Kolloquium Parkbauten
kpb
2510-7763
expert verlag Tübingen
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2026
121
Technische Akademie Esslingen(Park-)haus der Zukunft – Holzparkhaus Wendlingen
0224
2026
Philipp Sieber
Hochgaragen tragen wesentlich zur Mobilitätwende und somit zu einem zukunftsfähigeren, nachhaltigeren Leben bei. Das Holzparkhaus Wendlingen ist das derzeit größte kreislauffähige Parkhaus aus Holz. Das Gebäude ist somit richtungsweisend und Beispiel für hoffentlich viele weitere besonders nachhaltige Hochgaragen. Nachhaltigkeitsaspekte sind unter anderem der Einsatz des nachwachsenden Rohstoff Holz, das sortenrein rückbaubare Konstruktionsprinzip, der besonders effiziente Grundriss des Gebäudes, die extensive Dachbegrünung mit PV-Anlage, die Fassadenbegrünung, der Verzicht auf aufwändige haustechnische Anlagen, wie auch das Nachnutzungs- beziehungsweise Umnutzungskonzept. Somit ist das Holzparkhaus Wendlingen ein besonders nachhaltiges und zukunftsweisendes Beispiel für Hochgaragen.
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12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 177 (Park-)haus der Zukunft - Holzparkhaus Wendlingen Philipp Sieber, M. Sc. Architektur herrmann+bosch architekten, Stuttgart Zusammenfassung Hochgaragen tragen wesentlich zur Mobilitätwende und somit zu einem zukunftsfähigeren, nachhaltigeren Leben bei. Das Holzparkhaus Wendlingen ist das derzeit größte kreislauffähige Parkhaus aus Holz. Das Gebäude ist somit richtungsweisend und Beispiel für hoffentlich viele weitere besonders nachhaltige Hochgaragen. Nachhaltigkeitsaspekte sind unter anderem der Einsatz des nachwachsenden Rohstoff Holz, das sortenrein rückbaubare Konstruktionsprinzip, der besonders effiziente Grundriss des Gebäudes, die extensive Dachbegrünung mit PV-Anlage, die Fassadenbegrünung, der Verzicht auf aufwändige haustechnische Anlagen, wie auch das Nachnutzungsbeziehungsweise Umnutzungskonzept. Somit ist das Holzparkhaus Wendlingen ein besonders nachhaltiges und zukunftsweisendes Beispiel für Hochgaragen. Abb. 1: Drohnenaufnahme des Holzparkhauses (Roland Halbe) 1. Idee In Wendlingen am Neckar befindet sich das Otto-Areal, ein großes, durch ehemalige Textilindustrie geprägtes Gebiet. Zwischen dem Otto-Areal und der Hochstraße war ein Grundstück für den Neubau einer Hochgarage vorgesehen. Nur wenige Schritte fußläufig entfernt befindet sich der Bahnhof von Wendlingen. Die Hochgarage kann somit als Mobility Hub bezeichnet werden, da das Gebäude vielen Pendlerinnen und Pendlern aus der Umgebung den Umstieg vom PKW auf den öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. Von Wendlingen kann so möglichst schnell, effizient und klimafreundlich nach Stuttgart gependelt werden. Das Otto Areal selbst wird auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwurfs vom Büro Blocher Partners aus Stuttgart entwickelt. Ganz im Sinne der IBA‘27 entsteht ein bunt gemischtes, abwechslungsreiches Quartier. Neben Wohn-, Büro- und Gewerbenutzungen befinden sich außerdem ein Hotel, ein Supermarkt wie auch eine Kindertagesstätte und Kulturnutzungen im Quartier wieder. Das Holzparkhaus ist das erste neue Gebäude am Standort und dient als Mobilitätsstation, wie auch als 178 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 (Park-)haus der Zukunft - Holzparkhaus Wendlingen Stellplatznachweis für angrenzende Nutzungen. Bereits bei der Bewerbung um das Projekt wurde dem Bauherrn vorgeschlagen, ein Parkhaus in Holz zu bauen. Letztlich überzeugte das vorgeschlagene Team, wie auch die Idee, ein Parkhaus aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu bauen. 2. Planen + Bauen 2.1 Einleitung Um ein Gebäude zu planen, welches in dieser Form noch nie geplant und realisiert wurde, bedarf es vieler Akteure mit Know-how, Mut und Experimentierfreude. Zuallererst ist ein Bauherr, wie in diesem Fall die Stadt Wendlingen am Neckar, notwendig, die das Wagnis der Realisierung von etwas ganz Neuem, eingeht. Neben herrmann+bosch architekten waren vor allem die Planungsdisziplinen Tragwerk und Brandschutz entscheidend. Mit den Büros knippershelbig und brandschutz plus wurden Fachingenieure mit großem Erfahrungsschatz im Holzbau und dem Mut, einen Prototyp zu planen, gefunden. Auch die Landschaftsarchitektur (Planstatt Senner) sowie das für die Realisierung des Holzbaus verantwortliche Unternehmen Pletschacher haben wesentlich zum Projekterfolg beigetragen. Durch die engagierte Zusammenarbeit ist schließlich ein Musterbeispiel für einen kreislauffähigen Mobilitätshub entstanden. Abb. 2: Außenraum-Visualisierung (moka-studio) 2.2 Entwurf Die Form des Parkhauses wird durch zwei wesentliche Einflussfaktoren geprägt: Grundstücksform und Effizienz. Durch die bereits vorhandenen Erschließungsstraßen ist das Grundstück im Westen mit abgerundeten Grundstückskanten ausgebildet. Konventionelle Hochgaragen werden in aller Regel orthogonal mit rechtwinkligen Ecken realisiert. Grund hierfür ist in aller Regel die serielle Produktion wie auch der Bauablauf vor Ort. Änderungen an diesem stark industrialisierten System sind aufwändige und kostenintensive Eingriffe. Im Planungsprozess musste stetig der Vergleich zwischen dem Holzparkhaus und branchenüblichen System-Parkhäusern gezogen werden. Neben dem reinen Kostenvergleich wurde unter anderem die Gegenüberstellung der Effizienz eines ovalen versus eines rechteckigen Parkgeschoss-Grundrisses gezogen. Durch den ovalen Grundriss wird einerseits der Fußabdruck des Gebäudes minimiert, woraus folglich weniger Quadratmeter Geschossfläche resultieren. Andererseits können die Ebenden besonders effizient gestaltet werden. Außerdem wurde das Global Warming Potential des Holzparkhauses im Vergleich zu konventionellen Parkhäusern berechnet. Allein im Herstellungsprozess, der Nutzung und dem Abbruch des Gebäudes ist der Holzbau dem konventionellen Bau überlegen. Bei Betrachtung des Recyclingpotenzials, insbesondere bei der stofflichen Wiederverwendung/ -verwertung der Holzbauteile, schneidet der Holzbau deutlich positiver ab. So entstehen bei konventionellen Parkhäusern mit ähnlicher Stellplatzanzahl Emissionen von rund 1234 t CO 2 . Beim Holzparkhaus dagegen kann CO 2 sogar gespeichert werden. Geht man von thermischer Verwertung aus, so werden 255 t CO 2 eingespart, bei stofflicher Verwertung sogar 1172 t. Insgesamt beträgt die CO 2 -Einsparung folglich 1489 t (thermische Verwertung) beziehungsweise 2406 t (stoffliche Verwertung). Durch diese CO 2 -Einsparung ist die Umrundung unserer Erde mit einem PKW zwischen 2.700 und 3.700-mal möglich. Der nachwachsende Rohstoff Holz wird im Gebäude nicht nur als konstruktives Material verbaut. Die Stützen, Träger und Decken aus Holz sind an jeder Stelle vor und in dem Gebäude sichtbar und tragen somit wesentlich zum Erscheinungsbild und der Atmosphäre im Gebäude bei. Die Fassade des Gebäudes ist mit drei unterschiedlichen Materialien belegt. Knapp die Hälfte des Gebäudes wird mit einem Stahlnetz, welches als Rankhilfe für die Fassadenbegrünung dient, eingehaust. Die bodengebundene Fassadenbegrünung gibt dem Haus einerseits ein sich mit den Jahreszeiten veränderndes Kleid, andererseits wird die Artenvielfalt von Flora und Fauna gefördert. Knapp die zweite Hälfte des Gebäudes ist mit einer Polycarbonat-Fassade verkleidet. Diese Fassade erfüllt mehrere Zwecke: zum einen dient sie dem Immissionsschutz. Sowohl von der Hochstraße als auch von den PKWs im Parkhaus selbst gehen Schallimmissionen aus. Das zukünftig im Otto Areal geplante Quartier muss vor den Motorengeräuschen und den Abrollgeräuschen der PKWs geschützt werden. Des Weiteren schützt die Fassade die zukünftig rückwärtig entstehenden Neubauten vor Lichtimmissionen der im Parkhaus fahrenden PKWs. Der letzte Teil der Fassade bleibt unverkleidet und macht somit die Holzkonstruktion auch nach außen sichtbar. Über eine zentral liegende Rampenanlage werden alle Geschosse miteinander verbunden. Jeweils ein Treppenhaus entlang der beiden langen Gebäudekanten stellt die fußläufige vertikale Verbindung sicher. Eines der beiden Treppenhäuser ist zusätzlich mit einer Aufzugsanlage ausgestattet. Im Erdgeschoss befinden sich neben der Zufahrt in circa einem Viertel des Gebäudes die Fahrradstellplätze. Die Obergeschosse sind ausschließlich für PKW Stellplätze reserviert. Die Fahrspur entwickelt sich rund beziehungsweise oval um die Rampenanlage herum. An beiden Seiten der Fahrspur sind Stellplätze angeordnet. Durch die Gebäudeform entstehen keine 90° Ecken, in welchen nicht geparkt werden könnte. Dadurch ist der Grundriss maximal effizient und verfügt über keine ungenutzten beziehungsweise unnutzbaren Bereiche. 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 179 (Park-)haus der Zukunft - Holzparkhaus Wendlingen Abb. 3: Regelgrundriss (herrmann+bosch architekten) 2.3 Material und Tragwerk Neben dem dominanten und im wesentlichen sichtbaren Material Holz kommt außerdem Stahlbeton zum Einsatz. Die beiden Treppenhäuser wurden aus Stahlbeton gefertigt, ebenso das Ringfundament entlang der Gebäudeaußenkante, wie auch das Fundament für die Rampenanlage. Die beiden Treppenhaustürme dienen zur Aussteifung der Geschosse. Holzstützen stehen entlang der Außenkante des Gebäudes und spannen über Holzträger bis hin zur Holzstützenreihe parallel zur Rampenanlage. An den vier Ecken der Rampenanlage befinden sich große L-Stützen, welche die gebündelten Kräfte der Träger aus den Rundungen des Gebäudes aufnehmen. Auf dem Holzträgern wird die Geschossdecke beziehungsweise der Boden aus Holzplatten erstellt. Dadurch entsteht je Geschoss eine steife Scheibe, die durch die beiden Treppenhäuser ausgesteift wird. Alle Bauteile sind geschraubt beziehungsweise gesteckt, so dass zu gegebener Zeit ein sortenreiner Rückbau ermöglicht wird. Durch Sherpa-Verbinder werden die Träger und Stützen zusammengesteckt. Die Deckenplatten wurden verschraubt und mit zwei Abdichtungsbahnen belegt. Diese Folien sind nicht verschweißt, sondern getackert beziehungsweise lose verlegt. So kann im Falle des Rückbaus der Fahrbahnbelag, welcher aus Gussasphalt besteht, rückstandslos von den Holzelementen entfernt werden. Die Außen entlang der Gebäudekante stehenden Stützen sind hinter der Polycarbonat-Fassade unbewittert. Sonstige Stützen werden bewittert und sind somit zu schützen. Dies geschieht durch eine einfache vertikale, geschlossene Schalung, welche an den drei bewitterten Stützenseiten aufgebracht wurde. Die Schalung wurde ebenfalls vorgefertigt und vor Ort montiert. Diese Opferschicht kann zu einem gegebenen Zeitpunkt durch örtliche Betriebe oder Mitarbeitende des Bauhofs schnell und kostengünstig ersetzt werden. Abb. 4: Tragwerk/ Konstruktion (knippershelbig) 180 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 (Park-)haus der Zukunft - Holzparkhaus Wendlingen 2.4 Brandschutz Konventionelle Parkhäuser können laut DIN in F0 erstellt werden. Holzparkhäuser in großen Dimensionen wurden bislang nicht realisiert, so dass kein Referenzprojekt herangezogen werden konnte. In Abstimmung mit der örtlichen Brandschutzbehörde wurde F60 als Feuerwiderstandsklasse definiert. Stützen und Träger sind entsprechend groß dimensioniert, so dass das Holz den geforderten Brandschutz durch Abbrand sicherstellt. Durch Brandsimulationen wurde der Brandfall simuliert und die Feuerbeständigkeit für 60 Minuten nachgewiesen. So kann auf Brandschutzanstriche oder Verkleidungen gänzlich verzichtet werden. 2.5 Regenwassermanagement Regenwasser ist bereits heute und wird in Zukunft immer mehr zu einer wertvollen Ressource. Regenereignisse treten seltener, aber heftiger auf. Entsprechend gilt, das Regenwasser zu speichern und natürlich zu versickern. Ein extensiv begrüntes Retentionsdach speichert bereits eine große Menge des Regenwassers. Weiteres Regenwasser wird vor Ort in einer Zisterne gespeichert und in Baumrigolen zur Bewässerung der Neupflanzungen genutzt. Das gespeicherte Wasser wird außerdem für die Bewässerung der Fassadenbegrünung genutzt. Weiteres überschüssiges Wasser wird versickert. Durch die Wasserspeicherung und Bewässerung der Pflanzen wird positiv auf das Mikroklima eingewirkt. 2.6 Bauphase Sämtliche Holzbauteile wurden in großen Dimensionen vorgefertigt und mit für die Logistik möglichst effizient geplanten Transporten just in time zur Baustelle transportiert. Aufgrund der beengten Ortsverhältnisse auf dem Baufeld mussten die angelieferten Elemente ohne Zwischenlagerung direkt verbaut werden. So wurden Stützen, Träger und Deckenplatten vor Ort montiert. Durch Ausfräsungen und bereits montierte Stahlteile konnten die Bauteile einfach ineinandergesteckt werden. Dieses leimfreie Steckprinzip garantiert eine sortenreine Rückbaubarkeit zu einem späteren Zeitpunkt. Die Sherpa-Verbinder zwischen Stütze und Träger sind ebenfalls bereits an den Bauteilen vormontiert. Zur Montage wurde das Verbindungselement in eine Ausfräsung in der Stirnseite des Trägers montiert. Der offenbleibende Spalt im Träger wurde nachträglich durch ein Holzelement verschlossen. So wird der Metallverbinder brandschutztechnisch geschützt. Pro Monat wuchs der Holzbau um circa ein Geschoss empor. Aus logistischen Gründen wurde während der Bauphase ein Kuchenstück des Hauses ausgespart. Dieser Bereich diente der Anlieferung der Elemente, wie auch als Standort für den Kran. Nach Fertigstellung aller Geschosse wurde der Kran versetzt, so dass das letzte Viertel des Gebäudes Geschoss für Geschoss ergänzt werden konnte. Abb. 5: Baustellenfoto (herrmann+bosch architekten) 3. Resultat Das im September 2024 eröffnete Holzparkhaus ist heute ein Musterbeispiel für zukunftsfähige kreislaufgerechte Hochgaragen und zeigt, wie der Umstieg vom Individualverkehr auf den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr erleichtert werden kann. Die Organisation des Hauses ist in seiner Klarheit kaum zu überbieten. Aufgrund der Stützenfreiheit der Parkgeschosse (Spannweite 16m) wird der Komfort beim Parken deutlich verbessert. Außerdem sind die Parkgeschosse extrem übersichtlich und einsehbar. Dies erleichtert die Stellplatzsuche und die Orientierung im Gebäude. Außerdem wirkt sich die Einsehbarkeit positiv auf des Sicherheitsgefühl der Nutzerinnen und Nutzer aus. Durch die an jeder Stelle sichtbaren Holzoberflächen und die natürliche Durchlüftung des gesamten Gebäudes wird eine besonders angenehme und für Parkgaragen sehr untypische Atmosphäre erzeugt. Auf haustechnische Anlagen und Installationen kann nahezu komplett verzichtet werden. Neben der PV- Anlage, der Beleuchtung, den E-Landestationen und dem Aufzug ist lediglich der Ticketautomat und die Kennzeichenerfassung im Erdgeschoss zu benennen. Die auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage sorgt für erneuerbaren Strom, der den Strombedarf von E-Ladestationen, Aufzug und Beleuchtung vollständig deckt. Überschüsse werden ins Stromnetz eingespeist. Auch die natürliche Belüftung, durch die keine störanfällige, wartungsintensive Lüftungstechnik und Brandschutzanlage notwendig sind, erhöht die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes. 12. Kolloquium Parkbauten - Februar 2026 181 (Park-)haus der Zukunft - Holzparkhaus Wendlingen Abb. 6: Innenraumfoto (herrmann+bosch architekten) 4. … und in Zukunft? Das Parkhaus ist so entworfen worden, dass es am Ende seiner Nutzungsphase sortenrein rückgebaut und die Materialien im Stoffkreislauf gehalten werden können. Bevor ein Gebäude abgerissen wird, sollte ein Gebäude jedoch über einen möglichst langen Zeitraum genutzt werden. Deshalb sind Gebäude robust und flexibel zu planen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Gebäude anpassungsfähig sind im Falle neuer Nutzungsanforderungen. Um eine solche Anpassungsfähigkeit des Parkhauses zu gewährleisten, wurden unterschiedliche Parameter bereits in der Planung berücksichtigt. Die Erschließung, Gebäudetiefen, Stützenfreiheit, wie auch die lichte Raumhöhe sind entscheidend, um eine Umnutzung zu ermöglichen. Im Holzparkhaus spannen die Träger von Gebäudeaußenkante bis zur innenliegenden Rampe stützenfrei. Somit ist eine nahezu freie Grundrisskonfiguration möglich. Die für ein Parkhaus unkonventionelle Raumhöhe ermöglicht die Nachnutzung durch Wohnungen oder Bürowelten. Das Parkhaus kann Schritt für Schritt in eine andere Nutzung überführt werden. Sollte also festgestellt werden, dass das oberste Geschoss selten bis nie zum Parken von PKWs genutzt wird, könnten im obersten Geschoss Wohnungen errichtet werden. Durch das Einziehen einer Außenfassade wird die thermische Hülle hergestellt. Außenräume in Form von Loggien entstehen. Durch den geschossweise möglichen Rückbau der Rampenanlage wird die Gebäudetiefe mehr als halbiert, so dass Innenräume von beiden Seiten belichtet und belüftet werden können. Ein Laubengang rund um die Rampenanlage gewährleistet die Erschließung aller Einheiten. Die beiden Treppenhäuser bleiben erhalten und garantieren die notwendigen Fluchtwege wie auch die barrierefreie Erschließung aller Etagen. Bereits heute wird das Gebäude auf unterschiedliche Art und Weise flexibel genutzt. So waren zur Einweihungsfeier neben einer Bühne, einem Theaterraum, einem Food-Court, auch Ausstellungsfläche und ein Dreirad-Parcour Teil des Parkhauses. Zur Eröffnung des IBA’27-Festivals wurde die oberste Etage zum Veranstaltungsraum mit Festreden, Speisebereich und Ausstellung. So wurde eine Wohneinheit temporär als Installation aufgebaut, wodurch den Besuchenden bereits die Idee der Umnutzung erlebbar gemacht wurde. Abb. 7: Innenraum-Visualisierung Nachnutung Atelier/ Büro (herrmann+bosch architekten)
