Kolloquium Parkbauten
kpb
2510-7763
expert verlag Tübingen
kpb121/kpb121.pdf0224
2026
121
Technische Akademie EsslingenParksysteme als effiziente Lösung zur Bewältigung aktueller Entwicklungen der Städte- und Quartiersplanung
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2026
Ive Nekić
Parken wird in der urbanen Entwicklung oftmals als Problemfläche betrachtet. Doch mit integrierten und raumsparenden Parksystemen lassen sich nicht nur Flächen gewinnen, sondern auch neue gestalterische Freiräume schaffen. Dieser Beitrag zeigt anhand realer Referenzen auf, wie moderne Parkraumkonzepte Teil der städtebaulichen Lösung werden und welche Rolle halbautomatische Systeme in der Transformation von Wohn- und Stadtquartieren spielen können.
kpb1210173
12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 173 Parksysteme als effiziente Lösung zur Bewältigung aktueller Entwicklungen der Städte- und Quartiersplanung Dipl.-Kfm. (Univ.) Ive Nekić KLAUS Multiparking GmbH, Aitrach Zusammenfassung Parken wird in der urbanen Entwicklung oftmals als Problemfläche betrachtet. Doch mit integrierten und raumsparenden Parksystemen lassen sich nicht nur Flächen gewinnen, sondern auch neue gestalterische Freiräume schaffen. Dieser Beitrag zeigt anhand realer Referenzen auf, wie moderne Parkraumkonzepte Teil der städtebaulichen Lösung werden und welche Rolle halbautomatische Systeme in der Transformation von Wohn- und Stadtquartieren spielen können. 1. Einführung Stellplätze gelten häufig als notwendiges Übel in der Stadtplanung. Sie beanspruchen wertvolle Fläche, stören das Stadtbild und stehen oft im Widerspruch zu ökologischen und gestalterischen Zielsetzungen. Doch was, wenn wir das Parken neu denken? Was, wenn es sich nicht länger störend auswirkt, sondern gestalterisch integriert wird? 2. Hauptkapitel Mit der zunehmenden Urbanisierung wachsen die Anforderungen an den Raum: Wohnen, Mobilität, Erholung und Klimaanpassung konkurrieren um die gleiche Fläche. Gleichzeitig erfordern Stellplatzsatzungen nach wie vor eine große Anzahl an Pkw-Stellplätzen in neuen Wohnquartieren. Die Folge sind große versiegelte Bereiche, eingeschränkte Nutzungsvielfalt und eine gestalterische Belastung für das Stadtbild. Neue Lösungsansätze: Parkraum neu gedacht Halbautomatische Parksysteme bieten hier eine Alternative. Sie ermöglichen auf kleiner Grundfläche die Unterbringung einer vielfachen Anzahl an Fahrzeugen. Zudem lassen sie sich in Gebäudehüllen oder Sockelzonen integrieren und tragen so zu einer aufgelockerten, multifunktionalen Stadtstruktur bei. Das Parken wird nicht mehr sichtbar abgewickelt, sondern bewusst gestaltet. 3. Praxisbeispiele 3.1 Friedrichshafen: Lösung für den Wohnraum In einem Wohnbauprojekt in Friedrichshafen wird aktuell ein halbautomatisches System realisiert, das auf engstem Raum sichere und komfortable Stellplätze für die Bewohner bietet. Der große Vorteil: der gewonnene Freiraum kann für Begrünung, Spielflächen oder Fahrradabstellanlagen genutzt werden. 3.2 Deggendorf: Innenstadtverdichtung auf 600 m² Ein weiteres Beispiel zeigt, wie sich im dichten Stadtkern von Deggendorf auf einer Fläche von nur 600 m² insgesamt 50 Stellplätze unterbringen lassen - davon 45 in einem Parksystem. Ohne diese Technologie wäre diese Flächeneffizienz weder technisch noch gestalterisch möglich gewesen. 3.3 Realisierte Anlage mit 16 Stellplätzen auf < 100 m² Ein drittes Projekt, das bereits umgesetzt wurde, zeigt eindrücklich das Potenzial dieser Technologie: Auf unter 100 m² Grundfläche konnten 16 Stellplätze geschaffen werden. Die Anlage fügt sich harmonisch ins Stadtbild ein und erlaubt eine hochwertige Nutzung der umgebenden Freiflächen. Gestaltungsspielraum durch Technik Parken muss nicht mehr der gestalterische Fremdkörper im Quartier sein. Mit durchdachter Technik, frühzeitiger Einbindung in die Planung und einer konsequenten Flächennutzung lassen sich Lösungen realisieren, die sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugen. Halbautomatische Systeme sind dabei ein entscheidender Baustein. Ausblick In künftigen Projekten werden stärker integrative Konzepte gefragt sein, die nicht nur das Fahrzeug unterbringen, sondern zur Aufenthaltsqualität im Quartier beitragen. Parksysteme werden zunehmend Teil urbaner Infrastruktur - sichtbar, wenn gewollt, unsichtbar, wenn nötig. Die Gestaltung beginnt dort, wo das Auto endet.
