eJournals Die Neueren Sprachen16/1

Die Neueren Sprachen
dns
2193-049X 
3054-0186
Narr Verlag Tübingen
dns161/dns161.pdf0216
2026
161

Vorwort der Herausgeber:innen

0216
2026
Peter Konerding
Mario Oesterreicher
Daniel Reimann
Andrea Steinbach
dns1610007
Vorwort der Herausgeber: innen Liebe Leser: innen, wir freuen uns, Ihnen die neue Ausgabe des GMF-Jahrbuchs DNS - Die neueren Sprachen präsentieren zu dürfen, die sich einem Thema von hoher gesellschaftlicher und bildungs‐ politischer Relevanz widmet: „Mehrsprachigkeit an der Schule - mehr Sprachen an der Schule wagen? “ In einer zunehmend diversen Bildungslandschaft, die durch Migration, Globalisierung und sprachliche Heterogenität geprägt ist, stehen Schulen vor der Herausforderung - und Chance -, Mehrsprachigkeit aktiv zu fördern und als Ressource in den Bildungsprozess einzubeziehen. Diese Ausgabe von DNS eröffnet Raum für Reflexion und Diskussion darüber, wie Schulen das Potenzial sprachlicher Vielfalt ausschöpfen können, um eine inklusive, chancengerechte Bildung zu ermöglichen. Ziel ist es, innovative Konzepte und konkrete Praxisbeispiele sichtbar zu machen, die Lehrkräfte ebenso wie Bildungspolitik dazu inspi‐ rieren, die Förderung von Mehrsprachigkeit als festen Bestandteil schulischer Bildung zu verankern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der zweiten, dritten und später erlernten Fremdsprachen - Sprachen also, deren Wert in Schule und Öffentlichkeit oft unterschätzt wird. Auch bislang selten gelehrte Sprachen bieten enormes Potenzial, um vielfältige Sprachbiographien zu ermöglichen und den interkulturellen Dialog zu stärken. In einer Zeit, in der Fremdsprachenunterricht wieder immer häufiger mit Englischunterricht gleich‐ gesetzt wird, stellt sich die Frage, ob diese Einseitigkeit den sprachlichen Bedürfnissen und Ressourcen unserer Schüler: innen noch gerecht wird. Die Beiträge in diesem Jahrbuch greifen diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven auf: • Jule Böhmer und Silvana Safouane stellen das Hamburger Modell vor, das versucht, herkunfts- und fremdsprachliche Angebote in einem grundlegend neuen Verständnis eines gemeinsamen „Sprachunterrichts“ zusammenzuführen. • Sandra Birzer, Jule Böhmer und Andrea Steinbach diskutieren den Status quo slavischer Sprachen an deutschen Schulen - ein Bereich, der viel zu oft unter dem Radar bleibt bzw. noch wenig erforscht ist: sei es mit Blick auf den Fremdsprachen- und Nachbarsprachenunterricht das Polnische oder Tschechische, sei es mit Blick auf neu zugezogene Schülerinnen und Schüler das Ukrainische, oder auch im Bereich des herkunftssprachlichen Unterrichts etwa Slovenisch oder Kroatisch. • Daniel Reimann beleuchtet die schulische Rolle romanischer Sprachen neben Fran‐ zösisch und Spanisch, nämlich Italienisch, Portugiesisch und Rumänisch - in unseren Bildungssystemen mitunter vernachlässigter Sprachen, die teilweise sogar den Status einer „Weltsprache“ für sich beanspruchen dürfen (Portugiesisch), in jedem Fall aber ein hohes transkulturelles Potential für die globale Kommunikation aufweisen. • Tao Zhang analysiert Chancen und Herausforderungen beim schulischen Unterrich‐ ten chinesischer Sprachvarietäten - ein hochaktueller Beitrag mit Blick auf sprach‐ liche Differenzierung und Vielfalt in einem noch jungen Schulfach. • Davia Rosenbaum, Ursula Csejtei und Barbara Blum geben in ihrem Beitrag Einblick in die Entstehung und Umsetzung des bundesweiten Redewettbewerbs „Mehr Sprachen - mehr WIR“ - ein Format, das Mehrsprachigkeit sichtbar macht und wertschätzt. Darüber hinaus reflektieren die Autor: innen politische und gesellschaftliche Rahmen‐ bedingungen für eine zukunftsfähige Sprachbildung. Wir danken allen Beitragenden für ihre wertvollen Impulse und dem Narr Verlag für die Möglichkeit, DNS ab 2025 als Online-Publikation (mit der Möglichkeit auch des Print on demand) verfügbar und so einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Wir laden Sie ein, beim Lesen dieser Ausgabe bewusst über den eigenen sprachlichen Ho‐ rizont hinauszublicken. Viele Beiträge behandeln zwar spezifische Sprachen und Kontexte, greifen aber didaktische Grundfragen auf, die auch Lehrenden anderer Sprachen wertvolle Impulse liefern können. Die Auseinandersetzung mit einer Vielzahl an Zugängen eröffnet neue Perspektiven auf die Förderung von Mehrsprachigkeit im eigenen Unterricht - selbst dann, wenn es um Ihnen bisher unbekannte Sprachen geht. In dieser Ausgabe wollen wir mit Ihnen das Potenzial der Mehrsprachigkeit an unseren Schulen neu entdecken - und gemeinsam neue Wege in der Sprachbildung zu beschreiten. Mögen die Beiträge Sie inspirieren, ermutigen und zur Weiterentwicklung Ihrer Unter‐ richtspraxis beitragen. Herzliche Grüße Die Herausgeber: innen Dr. Peter Konerding (Universität Malta, Arabistik) Dr. Mario Oesterreicher (Universität Erlangen-Nürnberg, Sprachenzentrum) Prof. Dr. Daniel Reimann (Humboldt-Universität, Didaktik der romanischen Sprachen und Literaturen) OStRin Andrea Steinbach (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Regensburg) 8 Vorwort der Herausgeber: innen