eJournals Vox Romanica 69/1

Vox Romanica
vox
0042-899X
2941-0916
Francke Verlag Tübingen
Es handelt sich um einen Open-Access-Artikel, der unter den Bedingungen der Lizenz CC by 4.0 veröffentlicht wurde.http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/121
2010
691 Kristol De Stefani

La Vengeance Raguidel. Traduit et annoté par Sandrine Hériché-Pradeau, Paris (Honoré Champion) 2009, 165 p. (Traductions des Classiques du Moyen Âge 84)

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2010
Arnold  Arens
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e terreni difficilmente percorsi dai filologi (in particolare cartulari e raccolte di documenti). I risultati cui ella giunge sono solidi, convincenti e ben argomentati. Concludendo, il volume riserva gradite sorprese ai lettori e, nonostante alcune affermazioni di understatement dell’autrice, indirizza le future ricerche in una direzione tutt’affatto nuova e stimolante. Proprio per tali motivi sarebbe forse stato meglio che il libro non fosse in alcuni punti segnato da refusi che rischiano di rendere difficile la lettura di qualche passo e obbligano anzi, pur in pochissimi casi per la verità, a ricorrere direttamente alle fontecitata dalla studiosa. Ecco un elenco delle principali coquilles: p. 40 l. 11 après è ripetuto due volte; p. 40 N5 l. 2 gloriae non gioriae; recordationis non recondationis; l. 3 nostri non nosti; l. 7 vel non vol; respondere non respondene; l. 8 ecclesiam non ecciesiam; l. 11 vestra non Vestra; l. 14 ipse non ipso; l. 17 spectare non spectane; l. 20 invenire non invenine; p. 41 N1 l. 3 inserire un «; » dopo p. 24-25; P. Glorieux non p. Glorieux; p. 46 N3 l. 1 postea non postae; p. 51 N3 l. 3 document non doument; p. 52 N3 l. 2 Celtic non Cletic; p. 53 N3 l. 1 Margaret non Margarot; p. 73 l. 19 in manibus non il manibus; p. 75 anticipare la parentesi tonda dalla fine del capoverso a dopo anglo-normand; p. 80 N3 l. 3 parentesi tonda dopo 1934; p. 87 N1 l. 6 Britannico non Britaanico; l. 7 Tractatus non Tracatus; p. 94 l. 4 corr. Galeran de d’Agnès in Galeran et d’Agnès; p. 116 v. 29 della citazione del Cligès premier non prmier; p. 124 l. 17 Partonopeus non Partonpeus; p. 125 l. 21 seu falsa non seu salsa; p. 144 l. 22 Tonanti non Tonnants. Nonostante gli errori tipografici il volume mantiene tutto il suo valore e rappresenterà un sicuro punto di riflessione per chi si interesserà della figura della più antica poetessa in lingua romanza. Gerardo Larghi ★ La Vengeance Raguidel. Traduit et annoté par Sandrine Hériché-Pradeau, Paris (Honoré Champion) 2009, 165 p. (Traductions des Classiques du Moyen Âge 84) Die Vengeance Raguidel ist «un roman arthurien qui se situe dans le sillage de Chrétien de Troyes» 1 . Wie G. Roussineau in der Einleitung zu seiner mustergültigen Textedition stichhaltig nachgewiesen hat 2 , schrieb aller Wahrscheinlichkeit nach Raoul de Houdenc das Werk Anfang des 13. Jahrhunderts in «la langue littéraire commune du début du xiii e siècle» (VR 103). Dann wäre es natürlich auch notwendig gewesen, dass Hériché-Pradeau den Autor im Titel ihrer Übersetzung angeführt hätte. Der Dichter, der in der Hierarchie des Adels lediglich den Rang eines einfachen «miles» einnahm, stammte offenbar aus dem im Beauvaisis nahe bei Beauvais gelegenen Houdenc-en-Bray 3 . Er war wahrscheinlich ein Neffe von Pierre le Chantre, durch dessen Werk, insbesondere durch dessen Publikation Verbum abbreviatum, er stark beeinflusst wurde. Durch seinen Onkel hat er in Paris wohl «une formation de clerc» (VR 35) erhalten, ohne jedoch in den kirchlichen Dienst eingetreten zu sein. Neben dem Artusroman hat Raoul auch noch Meraugis de Portlesguez und die drei kleineren Arbeiten Roman des Ailes, Songe d’Enfer und Dit Raoul Houdaing hinterlassen. 293 Besprechungen - Comptes rendus 1 Raoul de Houdenc, La vengeance Raguidel. Édition critique par G. Roussineau, Genève 2004: 37. Dieser Titel wird fortan abgekürzt mit VR. 2 Cf. VR: 7-37. 3 Diesbezüglich ist der Eintrag bei R. R. Grimm (ed.), Grundriss der romanischen Literaturen des Mittelalters, vol. IV «Le roman jusqu’à la fin du XIII e siècle», tome 2 (partie documentaire), Heidelberg 1984, n° 400: 191 zu korrigieren, wo als Heimat des Dichters noch die «(p)artie sud-ouest de l’Île-de-France (Houdan en Seine-et-Oise)» genannt wird. Das Werk, das einen Umfang von 6108 paarweise gereimten Achtsilbnern hat, umfasst insgesamt drei große Handlungsteile. Dabei ist es die Person Gauvains, «présent dans chacune des aventures, qui assure la cohérence de l’ensemble, le lien thématique entre les trois parties pouvant être l’amour: amour vengé (Gauvain - Greviloïne), amour humilié (Gauvain - Gaudestroit), amour illusoire (Gauvain - Ydain)» (VR 44). Der erste Handlungsstrang, der aber nur 1861 von 6108 Versen ausmacht, ist dem Thema der Rache gewidmet. Als König Artus Hof in Carlion hält, treibt in wunderbarer Weise ein Boot an Land, das den getöteten Ritter Raguidel heranbringt. Dieser hat eine Lanzenspitze in seiner Flanke, an fünf Fingern trägt er je einen Ring. In seiner Brusttasche befindet sich ein Brief, in dem er den Ritter mit seiner Rache mittels der in seinem Leib befindlichen Lanzenspitze beauftragt, der diese aus seinem Körper zu entfernen vermag. Bei dieser Unternehmung soll jener der Ritter behilflich sein, der befähigt ist, die fünf Ringe von den Fingern des Toten zu nehmen. Allein Gauvain ist in der Lage, die Lanzenspitze aus dem Körper Raguidels zu ziehen; und später gelingt es Yder, die fünf Ringe von den Fingern des Toten zu entfernen. Nachdem Gauvain durch seine Liebesabenteuer wiederholt von der Vollbringung der Tat abgehalten worden ist, bricht er am Ende des Romans nach Schottland auf, wo er der Verlobten von Raguidels Mörder Guengascoain, Greviloïne, begegnet. Nachdem auch Yder dort eingetroffen ist, kommt es zum entscheidenden Kampf, in dem Guengascoain getötet wird. Das Stück endet mit einem «double dénouement» (VR 44), der Rache für Raguidel und der Vermählung von Yder und Greviloïne. Das erste Liebesabenteuer Gauvains, das einen Umfang von 2817 Versen hat, stellt seine Beziehung zu Gaudestroit, der Geliebten des schwarzen Prinzen, dar, die Gauvain innig liebt, von diesem aber einfach verlassen und somit gedemütigt wird. Gaudestroit erklärt dem Helden, ohne dass sie ihn erkennt, die Bewandtnis des «fenêtre-guillotine» (VR 62). Das zweite Liebesabenteuer mit einem Umfang von 1430 Versen schildert die für Gauvain entwürdigende Beziehung zu der flatterhaften Ydain, die den Protagonisten sogar zugunsten eines urinierenden Ritters verlassen will. Der Roman ist einerseits in enger Anlehnung an das Werk Chrétiens de Troyes entstanden, aus dem zahlreiche Entlehnungen vorgenommen werden. Andererseits ist auch festzustellen, dass Raoul «a cherché à se détacher des stéréotypes arthuriens légués par la tradition romanesque pour créer une œuvre subtile, attachante et originale» (VR 63). So wird Gauvain zum einen als ein mit Ritterehre und der Suche nach dem Abenteuer ausgestatteter Held «conforme à son image traditionelle» (VR 44) geschildert. Zum anderen «Raoul n’hésite pas à le ridiculiser à plusieurs reprises» (VR 47). Gauvain wird beispielsweise bei der Verfolgung des Rache-Abenteuers recht ratlos geschildert. Zunächst einmal vergisst er die Lanzenspitze, außerdem weiß er nicht, wer Raguidel die Ringe vom Finger gezogen hat. Und insbesondere in seinen Liebesabenteuern zeigt er sich wenig ritterlich. Statt dass ihn die Liebe zu Taten anspornt, verzögert sie vielmehr deren Vollbringung. «L’amour . . . est dans le roman singulièrement malmené» (VR 55). Es gilt nun aber zu berücksichtigen, dass auch Chrétien die Person Gauvains wiederholt in lächerlicher Weise darstellt. «L’auteur de La Vengeance, plutôt que d’être réellement novateur, prolongerait donc une tradition naissante» (24). Bis zum Erscheinen der Edition von G. Roussineau war die Vorlage einer überzeugenden textkritischen Ausgabe des Artusromans, der in zwei vollständigen und zwei fragmentarischen Handschriften aus dem 13. Jahrhundert überliefert ist, ein dringendes Forschungsdesiderat. Die zuvor publizierten Ausgaben 4 hatten als Basismanuskript die Handschrift A (Chantilly, Musée Condé 472) zugrunde gelegt; Roussineau war der erste Editor, der das ältere und in seinen Lesarten bessere Manuskript M (Nottigham, University Libra- 294 Besprechungen - Comptes rendus 4 Bezüglich näherer bibliographischer Angaben cf. 153. ry MiLM 6) als Basishandschrift heranzog. Zudem waren zwei der Ausgaben völlig überaltert; sie entsprachen somit absolut nicht mehr den modernen Editionsstandards. Und die von E. E. Wilson besorgte Edition war in der Textpräsentation «souvent incompréhensible» (VR 77) sowie in den Anmerkungen und im Glossar oft fehlerhaft. Angesichts des besonderen Stellenwertes dieses Romans in der Stoffgeschichte und insbesondere im Verhältnis zu den Romanen von Chrétien de Troyes ist es sehr zu begrüßen, dass nun nicht nur eine exzellente Textedition vorliegt, sondern dass S. Hériché-Pradeau, «maître de conférences» der Universität Paris IV-Sorbonne, auch eine Übertragung des Textes ins Neufranzösische vorgenommen hat. Da die Kenntnis des Altfranzösischen leider mehr und mehr zurückgeht, wird somit einem breiteren Publikum die Möglichkeit geboten, sich mit dem Inhalt dieses Romans vertraut zu machen. Die Textübertragung, die von G. Roussineau vor der Drucklegung überprüft wurde, was allein schon ein Qualitätsmerkmal ist, muss als besonders gekonnt bezeichnet werden. Die Übersetzerin hat sich einerseits nicht sklavisch an die Vorlage gehalten, diese andererseits auch nicht zu frei übertragen. Schön ist es auch, dass die Übersetzung mit einer «Introduction littéraire» (11-32) und mit zahlreichen substantiellen Anmerkungen insbesondere zu inhaltlichen, aber auch zu sprachlichen Problemen versehen ist. Sehr bedauernswert ist es allerdings, dass in die Übersetzung nicht die Verszählung der Edition übernommen wurde. Dann wäre jedem Leser ein rascher Vergleich des altfranzösischen Textes mit der neufranzösischen Übertragung ermöglicht worden. Arnold Arens ★ Le Chevalier as deus espees, édité et traduit par Paul Vincent Rockwell, Cambridge (D. S. Brewer) 2006, 648 p. (Arthurian Archives 12) Le roman arthurien en vers du Chevalier aux Deux Epées est transmis par un seul manuscrit de la fin du XIII e siècle (Paris, Bnf, f. fr. 12603), qui contient d’autres romans, comme l’Eneas, le Brut et Yvain, mais aussi des œuvres plus épiques comme les Enfances Ogier le Danois et le Fierabras d’Adenet le Roi ainsi qu’un assez grand nombre de textes narratifs brefs. Sur la base de la décoration, la confection du recueil peut être localisée à Arras, et la langue des scribes qui se sont partagé le travail confirme cette provenance. Le roman luimême est connu depuis longtemps puisque Foerster l’avait édité dès 1877 à la manière de l’époque, c’est-à-dire de façon assez normative, intervenant, selon l’éditeur présent, plus de six cents fois. Il faut noter par ailleurs que l’édition du roman avait fait l’objet de la thèse de Robert T. Ivey (Chapel Hill, University of North Carolina 1973), qui était restée inédite pendant plus de trois décennies, soit jusqu’en 2006, c’est-à-dire jusqu’au moment précis où parut le livre de Paul Vincent Rockwell (désormais PVR). Quand on sait que Gilles Roussineau a lui aussi une édition en chantier, on peut se féliciter de l’intérêt que suscite aujourd’hui ce roman. La présente édition ne fait toutefois pas double emploi avec le travail de Robert Ivey, paru chez Edwin Mellen, et ne sera pas non plus éclipsée par une éventuelle publication par Gilles Roussineau, puisque PVR est le seul à avoir joint au texte en ancien français une traduction anglaise, qui lui garantira une place durable parmi les lecteurs arthuriens anglophones. Le texte et la traduction du présent travail sont précédés d’une courte introduction et suivis de notes philologiques, d’une bibliographie et d’un index des noms propres. Le tout est fait avec soin et généralement sans excès. Ainsi, l’introduction, de façon classique, consacre un paragraphe au manuscrit, une page à la datation, (début XIII e , mais on ne dispose d’aucun élément bien solide). Suivent deux pages pour la question du milieu où ce roman 295 Besprechungen - Comptes rendus