eJournals Kolloquium Parkbauten12/1

Kolloquium Parkbauten
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2026
121 Technische Akademie Esslingen

Automatische Parksysteme für Pkw – eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden

0224
2026
Ilja Irmscher
Automatische Parksysteme haben eigentlich schon eine bald hundertjährige Geschichte. Bereits 1927 – 1929 wurde mit der Großgarage Süd an der Pfännerhöhe in Halle/Saale ein mechanisches Parkhaus errichtet. Mangels geeigneter Steuerungen erfolgte die Bedienung durch Maschinisten. Damals verfügten die Autos nicht über jenes Steigvermögen wie heute, und das Fehlen von Lenkhilfen erschwerte das Rangieren erheblich. Die Motivation heute für den Bau automatischer Parksysteme besteht vordergründig in der Schaffung erforderlicher Pkw-Stellplätze unter besonders anspruchsvollen räumlichen und städtebaulichen Bedingungen, wobei bei einer qualifizierten Planung auch wesentliche Vorteile in Bezug auf den Nutzerkomfort erzielbar sind. In hochverdichteten Bestandsgebieten kann ein besonderer Nutzeffekt erreicht werden, wenn die Schaffung von Stellplätzen vor allem unter Straßenräumen und Stadtplätzen erfolgt und durch eine nachhaltige Verlagerung des ruhenden Verkehrs eine neue urbane Qualität ermöglicht wird.
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12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 159 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden Dr.-Ing. habil. Ilja Irmscher Geschäftsführer der GIVT mbH Gesellschaft für Innovative VerkehrsTechnologien mbH Von der IHK öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für: Ruhender Verkehr, Parken und Parkierungsanlagen, Berlin Zusammenfassung Automatische Parksysteme haben eigentlich schon eine bald hundertjährige Geschichte. Bereits 1927 - 1929 wurde mit der Großgarage Süd an der Pfännerhöhe in Halle/ Saale ein mechanisches Parkhaus errichtet. Mangels geeigneter Steuerungen erfolgte die Bedienung durch Maschinisten. Damals verfügten die Autos nicht über jenes Steigvermögen wie heute, und das Fehlen von Lenkhilfen erschwerte das Rangieren erheblich. Die Motivation heute für den Bau automatischer Parksysteme besteht vordergründig in der Schaffung erforderlicher Pkw- Stellplätze unter besonders anspruchsvollen räumlichen und städtebaulichen Bedingungen, wobei bei einer qualifizierten Planung auch wesentliche Vorteile in Bezug auf den Nutzerkomfort erzielbar sind. In hochverdichteten Bestandsgebieten kann ein besonderer Nutzeffekt erreicht werden, wenn die Schaffung von Stellplätzen vor allem unter Straßenräumen und Stadtplätzen erfolgt und durch eine nachhaltige Verlagerung des ruhenden Verkehrs eine neue urbane Qualität ermöglicht wird. 1. Pilotprojekt: Automatische Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße in München 1.1 Projekt und Projektbeteiligte Die automatische Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße ist ein Pilotprojekt der Landeshauptstadt München, das seit 2006 erfolgreich in Betrieb und unter Verwendung von Stellplatzablösemitteln für die Investition realisiert worden ist (Abb. 1). Es wurde unter der Gesamtprojektleitung durch das Baureferat der LH München zusammen mit der GIVT mbH Berlin als Parksystemplaner und der CBP GmbH als Tragwerks- und Haustechnikplaner nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahrens durch die WÖHR + BAUER GmbH als GÜ realisiert. Den operativen Betrieb führt die P+R Park-&-Ride GmbH durch. Der Betrieb wird aus den Mieteinnahmen finanziert. 1.2 Konfiguration Die automatische Anwohnertiefgarage mit 284 Stellplätzen wurde als singuläres Bauwerk unterhalb einer öffentlichen Straße in einem urbanen Bestandsgebiet errichtet. Damit wurde eine neue Qualität für die Lösung der Anwohner-Parkprobleme realisiert (Abb. 3 und 9). Das automatische Parksystem selbst besteht aus zwei weitgehend autonomen Anlagen und Brandabschnitten, die jeweils als Parkregal WÖHR Multiparker 740 mit Parkpaletten in 4 Ebenen mit beiderseitig doppelt tiefer Einlagerung, 2 Übergabekabinen mit Schnelllauftoren und Lift und 2 Regalbediengeräten (RBG) ausgeführt sind (Abb. 5 und 6) Die Übergabekabinen wurden entsprechend den Hauptverkehrsrichtungen auf der östlichen Straßenseite angeordnet. Ihre durchfahrende Nutzung gestattet das Ein- und Ausparken vorwärts, ohne dass Drehvorrichtungen notwendig sind (Abb. 1, 2 und 4). Die Auslagerzeiten liegen im Mittel bei 137 s. Der Betrieb des automatischen Parksystems wird mit Hilfe einer automatischen Ereignisprotokollierung dokumentiert. Die Verfügbarkeit liegt durchgehend über 99 %. Abb. 1: Die automatische Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße nach der Inbetriebnahme im September 2006 mit ihren 4 Übergabekabinen und ihrer Erschließung aus der Hauptanfahrtrichtung von der Arnulfstraße aus; Foto: Wöhr 160 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden Wilderich-Lang-Str. Donnersbergerstraße Arnulfstraße A B C D P a r k e r Automatische Anwohnertiefgarage in München Lageplan masstabslos Abb. 2: Lageplan mit der automatischen Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße mit ihren 4 Übergabekabinen und ihrer Erschließung aus der Hauptanfahrtrichtung von der Arnulfstraße aus; Quelle: Landeshauptstadt München Abb. 3: Visualisierung der automatischen Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße im Schnitt; Quelle: WÖHR + BAUER GmbH BT BT BT BT Fernwärme Fernwärme Eingang Eingang Eingang Eingang Einfahrt Einfahrt Einfahrt Einfahrt Einfahrt Eingang Eingang HFP 6275 IV IV IV IV IV IV IV V IV 47 117/ 4 49 51 117/ 28 117/ 29 117/ 30 53 117/ 31 55 57 117/ 32 117/ 33 134 117/ 3 Eingang Eingang Wilderich-Lang-Str. Donnersbergerstr. Donnersbergerstr. 147/ 14 BOK Gasregler Litfaßsäule Fernwärme Fernwärme Briefkasten Telephonstangen Eingang Eingang Eingang Einfahrt Einfahrt Eingang Eingang Eingang Eingang Einfahrt Einfahrt Eingang Eingang Einfahrt Eingang Eingang Eingang Eingang HFP 1557 133 133 V IV IV IV IV IV IV IV IV IV IV IV 145/ 2 40 145/ 3 146/ 4 42 146/ 3 44 147/ 5 46 44a 146/ 2 48 147/ 18 147/ 19 50 150/ 3 54 132 150/ 6 50a 147/ 53 170 Eingang <- Gleise (Trammbahn) Arnulfstr. 519.95 519.91 519.97 520.38 520.17 520.11 520.60 520.81 520.68 520.60 520.86 3.964 1.896 18.50 1.34 4.008 6.5 6.5 Abb. 4: Straßenverlauf und Möglichkeiten für die Integration der automatischen Anwohnertiefgarage nach der Amtsplanung; Plan: GIVT mbH/ LHM BAU T4 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 161 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden Raster 4 Raster 4 Raster 3 Raster 2 Raster 1 Raster 5 Raster 4 Raster 3 Raster 2 Raster 1 Raster 5 Raster 4 Raster 3 Raster 2 Raster 1 Raster 3 Raster 2 Raster 1 Raster 5 53,1 58,5 0,75 0,75 4,86 11,8 Teilbereich 1 Nord Teilbereich 2 Nord Teilbereich 1 SÏd Teilbereich 2 SÏd 6,6 6,5 6 28 6 6,5 6,4 6 33,6 6 Teilbereich 1 Süd Teilbereich 2 Süd Abb. 5: Grundriss der beiden Anlagen Nord (System 1, 134 Stellplätze) und Süd (System-2, 150 Stellplätze) mit den Vertikalförderern, die jeweils eine Übergabekabine bedienen; zwischen beiden Systemen befindet sich der Servicebereich; Plan: WAP Wöhr Automatikparksysteme GmbH & Co. KG Abb. 6: Vertikalschnitt durch den Baukörper der automatischen Anwohnertiefgarage. Die streng quaderförmige Kubatur der Lagerbereiche wurde im Interesse einer möglichst nachhaltigen Lösung auch im Hinblick auf einen späteren Einbau eines anderen Parksystems oder auch einer Anpassung an andere Fahrzeugabmessungen realisiert. Die Stellplätze in der obersten Ebene sind für Pkw bis zu einer Höhe von 2,00 m, alle anderen für Pkw bis zu 1,70 m geeignet. Plan: LHM, BAU T4 1.3 Einparkfähige Fahrzeugabmessungen Die einparkfähigen Fahrzeugabmessungen wurden seinerzeit als Anforderung im Ergebnis einer Anwohnerbefragung mit angemessenen Entwicklungsreserven festgelegt (Tab. 1). Weiterhin wurde davon ausgegangen, dass Dachantennen nicht abgebaut und Außenspiegel nicht eingeklappt werden müssen. Mit der Definition der Höhen wurden wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch die niedrigeren Stellplätze für eine Reihe marktüblicher höherer Fahrzeuge geeignet sind, sowohl aus dem Bereich der kleineren SUV als auch von kleineren Vans; 25,4 % dürfen bis zu 2,00 m hoch sein. Es zeigt sich, dass auch zahlreiche aktuelle Oberklasse-SUV einparkfähig sind, solange sie nicht zu schwer sind Tab. 1: Einparkfähige Fahrzeugabmessungen Abmessung Maß Anzahl max. Länge 5,25 m max. Breite 2,20 m max. Höhe 1,70 m 212 Pkw 2,00 m 72 Pkw min. Bodenfreiheit 80 mm max. Masse 2.500 kg 162 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden 1.4 Steuerung und Haustechnik Die beiden Anlagen haben jeweils eine eigene speicherprogrammierbare Steuerung auf der Basis der SIEMENS SIMATIC S7-300, die von ihren damaligen Möglichkeiten maximal ausgenutzt wurden. Die Schaltschränke befinden sich im Servicebereich in der Mitte zwischen den beiden Anlagen (Abb. 7). Dort ist auch die erforderliche Haustechnik mit der Elektroenergieeinspeisung, dem Wasser- und Abwasseranschluss, die Steuerung der Lüftung, die Sprinklerzentrale und die Aufschaltung der Anlage auf den Betreiber und den herstellereigenen Service sowie eine WC-Anlage installiert. Abb. 7: Geöffnete Schaltschränke der Steuerung der Anlage Süd; in den Aktenordnern darüber befindet sich die Dokumentation 1.5 Fullservicevertrag Durch einen 20jährigen Fullservicevertrag wurde der Parksystemhersteller mit seinem Serviceunternehmen zu planbaren Konditionen in die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit der automatischen Anwohnertiefgarage einbezogen und damit von ihm das technische Betriebsrisiko entscheidend mitgetragen. Die Einbeziehung der Full-Service-Leistungen für die Parksystemtechnik über 20 Jahre wurde als zusätzliches Instrument der Qualitätssicherung und im Interesse der Planbarkeit der Betriebskosten entwickelt, so dass der Parksystemhersteller alle Inspektionen, Wartungen und Reparaturen zu einem lediglich mit der Inflation dynamisierten Fixpreis ausführt. 1.6 Aktueller Zustand der Anlagen Aufgrund der nachhaltigen Planung und Ausführung befinden sich die Anlagen in Verbindung mit dem qualifizierten Betrieb und der regelmäßigen Durchführung aller anstehenden Instandhaltungsmaßnahmen in einem überdurchschnittlich guten Zustand (Abb. 8). Der Zustand basiert auf dem technologischen Stand etwa aus dem Jahr 2003, und mit dem Fullservice fand eine Erhaltung der Betriebsfähigkeit und Zuverlässigkeit auf der Basis dieses technischen Standes statt. Objektiv finden mechanische Verschleiß- und Abnutzungsprozesse statt, und partiell sind begrenzte Korrosionserscheinungen festzustellen. Im Bereich der Elektrik und Elektronik muss eine differenzierte Modernisierung stattfinden. Während insbesondere reine Elektronikbauteile ersetzt werden müssen, ist die Modernisierung bei elektromechanischen Komponenten fallweise zu prüfen, je nach dem Verschleißzustand und der Anpassungsfähigkeit integrierter elektrischer und elektronischer Bestandteile an die aktuell einzusetzenden Frequenzumrichter, Sensoren usw.. Außerdem sind alle aktuellen elektrotechnischen Anforderungen einschließlich der EMV (elektromagnetische Verträglichkeit) zu erfüllen. Abb. 8: Blick in die Fahrgasse mit der Regalkonstruktion und den Parkpaletten in einem guten Zustand im Dezember 2024, Anlage Süd 1.7 Zielstellung für den weiteren Betrieb Da sich die automatische Anwohnertiefgarage in den vergangenen etwa 19½ Jahren bewährt hat und seit 2008 eine Vollauslastung aufweist, steht nunmehr die Aufgabenstellung an, für die Zukunft den weiteren Betrieb zu sichern. Aufgrund der nachhaltigen Planung und Ausführung befindet sie sich in Verbindung mit dem qualifizierten Betrieb und der regelmäßigen Durchführung aller anstehenden Instandhaltungsmaßnahmen in einem überdurchschnittlich guten Zustand. Neben objektiv stattfindenden mechanischen Verschleiß- und Abnutzungsprozessen besteht das zu bewältigende Hauptproblem vor allem im Bereich der Elektrik und Elektronik wegen der Abkündigung vieler systembestimmender Komponenten, die modernisiert werden müssen. Diese Instandsetzung und Modernisierung wird deutlich nachhaltiger und kostengünstiger sein als ein Ersatz durch neue Parksysteme und ist darüber hinaus mit wesentlich kleineren Ausfallzeiten verbunden. Bei den Planungen für die Weiterführung des Betriebs wird ein weiterer Lebensdauerzyklus von 20 Jahren angesetzt. Abb. 9: Mit der automatischen Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße in München wurde eine neue Urbanität geschaffen 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 163 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden 2. Automatisches Parksystem im Augustenkarree in München Für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in der Karlstraße 47a in München wurde in den Untergeschossen ein automatisches Parksystem in der Bauform eines einreihigen Parkregals mit mittigem Vertikalförderer, beiderseitig doppelt tiefer Einlagerung und einer Übergabekabine mit Drehvorrichtung realisiert (Abb. 10). Bauherrin war die Augustenkarree GmbH & Co. KG. Die GIVT mbH hat die Planung in den Leistungsphasen 1 bis 8 mit Ausnahme der Ausführungsplanung für das Parksystem übernommen und einen Fullservicevertrag ausgearbeitet. Es wurden 19 Stellplätze auf 5-Parkebenen realisiert. Die Tiefgarage wurde mit einer besonders breiten Übergabekabine ausgestattet und ist damit behindertengerecht für Rollstuhlfahrer als Fahrer oder Mitfahrer (Abb. 11). Das Parksystem wurde von der Klaus Multiparking GmbH, Aitrach, realisiert und ist seit 2015 in Betrieb. Abb. 10: Parksystem in einer 3D-Grafik; Quelle: Klaus Multiparking GmbH Abb. 11: Das automatische Parksystem im Augustenkarree hat eine besonders breite und barrierefreie Übergabekabine, in der auch der Drehvorgang stattfindet; Foto: Klaus Multiparking GmbH 3. Automatisches Parksystem im Franklinturm in Zürich-Oerlikon Die GIVT mbH hat im Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen SBB AG Immobilien Development für das automatische Parksystem im Neubauvorhaben Franklinturm in Zürich-Oerlikon die Planung und Ausschreibung durchgeführt sowie bei der Vergabe, Inbetriebnahme und den Abnahmen fachplanerisch mitgewirkt. Hersteller des automatischen Parksystems ist die Wöhr Autoparksysteme GmbH, Friolzheim. Eine Besonderheit im Planungsprozess bestand darin, dass die Planungsphasen bis zur Vergabe bereits in einem frühen Planungsstadium vor der Vergabe der Projektrealisierung an einen Totalunternehmer stattfanden, um das automatische Parksystem optimal in das Bauwerk im unterirdischen Bereich integrieren zu können (Abb. 12). Bei dem Hochhaus-Projekt Franklinturm am Bahnhof Zürich-Oerlikon wurde ein automatisches Parksystem in der Bauform eines Parkregals mit Parkpaletten und mit doppelt tiefer Einlagerung, 4-Lagerebenen und 3-Lagerrastern eingebaut. Im Lagerbereich des Parksystems wurde eine Drehvorrichtung integriert (Abb.13). Die Übergabekabine wurde mit einem eigenen Vertikalförderer kombiniert, der seitlich neben der RBG-Gasse angeordnet ist. Mit dieser Konfiguration werden 38-Stellplätze zur Verfügung gestellt. Es wurde eine weitgehende Entkopplung der einzelnen Fördereinheiten (insbesondere RBG und Übergabekabine mit Vertikalförderer sowie Drehvorrichtung) und eine freie Definition der Zugehörigkeit der Parkpaletten zu den Höhen-Bereichen vorgenommen, damit eine gute Systemlogistik erreicht wird. Abb. 12: Südwestseite des Franklinturms mit der Zufahrt zum automatischen Parksystem direkt am Ladehof; links befindet sich die Bahntrasse, rechts die Hofwiesenstraße; Foto: Wöhr Autoparksysteme GmbH 164 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden Der Baukörper des Lagerbereichs und der Übergabekabine besteht faktisch aus zwei zusammengefügten Quadern (Abb. 13). Der untere Teil des Baukörpers, in dem sich der Lagerbereich des automatischen Parksystems befindet, wird brandschutz- und wärmetechnisch und damit weitgehend auch schalltechnisch vom restlichen Bauwerk abgekoppelt. Der Baukörper und alle Betoneinbauten wurden mit allen dazugehörigen Bewehrungen jeweils bauseits bereitgestellt, während die Stahlbaukonstruktion zum Lieferumfang der Parksystemtechnik gehörte. Beim Baukörper waren die aus tragwerksplanerischen Aspekten notwendigen Zwischenwände zu berücksichtigen. Abb. 13: Parksystem innerhalb des Gesamtbauwerks (Planungsstand gemäß der Funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB)) 4. Fazit Die Idee, mit automatischen Parksystemen platzsparend Pkw-Stellplätze unter öffentlichen Straßen und Plätzen zu schaffen, wurde z. B. auch in Den Haag, in Kopenhagen, in Budapest und in Cesena (I). realisiert. Die platzsparende Unterbringung von Pkw-Stellplätzen erfüllen automatische Parksysteme auch integriert in andere Bauwerke. Wenngleich es sicher nicht die kostengünstigste Lösung ist, so bieten automatische Parksysteme in verschiedenen Konfigurationen die Möglichkeit, an städtebaulich besonders sensiblen Standorten hochwertigen Parkraum und damit eine neue urbane Qualität zu schaffen. Bei die- 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 165 Automatische Parksysteme für Pkw - eine Parktechnologie mit großen Potenzialen, wenn sie richtig gemacht werden sen Lösungen ist im Interesse einer bestmöglichen Nachhaltigkeit qualifiziertes fachplanerisches und bautechnisches Know-how einzusetzen und für die Realisierung und den Betrieb auf die entsprechenden Technologieträger zurückzugreifen. Literatur [1] Europäische Maschinenrichtlinie 2006/ 42/ EG RICHTLINIE 2006/ 42/ EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/ 16/ EG (Neufassung) [2] DIN EN 14010 „Sicherheit von Maschinen - Kraftbetriebene Parkeinrichtungen für Kraftfahrzeuge - Sicherheits- und EMV-Anforderungen an Gestaltung, Herstellung, Aufstellung und Inbetriebnahme“; Deutsche Fassung EN-14010: 2003+A1: 2009: - Dezember 2009 [3] Bemessungsfahrzeuge und Schleppkurven zur Überprüfung der Befahrbarkeit von Verkehrsflächen. - FGSV Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V., Köln 2001 (bis Anfang 2021 gültig) [4] RBSV Richtlinien für Bemessungsfahrzeuge und Schleppkurven zur Überprüfung der Befahrbarkeit von Verkehrsflächen - FGSV Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.- V., Köln Ausgabe 2020 [5] EAR 05 - Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs. - FGSV - Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V., Arbeitsgruppe Straßenentwurf. - Ausgabe 2005, Köln (bis September 2023 gültig) [6] EAR 23 - Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs. - FGSV - Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V., Arbeitsgruppe Straßenentwurf. - Ausgabe 2023, Köln [7] VDI-Richtlinie 4466 Blatt 1 „Automatische Parksysteme - Grundlagen“ - VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik. - Düsseldorf, Januar 2001 [8] VDI-Richtlinie 3581 „Verfügbarkeit von Transport- und Lageranlagen sowie deren Teilsysteme und Elemente“. - VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik. - Düsseldorf, Dezember 2004 Kontakt: