eJournals Kodikas/Code 42/2-4

Kodikas/Code
kod
0171-0834
2941-0835
Narr Verlag Tübingen
826
2024
422-4

Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse

826
2024
H. Walter Schmitz
When Harvey Sacks and Emanuel A. Schegloff explored the possibility of a “naturalistic observational discipline that could deal with the details of social action(s) rigorously, empirically, and formally” (Schegloff/Sacks 1973) it was not by chance that their attention was attracted by records of natural conversations and by conversation as an activity in its own right. For, in conversation every action, every speaking turn of its participants, presents itself as a clearly determinable unit with its outset and end, above all in the conversation’s transcript, all together in an apparent order, a sequence of turns. Sequence analysis developed for conversations from those observations, its prerequisites and its implications are examined critically and it is investigated whether sequence analysis is also applicable as a proof procedure to talk in interaction and multimodal face-to-face interaction. It is argued that unclearly determined non-verbal actions and multiple forms of simultaneous events may restrict or even prevent the applicability of sequence analysis. It is considered to be necessary to investigate empirically for different forms of (communicative) interaction and their constitutive conditions of perception the relation between simultaneity and sequentiality.
kod422-40260
K O D I K A S / C O D E Volume 42 (2019) · No. 2 - 4 Gunter Narr Verlag Tübingen Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse H. Walter Schmitz (Duisburg-Essen) Abstract: When Harvey Sacks and Emanuel A. Schegloff explored the possibility of a “ naturalistic observational discipline that could deal with the details of social action(s) rigorously, empirically, and formally ” (Schegloff/ Sacks 1973) it was not by chance that their attention was attracted by records of natural conversations and by conversation as an activity in its own right. For, in conversation every action, every speaking turn of its participants, presents itself as a clearly determinable unit with its outset and end, above all in the conversation ’ s transcript, all together in an apparent order, a sequence of turns. Sequence analysis developed for conversations from those observations, its prerequisites and its implications are examined critically and it is investigated whether sequence analysis is also applicable as a proof procedure to talk in interaction and multimodal faceto-face interaction. It is argued that unclearly determined non-verbal actions and multiple forms of simultaneous events may restrict or even prevent the applicability of sequence analysis. It is considered to be necessary to investigate empirically for different forms of (communicative) interaction and their constitutive conditions of perception the relation between simultaneity and sequentiality. Keywords: Ethnomethodology, conversation analysis, sequence analysis, conversation, talk in interaction, multimodality, non-verbal behavior, simultaneity Zusammenfassung: In Harvey Sacks ’ und Emanuel A. Schegloffs Erkundung der Möglichkeit einer “ naturalistic observational discipline that could deal with the details of social action(s) rigorously, empirically, and formally ” (Schegloff/ Sacks 1973) richtete sich ihre Aufmerksamkeit nicht von ungefähr auf Aufzeichnungen natürlicher Gespräche und auf das Gespräch als Aktivität eigenen Rechts. Denn hier bieten sich die einzelnen Handlungen, die Redebeiträge der Gesprächsteilnehmer, als klar bestimmbare Einheiten mit Anfang und Ende dar, erst recht im Transkript, und dies insgesamt in einer offensichtlichen Ordnung, einer Sequenz von Turns. Die hieraus für conversations entwickelte Sequenzanalyse, ihre Voraussetzungen und Implikationen werden kritisch beleuchtet, und es wird geprüft, ob die Sequenzanalyse als Prüfverfahren auch auf talk in interaction und auf multimodale Vis-à-vis-Interaktionen anwendbar ist. Es wird argumentiert, daß unklar begrenzte nonverbale Handlungen und vielfältige Formen simultaner Ereignisse die Anwendbarkeit der Sequenzanalyse stark einschränken oder unmöglich machen können. Es wird als notwendig erachtet, das Verhältnis zwischen Simultaneität und Sequentialität für unterschiedliche (kommunikative) Interaktionsformen und deren konstitutive Wahrnehmungsbedingungen empirisch zu prüfen. Schlüsselbegriffe: Ethnomethodologie, Konversationsanalyse, Sequenzanalyse, conversation, talk in interaction, Multimodalität, Nonverbalität, Simultaneität 1 Einleitung Aus der ursprünglichen ethnomethodologischen conversation analysis, wie sie von Sacks, Schegloff und Jefferson begründet und praktiziert wurde, haben sich in nunmehr über fünfzig Jahren Richtungen oder Strömungen von Konversationsanalyse entwickelt, die sich in ihren Annahmen und Vorgehensweisen, aber auch hinsichtlich ihres Untersuchungsgegenstands mehr oder weniger voneinander unterscheiden und von ihrem gemeinsamem Ausgangspunkt entfernen. Diese Entwicklung, in der manches von einigen gar als “ Häresie ” empfunden wurde (vgl. Stivers 2015; Kendrick 2017: 2), schritt in den letzten 30 Jahren stetig voran, obwohl Emanuel A. Schegloff seine Kollegen in zahlreichen kritischen Aufsätzen an die die Ethnomethodologie kennzeichnende Forschungsagenda in der Konversationsanalyse zu erinnern bemüht war (vgl. Lynch 2017: 4; 2019: 188 f.). Darüber sollte jedoch nicht übersehen werden, daß sich auch in den Studien von Sacks und erst recht in denen von Schegloff Verschiebungen in den Annahmen, in Begrifflichkeiten und in den Begrenzungen von Untersuchungsgegenständen ergeben haben, die bemerkenswert sind. Einigen dieser Veränderungen bei Sacks, Schegloff, Jefferson und ihren Nachfolgern möchte ich in dieser Studie nachgehen und sie daraufhin untersuchen, welche Folgen sich daraus für das Verständnis, die Anwendbarkeit und die Ergiebigkeit der Sequenzanalyse als der zentralen Methode der ethnomethodologischen Konversationsanalyse ergeben. Um zunächst die Voraussetzungen für eine Sequenzanalyse zu klären und deren Zusammenhang mit dem frühen Begriff der conversation als eines speech exchange system sichtbar zu machen, nehme ich als Ausgangspunkt meiner Überlegungen das von Schegloff und Sacks 1973 in “ Opening up Closings ” skizzierte Arbeitsprogramm. In einem zweiten Schritt untersuche ich die Anwendbarkeit der Sequenzanalyse auf die Phänomene, die Schegloff seinem erweiterten talk in interaction-Begriff subsumiert. Der dritte Teil dieser Untersuchung diskutiert Möglichkeiten und Grenzen einer Sequenzanalyse in einer Konversationsanalyse multimodaler Vis-à-vis-Kommunikation. In allen drei Schritten soll ein Schwerpunkt gelegt werden auf die genaue Bestimmung des veränderten Untersuchungsgegenstands, auf den jeweils die Sequenzanalyse als (Prüf-)Verfahren angewendet werden soll. 2 Sequenzanalyse und conversation In “ Opening up Closings ” stellen Schegloff und Sacks ihr Projekt der Untersuchung von Gesprächsbeendigungen vor als Teil eines vor ein paar Jahren begonnenen “ program of work ” , Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 261 [ … ] to explore the possibility of achieving a naturalistic observational discipline that could deal with details of social action(s) rigorously, empirically, and formally. For a variety of reasons that need not be spelled out here, our attention has focused on conversational materials; suffice it to say that this is not because of a special interest in language, or any theoretical primacy we accord conversation (1973: 289; Hervorh. H. W. S.). Was denn, so läßt sich fragen, macht conversational materials so attraktiv und geeignet als Gegenstand einer naturalistischen, allein beobachtungsgestützten Disziplin, die sich streng, empirisch und formal mit den Details sozialer Handlungen befaßt? Wenn Schegloff und Sacks von “ materials ” oder “ conversational materials ” sprechen, meinen sie an dieser Stelle “ records of natural conversation ” (Schegloff/ Sacks 1973: 290), 1 im sozialwissenschaftlichen Sprachgebrauch also “ Dokumente ” der ursprünglichen Gespräche. Die Autoren äußern sich meines Wissens an keiner Stelle über die Beziehung zwischen dem flüchtigen natürlichen Gespräch selbst und seiner Audioaufzeichnung, sie behandeln letztere jedoch so, als wäre sie - wie schon Bergmann (1985) allzu kühn behauptete - “ die registrierende Konservierung eines sozialen Geschehens ” dergestalt, daß sie das soziale Geschehen “ in seiner authentischen Ereignishaftigkeit zu bewahren ” (Bergmann 1985: 312) vermöchte. 2 Nun ist aber weder das natürliche Gespräch selbst - schon wegen seiner Flüchtigkeit - noch seine Audioaufzeichnung als solche ein geeigneter Gegenstand für die angestrebte Disziplin und ihre Verfahrensweisen, sondern erst das Gesprächstranskript (auf der Basis der Aufzeichnung), das offenbar ebenfalls zu den oben genannten “ materials ” gezählt wird: The materials with which we have worked are audiotapes and transcripts of naturally occurring interactions (i. e., ones not produced by research intervention such as experiment or interview) with differing numbers of participants and different combinations of participant attributes (Schegloff/ Sacks 1973: 291). Erst das Gesprächstranskript erfüllt alle Anforderungen der anvisierten empirischen Disziplin, und das höchst anschaulich. Denn erst in der schriftlichen Fixierung sprachlicher Äußerungen zusammen mit eventuellen symbolischen Notierungen prosodischer oder paralinguistischer Phänomene lassen sich eindeutig identifizierbare und von anderen abgrenzbare formale oder inhaltliche Einheiten bestimmen, die, soweit sie sich z. B. in der Zeit erstreckten, einen in der Transkriptfläche stets genau angebbaren Anfang und ein ebenso anzeigbares Ende haben, eine nur scheinbar triviale Voraussetzung, um überhaupt Einheiten genau angeben, von Abfolgen sprechen, Folgeverhältnisse analysieren oder generell Ordnung konstatieren zu können. Auf die Analysen solcher Transkripte - vornehmlich von Aufzeichnungen von Telefongesprächen - basieren Sacks, Schegloff und Jefferson (1974) ihre Formulierung des Turn- Taking-Systems für conversation als einem Redeaustauschsystem neben mehreren anderen, und es ist diese Organisation der Turn-Folge, aus der sie die Möglichkeit der Sequenzanalyse 1 Bei Sacks/ Schegloff/ Jefferson (1974) finden wir als Äquivalente “ audio recordings of naturally occurring conversations ” (1974: 697), “ tape recordings of natural conversation ” (1974: 698) oder auch “ audio materials ” (1974: 733). Vgl. auch Sacks (1972). 2 Was ja allenfalls für die Audioaufzeichnung eines Telefongesprächs Geltung beanspruchen könnte. - Der begrifflich wie theoretisch fragwürdigen Position Bergmanns folgen manche bis heute (vgl. z. B. Birkner 2020: 21). 262 H. Walter Schmitz als Prüfverfahren für die Analyse von Turns herleiten (1974: 728). Denn sie sehen es als eine systematische Konsequenz der Turn-Taking-Organisation an, daß sie die Gesprächsteilnehmer dazu verpflichte, sich mit ihrem jeweiligen Redebeitrag gegenseitig ihr Verständnis des vorangegangenen oder eines speziell angesprochenen anderen Redebeitrags anzuzeigen; und da diese Anzeigen ( “ displays ” ) auch dem professionellen Analytiker zugänglich seien, erhalte dieser ein Prüfkriterium und ein Suchverfahren an die Hand für die Analyse dessen, worum es in einem Redebeitrag gehe. Und weiter: Since it is the parties ’ understandings of prior turns ’ talk that is relevant to their construction of next turns, it is their understandings that are wanted for analysis. The display of those understandings in the talk of subsequent turns affords both a resource for the analysis of prior turns and a proof procedure for professional analyses of prior turns - resources intrinsic to the data themselves (Sacks/ Schegloff/ Jefferson 1974: 729; Hervorh. im Original). 3 Aufgrund der Stellung dieser Überlegungen zum Turn-Taking-System für conversation 4 müssen wir uns natürlich als nächstes fragen, was genau die Autoren unter dem Redeaustauschsystem conversation verstehen, in dessen Analyse das Verfahren der Sequenzanalyse aus den angegebenen Gründen seinen berechtigten Platz haben soll. Dies ist umso notwendiger, als in der Literatur der terminologische Status von “ conversation ” häufig ignoriert und mit untauglichen, da irreführenden Übersetzungen wie “ Gespräch ” oder “ verbale Interaktion ” operiert wird. Wie ich an anderer Stelle hergeleitet und ausgeführt habe (vgl. Schmitz 2014: 140 f.), ließe sich die bei Sacks, Schegloff und Jefferson implizit bleibende Definition explizieren als: ‘ Conversation ’ heiße ein Redeaustauschsystem und jede seiner Realisierungen, in dem das Turn-Taking ausschließlich einem System folgt, das (wenigstens) die 14 Merkmale - von “ Speaker-change recurs ” bis “ Repair mechanisms exist ” (Sacks/ Schegloff/ Jefferson 1974: 700 f.) - aufweist. Das aber heißt, daß solche Kommunikationen keine conversations sind, in denen längeres gleichzeitiges Sprechen, Phasen chorischen Sprechens oder längere Redepausen vorkommen und toleriert werden, oder in denen Statusunterschiede, institutionelle Rollenverteilungen oder allgemein Ungleichheiten der Rechte, des Wissens, des Könnens der Kommunikationsteilnehmer Einfluß auf die Sprecherreihenfolge, die Turn-Länge, die relative Verteilung der Turns etc. ausüben (könnten) (vgl. Schmitz 2014: 141). Entsprechend müssen für Fälle von conversation Gleichheit und gleiche (Sprecher)Rechte der Teilnehmer angenommen werden. Dafür aber werden kaum jemals in konversationsanalytischen Untersuchungen Belege erbracht; man begnügt sich stillschweigend mit der Annahme eines gemeinsam geteilten Turn-Taking-Systems ( “ for conversation ” ) (vgl. Billig 1999: 543, 550). Die Anwendbarkeit des Verfahrens der Sequenzanalyse ist also zunächst gebunden an das Redeaustauschsystem conversation; seine Verwendung zur Analyse anderer Redeaustauschsysteme, etwa moderierter Diskussionen, bedarf daher zuvor einer Prüfung, ob das dort geltende Turn-Taking-System die weiter oben beschriebenen Voraussetzungen 3 Ähnlich Schegloff/ Sacks (1973: 290): “ We have proceeded under the assumption (an assumption borne out by our research) that insofar as the materials we worked with exhibited orderliness, they did so not only for us, indeed not in the first place for us, but for the coparticipants who had produced them. ” 4 “ The turn-taking system has, as a by-product of its design, a proof procedure for the analysis of turns. ” (Sacks/ Schegloff/ Jefferson 1974: 728) Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 263 (Sacks/ Schegloff/ Jefferson 1974: 728 f.) dafür erfüllt. Es kann jedenfalls nicht ungeprüft und von vornherein angenommen werden, daß jegliche Form verbaler Interaktion sinnvollerweise einer Sequenzanalyse unterzogen werden kann. In besondere Schwierigkeiten scheint die Sequenzanalyse dort zu geraten oder gar unmöglich zu werden, wo, wie einige empirische Untersuchungen von Mehrpersonengesprächen offenbar belegen können, 5 gleichzeitiges Sprechen über längere Zeit hinweg praktiziert und toleriert wird, wo also die für alle Redeaustauschsysteme als konstitutiv angenommene Regel “ one at a time ” aufgehoben ist, die als Voraussetzung für die Entstehung sozialer Ordnung in der Interaktion für unabdingbar gehalten wird. 6 Was nun die Durchführung von Sequenzanalysen in conversations angeht, so sind doch erhebliche Zweifel an dem Teil der display-These angebracht, der behauptet, die Teilnehmer zeigten mit und durch ihre Beiträge zugleich und gleichermaßen dem professionellen Analytiker auf, wie sie die vorangegangene Äußerung verstanden haben. Denn weder sind Gespräche oder ihre Transkripte “ selbsterklärend ” , was jedoch “ viele Konversationsanalytiker und Ethnomethodologen ” behaupten (Deppermann 1999: 50), noch läßt sich die zurückhaltendere Annahme Deppermanns (1999: 50) wirklich verteidigen, wenn Gespräche sorgfältig protokolliert würden, stünden die Aufzeigeleistungen den Gesprächsanalytikern in der gleichen Weise wie den Teilnehmern für die Interpretation der Gesprächsereignisse zur Verfügung. Denn die deutende Übernahme der Sprecherperspektive ( “ members ’ perspective ” ) setzt stets adäquates Situations- und Sachwissen voraus, 7 das aber in aller Regel weder im üblichen konversationsanalytischen Transkript enthalten ist noch eigens in ethnographischen Vorarbeiten gewonnen worden wäre. Zur Veranschaulichung erinnere man sich nur an die bekannte Untersuchung von Goodwin (1979) zum Zustandekommen des Satzes “ I gave, I gave up smoking cigarettes l-uh one-one week ago today, acshilly ” , für die Informationen über relevante Beziehungen zwischen den Gesprächsteilnehmern und über deren einschlägige Wissensbestände von ganz zentraler Bedeutung waren. Bei allem Verständnis für die skeptische Haltung der Konversationsanalytiker gegenüber der Verwendung von Kontextwissen (vgl. Deppermann 2014: 24) - gerade weil die Audioaufzeichnung nur einen Aspekt eines sozialen Geschehens “ registrierend konserviert ” und das Transkript sich der Aufzeichnung gegenüber stets nur selektiv verhalten kann, bedarf es - auch zur Stützung der Sequenzanalyse - in vielen Fällen einer ethnographischen Orientierung der Konversationsanalyse (vgl. dazu Grimshaw 1990: 308; Schmitz 1998; Deppermann 2000; 2010: 650; 2014: 44). Die klassische ethnomethodologische Konversationsanalyse glaubt also in ihrem ausschließlichen Interesse an der Organisation der Abfolge sprachlicher Handlungen auf alle Informationen verzichten zu können, die über ihre Audioaufzeichnungen und deren vergleichsweise einfachen Verbaltranskripte hinausgehen würden. Dabei ist es nicht so, daß sie nur das sprachliche Geschehen als Untersuchungsgegenstand zuließe, alles 5 Für eine Übersicht dazu mit zahlreichen Literaturverweisen vgl. Schmitz (2014: 146 f.). 6 Man beachte nur die Emotionalität, mit der Schegloff (2000: 47, Fn. 1) auf die Infragestellung dieser Regel reagiert hat: “ If not one-at-a-time, is it ALL-at-a-time? Some other limited number? Or are there no constraints or describable practices at all, as apparently claimed by Reisman (1974: 113 - 14)? ” 7 Wozu nicht selten auch eine gute Kenntnis der Interaktionsgeschichte der Kommunikationsteilnehmer gehört. 264 H. Walter Schmitz Nonverbale dabei schlicht übersähe oder gar ausdrücklich ausschlösse, sondern sie begreift conversation als ein reines Redeaustauschsystem und hält die jeweilige Organisation der Redebeiträge als sprachliche Handlungen aus sich heraus und aus den Details des rein sprachlichen Interaktionsgeschehens für hinreichend verstehbar und erklärbar. Die schon recht früh einsetzende Kritik an Aufzeichnungsverfahren und Transkription trifft allerdings zugleich das konversationsanalytische Verständnis der sprachlichen Handlung und den darauf zugeschnittenen Begriff der conversation, indem sie auf den Vorwurf hinausläuft, conversations insgesamt oder bestimmte Aspekte ihrer internen Organisation seien ohne Berücksichtigung von Blicken, Körperbewegungen, prosodischen oder paralinguistischen Phänomenen, und damit auch ohne Berücksichtigung der Hörerbeiträge zur Regulation und Gestaltung der Interaktion, konversationsanalytisch keineswegs hinreichend zu klären. 8 3 Sequenzanalyse und talk in interaction In “ Opening up Closings ” zeigen sich Schegloff und Sacks (1973: 323, Fn. 20) recht unberührt von dem Einwand eines Lesers des Manuskripts, sie seien wohl der Meinung, Gesprächsbeendigungen könnten alleine durch sprachliche Mittel und ganz ohne Beteiligung von “ non-verbal accompaniments ” vollzogen werden: Informal observation does not suggest that they [non-verbal phenomena] are incompatible with our analysis. Still, it should be pointed out that ‘ purely verbal means ’ DO work for at least one class of conversations, i. e., those on the telephone. Furthermore, they work fully or partially in others, though not necessarily in all others. [ … ] Clearly, our analysis does not deal with all possible cases; but its relevance should not be over-restricted. Die Autoren lassen erkennen, daß sie nicht nur, dem Einwand zum Trotz, auf der Gültigkeit des anhand von Telefongesprächen ermittelten Verfahrens zur Organisation von Gesprächsbeendigungen bestehen, sondern eine diesen empirischen Bereich weit überschreitende (allgemeine? ) Geltung dafür erwarten oder sogar beanspruchen. 9 Die Organisation der Produktion der Redebeiträge ist und bleibt für Sacks und Schegloff primär und leitend, das nonverbale Bewegungsverhalten sekundär und darauf bezogen. Daß es in der Folge dann doch zu gelegentlicher Beschäftigung mit nonverbalem Verhalten in der sozialen Interaktion kam, ging zunächst auf das durch die Begegnung mit Charles und Marjorie Goodwin und ihrem Videomaterial sozialer Interaktionen bei Harvey Sacks ausgelöste Interesse an Videoanalysen zurück. Ebenso bedeutsam dürfte aber auch Schegloffs allmähliche Lösung von dem engen conversation-Begriff gewesen sein, der in verschiedenen Publikationen 10 eine wachsende Bereitschaft zeigt, die Relevanz des Non- 8 Hierzu und für eine Übersicht über einschlägige Quellen vgl. Schmitz (2014: 142 f.). Vgl. auch die Warnung Ericksons (2004: 202 f.): “ When we look by comparison at what has come to be mainstream work in discourse analysis, it is fair to say that the analysis of talk has tended to be ‘ linguocentric ’ in ways which, in the long run, may prove to be misleading even for those whose primary research interest is in speech phenomena rather than in nonverbal aspects of communication. ” 9 Man darf hier wohl an eine Parallele zum Universalitätsanspruch des Turn-Taking-Systems für conversation ( “ in any conversation ” ) denken (vgl. dazu Schmitz 2014). 10 Man betrachte dazu den Weg von Schegloff (1995: 35) über Schegloff (2000: 8 ff.) bis hin zu Schegloff (2006: 90, Anm. 1). Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 265 verbalen in der Kommunikation programmatisch anzuerkennen und schließlich umfassend seinem talk in interaction-Begriff zu subsumieren: It should go without saying (although the contemporary use of the term multimodal interaction suggests otherwise) that “ talk in interaction ” should be understood as “ talk and other conduct in interaction, ” that is, as including posture, gesture, facial expression, ongoing other activities with which the talk may be cotemporal and potentially coordinated, and any other features of the setting by which the talk may be informed and on which it may draw (Schegloff 2006: 90, Anm. 1). Wie schon in der ersten, gemeinsam mit Harvey Sacks durchgeführten Studie zu Aspekten nonverbalen Verhaltens in talk in interaction aus dem Jahr 1975 (vgl. Sacks/ Schegloff 2002: 136) nimmt Schegloff auch in zwei späteren Untersuchungen (1984; 1998) grundsätzlich an, daß körperliches Verhalten in der Interaktion sequentiell organisiert ist, daß aber ein Teil dieser sequentiellen Organisation daher rührt, daß es bezüglich der Rede geordnet ist, die ihrerseits sequentiell organisiert ist. Vor diesem Hintergrund geht es Schegloff wie Sacks a) um die Identifizierung von Klassen beobachtbarer Körperbewegungen, für die sich eine interne formale sequentielle Organisation nachweisen läßt; b) um die Details möglicher Beziehungen solcher intern organisierter Körperbewegungen zur sequentiellen talk-Organisation. In Beobachtungen anhand von Videoaufzeichnungen glauben sie genau identifizierbare Bewegungseinheiten mit zweifelsfrei angebbarem Anfang und Ende gefunden zu haben: A very large number of moves and sequences of moves in interaction end where they begin. That is, they end in the same place and regularly in the same position, which we are calling “ home position. ” The moves depart from home and return to home (Sacks/ Schegloff 2002: 137). Sogleich wird eine Analogie zur sequentiellen Organisation von talk-Segmenten hergestellt, in der schließlich auch der Anfang und das Ende bedeutende Stellen seien, der Beginn häufig auf das Ende bezogen und das Ende oft etwas vom Anfang wiederaufnehme. Ebenfalls parallel, nun zur Turn-Taking-Systematik (für conversation), werden größte Einfachheit des Organisationsformats, Systematizität der Organisation und der Hervorbringung sowie Formalität der Operation ( “ home ” als beliebiges Objekt) konstatiert (2002: 137). Und da man dieses Organisationsformat nicht nur bei Gesten feststellen kann, die angeblich an die Sprecherrolle und damit wie diese organisatorisch an das Turn-Taking- System gebunden sind, sondern ebenfalls an einer Vielzahl von körperlichen Bewegungen der unterschiedlichsten Art, glauben die Autoren, es mit einem Organisationsverfahren breitester Anwendung zu tun zu haben, das man selbst schon in ethnographischen Filmen entdeckt habe (2002: 141 - 144). 11 Doch lassen sich so einfach Anfang und Ende und dann Sequenzen von Bewegungen bestimmen? Warum sollte “ home ” in einem Einzelfall nicht auch Durchgangsstadium einer größeren Bewegungseinheit oder gar selbst eine Einheit sein? Adam Kendon spricht statt von “ home ” von “ rest position ” , 12 und das ist nicht nur eine vorsichtigere, offenere Bezeichnung, sondern läßt auch erkennbar, daß es sich dabei um eine für eine bestimmte Zeit gehaltene Position handeln kann, die dauert, und nicht einfach ein punktueller Anfang oder ein Ende in einem Zeitpunkt sein muß. 11 Hier liegt die Parallele zum Universalitätsanspruch für das Turn-Taking-System für conversation nahe. 12 Vgl. “ Note added by Adam Kendon ” in Sacks/ Schegloff (2002: 145). 266 H. Walter Schmitz Deutlicher wird das Problem der Bestimmung und genauen Begrenzung einer Bewegungseinheit vielleicht an Schegloffs Studie zu “ Body Torque ” , worunter er “ divergent orientations of the body sectors above and below the neck and waist, respectively ” (1998: 536) versteht. Innerhalb seines Versuchs, die als Ergebnis einer Bewegung, einer Körperdrehung, eingenommene Körperhaltung, die er einen “ body torque ” nennen möchte, möglichst genau zu bestimmen, heißt es schließlich: It seems clear that not all such divergent orientations should be understood as torque; for example, a twenty-degree deflection of the head or face from “ straight ahead ” position may not be understood usefully in this way. But at some point, a swivelling or twisting of the upper trunk relative to the planted position of the legs (or of the buttocks, if sitting), or a sharply craned neck or angled face relative to the trunk and shoulders, can constitute - can be taken by interactional coparticipants as an instance of - body torque (Schegloff 1998: 541; Hervorh. H. W. S.). Ob also schon eine Körperdrehung der Art vorliegt, die eine Beteiligung an mehreren Handlungen und eine Rangordnung der Beteiligung an diesen Handlungen anzuzeigen vermag, oder noch nicht, hängt letztlich von den Deutungen durch die Interaktanten ab. Neben dem Problem der Bestimmung und Abgrenzung von Einheiten nonverbalen Verhaltens oder Handelns bleibt als zweites zentrales Problem das der Beziehung zwischen nonverbalen Einheiten und sprachlichen Äußerungen. Es sei am Beispiel der Gestik der Kommunikationsteilnehmer erläutert. Bei Sacks/ Schegloff (2002: 141; zuerst: 1975) hatte es noch geheißen: [ … ] the domain “ gesture ” is a speaker ’ s domain. Speakers gesture, non-speakers don ’ t gesture. They do lots of other things, but they don ’ t gesture. Einige Jahre später engt Schegloff (1984: 271) diese Behauptung ein und formuliert vorsichtiger: Hand gesturing is largely, if not entirely, a speaker ’ s phenomenon. [ … ] hand movements by current nonspeakers are not, and are not seen to be, gestures. Von dieser, vor allem in ihrem zweiten Teil durchaus noch überraschenden Regel gibt es nach Schegloff (1984: 271) drei Arten von Ausnahmen: 1. Der gegenwärtige Nichtsprecher, der eine Handgeste initiiert, zeigt damit an, daß er beabsichtigt oder beginnt, Sprecher zu sein; seine Geste wird eingesetzt als ein Zug im Bemühen um den nächsten Redeturn. 2. Gesten können anstelle von Rede eingesetzt werden, wenn z. B., während andere miteinander sprechen, ein gegenwärtiger Nichtsprecher etwas mitzuteilen versucht, ohne die anderen zu unterbrechen. Der gestikulierende ‘ Nichtsprecher ’ ist dann dennoch “ a sort of covert speaker ” . 3. Wenn der gegenwärtige Sprecher unterbrochen wird und der Unterbrechung nachgibt, dann hält er nun als Nichtsprecher manchmal die gerade in Ausführung begriffene Geste an, um anzuzeigen, daß sein Turn noch nicht beendet ist und nach der Unterbrechung wiederaufgenommen werden soll. Wie sich schon in dieser Liste der Ausnahmen von der behaupteten Regel andeutet, betrachtet Schegloff allein die Beziehung zwischen der Ausführung sog. ikonischer Handgesten und der Äußerung der sprachlichen Einheiten, mit denen sie semantisch verbunden sind, indem nämlich diese meist präpositionierten Gesten einen Aspekt des Inhalts der zugehörigen Äußerungen zum Ausdruck bringen. Präpositioniert eröffnen sie einen sog. “ Projektionsraum ” (Schegloff 1984: 267 ff.), der im Prinzip nicht nur den Inhalt Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 267 der folgenden Äußerung, sondern auch die als nächste folgende Aktivität, etwa die Übernahme des Rederechts, erwartbar oder gar vorhersehbar werden läßt (vgl. auch Müller 1998: 74). Ob und wie die Interaktionspartner damit umgehen, bleibt allerdings unthematisiert. Es geht also allein - und das zeigen auch die spärlichen Transkriptstücke - um die Analyse der redeinternen sequentiellen Organisation von gestischen und sprachlichen Anteilen ohne weitere Berücksichtigung eventueller interaktiver Aspekte. Dasselbe gilt für die Analyse von body torque, über die es heißt: [ … ], my own concerns focus not only on how the talk shapes the disposition of the bodies, but also on how the disposition of the bodies and the deployment of their parts in posture can serve to shape the course of the talk itself (Schegloff 1998: 538). Der Vorrang der sprachlichen Äußerung vor den nonverbalen Phänomenen, die eben nur “ talk-accompanying behavior ” darstellen, wird nirgendwo in Zweifel gezogen; ein eigenständiger Handlungscharakter des Nonverbalen wird nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen. Weit über die analysierten Handgesten hinausgreifend auf das nonverbale Geschehen insgesamt heißt es schließlich sogar: A great deal of the talk in interaction arrives on a prepared scene. [ … ] Posture, gesture, facial expression, preceding talk, voice quality, and the like all till the soil into which the words are dropped (Schegloff 1984: 291). Und unter Bezugnahme auf Adam Kendons Gestenforschung hält Schegloff (1984: 295) die Unterschiede zwischen ihren Grundpositionen so fest: Our interpretation of these findings is different - Kendon finding in them grounds for a claim of some sort of priority, precedence, anteriority, or more fundamental status for body behavior as compared to speech. I treat the production of the talk as organizationally more fundamental, the body behavior being generally temporally and sequentially organized with respect to it, and not the other way around. In Schegloffs konversationsanalytischen Studien finden wir zwar ein Interesse an und eine gewisse analytische Berücksichtigung einiger nonverbaler Phänomene in der Interaktion, doch im Unterschied zu jüngeren Ansätzen in der ethnomethodologischen Konversationsanalyse zählen für ihn als methodologisch zu berücksichtigende Konstitutionseigenschaften der Interaktion (vgl. Deppermann 2014: 24) Sequenzialität, Interaktivität und Methodizität des Handelns, nicht aber “ multimodale Konstitution ” . 13 4 Sequenzanalyse und Multimodalität Die einschneidendste Veränderung in der weiterhin fast ausschließlich empiriegetriebenen Forschung und Entwicklung der ethnomethodologischen Konversationsanalyse ist der im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte von vielen vollzogene Wechsel des Untersuchungsgegenstands: von talk in interaction mit Sprache als alleiniger oder zumindest dominanter Kommunikations- und Handlungsressource hin zu multimodaler Interaktion, in der sich das Handeln Ressourcen verschiedener Modalität bedient. Als hier zu unterscheidende Ressourcen werden nach klassischem Muster genannt (vgl. z. B. Deppermann 2018: 58): 13 Das ist im Grunde schon der weiter oben zitierten Definition von “ talk in interaction ” (vgl. Schegloff 2006: 90, Anm. 1) zu entnehmen. 268 H. Walter Schmitz Vokalität (schließt Sprache, Prosodie und Parasprache ein), Gestik, Blick(en), Mimik, Körperhaltung, Handhabung von Objekten und Bewegung im Raum. Daneben gibt es allerdings auch noch Versuche (vgl. Loenhoff/ Schmitz 2015: 17), Multimodalität der Kommunikation etwa mittels solcher auf einzelne Sinne bezogener Termini zu fassen und zu begreifen wie “ Channel [lexico-syntactic channel, prosodic channel] ” (Stivers/ Sidnell 2005: 3), “ Ausdrucksebene [Stimme, Gestik, Blick, Körperhaltung etc.] ” (Schmitt 2005: 19, 21), “ Ausdrucksmodus ” (Deppermann/ Schmitt 2007: 23 - 27, 49) oder “ vocal/ aural ” versus “ visuospatial modality ” (Stivers/ Sidnell 2005: 2 ff.). Erstaunlich an dieser wesentlichen Veränderung in der Konversationsanalyse ist allerdings, daß einige Autoren die ‘ Entdeckung ’ der Multimodalität ebenso wie die neu erkannte Notwendigkeit ihrer Erforschung und Berücksichtigung auf die breite Verfügbarkeit und zunehmende Verwendung von Videoaufzeichnungen und -analysen interpersonaler Kommunikation zurückführen (vgl. Schmitt 2005: 18, 21, 23; Stivers/ Sidnell 2005: 16, n. 1; Deppermann/ Schmitt 2007: 15, 16; Stukenbrock 2009: 151). 14 Dementsprechend wird die frühere, ausschließlich auf das sprachliche Geschehen gerichtete Konzentration der Konversationsanalyse allein als Folge der damaligen “ technischen Bedingungen ” gedeutet: Die technischen Bedingungen (Restriktion auf die auditiven Informationen, das Hörbare) führten dabei zu einer - zwar nicht theoretisch motivierten, aber doch analysefaktisch folgenreichen - Priorisierung des Gesprochenen gegenüber anderen interaktionsrelevanten Formen körperlichen Ausdrucks (Schmitt 2005: 21; ähnlich Deppermann/ Schmitt 2007: 29). Die Einführung und Verfügbarkeit von Videokameras entsprach jedoch nicht der Erfindung des Fernrohrs oder des Mikroskops, die es erlaubte, nun erstmalig Dinge zu sehen, von denen man zuvor nichts hatte wissen oder auch nur erahnen können. Was in Videoaufzeichnungen sichtbar wurde, war auch vorher schon in gröberem Korn sichtbar und bekannt gewesen, von manchen sogar gefilmt und beschrieben worden. Und von “ Multimodalität ” der (kommunikativen) Interaktion war schon seit Mitte der 1950er Jahre die Rede. Die vielmehr entscheidende Bedingung für die Veränderung des Untersuchungsgegenstands der Konversationsanalyse war - um mit Charles Goodwin zu sprechen - das Bestreiten der hergebrachten “ professional vision ” durch Änderung der auf das Untersuchungsgebiet anzuwendenden Praktiken “ coding ” , “ highlighting ” und “ producing and articulating material representations ” (vgl. Goodwin 1994: 606). Das läßt sich geradezu exemplarisch an der Studie von Goodwin (1979) vorführen, die in der Literatur am häufigsten als Beginn der videogestützten Analyse multimodaler Interaktion genannt wird (vgl. Schmitz 2020: 110): Gail Jefferson wandte auf die von Goodwin verwendete Videoaufzeichnung das von ihr entwickelte und in der ethnomethodologischen Konversationsanalyse bis dahin allgemein akzeptierte Transkriptionssystem an; das Resultat war ein Transkript bekannter Art und Form des Satzes: “ I gave, I gave up smoking cigarettes l-uh 14 Dies ändert sich erst mit einer Publikation von Mondada (2008), die der videogestützten Berücksichtigung von “ various multimodal resources ” in der Konversationsanalyse eine bis auf das Jahr 1970 zurückgehende Geschichte zu verschaffen sucht mit programmatischen und methodologischen Wurzeln in der Ethnomethodologie und mit Vorläufern im “ The Natural History of an Interview ” -Projekt Mitte der 1950er Jahre (vgl. dazu Loenhoff/ Schmitz 2015: 12, Fußn. 12). Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 269 one-one week ago today, acshilly. ” Goodwin aber bestritt die empirische Adäquatheit dieses Transkriptionssystems, indem er es ergänzte durch die Kategorien “ gaze ” (Anblicken), “ mutual gaze ” oder “ eye contact ” (gegenseitiges Anblicken, Blickkontakt), “ Zuwenden ” und “ Abwenden ” sowie durch Transkriptionssymbole für diese Kategorien. 15 Dies erlaubte es Goodwin, zwang ihn sogar, anderes zu sehen und zu zeigen, als bis dahin in der Gruppe der ethnomethodologischen Konversationsanalytiker qua Festlegung auf Jeffersons Transkriptionssystem als sehenswert galt, gesehen (oder gehört) werden konnte und durfte. Nicht nur Blicke von Sprechern und Hörern (Nichtsprechern), sondern vor allem auch (einige) simultan verlaufende Handlungen und Ereignisse. Simultaneität aber kam in der klassischen Konversationsanalyse lediglich als Überlappung von Sprecherbeiträgen in Betracht, weswegen man tatsächlich vorkommende simultane Geschehnisse als Ausnahmen bzw. “ Unfälle ” ansah, in denen das Prinzip “ one speaker at a time ” (Sacks/ Schegloff/ Jefferson 1974: 700) verletzt würde. Von nun an war die Gleichzeitigkeit von sprachlichen und nichtsprachlichen Handlungen mehrerer Beteiligter in der Vis-à-vis-Kommunikation nicht mehr zur Ausnahme zu erklären und mit dem Begriff des “ overlap ” nicht mehr hinreichend zu erfassen (vgl. auch Deppermann 2018: 62). Damit wurde aber auch die Frage unabweisbar, wie sich das zentrale Verfahren der Sequenzanalyse vereinbaren läßt mit den vielfältigen Formen von eventuell vorkommender und dann beobachtbarer personaler und vor allem interpersonaler Simultaneität und Asynchronie, ohne die aus methodischen Gründen hochgehaltene Annahme der Gleichberechtigung aller Modalitäten aufzugeben. Die Sequenzanalyse setzt nach ursprünglichem Verständnis den Turn und den Sprecherwechsel, also den folgenden Turn, voraus, in dem der zweite Sprecher den Interaktionsbeteiligten seine Interpretation der im vorangegangenen Turn vollzogenen Handlung aufzeigt. Wenn nun aber in der Vis-à-vis-Kommunikation der Turn selbst schon ganz oder teilweise interaktiv konstruiert wird (werden kann), weil Sprecher möglicherweise die Reaktionen der anderen Kommunikationsteilnehmer während ihres Turns beobachten, als Erwiderungen oder Zwischenantworten deuten und in der weiteren Konstruktion ihres Turns schon berücksichtigen, wie soll da eine Sequenzanalyse noch als sinnvolles Prüfverfahren durchgeführt werden können? 16 Soweit es die empirisch schlecht bestimmbaren Grenzen nichtsprachlicher Handlungen von Kommunikationspartnern während des Vollzugs eines Turns erlauben, lassen sie sich vielleicht, soweit ihre gegenseitige Wahrnehmung auch gegeben ist, als “ mikrosequenzielle, interaktive Responsivität ” (Deppermann 2018: 62) innerhalb des Turns betrachten und analysieren (vgl. Goodwin 2018). Dabei blieben dann zwar Interaktivität und Sequentialität im Kern berücksichtigt, aber das an die Abfolge von Turns gekoppelte Verständnis von Sequenzanalyse würde durch etwas anderes ersetzt. 15 Es darf nicht übersehen werden, daß auch Goodwins erweitertes Transkriptionssystem stark selektiv blieb, z. B. bezüglich Situation und Tätigkeiten der zum gemeinsamen Essen am Tisch versammelten sechs Personen, in die das von ihm untersuchte Geschehen eingebettet war. Vor allem gibt er auch keine Gründe für seine Auswahl an. - So wird allerdings in der multimodalen Konversationsanalyse sehr häufig verfahren. 16 Vgl. auch Goodwins (2018: 49 f., 135 f.) Kritik an der u. a. von Levinson (2012) und Stivers/ Rossano (2010) hochgehaltenen traditionellen Auffassung, “ action ascription ” sei “ the assignment of an action to a turn as revealed by response of the next speaker ” (Levinson 2012: 104). 270 H. Walter Schmitz Nun sind neben solchen Fällen von Simultaneität aber auch länger andauerndes gleichzeitiges Sprechen, simultane turnübergreifende oder intermittierende nichtsprachliche Handlungen beobachtet worden und natürlich auch Gesten oder andere nichtsprachliche Handlungen, die ebenso wie Sprache oder anstelle ( ‘ in Vertretung ’ ) von sprachlichen Äußerungen als “ Gast ” (Sacks) 17 im Turn auftreten. Was folgt daraus für die Durchführung von Sequenzanalysen? Und wie verhält es sich z. B. mit dem schon prominenten Fall, den Goodwin (2018: 83) in seiner Analyse so beschreibt? In a number of different ways Candy and Chil inhabit the position of speaker simultaneously, but from structurally different positions. Chil is the epistemic authority for the proposition at issue, something displayed in part through the confident, judging position of his body. Candy, on the other hand, uses her voice and language abilities to author and animate for Chil ’ s evaluation a candidate version of what this proposition might be. Solange die sog. multimodalen Analysen sprachzentriert bleiben und, wie schon Charles Goodwin es ihnen von Anfang an vorgemacht hat, lediglich mal diese mal jene nichtsprachliche Aktivität mit in den Blick nehmen, statt die programmatische Gleichberechtigung aller je nach den gegebenen Wahrnehmungsbedingungen potentiell relevanten Modalitäten ernst zu nehmen und in der Analyse zu berücksichtigen, 18 wird die methodische und begriffliche Neuorientierung der Konversationsanalyse angesichts ihres neuen Untersuchungsgegenstandes nicht zu einem vorläufigen Abschluß gelangen können. Und weil sie und ihre Entwicklung ausschließlich empiriegetrieben sind, mangelt es einerseits an offener Diskussion und Verständigung über die Folgen des Wandels in der Konversationsanalyse - z. B. für Stellenwert und Handhabung der Sequenzanalyse. Und andererseits muß sie weiterhin damit rechnen, in Analysen multimodaler Interaktionen zu Ergebnissen zu gelangen, die etablierte Annahmen z. B. über Turn-Taking (vgl. Schmitz 1998: 42 - 44; Schmitt 2005) oder über Reparaturen (vgl. Bohle 2007) in Frage stellen; sie sind schließlich aus Analysen eines anderen Untersuchungsgegenstandes hervorgegangen. Es wird aber auch unabhängig von dieser Erfahrung viel strenger zu differenzieren sein zwischen den Kommunikations- und Interaktionsformen, und zwar nach Maßgabe ihrer je spezifischen konstitutiven Wahrnehmungsbedingungen, die ihrerseits unterschiedlichen kulturellen Ordnungen (z. B. Seh-, Hör-, Steh- oder Sitzordnungen) mit je speziellen Konsequenzen für Möglichkeiten und Präferenzen der Gestaltung des Kommunikationsgeschehens unterworfen sein können (vgl. Loenhoff 2001: 225 - 254). Vor einem solchen, dann auch empirisch breiteren Hintergrund kann und muß das Verhältnis von Sequentialität und Simultaneität in der (kommunikativen) Interaktion schließlich neu durchdacht werden, um in diesem Zusammenhang auch die Anwendungsbereiche und die Durchführungsbedingungen von Sequenzanalysen neu zu bestimmen. 17 Vgl. dazu die Bemerkung bei Bergmann (1981: 33). 18 Einige Vorschläge scheinen mir tatsächlich dazu zu tendieren, die Annahme der Gleichberechtigung aller Modalitäten aufzugeben und in den nichtsprachlichen “ Ausdrucksmodi ” lediglich koordinative Leistungen, in den verbalen dagegen Handlungen realisiert zu sehen (vgl. z. B. Deppermann/ Schmitt 2007: 22 f., 49; Deppermann/ Schmitt/ Mondada 2010: 1716; Deppermann 2013: 3; Mortensen 2012: 5). Anmerkungen zur Sequenzanalyse im Wandel der ethnomethodologischen Konversationsanalyse 271 Literatur Bergmann, Jörg R. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse. In: Schröder, Peter/ Steger, Hugo (Hg.), Dialogforschung. 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