eJournals Schmierstoff + Schmierung7/1

Schmierstoff + Schmierung
sus
2699-3244
expert verlag Tübingen
Es handelt sich um einen Open-Access-Artikel, der unter den Bedingungen der Lizenz CC by 4.0 veröffentlicht wurde.http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/sus71/sus71.pdf0427
2026
71

Neues aus dem Verband

0427
2026
sus710035
35 Schmierstoff + Schmierung · 7. Jahrgang · 1/ 2026 neues Aus deM VerBAnd UNITI unterstützt Branchenstandard: Die neue UEIL/ ATIEL-PCF-Methodik schafft eine harmonisierte und zertifizierte Grundlage für die Schmierstoffbranche Die Ermittlung des Product Carbon Footprint (PCF) von Schmierstoffen ist aufgrund der vielschichtigen petrochemischen und industriellen Wertschöpfungsketten mit erheblichen methodischen Herausforderungen verbunden. Vor diesem Hintergrund hat das ATIEL/ UEIL Joint Sustainability Committee eine neue Methodik entwickelt, die erstmals einen europaweit harmonisierten, technisch fundierten und zertifizierbaren Ansatz bietet. Dieser Standard schafft Klarheit hinsichtlich der Datenerhebung, Bearbeitung und Berechnung und erleichtert es Unternehmen, die CO₂-Bilanz von Schmierstoffen konsistent und international vergleichbar abzubilden. Neben zahlreichen Akteuren aus UNITI-Mitgliedsunternehmen waren auch Vertreter des Fachbereichs Schmierstoffe - darunter Dr. Stephan Baumgärtel, Dr. Maren Ohnesorge und Elisabeth Götze - im UEIL/ ATIEL Joint Sustainability Committee fachlich mit eingebunden und haben die Arbeiten aus Sicht der Verbandsmitglieder unterstützt. Die im Jahr 2025 veröffentlichten Ergebnisse umfassen eine umfassende Vergleichsstudie, die die neue Methodik in den Kontext internationaler Standards wie Catena-X, TfS und API einordnet, sowie den Leitfaden „Lubricants & Greases End of Life: Sustainable Best Practices“. Dieser beleuchtet wesentliche Aspekte eines nachhaltigen End-of- Life-Managements und adressiert sowohl regulatorische Entwicklungen als auch strategische Anforderungen an kreislauffähige Schmierstoffportfolios. Ergänzend wurde ein Web-Seminar durchgeführt, das die praktische Umsetzbarkeit der Konzepte vertiefte. Die hohe fachliche Qualität der Methodik wurde zudem im Dezember 2025 zudem durch eine erneute Zertifizierung durch TÜV Rheinland Energy GmbH bestätigt. Damit ist sichergestellt, dass der Ansatz weiterhin den Anforderungen internationaler Normen wie ISO 14067 sowie dem GHG Protocol Product Standard entspricht und den aktuellen Stand von Wissenschaft und Industriepraxis abbildet. Durch die Methodik entsteht für die Schmierstoff branche ein neues Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit, das nicht nur für regulatorische Berichtspflichten, sondern auch für unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategien von essenzieller Bedeutung ist. Sie trägt maßgeblich dazu bei, eine fachlich solide Grundlage für die Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken. Weiterer Meilenstein für PCF-Methodik der Schmierstoffindustrie Die gemeinsam von ATIEL und UEIL entwickelte Methodik zur Berechnung von Product Carbon Footprints (PCF) für Schmierstoffe, Fette und Spezialprodukte wurde erfolgreich durch TÜV Rheinland rezertifiziert. Die Methodik stellt einen praxisnahen, ISO 14067-konformen Rahmen dar und unterstreicht das kontinuierliche Engagement der Branche für Transparenz, Vergleichbarkeit und Harmonisierung von CO₂-Daten. Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Integration der Methodik in das Catena-X PCF-Regelwerk. Mit der geplanten Veröffentlichung der Version 4.1 im dritten Quartal 2026 wird die ATIEL-/ UEIL-Methodik dort offiziell als zulässig anerkannt - vorausgesetzt, die spezifischen Anforderungen von Catena-X werden vollständig berücksichtigt. Dies ermöglicht künftig einen konsistenten und interoperablen Austausch von PCF-Daten entlang der automobilen Wertschöpfungskette und stärkt die Anschlussfähigkeit der Schmierstoffindustrie an zentrale industrielle Datenökosysteme. Die Entwicklungen verdeutlichen die zunehmende Bedeutung standardisierter CO₂-Bewertungsmethoden als Grundlage für regulatorische Anforderungen, Kundenanforderungen und nachhaltige Produktstrategien. »«