eJournals Kolloquium Parkbauten12/1

Kolloquium Parkbauten
kpb
2510-7763
expert verlag Tübingen
kpb121/kpb121.pdf0224
2026
121 Technische Akademie Esslingen

Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken

0224
2026
Markus Hofheinz
Die wachsende Urbanisierung und steigende Fahrzeugzahlen verschärfen den Flächenmangel in Städten und erfordern neue Konzepte für Parkraum und Mobilität. WÖHR Autoparksysteme bietet Lösungen, die Parkflächen verdichten, versiegelte Bereiche entsiegeln und Raum für Grün- und Wohnflächen schaffen. Durch kompakte, modulare Systeme für Autos und Fahrräder werden Ressourcen geschont, CO₂-Emissionen reduziert und die Lebensqualität in urbanen Räumen verbessert. Diese Ansätze sind ein Schlüssel für nachhaltige Stadtentwicklung und die Mobilitätswende.
kpb1210167
12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 167 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken Markus Hofheinz WÖHR Autoparksysteme GmbH, Friolzheim Zusammenfassung Die wachsende Urbanisierung und steigende Fahrzeugzahlen verschärfen den Flächenmangel in Städten und erfordern neue Konzepte für Parkraum und Mobilität. WÖHR Autoparksysteme bietet Lösungen, die Parkflächen verdichten, versiegelte Bereiche entsiegeln und Raum für Grün- und Wohnflächen schaffen. Durch kompakte, modulare Systeme für Autos und Fahrräder werden Ressourcen geschont, CO₂-Emissionen reduziert und die Lebensqualität in urbanen Räumen verbessert. Diese Ansätze sind ein Schlüssel für nachhaltige Stadtentwicklung und die Mobilitätswende. 1. Einführung Die fortschreitende Urbanisierung stellt Städte weltweit vor große Herausforderungen. Immer mehr Menschen leben in urbanen Räumen, was zu einem stetig wachsenden Fahrzeugbestand führt. Allein in Deutschland waren im Jahr 2025 rund 49,3 Millionen Fahrzeuge zugelassen - ein historischer Höchststand. [1]. Diese Entwicklung führt zu einer zunehmenden Flächenknappheit in Innenstädten, insbesondere für Parkraum. Gleichzeitig wächst der Bedarf an nachhaltigen und intelligenten Lösungen, um urbane Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Umweltschutz und wirtschaftliche Nachhaltigkeit stehen heute mehr denn je im Mittelpunkt unternehmerischen Handelns. Die EU-Taxonomie hat klare Kriterien definiert, die wirtschaftliches Handeln als ökologisch nachhaltig qualifizieren. Diese Kriterien sind nicht nur für Investoren von Bedeutung, sondern auch für Projektentwickler, die innovative Lösungen im Bereich der Immobilienentwicklung suchen. WÖHR Autoparksysteme begegnet diesen Herausforderungen mit innovativen Parkkonzepten für verdichtetes Parken, nachhaltige Mobilität und zukunftsorientierte Stadtentwicklung - für Autos und Fahrräder. Die Frage für die Stadt der Zukunft lautet: Wie können wir Autos aus dem öffentlichen Raum entfernen, ohne die Mobilität einzuschränken? Die Antwort liegt in intelligenten, kompakten Parksystemen und einer integrierten Stadtplanung, die Bauen, Begrünung und Mobilität zusammendenkt. 2. Entsiegelung von städtischen Parkflächen Ein zentrales Element ist die effiziente Nutzung von urbanen Parkflächen durch kompakte, modulare Parksysteme. Durch Parkraum versiegelte Flächen können intelligent umgenutzt und in Lebensraum umgewandelt werden. Dabei werden Stellplätze kompakt in die Höhe oder Tiefe verlagert und verdichtet. Diese Nachverdichtung der Fläche ermöglicht eine erhebliche Flächeneinsparung: Auf nur 50 m² können bis zu 16 Stellplätze untergebracht werden, auf 75 m² sogar bis zu 31. Die so eingesparten ca. 70 - 80 % der Flächen können in Grünanlagen, Spielplätze oder Wohnraum umgewandelt werden - bei gleichbleibender Stellplatzanzahl. Abb. 1: Der Ist-Zustand der Parkfläche im Innenhof der Oper Köln Am Beispiel des Innenhofs der Oper in Köln wird eindrucksvoll gezeigt, wie versiegelte Innenhöfe durch intelligente Parklösungen in lebenswerte urbane Räume verwandelt werden können. Abb. 2: Der Innenhof wurde in eine Grünanlage umgewandelt bei Beibehaltung der Stellplatzanzahl Auch die Donnersberger Straße in München verdeutlicht das Potenzial dieses Konzepts: Durch die Verlagerung des Parkraums in die Tiefe wurde die Straße im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg von parkenden Autos befreit und oberirdisch Platz für Begrünung und 168 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken soziale Infrastruktur geschaffen. Unterirdisch bietet das automatische Parksystem bereits seit 2006 Platz für 284 Fahrzeuge. Die modulare Bauweise der WÖHR-Systeme erlaubt eine flexible Anpassung an unterschiedliche städtebauliche Gegebenheiten und fördert die nachhaltige Nachverdichtung im Bestand. Abb. 3: Das platzsparende Nachverdichtung von Parkraum in der Donnerberger Straße in München 2.1 Nachverdichtetes Parken in Bestandsobjekten In urbanen Zentren wie beispielsweise die Münchener Innenstadt ist Platz ein rares Gut - besonders beim Parkraum. Mitten im beliebten Stadtteil Schwabing zeigt ein Projekt, wie intelligente Nachverdichtung von Stellplätzen im Bestand gelingen kann. Im Innenhof eines denkmalgeschützten Wohn- und Bürogebäudes wurde ein vollautomatisches Parksystem von WÖHR installiert: der Flurparker 570. Auf vier unterirdischen Ebenen bietet das System Platz für 14 Fahrzeuge - ganz ohne Rampen oder zusätzliche Flächenversiegelung. Der begrenzte, bestehende Raum wurde effizient genutzt, die Anzahl der Stellplätze verdoppelt. Die modulare Bauweise und kompakte Technik ermöglichen eine schnelle Umsetzung - ideal für innerstädtische Nachverdichtung und sensible Bestandsbauten. Abb. 4: Die Einfahrtskabine im Innenhof des denkmalgeschützten Gebäudes. In diesem Bestandsobjekt konnten unterirdisch 14 Stellplätze realisiert werden 2.2 Parkraumverdichtung als Leitbild Diese Ansätze der Nachverdichtung von urbanen Flächen stehen im Einklang mit dem Leitbild der „dreifachen Innenentwicklung“, das vom Umweltbundesamt entwickelt wurde. Es erweitert die bisherige „doppelte Innenentwicklung“ - also die Balance zwischen Bauen und Freiraum - um die Mobilität als dritte gleichwertige Säule. Ziel ist eine verdichtete, klimaresiliente und lebenswerte Stadt, in der Straßenraum, Grünflächen und Bestand zu Zukunftsressourcen werden. Die dreifache Innenentwicklung fordert, dass Wohnraumschaffung, Klimaschutz, Freiraumgestaltung und Mobilität nicht länger in separaten Fachplanungen bearbeitet werden, sondern räumlich und strategisch zusammenwirken. Besonders die Mobilität bietet enormes Potenzial: Der motorisierte Individualverkehr beansprucht bis zu 60 % der Verkehrsflächen in deutschen Städten. Diese „grauen Potenziale“ können durch Rückbau und Umnutzung in Radwege, Grünstreifen oder öffentliche Räume verwandelt werden. Diese Forderung verweist auf ein oft übersehenes Element der Mobilitätswende: die räumliche Entflechtung von Verkehr und Aufenthalt. Wenn Autos nicht länger großflächig im öffentlichen Raum abgestellt werden, gewinnen Straßen zurück, was ihnen über Jahrzehnte entzogen wurde - Raum für Bewegung, Begegnung, Begrünung und urbane Qualität. Die bauliche Infrastruktur des Parkens kann dabei Teil der Lösung sein, wenn sie integriert, kompakt und flächenschonend organisiert wird. Die dreifache Innenentwicklung verlangt nicht mehr, sondern klügere Flächennutzung - Städte als kompakte, grüne und vernetzte Systeme. Dazu zählt auch die intelligente Nutzung von Parkraum - ober- und unterirdisch [2]. 3. Nachhaltiges und ressourcensparendes Parken Die Nachhaltigkeitsstrategie von WÖHR geht weit über die Produktentwicklung hinaus. In unserer urbanisierten Welt suchen wir nach nachhaltigen Lösungen für Mobilität und Raumplanung. Moderne Parksysteme spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie nicht nur die Auslastung der Parkplätze optimieren, sondern auch den CO₂-Fußabdruck reduzieren. Parkhäuser sind für lebenswerte Städte unerlässlich, da sie durch das Verschwinden der Autos von der Oberfläche Platz für eine effiziente Flächennutzung schaffen. WÖHR verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der ökologische, ökonomische und soziale Aspekte integriert. Ziel ist es, die Dekarbonisierung der Mobilität voranzutreiben, die Stadtentwicklung nachhaltig zu gestalten und Ressourcen effizient zu nutzen. Im Vergleich zu herkömmlichen, konventionellen Tiefgaragen sparen WÖHR Parksysteme Fläche, Volumen, Energie, Material und reduzieren CO₂-Emissionen und Kosten während der Bauphase. Angesichts steigender Fahrzeugzahlen und des Bedarfs an alternativen Mobilitätslösungen sind die Parksysteme von WÖHR relevanter denn je. Jedes energieeffiziente oder emissionsfreie Verkehrsmittel ist nur so gut wie die Möglichkeit, es ressourcenschonend abzustellen. Um Städte lebenswerter zu machen, müssen wir den Parkraum effizienter nutzen und das Parken neu denken. Im Vergleich zu konventionellen Tiefgaragen bieten Parksysteme eine Vielzahl an ökologischen und ökonomischen Vorteilen: 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 169 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken • Reduzierter Flächenverbrauch durch platzsparende Bauweise • Geringere Versiegelung von urbanen Flächen • Weniger CO₂-Emissionen durch schnellere Bauzeiten und geringeren Materialbedarf • Einsparpotenzial durch modulare Bauweise • Mehr Stellplätze auf gleicher Fläche • Reduzierung von CO₂-Emissionen durch weniger Parksuchverkehr • Schaffung neuer sozialer und grüner Lebensräume in einer urbanen Umgebung • Schaffung von Wohnraum und Verbesserung des Stadtklimas sowie der Lebensqualität Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die ökologische Wirkung kompakter Parksysteme ist der Combiparker 560. Bei einer Anlage mit 40 Stellplätzen muss nur rund halb so viel Erdreich ausgehoben werden wie bei einer konventionellen Tiefgarage - etwa 4.700 Tonnen statt 10.000. Das spart nicht nur Energie und Emissionen beim Aushub und Transport, sondern auch beim Materialeinsatz: Statt rund 7.800 Tonnen Beton werden nur etwa 1.700 Tonnen benötigt - eine Einsparung von rund 78 %. Da die Produktion einer Tonne Beton im Schnitt 0,15 Tonnen CO₂ verursacht, ergibt sich eine CO₂-Einsparung von rund 1.170 Tonnen. Abb. 5: Eine konventionelle Tiefgarage für 40 Fahrzeuge mit Rampen, Sprinklern und Beleuchtung Bei der Lösung mit dem Combiparker 560 können Kosten und Arbeitszeit für Rampen, Lüftungsanlagen, Sicherheitseinrichtungen, Sprinkler oder auch Beleuchtung eingespart werden. Das halbautomatische Parksystem benötigt zudem auch erheblich weniger Erdaushub. Abb. 6: Im Vergleich der WÖHR Combiparker 560 für 40 Fahrzeuge - kompakt und ressourcensparend Auch wirtschaftlich überzeugen die Systeme: Beim Combilift 543MR konnten in Fallstudien aufgrund der schnelleren Bauweise und dem reduzierten Materialverbrauch rund 26 % Kosten- und 12 % Zeiteinsparung gegenüber konventionellen Lösungen nachgewiesen werden. Tab. 1: Einsparungspotenziale des WÖHR Combilift 543 MR im Vergleich zu einer konventionellen Tiefgarage (KT) KT CL 543 MR Einsparung Fläche 33,56 m² 12,01 m² 64,2 % Volumen 99,74 m³ 63,31 m³ 36,5 % Energiebedarf 20.951.969 MJ 12.634.532 MJ 39,7 % Emissionen 1.649.712 CO²/ kg 1.020.773 CO²/ kg 38,1 % Materialeinsatz 6.470.956 kg 3.751.553 kg 42,0 % Kosten 34.231 € 25.213 € 26,3 % Zudem unterstützen die Systeme eine positive Bewertung nach DGNB, LEED oder BREEAM - sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen. Ein Beispiel dafür ist das historische Gebäude Montalbán 11 im Zentrum Madrids, das durch den Einsatz eines vollautomatischen Multiparker 740 einen deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck erreicht. Ein weiteres Projekt in Madrid wurde dank eines WÖHR-Parksystems sogar mit der LEED Platinum-Zertifizierung ausgezeichnet - ein Novum für ein Renovierungsobjekt in Europa. Der Parklift 450 ist das erste Parksystem weltweit mit der EPD-Zertifizierung (Environmental Product Declaration). Die Zertifizierung bestätigt das hohe Nachhaltigkeitspotenzial dank einer langen Lebensdauer und der Wiederverwertbarkeit von 95 % der Materialien. Die WÖHR Combilifte und Plattformen befinden sich ebenfalls im Zertifizierungsprozess. 4. Fahrradinfrastruktur der Zukunft: Lösungen für nachhaltige Mobilität Mit dem wachsenden Anteil von Fahrrädern im innerstädtischen Verkehr steigt der Bedarf an einer umfassenden und modernen Fahrradinfrastruktur. Ein Ausbau sicherer und effizienter Parkmöglichkeiten für Fahrräder ist unverzichtbar, um den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität zu fördern. Selbst Mega-Cities wie London und Paris haben in kurzer Zeit beeindruckende Ergebnisse erzielt: Neue innerstädtische Radwegenetze senken Lärm- und Emissionsbelastungen, während Anwohner, Arbeitende und Besucher schneller, gesünder und kostengünstiger ans Ziel kommen. Die Lebensqualität steigt spürbar für alle Beteiligten. Wer den Fahrrad- und E-Bike-Verkehr nachhaltig fördern möchte, muss jedoch auch das Thema Parkraum konse- 170 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken quent mitdenken. Wild abgestellte Fahrräder an Geländern und Laternenmasten stören nicht nur das Stadtbild, sondern stellen auch ein Verkehrs- und Sicherheitsrisiko dar - nicht zuletzt für die wertvollen Fahrräder selbst, die mit Neupreisen zwischen 3.000 und 5.000 Euro oft echte Wertobjekte sind. Klassische, ungeschützte Fahrradschuppen entsprechen längst nicht mehr den Anforderungen an eine urbane, zukunftsorientierte Mobilität. Aus diesem Grund bieten wir bereits heute innovative Lösungen für sicheres und platzsparendes Fahrradparken an. An vielen deutschen Bahnhöfen herrscht ein akuter Mangel an Fahrradstellplätzen. Immer mehr Pendler und Reisende nutzen das Fahrrad für den Weg zur Bahn, doch die vorhandenen Abstellmöglichkeiten sind oft unzureichend, überfüllt oder nicht sicher genug. Laut der Infostelle Fahrradparken fehlen bundesweit zehntausende Stellplätze, was zu chaotischem Parken und beschädigten Rädern führt. Eine moderne, platzsparende und sichere Fahrradparkinfrastruktur ist daher entscheidend, um den Umweltverbund aus Rad und Bahn attraktiver zu gestalten [3]. Störfaktoren am Bahnhof für Fahrradfahrer sind: • Zu wenig Stellplätze (67 % der Befragten) • Zu wenig überdachte Stellplätze (57 %) • Zu wenig abschließbare Stellplätze (55 %) Gleichzeitig wächst die Zahl der Fahrräder in den Städten, wodurch der Bedarf an sicheren Abstellmöglichkeiten steigt. Viele Menschen zögern jedoch, ihr teures Rad in der Stadt oder am Bahnhof abzustellen - aus Angst vor Diebstahl oder Vandalismus. Kein Wunder, denn die Zahl der Fahrraddiebstähle nimmt stetig zu, während die Aufklärungsquote bei nur rund 10 % liegt. Eine sichere und gut durchdachte Fahrradparkinfrastruktur wird daher immer wichtiger. Laut einer Studie des Fraunhofer- Instituts könnte der Radverkehrsanteil bei optimaler Förderung bis 2035 auf bis zu 45 % im Nahbereich steigen (aktuell 13 %) [4]. Wenn Radfahren in Zukunft noch attraktiver werden soll, müssen ganzheitliche Lösungen her. Dazu gehören neben einem lückenlosen Ausbau des Fahrradverkehrsnetzes vor allem ausreichend öffentliche Ladestationen für E- Bikes sowie sichere und wettergeschützte Stellplätze an zentralen Punkten und Verkehrsschnittstellen. Gerade an einem Verkehrsknotenpunkt wie einem Bahnhof sind automatisierte Fahrradparktürme eine innovative und nachhaltige Lösung für die Mobilitätswende. Am Bahnhof in Hannover-Wunstorf sind seit Ende 2023 zwei Bikesafe-Fahrradtürme in Betrieb. Diese bieten eine sichere und platzsparende Unterbringung für 244 Fahrräder - auf einer Grundfläche von gerade einmal 50 m² pro Parkturm. Mit seiner kompakten Bauweise löst das neue Fahrradparkhaus das Stellplatzproblem am Wunstorfer Bahnhof auf architektonisch ansprechende Weise und wertet das Gelände optisch auf. Gleichzeitig ist es vor allem für die Nutzer*innen selbst ein echter Gewinn. Denn Radfahrer und Pendler haben so endlich eine einfache und kostenlose Möglichkeit, ihre Räder zuverlässig vor Diebstahl, Vandalismus und Witterung zu schützen. Abb. 7: Die Zwillings-Parktürme für 244 Fahrräder am Bahnhof in Hannover-Wunstorf - dem zentralen Verkehrsknotenpunkt für Pendler in der Region 4.1 Integration von Fahrradparktürmen in die Tiefe und in Bestandsobjekten Die innovativen Fahrradparklösungen maximieren die Raumnutzung und optimieren den Parkraum effizient. Ein Beispiel dafür ist der Bikesafe, dessen runde Konstruktion eine nahtlose Integration in die Spindel von Autoparkhäusern ermöglicht - ein sonst ungenutzter, toter Bereich, der so optimal genutzt wird. Die Konstruktion in die Spindel eines Parkhauses wurde nun erstmal auf dem neuen Gesundheitscampus in Calw umgesetzt. Die Fläche wurde effektiv genutzt und bietet Platz für 122 Fahrräder verteilt über acht Ebenen, die automatisiert eingeparkt werden können. Der Fahrradparkturm benötigt hierbei nur einen Spindeldurchmesser von 8,60 m. Abb. 8: Visualisierung des WÖHR Bikesafe integriert in der Spindel des Autoparkhauses in Calw. Der Parkturm geht im Frühjahr 2026 in Betrieb Der runde Bikesafe kann auch problemlos in bereits bestehende Parkhäuser mit Spindel integriert werden. Vorteilhaft ist, dass bei der Nachrüstung von Fahrradparkraum in Parkhäusern keine PKW-Stellplätze aufgegeben werden müssen und sich durch diese integrierte Lösung die Verkehrswege von Fahrrad und PKW nicht kreuzen. Somit besteht eine höhere Sicherheit für Fahrradnutzer. 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 171 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken Abb. 9: Die Einfahrtskabine und die Schließfächer des Bikesafe im UG des Autoparkhauses in Calw Darüber hinaus lassen sich unsere Fahrradparklösungen perfekt an ihre Umgebung anpassen und harmonisch ins Stadtbild einfügen. Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt „AM TACHELES“ in Berlin, bei dem ein Bikesafe als Schachtvariante integriert wurde. Der Übergabebereich erhielt eine verspiegelte Fassade, aber das Fahrradparksystem befindet sich perfekt versteckt im Untergrund des Innenhofes. Es bietet Platz für 96 Fahrräder, die im Verborgenen unter dem Platz sicher und wetterfest untergebracht werden. Abb. 10: Der WÖHR Bikesafe in der Schachtvariante versteckt im Untergrund im Herzen des Projekts „AM TACHELES“ in Berlin 5. Innovatives Parkraummanagement Autoparksysteme können nicht nur für Einzelnutzer mit festzugewiesenen Stellplätzen integriert werden. Um Parksysteme auch für verschiedenste Zielgruppen wie Kurz- und Langzeitparker, Mitarbeiterstellplätze und Besucher nutzbar machen zu können, wurde ein umfassendes Parkraummanagementsystem entwickelt, welches WÖHR Parksysteme integriert. Das Konzept der digitalen Stellplatzverwaltung ist einfach erklärt: Die Parksysteme werden per Software an das Parkmanagementsystem des Parkhauses und die Cloud der digitalen Stellplatzverwaltung angebunden. Das digitale Parkraummanagement reduziert Leerstand aufgrund von z. B. Urlaub oder Geschäftsreisen und bietet eine bessere Auslastung der Tiefgarage, da mehr Nutzer registriert werden können als Stellplätze zur Verfügung stehen. Dies bietet einen Mehrwert für Nutzer, Investoren und Betreiber. Pilotprojekt für die Integration eines Parksystems in das Parkmanagementsystem einer Tiefgarage ist das Ende 2024 eröffnete Büro- und Wohngebäude „THE PULSE“ in Amsterdam. Hier wurden 124 Stellplätze durch 13 WÖHR Combilifte 542 und 543 geschaffen, die mit der Stellplatzverwaltung verbunden wurden. So wurde eine Verbindung zwischen privatem und öffentlichem Parken, sowie Carsharing für einen wechselnden Nutzerkreis geschaffen. Der Nutzer bucht über die Buchungsplattform einen Stellplatz und erhält einen QR-Code bzw. gibt sein Kennzeichen an. Bei der Einfahrt wird das Kennzeichen bzw. der QR-Code an der Schranke erkannt und die Monitoranzeigen führen den Fahrer zum ausgewählten Stellplatz. Mitarbeiter (Dauerparker) und Carsharing-Fahrzeuge sind in der Cloud mit ihrem Kennzeichen registriert. Besucher können über die Buchungsplattform einen QR-Code erstellen lassen. Die Kamera erkennt das Kennzeichen und die Schranke öffnet sich. Abb. 11: Das Kennzeichen wird erkannt und die Schranke öffnet sich Abb. 12: Der Monitor über dem Stellplatz zeigt den zugeteilten Stellplatz sowie das Kennzeichen des Fahrzeugs Für die Abholung des Fahrzeugs begibt sich der Fahrer in den Abholbereich der Tiefgarage. Hier befindet sich ein Bedienpanel, bei dem das Kennzeichen eingegeben wird. 172 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 Verdichtung von Parkraum und Entsiegelung von Flächen durch kompaktes und nachhaltiges Parken Abb. 13: Der Nutzer gibt zur Abholung des Fahrzeugs das Kennzeichen ein. Besucher können hier ggf. auch bezahlen Nach der Eingabe erscheint die Nummer der Tür, an der das Fahrzeug abgeholt werden kann. Nach Ausfahrt aus dem System muss das Tor wieder über das Bedienpanel an der Anlage geschlossen werden, um die Einfahrt für den nächsten Nutzer gewährleisten zu können. An der Schranke wird automatisch das Kennzeichen des Autos erkannt und die Schranke öffnet sich. Abb. 14: Das Kennzeichen wird bei der Ausfahrt automatisch erkannt und die Schranke öffnet sich 6. Ausblick in die Zukunft Die Stadt der Zukunft ist kompakt, grün und mobilitätsfreundlich. Kompakte Parksysteme für Autos und Fahrräder sind dabei mehr als eine technische Lösung - sie sind ein strategisches Instrument, um die Klimaziele zu erreichen, Flächenkonflikte zu entschärfen und die Lebensqualität in urbanen Räumen zu steigern. Die dreifache Innenentwicklung liefert den planerischen Rahmen, um Bauen, Begrünung und Mobilität zu integrieren. Weniger Flächenverbrauch, weniger CO₂, mehr Grün und mehr Raum für Menschen - das ist das Leitbild einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Literatur [1] Kraftfahrt-Bundesamt: Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2025. https: / / www.kba.de/ DE/ Presse/ Pressemitteilungen/ Fahrzeugbestand/ 2025/ pm10_fz_ bestand_pm_komplett.html [2] Umweltbundesamt: Dreifache Innenentwicklung. https: / / www.umweltbundesamt.de/ sites/ default/ files/ medien/ 1410/ publikationen/ 230515_uba_hg_ dreifacheinnenentwicklung_2auflg_br.pdf [3] Infostelle Fahrradparken am Bahnhof: Bahn.Rad. Parken - Potenziale vernetzter Mobilität. https: / / radparken.info/ wp-content/ uploads/ 2024/ 06/ webversion-15-09-23-radparken-leitfaden2023.pdf [4] Dr. Claus Doll: Potenzialabschätzung zum Radverkehr. https: / / www.isi.fraunhofer.de/ de/ blog/ 2024/ adfc-radverkehrsanteil-potenzialabschaetzungen. html