eJournals Vox Romanica 66/1

Vox Romanica
vox
0042-899X
2941-0916
Francke Verlag Tübingen
Es handelt sich um einen Open-Access-Artikel, der unter den Bedingungen der Lizenz CC by 4.0 veröffentlicht wurde.http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/121
2007
661 Kristol De Stefani

Reinhold R. Grimm/Peter Koch/Thomas Stehl/Winfried Wehle (ed.), Italianità. Ein literarisches, sprachliches und kulturelles Identitätsmuster, Tübingen (Narr) 2003, viii + 301 p.

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2007
Edeltraud  Werner
vox6610275
parti di discorso che esibiscono un comportamento verbale, sia che reggano un argomento interno (a cui assegnano un ruolo semantico e con cui costituiscono una frase minima) sia che non reggano alcun complemento (e dunque si comportino come verbi intransitivi o zerovalenti). Una delle classi di elementi incluse nella categoria è naturalmente quella delle interiezioni; nello specifico, le possibili strutture argomentali di ecco riceverebbero le seguenti rappresentazioni sintagmatiche 18 : [[Ø] SN [ecco pV ] SV ] F ,[[Ø] SN [ecco pV [mi] SN ] SV ] F, e, con riferimento a uno degli esempi trattati, [[Ø] SN [ecco pV [come annò er fatto] SC ] SV ] F (Trilussa, 93). La citazione esplicita da parte di Spitzer di una forma con clitico incorporato (eccomi, v. sopra) coglie inoltre la proprietà essenziale che distingue ecco dagli altri paraverbi - rendendolo rispetto a questi più vicino alla categoria verbo -, ossia l’incorporazione di un argomento pronominalizzato mediante un clitico (si confronti, ad esempio, eccomi con *evvivami, *accidentimi, *graziemi, ecc.). Già da questa fugace discussione di tratti, condotta in parte seguendo lo stile citazionale e spesso frammentario dell’autore, si possono dunque riconoscere il carattere eminentemente anticipatore e le implicazioni prognostiche dell’opera. Molti, tuttavia, rimangono i percorsi d’analisi in attesa d’essere intrapresi. Per concludere con le parole di uno dei due curatori dell’edizione italiana (Caffi, 34), «per chi avrà la pazienza di leggerla con attenzione, [l’opera] sarà una miniera di spunti e di intuizioni che attendono di essere sviluppati». Massimo Cerruti, Adrian Stähli 19 ★ Reinhold R. Grimm/ Peter Koch/ Thomas Stehl/ Winfried Wehle (ed.), Italianità. Ein literarisches, sprachliches und kulturelles Identitätsmuster, Tübingen (Narr) 2003, viii + 301 p. Der Sammelband enthält Beiträge zum Eichstätter Italianistentag und umfasst eine Reihe von Aufsätzen von Sprach- und Literaturwissenschaftlern, die sich das Konzept der (sprachbezogenen) italianità aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive im Spannungsfeld von Selbst- und Fremdbildnissen anverwandelt haben. Als zentrale Ausdrucksform dieser sprachlichen italianità wird in Einbeziehung der historisch-kulturellen Dimension regionaler Identität(en) das Mit- und Ineinander von unità und varietà gesehen. Der Band umfasst zehn sprachwissenschaftliche und acht literaturwissenschaftliche Beiträge, die ein weites Spektrum der mit dem Konzept der italianità verbundenen Thematiken bieten: In der sprachwissenschaftlichen Sektion handelt es sich um die Beiträge von Í arko Mulja c i ú , «Was bedeutet(e) italoromanisch, Italoromanisch, Italoromania? » (1-13); Barbara Frank-Job, «Romana lingua - vulgare illustre - italiano. Kategorisierungen der Muttersprache in Italien» (15-38); Corrado Grassi, «Formazione, diffusione e aspetti del concetto di italianità linguistica nei gruppi dialettofoni storici» (39-48); Sarah Dessì Schmid, «Il genio della lingua italiana» (49-64); Waltraud Weidenbusch, «Lingua und dialetto in der Questione della lingua im 18. und 19. Jahrhundert» (65-86); Gerald Bernhard, «Jugendsprache, italianità und kulturelle Identität» (87-96); Franz Rainer, «Italico und italienische Autostereotype» (97-114); Claudia M. Riehl, «Italianità als Problem: Minderheiten und nationale Identität» (115-32); Rita Franceschini, «Italianità di moda e adozione linguistica nei paesi germanofoni: valenze moderne di una lingua minoritaria» (133-48); 275 Besprechungen - Comptes rendus 18 La categoria del paraverbo è qui indicata con pV. 19 Sebbene il lavoro sia frutto di un’impostazione comune, l’attribuzione dei paragrafi va così intesa: §1. Adrian Stähli, §2. Massimo Cerruti. Christoph Schwarze, «Grammatische und lexikalische Italianität» (149-62). Die literaturwissenschaftliche Sektion umfasst Beiträge von Hermann H. Wetzel, «Italiens Lieux de mémoire. Versuche der Identitätsstiftung» (163-78); Barbara Vinken, «Ad fontes, ad fundamentum: Petrarca und die Frage nach dem Grund» (179-90); Susanne Heiler, «Ser picaro zwischen Italianità und Hispanidad. Italienische und spanische Identitätskonzepte und die Rezeption der novela picaresca im Seicento» (191-220); Friedrich Wolfzettel, «Künstlerautobiographie und Identitätsproblematik im italienischen Ottocento» (221-40); Manfred Hinz, «Manzonis Konstitution der Nationalliteratur.Von der Urfassung des Adelchi zum historischen Roman» (241-56); Peter Kuon, «Ritti sulla cima del mondo . . . Italianità im Umkreis des Futurismus» (257-70); Rudolf Behrens, «Gebrochene Italianità. Das Bild der Grenze als Konstituens Triestiner Identität» (271-90); Manfred Hardt, «Italianità im Spiegel der italienischen Literatur der Gegenwart» (291-301). Im folgenden wird auf die sprachwissenschaftliche Sektion ausführlicher eingegangen. Íarko Muljaciú liefert eine terminologie- und referenzgeschichtliche Untersuchung zu der formalen Triade italoromanisch (Adj.), Italoromanisch (Subst.) und Italoromania im Vergleich zu scheinbar analogen Bildungsmustern wie Iberoromanisch, Galloromanisch, Rätoromanisch etc. Er stellt heraus, dass die thematisierte Benennungstrias gerade in Italien eher unpopulär sei. Verf. weist über ein Kapitel zu den verschiedenen Italiae in der Geschichte des Choronyms in einem vertiefenden Resümee der Salzburger Dissertation von Sobielle darauf hin, dass der Trias kein genau definierbarer Referent zuordenbar sei, da weder das mit Italien gemeinte Land in Geschichte und Gegenwart stabil sei, noch - anders etwa als bei Galloromanisch und bei Iberoromanisch - ein die gesamte Region kennzeichnendes Bevölkerungssubstrat existiere. Barbara Frank-Job wendet sich aus einem anderen Blickwinkel der Entwicklung der Benennung romanischer Volkssprachen zu. Neben der Darstellung erster Ansätze zur Kategorisierung der Volkssprache in der mittelalterlichen Galloromania geht es mit Blick auf Italien in einer metahistorischen Untersuchung um die Herausarbeitung von Regelhaftigkeiten in der Kategorisierungspraxis historischer Sprecher mit Sicht auf das eigene sprachliche Handeln. In zwei einleitenden methodenorientierten Kapiteln werden Mündlichkeit, distinkte Wahrnehmung und Typisierung als Voraussetzung für Kategorisierungen als Beschreibungsparameter eingeführt. Im Kern geht es um eine operationalisierte Fassung der Entstehung und Entwicklung von (Volks)- Sprachbewusstsein. Die ursprüngliche Benennung einer lingua romana vollziehe sich auffälligerweise immer in einem germanisch-romanischen Kontext, was den Schluss nahe lege, das Romanische, genau wie das Germanische, als eigenständige Sprache neben dem Lateinischen zu sehen, und zwar als Eigenschaften ihrer Träger. Während in der Galloromania romanus für die sprachliche Kategorisierung gewählt wurde, sei dies in Italien vulgaris lingua und dann volgare gewesen. Die Darlegungen und Interpretationen sind sehr differenziert. Verf. rückt denn auch die von Migliorini begründete Zuordnung von patrio ore und nativa lingua in den Gestae Berengarii (915) zu Latein und volgare zurecht, indem sie die These vertritt, das Paar beziehe sich tatsächlich auf Germanisch als der Vatersprache Berengars und auf das volgare der ansässigen Bevölkerung. Den Abschluss des Beitrags bildet die Entwicklung der Konzeptualisierung einer lingua toscana aus dem volgare illustre heraus. Insgesamt handelt es sich um anregende und für alte Klischees neue Interpretationen und Einsichten. Corrado Grassi wendet sich der Herausbildung und Verbreitung des Konzepts der italianità bei historischen Dialektsprechern zu. Es handelt sich hierbei um einen soziolinguistischen Beitrag zum Turin der 1930er Jahre, der dem Bewusstsein und der Einschätzung des dialetto torinese verglichen mit dem italiano sowohl in mündlichen wie auch in literarisch-schriftlichen Domänen (am Beispiel Pavese und Fenoglio) nachgeht. Generell wird ein weites Forschungsfeld aufgewiesen. Sarah Dessì-Schmidt rückt das Konzept des genio della lingua italiana bei Algarotti und in der zeitgenössischen Diskussion in den 276 Besprechungen - Comptes rendus Mittelpunkt ihrer kenntnisreichen Betrachtungen und behandelt es im Blick auf den die Zeit bestimmenden Antagonismus von Rationalismus und Sensualismus. Über die Behandlung des Begriffs des genio im sprachbezogenen Sinn und die in ihm implizierten Thematiken allgemein, geht Verf. auf dieses Konzept in Algarottis sprachbezogenen Schriften ein, um schließlich in einer Art Zusammenschau die Bedeutung des Algarottianischen Konzepts für die aktuelle Polemik zu Identität und Sprachentwicklung zu veranschaulichen. Der Aufsatz dokumentiert zudem eine hervorragende Kenntnis der historisch-systematischen intellektuellen Zusammenhänge mit den Querverbindungen zur Diskussion in Frankreich. Waltraud Weidenbusch untersucht in ihrem Beitrag in Belegmaterialien aus dem 18. und 19. Jahrhundert die Alterität von lingua und dialetto unter Einbeziehung von favella, linguaggio, idoma, parlare und volgare. Die Termini werden aus den Perspektiven Diatopie, Rhetorik, Diastratie und Diaphasie abgeklopft und durch Zitate für die Interpretation gestützt. Neben zahlreichen stabilen Diskussionstopoi stellt Verf. für ihren Zeitraum auch Veränderungen fest wie etwa die Abkehr von einer ästhetischen hin zu einer philosophischen Diskussion oder die Natur als Bewertungsmaßstab für Dialekte und damit deren Aufwertung. Gerald Bernhard stellt die Jugendsprache in einem kurzen Beitrag in den Fokus von italianità und kultureller Identität. Am Beispiel des römischen Hip-Hop- Sängers Er Piotta wird das von diesem verwendete romanaccio auf seinen Dialektalitätsgrad hin untersucht sowie seine Rolle für die italienischen Jugendkulturen der 1990er Jahre nachgezeichnet. Des weiteren geht es um die Rolle der Dialektalität für Musik und «Sprache» schlechthin sowie um die Bedeutung einer so herausgestellten (neo)dialettalità für die Auffassung von sprachlicher italianità der «jugendlichen Teile der italienischen Gesellschaft». Franz Rainer behandelt den in den 1990er Jahren insbesondere in naturwissenschaftlichen Kreisen für eine kritische Distanzierung genutzten bis anhin veralteten bzw. literarisch konnotierten Begriff «italico» mit abwertendem Beiwert. Auf einer Materialbasis, die den gesamten Jahrgang 1994 von Il Sole 24 ore sowie 1000 italienischsprachige Internet-Dokumente umfasst, die dieses Adjektiv enthalten, wird dieses mit Hilfe des deskriptiven Instrumentariums der handlungstheoretischen Semantik unter Rückgriff auf den Wittgensteinschen Bedeutungsbegriff untersucht. Verf. kann zeigen, dass die Verwendung des Adjektivs italico heute wesentlich komplexer ist, als dies die neuere Lexikographie vermittle. Gleichzeitig vermag der Beitrag sprachbasiert einen guten Zugriff auf Stereotypen (Autostereotypen und Heterostereotypen) im Rahmen kulturhistorischer Zusammenhänge zu dokumentieren. Claudia Maria Riehl thematisiert in ihrem dem Gedenken an Andreas Blank gewidmeten Beitrag italianità als Problem mit Blick auf ethnische Minderheiten in Italien, und zwar unter dem Aspekt der Zuschreibung und als Mittel der Aus- und Abgrenzung. Italianità wird von zwei Seiten betrachtet: Einerseits sei damit das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe (der italiani) mit gleicher Sprache und Kultur verbunden, andererseits kämen auch bestimmte Kriterien von Habitus und Verhaltens- und Denkweisen ins Spiel, die im allgemeinen unter dem Begriff der Mentalität gefasst würden. Besonders virulent sei hierbei die Situation in Südtirol, insbesondere in der autonomen Provinz Bozen, wo italiani, deutschsprachige Südtiroler sowie Ladiner die sprachlich-kulturelle Situation bestimmen. Verf. zeigt nach einer knappen Übersicht zur historischen und soziolinguistischen Situation in der Region, die unterschiedlichen Zugänge der beiden ethnischen Gruppen zu ihrer ethnischen Identität. Grundlage für die Untersuchung sind Selbstaussagen von muttersprachlichen SprecherInnen, auf deren Basis markante Unterschiede in der eigenethnischen Zuschreibung herausgelöst werden. Während für die Ladiner der eigenidentitäre Status unabhängig von nationaler oder regionaler Zugehörigkeit als selbstverständlich erfolge, versuche der «Südtiroler» eine eigene regionale Identität zu konstruieren und sich gegen die italianità der italienischen Muttersprachler bewusst diskursiv (und ethnisch) abzugrenzen. Rita Franceschini befasst sich in einer anregenden Studie mit 277 Besprechungen - Comptes rendus einer neueren Erscheinung, der italianità «di moda» in deutschsprachigen Ländern, insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz. Italienischer life style wird als kulturelles cross over-Phänomen aus sprachwissenschaftlicher Perspektive vorgeführt und historisch perspektiviert. Die sprachlichen Untersuchungen im engeren Sinn betreffen Interferenzen sowie hybride Bildungen im Bereich der Wortbildung wie etwa röschtizza ( röschti + pizza) oder brilleria ( Brille + -eria). Bildungsmuster werden herausgelöst und systematisiert. Diese erwiesen sich seit den 1990er Jahren als Ausdruck eines spezifischen life style mit durchweg positiver Konnotation, der im Rahmen pluriidentitärer Zuschreibungsmöglichkeiten verortet wird. Christoph Schwarze schließlich beschäftigt sich mit grammatischer und lexikalischer Italianität und will zeigen, dass mit dem Rahmenthema italianità nicht nur Kulturwissenschaftler und Historiker involviert sind, sondern auch der Grammatiker, wenn auch in eher indirekter Weise. Anders als in den 1930er Jahren, als etwa Walther von Wartburg die These propagierte, Sprache sei der wahrnehmbar gewordene Geist eines Volkes, geht Verf. in einem historischen Streifzug der Frage nach, was denn eigentlich italienisch am Italienischen sei. Zu diesem Zweck nimmt er eine Sichtung derjenigen Forschungsinstrumente und -richtungen vor, die hier eventuell Aufschluss geben könnten: Grammatiken, selektive Strukturanalysen sowie vergleichende und typologische Charakterisierungen (Lausberg, Körner, Geckeler). Desgleichen wird eingegangen auf Charakterisierungen des Italienischen anhand idealisierter Prozesse des Sprachwandels, insbesondere auf den Umbau der Lexikalisierungsmuster bei Verben der Fortbewegung, auf die partielle Ablösung der starken Perfektstämme, auf den Funktionswandel des Verbsuffixes -sksowie auf die Auxiliarreduktion. Allerdings produzierten diese Analysen kein sonderlich übersichtliches Bild für die Fragestellung und Verf. kommt zu dem Schluss, zwar einige individuelle Züge des Italienischen angesprochen zu haben, doch das Ganze bleibe gegenwärtig ohne Gewähr. Damit thematisiert Schwarze das grundsätzliche Problem, die Rolle des Sprachwissenschaftlers und Grammatikers im engeren Sinne innerhalb eines kulturwissenschaftlichen Paradigmas zu verorten. Sprachwissenschaft als Wissenschaft von der Sprache im Sinne einer sprachimmanenten Sprachwissenschaft scheint in diesem Rahmen obsolet. Sie muss hier ihren Charakter als eigenständige Wissenschaft und ihren Gegenstand verlieren in der Verlagerung ihrer Bemühungen auf das sprachextern konditionierende Paradigma. Es ist dies eine Konsequenz, möchte man hinzufügen, die die Literaturwissenschaft in gleichem Maße tangiert. Die Sektionsbeiträge sind sorgfältig redigiert, wenn auch einige Umbruchfehler stehen bleiben; ärgerlich ist ein «Tippfehler» in Inhaltsverzeichnis und Titel des Beitrags von Grassi. Die Aufsätze - und hier beziehe ich auch die nicht behandelten Titel der literaturwissenschaftlichen Sektion ein - vermitteln ein vielfältiges Bild des Umgangs mit dem Konzept der italianità als Schlüsselkonzept eines inter- und transdisziplinär basierten kulturwissenschaftlichen Zugriffs auf einen manifesten Nationalmythos mit seinen Implikationen für Identität(en) und Alterität(en). Edeltraud Werner ★ Franca Taddei Gheiler, La lingua degli anziani. Stereotipi sociali e competenze linguistiche in un gruppo di anziani ticinesi, Locarno (Osservatorio linguistico della Svizzera italiana) 2005, 547 p. (Il Canocchiale 8) Diese Arbeit darf für sich in Anspruch nehmen, die erste gerontolinguistische Monographie zum Italienischen darzustellen. Die Vf. erschließt dieses junge Arbeitsgebiet auf Basis einer empirischen Untersuchung, welche neben dem Italienischen auch den Tessiner Dialekt 278 Besprechungen - Comptes rendus