eJournals Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis 8/1

Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis
ktw
expert verlag Tübingen
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2025
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Trinkwasserhygiene und Klimawandel – Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement

0922
2025
Christiane Schreiber
Es bestehen vielfältige Beziehungen bzw. Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren, Mikroorganismenwachstum, Versorgungsinfrastruktur und Gesundheitsgefährdungen. Daher ist ein gesundheitsorientiertes Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung sinnvoll, das vorausschauend auch zukünftige Herausforderungen durch den Klimawandel berücksichtigt. Ein modernes Risikomanagement in der Wasserversorgung wie es die Trinkwasserverordnung 2023 fordert, orientiert sich u. a. am Water Safety Plan-Konzept der WHO. Ein regelmäßiges Monitoring geeigneter Aspekte und Stellschrauben ist wichtig, um trinkwasserhygienische Beeinträchtigungen nicht nur bei Auftreten zu minimieren, sondern ungünstige Veränderungen schon frühzeitig zu erkennen und so mikrobiologische Gesundheitsgefahren effektiv vorzubeugen und zu kontrollieren. Trinkwasserbehälter nehmen dabei eine zentrale Rolle im Sinne kritischer Kontrollpunkte ein. Steigende Wassertemperaturen – nicht nur im Zuge des Klimawandels – erfordern eine Anpassung der Instandhaltungs- und Überwachungsmaßnahmen auch in Trinkwasserbehältern, um die hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität bis hin zum Verbraucher nachhaltig zu sichern. Neben präventiven Aspekten und Maßnahmen ist insbesondere im Kontaminationsfall die Ursachenanalyse und -beseitigung entscheidend, um das Wachstum umwelt-bürtiger Krankheitserreger zu kontrollieren. Das in der neuen UBA-Empfehlung von Januar 2025 skizzierte strukturierte Vorgehen im Falle von Nachweisen coliformer Bakterien im Versorgungssystem für einen bundesweit einheitlichen Umgang mit Positivbefunden kann dabei auf andere Spezies übertragen werden. Kontaminationen in Trinkwasserspeicherbehältern sind entsprechend allgemein anerkannter Regeln der Technik (u. a. DVGW Merkblatt W300-7) zu beseitigen.
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8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 61 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement Priv.-Doz. Dr. Christiane Schreiber Leitung Wissenschaft & Kommunikation der CARELA GmbH, Rheinfelden Freiberufliche Wissenschaftlerin, Ratingen assoziierte Senior Fellow am IHPH, Universität Bonn/ UKB, Bonn Zusammenfassung Es bestehen vielfältige Beziehungen bzw. Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren, Mikroorganismenwachstum, Versorgungsinfrastruktur und Gesundheitsgefährdungen. Daher ist ein gesundheitsorientiertes Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung sinnvoll, das vorausschauend auch zukünftige Herausforderungen durch den Klimawandel berücksichtigt. Ein modernes Risikomanagement in der Wasserversorgung wie es die Trinkwasserverordnung 2023 fordert, orientiert sich u. a. am Water Safety Plan-Konzept der WHO. Ein regelmäßiges Monitoring geeigneter Aspekte und Stellschrauben ist wichtig, um trinkwasserhygienische Beeinträchtigungen nicht nur bei Auftreten zu minimieren, sondern ungünstige Veränderungen schon frühzeitig zu erkennen und so mikrobiologische Gesundheitsgefahren effektiv vorzubeugen und zu kontrollieren. Trinkwasserbehälter nehmen dabei eine zentrale Rolle im Sinne kritischer Kontrollpunkte ein. Steigende Wassertemperaturen - nicht nur im Zuge des Klimawandels - erfordern eine Anpassung der Instandhaltungs- und Überwachungsmaßnahmen auch in Trinkwasserbehältern, um die hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität bis hin zum Verbraucher nachhaltig zu sichern. Neben präventiven Aspekten und Maßnahmen ist insbesondere im Kontaminationsfall die Ursachenanalyse und -beseitigung entscheidend, um das Wachstum umwelt-bürtiger Krankheitserreger zu kontrollieren. Das in der neuen UBA-Empfehlung von Januar 2025 skizzierte strukturierte Vorgehen im Falle von Nachweisen coliformer Bakterien im Versorgungssystem für einen bundesweit einheitlichen Umgang mit Positivbefunden kann dabei auf andere Spezies übertragen werden. Kontaminationen in Trinkwasserspeicherbehältern sind entsprechend allgemein anerkannter Regeln der Technik (u. a. DVGW Merkblatt W300-7) zu beseitigen. 1. Einführung Die Sicherstellung einer hygienisch einwandfreien Trinkwasserversorgung stellt eine der zentralen gesundheitsbezogenen Aufgaben der Daseinsvorsorge dar. Mit der Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/ 2184 [1] im Jahr 2020 ist der risikobasierte Ansatz zur Gewährleistung der Wasserqualität auf europäischer Ebene rechtlich verankert worden. Risikobewertung und Risikomanagement soll entlang der gesamten Versorgungskette von der Quelle bis zum Zapf hahn erfolgen, um die hygienische und damit gesundheitliche Sicherheit für den Verbraucher sicherzustellen. Zur operativen Umsetzung und aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten werden dabei die drei Subsysteme Einzugsgebiet, Versorgungssystem und Trinkwasserinstallationen unterschieden. Das Versorgungssystem umfasst mit Auf bereitung, Speicherung und Verteilung des Trinkwassers bis zum Hausanschluss den klassischen Tätigkeitsbereich zentraler und dezentraler Wasserversorger. Die entsprechenden Implementierungen in nationales deutsches Recht wurden über die novellierte Trinkwasserverordnung [2] und die neu geschaffene Einzugsgebieteverordnung [3] umgesetzt. In Anlehnung an das Water Safety Plan-Konzept (Wassersicherheitsplan; WSP) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) [4] und unter Verweis auf mindestens entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik, insbesondere der DIN EN 15975-2, verpflichtet die TrinkwV [2] bestimmte Betreiber von Wasserversorgungsanlagen nun zum kontinuierlichen Risikomanagement. Dabei sind natürlich auch Aspekte zu berücksichtigen, die sich durch den globalen Klimawandel auf lokaler bzw. regionaler Ebene nachteilig verändern können. Damit rückt zum Beispiel die Trinkwassertemperatur in den Fokus, aber auch nachteilige Effekte auf die Wasserquantität und -qualität infolge geänderter Niederschlagsmuster und vermehrter Extremwetterereignisse. Daneben bleibt das Minimierungsgebot auch bezüglich unerwünschter Mikroorganismen und chemischer Stoffe und Substanzen weiterhin implementiert (§ 6 Abs. 5, § 7 Abs. 5). Hierzu zählt auch Biofilm-Minimierung, was ebenfalls im Rahmen des hygienischen Risikomanagements Berücksichtigung findet. Im Folgenden wird das Versorgungssystem - also Trinkwasserverteilung zwischen Ausgang Wasserwerk und Hausanschluss - näher betrachtet. Wichtige mikrobielle Kontaminanten, Möglichkeiten deren Überwachung und Minimierung im Sinne eines WSP stehen dabei im Fokus. 62 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement 2. Umweltbedingungen und mikrobiologisches Wachstum - Grundlagen für das Verständnis hygienischer Risiken 2.1 Umweltfaktoren als Triebkräfte mikrobiellen Wachstums Mikroorganismen sind integraler Bestandteil jeder aquatischen Umwelt. Ihr Vorkommen, ihre Aktivität und ihre Vermehrung unterliegen physikalisch-chemischen Rahmenbedingungen. Hinzu kommen biologische Faktoren wie der Populationsdynamik, Zelldichten und Vergesellschaftung oder Konkurrenz zwischen verschiedenen Arten. Wichtige Wachstum beeinflussende Faktoren sind z. B. die Verfügbarkeit von Nährstoffen und organischem bzw. bioverfügbarem Kohlenstoff, der pH- Wert, Sauerstoffkonzentration bzw. Sauerstoffsättigung und Temperatur. In allen Habitaten der Umwelt existieren Mikroorganismen, die sich an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst haben. Werden diese Parameter in einen für eine Spezies günstigeren Bereich verschoben, beschleunigt sich die Vermehrung. Grundsätzlich wachen Prokaryonten - also Bakterien und Archaeen - dabei durch Zellteilung, also exponentiell. Die Vermehrung der eukaryotischen Mikroorganismen - Pilze, Algen und Protozoen - ist zwar im Detail komplexer, aber ebenfalls durch spezies-spezifische optimale Habitatbedingungen definiert. In der Umwelt siedeln sich Mikroorganismen auf Oberflächen an, wo sie sich vermehren und Beläge in Form von Biofilmen ausbilden [Abb. 1]. Biofilme bieten Lebensraum für unzählige Bakterien und andere Kleinstlebewesen. Diese kommen natürlich vor oder werden als Kontamination eingetragen. Die Mehrheit aller Mikroorganismen liegt damit nicht in der Wasserphase, sondern oberflächenassoziiert an Wandungen und andere Flächen vor. Damit gilt auch für Wasser: Mikroorganismen wachsen besonders an den Grenzflächen, weniger in der freien Wasserphase [5]. Zusätzlich zur Besiedlung von Wandungen im System haften und wachsen Mikroorganismen an losen Partikeln. Diese lagern sich bei geringer Fließgeschwindigkeit und Stagnation als Sediment ab. Viele der beim Menschen Krankheiten verursachenden Mikroorganismen, sogenannte Humanpathogene, besitzen Temperatur-Optima im Bereich um die menschliche Körpertemperatur, oft zwischen 25 °C und 45 °C. Bereits geringe Temperaturerhöhungen im Bereich von wenigen Grad Celsius können deren Wachstum, bei ansonsten stabilen Umgebungsbedingungen, deutlich steigern. Zudem bewirkt ein Anstieg der Wassertemperatur ein Mikrobiom-Shift. So konnten z. B. infolge eines Anstiegs der Wassertemperatur auf 24 °C erhöhte Vorkommen von Pseudomonaden und Mykobakterien festgestellt werden [6]. Abb. 1: Schematische Darstellung der Einnistung und Freisetzung von fakultativ-pathogenen Bakterien aus der Umwelt in Biofilme, die sich an Materialoberflächen in Kontakt mit Trinkwasser bilden. Die Bakterien können sich im Versorgungssystem vermehren, der Klimawandel begünstigt dies. (Bild: Schreiber, 2023) 2.2 Einfluss des Klimawandels auf die Wasserversorgungssysteme Im Zuge des Klimawandels steigen die Temperaturen in Oberflächenwie Grundwasserressourcen bereits heute nachweislich an. Gleichzeitig sinkt in vielen Regionen die mittlere Verweildauer des Niederschlagswassers im Boden, was eine Verringerung der natürlichen Filter- und Selbstreinigungseffekte im Zuge von Bodenpassagen bewirkt. Erhöhte Mikroorganismenkonzentrationen bereits im Rohwasser sind die Folge. Dieser Herausforderung muss die Auf bereitung im Wasserwerk als zweite wichtige Barriere im Multibarrierenkonzept begegnen. Auch im Water Safety Plan spielen Einzugsgebiet und Trinkwasserauf bereitung im Wasserwerk eine wichtige Rolle. Entsprechend dem Fokus dieses Beitrags soll dies jedoch nicht weiter ausgeführt werden. Auch auf die Trinkwasserverteilung wirken sich steigende Umgebungstemperaturen aus. Denn höhere Umgebungstemperaturen erwärmen auch das Wasser im Verteilungssystem. Besonders macht sich dieser Effekt im Sommer bemerkbar. Im Rahmen von Studien wurde festgestellt, dass die Trinkwassertemperatur im Versorgungsnetz bereits heute höher ist als gewünscht: am Übergabepunkt vom Versorgungssystem zur Trinkwasserinstallation von Gebäuden hat es im Mittel einer bundesweiten Studie zufolge 14 °C. Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zur Auslegung von Trinkwasserinstallationen in die Berechnung einbezogen werden allerdings nur 10 °C. In mehr als 25 % der untersuchten Gebäude erreichte das Trinkwasser über 17 °C an der Übergabestelle zur Gebäudewasserversorgungsanlage; im Sommer wurden Temperaturen bis zu 22 °C gemessen [7]. Der weitere Klimawandel wird die Aufwärmungen und damit das Biofilmwachstum verstärken. Temperatureffekte durch Wärmeübertragung bei parallel verlegten Fern- und Nahwärmeleitungen kommen im Falle nicht ausreichender Dämmung hinzu. Diese allerdings wirken sich nicht spezifisch im Sommer, sondern das ge- 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 63 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement samte Jahr über aus. Eine erhöhte Verweildauer begünstigt die Temperaturübergänge. 2.3 Mikrobielles Wachstum im Versorgungssystem Es ist heute hinlänglich bekannt, dass Trinkwasser nicht steril ist oder sein kann. Auch wenn keine oder nur wenige Mikroorganismen, meist Bakterien, mit den nach TrinkwV anzuwendenden Methoden im Trinkwasser nachweisbar sind, befinden sich in jedem Tropfen auf bereiteten Trinkwassers, der das Wasserwerk verlässt, noch mehrere Zehntausend bis Millionen Mikroorganismen, die beispielsweise mittels mikroskopischer oder durchflusszytometrischer Zellzählungen oder durch Genanalysen nachgewiesen werden können [5]. Wichtig ist, dass sich nach der Auf bereitung des Rohwassers im Trinkwasser verbleibende Mikroorganismen nicht durch Vermehrung negativ auf Verteilungsinfrastruktur-Technik oder menschliche Gesundheit auswirken. In technischen wasserführenden Systemen erfolgt mikrobielle Besiedlung bevorzugt an Grenzflächen, etwa auf Rohrinnenwänden, in Dichtungen, Ventilen oder Behälteroberflächen. Dort bilden sich Biofilme, also schleimartige Ansammlungen aus Mikroorganismen und extrazellulärer Matrix, die sowohl Schutz als auch Lebensgrundlage für die enthaltenen Bakterien darstellen. In Biofilmen sind Mikroorganismen gegenüber Umwelteinflüssen sowie gegen Desinfektionsverfahren jeder Art (z. B. UV) besonders widerstandsfähig. Ursachen und begünstigende Faktoren von Biofilmwachstum wurde in den letzten zwei Dekaden intensiv wissenschaftlich untersucht. In wasserführenden Systemen spielen neben Nährstoffgehalten und gelöstem organischem Kohlenstoff vor allem Temperatur und Stagnation bzw. zu geringer Durchfluss, im Sinne von Wasseraustausch und Strömungsgeschwindigkeit, eine Hauptrolle. [z. B. 7-9]. Letzteres begünstigt Temperaturerhöhungen und gibt Mikroorganismen Zeit zum Wachstum. Im Verteilungssystem sind also Abschnitte mit niedriger Durchflussrate bzw. Stagnation besonders von Biofilmbildung, und damit von potenziellen hygienischen Auffälligkeiten, betroffen. Neben vermeidbaren Risikobereichen, z.-B. in unzureichend genutzten oder überdimensionierten Leitungsabschnitten, stellen Trinkwasserspeicherbehälter damit geplante Risikobereiche dar. Die Bevorratung ist zur störungsfreien Trinkwasserversorgung notwendig, zugleich aber begünstigt die verlängerte Verweildauer des Wassers in der Wasserkammer ein potenzielles Mikroorganismenwachstum an den Oberflächen von Bauteilen sowie in abgelagerten Sedimenten. 2.4 Hygienische und gesundheitliche Relevanz Trinkwasserhygiene-relevante Mikroorganismen lassen sich nach biologischen und epidemiologischen Gesichtspunkten in verschiedene Gruppen unterteilen. Am gebräuchlichsten ist die Unterscheidung zwischen fäkal-bürtigen und umweltbzw. wasser-bürtigen Organismen. Während erstere durch eine Kontamination des Trinkwassers von außen durch tierische oder menschliche Fäkalien verursacht werden, und sich in der Regel im Wasser selbst nicht vermehren, sondern dort bestenfalls längere Zeit persistieren können (z. B. Escherichia coli, intestinale Enterokokken, Salmonellen, Shigellen), kommen die umweltbzw. wasser-bürtigen Organismen natürlicherweise in der Umwelt und im Rohwasser vor; entsprechende wird ihre Zahl in der Auf bereitung zwar verringert aber es erfolgt keine vollständige Elimination. Damit ist ein Aufwachsen im Verteilungssystem unter günstigen Bedingungen möglich. Die im Trinkwassersystem auftretenden wasser-bürtigen Mikroorganismen sind dabei größtenteils harmlos. Kritisch wird es, wenn sich opportunistische Pathogene einnisten und vermehren. Hierzu zählen unter anderem fakultativ-pathogene Krankheitserreger wie Legionellen, Pseudomonaden (insbesondere Pseudomonas aeruginosa) oder Coliforme, die bereits eine gewisse Rolle in der Trinkwasserüberwachung spielen. Anders als das Vorkommen der fäkal-bürtigen Bakterien E.- coli und Enterokokken ist der Nachweis von Coliformen nicht per se mit gesundheitlicher Relevanz verbunden. Es gibt jedoch innerhalb der Gruppe der coliformen Bakterien einige nicht unkritische Krankheitserreger. Dazu gehören Vertreter der sogenannten KEC-Gruppe, d. h. verschiedene Klebsiellen (z. B. K. pneumoniae, K. oxytoca, K. aerogenes), Enterobacter-Arten (z. B. E. cloacae) und Citrobacter (z. B. C. freundii) sowie Serratien (S. marcescens und S. liquefaciens). Diese können bei entsprechender Anfälligkeit schwerwiegende Infektionen verursachen) [10]. Ältere oder anderweitig, z. B. durch Vorerkrankung, immungeschwächte Menschen, sowie Kinder, weil ihr Immunsystem noch nicht völlig ausgereift ist, sind besonders betroffene vulnerable Personengruppen. Dementsprechend ist besonders in medizinischen Einrichtungen eine gute Wasserqualität wichtig, um sogenannte nosokomiale Infektionen zu verhindern. Hinzu kommt, dass sowohl die Coliformen als auch P.-aeruginosa oft über Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika verfügen, was eine Therapie erschwert [11]. Neben den Vorgaben aus der TrinkwV müssen medizinische Einrichtungen daher strengere Qualitätsanforderungen im Trinkwasser einhalten. Maßgeblich sind hier insbesondere auch die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO). Strengere Grenzwerte oder zusätzliche Parametervorgaben aber lassen sich in einer Trinkwasserinstallation nur umsetzen bzw. einhalten, wenn sie in dem vom Versorger gelieferten Trinkwasser an der Übergabestelle zur Gebäudewasserversorgungsanlage erfüllt sind. Bereits in minimaler Menge aus dem Versorgungssystem eingetragene Erreger, und aufgrund seiner Biofilm- Zusammensetzung und Genügsamkeit v. a. P. aeruginosa, können in der Trinkwasserinstallationen hartnäckige Kontaminationen verursachen. Daher soll, zusätzlich zu den Vorgaben der TrinkwV, gemäß UBA-Empfehlung - als Teil der allgemein anerkannten Regeln der Technik - sowohl im Leitungsnetz als auch in Trinkwasserinstallationen (v. a. öffentlicher Gebäude) P.-aeruginosa in 100 ml nicht nachweisbar sein (<-1-KBE/ 100-ml) [12]. Für Krankenhäuser gilt dies auf Grundlage einer RKI- 64 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement Richtline bereits seit fast fünf Jahrzehnten, um Infektionen z. B. bei Beatmung und Dialyse zu verhindern [13]., Auf Grundlage einer DGKH-Empfehlung soll dort, wo medizinische Einrichtungen am Versorgungsnetz angeschlossen sind, P. aeruginosa verschärft in 1-Liter Trinkwasser des Verteilungssystems nicht nachweisbar sein (<-1-KBE/ 1-L), um die Infektionsgefahr zu minimieren [14]. Dies stellt für den bereits hygienisch arbeitenden Wasserversorger zwar im Allgemeinen eine geringe Herausforderung dar, bedarf aber der Überprüfung. Aber auch außerhalb von öffentlichen Einrichtungen gibt es Risikopersonen, etwa Patienten mit Inhalationsgeräten oder Menschen in Krebstherapie [10]. Da zudem der Trend zu häuslicher Versorgung (statt Pflegeheim) steigt, und die Bevölkerung zunehmend älter und damit krankheitsanfälliger wird, ist Erreger-armes Trinkwasser letztlich für jeden Verbraucher wichtig. Sich darauf zu berufen, Trinkwasser sei in Deutschland das am häufigsten untersuchte Lebensmittel, ist - entsprechend der obigen Ausführungen - keine Garantie für hygienisch einwandfreies Trinkwasser. Sichere Trinkwasserinstallationen lassen sich nur gewährleisten, wenn auch hygienisch einwandfreies Wasser vom Versorger geliefert wird. Viele in der Wasserversorgung weniger bekannte Erreger, wie beispielsweise atypische (nicht-tuberkulöse) Mykobakterien [15], Amöben [16] oder Schimmelpilze (v. a. in wechselfeuchten Bereichen) [17], sind wasser-bürtige Krankheitserreger. Auch sie stellen besonders für die o. g. Risikogruppen eine Gesundheitsgefährdung dar. Das Wasser-assoziierte Bakterium A.-baumannii beispielsweise ist wie P.-aeruginosa oder Coliforme ein Verursacher nosokomialer Infektionen, und Carbapenem-resistente A. baumannii werden auf der WHO-Liste Antibiotika-resistenter Bakterien ebenfalls als kritisch (Priorität 1) eingestuft [11]. Außerdem können auch (fakultativ-pathogene) Umweltorganismen durch Undichtigkeiten und Öffnungen ins Verteilungssystem eindringen, v. a. bei Bauarbeiten oder Rohrbrüchen. Pilze sind seit einiger Zeit als Kontaminanten im Fokus, insbesondere bei Trinkwasserbehältern. Diese besiedeln Decken, Wände, Säulen und Boden, also sowohl über als auch unter Wasser befindliche Oberflächen. Betroffen sind sowohl Speicher aus Beton als auch metallene und andere Oberflächen. Pilze können durch ihre Mycelbildung leicht lokale Materialschäden verursachen, wie z. B. Risse oder Abplatzen des Behälter-Werkstoffs [17], Lochfraß bzw. Korrosion. Auch im akkumulierten Sediment in Trinkwasserspeichern finden sich Pathogenitätsfaktoren (Gene, die für eine Infektion des Menschen notwendig sind) und Antibiotikaresistenzen [18], also relevante Krankheitserreger. Somit stellen auch Sediment-Biofilme potenzielle Gesundheitsrisiken dar. Biofilmwachstum im Versorgungssystems verstärkt zudem die Gefahr nachgelagerter Probleme in der Trinkwasserinstallation. 3. Gesundheitsorientiertes Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung - mit dem WSP-Konzept zum Ziel 3.1 Hintergrund und Zielstellung des Water Safety Plan-Konzepts Das Water Safety Plan-Konzept wurde von der WHO als internationaler Leitfaden bzw. Instrument für Risikoabschätzung und umfassendes Risikomanagement im Bereich der Trinkwasserversorgung entwickelt [4]. Seinen Ursprung hat es in der Lebensmittelhygiene. Bereits in den 1960er Jahren wurde durch die NASA für die Raumfahrt das sogenannte HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points) entwickelt, um sichere Lebensmittel für Astronauten zu gewährleisten. In der EU besteht seit rund 20 Jahren durch die Lebensmittelhygiene-Verordnung eine verpflichtende Berücksichtigung im gesamten Lebensmittelbereich [19]. Da Trinkwasser in vielen EU-Mitgliedsstaaten nicht der Lebensmittelhygiene, sondern einem separaten Regelungs- und Überwachungsbereich unterliegt, wurde das HACCP-Konzept bzw. WSP mit der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020 [1] auch in der europäischen Trinkwasserhygiene verankert. Durch Novellierung der Trinkwasserverordnung 2023 [2] erfolgte die Umsetzung in nationales deutsches Recht. Für Deutschland ist dieses Konzept im Grunde nicht neu. Denn das etablierte Multibarrierensystem, Überwachung nach TrinkwV und existierende Vorgaben für Planung, Bau und Betrieb sowie adäquate Inbetriebnahme und Unterhaltung sind bereits wichtige etablierte Bausteine eines Risikomanagements. Für eine bessere Handhabung splittet die EU-Trinkwasserrichtlinie die Versorgungskette in drei Subsysteme auf: Einzugsgebiet, Versorgungssystem und Hausinstallation/ Trinkwasserinstallation. Abb. 2: Strategisches Vorgehen im Risiko-Management nach WSP sowie HACCP-Konzept (aus: Schreiber & Krumrey 2023 [19]) Im Subsystem Versorgungssystem gilt: Betreiber von zentralen Wasserversorgungsanlagen sowie mobile und zeitweilige Wasserversorgungsanlagen mit eigener Wassergewinnung nach TrinkwV Abschnitt 7 (§§ 34-38) sind 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 65 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement verpflichtet, bis 12.01.2029 (≥ 100 m³/ d bzw. 500 Personen) bzw. 12.02.2033 (≥ 10 m³/ d bzw. 50 Personen) ein Risikomanagement mindestens nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, insbesondere DIN EN ISO 15975-2, durchzuführen, und dies unter Berücksichtigung der in § 35 benannten Aspekte [2]. Um hygienische Sicherheit vorausschauend und wirtschaftlich zu gewährleisten, profitieren auch Betreiber anderer Wasserversorgungsanlagen von der Umsetzung eines solchen system-basierten Ansatzes. Im Zentrum des HACCP-, sowie des WSP-Konzepts steht die Idee, Risiken entlang der gesamten Versorgungskette systematisch zu identifizieren, zu bewerten und durch Monitoring und Maßnahmen zu beherrschen [2] (Abb. 2). Um Kontinuität und Effektivität zu gewährleisten, müssen die erstellten Risikomanagementpläne dann mindestens alle sechs Jahre geprüft und aktualisiert werden [2]. Dies entspricht dem Verständnis von Risikomanagement als iterativem Prozess nach dem WSP-Konzept der WHO [4], welches Planung, Betrieb, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung miteinander verknüpft. Ziel ist es, Gefährdungspotentiale für die Trinkwasserqualität proaktiv und präventiv zu minimieren sowie Risiken zeitnah zu detektieren. Der Vorsorge-Schwerpunkt für Trinkwasserqualität wird somit konsequent von der Endproduktkontrolle hin zu einer Prozesskontrolle verlagert. Der Vorteil von Prozesskontrollen ist, dass neben bestimmten Probenahmen auch andere Einfluss- und Messgrößen auf den Prozess in die Überwachung einfließen, und man so bereits frühzeitig reagieren bzw. gegensteuern kann. Online- Monitoring verkürzt die Reaktionszeit zudem. Deutsche Umsetzungshilfen sind z. B. ein auf kleine deutsche Wasserversorgungen angepasstes WSP-Handbuch [20], sowie das DVGW-Merkblatt W 1001 [21]. Folgt man dem WHO-Konzept, so muss nicht alles benötigte Wissen für das Risikomanagement in einer fachkundigen Person vereint sein. Verschiedene Kompetenzen und hinreichende Fachkenntnisse (z. B. durch Berufserfahrung oder Schulung) in einem multidisziplinären Team zusammenzufassen bringt Vorteile (Anlagenspezifisches Fachwissen, Einzugsgebietskenntnis, Hygiene etc.). Es hilft bei der Identifikation von besonders risikobehafteten Elementen im System sowie geeigneter Korrektur- oder Interventions-Maßnahmen und sinnvollen Informationswegen bei Abweichungen, Auffälligkeiten und Problemen [Abb.-2]. Analog dem HACCP-Konzept der Lebensmittelhygiene werden kritische Kontrollpunkte (engl. critical control points; CCPs) überwacht [4]. 3.2 Kritische Kontrollpunkte im Kontext des Wassersicherheitsplans Kritische Kontrollpunkte als zentrale Elemente im WSP bezeichnen Stellen innerhalb der Versorgungskette, an denen ein Gesundheitsrisiko besteht, die Eintrittswahrscheinlichkeit der Gefährdung jedoch durch gezielte Maßnahmen kontrolliert oder verhindert werden kann. CCPs dienen der gezielten Überwachung und Steuerung besonders vulnerabler Systemabschnitte und sind damit das praktische Bindeglied zwischen Risikoanalyse und Risikomanagement. Die Festlegung von CCPs für die Umsetzung eines WSP erfolgt im Rahmen der systematischen Risikoanalyse, also Gefährdungsidentifikation und -bewertung. In einem optimalerweise multidisziplinären Team aus Betrieb, Hygiene, Technik und ggf. Gesundheitsbehörden werden alle Systemkomponenten bewertet. Die identifizierten CCPs werden in einem Überwachungskonzept - Risikomanagementplan - mit Zielwerten, Messbzw. Prüf häufigkeiten und Korrekturmechanismen verankert. Bei Abweichungen werden abgestufte Maßnahmen vordefiniert, z. B. betriebliche oder technische Modifikation, zusätzliche Reinigung, oder temporäre Desinfektion. Die Auswahl geeigneter CCPs sollte nach den folgenden festgelegten Kriterien erfolgen [4]: • Die Stelle muss ein konkretes Risiko für die Trinkwasserqualität darstellen oder in räumlicher Nähe dazu nachgelagert verortet sein (z. B. mikrobiologische, chemische oder physikalische Belastung). • Es muss eine wirksame Maßnahme zur Risikominimierung existieren (z. B. Reinigung, Desinfektion, Filtration, Temperaturregime). • Eine Überwachung dieser Maßnahme muss technisch und organisatorisch möglich sein (Messbarkeit, Dokumentation). • Bei Abweichungen vom Sollzustand müssen definierte Korrekturmaßnahmen rasch umsetzbar sein. Je nach Rohwasserquelle, Auf bereitungstechnik, Versorgungssystemstruktur und Verbrauchercharakteristika können unterschiedliche CCPs sinnvoll definiert werden. Trinkwasserwerke können je nach Auf bereitungstechnik bspw. Eintragsstellen für verschiedene Auf bereitungschemikalien darstellen. Deren Dosierpunkte können ebenso wie Filteranlagen zur Partikelentfernung sinnvoll hinsichtlich ihrer korrekten Funktion überwacht werden. Eine Qualitätskontrolle am Wasserwerksausgang ist seit langem Usus und kann durch online-Monitoring chemisch-physikalischer Parameter unterstützt werden. Da das Rohrleitungsnetz als solches schlecht einsehbar ist, eignen sich zudem Trinkwasser-Speicherbehälter und ihre Zubzw. Ableitungen gut als überprüf bare Stellen. Für stagnationsgefährdete Leitungsabschnitte (z. B. Endstränge, Totleitungen) müssen i. d. R. individuelle Lösungen gefunden werden. Trinkwasserbehälter nehmen nicht nur aufgrund ihrer zentralen Rolle im System und vergleichsweise gute Zugänglichkeit eine besondere Stellung ein. Durch die gewollte Speicherung stellen sie wegen der sich baulich ergebenden geringeren Durchflussgeschwindigkeiten, verlängerten Verweildauer, großen Oberflächen und Sedimentbildung sowie Sauerstoffeinfluss auch typische Risikobereiche für mikrobiologisches Wachstum dar [22]. 3.3 Strukturierte Vorgehen bei Ursachenanalyse und Beseitigung im Kontaminationsfall Die neue UBA-Empfehlung von Januar 2025 [23] integriert Erkenntnisse der letzten 15 Jahre (Vorgängerver- 66 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement sion von 2009). Sie skizziert ein strukturiertes Vorgehen zur Ursachenanalyse im Falle von Nachweisen von coliformen Bakterien im Versorgungssystem. Damit soll ein bundesweit einheitlicher Umgang mit Positivbefunden erreicht werden, der auch auf Probleme mit anderen Spezies übertragen werden kann. Das allgemeine Vorgehen zur Bewertung umfasst neben gezielter Ursachenklärung auch eine unverzügliche Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse, zusätzliche Probennahmen mit erweitertem Parameterumfang sowie die Analyse von Umfang und Ausmaß des Ereignisses. Dadurch werden fundierte Informationen gewonnen, die eine faktenbasierte Beurteilung geeigneter Abhilfemaßnahmen ermöglichen. Zudem lassen sich so mögliche Gesundheitsgefährdungen identifizieren, die als Grundlage für Entscheidungen über notwendige Sofortmaßnahmen sowie für die Abstimmung zur Information der Verbraucher dienen. Zugleich betont die UBA-Empfehlung die adäquate Berücksichtigung von individuellen Umständen in jedem Einzelfall. Prinzipiell unterscheidet das UBA-Papier das strategische Vorgehen bei Störfällen „mit bekannter oder vermuteter Ursache“, auf die in der Regel schnell und zielgerichtet reagiert werden kann, um das Problem zu beseitigen, von solchen „ohne bekannte Ursache“ [23]. In letzterem Fall sind Lokalisation und Ursachenermittlung erfahrungsgemäß mit deutlich mehr Zeit und Aufwand verbunden, was die Kontaminationsbeseitigung verzögert. Es müssen verschiedene in Betracht kommende Ursachen evaluiert werden, darunter der bauliche und betriebliche Zustand des betroffenen Versorgungsabschnitts sowie mögliche, kurz zuvor in Fließrichtung vorgelagerte Eingriffe. Besonders im Falle unbekannter Ursachen können die Dokumentationen des Monitorings an CCPs des Risikomanagements wertvolle Zusatzinformationen zumindest zur Ursachenlokalisation, wenn nicht gar zu ihrer Identifikation liefern. Da sowohl der externe Eintrag als auch das systeminterne Wachstum von Coliformen - ebenso wie von anderen Krankheitserregern - im Rahmen eines effektiven Multibarrierensystems bzw. Risikomanagements unerwünscht sind, muss in jedem Fall die Ursache einer Kontamination ermittelt und beseitigt werden [23]. Folgerichtig ist nach Auffassungen von Hygiene-Experten und auch des UBA ein vereinzelter Coliformen-Nachweis im Verteilungsnetz kritisch zu sehen. Dies gilt besonders, wenn es prioritäre Einrichtungen im betroffenen Bereich gibt [22]. Die UBA-Empfehlung unterstreicht damit die Notwendigkeit, unerwünschte mikrobielle Wachstumsprozesse im Verteilnetz konsequent zu verhindern oder zeitnah zu beseitigen. Entsprechendes gilt für andere temperatursensitive wasser-bürtige Erreger, darunter nicht nur die in behördliche Überwachung einbezogenen Parameter Koloniezahl 22/ 36 °C, P.-aeruginosa oder Legionellen [24]. Um systemische Kontaminationen zu vermeiden, muss jeder einzelne Positiv-Befund ernstgenommen werden. „Die wiederholt beobachtete Praxis, dass wiederkehrende Einzelnachweise nicht weiter nachverfolgt werden, wenn die nachfolgende Untersuchung keine Grenzwertüberschreitung mehr zeigt, ist nicht zielführend“ [23]. Räumliche und zeitliche Variationen in Befunden entstehen schon dadurch, dass jede Probennahme nur eine sehr kleine Zufallsstichprobe aus einem großen Wasservolumen ist, in dem Bakterien nicht gleichverteilt vorliegen. Mikroorganismen neigen dazu, sich aneinander und an Grenzflächen anzulagern. Die Mehrheit von ihnen kann sich selbst bewegen, und wird nicht wie chemische Stoffe über Diffusionskräfte homogen im Wasser verteilt. Zudem ist das Wachstum der Bakterien im Kultivierungsverfahren vom Stresszustand der „eingefangenen“ Zellen abhängig. Viele Coliforme sind in der Lage, VBNC-Stadien zu bilden, wie viele andere Umweltbakterien auch [25]. Das UBA weist darauf hin, dass bei geringen, kontinuierlichen Einträgen von außen oder aus Biofilmen diskontinuierliche Nachweise aufgrund der Verdünnung im System zu erwarten sind - ein Phänomen, das auch trotz Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik im Betrieb und der Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen beobachtet wird. Risikobewertung und Ursachenbeseitigung sind auch in solchen Fällen unabdingbar [23]. Neben einer räumlich-strategischen intensiven Beprobung des Trinkwassers im Falle von Positiv-Befunden, die eine ggf. bereits bestehende Verteilung der Kontamination im Versorgungsnetz nachvollziehbar macht (z. B. Ringleitungen, Abzweige, Knotenpunkte) und im günstigen Fall bis auf ihren Ursprung zurückverfolgt werden kann, eignen sich besonders die im Rahmen des WSPs bzw. Risikomanagements definierten CCPs des Versorgungssystems aufgrund der vordefinierten Kriterien und dem regelmäßigen Monitoring unterstützend für die Ursachensuche und Kontaminationsbewertung. Auch die Behälterkontrolle ist sinnvollerweise einzubeziehen. Kontaminationsfälle mit kausalem Zusammenhang zwischen Trinkwasserinstallationen und Behältern der Trinkwasserspeicherung sind der Fachwelt bekannt. Die Kontaminationsursache kann dabei sowohl hier wie dort liegen. Festgestellte bzw. lokalisierte Kontaminationen im Rohrnetz sowie im Trinkwasserspeicher müssen entsprechend allgemein anerkannter Regeln der Technik [u. a. 8, 26] beseitigt werden. 3.4 Trinkwasserbehälter als kritische Kontrollpunkte 3.4.1 Sinnvolle Prüfkriterien bei Trinkwasserspeichern Wesentliche Faktoren für Mikroorganismenwachstum und damit Stellschrauben im Biofilm-Management sind Oberflächenbeschaffenheit, Nährstoffe, Temperatur, und Stagnation [9]. Letztere ist durch die gewollte Funktion der Trinkwasserspeicher nicht zu vermeiden. Temperaturanstiege ergeben sich durch die Stagnation, bei guter Anlagendämmung aufgrund der geringeren Querschnitte vermutlich aber in relevantem Maße durch Aufwärmung im vorgelagerten Versorgungssystem, denn im Trinkwasserspeicher selbst. Durch Temperaturkontrollen lassen sie sich aber einfach überprüfen. Steigende Temperatur des Trinkwassers in der Wasserkammer bedeutet auf jeden Fall ein erhöhtes Risiko der Biofilmbildung 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 67 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement in Behälter und auch nachgelagertem Versorgungsnetz. Messungen in Zulauf- und Ablauf der Wasserkammer geben dabei Aufschluss, ob die Erwärmung in der Wasserkammer stattfindet oder bereits erwärmtes Trinkwasser eingebracht wird. Ebenso existieren bereits online-Messysteme die Nährstoffgehalte anzeigen oder für einfach bestimmbare physiko-chemische Parameter, die auf Mikroorganismenwachstum selbst schließen lassen. Dazu gehören Trübung, pH-Wert oder Leitfähigkeit. Oberflächenbeschaffenheit und Nährstoffe lassen sich neben korrekter Materialauswahl bereits in der Bauphase über die Instandhaltung der Trinkwasserbehälter und insbesondere der Lüftungsanlagen und Wasserkammern beeinflussen. Detaillierte Angaben zu ordnungsgemäßer Instandhaltung sind im Standardwerk von Merkl (2024) nachzulesen, inzwischen in der 4. aktualisierten und erweiterten Auflage. Dazu gehören u. a. regelmäßige Sichtprüfungen in die geschlossene Wasserkammer, um bereits kritisches (da sichtbares) Biofilmwachstum an den Wandungen oder auch als Kahmhaut auf der Wasseroberfläche oder Sedimentakkumulation zu erkennen, sowie auch eine mindestens jährliche Begehung der Wasserkammer [27], mit selbstverständlich nachfolgender Reinigung und Desinfektion. Regelmäßige Trinkwasseranalysen auch am Behälter steigern die Sicherheit hygienisch einwandfreien Wassers. Jedes Ergebnis sollte ernst genommen werden, auch wenn es unbequem ist. Eine Fehlinterpretation von vereinzelt auftretenden Positiv-Befunden als „unbedeutender Ausreißer“ [s. a. 23] oder Vertrauen in vermeintlich „guten“ Biofilm birgt dabei die Gefahr, systemische Kontaminationen zu übersehen. Abb. 3: Wasserkammer eines Trinkwasserbehälters - kritischer Kontrollpunkt (CCP) im Rahmen des Risikomanagements: Kontamination erkannt, Gefahr gebannt - sofern fachgerecht gereinigt wird. Engmaschigere Kontrolle und Intervention senkt das Risiko bzw. macht es beherrschbar. (Foto: mit freundlicher Genehmigung von CARELA ® ) 3.4.2 Korrekturmaßnahmen im Trinkwasserspeicherbehälter Obwohl es keine wissenschaftlich fundierte Evidenz dafür gibt, wird von verschiedenen Stellen und Akteuren suggeriert, der „stabile Biofilm“ in den Regeln des DVGW [8] sei ein „guter“ Biofilm. Diese Sichtweise legt nahe, dass ein solcher Biofilm das Wachstum von Krankheitserregern im System sicher verhindere und daher als Zeichen einer sicheren Infrastruktur gewertet werden könne. Die Interpretation, ein stabiler Biofilm sei per se schützend und ungefährlich, wird in Wissenschaftskreisen jedoch eindeutig widerlegt [z. B. 9]. Legionellen, Pseudomonaden, Coliforme u. a. können sich entsprechend der Ausführungen oben auch in den als „stabile Biofilme“ bezeichneten Belägen unerkannt vermehren, sofern sie nicht an die Wasserphase abgegeben werden, weil eine entsprechende Bakteriendichte erreicht ist. Einmal im Biofilm als Kontamination etabliert, sind unerwünschte Mikroorganismen und insbesondere Krankheitserreger jedoch nur sehr schwer wieder selektiv zu eliminieren. In Stagnationszonen wachsen Biofilme besonders gut, auch schon bei geringeren Temperaturen. Damit auch in Wasserkammern. Dem Wachstum von Erregern kann effektiv vorgebeugt werden, indem Biofilme bzw. deren Wachstum insgesamt minimiert werden. Flemming und Kollegen stellten u. a. wegen dieser Erkenntnisse die Forderung auf, das Biofilm-Management müsse „stärker in den technischen Regelwerken berücksichtigt werden“ [9]. Wo die oben genannten Stellschrauben für Organismenwachstum bzw. Biofilmbildung sich nicht weiter optimieren lassen, sind ein engmaschiges Monitoring und Korrekturmaßnahmen umso bedeutender. Reinigung und Desinfektion stellen geeignete Maßnahmen zur Prävention von Verunreinigungen und (begleitende) Korrekturmaßnahmen dar [Abb.-3]. Ihnen kommt eine entscheidende - und zunehmend wichtigere - Rolle für die Sicherstellung hygienisch einwandfreien Trinkwassers zu. Auch das aktuelle Technische Regelwerk betont die Bedeutung solcher Maßnahmen: „Die Reinigung und Desinfektion von Anlagen und Einrichtungen, die mit Trinkwasser in Berührung kommen, liefert einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung einer einwandfreien Trinkwasserqualität“. Explizit empfohlen werden „periodische Reinigungen, bevor Trübungen entstehen“ [8]. Die vorsorgliche Reinigung, erst recht die von Trinkwasserbehältern, ist damit anerkannter Teil des Risikomanagements entlang der Trinkwasserversorgungskette von Quelle bis Zapf hahn, wie die neue EU-Trinkwasserrichtlinie es vorschreibt. Sie sollte daher ebenso als überwachter CCP ein Baustein des Risikomanagements und Bestandteil im Wassersicherheitsplan eines jeden Trinkwasserersorgungssystems sein [28]. Davon unberührt bleibt die Notwendigkeit einer Reinigung mit ggf. anschließender Desinfektion im Sanierungsfall bei akuten Problemen [26]. Wasser allein ist dabei nicht in der Lage, festsitzende Kontaminationen - Inkrustierungen, Biofilme und dergleichen - zu mobilisieren und zu beseitigen. Denkt man an das alltägliche Hände- oder Wäschewa- 68 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement schen, wird dies schnell klar. Auch eine mechanische Reinigung - im Alltagsvergleich das Reiben der Hände bzw. Walken der Wäsche - hilft nur bedingt gegen Verschmutzungen, sprich Biofilm und Ablagerungen. Im besten Fall ist ein optischer Effekt „sauberer“ Hände oder Wäsche erzielt. Für ein hygienisch zufriedenstellendes Ergebnis - im Haushaltskontext Hände bzw. Wäsche frei von Krankheitserregern - benötigt man Detergenzien - im Haushalt zumindest Seife bzw. Waschmittel oder Hygienereiniger, ggf. noch zusätzlich Desinfektionsmittel. Ähnlich gelagert ist es mit dem Reinigen wassertechnischer Anlagen. Allein mit Wasser, also Ab- und Ausspülen ausschließlich losen Materials, ist dies zum Scheitern verurteilt. Mechanische Hilfsmittel können eine Grobreinigung darstellen. Gebundene, festsitzende Beläge müssen jedoch anderweitig abgelöst werden. Gute Reinigungsmittel weisen eine effektive Wirksamkeit auf und sind abgestimmt auf die jeweils zu entfernenden Oberflächenanhaftungen und abgesetzten Sedimente verbauten Materialien, angewendete Reinigungstechnik, usw. Nur diese können zuverlässig Biofilm und weitere Beläge angreifen und lösen, und damit die mit bloßen Augen nicht sichtbaren Mikroorganismen und Krankheitserreger sicher beseitigen. Im Bedarfsfall können persistierende Mikroorganismen anschließend (! ) durch Desinfektion effektiv abgetötet bzw. inaktiviert werden. Daher ist eine gute, fachmännisch durchgeführte Reinigung der Trinkwasserkammern nach jeder Begehung wesentlich für eine gute Trinkwasserhygiene, und eine Desinfektion - sofern zusätzlich notwendig - erst in Kombination mit vorangehender Reinigung sinnvoll, wirksam und effektiv [26, 28]. Räumlich lokalisiert im Subsystem Versorgungssystem stellt korrekte Behälterreinigung also aktiven Gesundheitsschutz und nachhaltiges Risikomanagement dar. 4. Fazit In der deutschen Trinkwasserversorgung ist Risikomanagement im Sinne von Prävention bereits seit langem traditionell durch Vorsorgeprinzip, Minimierungsgebot, Multibarrierenprinzip und Indikatorprinzip verankert. Ein modernes Risikomanagement in der Wasserversorgung unter Berücksichtigung des Water Safety Plan-Konzepts der WHO, wie es die EU-Richtlinie 2020 und die Trinkwasserverordnung 2023 fordern, ist wichtig, um trinkwasserhygienische Beeinträchtigungen nicht nur zu minimieren, sondern ungünstige Veränderungen schon frühzeitig zu erkennen und so insbesondere hygienischmikrobiologische Gesundheitsgefahren effektiv zu kontrollieren. Steigenden Wassertemperaturen - nicht nur im Zuge des Klimawandels - erfordern eine Anpassung der Instandhaltungs- und Überwachungsmaßnahmen auch in Trinkwasserbehältern, um die hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität bis hin zum Verbraucher nachhaltig zu sichern. Kontinuierliches Risikomanagement, das nicht nur technische Aspekte, sondern im Sinne der Water Safety Plans auch hygienische und damit gesundheitsorientierte Sicherheit verfolgt, ist ein wichtiger Schlüssel zu nachhaltig gesundem, weil qualitativ und quantitativ sicherem Trinkwasser. Jeder Versorger muss die für sein Verteilungsnetz relevanten kritischen Kontrollpunkte individuell entsprechend der Systemcharakteristik definieren. Strategisch günstige CCPs stellen dabei in jedem Falle die Trinkwasserspeicher dar, weil Behälterkontrollen, aufgrund der besseren Zugänglichkeit anders als im Rohrnetz, vergleichsweise einfach durchzuführen sind. Neben präventiven Maßnahmen ist insbesondere im Kontaminationsfall die Ursachenanalyse und -beseitigung entscheidend, um das Wachstum umwelt-bürtiger Krankheitserreger zu kontrollieren. Das in der neuen UBA-Empfehlung von Januar 2025 skizzierte strukturierte, Vorgehen wie im Falle von Nachweisen von coliformen Bakterien im Versorgungssystem für einen bundesweit einheitlichen Umgang mit Positivbefunden kann dabei auf andere Spezies übertragen werden Das WSP-Konzept bietet einen systematischen Rahmen für die kontinuierliche Sicherung der Trinkwasserqualität unter Einbeziehung aller relevanten Risiken. Die Definition und Bewirtschaftung Kritischer Kontrollpunkte erlaubt es, besondere Schwachstellen wie Trinkwasserbehälter gezielt zu überwachen und Risiken präventiv zu kontrollieren. Damit wird das Konzept zu einem wesentlichen Werkzeug im Kontext von Klimawandel, demografischem Wandel und gestiegenen hygienischen Anforderungen. Durch die frühzeitige Erkennung problematischer Entwicklungen, welche zu hygienischen Problemen führen können, und adäquates Gegensteuern wird auch korrekte Reinigung von Rohrnetzen und Behältern entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik an Bedeutung gewinnen. Literatur [1] Richtlinie (EU) 2020/ 2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Neufassung) (Trinkwasser-Richtlinie). [2] Zweite Verordnung zur Novellierung der Trinkwasserverordnung (Trinkwasserverordnung - TrinkwV): BGBl. 2023 1 Nr. 159 vom 23.06.2023. [3] Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (Trinkw EGV): BGBl. 2023 I Nr. 346 vom 4.12.2023. [4] Weltgesundheitsorganisation (Hrsg.) (2023): Water safety plan manual: step-by-step risk management for drinking-water suppliers. Genf. 2.- Auflage. URL: https: / / www.who.int/ publications/ i/ item/ 97 89240067691 [5] Hammes, F. et al. (2008): Flow-cytometric total bacterial cell counts as a descriptive microbiological parameter for drinking water treatment processes. In: Water Research 42 (1/ 2): 269-277. doi: 10.1016/ j.watres.2007.07.009 [6] Calero Preciado, C. et al. (2021): Implications of Climate Change: How Does Increased Water Temperature Influence Biofilm and Water Quality of Chlorinated Drinking Water Distribution Systems? Frontiers in Microbiology 12: 658927. doi: 10.3389/ fmicb.2021.658927 8. Kolloquium Trinkwasserspeicherung in der Praxis - September 2025 69 Trinkwasserhygiene und Klimawandel - Trinkwasserbehälter als neuralgische Punkte im multidisziplinären Risikomanagement [7] Rühling, K. et al. (2018): EnEff: Wärme - Verbundvorhaben Energieeffizienz und Hygiene in der Trinkwasser-Installation im Kontext: DHC Annex TS1 ”Low Temperature District Heating for Future Energy Systems“ (Akronym: EE+HYG@TWI). Koordinierter Schlussbericht. URL: https: / / tu-dresden.de/ ing/ maschinenwesen / iet/ gewv/ forschung/ forschungsprojekte/ eneff_waerme_ee_hyg_twi [8] DVGW (2021): W 291 Arbeitsblatt 2021-12 Reinigung und Desinfektion von Wasserversorgungsanlagen. [9] Flemming, H.-C. et al. (2014): Erkenntnisse aus dem Projekt „Biofilm-Management“. Thesenpapier. [10] Exner, M. et al (2024): Mitteilung der DGKH bei systemischer Kontamination des Trinkwassers mit Coliformen. Hygiene & Medizin 49 (12): 285-287. [11] Weltgesundheitsorganisation (2024): WHO Bacterial Priority Pathogens List. 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