Schmierstoff + Schmierung
sus
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expert verlag Tübingen
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Angespannte Grundölversorgung erhöht den Druck auf die Schmierstoffindustrie
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Stephan Baumgärtel
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5 Schmierstoff + Schmierung · 7. Jahrgang · 2/ 2026 FacHartikEl Angespannte Grundölversorgung erhöht den Druck auf die Schmierstoffindustrie Dr. Stephan Baumgärtel Die Versorgung mit Grundölen für die Schmierstoffindustrie hat sich seit dem Frühjahr 2026 deutlich verschärft. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern treffen mehrere Entwicklungen gleichzeitig aufeinander: die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten, eingeschränkte Raffineriekapazitäten in Asien sowie eine wirtschaftlich bedingte Verlagerung der Raffinerieproduktion zugunsten von Diesel und Flugkraftstoffen. Besonders betroffen sind Grundöle der API-Gruppen II und III, die für moderne Hochleistungsschmierstoffe unverzichtbar sind. Steigende Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette Da Grundöle den weitaus größten Anteil in Schmierstoffformulierungen ausmachen und auch als Trägermedium für fertig formulierte Additivpakete dienen, wirken sich Preissteigerungen unmittelbar auf die Herstellungskosten aus. Hinzu kommen höhere Ausgaben für Transport, Verpackung und Logistik als folge gesteigerter Kraftstoffkosten sowie Rohstoffkosten für Verpackungen. Je nach Produkt, Rezeptur und Lieferkette können sich dadurch längere Lieferzeiten oder auch eine eingeschränkte Verfügbarkeit ergeben. Mehrere Ursachen verstärken sich gegenseitig Die derzeitige Marktlage ist nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen. Vielmehr verstärken sich mehrere Faktoren gegenseitig: eingeschränkte Lieferungen aus dem Persischen Golf, begrenzte Ausweichmöglichkeiten durch asiatische Produzenten und eine reduzierte Verfügbarkeit alternativer Grundölqualitäten. Dadurch steigt die Unsicherheit in den internationalen Lieferketten. Unternehmen setzen auf flexible Beschaffung Hersteller beobachten die Marktentwicklung aufmerksam und prüfen alternative Bezugsquellen sowie - soweit technisch zulässig - geeignete Ersatzprodukte. Welche Auswirkungen die Situation auf Preise, Lieferzeiten oder einzelne Produktgruppen hat, hängt jedoch von den jeweiligen Beschaffungsstrukturen und technischen Anforderungen ab. Ausblick Eine rasche Entspannung der Lage ist derzeit nicht absehbar. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich von der geopolitischen Situation, der Verfügbarkeit von Transportwegen und der Auslastung internationaler Raffinerien abhängen. Experten gehen davon aus, dass die Versorgungslage in den kommenden Monaten volatil bleiben dürfte. Für ihre Mitglieder hat die UNITI dazu ein Informationspapier erstellt, welches das Thema etwas ausführlicher beleuchtet. »« Eingangsabbildung: © Corona Borealis - stock.adobe.com 5 Schmierstoff + Schmierung · 7. Jahrgang · 2/ 2026 FacHartikEl Dr. Stephan Baumgärtel Nach dem Studium der Chemie war Dr. Baumgärtel in verschiedenen Positionen in Frankreich, Deutschland und England in Forschung und Entwicklung von Schmierstoffen für einen internationalen Konzern tätig, bevor er 2010 die Position des Geschäftsführers beim beim Verband Schmierstoff-Industrie übernommen hat. Seit 2025 ist er Leiter Schmierstoffe bei der UNITI.
