vorschlagswesen im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, der bisher v.a. umgesetzt wird im Qualitätsmanagement hinsichtlich Qualität der Produkte und Optimierung von Prozessen, sowie das Informationsbzw. Wissensmanagement . 256 Personalmanagement , für das allerdings keine vergleichbaren Normen vorliegen, weist ebenfalls einen engen Bezug zum Umweltmanagement auf, 257 v.a. in der Personalbestands- und Personalbedarfsanalyse hinsichtlich fachlicher umweltbezogener Qualifikation und der Ermittlung des Aus-, Weiterbildungs- und Schulungsbedarfs, im Personalinformationsmanagement mit einer internen umweltrelevanten Kommunikation, 258 im Personalmarketing mit Personalbeschaffung und Personalauswahl, der Personalentwicklung unter Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte und bei der Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit durch Maßnahmen, die die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöhen. Insbesondere dort, wo Personal direkt mit Kunden in Kontakt tritt, z.B. im Vertrieb oder in Dienstleistungsbranchen mit Kundenberatung (Banken, Versicherungen, Handel etc.), sind umweltspezifische Kenntnisse vorauszusetzen und bei allen Personalentscheidungen zu berücksichtigen. Zum Unternehmensrecht, und wenn vorhanden zur Rechtsabteilung , weist Umweltmanagement ebenfalls eine enge Verbindung auf, z.B. hinsichtlich Genehmigungsfragen, Patentanmeldungen für umweltverträgliche Produkte bzw. Verfahren, oder der Ausgestaltung von Arbeitsverträgen. Eng mit Umweltmanagement zusammen hängen auch die investitions- und finanzwirtschaftlichen Aspekte des Unternehmens, einschließlich des Rechnungswesens und des Controlling . Um bei Investitionsentscheidungen eine sorgfältige Abwägung zu treffen, ist eine Gegenüberstellung der Kosten der (Umweltschutz)Investitionsmaßnahme mit möglichen Rückflüssen in Form von Einsparungen bzw. Umsatzerhöhungen vorzunehmen. Hierzu wird überwiegend als Investitionsrechnung die Kapitalwertmethode anzuwenden sein: Bei produktions- und produktintegrierten Umweltschutzmaßnahmen ist meistens von einem positiven Kapitalwert auszugehen, bei End-of-pipe-Maßnahmen immer von einem negativen. 259 Ergänzend ist eine Amortisationsrechnung durchzuführen, wobei sich bei Umweltschutzinvestitionen häufig eine vergleichsweise lange Amortisationszeit zeigt 260 - trotz positiven ökonomischen Wirkungen wird dann bei einem Management, das in kurzfristigen Erfolgen denkt, von der Umweltschutzmaßnahme abgesehen. Zudem kann, auch wenn Investitionsrechnungen für eine Umsetzung der Umweltschutzmaßnahme sprechen, einer somit ökonomisch sinnhaften Maßnahme mangelnde Liquidität entgegenstehen. Um diesem Problem zu begegnen, kann das Unternehmen u.a. eine Umverteilung finanzieller Res- 255 Siehe umfassend Literatur zu Innovationsmanagement, z.B. VAHS/ BREM (2015). Zum Innovationsmanagement liegt eine Normenreihe vor, allerdings bisher als technische Spezifikation und geplant ohne Zertifizierungsmöglichkeit: DIN CEN/ TS 16555-1: 2013. 256 Siehe z.B. LEHNER (2020), PAWLOWSKY (2019), PROBST/ RAUB/ ROMHADRT (2013), MAROSCHER/ STARY (2012). 257 Siehe ausführlich Literatur zum Personalmanagement, z.B. HOLTBRÜGGE (2017). 258 Z.B. in Firmen- oder Werkszeitungen, Betriebsversammlungen, als „Grüne Bretter“ und im Intranet. 259 Diesbezüglich wird auf betriebswirtschaftliche Literatur verwiesen, exemplarisch WÖHE/ DÖRING/ BRÖSEL (2020). Viele detaillierte Beispiele hierzu siehe bereits GEGE (1997). 260 Vergleiche beispielhaft Investitionen in Solarzellen, Solarkollektoren oder Gebäudedämmung. <?page no="219"?> Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen 205 sourcen im Unternehmen, Einsparungen im betrachteten oder in anderen Unternehmensbereichen sowie eine externe Kapitalbeschaffung mit den üblichen Methoden der Fremdfinanzierung erwägen sowie die vielfältig vorhandenen Förderprogramme in Betracht ziehen (siehe hierzu z.B. Informationen der IHK und der HWK, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Förderprogramme der EU, des Bundes, der Länder und der Kommunen). Wichtige Schnittstellen weist Umweltmanagement zu den umweltrelevanten Organisationsbereichen Beschaffung (bzw. Einkauf ) und zur Materialwirtschaft , einschließlich Lagerwirtschaft auf. Dabei geht es v.a. um die Nachfrage nach umweltverträglichen Materialien, Hilfsstoffen etc., also z.B. um die Erstellung von umweltbezogenen Beschaffungsrichtlinien, sowie um eine umweltverträgliche Lagerwirtschaft, einschließlich Lagerhaltung. Weiterhin sind die Schnittstellen zum Vertrieb bzw. zum Service ( Kundendienst ) offensichtlich, v.a. durch eine umweltbezogene Kundenberatung, die Wartung von Altgeräten etc. und, sofern der Vertrieb über den Handel erfolgt, die Auswahl eines umweltorientierten Handelspartners. 261 Die Organisationeinheiten Produktion bzw. Fertigung (einschließlich Wartung und Instandhaltung), einschließlich Grundstücksbzw. Gebäudemanagement , sowie Transportmanagement bzw. Logistik (bzw. Distribution und Redistribution , einschließlich Fuhrpark etc.) sind als Organisationseinheiten nur zur Vollständigkeit erwähnt - die Umweltauswirkungen dieser Organisationseinheiten waren u.a. Ausgangspunkt für die Entwicklung von Umweltmanagementsystemen. 262 Wie bereits ausgeführt bildet das Marketing des Unternehmens mit der Festlegung der marktrelevanten Faktoren, der Positionierung und den Durchsetzungsstrategien eine zentrale Funktion im Unternehmen. Dort werden alle Aspekte umweltorientierten Handels festgelegt, einschließlich des Verhältnisses zu und des Umganges mit den Stakeholdern , u.a. den Kunden mit dem umweltverträglichen Produkt, den Zulieferern mit einer Beschaffungsvorgabe, dem Vertrieb (einschließlich der Distribution und der Redistribution) mit einer umweltverträglichen Logistik und eventuellen Sharing-Konzepten, den Anwohnern mit einer umweltverträglichen Produktion (bzw. Fertigung) am Standort bis hin zu Kreditgebern und Investoren, die Vorstellungen zur Entwicklung des Unternehmens, u.a. hinsichtlich der umweltorientierten Forschung, und den Zukunftsaussichten erhalten wollen. 263 261 Eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Handelspartners spielen v.a. sein Umweltbewusstsein und seine Grundhaltung gegenüber Umweltschutzaktivitäten des Unternehmens, seine Kooperationsbereitschaft bzw. sein Wille zur Mitwirkung bei der Gestaltung umweltverträglicher Problemlösungen, u.a. dem Aufbau von Redistributionskanälen für die Rücknahme von Verpackungen und von Gebrauchsprodukten, die direkten Umweltauswirkungen seiner logistischen Prozesse, seiner Gebäuden etc., und seine Betroffenheit durch Umweltgesetze (z.B. VerpackG) sowie durch verändertes Nachfrageverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Umweltkompetenz des Handels bei der Gestaltung und Umsetzung umweltverträglicher Problemlösungen ist ein weiteres zentrales Kriterium bei der Auswahl des Handelspartners, v.a. eine umweltverträgliche Sortimentspolitik, inklusive der Vorauswahl der Produkte, einer Auslistung umweltschädlicher Produkte und einer entsprechenden Positionierung umweltverträglicher Produkte auf den Handelsflächen, die Bereitschaft, ausreichende Listungszeiträume für umweltverträgliche Produkte zu ermöglichen und eine hohe Umweltkompetenz der Beschäftigten (nach ENGELFRIED, 2011: 184, 201-202). 262 Organisationseinheiten, die in der betrieblichen Praxis z.B. als Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft etc. bezeichnet werden, sind - wie die genannten auch - selbstverständlicher Bestandteil des Umweltmanagements. 263 Siehe hierzu die Entwicklungen hinsichtlich „grünem“ Investment . <?page no="220"?> 206 Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen Übung 104: Schnittstellen von Umweltmanagement im Unternehmen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung Übungstyp: Anagramm Aufgabe: Ordnen Sie die Buchstaben innerhalb der Wörter.  20 Minuten Wichtige Schnittstellen von Umweltmanagement im Unternehmen: 1. L I T U A Ä T Q _ _ _ _ _ _ _ _ 2. V T N N O O I A I N _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 3. O N R C S H F G U _ _ _ _ _ _ _ _ _ & W N K I U G N E C L T _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 4. S P L O R N A E _ _ _ _ _ _ _ _ 5. N N I N F E Z A _ _ _ _ _ _ _ _ & O T V N S I I I T N E _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 6. R K T U D N O O P I _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ & F G R N E I U T G _ _ _ _ _ _ _ _ _ 7. F H S U B E G F C A N _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 8. I V E R T E R B _ _ _ _ _ _ _ _ 9 . S K I I O L T G _ _ _ _ _ _ _ _ 1 0 . K R E N T G A M I _ _ _ _ _ _ _ _ _ <?page no="221"?> Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen 207 Übung 105: Aussagen zum betrieblichen Umweltschutz 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Bewegungsübung Aufgabe 1: Schreiben Sie die folgenden Sätze mit der Hand, mit der Sie normalerweise nicht schreiben.  15 Minuten Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Aussagen und überlegen Sie Argumente, die die Aussage unterstützen, und Argumente, die gegen die Aussage sprechen (jeweils mindestens drei). Trifft die Aussage Ihrer Meinung nach zu? Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik, Urteilsfähigkeit.  25 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Aussagen zum betrieblichen Umweltschutz: 1. Der Betriebsrat fordert, dass kanzerogene Stoffe zukünftig vollständig aus der Produktion ausgeschlossen werden, um die Beschäftigten zu schützen. 2. Die Epidemiologin meint, die gesundheitsschädigenden Wirkungen von elektromagnetischer Strahlung werden unterschätzt, und beklagt, dass für eine unabhängige Erforschung kaum Gelder zur Verfügung stehen. 3. Der Wirtschaftsethiker vertritt die Ansicht, dass die Technik humaner gestaltet werden sollte, damit auch bei Fehlern keine Störfälle mit immensen Umweltauswirkungen mehr auftreten. 4. Die Vorstandsvorsitzende erklärt, dass ohne „Umweltverträglichkeit“ als Basisanforderung aller Tätigkeiten in der Forschung und Entwicklung keine Wettbewerbsvorteile mehr zu erzielen sind. 5. Das Consultingbüro empfiehlt, Gebrauchsprodukte nicht nur zum Verkauf, sondern auch zur Vermietung anzubieten, um so den Konsumentinnen und Konsumenten eine weniger umweltbelastende Möglichkeit der Nutzung anzubieten. 6. Der Logistiker ruft dazu auf, bei Transporten endlich konsequent Pausen einzulegen und die sehr knappe Zeitplanung zu entzerren, um das Unfallrisiko zu senken. 7. Die Professorin für Innovationsmanagement erörtert, dass neue Produkte nur dann als Innovation bezeichnet werden können, wenn sie auch umweltverträglich sind. <?page no="222"?> 208 Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen Übung 106: Fundiertes Abschätzen 3 Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren Übungstyp: logische Aufgabe Aufgabe: Schätzen Sie die Ergebnisse der folgenden Aufgaben. Gehen Sie dabei logisch vor.  3 x 10 Minuten Anmerkung: Derartige Aufgaben sind komplexer Art und berühren verschiedene Gedächtnistrainingsziele, v.a. Logik, Konzentrationsfähigkeit, Strukturieren, Assoziieren. Sie werden auch als Brainteaser bezeichnet. Lösungshinweis zur Vorgehensweise siehe Übung „Fundiertes Abschätzen 1“. Aufgabe 1: Wenn jeder fünfte Fußballfan, der in der Fußballbundesliga bei seinem Stadionbesuch statt einer Wurst einen vegetarischen Burger essen würde, wie viel Wurst aus Schweinefleisch könnte ersetzt werden in einer Saison? Wenn Sie das geschätzt haben, ergänzen Sie noch um die zweite und dritte Bundesliga. (Wie viel wäre an Wurst zu ersetzen, wenn bei jedem Grillfest in Deutschland jeder fünfte statt einer Wurst einen vegetarischen Burger auf den Grill legen würde? ) Aufgabe 2: Sie erhalten nach Ihrem Studium ein Vorstellungsgespräch als Assistenz der Geschäftsführung bei einer sehr bekannten süddeutschen Schokoladenfabrik. Der anwesende Geschäftsführer stellt folgende Frage: Unser Unternehmen möchte 10 % des deutschen Schokolademarktes zusätzlich mit Fair Trade-Produkten aus biologischer Herstellung bedienen. Wie viel „Öko- Schokolade“ (an Masse) könnte/ müsste das Unternehmen zusätzlich produzieren? Aufgabe 3: Sie stellen um eine Müllverbrennungsanlage gedanklich einen Luftwürfel von 1 km 3 . Die Müllverbrennungsanlage verbrennt Hausmüll. Wie lange dauert es, bis im Luftwürfel die zulässige Immissionskonzentration für z.B. SO 2 / SO 3 erreicht ist? <?page no="223"?> Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen 209 Übung 107: Mindmap zum Umweltmanagement Schwierigkeit:  Trainingsziel: Strukturieren, Logik Übungstyp: Mindmap erstellen Aufgabe: Strukturieren Sie die folgenden Schlagworte mit der Methode der Mindmap. Eine Mindmap ist eine Visualisierungsmethode, die Ihnen hilft, sich die Inhalte besser einzuprägen. Wählen Sie als zentralen Begriff der Mindmap „ Umweltmanagement “.  30 Minuten Anmerkung: Alternativ können Sie auch eine Gliederung erstellen, wie Sie in wissenschaftlichen Publikationen üblich ist, also mit einer Nummerierung der Kapitel mit 1, 1.1, 1.2, 2 etc. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. In der Mindmap zum Umweltmanagement zu verwendende Begriffe: Arbeitsplatzgestaltung | biologische Kreisläufe schließen | Dienstleistungen und Produkte umweltverträglich gestalten | ein Managementhandbuch | Emissionen reduzieren und vermeiden | Energiemanagement | Flächenmanagement | Gebäudemanagement | gemeinsame Grundlagen und Regelungen | Materialmanagement | Modal Split | Redistribution | Ressourcenmanagement | Routenoptimierung | Schnittstelle Innovationsmanagement | Schnittstelle Qualitätsmanagement | Schritte des Ökodesigns umsetzen | Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement | Störfalleintrittswahrscheinlichkeit | Störfallfolgen | technische Kreisläufe schließen |Transportmanagement | Vereinheitlichung von Managementsystemen | Wassermanagement <?page no="224"?> 210 Schritt 18: Schnittstellen mit anderen Managementsystemen kennen Übung 108: Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Flexibilität, Wortfindung Übungstyp: Stolpersteine Aufgabe 1: In den folgenden Sätzen wird jeweils ein Fachbegriff (bzw. ein Fremdwort) falsch verwendet. Ersetzen Sie diesen durch den richtigen Fachbegriff.  20 Minuten Beispiel: Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff: Nach der richtungsweisenden Bundestagswahl haben zwei Parteien kondoliert, um endlich bessere Umweltschutzgesetze einführen zu können. Richtiger Fachbegriff: koaliert. Aufgabe 2: Reflektieren Sie kurz, ob Ihnen die umweltbezogenen Zusammenhänge, in denen die Fachbegriffe verwendet werden, bekannt und verständlich sind. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  12 Minuten Nr. Satz mit falsch verwendetem Fachbegriff Richtiger Fachbegriff 1 Die Umweltschutzorganisation obduzierte die Abläufe auf der Deponie und die Art der abgeladenen Abfälle sehr genau. 2 Die vorgelegten Konzepte für die Nachhaltigkeitskampagne konnten den Vorstand nicht imprägnieren. 3 Viele Schadstoffe wirken unterschiedlich, wenn sie anstatt mit der Nahrung über den Aufnahmepfad „Inhibition“ aufgenommen werden. 4 Bei dem durch sauren Regen verursachten Waldsterben wurden zuerst die Koryphäen, v.a. die Tannen und Fichten, geschädigt. 5 Bei der Analyse der Baumscheiben konnte das Umweltamt eindeutig die Provence zuordnen, in der der Baum gestanden haben musste. 6 Das Gründerteam entwickelte die Abfallsortierungsanlage weiter, indem es einen völlig neuartigen Magnat-Abscheider für eisenhaltige Abfallbestandteile einsetzte. 7 Ihre Erkenntnisse aus der Ökosystemforschung transzendierte die Professorin auf die Technik und es gelang ihr, eine umweltverträgliche Verpackung zu entwickeln. 8 Es wurde ein Schlichter bestellt, um im umstrittenen Genehmigungsverfahren zwischen Unternehmen und Anwohnern zu meditieren. 9 In der Gravitation sind fruchtschädigende Schadstoffe für Wildtiere besonders problematisch. 10 Acht von zehn Aszendenten des Studiengangs Umweltschutztechnik lagen schon vor dem Abschlussball gutdotierte Arbeitsverträge vor. 11 Statt konkrete Umweltschutzlösungen für eine nachhaltige Entwicklung vorzuschlagen, gab der Berater nur leere Öko-Phasen zum Besten. 12 Der Umweltschutzverband fordert seit langem eine vollständige Degustation der Inhaltstoffe bei Bio-Weinen. <?page no="225"?> Schritt 19: Bezug von Umweltmanagement zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen Lernziele ► Den Bezug von betrieblichem Umweltmanagement zum nationalen und internationalen Umfeld kennen. ► Nationale und internationale politische Maßnahmen zum Umweltschutz kennen. ► Grundzüge der Wirkungsweise von umweltpolitischen Instrumenten kennen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 30 Minuten, Bearbeitung der Übungen 35 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 5 Minuten (gesamt: ca. 1 Zeitstunde). Umweltmanagement als betriebliche Aufgabe ist immer auch im Kontext nationaler und internationaler (umwelt)politischer Rahmenbedingungen zu betrachten, die das betriebliche Handeln beeinflussen. In Deutschland sind seit den 1970er Jahren und in Europa sukzessive im Zuge der Vergrößerung der Europäischen Union eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen, Abkommen, Regelungen etc. entstanden, die das umweltbezogene Handeln der Unternehmen direkt, z.B. über die Gesetze zur Luftreinhaltung, und indirekt, z.B. über Regelungen zum Verbraucherschutz, beeinflussen. 264 Hintergrund des politischen Handelns ist, dass sich durch Umweltverschmutzung, Ressourcennutzung, Artenrückgang etc. das Verständnis grundlegend geändert hat, dass Umwelt als Produktionsfaktor in Form von Produktionsinput (Materialien, Fläche, Energieträger etc.) und Produktionsoutput (Emissionen, Abfälle etc.) (kosten)frei und unbegrenzt zur Verfügung stünde. 265 Heute wird durch vielfältige Rechtsvorgaben die Nutzung von Umwelt begrenzt bzw. eingeschränkt, und dann, wenn Umwelt genutzt wird, sollte diese Nutzung möglichst auch auf betriebswirtschaftlicher Ebene ökonomisch wirksam werden. Im Kern dienen die umweltpolitischen Maßnahmen daher immer auch dazu, die externen Kosten der Produktion, der Produkte und der Logistik, also die Kosten für deren Umweltschäden bzw. einer Beseitigung, auf die einzelnen Verursacher zu verlagern, d.h. sie zu internalisieren : Es soll das Verursacherprinzip statt des Gemeinlastprinzips gelten. Den nationalen Regierungen und der europäischen Politik stehen verschiedenste Instrumente zur Verfügung, um das betriebliche Umweltschutzverhalten zu beeinflussen. 266 Von staatlicher Seite werden dazu fiskalische Instrumente , d.h. Instrumente, die mit staatlichen Ausgaben bzw. Einnahmen verbunden sind, und nicht fiskalische Instrumente eingesetzt. 267 264 Zudem ist der öffentliche Sektor ein großer Nachfrager (nach Gebäuden, bei Infrastrukturmaßnahmen, bei Büroausstattung etc.) und kann direkt bei seinen Vorhaben umweltorientierte Beschaffungsrichtlinien in Ausschreibungen umsetzen. 265 Lange galt: „Umwelt ist ein freies Gut“. 266 Siehe z.B. ENDRES (2013), FEESS/ SEELIGER (2013), WICKE (1993). 267 Ausführlich siehe bereits WICKE/ HAASIS/ SCHAFHAUSEN/ SCHULZ (1992). <?page no="226"?> 212 Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen Nicht fiskalische Instrumente sind u.a.:  Umweltauflagen, also Ge- und Verbote, meist in Form von Gesetzen und Verordnungen, z.B. die Verschärfung von Emissionsgrenzwerten oder das Verbot von Produkten bzw. Zusatzstoffen in Produkten (z.B. Asbest, Pb in Benzin),  umweltplanerische Instrumente, gesamtplanerisch (z.B. Raumordnung, Landesentwicklung, Regional- und Bauleitplanung), fachplanerisch (z.B. Verkehrs-, Abfallplanung, Wasser-, Luftreinhaltungsplanung, Energie- und Ressourcenplanung), UVP,  umweltbedeutsame Änderungen der (eigentums)rechtlichen Rahmenbedingungen, z.B. kostenlose Vergabe von Umweltlizenzen oder Privatisierung von umweltrelevanten Gütern, z.B. Bodeneigentum, Bodenschätze, Jagd-/ Pachtrechte,  Vergabe exklusiver Verfügungsrechte an der Umwelt,  Verbesserung der Umweltkontrolle, -überwachung und -berichterstattung,  Ausweitung der privatrechtlichen Umwelt- und Produkthaftung und von Haftpflichtversicherungen,  freiwillige Selbstverpflichtungen. Die fiskalischen Instrumente können in Instrumente mit staatlichen Ausgaben und Instrumente mit staatlichen Einnahmen unterteilt werden. Fiskalische Instrumente mit staatlichen Ausgaben sind z.B.:  umweltverbessernde Aktionen öffentlich-rechtlicher Institutionen, v.a. direkter öffentlicher Umweltschutz durch Gebühren- und Beitragsfinanzierung, u.a. im Abfall- und Abwasserbereich,  Steuerfinanzierung, z.B. für Lärmschutz und für andere umweltverbessernde Maßnahmen (ÖPNV-Förderung, Infrastrukturmaßnahmen etc.),  staatliche Beschaffungspolitik bei staatlichen Baumaßnahmen, für die Verwaltung etc.,  Induzierung umweltverbessernder privatwirtschaftlicher Aktivitäten, z.B. Umweltschutzsubventionen durch Zuschüsse, Darlehen etc., Steuervergünstigungen und Kompensationszahlungen,  Förderung und Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für Umweltschutztechnologien, z.B. für Solar- oder Batterietechnik, für neue, biologisch abbaubare Werkstoffe,  Finanzierung des institutionellen Umweltschutzes, d.h. der Durchführung, Überwachung und Kontrolle der Umweltpolitik, z.B. mehr Personal in den Umweltämtern,  Förderung von Organisationen (z.B. Umweltverbänden),  Aufklärungskampagnen, z.B. hinsichtlich der Nachfrage von umweltverträglichen Produkten, Energiesparen beim Bauen. Fiskalische Instrumente mit Einnahmen für den Staat sind v.a.:  Umweltabgaben, z.B. Steuern, Gebühren oder Abgaben mit Finanzierungsbzw. Anreizfunktion,  Vergabe von Umweltlizenzen (synonym: Umweltzertifikate ). EMAS ist ein nicht fiskalisches Instrument , eine europäische Verordnung, die in die deutsche Gesetzgebung als Umweltauditgesetz übernommen wurde. Es zählt zu den Instrumenten der Gebote. Bei der Abfassung der Verordnung gelang es nicht, eine verbindliche Vorschrift zur Einführung von Umweltmanagementsystemen in Unternehmen durchzusetzen, so dass hier eine besondere rechtliche Regelung vorliegt: Eine freiwillig umzusetzende Verordnung. Bei der DIN EN ISO 14001 handelt es sich gar nicht um eine staatliche Regelung, sondern um eine freiwillig umzusetzende Normungsvorgabe seitens der Wirtschaft und weiterer beteiligter Kreise, die in Normungsgremien zusammenarbeiten. <?page no="227"?> Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen 213 Alle genannten Instrumente sind prinzipiell in der Lage, zu mehr Umweltschutz beizutragen. Ihr (möglicher) Beitrag dazu sowie ihr Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung ist von der jeweiligen Ausformulierung des eingesetzten Instrumentes abhängig, z.B. bei Ge- und Verboten von der Höhe der festzulegenden Grenzwerte, oder dem Maß, in dem die Instrumente auf die Preisbildung bzw. das Konsumverhalten einwirken. Vor- und Nachteile jeder dieser Instrumente zeigen sich hinsichtlich  volkswirtschaftlicher Kosteneffizienz,  der Wirkung, ob das Vorsorge- oder Kompensationsprinzip umgesetzt wird,  staatlicher Einnahmen oder staatlicher Ausgaben,  umweltrelevanter bzw. ressourcenbezogener Wirksamkeit (mengenmäßig, zeitlich, räumlich),  der Ansatzstelle im Produktionsprozess (Inputbzw. Kosten-Orientierung und/ oder Outputbzw. Erlös-Orientierung),  rechtlicher und administrativer Praktikabilität (Umsetzbarkeit), technischer Praktikabilität (Machbarkeit) und psychologischer Praktikabilität (Akzeptanz),  politischer Realisierbarkeit (Durchsetzbarkeit, Akzeptanz),  Flexibilität bei der (später eventuell notwendigen) Änderung des eingesetzten Instrumentes,  einer Anreizfunktion in Unternehmen, auch über die beabsichtigte Wirkung hinausgehende Umweltschutzmaßnahmen umzusetzen. Um auf politischer Ebene , also volkswirtschaftlich und gesellschaftsbezogen, zu einer Gesamtabwägung zu gelangen, welches Instrument eingesetzt und wie es detailliert ausgestaltet werden soll, sind Abwägungen zu treffen bezüglich der Wirkungen auf die Entlastung der Umwelt und auf die Schonung der Ressourcen mit den Wirkungen auf die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen, das Wirtschaftswachstum, 268 die Preisstabilität, das außenwirtschaftliche Gleichgewicht, die Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Wirkungen auf die soziale Gerechtigkeit (Einkommens- und Vermögensverteilung). Unternehmen sind dann gefordert, Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um sich den politischen Vorgaben anzupassen. Auf internationaler Ebene sind ebenfalls Maßnahmen und Regelungen möglich. Diese waren im Vergleich zu nationalen oder europäischen Regelungen bisher jedoch wenig(er) erfolgversprechend und ihr direkter Einfluss auf die Unternehmen war bislang weit weniger gravierend, sieht man von internationalen Einzelregelungen und deren Wirkung auf bestimmte Branchen ab. 269 Inwieweit globale Lösungsstrategien und -maßnahmen erfolgversprechend sein können und eine nachhaltige globale Lösung letztlich auf der Ebene der Unternehmen, also der Verursacher der Umweltauswirkungen, erreicht wird, wird exemplarisch u.a. am Erfolg des Klimaschutzes oder der Fischfangquoten zum Erhalt der Arten zu bewerten sein. 268 „Wirtschaftswachstum“, so wie es in der derzeitigen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung errechnet wird, ist schon lange kein sinnvoller Indikator mehr als Maß für gesellschaftlichen Wohlstand , da alle Wirtschaftsleistungen in diesen Indikator einfließen, undifferenziert, ob es sich um originär wertschaffende Leistungen, z.B. der Produktion eines Kühlschrankes, oder um Leistungen handelt, die zuvor verursachte Schäden beseitigen, z.B. Arztleistungen bei durch Umweltwirkungen verursachten Gesundheitsschäden, Aufforstung von durch Immissionen geschädigten Wäldern - eine grundlegende Änderung der Berechnung , die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt, ist dringend notwendig. 269 Z.B. das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES, 1973) auf den Walfang, auf Kürscher etc., das Montrealer Protokoll (MONTREAL-PROTOKOLL, 1987) zum Verbot von FCKW auf Teile der chemischen Industrie. <?page no="228"?> 214 Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen Da die Umsetzung von nachhaltigem Umweltmanagement in Unternehmen „Umweltverträglichkeit“ anstrebt, können zukünftige nationale und internationalen Umweltschutzregelungen Unternehmen mit einem nachhaltigen Umweltmanagementsystem nur wenig beeinflussen. 270 Übung 109: Instrumente der Umweltpolitik Schwierigkeitsgrad:  Trainingsziel: Konzentrationsfähigkeit Übungstyp: Suchaufgabe Aufgabe : Waagerecht, senkrecht und diagonal sind 20 wichtige Instrumente der Umweltpolitik, die z.B. in Deutschland oder in Europa eingesetzt werden (könnten), aufgeführt. Suchen Sie diese.  10 Minuten Quelle: Aus ENGEFLRIED (2011: 36-38). A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 Z E R T I F I K A T E K U B Y M G Z N C K Ä Q Ä R 2 U Ä T S V A O X K E V C O P X V T T L S R U D I A 3 Z D Ö M H Q O I R P T P J N S D G U O I G M W E A 4 L S T E U E R V E R G Ü N S T I G U N G E N V V F 5 X D Ä A B G A B E N N Ä A Y E R C L S L Ö S K Ö O 6 P G Y I E S K S Ä E P W D R U W O L D Y W T A T R 7 T S E O N V B C E F R S R E E J B L Ä O Ä N W Ä S 8 Y Ü Q Y B E J F E V I B F X R V J J L C X M Ä X C 9 V B X L G O Z R T D V J W I N P Ö L N E S U G F H 10 Q E V B N B E S C H A F F U N G S P O L I T I K U 11 Z R Ä H D F T T A U T E G P B A Z B O W D Q N O N 12 L W L R Ä H W B G N I W Q I E T N Y T V Q B F E G 13 M A O D S I O I J A S I O T R M P Z N R B Z Q Ö S 14 I C W G Ä Ö L C E B I Z O R X N F E I F P H V C F 15 B H P C Z G I S P Ö E B E R Ä J R Ä Z E P S H D Ö 16 S U D A R L E H E N R Z U S C H Ü S S E R Ö U I R 17 Z N G C W D H V X E U N N F Ü G I M R P H U F Y D 18 L G M E N O D C V H N A R B I M J E H V Ä V N D E 19 M Z N W B T Z S B Ö G Ä E A A L H T J C D A C G R 20 L Q U Q O O Y J G E B G M B I C O Y Q T S S Ä Z U 21 Q Z Z J T Ö T B E R I C H T E R S T A T T U N G N 22 S E L B S T V E R P F L I C H T U N G E N J C R G 23 D H A F T U N G S A U S W E I T U N G Q D S E M V 24 A G G O U O P L A N U N G S I N S T R U M E N T E 25 Ö Y Y C E K H J R A U F K L Ä R U N G B Ä N J N N 270 Vergleiche z.B. den Handel mit CO 2 -Emissionszertifikaten und seine Kosten: Bei einem Ersatz von fossilen durch regenerative Energieträger als ein Ziel eines nachhaltigen Umweltmanagements ist diese Regelung kaum noch relevant. <?page no="229"?> Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen 215 Übung 110: Optimistische Szenarien 2: Was wäre, wenn … Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Skizzieren Sie zu jedem der Themen mindestens drei kurze positive Folgen bzw. optimistische Szenarien, jedes bestehend aus zwei bis drei Sätzen.  15 Minuten Beispiel: Was wäre, wenn … es weltweit nur noch sauberes Trinkwasser geben würde? Lösung: 1. Man könnte viel Energie sparen, weil man Trinkwasser nicht mehr abkochen müsste. Dort, wo Brennholz zum Abkochen genutzt wird, könnten die Ökosysteme geschützt werden (z.B. in der Sahelzone). 2. Die Erde wäre friedlicher, weil keine Verteilungskämpfe um Wasser mehr stattfinden. Die Waffenproduktion könnte reduziert werden. 3. Die Säuglingssterblichkeit wäre geringer. Eltern würden weniger Leid erfahren. Aufgabe 2: Recherchieren Sie kurz, reflektieren Sie die jeweiligen Zusammenhänge dieser Fragen und überlegen Sie je drei mögliche Folgen für Unternehmen und für Sie persönlich. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Assoziieren, Logik.  10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Was wäre, wenn … 1. ... es in den Industrienationen nur noch fünf Prozent der heute vorhandenen Autos geben würde? 2. … alle Verpackungen biologisch abbaubar wären? 3. … von Industrieanlagen durch Störfälle keine Gesundheitsgefährdungen mehr ausgingen? 4. … die Mobilität für Personen und Güter nahezu geräuschlos stattfinden würde? 5. … alle Tier- und Pflanzenarten, die derzeit bedroht sind, gerettet würden? <?page no="230"?> 216 Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen Übung 111: Begriffe aus dem Umweltschutz assoziieren 3 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Assoziieren, Wortfindung, Fantasie & Kreativität Übungstyp: Stadt/ Land/ Fluss Aufgabe: Nennen Sie Wörter bzw. Begriffe in den einzelnen Kategorien, die sich auf das Umweltproblem bzw. auf die Umweltauswirkung in der ersten Spalte beziehen und mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Wenn Sie diese Übung alleine bearbeiten, wählen Sie die Buchstaben zufällig; in einer Gruppe geben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abwechselnd die Buchstaben vor. Sie können auch leise das Alphabet durchzählen und wenn eine Teilnehmerin bzw. ein Teilnehmer „Stopp“ sagt, ist der zu wählende Anfangsbuchstabe derjenige, bei dem Sie beim Durchbuchstabieren gerade waren. Sie können auch bei „A“ beginnen und bis „Z“ vorgehen.  35 Minuten (ca. 2 bis 3 Minuten pro Buchstabe) Anmerkung: Im Gegensatz zu „Stadt/ Land/ Fluss“ kommt es bei dieser Aufgabe nicht nur auf den Anfangsbuchstaben in der jeweiligen Kategorie an, sondern auch auf den inhaltlichen Zusammenhang mit dem Umweltproblem bzw. der Umweltauswirkung. Sie können auch fantasievoll und kreativ vorgehen. Auch wenn es Ihnen anfangs schwerfällt, halten Sie durch, denn durch die erfolgreiche Bearbeitung wird sich Ihr Gedächtnis deutlich verbessern. Bearbeiten Sie diese Aufgabe drei- oder viermal, immer nach einigen Tagen Pause, aber jeweils mit nicht mehr als ca. 10 bis 12 Buchstaben. Anmerkung: Bei einem Anfangsbuchstaben ist es nicht erlaubt, die gleiche Vorsilbe in den verschiedenen Kategorien zu verwenden, also beispielhaft: Bienensterben - Bienenvergiftende Landwirte - Bienenzucht -Bienenschutzverein. Bearbeiten Sie die Aufgabe beim nächsten Mal auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Buchstabe Umweltauswirkung/ Umweltproblem Verursacher Lösungsmöglichkeit Wer könnte die Lösung umsetzen? Punkte (von 4) F Beispiel: Feinstaub Firmenlogistik, Fernverkehr Filter, Fahrverbote Firmen 4 K Beispiel: Klimawandel Kapitalisten - - 2 S Beispiel: Störfälle schlafende Beschäftigte (kreativ) Sicherheitskonzepte Superman (fantasievoll) 4 <?page no="231"?> Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen 217 Übung 112: Teekesselchen im Umweltschutz 4 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wortfindung, Assoziieren, Formulieren Übungstyp: Teekesselchen Aufgabe: Ein Teekesselchen ist ein Begriff, der unterschiedliche Bedeutungen aufweist. Finden Sie das Teekesselchen, d.h. den Begriff, der beschrieben wurde. Mindestens eine der Bedeutungen stammt aus dem Umweltschutz.  25 Minuten Beispiel: Bedeutungen: „umgangssprachlich für durch etwas oder nach etwas gucken“ und „wichtiger Eiweißlieferant anstatt Fleisch“; Teekesselchen: linsen/ Linsen. Nr. Bedeutungen Teekesselchen 1 mich als Gremium gibt es in jedem Parlament eine besondere Art von Produktionsabfall 2 beim Trekking unerlässlich ein Maß für die materielle Umweltbelastung 3 umgangssprachlich meist für Sportler, die wenig können oder gerade ziemlich versagt haben aus Glas meist eine ökologisch vorteilhafte Mehrwegverpackung 4 Mischgetränk als solcher bewegt man sich absolut umweltverträglich fort 5 sehr freudiger Gesichtsausdruck beim radioaktiven Zerfall freigesetzt 6 hochkalorische kalte Süßspeise, v.a. bei Festen aufgetischt aus purer Lebenslust gesprungen, aber freut meist nicht alle, die dabei sind umgangssprachliche Qualitätsbeurteilung, jedoch sexistisch Produkt, bei seiner Nutzung immer und ausschließlich umwelt- und gesundheitszerstörend 7 physikalische Einheit, bei Magneten zentral diese Firma führte in einer Schlüsselbranche zur Disruption 8 griechische Göttin des Ackerbaus ältester Bioverband in Deutschland biologisch-dynamische Form der Landwirtschaft 9 bei manchen Sportarten unbedingt notwendig durch sie verbunden ist besser als geklebt, weil es sich wieder lösen lässt 10 niemand kann durch den Sand gehen, ohne dass ich zurückbleibe ein Maß für die Nutzung von Umwelt <?page no="232"?> 218 Schritt 19: Bezug zur nationalen und internationalen Umweltpolitik kennen Übung 113: Fragestellungen für fundiertes Abschätzen entwickeln Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Assoziieren, Logik Übungstyp: kreative Sachverhalte entwickeln Aufgabe: Entwickeln Sie drei (bis fünf) Fragestellungen für fundiertes Abschätzen, also drei (bis fünf) neue Brainteaser, einschließlich des jeweiligen Lösungsweges.  3 (bis 5) x 10 Minuten Anmerkung: Lösungen werden nicht aufgeführt. <?page no="233"?> Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen Lernziele ► Möglichkeiten der Umsetzung von Umweltmanagement bei den eigenen beruflichen Aufgaben im betrieblichen Umfeld kennen bzw. erkennen. ► Umweltmanagement am Arbeitsplatz umsetzen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 85 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 15 Minuten (gesamt: ca. 2 Zeitstunden). Umweltmanagement stellt eine Querschnittsaufgabe im Unternehmen dar und berührt alle betrieblichen Bereiche und Funktionen, ausgehend von den strategischen Aspekten, die in der Unternehmensleitung diskutiert werden. Wenn nachhaltiges Umweltmanagement umgesetzt wird, zieht dies in allen Unternehmensbereichen größere Veränderungen nach sich und auch die ökonomischen Wirkungen sind sehr weitreichend, v.a. die kostenreduzierenden und die markt- und umsatzrelevanten. Dass Umweltmanagement bislang noch als „weiches“ betriebswirtschaftliches Fach im Gegensatz zu Fächern wie Investition, Finanzen, Controlling etc. gilt, wird nach Ansicht des Verfassers diesen Sachverhalten und dem heutigen Ansatz von Umweltmanagement nicht gerecht. Wenn Sie nach dem Bearbeiten dieses Buches und mit Ihren Kenntnissen über Umweltschutz, Umweltmanagement bzw. über Umweltmanagementsysteme als Umweltschutzbeauftragte oder Umweltschutzbeauftragter oder als Assistenz der Geschäftsführung in ein Unternehmen eintreten, können Sie in der Regel umgehend mit der Umsetzung eines nachhaltigen Umweltmanagements für das Unternehmen beginnen. Auch wenn Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter einer Umweltabteilung eingestellt werden und mit umweltschutzbezogenen Aufgaben betraut sind, sind Sie direkt in die Entscheidungswege hinsichtlich Umweltschutz im Unternehmen eingebunden und können nachhaltiges Umweltmanagement umsetzen. In den meisten Fällen werden Sie jedoch als Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter , eventuell auch in einer leitenden Funktion, in einem Bereich eingesetzt, bei denen Ihre primären (und prioritären) Arbeitsaufgaben nicht direkt mit Umweltmanagement zu tun haben - vielleicht im Controlling, im Marketing, im Personalwesen oder in der Logistik, vielleicht in einem Entwicklungsprojekt usw. Wenn Ihnen Umweltschutz und nachhaltiges Umweltmanagement wichtig sind, versuchen Sie zunächst, die speziellen Aspekte von Umweltmanagement in den Prozessen, in denen Sie eingebunden sind, in Ihren Arbeitsaufgaben, in Ihrer Abteilung, in Ihrem Bereich etc. umzusetzen. Beginnen Sie , sich mit den Umweltauswirkungen der Prozesse und Organisationseinheiten, in die Sie eingebunden sind, vertraut zu machen . Analysieren Sie die Prozesse. Nehmen Sie dort, wo (umwelt)rechtliche Fragen berührt werden (z.B. bei Abfallbeseitigung, Emissionsmessung, Flächennutzung) Umweltgesetze und Kommentare zu den Gesetzen zur Hand, und vertiefen Sie Ihre Kenntnisse. Versuchen Sie, einen Überblick über ökonomische Daten der bestehenden Prozesse und der eingesetzten Technologien zu erhalten. Versuchen Sie auch ökonomische und verfahrenstechnische Daten zu recherchieren für die Umweltschutztechnologien, über die umweltrelevanten Input-Ströme Material, Wasser, Fläche und Energie, über die umweltrelevanten Output-Ströme Abfälle (bzw. Abfallbeseitigung), Abwasser (bzw. Abwassereinleitung), Abwärme und Emissionen, <?page no="234"?> 220 Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen über Emissionszertifikate und über weitere Umweltaspekte wie Lärmschutz, Sicherheitstechnik etc. Wichtig ist, dass Sie diese Recherchen selbstverständlich nur durchführen (können), nachdem Sie Ihre Arbeitsaufgaben erfüllt haben , und dass Sie nur solche Daten verwenden, die z.B. im Intranet für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frei zugänglich sind. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie Ihre Zuständigkeitsbereiche einhalten und dass Sie Ihre Arbeitsaufgaben vollständig erfüllen. Wenn Sie aus den analysierten Daten erkennen, dass Kosteneinsparungen durch Umweltschutz und v.a. durch integrierte Umweltschutztechnologien bzw. Umweltschutzmaßnahmen möglich sind, dann arbeiten Sie weitere und detaillierte Vorschläge aus. Geben Sie diese in das betriebliche Vorschlagwesen ein, melden Sie sich bei Qualitätszirkeln bzw. Umweltzirkeln an usw. Stellen Sie Ihre Ideen für mehr Umweltschutz auf internen Workshops oder in Arbeitsgruppen vor und lernen Sie diejenigen Personen im Unternehmen kennen, die Entscheidungen im Umweltmanagement treffen bzw. treffen können. Inwieweit die Umsetzung gelingt, liegt neben den Rahmenbedingungen in Ihrer persönlichen Motivation , Ihrem persönlichen Engagement und in Ihren Fähigkeiten , das im Sinne des Umweltschutzes Richtige auch umsetzen zu können. Haben Sie Mut, derartige Dinge auch tatsächlich zu tun, denn Ihre Vorschläge sind - nachdem Sie sie überdacht und ausgearbeitet haben - nicht nur ökologisch wichtig, sondern, weil Sie sie mit Investitionsrechnungen bzw. Amortisationsrechnungen belegen können, für das Unternehmen auch ökonomisch sinnvoll, und Sie zeigen dabei, dass der moderne, produkt- und prozessintegrierte Ansatz für Umweltschutz den alten, auf Endof-pipe-Prinzipien basierenden Umweltschutz abgelöst hat bzw. ablösen wird. Achten Sie bei Ihren Vorschlägen darauf, wer wie damit umgeht . Oft werden Sie Argumente hören wie „das geht nicht“, „das ist zu teuer“, „das haben wir noch nie so gemacht“. Setzen Sie diesen blockierenden Argumenten Fakten und Beispiele entgegen , z.B. wo ähnliche Vorschläge umgesetzt wurden, neue Technologien eingesetzt oder andere Verhaltensweisen umgesetzt wurden, oder dass es Kosteneinsparungen gibt und in welcher Höhe. Suchen Sie sich weitere „Verbündete“ im Unternehmen, um Umweltschutz umzusetzen. Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Vorschläge umsetzbar sind, und behalten Sie Ihren Optimismus. Diejenigen, die Ihre Vorschläge bebzw. verhindern, sind meistens weniger gut ausgebildet als Sie, häufig auch einfach im Tagesgeschäft gefangen oder sind mit der Zeit vielleicht betriebsblind geworden. Weil zudem junge Beschäftigte mit ähnlichen Ideen wie Ihre und mit gleicher Qualifikation eingestellt werden, und auch die Geschäftsführung bzw. die Vorstandschaft der Unternehmen jünger wird, ist Optimismus für einen Wandel durchaus angebracht. Auch wenn Ihnen Umweltschutz sehr wichtig ist, beachten Sie in jedem Fall den sorgfältigen Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten und die vollständige Erfüllung Ihrer arbeitsvertraglich festgelegten Arbeitsaufgaben. Und wenn Sie sich die globale Situation der Umwelt und die Lage der Menschheit betrachten, dann werden Sie sicher sein und können darauf vertrauen, mit der Umsetzung nachhaltigen Umweltmanagements das Notwendige und das Richtige im Unternehmen bewirken zu wollen. Und Sie können es auch umsetzen. Viel Erfolg! <?page no="235"?> Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen 221 Übung 114: Überzeugungsrede für ein nachhaltiges Umweltmanagementsystem im Unternehmen erstellen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Erstellen Sie eine Überzeugungsrede bzw. eine Präsentation von ca. 5 Minuten, mit der Sie Ihren Geschäftsführer bzw. Vorstand zur Umsetzung eines nachhaltigen Umweltmanagementsystems in Ihrem Unternehmen veranlassen wollen.  30 Minuten Anmerkung: Überlegen Sie eine Gliederung. Eventuell gehen Sie dialektisch vor, Contra- und Pro-Argumente abwechselnd. Achten Sie darauf, Verstand und Gefühl anzusprechen, und „weiche“ Argumente und „harte“ Fakten zu verwenden. Denken Sie daran, Kernbotschaften zur formulieren. Wenn Sie statt der Rede eine Präsentation halten, erstellen Sie Präsentationsfolien zu den Argumenten und zu den Kernbotschaften und entwickeln Sie dafür eine geeignete Visualisierung. Für Anregungen bezügliche Präsentationen können Sie z.B. ENGELFRIED/ ZAHN (2012) heranziehen. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt bzw. im PC/ Laptop. Lösungen werden nicht aufgeführt. <?page no="236"?> 222 Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen Übung 115: Ökonomische Chancen und Risiken von Branchen bei einer nachhaltigen Entwicklung beurteilen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren, Strukturieren Übungstyp: Transferübung Aufgabe: Sie haben gerade Ihr Studium abgeschlossen oder Sie sind bereits im Umweltschutz bzw. im Umweltmanagement tätig. Jetzt sind Sie auf der Suche nach einer ersten bzw. einer neuen Arbeitsstelle in einem aus Umweltsicht nachhaltigen Unternehmen. Durch die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung werden in allen Branchen Anpassungen und (zum Teil große) Veränderungen notwendig. Manche Unternehmen sind dabei, diese vorzunehmen, in manchen sind sie schon (weit) fortgeschritten. In welchen Branchen sehen Sie durch die Anpassung der angebotenen Dienstleistungen bzw. Produkte und der Produktionsweise Chancen für einen sicheren Arbeitsplatz, bei welchen Risiken? In welchen Unternehmen?  45 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Übung 116: Handlungsvorgaben für umweltverträgliches Handeln im Unternehmen skizzieren Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: Zeichnen, Skizzieren Aufgabe 1: Zeichnen/ Skizzieren Sie sechs möglichst einprägsame Handlungsvorgaben für die Beschäftigten zum umweltverträglichen Verhalten in Unternehmen (z.B. als Aushänge, als Schilder).  12 Minuten Aufgabe 2: Zeichnen/ Skizzieren Sie zwei, Ihnen besonders wichtige, möglichst originelle Handlungsvorgaben für Ihre persönlichen Bekannten, wenn diese Sie zu Hause besuchen.  8 Minuten Anmerkung: Denken Sie dabei sowohl an Handlungsgebote als auch an Handlungsverbote. Aufgabe 2 können Sie auch bearbeiten, wenn Sie Schritt 21 bearbeiten. Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. <?page no="237"?> Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen 223 Übung 117: Motivation für die Umsetzung von (nachhaltigem) Umweltmanagement im Unternehmen Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Formulierung Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe: Im Folgenden sind die Anfänge von „(Selbst-)Motivationssprüchen“ aufgeführt, die für die Umsetzung von Umweltmanagement im Unternehmen hilfreich sein können. Führen Sie Anfänge möglichst originell fort und finden Sie zu jedem Anfang mindestens zwei Fortführungen.  20 Minuten Beispiel: Wer das ganze Leben lang auf einem Bein steht, … Lösungsmöglichkeit 1: … steht auf wackligen Füssen. Lösungsmöglichkeit 2: … geht/ läuft/ rennt ohne Pause. Anmerkung: Diese Motivationssprüche haben sich über die Jahre der beruflichen Tätigkeit des Verfassers „angesammelt“; sie wurden ständig ein wenig verändert und abgewandelt. Die Quellen konnten nicht mehr ermittelt werden. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Motivationssprüche: 1. Die Zukunft wird so sein, wie … 2. Wer nicht daran glaubt, besser werden zu können, … 3. Heute beginnt … 4. Wann, wenn nicht … 5. Nur wer sich selbst ständig neu definiert, … 6. Wer seinen eigenen Weg geht, … 7. Wer fragt, ist für fünf Minuten dumm. Wer nicht fragt, … 8. Ein neuer Weg entsteht dadurch, dass … 9. Um zur Quelle zu gelangen, … 10. Der beste Anfang ist der, … <?page no="238"?> 224 Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen Übung 118: Ausstieg aus der Atomtechnik oder: Ein persönlicher Weg Schwierigkeit:  Trainingsziel: Logik, Assoziieren Übungstyp: Rebus-Rätsel Aufgabe: Hinter jedem der Bilder, die im Text eingefügt sind, verbirgt sich ein Begriff. Finden Sie diesen Begriff. Denken Sie dabei logisch und auch ein bisschen „um die Ecke“.  30 Minuten Beispiel 1: Lösung: Eis würfel. Beispiel 2: Lösung: vier El em en te. Quelle: Text ENGELFRIED. Die Rebus-Rätsel sind SCHMIDT SPIELE (o.J.) entnommen. Ausstieg aus der Atomtechnik oder: Ein persönlicher Weg Der Topmanager betrachtete das fast schon verblichene auf seinem Schreibtisch. Es zeigte ihn mit den beiden Topmanagern der beiden Branchenkonkurrenten, daneben der Bundeskanzler und der Forschungsminister, ein Bild aus den späten 1970er Jahren. Sein Unternehmen verdiente damals sehr viel Geld mit der . Er war Leiter eines süddeutschen Atomkraftwerks und im Vorstand des Konzerns, zu dem die Kraftwerke gehörten. Er hatte keine . An jeden , es waren in seiner Zeit im Vorstand vier an der Zahl, konnte er sich genau erinnern, das Datum, die Dauer, diejenigen Beschäftigten, die zuerst handelten. Zum Glück wurde nur einer öffentlich bekannt, es waren die Zeiten der Anti- Atomkraftbewegung und selbstverständlich versammelten sich auch vor „seinem“ Kraftwerk Demonstranten. Weil auch ihm der anfallende Atommüll und das ungeklärte Problem der Lagerung Unbehagen verursacht hatte, konnte er im Unternehmen durchsetzen, dass in der Forschungsabteilung die erforscht werde. Er versprach sich durch diese Technologie die Vermeidung dieses Problems. Doch bisher stellte sich diese Technologie als nicht beherrschbar heraus. <?page no="239"?> Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen 225 Die weiteren Argumente der Atomkraftgegner hielt er für , für sehr überzogen und dem Zeitgeist geschuldet. Nach der Kernschmelze in Tschernobyl wurden die Proteste erneut laut. Seiner Meinung nach waren die Proteste auch generell vertretbar, vor allem wegen der Sicherheitsstandards in manchen Atomländern. Von seinen Argumenten, die Atomtechnologie stehe an einer folgenschweren , die Branche sollte umstrukturiert werden, sich wegen der öffentlichen Meinung vom Kerngeschäft wegbewegen oder sich zumindest ein zweites Standbein aufbauen, hielten die Vorstandskollegen nicht sehr viel. Parallel zu dieser Entwicklung stand mittlerweile eine neue Technologie vor dem Durchbruch: Die Computerbranche. Sie war im steilen , und die Nachfrage und der für die Produkte beeindruckten ihn sehr. Auch wenn die Kollegen im Vorstand seine doch selbstkritischen Meinungen nicht teilten, ließen sie ihm freie Hand, einen Teil der Gewinne seines Werks in eine von ihm gegründete Firma zu transferieren, die sich mit dem Vertrieb und der Erforschung der -Technologie befasste. Schnell gelang es ihm, ein gutes Nachwuchsteam zu finden, und einen Topingenieur aus einem amerikanischen der Branche als Geschäftsführer zu gewinnen. Mittlerweile wurde das Geschäftsmodell der Atomkraft überwiegend als „ “ bezeichnet, die Kritik daran war mittlerweile in der Gesellschaft breit verankert, und durch die neue Bundesregierung, jetzt mit grüner Regierungsbeteiligung, erlebten alternative Energien einen deutlichen . Und weil er wusste, dass ein so grundlegender Wandel und eine Neuausrichtung seiner Branche nicht vollzogen werden konnte, beschloss er drei Jahre früher als aus Altersgründen geplant, aus dem Unternehmen auszuscheiden. Er wurde in einem großen Empfang <?page no="240"?> 226 Schritt 20: Als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin Umweltmanagement umsetzen verabschiedet und in der Laudatio hob der jetzige Bundeskanzler die harten Diskussionen mit ihm hervor. Er würde als Seniorconsultant in sein damals gegründetes Unternehmen einsteigen und auch wenn er nicht mehr auf ein Gehalt angewiesen sein würde, wusste er, dass sich sein Honorar zum ersten Mal nicht wie anfühlen würde. Übung 119: Aus Begriffen des Umweltschutzes Geschichten formulieren Schwierigkeit:  Trainingsziel: Formulieren, Kreativität & Fantasie Übungstyp: kreative Sprachübung Aufgabe: Formulieren Sie aus vorgegebenen Begriffen bzw. Schlagwörtern jeweils eine originelle Geschichte. Alle vorgegebenen Begriffe müssen in der Geschichte vorkommen.  7 x 10 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgabe mündlich. Machen Sie sich eventuell Notizen auf einem separaten Blatt, um die Geschichte zu skizzieren. Lösungen werden nicht aufgeführt. Begriffe für die Geschichten: 1. Demonstration │ Einwegtaschentücher │ Frustration │ gelb │ Kongress │ Müllberge │ ökologischer Fußabdruck │ sauer │ Strand │ Umweg 2. Glück │ Großstadt │ himmelblau │ Landflucht │ Landwirte │ Massentierhaltung │ Ökosupermarkt │ stinkend │ Umweltraum │ Vertical Farming 3. Design │ EMAS │ Emissionen │ Hoffnung │ klar │ Klimaanlage │ rot │ Wassermangel │ Werksplanung │ Wüste 4. blau │ Elektroauto │ Freiheit │ Ressourcenmangel │ sicher │ Silicon Valley │ Solarzellen │ Start up │ verworren │ Weltmarkt │ 5. Altlast │ braun │ Bürgerinitiative │ Bürgermeister │ Flächenversiegelung │ Nahverkehr │ Party │ rational │ schmutzig │ Stadtplanung 6. essen │ FAO │ hellgrün │ hoffnungsvoll │ Modal Split │ Paradies │ Plastikmüll │ Populationsrückgang │ Tourismus │ Whale Watching 7. Energie-Mix │ Fernsehgerät │ innovativ │ Reiselust │ rosarot │ Suffizienz │ unabhängig │ Urlaub │ Vorstand │ Wochenendseminar <?page no="241"?> Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen Lernziele ► Kenntnisse zum betrieblichen Umweltschutz und betriebliche Umweltmanagementgrundsätze auf persönliches Handeln übertragen. ► den persönlichen Lebensstil hinsichtlich seiner Umweltverträglichkeit einschätzen. ► sensibilisiert werden hinsichtlich Möglichkeiten, im persönlichen Handeln (mehr) Umweltschutz umzusetzen. ► Empfohlener Arbeitsaufwand: Lesezeit 20 Minuten, Bearbeitung der Übungen 115 Minuten, Abgleichen bzw. Lesen der Lösungen ca. 25 Minuten (gesamt: ca. 2,5 Zeitstunden). Mit diesem Buch werden Sie qualifiziert, (nachhaltiges) Umweltmanagement in Unternehmen umzusetzen . Wenn nachhaltiges Umweltmanagement in Unternehmen bzw. Organisationen eingeführt wurde, d.h. wenn in nachhaltigen Produktions- und Logistikprozessen nachhaltige Dienstleistungen bereitbzw. nachhaltige Produkte hergestellt werden, dann verursacht das einzelne Produkt und seine Nutzung bzw. sein Konsum keine Umweltschäden mehr. Bis dieses Ziel erreicht ist, können Sie einen persönlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten und durch Ihren Lebensstil zur Verminderung und Vermeidung von Umweltauswirkungen beitragen. Persönlich umweltverträglich zu handeln bedeutet zunächst, das Umweltbewusstsein durch vertiefende Kenntnisse zu vergrößern. Informieren Sie sich durch Recherchen, Produktbeschreibungen, Produktaufdrucke, Beipackzettel etc. über Inhaltsstoffe der Produkte, über deren Ökobilanzen sowie die Herstellungsverfahren, über die Herkunft der Produkte, vorhandene Label und ihre Vergabekriterien etc. Nach einer Abwägung können Sie dann das am wenigsten umweltbelastende, noch besser, ein umweltverträgliches Produkt nachfragen, oder einen Lebensstil entwickeln, der insgesamt weniger Umweltauswirkungen verursacht. Für diesen aufgeklärten Konsum gibt es für Konsumentinnen und Konsumenten vielfältige Handlungsmöglichkeiten, 271 und Sie tragen dadurch zu einer Reduzierung der Umweltauswirkungen bei - allerdings ist es in vielen Bereichen auch nicht immer einfach, sich umweltverträglich zu verhalten, was zu einer Überforderung bei den alltäglichen Nachfrageentscheidungen führen kann. 272 Häufig wird über den aufgeklärten Konsum hinaus Suffizienz gefordert, d.h. Genügsamkeit und Verzicht auf Konsum. 273 Durch Verzicht bzw. Nichtnutzung vermeiden Sie selbstverständlich Umweltauswirkungen. Suffizienz allerdings in unserer vernetzten Welt und in unserer differenzierten 271 Anregungen zu verschiedensten Lebensbereichen finden Sie in einer Vielzahl von Ratgebern und Webseiten, z.B. www.nachhaltigkeitsrat.de, www.utopia.de. 272 Wie schwierig solche Abwägungen für Konsumentinnen und Konsumenten sind, zeigen folgende Beispiele: Biolebensmittel kaufen, die in Übersee produziert werden und durch den Transport mit den langen Transportwegen in ihrer Ökobilanz nachteilig sein können, derzeitige Verpackungsalternativen vergleichen (z.B. Glasmehrwegflasche gegenüber PET-Mehrwegflaschen), der Kauf eines Elektroautos gegenüber einem 3l-Auto, welche Meeresfische sind noch nicht vom Aussterben bedroht? Neben der Abwägung der umweltbezogenen Aspekte findet zudem immer auch eine ökonomische Abwägung statt, ob die umweltverträglichen Produkte, die u.a. bei Lebensmitteln oder Ökotextilien höhere Preise bedeuten, auch vom vorhandenen Haushaltseinkommen (bei ansonsten noch unverändertem Verhalten) gekauft werden können. 273 Meist nicht (nur) ökologisch motiviert, sondern einer protestantischen bzw. pietistischen Verzichtsethik folgend. <?page no="242"?> 228 Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen Gesellschaft ebenso schwierig umzusetzen wie ein vollständig aufgeklärter Konsum; zudem führt die Forderung nach Suffizienz meist zu einem ständig schlechten Gefühl beim Konsum, auch bei „notwendigem“ Konsum. Auf die Frage, die überwiegend nur Menschen der industrialisierten Länder stellen, welcher Konsum (überhaupt, noch) „notwendig“ ist, bleiben diejenigen, die Suffizienz fordern, nahezu immer konkrete Antworten schuldig, 274 und weichen auf die Argumentation bezüglich der Nachfrage umweltfreundlicher Dienstleistungen und Produkte aus, z.B. nach recyclingfähigen Handys oder Fernsehgeräten, Passivhäusern, Ökotextilien etc. Dies ist jedoch keine Diskussion über Suffizienz bzw. über ein Weniger an Konsum, sondern eben wiederum die Diskussion über umweltverträgliche oder nachhaltige Dienstleistungen bzw. Produkte . Der Argumentationsweise dieses Buches folgend werden in Unternehmen mit einem nachhaltigen Umweltmanagementsystem nachhaltige Dienstleistungen bereitbzw. nachhaltige Produkte hergestellt und deren Produktion und Kreislaufführung, einschließlich der Logistik und deren Nutzung, bedeuten keine Umweltschädigungen mehr. Wird dieser Aspekt der Produktnutzung und des individuellen Konsums in den Industrienationen - unabhängig davon, ob und wann die Möglichkeit umweltbezogen nachhaltiger Dienstleistungen und Produkte vorhanden ist - auf die globale Ebene und hinsichtlich zukünftiger Entwicklung übertragen, dann wird eine Suffizienz-Diskussion unerlässlich (wegen der Begrenztheit der materiellen Ressourcen und der Fläche), die dann auch die Diskussion der beiden anderen Aspekte der Nachhaltigkeit einschließt, die soziale Gerechtigkeit (einschließlich kultureller Vielfalt) und die Wirtschaftlichkeit. Grundlegende Themen sind dann u.a. eine Änderung des auf materiellem Wachstum basierenden globalen Wirtschaftssystems bei Zunahme der Weltbevölkerung (aufgrund der absolut verfügbaren Ressourcen, auch bei Kreislaufführung), die Ablösung des westlichen Lebensmodells als „Weltvorbild“ (einschließlich dem Infragestellen von Prestigedenken und Statussymbolen), eine Umsetzung vollständig anderer Lebensgewohnheiten (einschließlich weniger Arbeit mit Einkommensreduzierungen, Eigenarbeit, Tauschgeschäfte, Selbstversorgung, Spiritualität etc.), die Gestaltung nachhaltiger sozialer Sicherungssysteme (Gesundheits- und Altersversorgung, Grundeinkommen etc.), die Abwägung der Notwendigkeit von technologischem Fortschritt (z.B. in der Medizin) mit der Anwendbarkeit des (technologisch) Machbaren (z.B. Gentechnik, künstlicher Intelligenz) etc. 275 Ob und wie zielstrebig und konsequent Sie Ihr persönliches umweltschutzbezogenes Verhalten am Leitbild des aufgeklärten Konsums oder der Suffizienz orientieren, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere Ihrer Motivation, Ihrem Wohnort, Ihren Hobbys, Ihrem sozialen Umfeld und Ihrer Sozialisation. 276 In jedem Fall können Sie Ihr persönliches Handeln, Ihr persönliches Umweltmanagement , an den betrieblichen Umweltmanagementgrundsätzen, den Umweltschutzzielen und den Umweltschutzmaßnahmen orientieren. Nehmen Sie sich möglichst konkrete Ziele , konkrete Maßnahmen und Handlungen vor, die Sie dann, je nach Umfang, parallel oder nacheinander umsetzen. 277 Nehmen Sie sich für umfangreiche 274 Konkret beispielhaft: Ein Auto, in einer ländlichen Gegend? Welche Lebensmittel, Tiefkühlprodukte? Wie viel Wohnfläche pro Kopf, ein Einfamilienhaus? Wie viel Mode bei Kleidung? Wie häufig neue technische Geräte? 275 Als Überblick zur Diskussion über Suffizienz siehe movum (2016). 276 Eine Berechnung Ihrer persönlichen Umweltauswirkungen , z.B. Ihres ökologischen Fußabdruckes, können Sie u.a. durchführen unter www.fussabdruck.de/ fussabdrucktest/ #/ start/ index/ , Ihres CO 2 -Fußabdruckes z.B. unter http: / / wwf.klimaktiv-co2-rechner.de/ de_DE/ popup/ . 277 Beispielhaft: Zweimal pro Woche statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Hochschule bzw. zur Arbeit fahren. Montags, dienstags und freitags kein Fleisch essen. In den geraden Kalenderwochen Bio-Brot kaufen. <?page no="243"?> Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen 229 Maßnahmen oder Verhaltensänderungen genügend Zeit , bis Sie sie vollständig in Ihren Alltag integriert haben, dann erst sollte die nächste folgen - vermeiden Sie unbedingt, sich zu überfordern: Verhaltensänderungen muss man ebenfalls lernen . Und, es ist auch nicht notwendig, dass Sie so konsequent und zielstrebig wie Unternehmen vorgehen, denn umweltverträgliches Handeln sollte Ihnen auch Freude machen und für Sie mit einem umfassend guten Gefühl, auch des ethisch und moralisch richtigen Verhaltens, verbunden sein. Denken Sie bei der Bearbeitung der Übungen an alle Bereiche Ihres persönlichen Lebens: Wohnen, Urlaub, Ernährung, Freizeit, Hobby, Mobilität, Studium, Arbeit etc. Übung 120: Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Ideen entwickeln Aufgabe: Überlegen Sie in Ihrem privaten Handeln jeweils sechs (oder mehr) persönlich umsetzbare konkrete Maßnahmen zum Erreichen bzw. zur Umsetzung der folgenden Umweltmanagementgrundsätze bzw. Leitlinien. Diese konkreten Maßnahmen sind gleichzeitig Handlungsziele.  25 Minuten Anmerkung: Diese Übung könnte auch als Übungstyp „Transferübung“ formuliert werden: Leiten Sie aus den Beispielen für Maßnahmen für Unternehmen, die im Schritt „Ressourcenmanagement durchführen“ aufgeführt sind, Maßnahmen für Ihr persönliches Handeln ab. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 1: 1. Materialverbrauch und Abfallaufkommen reduzieren und Materialien in Kreisläufen führen. 2. Flächenverbrauch reduzieren und Flächenneuverbrauch vermeiden. 3. Artenschutz umsetzen und die Verbreitung nicht endemischer Tier- und Pflanzenarten verhindern. 4. Wasserverbrauch reduzieren und Grundwasser und Oberflächengewässer schützen. 5. Regenerative Energien nutzen und Energieverbrauch reduzieren. <?page no="244"?> 230 Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen Übung 121: „besser & schlechter“ im persönlichen Umweltschutzverhalten 1 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität, Assoziieren Übungstyp: kreative Schreibübung Aufgabe 1: Begründen Sie zuerst die folgenden Thesen möglichst fantasievoll und kreativ mit mindestens drei Argumenten.  15 Minuten Beispiel: Selbst Kochen ist besser als Fastfood konsumieren, weil … die Zutaten bekannt sind, … sich das Leben verlangsamt, … sich die Geschicklichkeit durch das Zubereiten erhöht, etc. Aufgabe 2: Vertauschen Sie nun die Behauptungen durch Ersetzen von „besser“ durch „schlechter“ und suchen Sie erneut mindestens drei möglichst fantasievolle und kreative Begründungen. Beispiel: Selbst Kochen ist schlechter als Fastfood konsumieren, weil … auf Küchen in Wohnungen verzichtet werden kann, … Fastfood ja auch nicht schädlich sein kann, sonst gäbe es längst Verbote, … Nahrungsmittel nicht verderben, die man nicht rechtzeitig zubereitet hat, etc.  15 Minuten Aufgabe 3: Zu den jeweiligen Thesen finden sich viele Pro- und Contra-Argumente. Bei welchen Thesen ist es Ihnen leicht gefallen, mehr als drei zu finden? Haben Sie mehr Pro- oder mehr Contra-Argumente gefunden? Recherchieren Sie kurz, wägen Sie die Argumente ab und bilden Sie sich zu den jeweiligen Thesen eine Meinung. Das Trainingsziel dieser Aufgabe ist: Logik, Urteilsfähigkeit.  15 Minuten Bearbeiten Sie die Aufgaben auf einem separaten Blatt. Lösungen werden nicht aufgeführt. Quelle: ENGELFRIED, Idee nach SUHR (2013) Thesen: 1. Zuhause einen Pullover statt ein T-Shirt zu tragen ist besser als viel zu heizen, weil … 2. Flohmärkte und Tauschbörsen sind besser als Produkte wegzuwerfen, weil … 3. Produkte gemeinsam zu nutzen ist besser als Produkte für sich allein zu kaufen, weil … 4. Duschen ist besser als in der Badewanne zu liegen, weil … 5. Fair Trade-Produkte zu kaufen ist besser als Lohndumping in Entwicklungs- und Schwellenländern, weil … 6. ÖPNV ist besser als MIV, weil … 7. Vegetarisches (veganes) Essen ist besser als Fleisch- oder Fischessen, weil … 8. Bio-Lebensmittel sind besser als gentechnisch veränderte Lebensmittel, weil … 9. Naturkosmetika sind besser als mit Tierversuchen hergestellte, weil … 10. Designklassiker als Möbel zu kaufen ist besser als modische Möbel, weil … <?page no="245"?> Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen 231 Übung 122: Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 2 Schwierigkeit:  Trainingsziel: Fantasie & Kreativität Übungstyp: kreative Ideen entwickeln Aufgabe: Überlegen Sie in Ihrem privaten Handeln jeweils sechs (oder mehr) persönlich umsetzbare und konkrete Maßnahmen zum Erreichen bzw. zur Umsetzung der folgenden Umweltmanagementgrundsätze bzw. Leitlinien. Diese konkreten Maßnahmen sind gleichzeitig Handlungsziele.  25 Minuten Anmerkung: Diese Übung könnte auch als Übungstyp „Transferübung“ formuliert werden: Leiten Sie aus den Beispielen für Maßnahmen für Unternehmen, die in den Schritten „Emissionen reduzieren und vermeiden“, „Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement durchführen“, „Transportmanagement durchführen“ und „Gebäudemanagement durchführen“ aufgeführt sind, Maßnahmen für Ihr persönliches Handeln ab. Bearbeiten Sie die Aufgabe auf einem separaten Blatt. Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 2: 1. Klimarelevante Emissionen reduzieren. 2. Lärm vermeiden und Lärmprofil ändern. 3. Störfallrisiko reduzieren und öko- und humantoxische Giftwirkungen ausschließen. 4. Verkehrsaufkommen reduzieren und Umweltauswirkungen von Verkehr reduzieren. 5. Gebäudebedarf reduzieren und Umweltauswirkungen von Gebäuden reduzieren. <?page no="246"?> 232 Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen Übung 123: Persönlich wahrgenommene Umweltprobleme gewichten Schwierigkeit:  Trainingsziel: Wahrnehmungsfähigkeit Übungstyp: Wahrnehmungsübung Aufgabe 1: Bewerten Sie die Umweltprobleme, die Sie individuell wahrnehmen („sehen“, „hören“, „riechen“), hinsichtlich Ihrer persönlichen Relevanz bzw. Ihrer Betroffenheit mit „10“ für „ich bin sehr betroffen“, mit „1“ für „ich bin nahezu nicht betroffen“.  15 Minuten Beispiel: Ich wohne an einer Bundesstraße und bin daher durch Lärm („hören“) sehr stark betroffen; Bewertung 10. Aufgabe 2: Könnten Sie sich vorstellen, aktiv zur Reduzierung eines Umweltproblems beizutragen? Tragen Sie dies unten in die Tabelle ein.  5 Minuten Umweltproblem Relevanz Umweltproblem Relevanz Artensterben Erosion Ressourcenverknappung Biotopzerstörung Störfälle Flächenversiegelung Smog Vermüllung der Landschaft Materialverschwendung Klimawandel Verbreitung nicht endemischer Arten elektromagnetische Strahlung Gewässerverschmutzung Artensterben Lärm Feinstaub Regenwaldabholzung Gerüche Waldsterben Nichtnutzung von Dachflächen mit Solartechnik Energieverschwendung … weitere? Mein Beitrag zur Reduzierung folgender Umweltprobleme könnte sein: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ <?page no="247"?> Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen 233 Übung 124: Warnhinweise Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Aufgabe: Sie sehen jetzt eine Graphik mit einigen Warnhinweisen. Prägen Sie sich diese ein. Blättern Sie dann auf die nächste Seite um.  5 Minuten Anmerkung: Diese Warnhinweise werden in Schwarz-Weiß-Ausführung wiedergegeben, obwohl sie teilweise in Signalfarben ausgeführt sind. Quelle: Zeilenweise von links nach rechts: eigenes Foto, eigenes Foto, www.brewes.de (link. Hinweis- und Warnschilder), www.brewes.de (link. Hinweis- und Warnschilder), www.wikipedia.org, Stichwort: Bildtafel der Verkehrszeichen in der Bundesrepublik Deutschland seit 2013, einschließlich entfallenen, www.roadsign.de, www.wikipedia.org (Stichwort: Bildtafel der Verkehrszeichen in der Bundesrepublik Deutschland seit 2013, einschließlich entfallenen Verkehrszeichen), www.brewes.de (siehe Hinweis- und Warnschilder), eigenes Foto. Warnhinweise: <?page no="248"?> 234 Schritt 21: Umweltschutz im persönlichen Alltag umsetzen Warnhinweise (Fortsetzung) Schwierigkeit:  Trainingsziel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung Übungstyp: Merkübung, Skizzieren Sie sahen eine Graphik mit einigen Warnhinweisen. Aufgabe 1: Lösen Sie folgende Aufgaben: Gestern war Freitag, welcher Tag ist übermorgen? Morgen ist Montag, welcher Tag war vor fünf Tagen? Wenn in zwei Monaten Juni ist, welcher Monat war dann vor sechs Monaten?  1 Minute Aufgabe 2: Notieren Sie die Warnhinweise, die Sie erinnern.  4 Minuten Aufgabe 3: Skizzieren/ Zeichnen Sie vier davon und vergleichen Sie diese mit der vorigen Seite (= Lösung).  10 Minuten Erinnerte Warnhinweise: _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________________________________________ Skizzen von Warnhinweisen: <?page no="249"?> Zusammenfassung, Würdigung und Ausblick In der betrieblichen Praxis nimmt Umweltmanagement wegen der zunehmenden Umweltprobleme, der Gesetzgebung, der steigenden Sensibilität der Konsumentinnen und Konsumenten und der Verschärfung des nationalen und internationalen Wettbewerbs eine immer wichtigere Rolle ein. Um nachhaltiges Umweltmanagement umzusetzen, steigt gleichsam die Notwendigkeit zur Berücksichtigung in der Hochschulausbildung. Das vorliegende Buch beschreibt einen vollständig neuen methodisch-didaktischen Ansatz : Systematisch werden in die fachliche Ausbildung und Lehre des betrieblichen (hier: des nachhaltigen) Umweltmanagements in Studiengängen an Universitäten und Hochschulen die Aspekte des Gedächtnistrainings integriert. Erstmalig wird ein Fachgebiet, hier Umweltmanagement bzw. betrieblicher Umweltschutz, anhand von Methoden des Gedächtnistrainings vermittelt, insbesondere dem Bearbeiten von Gedächtnistrainingsübungen, die einzelnen Gedächtnistrainingszielen zugeordnet sind, und dem Anwenden von Merktechniken, ergänzt um kurze erläuternde Texte. Dadurch soll das Gedächtnis verbessert werden und der Fachinhalt im Gedächtnis langfristig abgespeichert und abrufbar sein. Der hier in 21 Schritten vermittelte Umweltmanagementansatz , d.h. die Implementierung eines Nachhaltigen Umweltmanagements (bzw. Umweltmanagementsystems), basiert auf der strategischen Ausrichtung von Unternehmen hinsichtlich Umweltschutz, der Prozessorientierung und der qualitativen und quantitativen Ausrichtung an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung. Dieser Ansatz geht über die nach EMAS III und DIN EN ISO 14001 formal geforderten Ansprüche an Umweltmanagementsysteme (weit) hinaus. Folgende Fragen stellen sich bezüglich des neuen methodisch-didaktischen Ansatzes und der zu vermittelnden Lerninhalte:  Sind die aufgeführten Lerninhalte bzgl. Umweltmanagement bzw. Umweltschutz geeignet und ausreichend, die Grundlagen zu vermitteln, um Umweltmanagementsysteme in Unternehmen umzusetzen? Ja, der zu vermittelnde Stoff deckt - ergänzt um die erst seit einigen Jahren vorgenommene Übertragung von Nachhaltigkeitszielen auf das betriebliche Umweltmanagement - die Kerninhalte des Fachgebietes Umweltmanagement ab. 278  Ist der Ansatz eines „Nachhaltigen Umweltmanagements“ ein geeigneter Orientierungsrahmen für Unternehmen? Ja, aber es kommt im Wesentlichen auf die Positionierung des Unternehmens hinsichtlich des Stellenwerts von Umweltschutz im Unternehmen an, ob er umgesetzt wird.  Kann man mit Gedächtnistrainingsübungen Fachwissen vermitteln? Ja, es wurde gezeigt, dass Fachinhalte vermittelt und gleichzeitig Gedächtnistraining ermöglicht werden kann.  Eignen sich die Übungen zum Training von Gedächtnis ? Ja, die bisherige Anwendung der verschiedenen Arten von Gedächtnistrainingsübungen, v.a. außerhalb des Hochschulbereiches, belegt dies.  Kann man die neuartige methodisch-didaktische Vorgehensweise auf andere Fachgebiete übertragen? Ja, insbesondere auf betriebswirtschaftlich-, naturwissenschaftlich- oder technisch-ausgerichtete Fächer, eventuell mit anderer Schwerpunktsetzung und Ausrichtung 278 ENGELFRIED (2011; erste Auflage 2004) verband erstmalig die Arbeiten zur Theorie der Nachhaltigkeit mit denjenigen zum Thema „Implementierung von Umweltmanagement bzw. Umweltmanagementsystemen“. <?page no="250"?> 236 Zusammenfassung, Würdigung und Ausblick der Gedächtnistrainingsziele der Übungen. Bei Grundlagenfächern wie Mathematik, Statistik, wohl auch für Physik oder Chemie, scheint eine Anwendung schwieriger. Bei geisteswissenschaftlichen Fächern ist eine Detailbetrachtung vorzunehmen - in jedem Fall wird es von der Kreativität und dem Engagement der Lehrenden abhängen, inwieweit dies gelingt.  Sind die Merktechniken in anderen Fachgebieten bzw. Studienfächern anwendbar? Ja, aber je nach Fachgebiet ist eine spezifische Anpassung der Merktechniken notwendig.  Bringt der neue methodisch-didaktische Ansatz Vorteile für das Fach Umweltmanagement ? Ja, er unterscheidet sich deutlich von der herkömmlichen Hochschulausbildung und kann somit Neugier wecken, Abwechslung schaffen, Herausforderung bedeuten, Engagement bewirken etc. Allerdings können wegen der Neuartigkeit der Übungen durch höhere Anstrengungen in der Anfangsphase auch Motivationshemmnisse und dadurch eine verminderte Lerneffizienz auftreten. Gerade die Neuartigkeit der Übungen kann jedoch zu einer insgesamt deutlich verbesserten Gehirn- und Gedächtnisleistung führen. Die Vorteile lassen erwarten, dass die Lerninhalte verstärkt in das Langzeitgedächtnis überführt werden. Um eine exakte und belastbare Aussage dazu zu treffen, sind empirische Studien durchzuführen, die die herkömmliche Vermittlung in der Lehre mit der Vermittlung nach dem hier neu entwickelten Ansatz vergleichen.  Bringt der neue methodisch-didaktische Ansatz Vorteile für die Hochschulausbildung ? Ja, die eventuellen Nachteile der erstmaligen Einführung in einem einzelnen Fach können durch die Vorteile der Umsetzung in mehreren Fächern (über)kompensiert werden, da die Art der Übungen und v.a. die Anwendung von Merktechniken bekannt sind und dadurch insgesamt besser gelernt wird. Bessere Lernergebnisse , eine erhöhte Gehirn- und Gedächtnisleistung und die Abspeicherung des Gelernten im Langzeitgedächtnis lassen eine bessere berufliche Eignung der Studierenden erwarten. Zudem erweitern die Gedächtnistrainingsübungen die Methodenvielfalt in der Lehre und greifen auch neuere Tendenzen wie Gamification 279 auf, die Anwendung von Spieleprinzipien und Spielemechaniken für Problemlösungen. Die vielfältigen Vorteile bedeuten ein besser trainiertes Gehirn und ein besseres Gedächtnis und stellen somit für die Studierenden auch persönlich einen Gewinn dar. Es ist zu wünschen, dass das neuartige methodisch-didaktische Lehrkonzept zu einer schnellen und breiten Umsetzung von nachhaltigem Umweltmanagement in den Unternehmen führt, und dass es eine große Verbreitung in der Hochschullehre findet, da ständiges Gedächtnistraining in den wichtigen Lebensjahren der Ausbildung neben den Vorteilen im beruflichen Alltag auch für das Alter positive Effekte und eine höhere Lebensqualität erwarten lassen. Gedächtnistraining bzw. Lernen als Inhalt von Fächern wie Schlüsselkompetenzen könnte durch eine Integration dieser Schlüsselkompetenz in alle Lehrveranstaltungen entfallen. Ebenfalls wünschenswert (und bildungspolitisch notwendig) wäre, dass bereits in den Schulen die Erfolgsprinzipien des Lernens einschließlich des Gedächtnistrainings und der Merktechniken systematisch (und wiederholt) vermittelt werden, was eine bessere Vorbereitung auf die Universitäts- und Hochschulausbildung zur Folge hätte. 279 www.wikipedia.org, Stichwort: Gamification. Die umweltschutzspezifischen Gedächtnistrainingsübungen eignen sich für Gamification, weil sie u.a. unter Zeitdruck in Wettbewerbssituationen (teilweise auch als Gruppenübungen) durchgeführt werden können, sich über mehrere Unterrichtseinheiten mit Punktesammeln erstrecken können, Rangfolgen gebildet und auch Preise, Trophäen, Zusatzpunkte für Klausuren o.ä. vergeben werden können. <?page no="251"?> Literatur- und Quellenverzeichnis AbwAG: Gesetz über Abgaben für das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserabgabengesetz - AbwAG) (neugefasst vom 18.01.2005, BGBL I S. 114) AbwV: Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung - AbwV) (neugefasst vom 17.06.2004, BGBl. I S. 1108) AMG: Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG) (neugefasst vom 12.12.2005, BGBl. 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Der Stand der Internet-Links ist der 1.3.2021. <?page no="261"?> Index ABC-Übungen 9 Abfall 128 Ablauforganisation 91 Abschätzen, fundiertes 137 Abwärme 134, 145, 150 Abwasseranfall 133 Abweichungen 115 Access 186, 256 Akronyme 10, 22 Aktionsplan 115 Alarmplan 158 Altablagerung 50 Altlast 50 Altstandort 50 Amortisationsrechnung 204 Anagramme 9 Antifouling-Mittel 150 Arbeitsanweisung 92, 94, 266 Arbeitsplatz 112, 147 Arbeitsschutz 157, 158 Arbeitsschutzmanagement 80, 203 Artensterben 32 Artenvielfalt 131 Atmosphäre 33, 255 Audit 114 Auditor 109, 269 Aufbauorganisation 91 Aufforderungen 10 Aufnahmepfad 146 Ausbreitungsrechnung 79 Ausgleichsmaßnahme 131 Ausschließen 10 Bagatellmassenströme 146 Bauleitplanung 131 Baumassezahl 170 Baum-Liste 25 Bebauungsplan 129, 131, 170, 171 Bed-and-Breakfast 189 Begutachtung 109, 269 Behauptungen 10 Belastungsgrenze, kritische 145, 148 Belastungsspitzen 135 Benchmark 116 Beschaffung 205 Beschaffungslogistik 163 Betriebsbeauftragter 80 Bewegungsübungen 97 Biodiversität 32, 129, 130, 131 Biomimikry 191 Bionik 191, 194, 281 Biosphäre 33, 255 Biota 31 Biotop 33, 131, 255 Biozönose 33, 255 Bodenfunktion 130 Brainfood 18 Brainteaser 137, 156, 218 BRAVO-Methode 20 Carsharing 189 CO 2 -Fußabdruck 180 Controlling 204 Couchsurfing 189 Cradle-to-cradle 189 Cradle-to-grave 189 Design 185 ökologisches 188, 193, 194, 200, 280 umweltorientiertes 187, 188 Desksharing 170 Dienstleistung, umweltverträgliche 187 DIN EN ISO 14001 85, 87, 107 Direkteinleitung 132 Distributionslogistik 163 Distributionspolitik 72 <?page no="262"?> 248 Index Dokument 93 Dokumentenlenkung 93 Dokumentenmatrix 93 Downcycling 51 Düngemittel 150, 181 Effektivität 53, 260 Effizienz 53, 260 Einkauf 205 Einkaufsrichtlinien 128 Einwohnergleichwert 132 Elaboration 18 Elektrosmog 149 EMAS 85, 87, 107 Emissionen 143 die zur Photooxidantienbildung beitragen 146 direktes Einbringen 150 Erschütterungen 150 Licht 150 mit eutrophierender Wirkung 145 mit klimarelevanter Wirkung 144 mit ökotoxischer Wirkung 146 mit ozonschichtzerstörender Wirkung 144 mit versauernder Wirkung 145 optische Wirkungen 150 von biologischem Material 149 von elektromagnetischer Strahlung 149 von radioaktiver Strahlung 149 von Strahlung 149 Wirkungen für das Mikroklima 150 Emissionsgrenzwert 79 Emissionszertifikat 214 End-of-pipe-Technologie 262 End-of-pipe-Umweltschutztechnologie 56, 60 Energiebilanz 112, 180 Energieeffizienz 135, 171, 188 Energieeinsatz 134 Energiemanagement 80, 203 Energie-Mix 134, 135, 149 Energieträger 134 Energieversorgungstechnologien 139, 273 Entscheidungen 10 Entspannungstechnik 19 Entspannungsübungen 97 Erko-Code 26 Ernährung 18 Erosion 130 Eselsbrücke 22 Eutrophierung 32 Facility Management 169 Facility-Dienstleister 172, 173 Facility-Dienstleistungen 173, 279 Fair Trade 256 Fantasiereise 102 Fauna 31, 131 Fertigung 205 Fingerübungen 97 Flächengebrauch 129 Flächenmanagement 129 Flächennutzung 131 Flächenentsiegelung 133 Flächengebrauch 129 Flächennutzungsplan 129 Flächennutzungsplanung 131 Flächenverbrauch 129 Flächenversiegelung 133 nicht regenerativ 129 regenerativ 130 Flächennutzungsplan 170, 171 Flächenverbrauch 129 Flora 31, 131 Flussdiagramm 94, 266 Forschung & Entwicklung 204 Forschungs- und Entwicklungspolitik 72 Forstwirtschaft 129 Fracking 256 Freisetzung 149 freiwillige Selbstverpflichtungen 212 Fremdfirmen 96, 267 Füllwörter 11 Fungizide 150 Fußabdruck, ökologischer 53, 180, 190, 260 Gamification 236 Gebäudebedarf 170 Gebäudemanagement 169, 205 Gebäudesharing 170 Gedächtnis 7 Arten 7 deklaratives 7 episodisches 7 explizites 7 <?page no="263"?> Index 249 implizites 8 Kurzzeitgedächtnis 7 Langzeitgedächtnis 7 nicht deklaratives 7 semantisches 8 sensorisches 7 Ultrakurzzeitgedächtnis 7 Gedächtnissport 2, 21 Gedächtnistraining 9 Bewegung 11 Denk-Pfad 12 ganzheitliches 9 Übungstypen 9 Ziele 9, 11 Gedankenreise 102 Gefahrenabwehrplan 158 Gefahrguttransport 164 Gehirn Funktionen 9 Gehirnhälften 17 Gehirnhemisphären 17 Gemeinlastprinzip 211 Gemeinsamkeiten 10 Generationengerechtigkeit 41 Gentechnik 157 Geoengineering 256 Geothermie 256 Gerechtigkeit 41 Gerüche 148 Geruchsschwelle 149 Geruchsstoffe 148 Geschossflächenzahl 170 Gesundheitsschutz 157, 158 Gesundheitsschutzmanagement 80, 203 Grenzwert 79, 146 Grundflächenzahl 170 Grundstücksmanagement 205 Habitat 33, 131, 255 Handel 205 Herbizide 150 Homonyme 9 Hydrosphäre 33, 255 Ideenmanagement 204 Imagination, aktive 102 Immissionsgrenzwert 79 Implementierung 103 Elemente 105 Implementierungsverantwortlicher 103 Schritte 107 Indirekteinleitung 132 Inertisierung 147 Informationsmanagement 93, 204 Informationssystem 93 Innovationsmanagement 204 Insektizide 150 Instandhaltung 96, 267 Instrumente, der Umweltpolitik 211, 214 fiskalische 212 nichtfiskalische 212 Intelligenz 15 Internalisierung 211 Investitions- und Finanzpolitik 72 Investitionsrechnung 204 Jahresmittelwert 79 Kaizen 92 Kennzahlen 113 Kennzeichen 159 Kennzeichnungen 180, 195 Kernnutzen 189 Kettenmethode 22 Kick-off-Meeting 103 Kim-Spiele 11 Klimawandel 143 Kofferpacken 10 Kommunikationspolitik 72 Konditionierung 8 Konformität 117 Konstruktion 190 Konsum aufgeklärter 227 Verzicht 69 Kontrahierungspolitik 72 Kosten, externe 211 Kosten internalisieren 211 Kreisläufe biologische 52, 186 technische 51, 186 Kreuzworträtsel 11 <?page no="264"?> 250 Index Kundenwünsche 70 KVP 92, 104 Label 180, 195 Lagerwirtschaft 205 Landwirtschaft 129 Landwirtschaft, biologische 181 Lärm 148 Lärmschutzmaßnahme 148 Leitung, oberste 91, 103, 111, 114 Lernen 11, 13 Erfolgsfaktoren 15 Komponenten 13 Lernpräferenz 15 Lernstil 15 Lernstrategie 15 Lerntyp 17 Lernumgebung 16 Lernziele 16 Metakognition 14 Prozess 13 selbstgesteuert, selbstbestimmt 13 suggestopädisches 16 Superlearning 16 Voraussetzungen 15 Lesetechnik 18 Limbisches System 7 Lithospähre 33, 255 Loci-Methode 21 Logistik 163, 164, 165, 205 Major-Code 26 Managementsysteme, integrierte 203 Marketing ökologisches 69 umweltorientiertes 69 Marketinginstrumente 70 umweltorientierte 70 Marketingmix 70 umweltorientierter 73, 77 Massenbilanz 112, 180 Master-System 26, 27 Materialeffektivität 128, 171 Materialeffizienz 128, 188 Materialrecycling 51 Materialwirtschaft 205 Memory 10, 161, 166 Merksatz 22 Merktechniken 20, 236 Merkwörter 22 Metakognition 12, 14 Mikrogrids 135 Mindmaps 10 Mnemotechniken 20, 236 Mobilität 164 Modal Split 163, 164 Motivation 16 Multifunktionalität 189 NACE-Code 117 NACE-Liste 117 nachhaltige Entwicklung Leitbilder 62, 65 Leitlinien 62 Regeln 41 Zielsetzungen 41 nachhaltiges Umweltmanagement 61, 62 Nachhaltigkeitsdesign 191 Nachhaltigkeitserklärung 72 Nachverdichtung 129, 171 Nahrungsmittelzusätze 150 Nichteinhaltung 115 Nichtkonformität 115 Notfallmaßnahme 158, 267 Notfallvorsorge 158, 267 Nutztierhaltung 130 Oberbegriffe/ Gemeinsamkeiten 11 Obsoleszenz 189 Öko-Audit 114 -Verordnung 85 Ökobilanz 179, 182, 183 Öko-Label 180, 195 Öko-Leasing 189 Ökologie 33, 255 Öko-Marketing 69 Öko-Sponsoring 71, 264 Organigramm 94, 266 Ozonschichtzerstörung 32 Palindrome 10 Parkraumbewirtschaftung 170 PDCA-Zyklus 92 <?page no="265"?> Index 251 Pedosphäre 33, 255 Personalmanagement 158, 204 Personalpolitik 72 Pestizide 150, 181 Pflanzenschutzmittel 150 Photovoltaik 134 Polyseme 9 Populationsgröße 131 Positionierung handelsbezogene Faktoren 69 konsumentenbezogene Faktoren 68 Makroumfeld 69 marketingbezogene Faktoren 68 produktbezogene Faktoren 68 programmbezogene Faktoren 68 umweltbezogene 68 unternehmensexterne Faktoren 68 unternehmensinterne Faktoren 68 wettbewerbsbezogene Faktoren 69 Produkte 187 Gebrauchsprodukte 186, 189 Gestaltung 187 Intermediärprodukte 186, 189 Kreislaufführung 186 Lebenszyklus 50, 179, 187, 188, 189 Produktart 186 umweltverträglich 187 umweltverträglich, Folgen 192 Verbrauchsprodukte 186, 189 Produktion 205 Produktionspolitik 72 Produktionssharing 164 Produktivität 53, 260 Produktleasing 189 Produktpolitik 72 Produktrecycling 51 Produktsharing 187, 189 Prozess 91 Führungsprozess 91, 95, 267 Hilfsprozess 91 Kernprozess 91, 96, 267 Prozesslandkarte 94, 266 Prozessorganisation 91, 94, 103 Schlüsselprozess 91 Supportprozess 91 Unterstützungsprozess 91, 96, 267 Wertschöpfungsprozess 91 Qualität 94, 203, 266 Qualitätsmanagement 91, 203 Qualitätsmanagementsystem 91 Radioaktivität 149 Rahmenbedingungen, politische 211 Raumordnungsplanung 131 Rebound-Effekt 113, 256 Rebus-Rätsel 9 Rechnungswesen 204 Rechtsabteilung 204 Rechtsquellen 81 Rechtsvorschriften, umweltbezogene 79, 83, 117 Recycling Primärrecycling 51 Sekundärrecycling 51 Redistributionslogistik 163 Redistributionspolitik 72 Regenerativität 256 Registrierung Register der EU 118 Registrierungsnummer 118 Relationen 11 Ressourcen 127 Begrenztheit 32 Retrodistributionslogistik 163 Revalidierung 104 Revalidierungsaudit 118 Review 114 Revision 114 Rezertifizierung 104 Rezertifizierungsaudit 118 Rohstoffe 127 Rote Liste 131 Rucksack, ökologischer 53, 128, 180, 190, 260 Schnittstellen zum Umweltmanagement 203, 206 Service 205 Shareconomy 256 Sicherheitsmanagement 203 Sicherheitsprinzipien 157 Single Index-Wert 180 Smog London-Smog 145 Los Angeles-Smog 146 Solarthermie 134 <?page no="266"?> 252 Index Sonnenkollektoren 134 Sozialbetriebsprüfung 72 Sozialerklärung 72 Sozialpolitik 71 Sozialprüfung 72 St. Gallener-Umweltmanagementmodell 72, 75 Stadtplanung 131, 171 Stakeholder 111, 205 ständige Verbesserung 92, 104 Standort 117 Standortauswahl 163, 169 Stoffe bioakkumulierbar 146 biologisch abbaubar 150, 186, 187 Geruchsstoffe 149 kanzerogen 148, 188 leicht entzündlich 157 mutagen 148, 188 persistent 146 radioaktiv 149, 188 strahlend 149 teratogen 148, 188 Stolpersteine 10 Störfall 147, 157 Störfalleintrittswahrscheinlichkeit 157 Störfallfolgen 157, 158 Störfallmanagement 157 Strategie Basisstrategien 70 umweltbezogene 69 Sudoku 10 Suffizienz 227 Superfood 18 Technosphäre 33, 255 Teekesselchen 9 Terraforming 256 Tierhaltung 130 flächenunabhängige 130 Transferübung 6 Transport 163, 165 Transportmanagement 163, 205 Treibhauseffekt 32, 143 Umverpackung 187 Umwelt 31 Umwelt-Audit 114 Umweltauswirkung 36 direkte 52, 112 indirekte 52, 112 Umweltbetriebsprüfung 86, 109, 269 Bericht über 115 Prüfungsinhalte 115, 121 Umweltbetriebsprüfungsprogramm 114 Umweltbetriebsprüfungsverfahren 110, 269 Umweltbetriebsprüfungszeitraum 115 Umweltbetriebsprüfungszyklus 115 Umweltbewusstsein 31, 37 Umweltdiskussion, aktuelle 35, 46, 66, 84, 126, 141, 155, 167, 207 Umwelteinzelziel 108, 269 Umwelterklärung 109, 116, 269 aktualisierte 116 Inhalte 116, 122, 270 Umweltgutachter 117 Tätigkeiten 117 Umweltleistung 110, 116, 269 Umweltlizenzen 212 Umweltmanagement 61 Bezugsgrundlage 80, 85 Grundsätze 62, 127, 136, 151, 174, 229, 231 Merkmale 61 nachhaltiges 61, 86 Nachteile 63 persönliches 228 Vorteile 64 Umweltmanagementbeauftragter 104, 114, 116 Umweltmanagementgrundsätze 62 Umweltmanagementhandbuch 103, 110, 269 Gestaltung 114 Gliederung 113, 120, 270 Umweltmanagementsystem 103, 108, 109, 110, 269 Elemente 105, 111 Grundsätze 91 Implementierung 107 Mindestvoraussetzung 80 nachhaltiges 86 Umweltmanagementsystem-Audit 86, 114 Umweltmanagementvertreter 104 Umweltpolitik 108, 111, 268 Inhalte 119, 270 international agierender Unternehmen 111 Umweltprogramm 108, 269 Inhalte 113 Umweltprüfung 108, 268 Inhalte 112, 115 <?page no="267"?> Index 253 Umweltprüfungsprogramm 111 Umweltprüfungsverfahren 110, 269 Umweltraum, Umweltraumkonzept 42 Umweltschutztechnik End-of-pipe-Technologien 49 integrierte Umweltschutztechnik 50, 51 Umweltstandard 111 Umweltzertifikate 212 Umweltzielsetzung 108, 268 Unternehmensführung 71 Unterscheiden 11 Unterschiede 10 Urban Gardening 256 Validierung 117, 269 vegan 256 vegetarisch 256 Verantwortlichkeitsmatrix 92 Verantwortungsethik 41 Verantwortungsmatrix 92 Verdichtung 129, 171 Veredelungsverluste 130 Verfahrensanweisung 92, 94, 266 Verhalten 228 Verkehr 163 Verkehrsaufkommen 163 Verkehrsleistung 163 Verkehrsmittel 163 Verkehrsträger 163 Verpackung 186, 191 Vertical Farming 256 Vertragsmanagement 267 Vertrieb 205 Verursacherprinzip 211 Vielfalt biologische 32 kulturelle 71 virtueller Wassereinsatz 130, 133, 180 Vorfluter 132 Vorschlagswesen, betriebliches 204 Vulnerabilitätsstudie 256 Wahrnehmung 7 Wahrnehmungsspiele 11 Waldsterben 32 Warnhinweise 233 Wasser 132 Wassergewinnung 132 Wassermanagement 132 Weiterverwendung 51 Weiterverwertung 51 Wiederverwendung 51 Wiederverwertung 51 Wildlife-Management 131 Wille 16 Wirkungsschwelle 146, 147, 158 Wirtschaftsbetriebsprüfung 72 Wirtschaftserklärung 72 Wirtschaftspolitik 71 Wirtschaftsprüfung 72 Wissensmanagement 204 Zertifizierung 269 Zertifikat 118 Zertifizierer 117 Zertifizierer, Tätigkeiten 117 Zertifizierungsorganisation 117 Zulassungssystem 117 Zuordnen 11 Zuordnungsmatrix 113 <?page no="268"?> 254 Glossar Glossar mit wichtigen englischen Fachbegriffen Arbeitsschutz - (occupational) health and safety Artensterben - species extinction Belastungsgrenze - critical loads Effektivität - effectiveness, effectivity Effizienz - efficiency erneuerbare Energien - renewable energies Grundsätze - fundamentals, principles Klimawandel - climate change Kreislaufschließung - closed loop recycling Leitbilder - guidelines nachhaltige Entwicklung - sustainable development Nachhaltigkeit - sustainability nachwachsende Rohstoffe - renewable resources, renewable products Ökobilanz - ecobalance, environmental life cycle assessment Ökodesign - ecological design Ressourcen - resources Störfall - accident, hazardous incident Umweltauswirkung - environmental impact Umweltmanagement - environmental management, eco-management Umweltmanagementsystem - environmental management system, eco-management system Umweltraumkonzept - environmental space concept umweltverträglich - environmental friendly, environmental safe Umweltverträglichkeit - environmental safety, environmental soundness Anmerkung: Für ein schnelles Vertrautmachen mit wesentlichen, umweltspezifischen englischsprachigen Fachbegriffen sollte die Öko-Auditverordnung (EMAS III) in der englisch- und in der deutschsprachigen Fassung besorgt (https: / / eur-lex.europa.eu; Suche: EMAS III auf der englisch- und der deutschsprachigen Seite) und beide Fassungen parallel gelesen werden. <?page no="269"?> Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Lösungen in Schritt 1 Definitionen zum Umweltschutz 1 Ökologie : „Naturhaushaltslehre”; Beziehungen und Abhängigkeiten der Organismen zueinander und zur unbelebten Umwelt. Biotop, Habitat : Lebensraum, wobei Habitat meist ein größeres Gebiet umfasst als ein Biotop. Biozönose : Lebensgemeinschaft. Biosphäre : Von Lebewesen besiedelter Raum, der die Pedosphäre (Gesamtheit der Böden), die Hydrosphäre (mit Wasser bedeckter Teil), die unteren Schichten der Atmosphäre (Lufthülle) und die obersten Schichten der Lithosphäre (Gesteinsschicht) umfasst. Technosphäre : Technisch und vom Menschen geprägter Teil der Biosphäre. Begriffe aus dem Umweltschutz assoziieren 1 (Beispiele) A Atomkraft, Atomkraftwerk, Abraumhalde, Artenschutz, Access N Naturschutzgebiet, Nachhaltigkeitsziele B Biotop, Biogas, Biogasanlage, Bioprodukte O Ozonschichtzerstörung, Oberflächenwassernutzung, Ölteppich C Chemieunfall, Chlorgas, Chemikalienentsorgung P Phosphate, Pflanzenschutzmittel D Dioxin, Deponie, Düngemittel Q Quecksilber, Quallenplage E Emission, Energie-Mix, Erosion, Effizienz R Regenwaldabholzung, Ressourcenabnahme, Rebound-Effekt, Recycling, „Rote Liste“, Regenerativität F Feinstaub, FCKW, Fair Trade, Fukushima, Fracking S Störfallverordnung, Schwefeldioxid, Solartechnik, Shareconomy G Geoengineering, Gewässerschutz, Grenzwerte, Geothermie, Greenpeace T Trinkwasserreinhaltung, Tankerhavarie, Tschernobyl, Terraforming H Hausmüllverbrennungsanlage, Hochmoorzerstörung U Uran, UV-Strahlung, Überfischung, Urban Gardening I Immissionsschutz, Insektizide V Vegetationsschäden, Vermüllung, vegetarisch, vegan, Vertical Farming, Vulnerabilitätsstudie, J Jutetasche, Jahresmittelwert, Joule W Waldsterben, Wasserschutzgebiet, Weiterverwendung, Whale Watching K Klimawandel, Kohlendioxid, Kraftwerk, Kläranlage X, Y Xenonlampe, X/ Y-Chromosomenschädigung L Luftreinhaltung, Lebensmittelskandal, Lärmschutz Z Zellstoff, Zyanide M Meeresverschmutzung, Methan, Mülltrennung <?page no="270"?> 256 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Definitionen zu einigen der assoziierten Begriffe: Access bedeutet „Zugang“ zu Produkten und Leistungen, d.h. die Möglichkeit der Nutzung von Produkten steht im Vordergrund, nicht der Erwerb des Produktes als Eigentum. Fair Trade bedeutet, Nahrungsmittel zu verwenden, die zu „fairen“ Konditionen auf dem Weltmarkt gehandelt werden, z.B. mit gerechten Löhnen, ohne Kinderarbeit etc. Fracking ist ein Verfahren, mit dem Erdgas aus tieferen Gesteinsschichten gewonnen wird, indem Chemikalien in die Lagerstätten eingepresst werden. Geoengineering sind Maßnahmen, meist Technologien, die in ökologische (auch globale) Kreisläufe eingreifen, z.B. um das Wetter oder das Klima zu ändern, den Klimawandel zu vermindern etc., z.B. durch Einbringen von Chemikalien in die Atmosphäre. Geothermie ist ein Verfahren der regenerativen Energiegewinnung, bei dem durch Bohrungen die Erdwärme genutzt wird. Rebound-Effekt bedeutet, dass eine durch technische Maßnahmen erreichte Effizienzsteigerung durch Mehrnutzung (z.B. mehr Konsum, Produktionsausweitung) wieder aufgehoben wird, z.B. eine Senkung des Benzinverbrauches um 20 % pro 100 km (d.h. eine Effizienzsteigerung) wird durch Mehrfahrten aufgehoben. Regenerativität ist das Prinzip, dass die genutzten Energien und Materialien regenerativ sind. Shareconomy ist ein Kunstwort aus „Sharing“ und „Economy“ und bedeutet, Gebrauchsprodukte zu „teilen“, d.h. gemeinsam zu nutzen, z.B. Autos (Carsharing), Baumaschinen, Wohnungen etc. Terraforming bedeutet, in großem Maßstab in die Landschaft einzugreifen, um sie „besser“ nutzen zu können, z.B. der Bau mehrerer Staustufen in Flüssen für Wasserkraftwerke, Flussbegradigungen für Schifffahrt, Geländegestaltungen (z.B. Terrassierung) für Landbau. Urban Gardening bedeutet, Brachflächen, Dachflächen, Balkonflächen oder Grünflächen (z.B. zwischen Parkplätzen) in den Städten für den Nahrungsmittelanbau zu nutzen. Vegetarische Ernährung verzichtet auf Fleisch und Fisch. Ob Eier, Milch, Honig etc. konsumiert werden, hängt von der individuellen Auslegung ab. Vegane Ernährung verzichtet vollständig auf tierische Produkte. Vegan zu leben bedeutet, gar keine tierischen Produkte zu nutzen, weder in der Ernährung, noch zu anderen Zwecken, z.B. kein Leder für Schuhe, keine Wolle für Textilien etc. Vertical Farming bedeutet, in mehrgeschossigen Gebäuden (in der „Vertikalen“) die einzelnen Geschosse für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen, mit künstlicher Beleuchtung, mit Bewässerung und meistens wachsen die Pflanzen auf Bodensubstraten statt auf Boden und werden vollständig mit Nährlösungen etc. versorgt. Vulnerabilitätsstudie ist eine Untersuchung, in der die Empfindlichkeit von Ökosystemen gegenüber Umwelteinwirkungen analysiert und bewertet wird. <?page no="271"?> Lösungen in Schritt 1 257 Schlagwörter der aktuellen Umweltdiskussion Artensterben --- Atomausstieg --- Biolebensmittel --- Elektromobilität --- Elektrosmog --- Energiewende --- Feinstaub --- Flächenversiegelung --- Fracking --- Gebäudedämmung --- Genmais --- Geoengineering --- Klimawandel -- - Kreislaufwirtschaft --- Lärmschutzwand --- Massentierhaltung --- Mikroplastik --- Nachhaltigkeit --- Naturschutz --- Ozon --- Produktsharing --- Restmüll --- Tempolimit --- Umweltkennzeichen --vegan A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 N A C H H A L T I G K E I T 2 G V E G A N G 3 G E B Ä U D E D Ä M M U N G E 4 F E I N S T A U B M I 5 M A T 6 F A S S 7 L K R E I S L A U F W I R T S C H A F T 8 Ä S U E P N G L 9 C E A N R A E Ä 10 H A D M T O T O R 11 E R N O O I D U E M 12 N T E T Z E U R N S 13 V E W A O R K S G C 14 U M W E L T K E N N Z E I C H E N H T C I H 15 I R S E F A S H N U 16 G S T L R L H U E T 17 R I E E A T A T E Z 18 E E R K C U R Z R W R 19 N G B T K N I I A E 20 E E E R I G N N N S 21 M I K R O P L A S T I K L N O N G G D T 22 K L I M A W A N D E L U S G M 23 T E M P O L I M I T N M Ü 24 E L E K T R O M O B I L I T Ä T G O L 25 B I O L E B E N S M I T T E L G L Sachverhalte und deren Umweltwirkungen Nr. Umweltauswirkung Nr. Umweltauswirkung 1 Ressourcenabnahme (auch möglich: Artensterben) 16 humantoxische Wirkung 2 Artensterben 17 gesundheitliche Wirkung 3 Klimawandel (auch möglich: Ressourcenabnahme) 18 Eutrophierung 4 Versauerung 19 gesundheitliche Wirkung 5 Klimawandel 20 Versauerung 6 humantoxische Wirkung 21 Grundwasserverschmutzung 7 Ressourcenabnahme 22 Artensterben, humantoxische Wirkung 8 Grundwasserverschmutzung 23 Klimawandel 9 Artensterben 24 humantoxische Wirkung 10 Eutrophierung 25 ökotoxische Wirkung (auch möglich: humantoxische Wirkung) 11 gesundheitliche Wirkung 26 Ressourcenabnahme (auch möglich: Klimawandel) 12 Klimawandel 27 ökotoxische Wirkung 13 Klimawandel (auch möglich: Ressourcenabnahme) 28 Artensterben (auch möglich: Ressourcenabnahme) 14 humantoxische Wirkung 29 Ressourcenabnahme 15 Ozonschichtzerstörung 30 Ressourcenabnahme <?page no="272"?> 258 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Umweltschädigungen, Störfälle und Katastrophen, die zur Bildung des Umweltbewusstseins beitrugen Nr. Jahr bzw. Jahrzehnt Nr. Jahr bzw. Jahrzehnt 1 1970er Jahre 9 1952 2 1984 10 ab 1945 3 1976 11 1980er Jahre 4 ab 1958 12 2011 5 1973 13 1986 6 1980er Jahre 14 1970er Jahre 7 1990er Jahre 15 1980er Jahre 8 1991 Anmerkung: Überlegen Sie auch weitere Umweltschädigungen, Störfälle oder Katastrophen, die für Sie selbst besonders prägend waren, eventuell die Havarie der Ölbohrplattform Deepwater Horizon (Transocean/ BP, 2010) (www.wikipedia.org, Stichwort: Deepwater Horizon) oder die Waldbrände in Australien (2019/ 2020). Umweltprobleme visualisieren Beispielhaft drei Umweltprobleme in verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten: Klimawandel, Artensterben, Feinstaub/ Emissionen aus Verkehr. Persönlich wahrgenommene Umweltprobleme Lösungen werden nicht aufgeführt. Beachten Sie: Ein „Umweltproblem“, das nicht direkt wahrgenommen werden kann und nur durch Wissen „wahrgenommen“ wird, wäre z.B. das Sehen eines (geeigneten) Gebäudedaches, auf dem keine Photovoltaikzellen bzw. keine Solarkollektoren angebracht sind. Das „Umweltproblem“ wäre als „Nichtnutzung von regenerativen Energien“ zu beschreiben. Ein ähnliches Beispiel wäre auch ein Auto, in dem nur eine Person fährt. <?page no="273"?> Lösungen in Schritt 2 259 Begriffe aus dem Umweltschutz assoziieren 2 Lösungen werden nicht aufgeführt. Haben Sie auch Begriffe assoziiert, die aus drei (oder eventuell vier) Begriffen zusammengesetzt sind, z.B. Emissionsminderungsmaßnahme? Lösungen in Schritt 2 Meilensteine umweltschutz- und nachhaltigkeitsbezogener Literatur Nr. Titel/ Inhalt Jahr Verfasser/ Herausgeber 1 Beschreibung des Prinzips „Nachhaltigkeit” 1713 Hans Carl von CARLOWITZ 2 Prägung des Begriffs „Ökologie“ 1866 Ernst HAECKEL 3 „Serengeti darf nicht sterben“ 1959 Bernhard und Michael GRZIMEK 4 „Der stumme Frühling“ 1962 Rahel CARSON 5 „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“ 1965 Alexander MITSCHERLICH 6 „Die Grenzen des Wachstums“ 1972 Dennis MEADOWS/ Club of Rome 7 „Unsere Welt, ein vernetztes System“ 1978 Frederic VESTER 8 „Global 2000 - Der Bericht an den Präsidenten“ 1980 Council on Environment Quality 9 “Our Common Future/ Brundtland-Report” 1987 World Commission on Environment and Development 10 “Climate Change: the first IPCC assessment report” 1990 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change 11 „Abschlussbericht zur Konferenz von Rio/ Agenda 21“ 1992 UNCED (United Nations Conference on Environment and Development) 12 „Zukunftsfähiges Deutschland“ 1996 BUND/ MISEREOR (Wuppertal Institut) Schlagwörter der Umwelt- und Nachhaltigkeitsdiskussion … bei der ökonomischen Entwicklung der Weltwirtschaft: 1. Freihandel 2. Haftung 3. karbonfreie Wirtschaft 4. Postwachstumsgesellschaft 5. Verursacherprinzip 6. Wohlfahrtssteigerung … bei einer sozial gerechten Entwicklung: 1. Altersarmut 2. Bildung 3. Demokratisierung 4. Dezentralisierung 5. Einkommensverteilung 6. Entmilitarisierung 7. Fair Trade 8. Gesundheitsversorgung 9. Korruptionsbekämpfung 10. Menschenrechte 11. Netzwerke 12. Religiosität 13. Spiritualität 14. United Nations … bei ökologischer Entwicklung bzw. beim betrieblichen Handeln: 1. Access 2. Effektivität 3. Effizienzrevolution 4. Photovoltaik 5. Kreislaufschließung 6. Nullemission 7. Rebound-Effekt 8. Regenerativität 9. Dekarbonisierung 10. Shareconomy 11. Suffizienz 12. Transparenz 13. Weltweit einheitliche Standards … bei den zukünftigen Technologien: 1. Altlastensanierung 2. Automatisierungstechnik 3. Gentechnik 4. Geoengineering 5. Mikrotechnik 6. Nanotechnik 7. Regenerative Energien 8. Reproduktionsmedizin 9. Robotik 10. Terraforming 11. Vernetzung Thesen zur aktuellen Umweltdiskussion 1. Angesichts der aktuellen Umweltprobleme macht die inflationäre und unsaubere Begriffsverwendung „Nachhaltigkeit“ immer mehr zu einem plakativen Schlagwort. 2. Wirtschaftswachstum muss in Zukunft vom Umweltverbrauch entkoppelt werden, ansonsten ist es kein erstrebenswertes Ziel mehr. 3. Ein internationales, verbindliches und überprüfbares Klimaschutzabkommen muss umgesetzt werden, sonst nehmen zukünftig Schäden und Krisenmanagement zu. 4. Das Umweltbewusstsein in Deutschland ist bereits so hoch, dass die Entwicklung zum umweltorientierten Konsum nicht mehr umkehrbar ist. 5. Da die Erde ein materiell geschlossenes System ist, kann ohne das Schließen von Produkt- und Materialkreisläufen keine nachhaltige Entwicklung eintreten. Lösungen zu Aufgabe 2 werden nicht aufgeführt. <?page no="274"?> 260 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Lösungen in Schritt 3 Definitionen zum Umweltschutz 2 Effizienz: Verhältnis von erwünschtem Output zu Input. Ein Synonym für Output wäre „Nutzen“, der erreicht werden soll. Effizienz ist immer eine relative Größe und steigerbar, z.B. 200 km Fahrleistung statt 100 km pro 5 l Benzineinsatz. „Effizienz“ wird meist im Kontext von Verbrauch verwendet, z.B. Energieeffizienz, der gleich definierte Begriff „Produktivität“ im Kontext von Herstellung und Produktion, z.B. Arbeitsproduktivität. Effektivität: Erreichen einer absoluten Wirkung (synonym: eines Effektes). Sie ist immer absolut und wird erreicht oder nicht, z.B. das Erreichen von biologischer Abbaubarkeit bei einem Produkt. Ökologischer Rucksack: Materialeinsatz (kg) einschließlich des Abfallaufkommens über die gesamte Produktlinie des Produktes, d.h. in allen Produktstadien (nicht nur in der Nutzungsphase). Ökologischer Fußabdruck: Flächenverbrauch (m 2 ) über die gesamte Produktlinie eines Produktes, d.h. diejenige Fläche, die in allen Produktstadien (nicht nur in der Nutzungsphase) verbraucht und eingesetzt wird. Umweltschutzbegriffe unterscheiden 1 Nr. Unterscheidungskriterium 1 Wetter bzw. Witterungsbedingungen beim Auftreten des Smogs (hohe Sonneneinstrahlung versus Nebel) 2 räumlicher Wirkungshorizont (global versus regional) oder: verursachende Schadstoffe (CO 2 , CH 4 versus NH 4+ , PO 43- , BSB) 3 zeitlicher Wirkungshorizont (kurzbzw. mittelfristig versus langfristig) oder: Ursache der schädigenden Wirkung (Öl versus Strahlung) 4 räumlicher Wirkungshorizont (global versus lokal bzw. regional) oder: verursachende Schadstoffe (FCKW versus Schwefeldioxid und Stickoxide) 5 örtlicher Wirkungshorizont (regional versus global) oder: Art der schädigenden Substanzen (chemische Schadstoffe versus Strahlung) 6 Art der Umweltwirkung (Artensterben, Klimabeeinträchtigung versus Grundwasserbeeinträchtigung, Nichtmehrverfügbarkeit von Ressourcen, evtl. Klimabeeinträchtigung bei CH 4 -Ausgasung) 7 Regenerativität (regenerativ versus nicht regenerativ) 8 Art der Kreislaufschließung (biologischer Kreislauf versus technischer Kreislauf) 9 Art der Umweltschutztechnik (End-of-pipe-Technik versus integrierte Umweltschutztechnik) 10 Ort der Entstehung der Umweltauswirkungen (am Produktionsstandort versus bei Zulieferern, bei Nutzern, bei Abfallbehandlungsunternehmen etc.) Umweltschutzbegriffe ausschließen 1 Nr. Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 „Materialverbrauch“ ist keine Umweltwirkung, sondern eine Ursache von Umweltauswirkungen; die Wirkung wäre bei nicht regenerativen Materialien „Nichtmehrverfügbarkeit“. 2 „Eutrophierung“ ist zwar ein globales Umweltproblem, tritt aber überwiegend lokal bzw. regional auf. 3 „Lärm“; wenn die Lärmquelle abgestellt ist, werden die Umweltauswirkungen sofort vermieden. Auch wenn kein weiterer Müll mehr deponiert, kein weiteres Plastik mehr in die Meere gelangt und nahezu kein weiteres CO 2 mehr emittiert wird, treten weiterhin noch Umweltwirkungen ein (u.a. Grundwasserbeeinträchtigungen, Fischsterben, abgeschwächte Klimaerwärmung). 4 “großer Vulkanausbruch“ und dessen globale Umweltauswirkungen sind nicht von Menschen verursacht. (auch möglich: Schwermetallemissionen müssen keine globalen Umweltauswirkungen haben.) 5 „Waldsterben“ ist eine Umweltauswirkung, die zunächst regional ins Umweltbewusstsein drang und dann erst als global verbreitetes Umweltproblem erkannt wurde; die anderen Ereignisse bzw. deren Folgen waren unmittelbar global bewusstseinsprägend. 6 „Der Deutsche Wald“ ist keine für die Entwicklung des Umweltbewusstseins relevante Publikation. „Der Stumme Frühling“ (Rachel Carson, 1962), „Die Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome, 1972), „Serengeti darf nicht sterben“ (B. und M. Grzimek, 1959) und „Unsere Gemeinsame <?page no="275"?> Lösungen in Schritt 3 261 Zukunft“ (der sog. Brundtland-Bericht, 1987) sind bekannte Publikationen, die das Umweltbewusstsein prägten. (auch möglich: „Serengeti darf nicht sterben“ ist ein Dokumentarfilm, kein Buch.) 7 „Barak Obama“, ehemaliger US-Präsident, ist nicht als Umweltschützer bekannt geworden. Al Gore, US-Präsidentschaftskandidat, Friedensnobelpreisträger (2007), erstellte den international bekannten Dokumentarfilm über Klimawandel „Eine unbequeme Wahrheit“ (2006). Wangari Maathai, eine kenianische Umweltschützerin, Ministerin und Friedensnobelpreisträgerin (2004), initiierte mit dem Projekt „Green Belt Movement“ große Waldpflanzungen in Afrika. Jakob von Üxküll ist Gründer des „Right Livelihood Award“, des „Alternativen Nobelpreises“ (1980). Greta Thunberg, ist eine schwedische Klimaaktivistin und Gründerin der „FridaysForFuture“-Bewegung (2018). 8 „Horst Stern“, Wissenschaftsjournalist, gründete die Umweltzeitschrift „natur“ (1980), ist kein Politiker. Joschka Fischer, erster grüner deutscher Umweltminister (in Hessen, 1985). Winfried Kretschmann, erster grüner Ministerpräsident (in Baden-Württemberg, 2011). Gerhard Schröder, SPD-Politiker, ehem. Bundeskanzler, bildete die erste Bundesregierung mit grüner Regierungsbeteiligung (1998). Angela Merkel, CDU-Politikerin, Bundesumweltministerin (1994) und erste Bundeskanzlerin (2005), vollzog das Ende der Atomkraftnutzung in Deutschland. (auch möglich: „Angela Merkel“ ist kein Mann.) 9 „Schallschutzfenster“ sind eine End-of-Pipe-Umweltschutzmaßnahme. (auch möglich: „energieeffiziente Produktionsmaschine“, weil diese Maßnahme nicht in privaten Haushalten umgesetzt werden kann.) 10 „Demontage“ ist keine Form des Recyclings, sondern ein Prozessschritt, der zu Recycling führen kann. (auch möglich: „Demontage“, fängt nicht mit „W“ an.) 11 „Kompostierungsanlage“ ist keine End-of-pipe-Technologie, sondern eine Kreislaufschließungstechnologie für biologische Kreisläufe. 12 „Nivellierung“ ist keine Minderung. <?page no="276"?> 262 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 End-of-pipe-Umweltschutztechnologien skizzieren Beispielhaft: Kläranlage, Deponie, Müllverbrennungsanlage. Anmerkung: Bei Müllverbrennungsanlagen und bei Deponien handelt es sich um End-of-pipe-Technologien . Bei der skizzierten Kläranlage mit dem wesentlichen Verfahrensbestandteil der biologischen Reinigung kommt es auf die Inhaltsstoffe des Abwassers an, ob es sich um eine Kreislaufschließungstechnologie oder eine End-of-pipe- Technologie handelt: Bei der heutigen Zusammensetzung des Abwassers, das in kommunalen Kläranlagen behandelt wird, handelt es sich um eine End-of-pipe-Technologie, weil die bei der Reinigung entstehenden Klärschlämme nur zu einem geringen Teil in biologische Kreisläufe der Landwirtschaft eingehen können. Besonders zu betrachten ist die (Müll)Verbrennung bei ausschließlicher Verbrennung von unbehandeltem Altholz ( Monostoff-Verbrennung ), da dort ebenfalls eine Kreislaufschließung stattfinden kann. Investitionen in Umweltschutztechnologien Unternehmen Wann? Investition/ Umwelttechnologie? Preis? (€) Maschinenbau AG Oktober Analyse- und Messgerät für das Qualitätsmanagement 150.000 Outdoor-Sportbekleidung KG August energiesparende Produktionsanlage 350.000 Lebensmittel GmbH November Stoffabscheider, um die Abwassergebühren zu verringern 250.000 Chemikalienhandel OHG Juli Abfallverdichter, um das Volumen der Abfälle und dadurch Transportkosten zu reduzieren 400.000 Betriebliche Umstrukturierung „Umweltschutztechnik“ oder: „Kleine Ursache, große Wirkung“ Sieben Tage-Woche* --n acht arbeit --- Acht ung --ein Fehler nach dem anderen --- Um welt pro bleme* --da hinter kommen --fast unmöglich --- 5 vor 12* --- Firmen unter g an g* --kleine Ursache, große Wirkung --- Doppel agent --- Eins am keit --- B an K --- W und er* --ein Stück vom Glück <?page no="277"?> Lösungen in Schritt 4 263 Reihenfolge von End-of-pipe-Umweltschutztechnologien Dioxinfilter --- Deponieabdeckungsfolien --- SO 2 -Abscheider --- Staubfilter --- HCl-Abscheider --- Brennofen der Klärschlammverbrennungsanlage --- Gehörschützer --- DeNO X -Anlage Lösungen in Schritt 4 Nachteile von Umweltmanagement und Hemmnisse für die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen 1. fehlende oder mangelnde Kenntnisse, 2. zu geringe Anzahl von Beschäftigten, 3. Nutzen und Chancen werden nicht gesehen, 4. Kosten bzw. bürokratischer und formaler Aufwand erscheinen zu hoch, 5. fehlende Liquidität, 6. Umsetzbarkeit ist schwer vorstellbar, 7. wenig Kooperationsbereitschaft bei Lieferanten, 8. Vorbehalte gegen gesetzliche Regelungen, 9. (selbst)bindende Wirkung der kontinuierlichen Reduzierung von Umweltauswirkungen bzw. der ständigen Verbesserung des Umweltmanagementsystems, 10. fehlender Wille zur Veröffentlichung von Daten, 11. Angst vor Neuerungen und Veränderungen, 12. fehlende Initiative, fehlendes Verantwortungsgefühl, fehlendes Interesse und Gemeinschaftsinteresse, Bequemlichkeit sowie Verteidigung von Macht und Einflusssphäre. Leitbilder für nachhaltiges Wirtschaften altes Leitbild neues Leitbild Aspekt der Unterscheidung nachsorgender Umweltschutz vorsorgender Umweltschutz Umweltschutzprinzip End-of-pipe-Umweltschutztechnologien produktions- und produktintegrierte Umweltschutztechnologien Art des Technikeinsatzes Materialverschwendung Materialeffizienz Materialnutzung Abfallentsorgung Kreislaufführung (Materialeffektivität) Umgang mit Materialien Nutzung nicht regenerativer Energien Nutzung regenerativer Energien Regenerativität der Energieträger Energieverschwendung Energieeffizienz Art der Energienutzung Verbrauch nachhaltige Nutzung Nutzung von Naturkapital (z.B. Boden, Wald, Fischbestände etc.) „Von der Wiege zur Bahre“ „Von der Wiege zur Wiege“ Designprinzip für Produkte Produktorientierung (Produktkauf bzw. Produktverkauf) Nutzenorientierung (Nutzennachfrage bzw. Nutzenverkauf) Umgang mit Produkten Produktion und Produkt gesamter Produktlebenszyklus Umfang der betrachteten Umweltauswirkungen Beherrschung der Natur Orientierung an den Prinzipien der Natur Umgang mit der Natur Lösungen in Schritt 5 Unternehmenspositionierung hinsichtlich Umweltschutz bzw. Nachhaltigkeit beurteilen Eine dominante umweltbzw. nachhaltigkeitsbezogene Positionierung weisen z.B. Hipp (Babynahrung), Werner & Mertz („Frosch“-Haushaltsreinigungsprodukte) oder The Body Shop (Kosmetik) auf. Diese Unternehmen haben schon seit den 1980er Jahren konsequent diese Positionierung besetzt; heute z.B. Tesla (Auto), Beyond Meat (Lebensmittel). In Deutschland wird die Positionierung „nicht berücksichtigt“ aufgrund des Umweltbewusstseins der Konsumenten nicht mehr vorzufinden sein. Rüstungsunternehmen, auch wenn viele mittlerweile über ein Umwelt- <?page no="278"?> 264 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 managementsystem nach ISO 14001 oder EMAS verfügen, können nie eine glaubhafte Umweltschutzpositionierung einnehmen, da ihre Produkte auf gezielte Umwelt- und Gesundheitsschädigungen im Kriegsfall ausgelegt sind. Umweltorientierter Marketingmix beurteilen Instrumente umweltorientierter Kommunikationspolitik sind (verändert und gekürzt aus ENGELFRIED, 2011, S. 222/ 223):  Werbung, z.B. Anzeigen in Printmedien, in Funk und Fernsehen, im Kino, im Internet, Productplacement in Filmen, Ausstattung von Gebäuden, Supporting Service (Versorgung), Plakate, Zeichen, Symbole, Reklameschilder, Verpackungsbeilagen, Trikotwerbung im Sport,  Verkaufsförderung, z.B. Preisausschreiben, Gewinnspiele, Lotterien, Verkaufssonderprogramme, Werbegeschenke und Zugaben, Muster und Kostproben, Ausstellungen, Vorführungen, Gutscheine, Rabatte, Finanzierungsangebote, Unterhaltungs- und Bewirtungsangebote, Rabattmarken und Payback, Verbundangebote,  persönlicher Verkauf, z.B. Verkaufspräsentationen, Verkaufskonferenzen, Telefonverkauf, Bemusterung, Fachmessen und -veranstaltungen,  Direktmarketing, z.B. mit Katalogen, Handzetteln, Postwurfsendungen, Telemarketing, Werbegeschenken, TV- Direktverkauf, Telefon/ Handy, Email etc.,  Umweltsponsoring (synonym: Öko-Sponsoring),  Public Relations, z.B. Pressemappen, Reden und Vorträge, Veröffentlichungen, Seminar- und Kongressveranstaltungen, Lobbyismus, Geschäfts- und Umweltberichte, Spenden, Event-Marketing, Pflege der Beziehungen zur Öffentlichkeit, Durchführung von Begutachtungen und Erhalt von Zertifikaten und Labeln,  dialogorientierte Instrumente, z.B. Mediationsverfahren, Konsensuskonferenzen, Zukunftswerkstätten, Agenda-Prozesse. Teekesselchen im Umweltschutz 1 Nr. Teekesselchen Nr. Teekesselchen 1 Erde 6 Birne 2 Amerikaner (bzw. Amerikanerin, im Vergleich zu Einwohnern/ innen von Ländern mit großer Bevölkerungszahl) 7 Rost 3 Hamburger (Ausnahme: vegetarischer (Ham)Burger) 8 Klima 4 blauer Engel/ Der blaue Engel 9 Hahn 5 WHO 10 Tornado Lösungen in Schritt 6 Wichtige Umweltgesetze 1. Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) 2. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) 3. Wasserhaushaltsgesetz (WHG) 4. Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) 5. Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) 6. Baugesetzbuch (BauGB) 7. Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) 8. Chemikaliengesetz (ChemG) 9. Umwelthaftungsgesetz (UmweltHG) 10. Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) <?page no="279"?> Lösungen in Schritt 7 265 Lösungen in Schritt 7 Vergleich von EMAS III und DIN EN ISO 14001 Nr. Kriterium EMAS III DIN EN ISO 14001 1 Bezugsgrundlage/ Bezugstext europäische Verordnung EMAS (bzw. UAG) internationale Norm DIN EN ISO 14001 2 Geltungs-/ Anwendungsbereich in Ländern der EU weltweit 3 Systembezug Gemeinschaftssystem einschließlich Umweltmanagementsystem Umweltmanagementsystem 4 Auditobjekt Standorte bzw. Organisationen Organisationen 5 Ziel Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Umweltleistung, d.h. der Reduzierung der Umweltauswirkungen, und auf der Information der Öffentlichkeit Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Umweltmanagementsystems, um Reduzierungen der Umweltauswirkungen zu erzielen 6 Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung Verpflichtung zu kontinuierlicher Verbesserung der Umweltleistung Verpflichtung zu kontinuierlicher Verbesserung des Umweltmanagementsystems 7 KMU-Erleichterung Verlängerung der Auditzyklen (evtl.) geringerer Dokumentationsaufwand 8 Interner Auditzyklus interner Auditzyklus jährlich (bei kleinen Unternehmen alle zwei Jahre) interner Auditzyklus nicht festgelegt (in der Praxis üblich jährlich) 9 Externer Auditzyklus externer Auditzyklus vollständig alle drei Jahre (bei kleinen Organisationen alle vier Jahre) externer Auditzyklus nicht festgelegt (in der Praxis üblich alle drei Jahre) 10 Veröffentlichung Umwelterklärung muss veröffentlicht werden Umweltpolitik muss öffentlich zugänglich sein 11 externe Begutachtung bzw. Überprüfung Validierung durch akkreditierten Umweltgutachter bzw. Umweltgutachterorganisation Zertifizierung durch akkreditierte Zertifizierungsorganisation 12 Überwachung der Umweltgutachter bzw. -organisation bzw. der Zertifizierungsorganisation DAU (Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter) DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) 13 Erfolgsbestätigung Teilnahmeerklärung am Gemeinschaftssystem und Eintrag in das EMAS-Register Aushändigung eines Zertifikats 14 Logo zur Erfolgsbestätigung EMAS-Logo zur Teilnahme am Gemeinschaftssystem kein Logo, sondern Bestätigung durch Zertifizierungsorganisation 15 Registrierung der Standorte Registrierung keine Registrierung <?page no="280"?> 266 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Mindmap zum betrieblichen Umweltschutz Lösungen in Schritt 8 Definitionen zur Prozessorganisation Prozesslandkarte : Abbildung aller Wertschöpfungsprozesse und deren logische Anordnung, also ein Überblick, welche Prozesse es in einem Unternehmen gibt und wie diese zusammenhängen. Organigramm : Abbildung aller Unternehmensbereiche bzw. Funktionen (Positionen) und deren Beziehung zueinander, einschließlich aller Funktionen bzw. Positionen, die aufgrund von Rechtsvorschriften enthalten sein müssen. Flussdiagramm : Abbildung eines Prozesses, die alle Prozessschritte, mit denen die Vorgaben (Input) in die Ergebnisse (Output) überführt werden, und die Folgebeziehungen zwischen diesen Prozessschritten enthält. Verfahrensanweisung : Detaillierte Festlegung bzw. Beschreibung eines Prozesses. Arbeitsanweisung : Sehr genaue Festlegung bzw. Beschreibung, wie einzelne, komplexe umweltrelevante Tätigkeiten auszuführen sind, wann, in welchen zeitlichen Intervallen und zu welchem Zweck, wer verantwortlich ist, sie durchführt und Informationen weitergibt und wie mit den Dokumenten umgegangen wird. Qualität : Merkmale eines Produktes erfüllen die vorgegebenen Anforderungen oder die realisierte Beschaffenheit eines Produktes stimmt mit seiner vorgegebenen Beschaffenheit überein oder die hergestellten Produkte erfüllen die festgelegten technischen Merkmale, sind in diesem Sinne fehlerfrei und erfüllen die Anforderungen der Kunden. Betrieblicher Umweltschutz umweltorientierte Positionierung und Strategie umweltverträgliche Produktionspolitik umweltverträgliche Produktpolitik DIN EN ISO 14001 EMAS III Kosten der Einführung Vorurteile fehlendes Umweltschutz- Knowhow intergenerationelle Verantwortung intragenerationelle Verantwortung Umweltraumkonzept Kostenreduzierung Motivationserhöhung Umsatzsteigerung Rechtssicherheit Imagegewinn integrierte Umweltschutztechnologien End-of-pipe- Umweltschutztechnologien umweltorientierte Kommunikationspolitik <?page no="281"?> Lösungen in Schritt 8 267 Umweltrelevante Führungsprozesse  eine umweltorientierte Strategie des Unternehmens und ein umweltorientiertes Marketing mit externer Kommunikation planen, einschließlich des Nachweises eines offenen Dialogs mit der Öffentlichkeit,  eine umweltorientierte Personalpolitik planen,  eine umweltorientierte Forschungs- und Entwicklungspolitik planen,  eine umweltorientierte Finanzierung/ Liquidität planen, d.h. umweltorientierte Investitions- und Finanzpolitik planen,  die Umweltpolitik festlegen,  das Umweltprogramm festlegen,  die Organisation bzw. das Umweltmanagementsystem planen, die Aufrechterhaltung, die Pflege und die Weiterentwicklung gewährleisten und veranlassen, dass das Umweltmanagementsystem implementiert wird, einschließlich einen Beauftragten der obersten Leitung für das Umweltmanagement festlegen und die Systemelemente des Umweltmanagementsystems beschreiben,  die Umweltleistung und die Leistungsfähigkeit des Managements messen,  das Verfahren bei der Validierung bzw. Zertifizierung des Umweltmanagementsystems planen. Umweltrelevante Kern- und Unterstützungsprozesse Umweltrelevante Kernprozesse :  Angebot bearbeiten,  Produkt planen bzw. F&E durchführen,  Produktion und Demontage bzw. Recycling bzw. Kreislaufführung, einschließlich Abwasser und Notfallvorsorge und Notfallmaßnahmen und F&E planen,  Einkauf planen und durchführen,  F&E durchführen,  Produkt herstellen bzw. Dienstleistung erbringen,  Vertrieb bzw. Service und Redistribution planen und durchführen, einschließlich Distributions- und Redistributionslogistik planen,  Demontage bzw. Recycling bzw. Kreislaufführung durchführen. Wesentliche umweltrelevante Unterstützungsprozesse :  Rechnungswesen und Controlling durchführen,  Marketing durchführen,  Personalmanagement durchführen,  Umweltmanagement durchführen,  Transporte durchführen,  Grundstücke und Gebäude managen,  Instandhaltung, d.h. Inspektion, Wartung und Reparatur, durchführen,  Vertragsmanagement durchführen, d.h. die Vertragsgestaltung und Vertragsprüfung durchführen,  Fremdfirmen, die am Standort arbeiten, auswählen und überprüfen. Anmerkung: Für Logistikunternehmen ist selbstverständlich „Transporte durchführen“ bzw. für Facility Managementunternehmen „Grundstücke und Gebäude managen“ ein Kernprozess. <?page no="282"?> 268 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Verfahrensanweisung für einen Prozess erstellen (beispielhaft) Prozess: Auto in einer Werkstatt reparieren Anwendungsbereich bzw. Zweck: Täglich 5 Reparaturen in der Werkstatt Input: Kunde bringt defektes Auto zur Werkstatt Ergebnisse/ Output: Repariertes Auto Prozessdurchführung : Erstellen Sie ein Flussdiagramm oder eine EPK. Hierzu wird kein Lösungsvorschlag aufgeführt (eventuell ziehen Sie Literatur zur Prozessorganisation heran). Im Flussdiagramm sind bei den einzelnen Prozessschritten die Umweltauswirkungen (z.B. Altölanfall, Energieeinsatz, Abfallanfall etc.) aufzuführen. Verantwortlichkeiten: Verantwortungsmatrix erstellen (vergleiche ENGELFRIED, 2011, S. 128) Aufzeichnungen: Dokumentenmatrix erstellen (vergleiche ENGELFRIED, 2011, S. 129), eventuell Arbeitsanweisungen erstellen (vergleiche ENGELFRIED, 2011, S. 121) Umweltorientierte Gedankenreise (auch als Fantasiereise, Traumreise oder aktive Imagination bezeichnet) Ihre Entspannungsreise erfolgte still und ohne Anleitung. Gedanken-, Traum- oder Phantasiereisen zur Meditation werden meist von einem Dozenten, Coach etc. angeleitet. In diesem Fall, Ihrer selbstgewählten Gedankenreise, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie an einen Ort gereist sind, an dem keine Umweltprobleme zu erkennen waren, z.B. an einen Strand mit blauem Meer (ohne Abfälle und mit glasklarem Wasser), auf eine blühende Wiese mit vielen Blumen (ohne Erosion und mit großer Artenvielfalt, ohne Lärm), in einen Bergwald (ohne Waldsterben) etc. Welche Umweltprobleme waren an dem Ort Ihrer Gedankenreise nicht vorhanden? Lösungen in Schritt 9 Einzelne Schritte bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS III und DIN EN ISO 14001 Schritt Nr. Implementierungsschritt 1 Beschluss der obersten Leitung zur Einführung eine Umweltmanagementsystems treffen 2 Projekt „Implementierung“ von der obersten Leitung initiieren 3 Kick-off-Meeting als offizieller Start des Projekts veranlassen 4 Prozessorganisation einführen 5 Prozessunabhängige (Umwelt)Managementthemen regeln 6 Umweltrelevante Prozesse regeln 7 formale Elemente nach EMAS III bzw. DIN EN ISO 14001 umsetzen 8 Umweltmanagementhandbuch erstellen 9 Beschäftigte über festgelegte Umweltmanagementregelungen informieren 10 Umweltmanagementregelungen formal in Kraft setzen 11 internes Umweltaudit durchführen 12 Validierung (EMAS III) bzw. Zertifizierung (DIN EN ISO 14001) des Umweltmanagementsystems veranlassen Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 1 Umweltpolitik: Von der obersten Leitung verbindlich dargelegte Absichten und Ausrichtungen in Bezug auf die Umweltleistung, einschließlich der Einhaltung aller Umweltvorschriften und der Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung; umweltbezogene Leitlinien bzw. Handlungsgrundsätze, die sehr allgemein formuliert und nicht quantifiziert sind. Umweltprüfung: Umfassende, erstmalig und in der Folgezeit turnusgemäße Untersuchung der Umweltaspekte und der Umweltauswirkungen der Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen einer Organisation. Umweltzielsetzung: Sich aus der Umweltpolitik ergebendes und nach Möglichkeit zu quantifizierendes Gesamtziel. <?page no="283"?> Lösungen in Schritt 9 269 Umwelteinzelziel: Detaillierte Leistungsanforderung, die sich aus Umweltzielsetzungen ergibt. Umweltzielsetzung und Umwelteinzelziel sind konkrete Leistungsanforderungen. Deren Formulierung enthält die zur Erreichung getroffenen oder geplanten Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Mittel, einschließlich der festgelegten Zeitvorgaben und Prioritätenfestsetzung. Umweltprogramm : Beschreibung der Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Mittel zur Verwirklichung der Umweltzielsetzungen und Umwelteinzelziele, einschließlich der zur Zielerreichung festgelegten Zeitvorgaben und Prioritätenfestsetzung. Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 2 Umweltmanagementsystem : Teil des gesamten Managementsystems, der die Organisationsstruktur, Planungstätigkeiten, Verantwortlichkeiten, Verhaltensweisen, Vorgehensweisen, Verfahren und Mittel für die Festlegung, Durchführung, Überprüfung und Fortführung der Umweltpolitik und das Management der Umweltaspekte betrifft. Umwelterklärung : Umfassende Information der Öffentlichkeit und anderer interessierter Kreise durch das Unternehmen. Betriebsprüfer, Auditor : Zur Belegschaft der Organisation gehörende Person oder Gruppe von Personen oder eine organisationsfremde natürliche oder juristische Person, die im Namen der Organisation eine Umweltbetriebsprüfung durchführt. Begutachtung: Vom Umweltgutachter bzw. einer Umweltgutachterorganisation durchgeführte Konformitätsbewertung mit der festgestellt werden soll, ob Umweltprüfung, Umweltpolitik, Umweltmanagementsystem und interne Umweltbetriebsprüfung sowie deren Umsetzung den Anforderungen von EMAS entsprechen (Validierung). Nach DIN EN ISO 14001 wird die Begutachtung von einem Zertifizierer bzw. einer Zertifizierungsorganisation durchgeführt (Zertifizierung). Umweltbetriebsprüfung: Systematische, dokumentierte, regelmäßige und objektive Bewertung der Umweltleistung der Organisation, des Managementsystems und der Verfahren zum Schutz der Umwelt. Die Umweltbetriebsprüfung wird auch als Umweltaudit (synonym: Öko-Audit) bezeichnet, wobei ein Audit allgemein als „Überprüfung der Wirksamkeit von festgelegten Maßnahmen innerhalb eines Systems mittels SOLL-IST-Vergleich“ definiert ist. Audit wird auch als Revision oder Review bezeichnet. Die Umweltbetriebsprüfung ist eine interne Revision bzw. ein internes Review und wird nach DIN EN ISO 14001 als Umweltmanagementsystem-Audit bezeichnet. Definitionen nach EMAS III zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen 3 Umweltleistung : Messbare Ergebnisse des Managements der Umweltaspekte einer Organisation. Die Messungen werden anhand von Umweltleistungsindikatoren durchgeführt, das sind spezifische Parameter, mit denen sich die Umweltleistung messen lässt, z.B. Stickoxidemission pro kg hergestellter Produkteinheit. Umweltmanagementhandbuch : Schriftliche Dokumentation des Umweltmanagementsystems. Umweltprüfungsverfahren: Managementinstrument zur umfassenden Untersuchung der Umweltaspekte und der Umweltauswirkungen des Unternehmens. Es beschreibt, wie die Umweltprüfung durchgeführt wird. Umweltbetriebsprüfungsverfahren: Managementinstrument zur Bewertung der Umweltleistung des Unternehmens, des Managementsystems und der Verfahren zum Schutz der Umwelt. Es beschreibt, wie die Umweltbetriebsprüfung, das Öko-Audit, durchgeführt werden soll. <?page no="284"?> 270 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Lösungen in Schritt 10 Inhalte der Umweltpolitik  Zusammenhang zwischen der Umweltpolitik, dem Umweltprogramm und dem Umweltmanagementsystem,  Einordnung des Ziels Umweltschutz im Verhältnis zu den anderen Unternehmenszielen,  Verpflichtung zur Einhaltung aller umweltbezogenen und relevanten Rechtsvorschriften,  Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und zur Vermeidung von Umweltbelastungen, auch über die Einhaltung der umweltbezogenen Rechtsvorschriften hinaus, einschließlich einer Angabe zur Störfallreduzierung,  Förderung des Verantwortungsbewusstseins und des Umweltbewusstseins der Beschäftigten und deren Einbeziehung in den betrieblichen Umweltschutz,  Einsatz von Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen, einschließlich Altlastensanierung,  Überprüfung bzw. Kontrolle der Managementtätigkeit in Bezug auf Umweltschutz,  Festlegung von Verfahren bzw. Maßnahmen, wenn das Unternehmen die Umweltpolitik bzw. die Umweltziele nicht einhält,  Umgang mit Stakeholdern. Inhalte des Umweltmanagementhandbuches bzw. einzelne Kapitel des Umweltmanagementhandbuches  Inhaltsverzeichnis, mit einer kurzen Erläuterung der Struktur und des Aufbaus des Umweltmanagementhandbuches, sowie einem Abkürzungsverzeichnis,  Vorwort der obersten Leitung,  Beschreibung des Zwecks und des Geltungsbereiches des Umweltmanagementsystems,  Definitionen/ Begriffsbestimmungen,  Kurzbeschreibung des Standorts, einschließlich Lageplan,  Umweltpolitik und Umweltprogramm des Unternehmens,  Auflistung aller für das Unternehmen geltenden umweltbezogenen Rechtsvorschriften,  Auflistung weiterer umweltrelevanter Anforderungen an das Unternehmen,  Verweise auf allgemeine mitgeltende Unterlagen,  Beschreibung der Verantwortung und Zuständigkeit für das Umweltmanagementhandbuch,  generelle Beschreibung der Systemelemente des Umweltmanagementsystems, d.h. Prozesslandkarte bzw. Organigramm, generelle Regelung der Verantwortlichkeiten, generelle Regelung der Dokumentenlenkung, Allgemeines bzgl. Umweltverfahrensanweisungen, Allgemeines bzgl. Umweltarbeitsanweisungen,  Regelung der umweltrelevanten Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse, wobei für jeden Prozess ein Kapitel im Handbuch vorzusehen ist. Inhalte der Umwelterklärung  ein Grußwort bzw. Vorwort der obersten Leitung,  eine Beschreibung der Struktur des Unternehmens und einer Zusammenfassung seiner Tätigkeiten sowie eine kurze Beschreibung der Werksinfrastruktur,  die Umweltpolitik,  das Umweltprogramm, die Umweltzielsetzungen und die Umwelteinzelziele,  eine (kurze) Beschreibung des Umweltmanagementsystems, einschließlich einer Prozesslandkarte, eines Organigramms und der generellen Beschreibung bezüglich der Verantwortlichkeiten, der Dokumentation und der Kontrolle,  eine Zusammenfassung der Daten über die Umweltleistung,  eine Beschreibung aller bedeutenden direkten und indirekten Umweltaspekte,  die Angabe der Bruttowertschöpfung (Euro), des jährlichen Gesamtumsatzes (Euro) und der Zahl der Beschäftigten,  eine Beschreibung sonstiger Faktoren der Umweltleistung, z.B. eine Darstellung der vor- und nachgelagerten Unternehmensbereiche,  eine Bezugnahme auf die relevanten umweltbezogenen Rechtsvorschriften und eine Erklärung der Einhaltung dieser Rechtsvorschriften,  der Ansprechpartner im Unternehmen, <?page no="285"?> Lösungen in Schritt 10 271  die Gültigkeitserklärung des Umweltgutachters, einschließlich Name, Akkreditierungsbzw. Zulassungsnummer, Ort und Datum der Validierung, Anschrift und Unterschrift, EMAS-Logo und Registrierungsnummer des Standorts bzw. des Unternehmens. Mindmap zum Umweltmanagementsystem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 EMAS III Prozessorganisation Prozesslandkarte Flussdiagramm Arbeitsanweisung Verantwortungsregelung Dokumentenregelung kontinuierliche Verbesserung Sicherheits-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement Verbesserung der Umweltleistung Regelungen in Kraft setzen Kick-off-Meeting Projektteam bilden Einbeziehung der Beschäftigten Einhaltung der Rechtsgrundlagen offener Dialog mit der Öffentlichkeit Umweltschutzbegriffe unterscheiden 2 Nr. Unterscheidungskriterium 1 Regelungsbereich des Gesetzes (Wasserhaushalt versus Kreislaufwirtschaftsgesetz) 2 rechtsnormerlassendes Gremium (Exekutive, z.B. Bundesregierung, versus Legislative, z.B. Bundestag) 3 Geltungsbereich (Europa versus weltweit) 4 Normungsgegenstand (Qualität versus Umweltschutz) 5 Normungsgegenstand (Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz versus Qualität) 6 Relevanz für das Unternehmen (kundenbzw. qualitätsrelevant versus nicht kundenbzw. nicht qualitätsrelevant) 7 Konkretisierungsgrad (unkonkret versus konkret und messbar) 8 rechtliche Notwendigkeit (freiwillig versus notwendig, wenn Störfallverordnung gilt) 9 (primärer) Zweck der Prüfung (Erfassung und Bewertung der Umweltauswirkungen versus Erfassung und Bewertung der Leistungsfähigkeit des Umweltmanagements bzw. des Umweltmanagementsystems) 10 Verbindlichkeit (freiwillig und ohne konkrete Vorgaben versus verbindliche Notwendigkeit und mit konkreten inhaltlichen Vorgaben bei der Umsetzung von EMAS) <?page no="286"?> 272 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Thesen zum betrieblichen Umweltschutz 1. Additive Umweltschutztechnik ist ein veraltetes Konzept und muss systematisch durch integrierte Umweltschutztechnik abgelöst werden. 2. Ohne die Einführung von Prozessorganisation, einschließlich einer übersichtlichen Dokumentation, kann kein systematisches Umweltmanagement durchgeführt werden. 3. Kleinunternehmen sollten sich von der IHK, der HWK oder von einem externen Consultingunternehmen Unterstützung in Fragen des Umweltrechts einholen. 4. Die Unternehmensführung sollte sich über die Stellung des Umweltschutzes im Unternehmen bewusst sein, bevor ein Umweltmanagementsystem umgesetzt wird. 5. Das interne Umweltaudit als ein Instrument zur Selbsteinschätzung sollte im Eigeninteresse des Unternehmens objektiv und kritisch durchgeführt werden. Lösungen zu Aufgabe 2 werden nicht aufgeführt. Lösungen in Schritt 11 Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 1 1. Die Produkte sollen in technischen oder in biologischen Kreisläufen verbleiben, ansonsten treten Umweltauswirkungen ein und die Ressourcen nehmen ab. 2. Die Erhöhung der Materialeffizienz um den Faktor 10 bei allen zukünftigen Produkten ist nötig, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. 3. Der Rückgang landwirtschaftlich nutzbarer Fläche durch Bebauung, Erosion und Wüstenausbreitung ist zu vermeiden, um Probleme in der Nahrungsmittelversorgung und Artensterben zu vermeiden. 4. Die Abwasserströme mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen sollten möglichst getrennt gehalten werden, um spezifische Reinigungstechniken einsetzen zu können. 5. Den Energieeinsatz zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und fossile durch regenerative Energien zu ersetzen sind wichtige Maßnahmen im Energiemanagement, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung. Fundiertes Abschätzen 1 Aufgabe 1: 100 km 2 = 100 x 1.000 m x 1.000 m = 100.000.000 m 2 , davon 7.500 m 2 = unter 0,1 Promille versiegelte Fläche (also ein sehr geringer Anteil). Bewertung hinsichtlich Nachhaltigkeit: Da es sich um Flächenneuverbrauch handelt, der für eine nachhaltige Entwicklung zu vermeiden ist, wäre es sinnvoller, am Rande des Urwaldes ein bereits versiegeltes Gelände zu nutzen, dieses neu zu bebauen und den höheren Transportaufwand durch das Hin- und Herfahren mit LKW durchzuführen, die mit erneuerbaren Kraftstoffen angetrieben werden. Aufgabe 2: ca. 250 g Futter pro Tag pro Hund, ca. 80 g pro Tag pro Katze (Schätzung) = ca. 1,7 kg pro Woche pro Hund, ca. 600 g pro Woche pro Katze = ca. 90 kg pro Jahr pro Hund, ca. 31 kg pro Jahr pro Katze; in Deutschland ca. 8 Mio Hunde (jeder zehnte) (Schätzung) und ca. 4 Mio Katzen (jeder zwanzigste) (Schätzung); Hund: ca. 8.000.000 x ca. 90 kg = 720.000.000 kg x 2 Cent = 1.400.000.000 Cent = ca. 14.000.000 Euro; Katze: ca. 4.000.000 x ca. 31 kg = 120.000.000 kg x 2 Cent = 240.000.000 Cent = 2.400.000 Euro, Summe ca. 16 Mio Euro Spende. Aufgabe 3: 1 AKW = ca. 1.200 MW x 8.000 Betriebsstunden/ a (Schätzung) = 9.600.000 MWh x 5 AKW = 48.000.000 MWh; 1 Windrad ca. 6 MW x 4.000 Betriebsstunden (Schätzung) = 24.000 MWh/ Windrad; 48.000.000/ 24.000 = ca. 2.000 Windräder. <?page no="287"?> Lösungen in Schritt 11 273 Umweltschutzbegriffe ausschließen 2 Nr. Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 „reaktiv“ ist kein Merkmal von nachhaltigem Umweltmanagement. 2 „Bundesemissionsschutzgesetz“ gibt es nicht. 3 „Umweltschutzbeauftragte“ sind rechtlich nicht erforderlich im Gegensatz zu je nach Voraussetzungen der Unternehmen bezüglich Störfallrisiko, Abwasseranfall, Abfallentstehung, Emissionen den anderen Beauftragten. 4 „Umwelterklärung“ ist kein Bestandteil der Umsetzung von DIN EN ISO 14001, sondern von EMAS. 5 „DIN EN ISO 9001“ ist keine umweltbezogene, sondern eine qualitätsbezogene Norm. 6 „Luft“ wird üblicherweise nicht als Ressource betrachtet, obwohl „saubere“ Luft eine Grundbedingung für ein gesundes menschliches Leben ist. 7 „Rapsöl“ ist ein regenerativer Brennstoff. 8 „Torf“ ist keine regenerative Ressource. 9 „Stierhoden“ stammt nicht von einer vom Aussterben bedrohten Tierart. 10 „steigender Energieeinsatz“ ist keine primäre Auswirkung von Flächenverbrauch. 11 „Einsatz von regenerativen Energien“ ist keine Effizienzerhöhung, sondern eine Effektivität. 12 „effizient produzieren“ ist keine individuelle Maßnahme zur Energieeinsparung, sondern eine unternehmensbezogene. Energieversorgungstechnologien skizzieren Beispielhaft: Photovoltaikfeld, Windpark, Atomkraftwerk. Fragen zum Umweltschutz 1 1c, 2b, 3c, 4c, 5a, 6a, 7c, 8b, 9b, 10a <?page no="288"?> 274 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 1 Nr. Richtiger Fachbegriff Nr. Richtiger Fachbegriff 1 Revision 7 Rezession, Restriktionen 2 Kontinente 8 Habitatschutz 3 ätherische (auch möglich: exotische) 9 kompostierte 4 zertifizieren 10 Medians 5 transparenter 11 revolutionär 6 Autonomen 12 Prognose Lösungen in Schritt 12 Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 2 1. Eine Reduzierung von klimarelevanten Emissionen aus fossilen Brennstoffen auf Null bis zum Jahr 2050 ist notwendig, um den Klimawandel zu begrenzen und seine Folgen zu reduzieren. 2. Der Eintrag persistenter und bioakkumulierbarer Substanzen in die Umwelt ist zu vermeiden, weil es mit der Zeit immer zu Schädigungen in der Nahrungskette kommt. 3. Um die Versauerung der Umwelt und sauren Regen auf ein nachhaltiges Niveau zu senken, sind S0 2 -Emissionen und NO x -Emissionen um jeweils 80 % zu reduzieren. 4. Weil Lärm wegen der physischen und vor allem der psychischen Beeinträchtigungen ein dringendes Umweltproblem ist, sind lärmarme Verfahren und Produkte zu nutzen. 5. Das Einbringen nicht endemischer Arten in Ökosysteme ist zu vermeiden, damit ökologische Gleichgewichte nicht verschoben werden und langfristig kein Artensterben stattfindet. Fragen zum Umweltschutz 2 1a, 2c, 3c, 4b, 5b, 6a, 7b, 8a, 9b, 10a Umweltschutzbegriffe unterscheiden 3 Nr. Unterscheidungskriterium 1 Wesen der Kennzahl (relative Kennzahl als Verhältnis von Output zu Input versus absolute Kennzahl als erreichte Wirkung) 2 Aufnahmepfad für Schadstoffe (über die Atemluft versus mit der Nahrung) 3 Wirkungsweise (teratogen versus kanzerogen) 4 Wirkungsart (stoffliche Wirkung versus Strahlung) 5 Wirkungsweise (klimarelevant versus gesundheitsschädlich) 6 Größe der Kunststoffteile (unsichtbar versus sichtbar) 7 Art der Flächennutzung (regenerativ versus nicht regenerativ) 8 Einsatz von bestimmten Produktionsmitteln (ohne versus mit künstlichen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln) 9 Bewirtschaftungsintensität (intensiv versus extensiv) 10 Art der Flächennutzung (nicht regenerativ versus regenerativ) <?page no="289"?> Lösungen in Schritt 12 275 Umweltschutzbegriffe ausschließen 3 Nr. Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 „N 2 “ ist kein klimarelevantes Gas. (auch möglich: „N 2 “ ist keine Verbindung. Auch möglich: FCKW ist eine Stoffgruppe, FCKW ist kein Formelzeichen oder FCKW ist von Menschen gemacht.) 2 „Salze“ tragen nicht zur Eutrophierung bei. (auch möglich: Abwärme ist keine stoffliche Wirkung.) 3 „CH 4 “ trägt nicht zur Versauerung bei. 4 „giftig“ ist keine Stoffeigenschaft, sondern hängt von der Dosis und des Wirkungsmechanismus ab. 5 „CO“ ist bereits in geringen Dosen giftig. (auch möglich: „Ar“ ist ein Flächenmaß. Auch möglich: „N 2 “ ist ohne Vokal.) 6 „Eisen“ ist kein toxisches Schwermetall. 7 „CO 2 “ hat keine gesundheitsschädigende bzw. störende Wirkung. 8 „Phosphat“ ist nicht kanzerogen. (auch möglich: „Erdnussbutter“ ist keine Chemikalie.) 9 „Silikate“ tragen (normalerweise) nicht zur stofflichen Belastung von Flüssen und Seen bei. 10 „Cd“ ist kein Pflanzennährstoff. (auch möglich: „Cd“ ist bioakkumulierbar.) 11 „klimaverändernde Stoffe“ sind nicht gesundheitsschädigend. 12 Zu „Feinstaubbelastung“ als Umweltproblem liegen im Vergleich zu den anderen deutlich fundiertere Kenntnisse vor. Fundiertes Abschätzen 2 Aufgabe 1: CO 2 -Emission pro km ca. 100 g/ km (Schätzung); Fahrleistung des Autos ca. 20.000 km/ a (Schätzung); 20.000 x 0,1 kg = 2.000 kg; 10 Jahre Lebensdauer (Schätzung) = 20.000 kg (= 20 t) CO 2 -Emission, 35 kg/ 20.000 kg = ca. 0,4 %. Dies ist eine Schätzung der CO 2 -Emissionen „nur“ für die Nutzungsphase. Hinzukommen diejenigen CO 2 -Emissionen, die durch die Produktion und die Vorproduktstadien verursacht werden, und die hier unberücksichtigt bleiben. Als Bewertung: nicht sehr viel. Aufgabe 2: Zeit im Stau ca. 10 min/ d (Schätzung) x 360 d/ a = ca. 60 h; ca. 40 Mio Autofahrer x 60 h/ a x 0,5 Euro/ h = 1,2 Mrd Euro/ a (recherchierte Werte: 4,7 Mrd Stunden pro Jahr für alle Autofahrer (www.faz.net/ aktuell/ wirtschaft/ auf-deutschen-autobahnen-im-stau-13113073.html) bzw. 35 Stunden pro Kopf in Deutschland (www.welt.de/ wirtschaft/ article125466388/ Deutschland-Europas-drittschlimmstes-Stauland.html)) Aufgabe 3: Gefahrene Kilometer pro Jahr und Auto ca. 10.000 (Schätzung); 10.000 km x 0,01 Euro/ km = 100 Euro pro Jahr pro Kopf; tatsächliche Auslastung 1,2 Personen/ Fahrt (Schätzung), also 80 Euro pro Kopf; ca. 40 Mio Autofahrer (Schätzung) (45,1 Mio nach www.kba.de); 40 Mio x 80 Euro = ca. 3,2 Mrd Euro/ a (recherchierter Wert 11.888 km, https: / / www.asscompact.de/ nachrichten/ so-viele-kilometer-legen-die-deutschen-autofahrer-projahr-zur%C3%BCck) <?page no="290"?> 276 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Lösungen in Schritt 13 Umweltschutzbegriffe zuordnen 1 Nr. Zusammengehörende Begriffe 1 Nachhaltigkeit inter- und intragenerationelle Verantwortung 2 End-of-pipe-Umweltschutztechnik integrierte Umweltschutztechnik 3 Effizienz Verhältnis Output/ Input 4 Effektivität absolute Wirkung 5 Emission Immission 6 nicht regenerative Energien Öl, Kohle, Erdgas 7 regenerative Energien Wasser, Wind, Solar 8 Materialeinsatz ökologischer Rucksack 9 Trinkwasserbereitstellung Grundwasser, Oberflächenwasser 10 Flächeneinsatz ökologischer Fußabdruck 11 altlastenverdächtige Fläche Altlast 12 Artenschutz Biotopvernetzung 13 Wildlife-Management Elfenbein 14 Bioakkumulation Pb, Cd, Hg, DDT 15 Persistenz biologische Abbaubarkeit 16 Treibhauseffekt CO 2 , CH 4 17 Ozonloch FCKW 18 Versauerung Waldsterben 19 Eutrophierung Algenblüte 20 Los-Angeles-Smog London-Smog 21 Aufnahmepfade ingestiv, inhalativ, transkutan 22 Kanzerogenität Asbest, Benzol, Vinylchlorid 23 Störfallrisiko Eintrittswahrscheinlichkeit 24 GAU Fukushima 25 Lärm Gehörschutz 26 Geruchsschwelle Geruchseinheiten 27 Transport Modal Split 28 allgemeine Umweltmanagementgrundsätze Schulung & Weiterbildung, F&E 29 Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 30 Qualitätsmanagementsystem DIN EN ISO 9001 31 Arbeitsschutzmanagement MAK-Werte 32 Verursacherprinzip Gemeinlastprinzip Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 2 Nr. Richtiger Fachbegriff Nr. Richtiger Fachbegriff 1 Kontext 7 integrierten 2 innovatives 8 hochstilisiert 3 Zellulose 9 Konsequenz 4 improvisieren 10 Mikroskop 5 Allergie 11 konsumierten 6 pathogenen 12 kulminierte <?page no="291"?> Lösungen in Schritt 14 277 Lösungen in Schritt 14 Umweltauswirkungen von Transport/ Verkehr Artenverbreitung --- Bakterienverbreitung --- Biotopzerstörung --- Energieeinsatz --- Erschütterungen --- Feinstaub --- Flächenverbrauch --- Gerüche --- Gewässerbelastung --- Havarien --- Kohlendioxid --- Kohlenmonoxid --- Landschaftsvermüllung --- Lärm --- Ozonschichtzerstörung --- Rohstoffeinsatz --- Schwefeldioxid --- Stickoxide --- Unfälle --- Winterdienst A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 S C H W E F E L D I O X I D A U N F Ä L L E 2 E N E R G I E E I N S A T Z 3 L R O H S T O F F E I N S A T Z 4 L B Ä O B E 5 A U R Z A N H A V A R I E N 6 N E A M O K V 7 D R T N T E 8 S G E W Ä S S E R B E L A S T U N G 9 N C C C R B F K S 10 I H K H H I R L O T 11 E Ü O A I E E Ä H I 12 F T H F C N I C L C 13 T L T H V T H E K 14 E E S T E U E W N O 15 R N V Z R N N I D X 16 U M E B G V N I I 17 N O R R E T O D 18 G G N S E M R E X E 19 E E O T I Ü B R I 20 R N X Ö T L R D D 21 Ü I R U L A I 22 C D U N U E 23 H N G C N 24 E G H S G 25 B I O T O P Z E R S T Ö R U N G T <?page no="292"?> 278 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Umweltschutzbegriffe zuordnen 2 Nr. übergeordneter Begriff, allgemein > Detailbegriff, speziell 1 Umweltbewusstsein umweltbewusstes Handeln umweltbewusstes Einkaufen 2 Nachhaltigkeit interu. intragenerationelle Verantwortung Effektivität/ Effizienz/ Suffizienz (Strategien für Nachhaltigkeit) 3 Biosphäre Pedosphäre (obere Bodenschicht) Humus (Bestandteil von Boden) 4 Stoff Stoffeigenschaft biologische Abbaubarkeit 5 Abfallentsorgung Abfallverbrennung Sondermüllverbrennung 6 Kreislaufschließung Recycling Wiederverwertung 7 Wasserreinhaltung Kläranlage für Hausabwässer Absetzbecken 8 Luftreinhaltung Abgasfilter Schwefeldioxid-Wäscher 9 Ressourcen regenerative Ressourcen nachwachsende Rohstoffe 10 Energieeinsparung Gebäudeoptimierung Passivbauweise 11 Kraftstoff Bio-Kraftstoff Bio-Alkohol 12 Umweltschutzgesetze BImSchG 17. BImSchV 13 Flächennutzung Versiegelung Straßenbau 14 Artenschutz Biotopvernetzung Krötentunnel 15 Gesundheitswirkung Kanzerogenität Zellveränderung 16 Störfälle GAU Tschernobyl 17 Störfallvermeidung Störfalleintrittswahrscheinlichkeit senken Verwendung schwer entflammbarer Stoffe 18 Transportreduzierung Beschaffungsoptimierung regionale und saisonale Beschaffung 19 Innovationsmanagement Produktentwicklung ökologisches Design 20 Managementsystem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 21 Wassereinsparung wassersparende Technologien Wasserspartaste in Toiletten 22 Materialeinsparung Verpackungsreduzierung dünnwandigere Behältnisse 23 Flächenverbrauch reduzieren weniger Neubauten Geschossbauweise 24 Arbeitsschutz Lärmminderung Gehörschutzkapseln 25 Klima Klimawandel Temperaturerhöhung 26 Emissionen Emissionen mit versauernder Wirkung SO 2 27 Energieträger regenerative Energien Windenergie 28 Bewertung von Umweltverträglichkeit Ökobilanz Input-Output-Analyse 29 Persönlicher Umweltschutz - Mobilität weniger MIV Carsharing 30 Persönlicher Umweltschutz - Produkte weniger Einwegprodukte Mehrwegtragetasche Teekesselchen im Umweltschutz 2 Nr. Teekesselchen Nr. Teekesselchen 1 Bach 6 Elfenbein 2 Scholle 7 Jaguar 3 Hering 8 Heide 4 Plastik 9 absetzen 5 Käfer 10 Strauß <?page no="293"?> Lösungen in Schritt 15 279 Lösungen in Schritt 15 Facility-Dienstleistungen, die nachhaltig durchzuführen sind 1. Reinigungsdienste 2. Hausmeisterdienste 3. Kommunikationsdienste (z.B. Empfang, interne Postdienste, Intranet) 4. Verpflegungsdienste 5. Parkraumbetreiberdienste 6. Umzugsdienste 7. Gärtnerdienste 8. Objektschutzdienste 9. Winterdienste 10. Medienversorgung (Heizung, Klimaanlage, Lüftung, Kühlung, Wasserversorgung, Regenwasserbewirtschaftung, Abwasserführung, Stromversorgung und Elektroinstallationen, Verschattung und Verdunklung, Solarthermie, Photovoltaiknutzung, Beleuchtung, Smart Office) 11. Sicherheitsdienste (z.B. Unfallverhütung im Gebäude, Rettungs- und Fluchtwege, Brandschutz) 12. Abfallmanagement (Abfalltrennung und Abfalllagerung bis zum Abtransport). Umweltmanagementgrundsätze für eine nachhaltige Entwicklung 3 1. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Störfällen und die Auswirkungen von Störfällen zu reduzieren, sind die Grundlagen des Arbeitsschutz- und Sicherheitsmanagements. 2. Substanzen, die keine Wirkungsschwellen aufweisen, sind am Arbeitsplatz auszuschließen, um Gesundheitsschäden zu vermeiden. 3. Die Konzentrationen am Arbeitsplatz von Substanzen mit Wirkungsschwellen muss kontinuierlich gesenkt werden, damit sie deutlich unterhalb der MAK-Werte liegen. 4. Transport zu vermeiden ist die prioritäre Umweltmanagementmaßnahme, erst danach ist der Modal Split zu optimieren. 5. Ein Gütertransport mit der Bahn reduziert deutlich den Energieverbrauch und die Umweltauswirkungen gegenüber einem Gütertransport mit dem LKW. 6. Neuen Gebäudebedarf zu vermeiden hat als Umweltmanagementmaßnahme Priorität vor der Neuplanung von Null-Energiebzw. Energie-plus-Gebäuden. 7. Umweltmanagementgrundsätze und Umweltschutzmaßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen ist nicht nur in Unternehmen, sondern auch privat möglich. Fragen zum Umweltschutz 3 1b), 2a), 3a), 4c), 5c), 6c), 7b), 8a), 9c) 10a) Teekesselchen im Umweltschutz 3 Nr. Teekesselchen Nr. Teekesselchen 1 Abbau 6 Blüte 2 Watt 7 Ruhr 3 Schalter 8 (Bienen)Stock 4 Zugspitze 9 Schimmel 5 Laster 10 Ton <?page no="294"?> 280 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Lösungen in Schritt 16 Größenordnungen 1 1c: 40 Mg = 40.000.000 g = 40.000 kg (= 40 t), 4/ 40.000 = 1/ 10.000 = 100 ppm 2a: 5 mg/ ml = 5 mg/ g; nach Verdünnung: ca. 5 mg/ 1.000 kg = ca. 5 µg/ kg (= ca. 5 ng/ g) 3b: 45 x 10 6 (45 Mio PKW) x 10 4 (10.000) km/ a x 0,12 kg CO 2 / km = 5,4 x 10 10 kg = 5,4 x 10 7 t/ a = 0,054 Mrd t CO 2 / a 4a: 2 mm/ s = 2 x 1/ 3.600 mm/ h = 7.200 mm/ h = 7,2 m/ h 5a: 200 MW x ca. 8.000 Betriebsstunden/ a = ca. 1.600.000 MWh/ a; 1.000 kWh = 1 MWh; ca. 1.600.000 x 7 m 2 = 11.200.000 m 2 = ca. 11,2 km 2 Fläche = 1.120 ha 6b: 1,5 g/ cm 3 = 1,5 Mg/ m 3 , 1 ha = 10.000 m 2 x 2 m = 20.000 m 3 x 1, 5 Mg/ m 3 = 30.000 Mg = 30.000 t Boden 7c: 20 g x 300.000 t/ t = 20 g x 300.000 g/ g = 6.000.000 g = 6.000 kg = 6 t (= 6 Gg) Größenordnungen 2 1c: 50 m x 20 m x 2 m = 2.000 m 3 = 2.000.000 dm 3 (= l); 3/ 2.000.000 g/ l = 1,5 x 10 -6 g/ l = 1,5 µg/ l 2b: 90.000.000 Handy x 0,030 g/ Handy = 2.700.000 g = 2.700 kg = 2,70 t Gold 3b: 3.000 m x 1.000 m x 8 m = 24.000.000 m 3 = 24.000.000.000 l (= kg), 12.000 Tropfen x 0,02 g = 240 g, 240/ 24.000.000.000 l = 10 ng/ l 4b: 100 km 2 = 100 x 1.000 m x 1.000 m = 100 Mio m 2 , 1 Prozent = 1 Mio m 2 , 1 Promille = 100.000 m 2 , 1.000 m 2 = 0,01 Promille 5c: 200 m x 40 m x 5 m = 40.000 m 3 = 40.000.000 dm 3 ; 2/ 40.000.000 = 0,5 x 10 -7 = 0,05 x 10 -6 = 0,05 ppm 6c: 200 mg/ m 3 x 50.000 m 3 / h x 24 h/ d = 24 x 10 7 mg/ d = 24 x 10 4 g/ d = 24 x 10 kg/ d = 240 kg/ d 7a: Bei einer täglichen Verdopplung (= prozentuales Wachstum = exponentiell) ist der Teich am nächsten Tag, also nach 25 Tagen, vollständig bedeckt. Ökobilanz durchführen Aufgabe 1 : Wichtig bei Ökobilanzen ist die Festlegung der funktionellen Einheit, auf die die untersuchten Umweltauswirkungen, hier exemplarisch der Energiebedarf, bezogen werden. Um die Alternativen vergleichen zu können, muss nahezu funktionelle Äquivalenz gegeben sein. Die funktionalen Einheiten sind bei 1., 2. und 3. einmaliges Befüllen und einmaliges Nutzen, bei 4. ein Tag oder eine Stunde Zurverfügungstellen des Zeitablesens und bei 5. Personenkilometer. Annahmen sind vorzunehmen bei allen Aufgaben für das Gewicht der Produkte, bei 4. für die Nutzungsdauer in Jahren, bei 5. für die durchschnittliche Auslastung der Verkehrsmittel und die Nutzungsdauer in km. Aufgabe 2 : Wichtige weitere Aspekte wären bei den jeweiligen Produkten bzw. Dienstleistungen u.a. die Regenerativität der Ressourcen, die Kreislaufschließung der Materialien sowie klimarelevante oder toxische Emissionen, die entstehen. Die wichtigsten methodischen Mängel der Ökobilanz sind, dass Beurteilungskriterien (wie von EN- GELFRIED 1994 vorgeschlagen) oder die Bildung eines sog. „Single Index-Wertes“ fehlen, der alle Umweltauswirkungen zusammenfassen könnte. Lösungen in Schritt 17 Prinzipien des ökologischen Designs 1. ästhetisch zeitlos 2. biologisch abbaubar 3. bionisch 4. dematerialisiert 5. demontagegerecht 6. emissionsarme und ressourcenschonende Materialien 7. modernisierungsgerecht 8. reparaturgerecht 9. emissionsarme und ressourcenschonende Nutzungsphase 10. schadstoffarme Materialien 11. wiederverwendbar 12. wiederverwertbar <?page no="295"?> Lösungen in Schritt 16 281 Bionik und ökologisches Design Nr. Vorbild bzw. Phänomen in der Natur Nr. Vorbild bzw. Phänomen in der Natur 1 Haut von Haifischen 9 Stachel von Bienen 2 Orientierung bei Fledermäusen 10 aufgeschlagenes Körpersekret von Arten tropischer Baumfrösche 3 Früchte der Wiesenklette 11 Beuteortung der Texas-Klapperschlange 4 Füße des Höckerschwans 12 Konstruktionsformen von Skeletttierchen 5 Samen des Ahornbaums 13 Schwingen des Adlers 6 Grabschaufeln von Maulwürfen 14 Gecko-Lamellen (an den Zehenspitzen) 7 Schnauze von Delfinen 15 Saugnäpfe bei Kraken/ Tintenfischen 8 Blätter der Lotuspflanze Umweltschutzbegriffe unterscheiden 4 Nr. Unterscheidungskriterium 1 Anwendungsbereich (Produkt versus Vorhaben wie z.B. Produktionsanlage, Fernstraße); auch möglich: rechtliche Notwendigkeit (nicht notwendig versus notwendig, wenn das UVPG angewendet wird) 2 biologische Abbaubarkeit (nicht abbaubar versus abbaubar) oder: Art der Ressourcen (aus nicht regenerativen Ressourcen versus aus regenerativen Ressourcen) 3 Art der Ressourcen (aus regenerativen Ressourcen versus aus nicht regenerativen Ressourcen) oder: biologische Abbaubarkeit (abbaubar versus nicht abbaubar) 4 Antriebskonzept (Benzinmotor versus Elektromotor) 5 Eigentumsverhältnisse an den Fortbewegungsmitteln (Besitzer versus Eigentümer) 6 Designansatz (auf Durchfluss und Entsorgung versus auf Kreislaufschließung ausgerichtet) 7 Dimension der Erhöhung (nachhaltig versus nicht nachhaltig) 8 Energiebilanz bei der Gebäudeherstellung und -nutzung (neutral versus mit Energiegewinnung) 9 Konzentration und Dosierung der Wirkstoffe (hoch versus gering konzentriert bzw. dosiert) 10 Bestandteile der Ernährung (ohne versus mit tierischen Produkten) Umweltschutzbegriffe ausschließen 4 Nr. Begriff, der nicht in die Reihe passt mit Begründung 1 „Modal Split verändern“ ist keine Maßnahme zur Verringerung von Transport. 2 „Auto“ wird nicht zum ÖPNV gezählt. 3 „Notfallpläne“ reduzieren nicht die Störfalleintrittswahrscheinlichkeit. 4 „Bündnis 90/ Die Grünen“ sind kein Umweltschutzverband, sondern eine politische Partei. 5 „Weltbank“ ist keine Organisation der UN; die anderen UN-Organisationen befassen sich mit Umweltthemen. 6 „ADFC“ ist keine mächtige Lobbyorganisation in Deutschland. 7 „Der Grüne Punkt“ ist kein Öko-Label für besonders geringe Umweltauswirkungen. 8 „weiterverwertbar“ ist keine primäre Forderung einer umweltverträglichen Produktgestaltung. 9 „Seidenschal“ ist kein Produkt aus einer pflanzlichen Faser, sondern aus einer tierischen (auch möglich: Kokosschuhmatte ist keine Bekleidung). 10 „Papyrus“ wird nicht aus Holz hergestellt. 11 „PVC“ ist kein regenerativer Fußbodenbelag. 12 „Autofahrt“, bei der das Produkt als Eigentum meist allein statt gemeinsam genutzt wird (Ausnahme: Carsharing). <?page no="296"?> 282 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Konzeption eines nachhaltigen Wirtschaftssystems auf Basis nachhaltiger Dienstleistungen bzw. Produkte (vereinfacht) Verbrauchsprodukte werden in biologische Kreisläufe eingebracht, Gebrauchsprodukte verbleiben in technischen Kreisläufen. Nicht dienstleistungsfähige Produkte fallen aufgrund der Rücknahme von Gebrauchsprodukten ausschließlich in der Industrie an. Die Industrie produziert Ver- und Gebrauchsprodukte, sowie nicht dienstleistungsfähige Produkte. Für Gebrauchsprodukte und nicht dienstleistungsfähige Produkte ist ausschließlich sie verantwortlich mit Rohstoffentnahme aus der Umwelt, Rohstoffherstellung, Herstellung der Produkte, Aufarbeitung (z.B. Wiederverwendungsbzw. Wiederverwertungsverfahren, einschließlich Getrennthalten der Stoffströme), Verfahren zum Umgang mit nicht dienstleistungsfähigen Produkten und Logistik, einschließlich Rücknahme-/ Rückgabesysteme (evtl. über den Handel). Die Industrie kann für Verbrauchsprodukte ebenfalls Verfahren der biologischen Behandlung, Abwasserbehandlung (einschließlich Sammlung) und Logistik, einschließlich Sammlung biologisch abbaubarer Abfälle, vorhalten. Landwirtschaft/ Gartenbau/ Forstwirtschaft/ Fischereiwirtschaft etc. bauen Rohstoffe für Verbrauchsprodukte an, evtl. produziert sie diese auch und hält Verwertungskapazitäten für biologisch abbaubare Produkte vor (z.B. Verwertung von Mulch, von Klärschlamm, eventuell Holzverbrennung als Ausnahme). Kommunen halten für Verbrauchsprodukte Verfahren der biologischen Behandlung und der Abwasserbehandlung (einschließlich Sammlung) vor, und Logistik, einschließlich Sammlung biologisch abbaubarer Abfälle; eventuell auch Verwertungskapazitäten (eventuell Holzverbrennung als Ausnahme). Konsumenten sind für Getrennthalten bzw. Trennung der Produkte, einen pfleglichen Umgang, die Rückgabe und eventuell für Verfahren der biologischen Behandlung bei Kompostierung im Hausgarten verantwortlich. Für alle technischen Verfahren sind Emissionsstandards durch den Staat , d.h. den Gesetzgeber, festzulegen und von ihm zu überwachen. „Öko-Leasing-System“ für Putzlappen („Putzlappen-Service“) entwickeln auf allen Ebenen beteiligt: H: Logistikunternehmen I: Energieversorgung bzw. Eigenenergieerzeugung E: ev. Kompostierungsanlage/ Biogasanlage Anmerkung: D und A müssen keine verschiedenen Unternehmen sein F (Produktions)Maschinenhersteller produziert Maschinen („Leasing“) C Chemieunternehmen produziert Löse-/ Reinigungsmittel und stellt sie zur Verfügung („Leasing“) A Serviceleister stellt Putzlappen zur Verfügung + reinigt Putzlappen („Leasing“) B Maschinenbaubetrieb nutzt Putzlappen („Leasing“) techn. Kreislauf biolog. Kreislauf D Putzlappenproduzent produziert Putzlappen („Leasing“) G Firmen, die Rohstoffe abbauen (Erze, Erdöl etc.), Stahlhersteller, Hersteller von chemischen Ausgangsstoffen, etc. (ev. „Leasing“) E Landwirtschaft <?page no="297"?> Lösungen in Schritt 18 283 Reihenfolge bei ökologischem Design bionisch --reparatur- und instandhaltungsgerecht --demontagegerecht --kreislauffähige Materialien --- Produktart festlegen --emissionsarm und ressourcenschonend --modernisierungsgerecht --ästhetisch Lösungen in Schritt 18 Schnittstellen von Umweltmanagement im Unternehmen 1. Qualität 2. Innovation 3. Forschung & Entwicklung 4. Personal 5. Finanzen & Investition 6. Produktion & Fertigung 7. Beschaffung 8. Vertrieb 9. Logistik 10. Marketing Fundiertes Abschätzen 3 Aufgabe 1: pro Spieltag 9 Fußballspiele, ca. 30.000 Fans pro Spiel (Schätzung) = 270.000 Fans pro Spieltag; 34 Spieltage pro Saison = ca. 9.000.000 Fans (gerundet); jeder zehnte isst eine Wurst (Schätzung), davon jeder fünfte einen vegetarischen Burger = ca. 180.000 Würste würden pro Jahr ersetzt; 0,2 kg pro Wurst (Schätzung) = ca. 36.000 kg Wurst aus Schweinefleisch pro Saison. Für die beiden Zusatzfragen werden keine Lösungen aufgeführt. Aufgabe 2: Verzehr ca. 1 Tafel pro Person und Woche (Schätzung) = 1 x 100 g/ Tafel x 50 Wo/ a = 5.000 g/ a = 5 kg/ a (recherchierter Wert: ca. 9,6 Schokolade, www.statista.com); 5 kg/ a x ca. 80 Mio = 400 Mio kg = 400.000 t; davon 10 % = 40.000 t zusätzliche Herstellung an Öko-Schokolade. Aufgabe 3: ca. 5.000 Norm-m 3 Abgas pro t Abfall, ca. 10 t/ h werden verbrannt pro Ofenlinie = ca. 50.000 Normm 3 / h (recherchierte Werte, www.mva-hamm.de); Betriebszeit ca. 20 h/ d (Schätzung) = ca. 1.000.000 Norm-m 3 / d = 10 6 Norm-m 3 / d; 1 km 3 Luftwürfel = 1.000 x 1.000 x 1.000 m 3 = 10 9 m 3 ; Verhältnis von Emissionskonzentration zur Immissionskonzentration ist ein Faktor von 1 zu 1.000 z.B. bei SO 2 / SO 3 (siehe 17. BImSchV für Emissionswerte und TA Luft für Immissionswerte); nach 1 Tag wäre die Immissionskonzentration für SO 2 / SO 3 erreicht. Mindmap zum Umweltmanagement <?page no="298"?> 284 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Falsch verwendete Begriffe im Umweltschutz 3 Nr. Richtiger Fachbegriff Nr. Richtiger Fachbegriff 1 observierte 7 transferierte 2 dem Vorstand nicht imponieren 8 mediieren 3 Inhalation 9 Gravidität (auch möglich: Vegetation) 4 Koniferen 10 Absolventen 5 Provenienz (auch möglich: Provinz) 11 Öko-Phrasen 6 Magnet (auch möglich: Mangan) 12 Deklaration Lösungen in Schritt 19 Instrumente der Umweltpolitik Abgaben --- Aufklärung --- Berichterstattung --- Beschaffungspolitik --- Darlehen --- Finanzierung --- Forschungsförderung --- Gebote --- Gebühren --- Haftungsausweitung --- Kontrolle --- Planungsinstrumente --- Privatisierung --- Selbstverpflichtungen --- Steuern --- Steuervergünstigungen --- Überwachung --- Verbote --- Zertifikate --- Zuschüsse A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y 1 Z E R T I F I K A T E K 2 O 3 N S 4 S T E U E R V E R G Ü N S T I G U N G E N F 5 A B G A B E N E R O 6 P U O R 7 R E L S 8 Ü I F R L C 9 B V I N E H 10 E B E S C H A F F U N G S P O L I T I K U 11 R T A N 12 W I E N G 13 A S T Z N S 14 C I O E I F 15 H E B R E Ö 16 U D A R L E H E N R Z U S C H Ü S S E R R 17 N G E U Ü U D 18 G E V N B N E 19 B G E G R 20 O G U 21 T B E R I C H T E R S T A T T U N G N 22 S E L B S T V E R P F L I C H T U N G E N G 23 H A F T U N G S A U S W E I T U N G 24 P L A N U N G S I N S T R U M E N T E 25 A U F K L Ä R U N G <?page no="299"?> Lösungen in Schritt 20 285 Teekesselchen im Umweltschutz 4 Nr. Teekesselchen Nr. Teekesselchen 1 Ausschuss 6 (Eis)(Arsch)(Sex)Bombe 2 (ökologischer) Rucksack 7 Tesla 3 Flasche 8 Demeter 4 Radler 9 Schraube 5 Strahlen/ Alfa-, Beta-, Gamma-Strahlen 10 (ökologischer) Fußabdruck Lösungen in Schritt 20 Ökonomische Chancen und Risiken von Branchen bei einer nachhaltigen Entwicklung beurteilen Generelle Einschätzungen zu Entwicklungen ganzer Branchen sind - auch angesichts der Disruptionen, die sich vor allem durch die Innovationsgeschwindigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von „Künstlicher Intelligenz“ ergeben - kaum möglich, vor allem, weil einzelne Unternehmen in den Branchen bereits heute sehr engagiert auf die notwendigen Änderungen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung reagieren bzw. reagiert haben. In diesen Unternehmen kommt dem Innovationsmanagement in enger Verzahnung mit dem nachhaltigen Umweltmanagement eine entscheidende Rolle zu. Möglichkeiten für ökonomische Chancen bieten sich sicherlich u.a. für:  lokal angepassten, flexibel einsetzbaren öffentlichen Personennahverkehr bzw. ein Angebot von Mobilitätsdiensten sowie ein umweltverträgliches Gütertransport- und Transfersystem „Schiene/ Straße“ bzw. andere Transporttechnologien,  Umwelttechnologien in den Bereichen Materialeinsparung, Wassereinsparung, Abfallvermeidung, Emissionsvermeidung und spezifische Umwelttechnologien der Abwasser- und Abluftbehandlung, der Abfallwiederverwendung bzw. Abfallwiederverwertung sowie der Abfallbehandlung,  umweltverträgliche Landbewirtschaftung (Landwirtschaft/ Gartenbau etc.) und regionale und saisonale Vermarktung einschließlich der Weiterverarbeitung im Lebensmittelgewerbe sowie Behandlung der Abfälle aus lebensmittelverarbeitender Industrie, Großkantinen etc.,  lokale und regionale Kreisläufe einer auf ökologischer Forstwirtschaft basierenden Holzwirtschaft sowie für Klärschlamm bzw. Kompost,  regionenbezogene Tourismus- und Naherholungskonzepte,  einzelne Unternehmen (die ganze Branche? ) im „klassischen“ Sinne mit dem Ziel, Produktion, Produkte (und Logistik) nachhaltig zu gestalten,  Service-Konzepte für Gebrauchsprodukte (Produktrücknahme, Demontage, Reparatur etc.),  Sharing-Konzepte sowie Tauschringe für Gebrauchsprodukte,  Reparatur- und Renovierungswirtschaft,  lokale bzw. regionale Produktion, Weiterverarbeitung, Nutzung und Kreislaufführung nachwachsender Rohstoffe aus ökologischer Landbewirtschaftung, sowie für Baumaterialien wie Sand, Kies, Beton etc.,  neue Materialien, Werkstoffe und Technologien, die nach den Prinzipien des ökologischen Designs entwickelt wurden und zukünftig Kreislaufschließung ermöglichen, sowie Materialeinsatz reduzieren können, z.B. Micro- und Nanotechnologie,  Bio- und Gentechnologie. Ökonomische Risiken sind vor allem in Branchen zu erwarten, in denen hoher „Umweltverbrauch“ stattfindet, und für diejenigen Unternehmen, die auf ihren - aus nachhaltiger Sicht - veralteten Geschäftsmodellen beharren, u.a. Bergbau, „klassische“ Energieversorgungstechnik, Abfallentsorgungstechnik, konventionelle Landwirtschaft, globaler Tourismus, auf fossilen Brennstoffen basierende Geschäftsmodelle (Autobranche, Erdölbzw. Ergdasbranche, Teile der chemischen Industrie und der Kunststoffindustrie). <?page no="300"?> 286 Lösungen bzw. Lösungshinweise zu den Übungen in Schritt 1 bis 21 Handlungsvorgaben für umweltverträgliches Verhalten skizzieren Aufgabe 1: Beispielhaft hier drei Handlungsvorgaben in verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten: Appelle, an zwei Tagen in der Kantine fleischlos zu essen, beim Arbeitsweg Mitfahrgelegenheiten zu bilden und beim Konzeptdruck die Papierrückseiten ebenfalls zu verwenden. Aufgabe 2: Lösungsmöglichkeiten werden nicht aufgeführt. Motivation für die Umsetzung von (nachhaltigem) Umweltmanagement im Unternehmen Lösungsmöglichkeiten: 1. Die Zukunft wird so sein, wie Du sie mitgestaltest. 2. Wer nicht daran glaubt, besser werden zu können, hört auf, gut zu sein. 3. Heute beginnt der Rest Deines Lebens. 4. Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir. 5. Nur wer sich selbst ständig neu definiert, bleibt unersetzlich. 6. Wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden. 7. Wer fragt, ist für 5 Minuten dumm. Wer nicht fragt, bleibt ein Leben lang dumm. 8. Ein neuer Weg entsteht dadurch, dass man ihn geht. 9. Um zur Quelle zu gelangen, muss man gegen den Strom schwimmen. 10. Der beste Anfang ist der, einfach anzufangen. Ausstieg aus der Atomtechnik oder: Ein persönlicher Weg Schwarz-Weiß-Foto --- Kernspaltung --- Erinnerungslücke --- Zwischenfall ---Kernfusion --- Schwarz-Weiß-Malerei --- Abzweigung --- Aufwind --- Preisanstieg --- Halbleiter --- Senkrechtstarter --halbherzig --alter Hut --- Aufwärtstrend --- Falschgeld Lösungen in Schritt 21 Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 1 Beispiele: 1. Gebrauchsprodukte (Handy, Fernseher, Schuhe etc.) länger nutzen, biologisch abbaubare Textilien nachfragen, langlebige Produkte kaufen, Abfall im Haushalt trennen, verpackungsfrei einkaufen und Umverpackungen im Geschäft lassen, Mehrwegprodukte nutzen (z.B. Getränkeflaschen), Recyclingprodukte kaufen (z.B. Toilettenpapier), auf Antik-, Trödel-oder Flohmärkten oder in Gebrauchtwarenläden einkaufen oder Tauschbörsen nutzen … 2. Etagenwohnung statt Einfamilienhaus bewohnen, Wege/ Flächen am Haus pflastern statt asphaltieren, öffentliche Verkehrsmittel statt eigenen PKW nutzen, weniger Fleisch essen, Biotope anlegen … <?page no="301"?> Lösungen in Schritt 21 287 3. aus dem Urlaub keine Pflanzen und Tiere mitbringen, im Urlaub keine aus bedrohten Arten hergestellten Souvenirs kaufen, bei exotischen Haustieren auf sichere Käfige achten, in Naturschutzgebieten keine Pflanzen abreißen, keine Produkte von bedrohten Arten nachfragen (z.B. Haifischsuppe, Schildkrötensuppe, Tigerpelze, bestimme Meeresfische (Alaska Seelachs, Dorade, Kabeljau, Heilbutt), Nashornpulver etc. (siehe z.B. www.endangered.info), Fassaden/ Flachdach begrünen … 4. duschen statt baden, Gartenbewässerung reduzieren, weniger Autowaschen, saisonale und regionale Nahrungsmittel nachfragen, Kleidung aus Baumwolle länger nutzen, Waschmaschine nur ganz gefüllt laufen lassen … 5. beim Strombedarf das Energiemix aus regenerativen Energieträgern nachfragen, mit regenerativen Materialien heizen (Holzpellets o.ä.), Photovoltaik oder Wärmekollektoren im Haus integrieren, geringere Raumtemperatur einstellen, stoßweise lüften, energiesparende Geräte nutzen, weniger Fleisch essen, mehr frische statt verarbeitete Lebensmittel kaufen, weniger/ anders reisen, öffentliche Verkehrsmittel (oder Fahrrad) nutzen, benzinsparende Fahrweise umsetzen, energiesparende Geräte nutzen (Kühlschrank, Fernseher) … … und Sie können auch NGOs, die derartige Maßnahmen in größerem Rahmen umsetzen, finanziell oder ehrenamtlich unterstützen, Sie können umweltorientiert investieren, usw. Umweltmanagementgrundsätze und private Maßnahmen 2 Beispiele: 1. insbesondere Maßnahmen zum Ersatz fossiler Brennstoffe und zum Energiesparen umsetzen, weniger Rindfleisch essen, Maßnahmen zur Reduzierung von Transport bzw. Verkehr umsetzen (Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Fahrgemeinschaften bilden, Mitfahrgelegenheiten nutzen, Elektro- oder Wasserstoffantriebe nachfragen etc.) … 2. lärmarme Geräte nachfragen (Rasenmäher, Autos etc.), Stereoanlage auf Zimmerlautstärke halten, Partys statt zuhause oder im Garten in Lokalen oder Clubs ausrichten, zu bestimmten Zeiten Rasen mähen … 3. Öko-Strom nutzen, biologisch angebaute Nahrungsmittel nachfragen, unbehandelte Holzprodukte nutzen (z.B. Spielzeug, Möbel), Naturtextilien nutzen, Kosmetika ohne Zusätze nutzen … 4. öfter zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen, notwendige Einkaufsfahrten bündeln, Fahrgemeinschaften bilden, Mitfahrgelegenheiten nutzen, regionale Urlaubsziele statt Fernziele wählen, benzinsparend fahren, nur Dinge im Internet bestellen, die nicht zurückgeschickt werden müssen … 5. Etagenwohnung statt Einfamilienhaus bewohnen, alte Gebäude umbauen statt auf der „grünen Wiese“ neu bauen, angemessene Größe der Wohnung wählen, bei längerer Abwesenheit (z.B. Auslandssemester) Zimmer bzw. Wohnung untervermieten, Möblierung eher weniger, kreislauffähige Möbel nachfragen … … und Sie können auch NGOs, die derartige Maßnahmen in größerem Rahmen umsetzen, finanziell oder ehrenamtlich unterstützen, Sie können umweltorientiert investieren, usw. Persönlich wahrgenommene Umweltprobleme gewichten Lösungen werden nicht aufgeführt. Hinweis: Manche Umweltauswirkungen können Sie nur schwer wahrnehmen, z.B. schwitzen Sie im Sommer durch die Klimaerwärmung ein wenig mehr („fühlen“) oder Sie „sehen“, dass Sie den Garten mehr gießen müssen, oder Sie „spüren“ durch die Ozonschichtzerstörung und die erhöhte UV-Strahlung, dass Sie schneller einen Sonnenbrand bekommen als früher. Vielleicht „riechen“ Sie Abgase aus dem Straßenverkehr oder Sie „hören“ (Bahn-, Flugzeug-)Lärm bei offenem Fenster? Was betrifft Sie persönlich mehr, was persönlich weniger? Welche Maßnahmen zur Reduzierung Ihrer persönlich wahrgenommenen Umweltprobleme würden Sie prioritär umsetzen? <?page no="302"?> BUCHTIPP Dietmar Ernst, Ulrich Sailer, Robert Gabriel (Hg.) Nachhaltige Betriebswirtschaft 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2021, 413 Seiten €[D] 39,00 ISBN 978-3-8252-5375-2 eISBN 978-3-8385-5375-7 Die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung stellen unsere Welt vor große Aufgaben, und die traditionelle Betriebswirtschaftslehre vor neue Herausforderungen. Oftmals werden nur Teilaspekte nachhaltigen Wirtschaftens beleuchtet, dieses Buch stellt hingegen einen ganzheitlichen Ansatz einer nachhaltigen Betriebswirtschaftslehre vor - das Nürtinger Modell. Im Kontext planetarer Grenzen und großer gesellschaftlicher Probleme in globalen Lieferketten muss unternehmerische Wertschöpfung neu gedacht werden, kommt neue Verantwortung mit neuen Aufgaben auf das Management zu. Unweigerlich müssen alle Unternehmensfunktionen Nachhaltigkeit in den Kern ihres Handels aufnehmen. Wie das möglich ist, zeigt dieses Buch in aller Ausführlichkeit, von der Strategie bis hin zu allen primären und sekundären Wertschöpfungsaktivitäten von Unternehmen. Somit wird dem Leser ein ganzheitliches Verständnis einer neuen, nachhaltigen Betriebswirtschaft vermittelt. UVK Verlag. Ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany Tel. +49 (0)7071 97 97 0 \ Fax +49 (0)7071 97 97 11 \ info@narr.de \ www.narr.de <?page no="303"?> BUCHTIPP Ingo Balderjahn Nachhaltiges Management und Konsumentenverhalten 2., vollständig überarbeitete Auflage 2021, 264 Seiten €[D] 24,90 ISBN 978-3-8252-5491-9 eISBN 978-3-8385-5491-4 Produktion, Wertschöpfung und Konsum nachhaltig gestalten Wie lässt sich die Zukunft sozial gerecht und die Wirtschaft ökologisch verträglich gestalten? Ingo Balderjahn skizziert, welche Beiträge sowohl Unternehmen als auch Konsument: innen konkret leisten können. Im Zuge dessen geht er u.a. auf nachhaltige Unternehmens- und Marketingstrategien sowie Organisationsformen und Managementsysteme ein. Darüber hinaus beleuchtet er ethisches sowie nachhaltiges Konsumverhalten und zeigt individuelle Handlungsspielräume sowie Barrieren im Konsum auf. Jedes Kapitel verfügt über Lernziele und Kontrollfragen. Zahlreiche Praxisbeispiele illustrieren den Stoff. UVK Verlag. Ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany Tel. +49 (0)7071 97 97 0 \ Fax +49 (0)7071 97 97 11 \ info@narr.de \ www.narr.de <?page no="304"?> uistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ Historische Sprach senschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Statistik schaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Stat \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschichte \ anagement \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschicht Spracherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissenschaft \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ acherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissenschaft \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidakt DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus F \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourism \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ WL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanist Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissenschaft ologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissensc \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ nguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenscha Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ orische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechn Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissen hematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwiss schaft Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ aft Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenscha Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ orische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechn Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissen hematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwiss schaft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissenschaft \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen aft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosophie \ Medien- und Kommunikationswissenschaft \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwe \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinavistik emdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissenschaft \ Rechtswissenschaft \ Historische Sprachwissenschaft \ Slawistik \ Skandinav \ BWL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilologie \ WL \ Wirtschaft \ Tourismus \ VWL \ Maschinenbau \ Politikwissenschaft \ Elektrotechnik \ Mathematik & Statistik \ Management \ Altphilolog Sport \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosophie \ rt \ Gesundheit \ Romanistik \ Theologie \ Kulturwissenschaften \ Soziologie \ Theaterwissenschaft \ Geschichte \ Spracherwerb \ Philosoph ien- und Kommunikationswissenschaft \ Linguistik \ Literaturgeschichte \ Anglistik \ Bauwesen \ Fremdsprachendidaktik \ DaF \ Germanistik \ Literaturwissensc BUCHTIPP Iris Pufé Nachhaltigkeit 3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2017, 322 Seiten €[D] 29,99 ISBN 978-3-8252-8705-4 eISBN 978-3-8385-8705-9 Nachhaltigkeit ist in aller Munde, seit Fukushima noch viel mehr. Doch was versteht man eigentlich unter Nachhaltigkeit? Wie wird ein Konzept umgesetzt und mit welchen Instrumenten? Das Buch dient als systematisches und umfassendes Einstiegs- und Überblickswerk. Es macht mit allen relevanten Begriffen, Konzepten, Elementen und Themenfeldern von Nachhaltigkeit vertraut. Basierend auf einer geschichtlichen Herleitung des Konzeptes werden konkrete Schwerpunkte und Anwendungsbereiche vorgestellt. Durch die integrative Betrachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte wird damit der Vielschichtigkeit, Komplexität und dem großen Einsatzspektrum von Nachhaltigkeit Rechnung getragen. Die dritte Auflage wurde u.a. um die drei Leitstrategien der Nachhaltigkeit - Suffizienz, Konsistenz und Effizienz erweitert. Bei der Behandlung der Nachhaltigkeit in Unternehmen wurde der Abschnitt Ökoeffizienz und -effektivität sowie Sozioeffizienz und -effektivität ergänzt. Neben generellen Aktualisierungen der Inhalte wurden in der Neuauflage viele empfehlenswerte Links und Hinweise aufgenommen - wie etwa zu Verbraucherschutzportalen oder zu lehrreichen Videos. UVK Verlag. Ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany Tel. +49 (0)7071 97 97 0 \ Fax +49 (0)7071 97 97 11 \ info@narr.de \ www.narr.de <?page no="305"?> Nachhaltigkeit verstehen und umsetzen! Für Kundinnen und Kunden wird verantwortungsvolles Handeln und Nachhaltigkeit bei der Produktion von Gütern immer wichtiger. Für Unternehmen gewinnt das Thema deshalb zunehmend an Relevanz. Das Buch vermittelt die Grundlagen des nachhaltigen Umweltmanagements und des betrieblichen Umweltschutzes von Leitbildern über die praktische Implementierung bis zur Produktion umweltfreundlicher Produkte. Ein neuartiges didaktisches Konzept hilft beim Verstehen: Zu Beginn geht der Autor auf die Themen Gedächtnis und Lernen ein und vermittelt die wichtigsten Grundlagen des Gedächtnistrainings sowie Merktechniken. Diese machen das Lernen mit diesem Buch zu einem nahezu spielerischen Erlebnis und ermöglichen es, das Gelernte rasch in das Langzeitgedächtnis zu überführen. Diese 2., überarbeitete und erweiterte Auflage richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre, des Wirtschaftsingenieurwesens und ähnlicher Studiengänge sowie an Personen aus der Praxis, die sich im Bereich Umweltmanagement weiterbilden möchten. Wirtschaftswissenschaften ,! 7ID8C5-cihhhb! ISBN 978-3-8252-8777-1 Dies ist ein utb-Band aus dem UVK Verlag. utb ist eine Kooperation von Verlagen mit einem gemeinsamen Ziel: Lehr- und Lernmedien für das erfolgreiche Studium zu veröffentlichen. utb-shop.de QR-Code für mehr Infos und Bewertungen zu diesem Titel Mit Aufgaben und Lösungen